reichischer Meister und Meisterinnen. Weiter ist das Verbandsoffene des Dessauer S. C. 04 zu nennen. Ein Verbcmdsofffenes veranstaltet noch Dorussia-Poseidvn-Stettin. Der Elberfelder S. C. 83, sowie S. D. Repttin-Gera veranstalten kreis- offene Schwimmfeste. Der Kreis I Gau 1 bringt Ausscheidungskämpfe für die Deutschen Kampsspiele. In Beuthen O.-S. geht ein Städte-Wett» kampf zwischen Beuthen und Hindenburg vor sich. Die Ruhrstaffel wird vom Gau 3 des Kreises IX gauintern ausgetragen.
Ruderregatten
finden statt in: Lübeck (anläßlich der 700-Äahr- feier). in Konstanz (18. Internationale Boden- see-Regatta), tn Dresden (40. Äubiläumsregatta), in Wien (41. Internationale Regatta mit deutscher Beteiligung), in Mainz, Mülheim (Ruhr), Halle a. d. S., Brandenburg a. d. H., Frankfurt a. d. O. und Hameln.
Kanuregatien aus der Reisse bei Görlitz: auf der Riederelbe (Außenalster in Hamburg Kreismeisterschasten und Äugend), auf der Ruhr in Duisburg (Städteregatta Duisburg — Essen): Leipziger Regatta: 1. Saar-Langstreckenwettfahrt auf der unteren Saar.
Radsport.
Bahnrennen finden statt in Elberfeld mit Saldow, Möller. Bauer. Krewer. in Berlin- Treptow mit Vanderstuhft, van Rutzsseveldt, Sawall, Wittig, in Nürnberg mit Rosellen. Weiß, Lejour, Eatudal, Herbst, in Erfurt. Rürnberg, Krefeld, Rachen und Köln. Radfernfahrten sistd: der Große Handels-, Ändu- strie- und Pressepreis der Stadt Hannover als dritter Lauf der Straßenmeisterschaft derD.R.äl., Berlin-Frankfurt a. d. O. — Berlin. Berlin — Küstrin — Frankfurt — Berlin, „Rund um Dresden". Hannover — Hamburg — Hannover, der Große Mifapreis vom Chiem- und Salzachgau. Weiter werden vom B. d. R. Gaumeisterschaften im Einerstreckenfahren über 150 Kilometer zur Entscheidung gebracht. Die Radfernfahrt „Rund um Zürich" mußte abgesagt werden.
Motorsport.
Än Baden-Baden findet das dortige Automobilturnier seinen Abschluß. Der R. C. Cronach veranstaltet „Rund um den Ködelberg". Än Berlin (Avus-Grunewald) wird die Klubmeisterschaft von Deutschland durch die D. M. S. zur Entscheidung gebracht. Eine 30-Stundenfahrt um die Mark Brandenburg veranstaltet der Gau I des A. D. A. C. Weiter wird vom A. D. A. C. Plauen das Wolfsbergrennen abgehalten. Än Oesterreich werden die Motorrad-Landesmeisterschaften von Riederösterreich und Wien aus der Badener Radrennbahn entschieden. Der Kgl. Ungarische A. C. veranstaltet vom 13. bis 15. d. M. die ungarische Tourenfahrt. Der M. C. Heidelberg (D. M. B.) bringt das Schriesheimer Bergrennen zur Durchführung.
Reichsoffene Wettkämpfe der D.T.
4. Zu dem Bericht über die reichsofse- nen volkstümlichen Wettkämpfe in Offenbach o. M. bei denen die Gießener Tur- nerschast so ehrenvoll abgeschnitten hat, sind noch einige weitere Erfolge des Gaues Hessen nachzutragen.
Äm 3 0 0 0-M e t e r l a u s belegte M. Diehl vom Tv. Sterzbausen, einer der besten Langstreckenläufer unseres Heimatgaues, den 2. Platz mit der guten Zeit von 9 Minuten 40,9 Sekunden.
Der Turnverein 1860 Bad-Rauhe im hatte zwei seiner Volksturner entsandt. W. Lehmann kam im Stein st oben (offen) L mit 7,24 Meter an die 3. Stelle, außerdem wurde er im Dreikampf der älnterstufe mit 2551/2 ^Punkten 3. Sieger, während es ihm im offenen , Dreikampf nur gelang, sich mit 269 Punkten den ' 5. Platz zu sichern. Richard Wiener vom gleichen Verein wurde im Speerwerfen (offen) mit 40,30 Meter 2. Sieger. Den gleichen Rang nahm er auch im Hochsprung (Unterstufe) mit 1,50 Meter ein. Äm Diskuswerfen (älnterstufe) kam er mit 29.42 Meter an die 3. Stelle.
An den ebenfalls reichsoffenen Wettkämpfen des Turnvereins von 1817 Mainz, über die in diesem Zusammenhang noch kurz zu berichten wäre, nahm aus dem Gaugrbiet nur der Turnverein 1860 Bad-Rauheim teil. Beachtenswert ist der Erfolg, den W. Leh-
Aus Portugal.
Von E. o. Ungern-Sternberg.
Lissabon, im Frühling 1926.
Es ist ein Aberglaube, daß blutige Revolutionen den Volkern Glück und Befriedigung bringen. Seit König Dom Carlos und der Kronprinz Dam Fe- lippe grausam in den Straßen Lissabons von republikanischen Verschwörern durch Flintenschüsse ermordet wurden, und Dom Miguel abdanken mußte, seit 15 Jahren folgt in Portugal eine politische Erschütterung der anderen, und jedesmal, wenn dos Maschinengewehrfeuer in den Straßen geknattert hat und Menschenblut geflossen ist, wird die Retttmg des Vaterlandes und das neuerworbene Glück der Bürger in Regierungsedikten verkündet.
Die Spuren der oorjähngen Revolution sind schon lange von der Avenida und von der schonen Plaza Eduard des Siebenten verwischt worden, die Judas- bäume blühen und duften, als ob nichts geschehen wäre, und die Palmen erheben ihre mächtigen Kronen ruhig in den monddurchleuchteten Himmel, aber Melancholie und Trauer lagern über der Stadt.
Doch keine Revolullou kann Lissabon den Zauber der herrlichen Landschaft rauben, die Romantik der alten, in Garten pcrsteckten Paläste, den Ueberfluß an duftenden Blumen, und vor allem nicht den Tuja, der breit und majestätisch an der Stadt, die sich an seinem rechten Ufer kilometerweit hinzieht, vorbei strömt, sich bei Cruz Quebrada zusammenpreßt und sich beim nahen Cassaes, wo die Brandung bei der Boca de Inferno lost, in den Ozean ergießt. Vor dem Hotelfenster breitet sich das kunstvolle Mosaik des Rocio aus, das die Wogen des Meeres nochohmk, und auf dem der Fußgänger schwindlig werben kann. Links an der Gold- und Silberstraße ziehen sich einförmig die kas-ernen- sörmigen Steinhäuser hin. die der Marquis von Pombal, nachdem das große Erdbeben die niedrige Stadt zerstört hat,e, anstichtcn ließ, rechts liegt die Prachtstraße der Avenida und liegt der Bahnhof.
Die Besucher Lissabons pflegen stets einen 'Ausflug nach dem nahen Cintra zu machen. Kaum jemandem fällt es ein, unterwegs auf halber Fahrt in Ouelluz Bellas auszusteigcn und sich in den stillen halbvcrwi'.derten Gärten des einstigen Königsschlosses zu verlieren. Eine Menge von Riesen
m a n n im Kugelstoßen (offen- errang. Er schaffte sich an die 2. Stelle und blieb mit 19,05 Meter nicht weit hinter dem gefeierten Frankfurter Kämpen Wengenroth zurück, der mit 20,29 Meter eine blendende Leistung vollbrachte. Äm Steinstoßen (Mittelstufe) brachte es Lehmann nur auf 7,43 Meter, womit er noch den 3. Platz belegen konnte. R. W i e n e r vom Bad- Rauheimer Verein wurde im Dreikampf (offen) mit 44 Punkten 4. Sieger. 3m Vierkampf für Turnerinnen holte sich Anna M ö r l e r nur 58 Punkte und kam infolgedessen art die 4. Stelle.
Turngau Hessen jD. T.)
Vezickstumen des 1. Bezirks.
— Marburg, 8. Juni. Der 1. Bezirk im Turngau Hessen hielt fein diesjähriges Bezirksturnfest im nahen Marbach ab, wo der Turnverein gleichzeitig die Feier seines 25jährigen Bestehens begehen konnte. 554 Teilnehmer traten zu den Wett- übungen im volkstümlichen Fünfkampf an. Trotz des schlechten Wetters werden zum Teil ganz vorzügliche Leistungen geboten. So sicherte sich der Sieger im Turner-Fünfkampf den 1. Platz mit 101 Punkten.
Von den Sonderwettkämpfen verdient an erster Stelle Erwähnung die 4 mal 100- Meter-Slaffel, die vom Turn- und Spo. Marburg in der sehr guten Zeit von 4 5,1 Se- künden gelaufen wurde. Im Kugelstoßen sah man V. f. L. Marburg in Front, während im Dreisprung der Tv. Kirchhain den 1. Platz belegte.
Aus der S i e g c r I i ft c nennen wir in jeder Stufe die drei ersten Sieger:
Aktive Turner (Fünfkampf): 1. B. Men- nen, Akad. Tv. Marburg, 101 P., 2. W. Beaupain, T. u. Spv. Marburg, 94 P., 3. P. Grätsch, T. u. Spv. Marburg, 88 P.
Jugendturner, Oberstufe (Fünfkampf): 1. R. Kürschner, Tcl. Neustadt, 96 P., 2. H. Black, Tv. Weiffenbach, 90 P., 3. H. Henkel, T. u. Spv. Marburg 1860, A. Dersch, Tv. Michelbach, 85 P.
Jugend, Unterstufe (Fünfkampf): 1. K. Müller, Tv. Biedenkopf, 96 P., 2. A. Mälzer, Tv. Wallau, 92 P., 3. P. Rüppel, Tv. Cappel, 84 P.
Schüler (Fünfkampf): 1. W. Gris, Tcl. Neustadt, 101 P., 2. Fritz Drefcher, Tcl. Neustadt, 95 P., 3. E. Bodenbender, T. u. Spv. Marburg, 93 P.
Turnerinnen, Oberstufe (Vierkampf): Ehrensieg Anna Pitz, Tv. Cölbe, 86 P., 1. Friedel Ehren, Ev. Cölbe, 82 P., 2. Jngeborg Fischer, T. u. Spo. Marburg, 80 P., 3. Ria Hoffmann, T. u. Spv. Marburg, 70 P.
Turnerinnen, Mittelstufe (Vierkampf): 1. Luise Wenzel, T. u. Spv. Marburg, 64 P., 2. Eva Fuchs, Tgm. Marburg, 59 P., 3. Käte Seibert, Tgm. Marburg, 58 P.
Turnerinnen, Unterstufe (Vierkampf): 1. Else Schneider, T. u. Spv. Marburg, 78 P., 2. Gretel Weißmann, Tv. Marbach, 77 P., 3. Marie Guter, Tv. Marbach, 75 P.
Fechten im Turngau Hessen <D.T.)
--- Än dem kürzlich gebrachten Bericht über das Ausscheidun^sechten für Äungmannen im Florett in Marburg ist durch ein Versehen die Siegerliste nicht vollständig wiedergegeben. Wir bringen daher nachstehend das amtliche Ergebnis des Wettkampfes, an dem 34 Fechter aus dem Gau Hessen teilnahmen. nochmals im Zusammenhang: 1. Sieg Gerhardt, Tv. 1 846 Gießen: 2. Mulch, Tv. Wetzlar: 3. Kühn, Tgm. Friedberg: 4. Ziegler, Tv. 1846 Gießen: 5. Lampert. Tv. 1860 Bad-Rauheim: 6. Pfeffer, Tv. 1860 Bad-Rauheim: 7. Hennig. Mtv. Gießen: 8. Lemke. T. u. Spv. 1860 Marburg: 9. Schütz, Tgm. Friedberg: 10. Beck. T. u. Spv. 1846 Butzbach: L. Krämer, T. u. Spv. 1846 Butzbach: Frankenberg, Tgm. Friedberg: Dr. Sammet, Tv. 1860 Bad-Rauheim: Ricolai, Tv. Wetzlar: 11. Verhetzen. T. u. Spv. 1846 Butzbach: Eidmann, Tv. 1846 Gießen: Müller, T. u. Spv. Butzbach; Schauß, Tv. Wetzlar: Ludwig, Tv. 1860 Bad-Rauheim. Kraft. M t v. Gießen: 12. Koch. Tv. Wetzlar: Seibert. Tv. Wetzlar: Derlich, Tv. 1860 Bad-Rauheim. Än der sehr spannenden Endrunde haben die 8 ersten Sieger gefochten. Zur Altmannenklasse verschrieben wurden die 6 ersten Sieger.
Die deutschen Turner in Amerika.
vo. Die deutsche T vnerriege ist am Montag bei ihrer Ankunft in Amerika aufs herzlichste begrüßt worden. Am Dienstag be- sichttgte sie die Stadt und wurde vom Reuhorler Bürgermeister empfangen, äleberall sind die
blumen blühen im sonnendurchflochienen Schatten der alten Bäume und Palmenwedel.
Im Vorsaal des niedrigen Renaissanceschlosses hängt das Bildnis des Königs. Die schmale, geäderte Hand scheint noch den Duft von Rosen zu tasten. Die Lippen sind von zärtlichen oder grausamen Worten schlaff und bleich, aber die großen Augen brennen und leben und schauen den Besucher halb spöttisch und halb feindlich an. In der klaren Nachmittagsruhe kein Hauch, nur in der Ferne quarren Frösche unter großen roten und gelben Blumen, die um einen feuchten Tümpel blühen, zirpen Grillen ihren heimlichen Gesang und schwärmen Völker von Libellen, smaragdgrünen I oder feuerfarbenen, mit brillantenen Flügeln. Die Königspracht von Ouelluz ist lange verblichen. Dom ! Pedro gehörte zur älteren Linie der Braganza, ; dessen Nachkomme zur Kaiserzeit in Wien, ähnlich j wie Dom Janne von Bourbon, das Haupt der Carlisten, als hoffnungsloser Thronprätendent lebte.
Auf der Bahnstation ist der romantische Zauber von Ouelluz Bellas bald gebrochen. In einer halben Stunde sind wir in Cintra, dem Sommerschloß des j ermordeten Königs, das mit feinen Zinnen hoch oben auf dem schattigen Berge ragt, und zu dem eine steilgewundene Straße hinaufsührt. Ein Ritterfitz, den Hunderttaufende bewundert haben. Zu feinen Füßen ein ganzer Hain von blühenden Kamelien, in dem die letzte Königin, Donna Amelia, so gerne weilte, ,.a nossa santa rainha“, wie die Lissaboner Zeitungen die schöne Dame gerne zur Zeit der Monarchie zu nennen liebten. Aber Staaten tönnen ihre Form, wie die Menschen ihre Kleider, wechseln. Portugal bemüht sich schon durch viele Jahre, sich der Mode des republikanischen Gewandes anzupafsrv, das, wenigstens von Cintra aus gesehen, schlecht genug fitzt. Don der Höhe hat man einen herrlichen Fernblick auf den brandenden Ozean und nach Norden auf das alte Königsfchloß von Mm'ra mit feinen vielen hundert Sälen, die allmählich zu verfallen drohen.
In der Abenddämmerung, im Glühen der untergehenden Siamie, geht die Fahrt zurück nach Lissabon, lieber der Stadt, sobald wir aus dem Tunnel auftauchen, leuchtet bereits der Mond, aber ganz anders als in den Ländern des Nordens; es ist, als wenn alle Gegenstände in bläulich-durchsichtiges Kristall getaucht wären, und diese Nacht hängt scharf und klar, wie eine Glaskuppel über
deutschen Turner Gegenstaird größten Änteresfes, die Presse befaßt sich mit ihnen in ausführlichen Rotizen. Än Begleitung des Sprechers des Amerikanischen Turnerbundes, Seibel, geht es nun nach Buffalo (10.6.), weiter nach Cleveland (12.6). Chicago (13.6), Louis (15.6), St. Louis (21.6.), Cincinnati (22.6.). Aeberall sind die Zuschauerplätze bei den Veranstaltungen bereits ausverkauft.
Universität Gießen — 2. Städte- mannschast Wetzlar 2:2 (2:1)
Dieses abwechslungsreiche Spiel sand am Mittwoch in Wetzlar statt. Die Universität hatte Anwurf, und sofort entwickelte sich ein äußerst lebhaftes Spiel Än der 6. Minute brach der Städtesturm durch und schon sah das erste Tor. Rach überlegenem Spiel verwandelte der Gießener Mittelstürmer einen Strafwurf zum ersten Tor, bald darauf führte ein schönes Zusammenspiel der rechten Seite zum zweiten Erfolg. Rach Halbzeit dasselbe Bild. Die Stürmer der Universität scheinen es auf die gegnerischen Torpfosten abgesehen zu haben. Darauf wieder ausgeglichenes Spiel, 5 Minuten vor Schluß gelang Wetzlar der von den zahlreich erschienenen Zuschauern vielbejubelte Ausgleich.
Deutsche Kampfziele.
vo. Leider hat sich ergeben, daß die Beteiligung des Deutschen Schwimm- Verbandes bei den Deutschen Kampfspielen in Köln nicht so ausfallen wird, wie man es im Änteresse des Schwimmsports hätte erhoffen können. Besonders auffällig ist hierbei die Tatsache, daß sich gerade die besten Springer des DSV., wie Dr. Lechnir, Luber Wiesel, den Wettkämpfen fernhalten, während gerade hier die Turner mit ihren besten Waffen, wie L o s s a g k und K o s s a g am Start erscheinen. Da der Meldeschluß noch verschoben ist, so ist noch einmal die Möglichkeit gegeben, die Scharte wieder auszuwetzen. Än den Einzel- und Staffelschwimmwetttämpsen sieht es etwas besser aus, doch hat man bisher noch vergeblich auf einige größere Vereine aus Berlin, Leipzig, München und Göppingen gerechnet. Äm Wasserball vermißt man die international erfahrenen Wasserfreunde Hannover.
Das Verbandsoffene des
1. Frankfurter S. V. abgesagt.
vo. Aus Franffurt kommt die Rachricht, daß bas für den kommenden Sonntag in Aussicht genommene verbandsoffene Wettschwimmen des 1. Frankfurter SV. wegen zu geringer Beteiligung abgesagt werden muhte.
Anerkennung neuer deutscher Schwimmrekorde.
vo. Der Verbandsschwimmwart des DSV. hat jetzt wieder drei neue Schwimmrekorde anerkannt. Es sind dies die Leistungen von: Boddin (Breslau) für 200 Meter Rücken in 2:49,9 am 22. Mai d. Ä. in München, Frl. A. Rehborn (DSV. Bochum) für 200 Meter beliebig in 3> <,8 am 22. Mai d. Ä. in München und von Frau H. W u n r a m (DSD. Hildesheim) für 400 Meter Rücken in 7:00,8 am 28. Mai d. Ä. in Magdeburg.
Rundfunk-Programm
des ftranffiirter Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Samstag, 12. Juni:
3.30 bis 4 ilfrr: Die Stunde der Äugend. 4.30 bis 5.45 Ähr: Konzert des Hausorchesters: Richard Strauß. 5.45 bis 6.05 Ahr: Die Lese- stunde. 7.15 bis 7.45 illjr: Funkhochschule Frankfurt „Von der Romanliteratur Sowjetrußlands", Vortrag von Prof. Dr. Franz Schultz. 7.45 bis 8.15 Ahr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Die Gefährdeten und die Gesellschaft", Vortrag von Frau Dr. Lucie Lies- mann. 8.15 bis 9.15 Uhr: Heiterer Abend. 9.15 bis 10.15 Uhr: Stolhe, Vater und Sohn, Alt- Frankfurter Dichtungen. Anschließend bis 12 Uhr: Übertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Funklapelle.
der Stadt und über dem Strom. Selbst die Sterne, die goldfunkelnd, breit und prunkhaft am Himmel stehen, sind fremdartig lockend und senden Träume von unmöglichem Glück zu den Erdenkindern hinab, die an den Pflock des Augenblicks gebunden find.
Die Nächte in Lissabon find still, ohne den rüden Lärm der großen Städte Spaniens. Eine diskrete Musik spielt auf der Terrasse des Avenidapalastes, Spaziergänger genießen die i rme Nacht, die voller Düfte ist und schwül auf de Stirn lagert. In den Konditoreien am Chiado meiden kühlende Limonaden und Eis verkauft, und alles ist so billig, daß man zu staunen anfängt. Die Leute sind freundlich ohne Ueberschwenglichkeit, und die Zeit bis zur Sperrstunde vergeht wie im Fluge.
Auf den Steinfliesen an den Ufern des Tajo flüstern, schleichen und rauschen die Wasser, es ist der Widerhall der Stille. Und obwohl die Großstadt mit ihren Leidenschaften so faßlich nahe liegt, und die gewaltigen Schiffkörper der Ozeanriefen mit ihren tausend Lichtern im Hafen stehen, so scheint hier doch alles so fern vorn unheiligen Lärmen der Dämonen Europas zu fein, es scheint, als ob Revolutionen und Blutvergießen gar nicht in den poetischen Frieden Portugals hineinpafsen wollten.
Literarische MeisterMschungen.
linier Ben Weihnachtsbüchern des vorigen Äahres, die in England großes Aufsehen erregten, befand sich auch ein Buch mit dem Titel „Das Tagebuch einer jungen Dame von Welt in dem Äahr 1764 65". Es enthielt die Auszeichnungen eines jungen Mädchens namens ©leone Knox, die einen spannenden Liebesroman, ihre Flucht aus Ärland nach Venedig und ihr Leben in öeu vornehmen Kreisen der Roloko-Gesellschast erzählt. Aus dem Titel war angegeben, daß dieses Tagebuch von ihrem Rachkcmmen Alexander Dlacker Kerr herausgegeben sei. Die überaus echten und lebendigen Szenen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Rambafte Gelehrte meinten, daß dies Tagebuch an historischem Wert neben das berühm e Tagebuch von Pepya gestellt werden müsse unö daß die Schilderungen „zugleich an Smolle.t und den Abbe Prevost er- innenen“. Wenn auch einige Zweifel austauchten, so nahm man doch das Buch als ein historisches Dokument, und innerhalb von drei Monaten tour-
Italiens Aspirationen.
Don unserem römischen Korrespondenten.
Rom, Anfang Äuni.
Marokko, mit seinen großen wirtschaftlichen und unbegrenzten politischen Möglichkeiten, war der Schrittmacher des Weltkrieges. Marokko, nach dem Zusammenbruch seines Freiheitskampfes mehr denn je von drei Mittelmeermächten umbuhlt, zu denen sich nun plötzlich als vierte Italien gesellt, steht wie ein Feuersignal vor dem großen Zusammenprall an der „Völkertränke". Denn es wird Streit geben um das Erbe Abd el Krims. Cs ist nicht so wie nach dem Burenkrieg, wo nut einer nach dem Gold griff: es ist anders als in Syrien, wo zwar die Greuel von Damaskus zum Himmel schreien, nicht aber zu den Ohren der Kullurwelt. Es handelt sich dort ja nicht um deutsche Kanonen. Der Himmel ist weit und Genf hat genug zu tun mit feinem Kinderschuh und Opiumhandel. Es wird sich also auch nicht dazu verstehen, wegen eines „Rebellen", der das Selbstbestimmungsrecht der Völker unerhörterweise auch den Alliierten gegenüber forderte, -feülfi Tagesproduktion von 1500 Kilogramm Drucksachen zu steigern. Das Wort hat Frankreich.
Frankreich und Spanien geben sich, als habe sich durch die Riederringung Marokkos der Status quo ante nicht geändert, noch werde er durch eine Austeilung des Landes geändert. Ätalien ist anderer Meinung. England wartet, seiner erprobten Staatskunft getreu, zun ichst einmal ab. Mussolini hat das Abwarten noch nie verstanden und noch nie gewollt. Er erklärt also das Tangerstatut für null und nichtig, verlangt Ätaliens Hinzuziehung zur Reuregelung der Dinge und im übrigen mehr Platz.
Militarismus, Marinismus, territoriale Aspirationen, Expansion und Imperialismus — alle Antugenden, die eine hochzivilisierte Welt einmal Deutschland vorwarf und in ordentlichen Paragraphen ein für allemal aufhob, alle hat das junge Ätalien, Mussolini als Bismarckverehrer voran, übernommen. Die erhabene Kulturwelt findet es in der Ordnung. Es ist ja nicht ein deutscher Kaiser, der sich heute als Cäsar, gestern im Auto, links als Admiral, rechts als (Steuermann, in allen Lagen und Posen photographieren läßt, mit Trompetengeschmetter und Trommelwirbel durch die Zeitgeschichte reitet Man hört, man liest seine großen Worte, man sieht sein Schwert unaufhörlich durch den südlichen Himmel zucken, aber niemand fällt es ein, dem Schicksalsrade in die Speichen zu greifen. Mit einem Fatalismus wie von 1914 taffen wir es auf uns zurollen, um dann, wenn es so weit ist, Berge von gelehrten Büchern über die „Ursache" zu schreiben. Sollte zufällig Ätalien den Kürzeren gezogen haben, ja, dann freilich, dann ist natürlich Mussolini an allem „schuld", die der deutsche Kaiser, und die Weltentrüstung kommt über sein Haupt. Es ist furchtbar einfach. Weltgeschichte zu schreiben — hinterher. Vielleicht wäre es besser, Weltgeschichte dieser Art vorher zu verhüten. Aber niemand macht auch nur den Versuch dazu.
Mussolini hat also seine Ansprüche angemeldet. Wie er sie durchsetzen will, darüber ist er sich noch nicht im Klaren. Er möchte möglichst von jedem etwas kriegen und es mit keinem verderben. Daher das lebhafte Farbenspiel seiner Politik. Ä .merhin lassen sich zwei Grundzüge erfenne:'. Entweder gegen Frankreich mit Hilfe Deutschlands, oder Geschäft mit Frankreich auf Kosten Deutschlands. Der erste Gang könnte nur ein Waffengang sein, der zwecks wüä>e eine Vereinigung der lateinischen Werkstätten bedeuten, sofern der französische Sozius geneigt wäre, Tunis, Ri^za, Savoyen, Korsika und etwas Küstenland im näheren und weiteren Mittelmeer ä fonds perdu einzulegen. Pessimisten werden meinen, das Geschäft müsse sich an der Zugeknöpftheit Frankreichs zerschlagen. Denn was bietet Ätalien dagegen? Run, mehr, als die Einlage wert ist: es bietet die Hand zum Frieden« So zu lesen in der franzosenfreundlichen Presse. Wie dann die andere schreibt, kann sich auch ein politischer Laie vorstellen.
Das Reue in dem Verhältnis zwischen den lateinischen Schwestern ist nämlich, daß Ätalien der Appetit beim Zusehen schon kam, nicht erst beim Essen (von Rizza, Savoyen usw.). Kaum verlangte es die ersten Gerichte, kaum prokla- mierte es, die Hand gegen England erhebend,
den über 30 000 Stück verkauft. Run macht der „Daily Expreß" die aufsehenerregende Enthüllung, daß das Buch eine überaus geschickte Fälschung darstellt und daß die Verfasserin eine 20jährige Ärin ist, Magdalen King-Hall, die Tochter eines Admirals, die auf ihrem einfamen Schloß in Ärland, wo sie lebte, aus Lange- Welle diese Erzählung erfunden hat. Sie war in Lausanne in Pension, hat sich kurze Zeit in Paris und in Venedig aufgehalten, aber sonst keine besonderen Studien gemacht. Sie erUärt, daß niemand erstaunter sein konnte über die Annahme, es handle sich um ein echtes Dokument, als sie selbst. „Äch dachte, jedermann würde gleich merken, daß es sich hier um eine Erfindung handelt", meinte sie, wobei eine gewisse Äronie in ihren Augen auf blitzte. Sie hat mit diesem „Zeitvertreib" in müßigen Stunden sehr viel Geld verdient und ist mit einem Schlag eine bekannte Schriftstellerin geworden. Es ist dies nicht die erste derartige Fälschung, die im englischen Schrifttum Aufsehen erregt. Eine solche Fälschung von weltgeschichtlicher Bedeutung waren die Gedichte Ossians, die Äames Macpherson verfaßte und als das Werk eines sagenhaften gälischen Dichters ausgab. Die Offian-Mode schlug damals alle Welt in ihren Bann. Goethe, der im „Werther" den Ossian verherrlichte, glaubte ebenso an feine Echtheit wie Schiller, Rapoleon ebenso wie Byron, und Macpherson wurde in der Westminster-Abtei beigeseht. Einen tragischeren Ausgang hatte der junge Chatterton, der schon als 15jähriger Knabe Dichtungen veröffentlichte. die aus dem 15. Äahrhundert stammen sollten. Bedeutende Gelehrte, wie Horace Walpole, wurden getäuscht, aber die Anachronismen in diesen genialen Poesien waren so groß, das mau sie als Schwindel enthüllte, und der unglückliche Äüngling starb mit 18 Äahren im größten Elend. Oesters hat man versucht, Fälschungen als Stücke von Shakespeare ober gefälschte Dokumente über ihn in die Literatur ein- zuschmuggeln. Ein solches falsches Shakespeare- Stück ..Dortigem" von Sheridan wurde sogar aufgeführt, und um die gefälschten Shakespeare- Solümeirte von William Henry Äreland entbrannte ein langer Kampf, bis man sie als Betrug entlarvte.
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