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Sreitag, Juni 1926

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Mechefsen)

Nr. !34 Zweites Blatt

Turnen, Sport und Spiel

£

dem Sportplatz Trieb verpflichtet.

Handball.

Wetzlarer Sport.

h. 2lm kommenden Samstagabend hat Wetz­lar wieder ein Treffen seiner Städtemann­schaf 1 im Handball. Als besondere Deli­katesse wird dieses Mal ein Gegner aus der Reichshauptstadt geboten. Die Techn. Hoch­schule Charlottenburg hat ihre ausge­zeichnete Studentenmannschaft angemeldet, die abends um 6.30 Tlhr auf dem F.-C.-Plah an der Raubornerstrahe gegen die stärkste Wetz­larer Vertretung antritt.

Frankfurter Theater.

3m Reuen Theater wurde Eugene G. O ' R e i l l s Schauspiel'9er haarige Affe" mit Heinrich George in der Titelrolle auf- geführt. Diese Aufführung und das Gastspiel ergaben einen Abend, der unbedingt von tünst- lerischem Interesse war. Der Dramatiker O'Reill ist leicht geneigt, sensationeller Lheatralik die Tiefe des Problems zu opfern. Auch hier im haarigen Affen" mutet die gegebene Handlung stark tinohaft an. Aber das Ganze ist mit heihem Herzen geschrieben, überdies von einer primitiv-eindringlichen Dramatik erfüllt. Vob Smith, Schisfsheizer auf einem Luxusdampfer, wird von seiner ganzen menschlichen Umgebung zur seelenlosen Bestie degradiert. Er ist für alle derhaarige Affe", wie ihn die Milliardärs- tvchter bezeichnet. Ihn hat das Schicksal dazu bestellt, schwarz, tief unten im Schiffsöauch vor dem glühenden Kessel zu stehen, während dis anderen dem Himmel näher sind und reinere Lüfte atmen. Sein Weg führt aus der mensch­lichen Gesellschaft hinaus in den Affenkäfig, und die Tragik des Schicksals gipfelt in seinem Tod durch seinen Tier-Bruder, den großen Gorilla. Es sind acht Bilder, die das traurige Schicksal des armen Bob Smith verkünden, und oft genug weih O'Reill starke, packende Szenen aneinander zu reihen, wie die zwischen der Mil­liardärstochter und dem haarigen Affen. So weit O'Reill', nun zu dem künstlerischen Höhepunkt des Abends, zu der Darstellung Heinrich Georges. Er läßt die Figur des Heizers zur schicksalschweren Lebendigkeit erwache,:. Er­zieht die groben Register seines Könnens und Iaht hinter aller Brutalität und Dertiertheit die abgewiesene Menschenseele borvorleuchten. Seine Schreie erfüllen das Spiel, aber in der Wut und dem Hab schwingt der Unterton der Verzweif­lung. Gustav Hartung hatte die Aufführung inszeniert, sie bietet starke und interessante Regie- möglichketten, welche Hartung in Gemeinschaft mit dem Bühnenbildner F. C. Pilarh restlos erschöpfte und das Spiel nach Kräften eindrucks­voll gestaltete. Das Ensemble des Rcuen Thea­ters fügte sich ergänzend in den Stil des Aben'^s ein. Das Publikum nahm George, sowie die ganze Aufführung beifallsfreudig auf. L W.

3s und Dot.

Don Luise Glaß. Altenburg.

Ich habe manch hübsche Tiergeschichte erlebt, das Verblüffendste aber hat mir die kleine Dot be­reitet. Sie war bildhübsch; weiches, seidenes, gelock­tes, schneeweiß gepflegtes Haar, in dem Wuschel- gesichtchen ein schwarzer Nasenstubs und darüber zwei strahlende, listige Braun-Augen. War sie je­mand sehr wohlgesinnt, so zeigten sich die rosigen Lippen, die lächeln und lachen konnten. Js war schwarz, glatthaarig und zu Schwermut geneigt, ihre rasselose Häßlichkeit mochte sie mit den rauhen Seiten des Lebens bekannt gemacht haben, aber sie hing mit leidenschaftlicher Treue an ihrem Herrn, dem altenAchtundvierziger" Corvin; Dot war der verwöhnte Liebling von Corvins Frau, und als das Ehepaar einmal eine längere Reise unternahm, holte ich mir das Hundepärchen aus Leipzig her­über, um es zu betreuen.

Cs war ein ehrenvolles Dertrauenszeichen, das mich beglückte, nicht ganz entzückt war mein Vater über die Gäste; aber kaum hatte Fräulein Dot das gemerlt, als sie ihn zu erobern beschloß. Sie be­obachtete ihn zuerst vorsichtig einige Tage und mußte sehr schnell, was ihn störte, wann er etwa Zeit für ihre Späße hatte. Nie nahte sie sich feinem Schreibtisch, jede seiner freien Minuten nützte sie für ihre kleinen Koketterien aus, und sehr bald zeigte auch er ihr das freundliche Gesicht, das sie von jedermann zu sehen gewohnt war.

Js kümmerte sich um niemands Neigung oder Abneigung, sie ertrug den Ortswechsel wie ein an­ständiger Hund harte Pflichte»- erfüllt; der Herr hatte ihr Bescheid gesagt, mich ihr als Stellver­treter benannt, sie achtete das, fühlte sich aber nur zu Hause", wenn sie auf der mitgebrachten Decke lag, die etwas von der Witterung des Herrn fest-, zuhalten schien. Es wurde mir nicht ganz leicht, die beiden nach der Rückkehr ihrer alten Herren zurückzubringen; ich erhielt hohes Lob ob der guten Pflege, die sie genossen, und bildete mir ein, die vier Hundeaugen hätten bei meinem Scheiden ge­sagt: bleib doch da!

Natürlich bildest du dir das ein, sagte ich mir auf der Heimkehr, als ich aber das nächste Mal die (Uten Freunde besuchte, erlebte ich einen rührenden Empfang. Js tat einen freudigen Blaff etwas

Im Reiche.

Rasensport.

Das überragende Ereignis ist das Endspiel um die Deutsche Fußball-Meister­schaft zwischen Hertha D. S. C. und Spielver- cinigung Fürth im Stadion von Frankfurt a. M. 3n <5 a g a n wird die südostdeutsche Fußball- Meisterschaft erneut ausgetragen; Oberhausen und Hamborn stehen sich im Stadtespiel gegenüber, ebenso Gelsenkirchen und Hagen (am Samstag in Wattenscheid). 3m Ausland sind die größten Ereignisse die Länderspiele zwischen Holland und Dänemark (m Kopenhagen), und zwischen Frank­reich und Jugoslawien (in Paris).

3m Handball gibt es em Städtefpiel Chemnitz Dresden (als Rückspiel in Chemnitz), Mittelsachsen Westsachsen der Turnermann­schaften.

Leichtathletik.

3nternationales Sportfest von Viktoria 96 In Magdeburg. Sportfeste in Hamburg (der dorti­gen Großvereine) und Berlin (Polizeisportoerein); Hochschul-Meisterschaften der Schweiz (mit deut­scher Beteiligung); 3. Pfälzische Kampfspiele (in Frankenthal); Oberschlesisches Sportfest (amSams- tag in Gleiwitz); Reichsarbeiter°Soorttag im Grunewaldstadion-Berlin; 2. Deutsches Taub- stummen-Turn- und Sportfest in Frankfurt a. M.

Schwimmen.

Die größte Beachtung verdient das 3nter- nationale des S. C. Poseidon-Dresden, bei Betei­ligung ungarischer, tschechoslowakischer und öfter-

Die deutsche Zutzballmsisterschaft

Fürth oder Berlin?

Die alljährlichen Kämpfe um die höchste deutsche Fuhballwürde sind abermals bis zur Entscheidung gcbicben. Hertha D.S. C. Ber- I i n und die S p i e l v e r e i n i g u n g Fürth haben sich für den letzten Kampf qualifiziert. Rach einem fast einjährigen Hindurchkämpfen durch die Klippen einer Derbandsme.sterschaft und den daran anschließenden schweren Dorproben in den Vor- und Zwischenrunden der deutschen Fuhballmeisterschast steht der Enderfolg in greif­barer Rahe. Roch einmal alle Rervon zusammen- genommen. allen Willen und alle Energie in einen P/nftünöigen Kampf gelegt, bann ist die Erringung desBlauen Bandes" in der 'Fußball­meisterschaft gesichert.

Die deutsche Fußballmeisterschaft hat sich in ihrem fast 25jährigen Bestehen eine Tradition geschaffen. 1902 begründet, kam sie ein 3ahr darauf erstmals zur Entscheidung und sah den V. f. D. Leipzig, der im Lause der 3ahre noch zwölfmal an den Endlämpfen teilnahm und damit der erfolgreichste deutsche Verein ist, als Sieger. Die Organisationsform des Deutschen Fußball-Bundes stand noch auf schwachen Füßen. Die allerorts bestehenden Städtegruppen waren noch nicht einheitlich zu Landesverbänden zu- sammengefaßt, so daß an den ersten Meister­schaften außer den Meistem der bestehenden Verbände Berlin, Süd-, West- und Mittel­deutschland Vertreter der Städte Hamburg. Han­nover, Braunschweig, Kottbus, Kassel. Breslau und Magdeburg teilnahmen. 1904 setzte dann Berlin auf dem Bundestag zu Kassel einen Be­schluß durch, nach welchem nur solche Verbände zur Teilnahme zugelassen wurden, die mindestens vier Vereine stark sind. Hierdurch wurde der erste Schritt z- einer straffen Zentralisierung im deutschen Fußballspvrt getan.

Welch ein älnterschied zwischen diesen ersten Meisterschaften und heute! Damals zählte der Deutsche Fußball-Bund noch nicht 200 Vereine mit insgesamt 10 000 Mitgliedern, heute sind es fast 6000 mit annähernd 900 000 Mitgliedern geworden. Diese Ziffern kommen auch in den finanziellen Begleiterscheinungen der Meister­schaften zum Ausdruck. Lange Zeit nach der Schaffung machte die Kostenfrage nicht geringe Schwierigkeiten. Geschlossene Plätze gab es in Deutschland nur wenig, meist wurde auf Rad­rennbahnen gespielt. Die plahbesitzenden Vereine scheuten das Wagnis eines Meisterschaftsspieles zu übernehmen, da die geringen Zuschauerzahlen eine Deckung der Reise», Schiedsrichter- und Propagandakosten nur in den seltensten Fällen ermöglichten. Die gemeinsame älebernahme des entstehenden Defizits veranlaßte aber anderer­seits wieder die Vereine, auf die Teilnahme zu verzichten. Heute sind die Meisterschastsrunden längst über alle Schwierigkeiten hinweg. 1922 wohnten dem Endspiel int Berliner Stadion 52 000 Zuschauer bei und auch der letzte Kamps am Sonntag zwischen Hertha D. S. C. und dem Hamburger S. V. an der gleichen Stätte hat diese Zahl fast wieder aufgebracht.

3n den bisher ausgetragenen 16 Meister­schaften hält der 1. F. C. Rürnberg mit vier er­rungenen Siegen den Rekord. Alle vier Siege find in der Rachkriegszeit erfochten, fünfmal war der Ölümberger Verein insgesamt im Endspiel. An zweiter Stelle folgt der mitteldeutsche Alt­meister, der V. f.B. Leipzig, der in den Vor- kriegsjahren dreimal Sieger blieb. Victoria- Dcrlin führte die Würde zweimal heim. Die Aufstellung über die Meisterschasts-Endkämpfe zeigt folgendes Bild:

1903: D. f. D. Leipzig gegen D. F. C. Prag 7:2.

1904: Richt ausgetragen. 3m Endspiel standen Dritannia Berlin und der Verein f. B. Leipzig.

1905: Union Berlin gegen Karlsruher F. V. 2:0.

1906: V. f. B. Leipzig Pforzheimer F. V. 2:1. 1907: Freiburger F. C. Victoria Berlin 4: 2.

unerhörtes bei der Menschenfeindin und Dot begrüßte mich mit einem Freudensturm und Hellen, wechselnden Iubeltönen, tollen, sich Überschlagenden Sprüngen, strahlenden Augen, lächelnden Lippen, die alle Zähne sehen ließen. Js rieb während dem sanft und still iyre Nase an meiner Hand, als wolle sie sagen: ich lärme nicht, aber ich meine es ebenso.

Als der Herr, der herzlich lachend zugeschaut hatte, endlich in sein Arbeitszimmer ging, folgte ihm Js, Dot setzte den Sturm fort und Frau von Corvin sagte etwas zurückhaltend: Wir sind natür­lich schuld, wir haben öfter zu ihnen gesagt: Wo bleibt Lulu? Gebt acht, ßulu kommt.

Ich merkte eine leise, aufsteigende Eifersucht und wehrte ab, als wir aber endlich zum sitzen kamen, sprang der kleine weiße Seidenball mit jähem Schwung auf meinen Schoß und haschte nach meiner Kehle. Ihre Herrin hatte ihr das Lecken abgewöhnt und ihr als Zärtlichkeitsbeweis ein zierliches Zufassen mit trocknen Lippen beige- bracht. Sie kam dabei nie ins Gesicht, sondern huschelte sich unter das Kinn. Das tat sie mir jetzt und konnte sich nicht genug tun. Hatte meine alte Freundin vorher den Kopf geschüttelt, jetzt sah sie ernstlich oerftimmt aus, denn diese Liebkosung ge­hörte doch ihr allein. Aber sie bezwang sich, sagte:Nun ja, das erste Mal", und ging mit mir in ein anderes Zimmer, .damit man doch Ruhe habe".Nächstes Mal ist Dot wieder vernünftig".

Aber das fiel Dot gar nicht ein, es blieb auch weiterhin bei dem tollen Empfang und als einmal das Getobe" kein Ende nehmen wollte, sagte Frau von Corvin, das Tier heftig scheuchend:Geh' weg, du bist nicht mehr mein Hund, geh' mit der Lulu'. Dot stutzte, sah die Herrin forschend an, spürte Ernst, zog sich auf ihr Fell unterm Schreibtisch zurück, rollte sich zusammen, schloß die Augen, schob die kleine schwarze Nase zwischen die Pfoten und rührte sich nicht mehr. Nur das Ohr blieb in Lausch- siellung. Frauchen aber sagte zu mir:Es ist Ernst, nimm sie mit, sie ist nicht mein Hund". Ich lachte: Denk' nicht dran, natürlich ist sie dein Hund". Und wir redeten von anderem.

Es vergingen Wochen ehe ich wieder kam, nicht ohne Svannung, wie sich das Eifersuchtsdrama wei­ter entwickeln würde. Ich trat in den Flur tiefe Stille. Ich sprach nichts rührte sich. Sonst be-

Steinstoßen und einer 4xl00-Mctcr-Staffel. Ge­meldet sind 355 Wettkämpfer. Diese Zahl ist sehr hoch, wenn man bedenkt, daß nur 20 Turn­vereine diesem Bezirk angeschlossen sind.

Dom 1. Gcruveroand des Mitterrheinkreises D. T.

3n das Gebiet des Gaues Hessen fallen dieses 3ahr zwei wichtige Veranstaltungen des ersten mittelrheinischen Gauverbandes, dem die Gaue Hessen, Frankfurt, Of'enbach-Hanau. Kinzig und Main angehören. Am 19. und 20. Juni wird in Bad-Rauheim eine Gauoer bands- turnstunde abgehalten, an der etwa 80 der besten Turnwarte und Vorturner des Gauver­bandes teilnehmen werden. Am Samstagabend wird vom Gauverband im Kurhause zu Bad- Rauheim ein großes K u n st - und Werbe- turnen veranstaltet, an dem sich auch Vereine des Gaues Hessen mit Vorführungen beteiligen werden. Am 20. 3uni finden außerdem in Friedberg die Gauverbandswett- spiele in den So.nmerspielen statt, woran sich die Faust- und Schlagballmeister genannter Gaue beteiligen. Die Meister, die an den Kreisspielen teilnehmen dürfen, werden durch die Ausschei­dungsspiele festgestellt.

Fntzball.

V. s. B.

(-) Die L i g a m a n n s ch a s t tritt am Samstag- nachmittag in Butzbach gegen die Liga des dor­tigen B. f. R. an. Aller Erwartung nach dürste sie mit einem einwandfreien Sieg nach Hause kommen. Ausschlaggebend wird sein, ob V. f. B. seine flache Spielweise beibehält, oder sich die halbhohe bzw. hohe des Gegners aufzwingen läßt.

Am Sonntagoormittag findet auf dem Wald­sportplatz ein Treffen von weit größerer Bedeutung statt. V. s. B. hat hier dieGermania" Mar­burg zu Gast. Das letzte Spiel beider Ligamann­schaften fand in Marburg statt und endete, trotz reichlichem Ersatz in der V. f. B.-Elf, mit einem unentschiedenen 5:5. Daß die Germanen auf der Höhe sind, beweist ihr klarer 6:2-Sieg am ersten Pfingstfeierlag über den Kasseler KreismeisterHer- mannia", der tags darauf L. f. B. auf eigenem Platz 2:0 schlagen konnte. Die Platz,nannschaft des Sonntags sollte sich verpflichtet fühlen, die damals erlittene Schlappe wieder gut zu machen. Die Auf­stellung zu beiden Spielen dürfte wohl die gleiche des Vorsonntags sein, die durch den 5:1-Sieg über F. C. 05 Wetzlar sich als sehr gut erwiesen hat.

Nachmittags treffen sich die Alten Herren v o m V. f. B. und derG e r m a n i a" Mar­burg zu einem Freundschaftsspiel.

Die burd) ihre vorzüglichen Resultate und faire Spielweise bekannt gewordene Dritte, sowie die S chü l e r m a n n s ch a f t sind nach D a u b r i n » gen zur Platzeinweihung eingeladen.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Die Spielvereinigung 1900 wird morgen nachmittag ihren neuen Sportplatz auf dem Trieb, der in mühevoller Arbeit und unter dankens­werten Opfer:', der Mitglieder entstanden ist. zum erstenmal in Benutzung nehm : (. Die feier­liche Einweihung soll erst gelegentlich des Stis-> tungsfestes am 15. August erfolgen.

Für das morgige Spielereignis hat sich die Li gamannschaft zum Gegner die faire, schnell und schön spielendeGermania 0 8" Marburg verschrieben. Die bisherigen Begeg­nungen beider Vereine erbrachten immer span­nende Kämpfe Der Ausgang des morgigen Treffens ist vollständig offen.

Vorher spielt die 1. Jugend des Platz­besitzers gegen die gleiche derViktoria" Aschaffenburg, die bekanntlich Mainbeziris- jugendmeister ist.

In den Pausen der Fußballspiele wird die zahlreiche Mitglieder umfassende Leichtathle­tikabteilung der Vereinigung einen Stil­lauf und mehrere Staffelläufe zeigen.

gönn der Willkommensturm drin im Zimmer, so wie ich die Vorsaaltür öffnete. Ich wurde von der Hausfrau bewillkommnet, Js erschien zu gewohn­ter, freundlich gesetzter Begrüßung, Dot fehlte, und ich fragte nicht.

Wir gingen ins Zimmer: Da lag sie auf ihrem Fell, als habe sie sich seit meinem letzten Besuch nicht gerührt: Augen zu, Nase zwischen den Pfo- ten, steifer Schwanz, nur die Ohrspitze zitterte ein wenig! Ueber das Gesicht meiner alten Freundin ging ein Leuchten, ich wurde dringend zum Blei­ben gebeten, sie eilte in die Küche, etwas Leckeres für mich zu holen. So wie sie das Zimmer oer- ließ, fing das Dotfchwänzchen leise zu wedeln an, die Ohren wurden gespitzt. 2lls der Schritt der Frau am Flurrande verklang und die Küchentür schnappte, flog das kleine Geschöpf im jähen Sprung auf meinen Schoß und überstürzte mich mit Lieb­kosungen, nur ohne einen Laut dabei auszustoßen. Das setzte sie leidenschaftlich fort, bis draußen die Schritte zurückkamen, dann war sie mit demselben jähen Sprung wieder unter dem Schreibtisch, lächelte mich noch einmal zärtlich an, schloß die Augen, schob die Nase zwischen die Pfoten und schlug nur noch leise mit dem Schwanz auf und ab, als wolle sie sagen:Sie ist nun mal so und man nimmt Rücksicht nicht wahr? Aber wir verstehen uns, wir droei.

Kurz darauf zogen die alten Freunde nach Thü­ringen, und Jahre vergingen, bevor ich Js und Dot wiedersah. Ich gestehe, daß ich nicht an sie dachte, als ich ins Elgersburg einfuhr, um den schwererkrankten Corvin noch einmal zu sehen. Aber plötzlich, bevor der Zug hielt, ertönte ein wohlbekanntes doppel- stimmiges Hundegebell, und in wildem Lauf stürm­ten Js und Dot'den Bahnsteig entlang. Frauchen hatte ihnen gesagt: Lulu kommt, sucht! und ohne einen Herzschlag lang zu zögern oder zu zweifeln, rasten sie los und standen fest, sowie sie mein Abteil erreicht hatten eine gleich rührende Treue des Gedächtnisses und der Sinne. Aber Dots Liebeslist war doch das weitaus Erstaunlichere gewesen, denn das konnte man durchaus nicht mit den gewohnten Erklärungen Instinkt und Vererbung abtun, das war das Ergebnis einer Reche von Ueberlegungen recht menschlicher Art.

1908: Victoria Berlin Kickers Stuttgart 3:1. 1909: Phönix Karlsruhe Victoria Berlin 4:2.

1910: Karlsruher F. V. Holstein Kiel 1:0. 1911: Victoria Berlin D. f. D. Leipzig 3:1. 1912: Holstein Kiel Karlsruher F. D. 1:0. 1913: V. f. D. Leipzig Duisburger S V. 3:1. 1914 Sp. V. Fürth - V. f. D Leipzig 3:2. 1920: 1. F. C. Nürnberg Sp. V. Fürth 2:0. 1921: 1. F. C. Rürnberg Vorwärts Berlin 5:0.

1922: Richt ausgetragen, nachdem zwei Spiele zwischen 1. F. C. Rürnberg und Ham­burger S. D. unentschieden eirdeten.

1923: Hamburger S. V. Union Oberschöne­weide 3:0.

1924: 1.5. S. Rürnberg Hamburger S. V. 2:0.

1925: 1. F. C. Rürnberg Franks. F. S. D. 1:0.

Und dieses Mal? Die Frage nach dem End- heger ist durchaus offen. Beide Vereine haben schon in früheren Jahren als ernste Bewerber an den Meisterschaftskämpsen teilgenommen und sind auch in diesem Jahre würdige Vertreter ihrer Verbände. Die Fürther Spielvereinigung errang 1914 bei ihrem erstmaligen Antreten in einer so schweren Konkurrenz den Meistertitel, nachdem sie vorher die Spielvereinigung Leip­zig 2:1 und den Berliner Ballspiel-Club nach 151minutigem Ringen 4:3 aus dem Rennen ge­worfen hatte. Die Berliner waren die besseren, verloren aber schon nach zehn Minuten durch Verletzung einen Spieler und muhten das 21,2- stündige Spiel mit zehn Mann durchspielen. Den Endspielgegner V. f. B. Leipzig besiegte Fürth dann 3:2. 1920 finden wir die Fürther abermals in der Schluhkämpfen. Münsten-Gladbach wird 7:0, die Breslauer Sportfreunde 4:0 nieder- gekontert, im Endspiel aber bleibt ihr Rürn° Verger Gegner 1:0 Sieger. 1923 stehen sie zum dritten Male in der Konkurrenz. Wieder sind die Breslauer Sportfreunde die Gegner und wieder gibt es ein 4:0 für die Fürther. In der Zwi­schenrunde aberzeigt derBerlinerMeister Union- Oberschöneweide. das bessere Stehvermögen und siegt 2:1.

Hertha-BSC. vertritt die Farben der Reichs­hauptstadt erstmals als deren Meister 1906. Zu­sammen mit Union, dem deutschen Meister 1905, der das Recht auf Verteidigung seines Titels hat und Rorden Rordwest, dem Meister des Mär­kischen Fußball-Bundes. Aber alle drei Vereine kommen über die Zwischenrunde nicht hinaus. Hertha siegt in der Vorrunde gegen Schlesien- Breslau 7:1, unterliegt aber in der Zwischen­runde gegen den auch das Endspiel gewinnenden V. s. D. Leipzig mit 2:3. Roch einmal finden wir Hertha nach seiner Vereinigung mit dem B. S. C. als Hertha-BSC. 1925, also im Vor­jahr, in den Schluhkämpfen. In der Vorrunde wird der Baltenmeister, V. f. D. Königsberg, auf eigenem Platze 3:2 geschlagen. In der ersten Zwischenrunde Turu Düsseldorf sogar 4:1, aber in der zweiten Zwischenrunde wirft der Frar.k- surter F. S. D. den Berliner Meister mit einem 1: 0°Erfolg aus dem Rennen.

Fürth oder Berlin ist die Frage, die in den Tagen bis zum Sonntag die deutsche Sportwelt bewegt. Das Frankfurter Stadion ist die Stätte des Kampfes, der unter der Leitung des Schieds­richters Spranger -Glauchau steht. Das letzte restlose Erfassen der Fuhballinteressenten beim Meisterschaftsendspiel, dann folgt einen Sonntag daraus in Rürnberg der Länderkampf gegen Schweden, mit dem die Fuhballspielzeit schlieht.

Turnen.

4. Turnbezirk.

Das Bezirksturnfest des 4. Be­zirkes findet am 13. Ium in Groh- Felda statt. Damit ist ein Wettkampf in volkstüm­lichen Uebungen verbunden. Die Uebungen be­stehen in: Weithochsprung, Weitsprung, Kugel­stoßen, 100-Meter-Qauf und einer Freiübung. Die Sonderkämpfe bestehen in: Stabhochsprung,

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sporrbund.

(Ein Auswahlspiel

findet am Sonntag auf dem Sportplatz in Heu­chelheim statt. Dieses Spiel hat den Zweck, die Bezirksmannschaft, die gelegentlich des Bezirksfestes in Wiefeck einer Bezirksmannschaft des 2. Bezirks (Frankfurt-Offenbach) gcgenübcrgestellt werden soll, auszuwählen und zusammen zustellen. Als Gegner sind aus der einen Seite die 1. Mannschaft der Freien Turnerschaft Gießen, ans der anderen Seite eine Mannschaft der übrigen 1. - Klasse-Mannschaften vorgesehen.

Im übrigen bringt es das Näherrücken des Be- zirksfestes in Wieseck mit sich, daß der Fußball etwas zurückgestellt wird und anderen Dorbercitun- gen den Vorrang läßt. Nur in der zweiten Klasse müssen die r ü ck st ä n d i g c n Der- bandsspiele fortgesetzt werden. Die Gieße­ner 2a-Mann schäft hat auf eigenem Platz am Samstagabend die 2. Mannschaft der Ium- und Sportgemeinde Wetzlar als Gegner. Der besseren 2. Mannschaft Gießens gegenüber konnten die Wetzlarer am Samstag vorher ein 3:3 herausholen, die schwächere 2a.Mannschaft wird wohl die Punkte hergeben müssen.

In Wieseck treffen sich die 2. Mannschaft des Platzoereins und die 1. Mannschaft des Sport­vereins Leun. Hier find die Gegner schon gleich­wertiger, so daß ein intereffantercr Kamps zu er­warten ist.

Die Leichtathleten Gießens haben die Handballmannschaft der Freien Tur­nerschaft Frankfurt (Abteilung 11) zu einem Handballwettspiel am Sonntagnachmittag auf

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