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laufen oder verladen, joUeu von den Sxaniontruppen beschossen werden. Mehrere englische und ja­panische Schiffe seien beschädigt worden. Nach einer Haoasmeldung aus Schanghai teilt die Belgische Mission mit, daß die chinesische Nationalarmee auf ihrem Rückzüge einen belgischen Missio­nar getötet, drei Missionsstationen in Brand gesteckt und sieben weitere Stationen nordöstlich von Kalgan geplündert habe.

Die Lage in Griechenland.

Athen. 10. Sept. (Agence d'Athtznes). Der Präsident der Republik. Konduriotis, ist aus Hydra, wo er sich einige Tage zur Erholung aufgehalten hatte, nach Athen zurückgelehrt und hat die von der Regierung ergriffenen Maß­nahmen in vollem Umfange gebilligt. Heule Würde über den Erlaß einer Botschaft an das griechische Boll Beschluß gefaßt werden, in welcher zum Ausdruck kommen soll, daß der gestern von der Regierung errungene Sieg ein Sieg des grie­chischen Boltes und des republikanischen Re­gimes sei. Ministerpräsident Kondylis hob hervor, daß die Abschaffung der Diktatur und die Gefangcnsetzung des Diktators keine Garantie für die Wiederherstellung der Freiheiten des Volkes solange sein werden, wie die Garde- b a t a i l l o n e fortbestünden. Die Regierung ist der Ueberzeugung, daß zwischen den Roya- l i st e n und Kommunisten eineDerstäil- d i g um g erfolgt ist. In der vergangenen Rächt sind eine Reihe von Kommunisten und einige Führer der unversöhnlichen Royalisten verhas - t e t worden. Die vergangene Rächt verlief voll­ständig ruhig. Heute hat die Stadt ihr gewöhn­liches Aussehen. Die Banken und Geschäftshäuser sind geöffnet: die Bevölkerung geht ihrer Arbeit nach.

Ein neuer Anschlag gegen die deutsche Schule in Tirarl

Rom, 10. Sept. (WTB.) Rach einer Agen­turmeldung sollen vom 1. Oktober ab die den t- schen Unterrichtsklassen in der Real­schule in Bozen und die slovenischen Unterrichtsklassen der Realschule in U b i n e sowie die noch bestehenden Lehrerseminare in Tolmein und Bozen in Kurse mit italie­nischer Sprache umgewandelt werden. Die Ordentlichen Professoren dieser Anstalten, welche keine Lehrberechtigung für die italienische Sprache besitzen, werden durch Lehrstühle für die deutsche, slovenische und kroatische Sprache entschädigt werden. Die übrigen Lehrkräfte werden in 6 en Ruhestand versetzt.

Schluß des deutWationalen Parteitags.

Berlin, 10. Sept. (TU.) Am dritten und letzten Berhandlungstag des deutschnationalen Parteitages in Köln war der Besuch wieder außerordentlich stark. Das Berhandlungsthemc» der Bormittagssihung lautete:Staat und W i r t s ch a f t". Das erste Referat hielt Reichs­tagsabgeordneter L ej eun e - I u ng. Was wir vermissen in der Welt um uns herum, so führte er u. a. aus, das ist der Mut zur Wahr­heit. Wir leben in einem Parteienstaat. Wer will auch nur mit einem Schein von Recht der Wirtschaft Gegnerschaft zum Dtaatsgedanken an sich vorwerfen, weil sie sich gegen den Mißbrauch des Staatsgedankens zur Wehr gesetzt hat. Der Staat war in Gefahr, sich selbst seiner Autorität zu begeben, indem er die Grenzen seiner Bestim­mung verkannte. Die Aufgabe der Wirtschaft besteht nicht darin, zu regieren, sie hat ihren eiaenen fest umrissenen Wirkungskreis. Bei der Wirtschaftspolitik aber soll die Staatsgewalt mit ihrer anregenden, ergänzenden, fördernden unb ordnenden Tätigkeit über dem wirtschaftlichen Prozeß stehen. Der volkswirtschatliche Prozeß verträgt kein Uebermaß staatlicherEin- griffe.

Gegen die Methoden einer kalten Sozialisierung muß Jronf gemacht werden, besonders gegen eine Sleuecpolitik, die das Erträgnis der Ar- beik wegzusteuern sucht.

Dem Staate werden auch in Zukunft seine wesent­lichen Aufgaben verbleiben. An erster Stelle steht die I u st i z. Die Justiz must in unpar­teiischer Gerechtigkeit und kraftvoller Energie zu­gleich Berständnis für die wirtschaftlichen unb sozialen Verhältnisse zeigen. Das gleiche gilt auch für die Verwaltung. Tas deutsche Bankwesen sollte endlich seine Pfänderpolitik auf­geben und den Dertrauenskredit Wieder- Herstellen. Ein Paneuropa ist politisch wie wirtschaftlich nichts anderes als ein literarisches Phantasieerzeugnis. Lurch Abschluß von Kon­ventionen und KoNettivverträgen mit benach­barten Staaten kann jedoch erreicht werden, eine unangemessene Erhöhung der autonomen Tarife zu verhindern. Die Untragbarkeit der uns durch Die Dawesgesehe auferlegten Lasten ist heute allgemein anerlännt. Daß auch die politischen Folgerungen daraus gezogen werden ist unser wesentliches Ziel. Wir halten fest an dem Ge­danken der Arbeitsgemeinschaft, aber wir halten auch fest, daß nicht die tote Materie der Mittel­punkt unseres Denkens unb Strebens sein darf, sondern der lebendige Mensch. Rur vereint wer­den wir die Auferstehung Deutschlands erringen oder wir werden gemeinsam zu Grunde gehen.

Darauf sprach Landtagsabg. Schlange- Schöningen. Der Kernpunkt der Lage der Gegenwart ist das bodenständige Bauerntum durch die Stürme dieser Zeit hindurchzuretten. Kein Berufsstand hat mehr für den Wiederauf­bau der deutschen Wirtschaft getane als Me Landwirtschaft, die sich heute vom Staat im Stich gelassen fühle. Schlange-Schöningen gab $ann

eine parkeioffiziöse Erklärung

ab, in der es heißt: Heute fragen wir angesichts der Driandschen Aeußerung vom internatio­nalen Rhein: Gibt es noch immer jemanden, «er behauptet, man hätte nicht recht gehabt? Heraus aus der politischen Schühengrabendefen- ,ive der letzten Monate, vorwärts zur ne u en Offensive. Heran an den Staat mit all denen, die endlich die Lage erkennen unb guten Willens sind. Ich frage an dieser Stelle 5ier im bedrohten Rheinland die anderen Par- leien: Wie lange wollt ihr noch eine Politik der Illusionen treiben, die noch so gut gemeint sein mag, die heute aber schon mit dem Wort vom internationalen Rhein, morgen viel»

i<^;: mii Cer ^allu-cha des sranza 111 cheU Rheins beendet sein wird. Wir bieten euch bin Hand, um mit euch eine Politik der kal­ten Vernunft unb des festen Willens zu treiben, die mit der Tatsache enden wird, daß der Rhein der Strom, nicht die Grenze des Reiches ist.

Reichsminister a. D. Dr. Neuhaus ging dann auf Fragen der

Zoll- und Handelspolitik

ein. Der 11 e b e r | p a n n n n g des Schutzzoll­gedankens in unseren Konkurrenzländern werde Deutschland durch Anwendung der bisherigen Me- lhoden schwerlich wirksam entgegentreten können. Neuhaus wies auf feinen betannien Vorschlag hin, Kollektivoerhandlungen mit anderen Staaten über Höchstzöllc zu treffen. 9m weiteren Verlauf der Sitzung sprachen Reichstagsaba. Schultz (Frank­furt) und Hervelat über die Frage des Reichs- s ch u l g e f e tz e s. Der Vorsitzende, Abg. Wallraf, faßte die Ausführungen dahin zusammen, daß das christliche Schulgesetz notwendig sei wie das tägliche Brot. Der Parteitag nahm dann noch einstimmig eine Entschließung an, die die Erhaltung des Berufsbeamtentums fordert. In seinem Schlußwort ging Graf Westarp auch auf den Ein­tritt Deutschlands in den Völkerbund ein. Die Deutschnationalen seien nicht in der Lage, aus diesem Ereignis den Schluß zu ziehen, daß eine bessere Zeit für Deutschland kommen werd. Mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und einem stürmisch ausgebrachten hoch auf den Partei- vorsitzenden fand der Parteitag seinen Abschluß.

Oie Prüfung des Volksbegehrens in Hessen.

Don unserer Darmstäbter Redaktion.

D a r m ft a b f, 10. Sept. Den heutigen Be­ratungen des Lanbesabstimmungsaus- s ch u s s e s liegen die Gutachten ber juristischen Sachverständigen im Wortlaut vor. Die Ver­treter des Wirtschafts- unb Ordnungsblocks brin­gen wieder ihren Antrag ein, das Verfahren des Landesabstimmungsleiters zur Heilung (Ver­besserung und Ergänzung) der Unterschriften für richtig zu erklären. Ministerialrat Borne­rn a n n erwidert darauf, daß am Schluß der Sitzung über den Antrag abgestimml werde. Dann weist er auf die Gutachten hin: den Gutachtern fei die Frage nach der Heilbarkeit der Unterschriften vorgelegt worden, alle Folge­rungen, die aus Ginzelbemerkungen gezogen wer­den, wären nach seinem Dafürhalten durchaus abwegig. Generalsekretär K o l l b a ch (D. Vp.) bemerkt dazu: Ministerialrat Kaisenberg nimmt in einigen Fragen eine besondere Stellung ein; die Gutachten der Staatsrechtler sind in ihren Schlußfolgerungen überaus klar. Mini­sterialdirektor Dr. Schwarz, der die Heilbar­keit der Plnterschriften nicht kennt, steht auf der einen Seite, die Staatsrechtslehrer aber auf der anderen. Einzelfähe aus den Gutachten heraus­zugreifen ist wohl nicht angängig, es ist aber auch nicht richtig, einzelne Bemeüungen der Gut­achter als abwegig zu bezeichnen. Abg. Wid­mann (Soz.) macht darauf aufmerksam, daß die Theoretiker zu anderen Folgerungen gekommen sind als die Praktiker, man solle den Prak­tikern folgen. Kein Gutachter komme um die Mußvorschriften des Gesetzes über das Volks­begehren herum. Dr. K l e i n £ u r t (Dbd.) be­tont, daß die Staatsrechtler, die eine um­fangreichere Kenntnis der einschlägigen Literatur als die Praktiker hätten, übereinstimmend zu der Auffassung sich bekannt hätten, älnter- schristen wären heilbar. Selbst Kaisenberg lasse unter manchen Bedingungen sogar eine Gültig­machung von Llnterschriften zu. Ministerialrat Bomemann bemerkt dazu, daß nach den Mitteilungen von Dr. Kaisenberg, die Be­stimmungen über das Volksbegehren in der Schweiz sehr streng gehandhabt werden; anderer Meinung sei jedoch Professor Gmelin in seinem Gutachten, der Widersprach sei noch aufzuklären. Der Redner betont noch­mals, daß in den Gutachten nur d i e Frage in Betracht komme, die den Gutachtern gestellt wurde, nicht Einzelbemerkungen. Wei­ter bemerkt er, daß, nachdem die Mängel be­seitigt worden sind, nach den klaren Bestimmun­gen des Gesetzes verfahren werden müsse. Er­gäben sich Zweifel, so müsse man die Begrün­dung des Gesetzes zur Auslegung heranziehen. Generalsekretär Kollbach bringt nochmals den oben erwähnten Antrag ein, der nach längerer Aussprache die folgende Fassung erhält:

Der Landesabstimmungsausschuß billigt das von dem Landesabstimmungsieiter hinsicht­lich der zu heilenden oder geheilten Mängel geübte Verfahren. Mit dieser Beschlußfassung über die Gültigkeit der diesbezüglichen .Unter­schriften schließt der Abstimmungsausschuh die Einzelprüfung der Llnterzeichnusgs- listen ab und stimmt der von dem Landesab­stimmungsleiter vorgeschlagenen Prüfung auf Gültigkeit oder Ungültigkeit der ünterfrfjriften zu." Die Entschließung wird mit allen Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen angenommen. Generalsekretär Kollbach erklärt im (Kamen der Vertreter des Wirtschafts- und Ordnungsblocks: Wir haben zugestimmt, um die Entschei­dung zu beschleunigen, ohne uns aber mit den Einzelheiten der Feststellungen zu iden­tifizieren.

Die Untersuchung gegen die Attentäter von Leiferde

Hannover, 10. Sept. (TU.) Der Unter­suchungsrichter vom Landgericht Hildesheim hat die Vernehmung der zwei Attentäter Schlesinger und Willi Weder, sowie des gleichfalls verhaf­teten Walter Weber fortgesetzt. Wie wir cr- fahren, sind die Vernehmungen über die Ausfüh­rung der Tat selbst nunmehr abgeschlossen und die weiteren Verhöre erstrecken sich auf die für die Erhebung der Anklage so wichtige Frage, ob Schlesinger und Weber sich bewußt gewesen sind, daß ihr Anschlag auf den l)-Zug auch Men­schenleben erfordern würde. Die Täter haben bekanntlich offen zugegeben, daß sie d e n P o st - wagen berauben wollten. Wenn sie jedoch bei diesem Vorhaben mit der Möglichkeit rechneten, daß der Ueberfall Todesopfer fordern würde, dann kommt juristisch die Anklage auf Mord in Frage, während im anderen Falle lediglich Ge­fährdung eines Eisenbahntranspor­tes Gegenstand der Anklage bilden würde. Aus diesem Grunde ist der Untersuchungsrichter auch

ei.!, mu 0;ilfe der hannoverschen Polizei aus­zuklären, wo und mit welchen Mitteln die beiden Verbrecher Automobilattentate versucht haben. Die Verhöre dürften den Untersuchungsrich­ter auch in den folgenden Tagen noch stark in An­spruch nehmen, so daß sich noch nicht übersehen läßt, wann der Lokaltermin stattfinden wird.

Für die rechtliche Beurteilung kommt einmal der Mordparagraph des Strafgesetzbuches, § 211, in Betracht, der lautet:Wer vorsätzlich einen Menschen tötet, wird, wenn er die Tötung m i t Ucberlegung ausgeführt hat, wegen Mordes mit dem Tode bestraft." Ferner ist in Be­tracht zu ziehen der § 315, der lautet:Wer vor- fätzlich E i f e n b a h n a n l a g e n , Beförderungs­mittel oder sonstiges Zubehör derselben dergestalt beschädigt, oder auf der Fahrbahn durch falsche Zei­chen oder Signale oder aus andere Weise solche Hindernisse bereitet, daß dadurch der Trans­port in Gefahr gesetzt wird, wird mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft."

Ist durch die Handlung eine schwere Körper­verletzung verursacht worden, so tritt Zuchthaus­strafe nicht unter fünf Jahren und, wenn der Tod eines Menschen verursacht worden ist, Zuchthausstrafe nicht unter zehn Jahren ober lebenslängliche Zuchthausstrafe ein."

Die Einigungsverhandlungen der Beamten.

Berlin, 11. Sept. (Wolff.) Die Verhand­lungen zwischen dem Deutschen Beamten- bnnd und dem Allgemeinen Deutschen Beamtenbund, die in verschiedenen grund­sätzlichen Fragen zu einer U eb e r c in ft i m - m u n g führten, drehten sich vor allem um das Bekenntnis zur Republik. Wie die Germania" mitteilt, verhandelt der Deutsche Deamtenbund auch mit den christlichen Beamtenorganisationen. Die Vorver­handlungen mit diesen sind in zufriedenstellender Weise nahezu vollendet.

Kunst und Wissenschaft.

Eine Frankfurter Tagung des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht.

Eine TagungDie Reforman st allen und Oberrealschule n" findet vom 4. bis 7. Oktober d. I. in Frankfurt a. M. statt und soll dazu dienen, die Grundgedanken dieser Schul- formen und deren Bildungsziele klar heraus­zuarbeiten. Außer Professor Spranger (Berlin) werden sechzehn führende Pädagogen zu den Aufgaben und Leistungen der Reforman­stalten und Oberrealschulen Stellung nehmen. Ein Empfang im Kaisersaal des Römer eröffnet die Tagung, Darbietungen der städtischen Büh­nen, ein Ausflug zur Saalburg und Besichti­gungen werden die Rachmittage und Abende füllen. Anmeldungen zur Teilnahme an Studien­direktor Dr. Majer-Leonhard, Frankfurt a. M., Hansa-Allee 27.

Eine Körpereczichungstagung in Halle.

Dom 25. bis 28. September veranstaltet das Zentralinstitut in Verbindung mit der Schulverwaltung und den pädagogischen Organi­sationen der Stadt Halle eine öffentliche Tagung mit dem ThemaPlanvolle Körpererziehung in der Schule". Sie beginnt am 25. September, abends 8 Llhr, mit einem Begrühungsabend, auf dem Ministerialrat Dr. Ottendorf über grund­sätzliche Fragen der Körpererziehung spricht. Sie folgenden Tage sind der Erörterung der wissen­schaftlichen Grundlagen der Körpererziehung, der Gestaltung der Körperschule und des Spiel­nachmittags gewidmet. An den Vormittagen finden praktische Vorführungen der Volks-, Mittel- und höheren Schulen statt. Daran schlie­ßen sich Spiel-, Ruder- und Schwimmvorfüh- rungen. An den Abenden finden festliche .Ver­anstaltungen statt. Anmeldungen an die Städtische Schulverwaltung, Halle.

Aus aller Welt.

2Hif 90 Kilometer in den Tod.

Ein Auto, in dem sich Personal eines Hotels in Wildbad bei Innsbruck befand, ist bei einer Fahrt am Toblacher See mit 90 Kilometer Ge­schwindigkeit über d i e Böschung gejagt und abgestürzt. Das Auto wurde vollständig zertrümmert. Von den Insassen wurden zwei ge­tötet und zwei andere so schwer verletzt, daß an ihrem Auskommen gezweifelt wird.

Absturz

yveier deutsche» Lehrer In den Zillertaler Alpen.

Rach Blättermeldungen verunglückten in den Zillertaler Alpe» zwei Lehrer aus Stauden bei Halle a. d. Saale Ramens Erich L i ch t e m a n n ue£> Willi Lorentz tödlich. Sie hatten am 8. August Verwandten mitgeteilt, daß sie am Id August vom FurlschagelhauS aus eine Partie nach der Berliner Hütte machen wollten. Am 30. August wurde von einer Expedition die Leiche Lichtemannr in Einbrüchen zwischen Mösselc und der Furtschagelspihe gefunden. Auch Eispickel und Mütze des Lorentz wurden auf­gefunden. Die Leiche Lorentz' dürfte unter Eis­brüchen begraben fein.

Eine ganze Schulklasse an Pilzvergiftung erkrankt.

40 Volksschüler aus Mülden bei Glauchau er­krankten nach dem Genuß von Pilzsuppe während eines Schulausflugs unter Vergiftungsersck)einun- gen. Da ärztliche Hilfe sofort zur Stelle war, ge­lang es. Schlimmes abzuwenden. Trotzdem ist der Zustand von 20 erkrankten Kindern noch sehr be­denklich.

Der Löwe ist los!

In Genthin brach in später Abendstunde ein Löwe aus dem Zirkus Hagenbeck aus. Er lief durch die Stadt und sprang in die Schau- fensterscheibe eines Butterg eschäsls, wobei er sich starke Verletzungen durch Glassplitter zuzog. Nachdem er aus dem Laden wieder hinaus- flefprungen war, verkroch er sich in einem Haus­flur, wo er von dem Zirkuspersonal wieder ein« gefangen wurde

Unterschlagung im Essener Arbeitsamt.

Bei der Uebergabe der Kassengeschäfte durch einen Urlaubeoertreter an einen vom Urlaub zurück­kehrenden Kassierer des Essener Arbeitsamtes ergab sich in der Kasse ein Fehlbetrag von 40 000 Mark, die der Vertreter in den letzten Tagen in Teilbeträgen der Kasse entnommen hatte.

Ein rumänischer Pctrolcumbrunnen in Branh geraten.

In dem Petroleuingediet am Südabhang der Karpathen brach ein Petroleumbrunnen aus, der die ganze Umgegend überschwemmte. Aus bisher ungeklärter Ursache entzündete sich der Delftrom. Das Feuer verbreitete sich mit Windeseile und bedrohte die Gemeinde Mislea. Der Bewohner des Ortes bemächtigte sich eine unbeschreibliche P a n i f. Sie verließen ihre Wohnungen und slohen. Nach Löschen der Flammen bot sich ein trauriges Bild der Zerstörung. Alle 'J^äumc und Feldfrüchte waren versengt. Menschenleven sind nicht zu bc> klagen.

Meutereien im Halleschcn Strafgefängnts.

In der Rächt zum Mittwoch wurde ein Be­amter des Strafgefängnisses auf feinem Kontroll­gang durch die I r r e n a b t e i l u n g, wo die Simulanten untergebracht sind, von Aus­brechern überfallen und schwer verletzt. Der wegen Raubmordes zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte R a u ch f u ß und ein Mit­gefangener hatten das Fenster in der Tür ein* geschlagen und Den schweren Riegel tzurückge» schoben. Aus einem Suppenlöffel hatten sie sich einen Dietrich geformt, mit dem sie sich Die Tür aufschlossen. Zwei Mitgefangene, die sich an Dem Ausbruch nicht beteiligen wollten, wurden gefesselt und geknebelt. Ehe Rauchfaß den Dienstrevolver des überfallenen Beamten zu ent­sichern vermochte, wurden die Ausbrecher von hinzueilenden Beamten überwältigt.

vom eigenen Fuhrwerk totgesahren.

In W i n g e n h o h l (Kreis Aschaffenburg) lie­hen der ledige 60jährige Fra^iz Heeg und sein Nesse Robert Zilch einen mit Klee beladenen Wagen einen Abhang hinunterlaufen. Heeg bediente die Deichsel, Zilch die Bremse. Infolge des feuchten Grases geriet der Wagen ins Rutschen. Heeg glitt dabei aus, fiel zu Boden und wurde von dem Wagen am Unterleib überfahren. Infolge.der Quetschungen trat innere Verblutung ein, die seinen Tod sofort zur Folge hatte.

Kassel mit ft

Auch die Stadt Kassel will jetzt einen alt?a Zopf in die Rumpelkammer werfen und dem er­freulichen Beispiele von Krefeld und Koblenz folgen, die bereits vor einiger Zelt sich amtlich mitK" schreiben. Der Magistrat hat nämlich nach Zustimmung der Stadtverordnetenversamm­lung beschlossen, beim preußischen Staatsministr-- rium ziu beantragen, daß Der (Harne Der Stadt in Kassel mitK" anstatt Der bisherigen amt­lichen Schreibweise mitC" umgeänDert wird.

Tödlicher Unfall im Gaswerk.

Bei Der Anlage neuer Krane im Städtischen Gaswerk Kassel ereignete sich ein schwerer Unfall. Der Monteur Knaufs aus Ihrings­hausen passierte in Deckenhöhe eine Laufkatze, Dio den Kran aufnimmt. Dabei tarn er scheinbar mit Der Starkstromleitung in Berührung unD stürzte ab. Fast zwei Stunden versuchte man den Ver­unglückten durch künstliche Atmung und andere Mittel wieder ins Leben zu rufen, leider ver­geblich. Ob ein Verschulden Dritter vorliegt, wird Die Untersuchung ergeben.

Line Bismarckfeier in Hannover.

Am 16. unD 17. Oktober veranstaltet Der Verein zur Errichtung eines Dismarck-Rativnal- denkmals in Hannover einen Dismarcktag, auf Dem Universitätsprofessor Dr. Martin Spahn, M. D. R., überBismarck und Der Staatsgedanke" sprechen wird. D. Dr.-Ing. W. Beumer wird einen Vortrag über Bismarck, sein Werk und feine Person halten. Ferner werden sprechen Reichsminister a. D. Dr. Jarres, Staatssekretär a. D. Wallraf, Geh. Rat Dr. H i I g e r, Geh. Rat Dr. P o r s ch. Die Gedächtnisansprache am Bismarckturm hat Iustizrat Falk übernommen. Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat seine Beteiligung bereits zugesagt.

Aufdeckung eines Mordes nach zehn Jahren?

In Saarlouis wurde im Jahre 1916 Der Vollziehungsbeamte Ferdinand Derlen beim Stellen eines Kartoffeldiebes auf seinem Acker von diesem kurzerhand erschossen. Die Poli­zei fahndete lange nach Dem Täter, ohne seiner habhaft werden zu können. Run nach 10 Jahren scheint Licht in die Angelegenheit zu kommen. Eine Frau Erbel zeigte, um sich ihrer Ge­wissensbisse zu entledigen, ihren Mann als den Mörder an und hat ihre Aussagen mit ihrem Schwager zu Protokoll gegeben und unter-- schrieben.

Ein Fassadenkletterer erwischt.

In Berlin bemerkte ein Chauffeur, der mit seinem Wagen an der Autohaltestelle am Pariser Platz wartete, plötzlich, wie ein Mann langsam die Fassade des Hotels Adlon emporklet­terte. Er machte mehrere Kollegen aufmerksam, die sofort das Hotelpersonal und Polizeibeamte benach­richtigten. Als der Fassadenkletterer in das offene Fenster eines im ersten Stock gelegenen Zimmers cinbrang, wurde er von den Polizisten ver­haftet, ehe er etwas stehlen konnte. Auf der Polizeiwache gab er an, der 27 Jahre alte Ernst Lindner zu (ein.

Die Deutscheneinwanderung in England.

Aus einer amtlichen Statistik über Die in England angekommenen unD ausreisenden Aus­länder geht hervor, daß während des letzten Jahres mehr Franzosen und Italiener als Deutsche von Den englischen Einwande- rungsbehörden als unerwünschte Ele­mente zurückgewiesen worden sind, und daß im Verhältnis zu Der Einwohnerzahl der betreffenden Länder auch Die Zahl Der zurück­gewiesenen Belgier und Polen größer ist als Die Der Deutschen.

Eine Hochzeitsfeier mit tragischem Ausgang.

Bei einer Hochzeitsfeier in W u f s o w (Pom- mern) sank infolge Nachgebens der Deckenbalken die ganze Hochzeitsgesellschaft in den Keller. Dabei brach Feuer aus, das die Kleider der Frauen ergriff. Sieben Personen erlitten schwere Brandverletzungen, zwei Frauen wurden in be- deutlichem Zustand ins Krankenhaus gebracht.

Scharlachepidemie in Warschau.

Die in Warsckau schon feit einigen Tagen auftretenDe Scharlachepidemie nimmt in letztm Zeit einen bedrohlichen Charakter att Allein in Den Warschauer Spitälern liegen üb i 50 Kinder an Scharlach erkrankt darnieder.

49 Personen bei Riga ertrunken.

Unweit Rigas ist auf hoher See der kleine Pafsa- gierdampferN e u b a d" aus unbekannter Ursache untergegangen. Sämtliche Fahrgäste und Mannschaften des Schiffes, etwa 40 Personen, sind ertrunken. Der hohe Wellengang machte eine Ret­tung unmöglich.