Ausgabe 
11.10.1926
 
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bin lysrler

8338SS

Karl Schmidt, Neuenweg 42, Tel. 1075

Gießen, den 1. Ollober 1926.

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I"h25 Bezirks-Direktor August Schwan MM

Waagen aller Art empfiehlt u. werden eichfähig hergestellt.

beide im Konzern derAssecuranz-Ülnion von 1865, übernommen habe.

Meine neuen Gesellschaften sind erstklassige, sehr gut fundierte Institute, die sich während ihres 80jährigen Bestehens durch günstige Prämien und Bedingungen, sowie durch kulante Schadenregulierung die Gunst des Publikums in hohem Maße erworben haben. Ich zweifle daher nicht, dah mir das bisher allgemein entgegengebrachte Vertrauen auch weiterhin für meine jetzigen Gesellschaften geschenkt wird. Wie bisher, wird es auch weiter mein Bestreben sein, meine verehrliche Kundschaft in jeder Hinsicht zufriedenzustellen. Zur Entgegennahme neuer Anträge und Abgabe von Offerten für alle Versicherungszweige halte ich mich bestens empfohlen.

Wiims Wetü[flH3-6ompaflnie in Würg, gegründet 1843

SWU-WWWSMkW erfordern heute eine sorgfältige Textgebung und Satzaussiattung. Gute Satzleistungen find nur erreichbar, wenn die Anzeigen ItiiMig genug suigegeüen werden. Der Annahmefchluh für alle Anzeigen im Giehener Anzeiger entfällt auf den Nach­mittag vor der Ausnahme. Empsehlungs- anzelgen müssen, je nach Umsang und Satz- fchwierigkeiten, zwei bis drei Tage vorher bestellt sein. Nur mit Sorgfalt und dem not­wendigen Zeitaufwand gesetzte Empfehlungen

Wem Den ernüMtoi

Rundfunk-Programm.

Dienstag, 12. Oktober.

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45: Konzert des HauLorchesters: 2le tere Schlager. 5.45 bis 6.05: Die L Munde. 6.45 bis 7.15: Funkhochschule Frankfurt.Abhärtung". Vortrag von Stadtarzt Dr. Reinheimer. 8,15 bis 9.15: Aebertragung von Kassel: RezitationSabend won Intendant Anton Otto. 9.15 bis 10.15: Liebertragung von Kassel: Klavievabend O. D. Maeckel. Frielendorf.

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rate dcr Gießener Freiwilligen Feuerwehr an- gerückt. Da das Llebungsobjckt dem Depot der Gailschen Feuerwehr direkt gegenüber lag, war es nur natürlich, dah diese als erste an der Brandstelle" in Tätigkeit trat. Sehr rasch war auch die Freiwilltge Sanitätskolonne vom Roten Kreuz zur Stelle, die sich gut in den Rahmen der Hebung eiiipahte. Als Llebungsidee war folgendes angenommen:In dem nach der Reu­stadt zu gelegenen Wohngebäude, in dessen Par­terre Lager» und Verkaufsräume, darüber aber Wohnungen sind, ist im Mittelbau Feuer aus- gebrochen, das sehr rasch einen großen Umfang angenommen und das Treppenhaus verqualmt hat, so daß den Personen in den oberen Stock­werken der Rückweg abgrschnitten ist. Diese Per­sonen erwarten in den oberen Stockwerken an den beiden Flügeln Rettung durch die Feuerwehr. Da die Berufs-Feuerwache bei Ausbruch des Brandes in der unteren Frankfurter Straße mit (Löschen eines Feuers beschäftigt ist, muß der 2llarm sofort an die Freiw. Feuerwehren gegeben werden. Das Feuer hat bis zu deren Eintreffen auch den Dachstuhl in Mitleideirschaft gezogen, so dah Einsturzgefahr besteht. Die herrschende Windrichtung ist Westwind, durch Funkenflug haben bereits der Stall und die rückwärts ge­legene Rudclfabrik Feuer gefangen. Aufgabe der Feuerwehr ist: a) sämtlichen gefährdeten Per­sonen Rettung zu bringen, b) das Feuer möglichst auf seinen Herd zu beschränken, c) die Rachbar­gebäude zu schützen, d) bei dem drohenden Ein­sturz des Dachstuhles auf Rotsignale hin die Leute zurückzuziehen und den Angriff anders zu organisieren. Cs wird angenommen, daß durch den Einsturz des Dachstuhles die Gewalt des Feuers geschwächt wird, so daß es dadurch ge­lingt, das Feuer zu löschen, ohne daß die Rach­bargebäude in Mitleidenschaft gezogen werden." Der Aufmarsch der Geräte und dec Angriff gegen dieNammen" gingen flott vor sich, so daß schon um 6 Uhr das erste Wasser gegeben werden konnte. Sämtliche Hebungen der Feuer­wehren und der Sanitätskolonne erfolgten exakt und sachgemäß, so dah der städtische Brand­direktor Braubach und der Feuerwehr°Dezer° nent Beigeordneter Dr. Hamm den Wehren kund der Sanitätskolonne mit Recht volle An­erkennung für ihre guten Leistungen aus- sprechrn konnte. In erheblichem Maße versagt hat nur die polizeiliche Absperrung, die trotz vorheriger Anmeldung der Llebung und der Ülebungsstelle etwa bis zur Mitte der Arbeiten bei der großen Zahl von Neugierigen ganz un­genügend war, wodurch die Tätigkeit der Wehren und der Sanitäter beeinträchtigt wurde. Rach dieser Richtung hin muh in Zukunft auch tm Interesse drs Publikums Wandel geschaffen werden.

** Sin Kellerbrand entstand am Sams­tagnachmittag gegen 5 Uhr in dem Geschäftskeller der Firma Salomon & Co.,Haus der Hand­arbeiten", Seltersweg 8. Dort brannte ein Stoß leerer Paopschachteln. Die um 5.08 Uhr alarmierte Feuerwache löschte die Flammen rasch, so daß wei- teresUnheil verhütet wurde. Um 5.40 Uhr konnte die Wache wieder im Depot einrücken. Der Schaden ist gering.

D i e Hegezeit für Rehwild und Hasen ist vom hessischen Minister des Innern für das lausende Jagdjahr wie folgt festgesetzt wor­den: 1. die Schußzelt für weibliches Rehwild wird auf die Zeit vom 1. bis 30. November 1926 be­schränkt: 2. die Hegezeit für männliches Rehwild beginnt am 1. Dezember 1926; 3. die Hegzeit für Hasen beginnt mit dem 1. Januar 1927. Die Ver­kürzung der Schußzeiten erfolgt zur Schonung und Hebung der Wildbestände.

** Sperrzeit für Tauben. Die Besitzer von Tauben sind jetzt amtlich aufgefordert worden, ihre Tauben während der Saatzeit vom 11. Oktober bis 8. November in den Schlägen zu halten. Wer

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Schmutz, Flecken und Krankheitskeime werden beseitigt, dabei werden die meisten Gegenstände ehern. Reinigungswerke

H wieder wie neu. Denken Sie bitte auch an die Reinigung oder das Auffärben Ihrer Vorhänge, . , _ _ , , . . _

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Der Gesangverein Heiterkeit ver­anstaltet am Sonntag, 24. Oktober, in der Neuen Aula ein Konzert, das den Besuchern einen beson­deren Genuß verspricht. Der Kartenvoroerkauf hat jetzt begonnen. Näheres in der Anzeige oom Samstag.

** Das Erntedankfest wurde gestern vor­mittag in unseren evangelischen Kirchen in feierlicher Weise begangen. Die Kirchen waren aus diesem An­laß mit Feldfrüchten und Blumen festlich geschmückt. Der Gottesdienst wurde durch Dorträge der Chor­schule, in der Johanneslirche außerdem durch einen Gesangsvortrag von Frl. Ida Stammler ver­schönt. In die Stadtkirche zogen unter Gemeindc- gesang Jungfrauen und Jünglinge nut Ern clorben feierlich in die Kirche ein; mit dem Dottrig ^on Bibelsprüchen wurden die Körbe am Altar weder- gelegt. Der Besuch der Gottesdienste war m beiden Kirchen erfreulicherweise wieder stark.

* ein ft a r t e r Herbst sturm brauste von Samstag abend bis gestern vormittag über unsere Stobt Der Sturm, der von einigen kräftigen Regenschauern begleitet war, rüttelte die Bäume so trästig daß nicht nur das Laub tn Massen zur Erde herniederfiel, sondern auch mehrfach Zweige von Öen Bäumen abgerissen wurden, lieber weiteren Schaben ist uns bis zur Stunde nichts bekannt ge­worden. Das Bild der Anlagen hat sich nun schon recht herbstlich gestallt und erinnert wieder mal recht eindringlich an die rasche Vergänglichkeit aller Lebenskraft und Daseinspracht.

* Akademische Ehrung. Wie uns heute erst bekannt wird, hat Geheimer Schul­rat Dr. Hensell in Gießen am 5. August fein goldenes Doktorjubiläum begangen. Aus diesem Anlaß hat ihm die philosophische Fakultät der ilniberfität Marburg das Doktordiplom er­neuert. , ,

* Der Unterricht in den Schulen unserer Stadt hat heute, wieder begonnen. Die Schulpflicht durste unseren Buben und Mädels nach den 14tägigen Herbstferien in den ersten Tagen wohl nicht besonders gut schmecken. Aber nur wenige Wochen dauert es ja, dann winkt ihnen wiederum die Freude der Weih­nachtsserien.

** Der Schaufensterwettbewerb ge­legentlich der Giehener Verkehrswoche hat auf die Dekorationsarbeit unserer Geschäftswelt recht anregend gewirkt. In zahlreichen Schaufenstern kann man auch in diesen Tagen wieder neue, recht fesselnde Dekorationen bemerken, die zum Teil Rellamekunst bester Art darstellen. Als ori­ginell kann man auch wieder eine lebende Re­klame in den Schaufenstern der Firma Gebrüder Baer, Warktstraße, bemerken, wo zwei junge Mädchen .als Mittelpunkt der Schau­fensterausgestaltung wirken.

** Ülnnühe Finger an denPostauto- mat en. Der Polizeibericht meldet: In der Rächt zum Freitag wurde versucht, einen der vor dem Stadlpostamt in der Schulstrahe aufgestellten Postautomaten zu erbrechen. Ferner wurde fest­gestellt, daß in den letzten Tagen Schulkinder und Jugendliche an den Wertzei ngebern sich zu schaffen machten und allerlei Unfug verübten. Cs wird hiermit darauf hingewiesen, dah der­artige Automate zum öffentlichen Ruhen aus­gestellt sind und Beschädigungen nach § 304 des ReichsstrafgesetzbucheS bestraft werden. In diesem Falle ist der Versuch schon strafbar. Personen, die über die Täterschaft Wahrnehmungen gemacht haben, werden ersucht, der Kriminalpolizei Mit­teilung zukommen zu lassen.

Die städtiscke F u h r w e r k s w a g c in der Neustadt, bie einer längeren Repara­tur unterzogen werden mußte, ist letzt wieder in Betrieb genommen worden.

** 'Sonderzüge zum Grünberger Gallusmarkt. Aus Anlaß des diesjährigen Gallusmarktes in Grünberg verkehrt am Mittwoch, 13. Oktober, ein Sonderzug von Mendorf (Lumda) bis Grünberg, Allendorf ab 10.25 Uhr, Grünberg an 11.04 Uhr. Außerdem verkehrt ein Sonderzug von Alsfeld nach Grünberg, Alsfeld ab 10.10 Uhr, Grünberg an 11.06 Uhr. Der in beschränktem Um­fange bisher freigegebene Zug 4450 von Burg und Nieder-Gemünden nach Gießen, Grünberg ab 8.43 abends, Gießen an 9.26 Uhr abends, wird am 13. Oktober als Vollzug bis Gießen durchgeführt. Dieser Zug hält ausnahmsweise in Göbelnrod.

* Eine Alarmüb ung unserer Freiwilligen Feuerwehren fand am Samstag gegen Abend statt. Als ülebungsobjekk diente das Griebsche Anwesen in der Reustadt 32. Ihn 53/1 Mr wurde von dort aus durch den Feuermelder der Alarmruf an die Feuerwache gegeben, umgehend ertönten die Sirenen und arbeitete die Alarm-Ringleitung der Feuer­wehren, und schon wenige Minuten darauf kamen die Mitglieder der Freiw. Gailschen Feuerwehr mit ihren Geräten, etwas später auch die Ge-

Bekanntmachung.

Ich bringe hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, dah ich mit dem heutigen Tage die Dezirks-Direktion desAllianz-Konzerns" niedergelegt und diejenige der und des

dem nicht entspricht, riskiett, daß die Tauben ab- i geschaffen werden und er obendrein noch bestraft ! wird.

* Einen Taschensahrplan in dem die Eisenbahn» und Kraftwagen-Linien unserer engeren Heimat zusammengefaßt find, hat die Druckerei Seibert in Gießen jetzt heraus- gebracht. (Siehe heutige Anzeige.)

D i e Mode auf dem Lande. Unser ^-Berichterstatter schreibt uns vom Lande: In früheren Jahrzehnlen dauerte es beharrlich lange, bis eine neue Modeschöpfung auf dem Lande Ein­gang fand. Meistens war es jo, daß unsere dörfliche Welt eine Modeperiode zurücklag. Erstrahlte am städtischen Modehimmel schon wieder ein neuer Stern, so leuchtete der dort im Erblassen begriffene erst auf dem Lande auf. Der geübte Blick der Städterin erkannte das Mädchen vom Lande schon aus Wurfweite an dem Kleiderschnitt und der Hut- orm einer überlebten Mode Hcuje haben sich diese Erscheinungen gänzlich gewandell. Die Modezeitung ist auf dem kleinsten Dorfe heimisch, die Zeitun­gen mit ihren werbenden Inseraten bringen in immer größerer Zahl in die Dörfer ein, der Ver­kehr mit der Stadt ist lebhafter geworden und die fertigen Kleider zu erschwinglichen Preisen tragen die neueste Mode in das entfernteste Bergdorf. Kein Röckchen ist zu kurz, kein Florstrumpf zu dünn, die Jugend trägt sie am Sonntag stolz zur Schau. Ucberlebte Mode ist so ziemlich abgetan. Was auch neue Mode bringen mag: Crepe de chine ober Waschseide, Gabardine oder Waschsamt das Land ist auf dem laufenden, und die Modedame aus der Stadt hat feinen Grund mehr, über allzu große dörfliche Rückschrittlichkeit zu spötteln. (In der Nei­gung der Landjugend zum kurzen Rock und zu den Florstrümpfen können wir keinen Gewinn für echtes Volksleben erblicken. Wir würden es vielmehr begrüßen, wenn die weibliche Landjugend auch wci- . terhin die schöne alte Tracht als besten I Schmuck pflegen und die Wiedereinführung der Tracht da, wo sie jetzt verschwunden ist, betreiben würde. D. Red.) Nur gegen eine Modelaune sträubt man sich noch entschieden, gegen den Bubikopf. In den kleinen Städtchen hat er wohl Eingang ge­funden, aber die große Gefolgschaft blieb ihm auch hier versagt. Die dörfliche Welt steht ihm noch ge- schlossen feindlich gegenüber. (Recht so! D. Red.) Die Jugend liebäugelt vielleicht im geheimen nach ihm, aber der leiseste Wunsch muß in der Kehle ersticken, weil elterliche Gewalt das Schwergewicht grenzen­loser Abneigung in die Wagschale der Entscheidung wirft. Auch des Dorfes Stimme wird gefürchtet. (Hoffentlich bleibt bas so! D. Red.)

WSN. Gefängnis st rasen für bös­williges Alarmieren der Feuerweh/. Eine empfindliche Strafe verhängte das Anlls-- gericht zu Bremen gegen einen 30jährigen Tischler, der in der Zeit von Dezember 1925 bis Anfang März 1926 in 13 Fällen durch Inbetriebsetzung von öffentlichen Feuermeldern die Feuerwehr bös­willig alarmiert hatte. Er muß seine gemeingefähr­liche Handlungsweise mit zwei Jahren Gefängnis büßen. Recht so! Zur Nachahmung empfohlen!

** Auftrieb auf dem heutigen Frank­furter Schlachtviehmarkt: 516 Ochsen, 73 Bullen, 772 Kühe, 398 Färsen, 314 Kälber, 197 Schafe und 3458 Schweine.

Strafkammer Gießen.

' Gießen, 8. Olt. Der Inhaber eines hie­sigen Wasserhäuschens hatte am Sonntag. 7. Fe­bruar l. I., durch seinen Sohn Zigaretten ver­kaufen lassen und erhielt daher wegen Ueber- tretung der für die Sonntagsruhe im stehenden Handelsgewerbe der Stadt Gießen bestehenden Vorschriften einen Strafbefehl, der auf Einspruch hin vom hiesigen Amtsgericht aufrechterhalten wurde. Das Urteil erster Instanz nimmt Be­zug auf eine grundlegende Entscheidung des Oberlandesgerichts Darmstadt. In ihm wird aus­geführt, daß Wasserbuden, wenn sie auch im übrigen als Schankwirtschalten anzusehen sind, in Beziehung auf den Handel mit Rauchwaren an Sonn- und Feiertagen den Schankwirtschaften nicht ohne weiteres gleichstehen. Vielmehr sei hier die Frage zu prüfen, ob ein Verkauf von Rauchwaren zum Genuß auf der Stelle möglich sei. Dies sei zu verneinen, da nach den ganzen räumlichen Verhältnissen und dec Art des Verbrauchs der Rauchwaren bei Wasser­häuschen ein Genuß auf der Stelle regelmäßig nicht stattsinde. Der Betrieb sei hier derart, daß die Konsumenten die verabreichten Getränke, anders wie in Wirtschaften, im Stehen genössen und dann gleich weitergingen, ohne Platz zu nehmen. Die Strafkammer schloß sich dieser Rechtsaufsassung an und verwarf die Be­rufung des Verurteilten, der Bezug nahm auf eine entgegenstehende Entscheidung des preu­ßischen Oberverwaltungsgerichtshofs.

Den übrigen Teil der heutigen Strafkammer- sihung füllten Deru^ungsverhandlungen gegen

mehrere Burschen von Erbenhausen auS, die wegen Körperverletzung und groben Unfugs zu Gefängnis- und Haststrafen verurteilt worden waren: ihre Berufungen wurden verworfen, da die Beweisaufnahme die Feststellungen des ersten Richters durchweg bestätigten.

Hauszinssteuer oder Grundrente?

Don der Leitung des Deutschen Land- kreistages wird uns geschrieben:

Nach den letzten Verlautbarungen der Reichs­regierung ist anzunehmen, daß bie bereits für 1J27 in Aussicht gestellte endgültige Regelung des Finanzausgleichsgesetzes aus ein wei­teres Jahr verschoben wirb. Wenn unter den obwaltenden Umstanden dieser Vertagung auch zugestimmt werden muß, so ist für bie Zwischenzeit eine finanzielle Stärkung der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände bei ihrer zweifellos bestehen­den Finanznot unumAänglich notwendig. Insbeson­dere werden diese titeuergläubiger Wert darauf legen müssen, daß bie fteuerlldje Erfassung der Jnslati onsaewinne bei'Orunb« stücken, die bisher im Wege der Hauszino­steuer erfolgt, als wesentlicher Bestandteil des Finanzausgleichsgesetzes e r h al t e n bleibt. Die Widerstände gegen diese Steuer und die ihr anhaf­tenden Fehler sind beiannt. Ihre Abanderungsbe- bürftigfeit ist unbestritten. Aus der Iahreotaguna des Deutschen Städtctagcs in Stettin ist eine Entschließung gefaßt worden, wonach die Haus- zinssteuer in eine individuell zu bemessende ablösbare Amortisationsrente umgewan­delt werden soll. Dieser Plan wird von den übri­gen kommunalen Epitzenverbänden, d. h. den Pro- i oinzen, den Landkreisen, den kreisangehörigen Stab­ten und den Landgemeinden abgelehnt. In einer der Ocssenllichkeit zuoängig gemachten gemeinsamen Verlautbarung der Leiter dieser Spitzenverbänbe werden jedenfalls folgende schwerwiegende Bedenken gegen den Rentenplan gel­tend gemacht: Die Einführung einer Rente würde die gesamte Auswertungsfrage erneut aufrollen, da- bei aber praktisch vor der durch die Aufwertung bedingten Richtigstellung der Grundbuchblätter un­möglich fein. Eine Erleichterung für die Wirtschaft würde der Rentenplan nicht bedeuten, weil ja zur Ablösung der Rente anderweitige Schulden aufge- nommen werden müßten, bie den Geldmarkt und Die Wirtschaft unnütz belasten. Für die Wirtschaft und die öffentliche Verwaltung ist es auch unerträglich, wenn durch eine gleichbleibende Rente die für die öffentlichen Finanzen notwendige Geldquelle ohne Rücksicht auf die wechselnden wirtschaftlichen Be­dürfnisse unabänderlich festgelegt wird. Schließlich ist der Ersatz einer öffentlichen Abgabe durch eine privatrechtliche Belastung des Eigentums etwas finanz politisch Neues und besonders gefährlich, da lediglich ©runbftücfe, losgelöst von der allgemeinen Volkswirtschaft, belastet werden sollen.

Die Frage der Erfassung von Jnflations- oder Deflationsgewinnen läßt sich eben niemals bei ein­zelnen Berufsgruppen oder einzelnen Vermöoens- gegenftänben lösen. Dies kann nur durch eine all­gemeine öffentliche Abgabe geschehen, so daß die Hauszins st euer zwar mehr als bisher den sozialen Verhältnissen Rechnung tra­gen, in ihrer Grundform als laufende Steuer jedoch erhalten bleiben muß. Da die Erfahrung gelehrt hat, daß die bisher aus der Haus­zinssteuer entnommenen bedeutenden Mittel (fünfzig Prozent des Gesamtaufkommens in Höhe von 900 Millionen) nicht ausreichen, um die Wohnungsnot erfolgreich bekämpfen zu können, ist Aufstellung und Durchführung eines auflängere Zeit be­rechneten Bauprogramms erforderlich, das im Anleihewege zu finanzieren ist. Die Hauszins st euer darf, von der Deckung des all­gemeinen Finanzbedarfs abgesehen, lediglich für den Tilgungs- und Zinsendienst dieser Anleihen ver­wendet werden. Eine erhebliche Herabsetzung der Hauszinsstetter und somit eine wirkliche Erleichte­rung der Wirtschaft verbunden mit einer groß- zügigen, den Erfolg sichernden Neubautätigkeit wäre die Folge. Daher keine Rente, sondern eine laufende, den wirtschaftlichen Verhältnissen an- gepahte öffentliche Abgabe.

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bisherBiene Livttrmrtsr '

KiebeBSVcrsicLeraagsbaakA.-6.

Ueber- 1924 1925

schuß ru-d JLM. 1600000 2600 000 Hieraus cberweis. i

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für Oberhessen und einige an­stoßende Kreise des Reg.-Bez. Kassel zur Unterstützungdes Bezirksleiters einen in der Werbearbeit erfahrenen und fdfe Organisation befähigten Inspektor Krleie teinng in der Werbe- arbeitdurctiUmstellung alter Bestände gelioen. Bewer bungen mit Bild und Angabe von Referenzen erbeten an

den Vorstand in Stuttgart