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Schnittholz 86 Mark. Der Leiter der Versteigerung gab bekannt, daß aus der vorjährigen Versteigerung noch erhebliche Zahlungen im Rückstände seien.

: Beuern, 10. Febr. Oluf Einladung des hiesigen Volksbildungs Vereins hielt der Vertreter des Kreisgesunvyeitsamtcs Gießen, Amtsarzt Dr. Orth, im ersten Schulsaal dahier einen Aufklärungsvortrag sür Frauen und Mädchen, einschließlich der Fort- tnldungsschülerinnen. Der Bortrag war für Mit­glieder und Nichtmitglieder des Volksbildungs- vereins zugänglich und über alles Erwarten stark besucht. In beinahe zweistündigen 'Ausführungen Zeigte Dr. Orth die Entstehung, den Verlauf und die ärztliche Behandlung der Geschlechtskrank- Heiken. Gin besonderes Kapitel widmete er der Verbreitung dieser Seuchen. Er warnte vor der falschen Scham vieler Frauen und Mädchen und ermahnte dringend, bei Erkrankmrgen sofort den Arzt zu Rate zu ziehen: denn jede dieser furcht­barsten unserer Volksseuchen kann erfolgreich be­kämpft werderr. allerdings, wenn sie sich im An- fangsstadium befindet. Diele Lichtbilder ergänz­ten die für jedermann verständlichen Abführun­gen des Redners. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit höflichen Dankesworken an Dr. Orlh. darbet den Wunsch aussprechcnd, dah die Aufklärungen des Redners auf fruchtbaren Boden gefallen sein mögen. Einen ähnlichen Aufklärungsvortrag wird Dr. Orth am 23. lfd. Monats für Männer rmd Jünglinge unseres Ortes halten.

t Grünberg, 9. Febr. In der gestrigen Gemeinderatssitzung legte Bauinspektor Seim auf eine Anfrage, warum der neue Wasser-Hochbehälter nicht höher erbaut wurde, die Bedenken dar, die dem entgegenstehen. Man kam dahin überein, dah demnächst das Aus- schreiben der Betonarbeiten sowie der Her­stellung verschiedener Eisenbetonkonstruktionen er­folgen soll. Man hofft, dah durch Verbilligung der Materialien und Löhne billiger, als im Vor­anschlag vorgesehen, gebaut werden kann. Es wird Wert darauf gelegt, dah nur Grünberger Arbeiter zur Ausführung der Arbeiten heran- gezogen werden. Anschließend hieran soll die Wasserleitung in der Frankfurter Strohe gelegt werden. Die Arbeitslöhne mit Einbau von Hydranten werden etwas über 1000 Mark ausmachen. Die Herstellung der T a n k a n l a g e des 21. Röhm wurde auf Widerruf genehmigt mit der Verpflichtung, daß die Anlage nicht über 2 Meter über die Grenze reicht und beim Anlegen der Straße diese An­lage auf seine Kosten wieder entfernt wird. Qlud) steht der Tankanlage A m e n d auf seinem Grunde stück nichts im Wege.

_L Weickartshain, 10. Febr. Der Licht­bildwerfer. der bisher ungenutztes Eigentum des Männergesangvereins Weickartshain war, ist nun in die Hand der Volksschule über­gegangen. Diese ist dadurch in den Stand gesetzt, das Lichtbitdgerät, das sowohl für Glasbilder als auch für undurchsichtige Bilder verwendbar ist, in den Dienst des Unterrichts zu stellen. Es fanden bis jetzt zwei Lichtbildvorträge statt: der eine heimatkundlich (Worms), der andere heimatkundlich-geschichtlich (eine Reise nach der Saalburg). Darüber hinaus sind Lichtbildvor­träge für die Öffentlichkeit vorgesehen, damit der Lichtbildwerfer auch der Volksbildung dienstbar gemacht wird. Die häufigen Ein­bruchsdiebstähle der letzten Zeit, die, wie der zu Merlau, wandernden Sängern zur Last gelegt werden, veranlassen die hiesige Ein­wohnerschaft, ein wachsameres Auge auf die ohnehin schon lästige wandernde Gesellschaft zu l werfen. Dieser Tage stellte sich hier eine solche fahrende Sängerschar, aus sechs Mann ^bestehend, in den Abendstunden ein und lieh ihre , Stimmen ertönen. Sie wurde jedoch sofort durch ' den Ortsdiener in Gemeinschaft mit einigen an­deren Männern in der Richtung Grünberg aus dem Dorfe obgeschoben.

Bellersheim, 10. Febr. Der hiesige Gesangverein veranstaltete am Sonntag einen Unterhaltungsabend, der den Besuchern eine abwechslungsreiche Vortragsfolge bot. Die Ghöre des Vereins und einige Theaterstücke, so­wie eine Ansprache des Präsidenten fanden leb­haften Beifall. Bei den Theateraufführungen zeichneten sich alle Darsteller durch gute Leistun­gen aus. Der Verein will die Darbietungen noch einmal wiederholen.

Kreis Friedberg.

6 Friedberg, 10. Dez. Ende Januar hat. wie seinerzeit gemeldet wurde, ein Baum- frevler an der Strahe von Rieder-Wöllstadt nach Ilbenstadt die neu gepflanzten Ob st bäume durch Absägen der Krone vernichtet. Die Polizei hat jetzt den Weißbinder K. von hier als Täter ermittelt. Hoffent­lich bekommt der Rohling einen ordentlichen Denkzettel.

5 Friedberg, 9. Febr. Die hiesige Turn- gemeinde, die sich unter trefflicher Leitung in den letzten Jahren zu einem der leistungsfähigsten Vereine des Gaues Hessen emporgearbcitet hat, hielt unter dem Vorsitz von Studienrat Thierolf ihre von vorzüglichem Turnergeist getragene diesjährige Hauptversammlung imDeutschen Haus" ab. Nachdem die Versammlung ehrend des verstor­benen Ehrenmitglieds K. H i l o r e ch t gedacht hatte, gab ein umfassender, von hoher geistiger Warte er- ftatteter Jahresbericht einen Ueberblick über das Jubiläumsjahr 1925 (80jähriges Bestehen der Turn­gemeinde), über dem ein guter Stern gewaltet hat. Drei Veranstaltungen haben in ganz besonderem Maße dazu beigetrogen, daß das abgelaufene Ge­schäftsjahr nicht nur in rein geschäftlicher, sondern auch in ideeller Hinsicht als ein Gewinnjahr gebucht werden kann: das glänzend verlaufene 52. Gauturn­fest des Gaues Hessen, das den Hessenturnern un­vergeßlich bleiben wird, und dann zwei seltene Ehrungen, die als Kundgebungen echter Turnertreue den Ehrenmitgliedern Geh. Iustizrat Jäckel und Rentner Valentin zum 90. bzw. 80. Geburts­tage zuteil wurden. Der Verein hat sich an allen Veranstaltungen im Bezirk, Gau und Kreis mit schönem Erfolge beteiligt. Besonders rege ist die Turnerjugend tätig, die in der Jugendbe­wegung des Gaues und Kreises bereits einen acht­baren Romen hat. Den Höhepunkt der mehr nach der geistig-sittlichen Seite eingestellten Veranstaltun- gen der Jugendgruppe bildete das Kripvenspiel am 20. Dezember in der Stadtkirche, worüber seiner­zeit mit Anerkennung auch imGieß. Anz." berichtet wurde. Die Turngemeinde zählt jetzt 750 Mitglieder, einschließlich der Schüler und Schülerinnen. Dio große Ausgabe der nächsten Zukunft ist die Er­bauung einer neuen Turnhalle Der Vorstand wurde beauftragt, die Baufrage weiter zu behandeln und zwei Projekte auszuarbeiten, ein einfaches und ein erweitertes. Die Turngemeinde

sucht, was besonders anzuerkcnnen ist, auch auf geistigem Gebiete immer anzuregen. So hat sie den Film vom H e r m a n n s l a u f der D. T. erworben, der für Schüler und Erwachsene laufen wird.

.^Bad-Nauheim, 10. Febr. Daß unsere B a d e st a d t auch im Winter nicht ohne Gäste ist, sagt uns die Besucherzahl feit dein 1. Januar d. Is. Sie betrug laut amtlicher Mitteilung der Bade- und Kurverwaltung bis zum 4. Februar !94 Kurgäste, von denen an diesem Tage noch 427 anwesend waren. Vom 1. Januar bis 4. Fe­bruar wurde bereits die stattliche Zahl von 5350 Bädern verabreicht, worunter sich 366 Freibäder befanden. Man erwartet hier eine gute Vor­saison, und in vielen Häusern beginnt man bereits mit den großen Frühjahrsvorbereitungen.

C Nieder-Florstadt, 10. Febr. Am Sonntag hielt die Turngemeinde Flor- st a d t rn der Turnhalle ihre diesjährige ordent­liche Generalversammlung ab, die ausnahmsweise gut besucht war. Der Jahresbericht behandelte den Aiibarr der Halle und die Erfolge des Ver^ eins bei Wettkämpfen. Der Rechner stellte fest, daß noch etwa 1900 Mk. Schulden von 8cm Hallenbau vorhanden sind. Die letztjährige Ein­nahme aus der Halle betrug etwa 1500 Mk., sodaß diese Belastung keine Gefahr bedeutet. Der Mitgliederbeitrag wurde von monatlich 20 Pfg. auf vierteljährlich 1 Mk. erhöht, damit die Ausgaben für VereinSangrlegenheiten aus dem Beitrag gedeckt werden und die Einnahmen auS der Halle zum Abträgen der Schulden und dem evtl. Ausbau der Bühne benutzt werden können. Die Vorstandswahl ergab die alte Zusammen­setzung, ein Beweis, daß der Vorstand zur Zu­friedenheit der Mitglieder gearbeitet hach Da der Besuch der Turnstunde schlecht ist, soll jeder, der dreimal unentschuldigt fehlt, aus dem Ver­ein ausgeschlossen werden.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 10. Febr. Der Be rein ehemaliger Schüler und Lehrer des Wolfgang-Ern st- Gtzmnasiu ms beab­sichtigt, für die im Weltkriege gefallenen Schüler und Lehrer eine Gedenktafel errichten zu lassen, wozu die Pläne bereits fertiggestellt sind. Sie sind von Professor Fritz Decker, Architekt an der Kunstakademie in Düsseldorf, entworfen worden, dessen Vater, Professor Dr. Fritz Becker in Worms, einer der ältesten noch lebenden ehe­maligen Büdinger Gymnasiasten ist. Die aus Eichenholz von einem Holzbildhauer anzuferti­gende Tafel wird 3 Meter breit und 1,50 Meter hoch werden und die 84 Namen der gefallenen Helden aufnehmen. Die Kosten sind zu 1500 Mk. veranschlagt. Da in diesem Jahre fsit Der Grün­dung der hiesigen Lateinschule (1601). woraus das Gymnasium hervorgegangen ist, 325 Jahre verflossen sind, wird die Einweihung Der Gedenk­tafel wahrscheinlich mit dem 325jährigen Jubiläum verbunden werden. Die Feier soll voraussichtlich anfangs August stattfinden.

* Echzell, 9. Febr. Am Samstag hielt der hiesige Turnverein (Gau Wetterau) et« en Werbeabend ab. Schon lange vor Beginn war der Saal des Gasthauses zumDeutschen 5)0116" überfüllt. Den Hauptanziehungspunkt bildete dies­mal die Turnerinnen des Turnvereins W i e - feck (Lahn-Dünsberg-Gau), die der Verein zu d'e- fern Abend gewonnen hatte. Zum erstenmal wurde hier das Frauenturnen vorgeführt. Der 93er- einsvorsitzende Heinrich Binding IV. fand herz­liche Begrüßungsworte. Unter der bewährten Lei­tung des unermüdlichen Turnfreundes, Gaugeschäfts- sührers Euler- Wiefeck, zeigten die Turnerinnen in Reigen, Volkstänzen, Stab-, Frei-, Haltungs­und rhythmischen Hebungen ihr reichhaltiges Können. Stürmischer Beifall lohnte ihre Vorführun­gen. Auch die Hebungen am Pferd, Barren und Reck sanden unter Der Leitung des Turnfreundes B e r n h a r d t - Wieseck allgemeine Bewunderung. Vor allem war es die schöne stramme Haltung, die Geschmeidigkeit des Körpers und die Rhythmik bei allen Vorführungen, die das Erstaunen Der Zu­schauer erregten. Die Schüler und Turner des Turn­vereins Echzell, sowie Turnfreund Bernhardt- Wieseck wurden mit reichem Beifall belohnt. Die musikalische Begleitung bei den Reigen und Turnen lag in Den bewährten Händen der Gebr. Philipp und Otto Groth-- Echzell. Der Vorsitzende dankte allen, besonders aber den Gästen für ihre Mitwir­kung. Turnfreund Euler legte am Schlüsse noch­mals in kernigen Worten den Zweck und das hohe Ziel der edlen Turnerei dar mit der Bitte, daß auch in Echzell recht bald eine Turnerinnenabteilung ent­stehen möge. Sein mit Begeisterung aufgenommenes Gut Heil!" galt dem Gau Wetterau, dem Südwest­deutschen sowie Allgemeinen Deutschen Turner­bund.

Kreis Alsfeld.

*!*-Mücke, 8. Febr. Wenn die Zeichen nicht trügen, so gibt es ein zeitiges Frühjahr. Bei dem milden Wetter am Samstag verließen die Bienen ihren Stock, gestern trillerten die Lerchen und ein großer Zug Schneegänse Überflog unsere Gegend in nördlicher Richtung: heute früh übte eine Amsel ihr erstes Lied. Auch im Pflanzenreich melden sich die ersten Frühlingsboten: der H a s e l st r a u ch stäubt und Schneeglöckchen blühen.

z. D r a u e r s ch w e n d. 9. Februar. Der Frauenverein hielt in der Gastwirtschaft Roth seine Generalversammlung ab. Der Verein konnte auch im abgelaufenen Jahre in unserer Gemeinde segensreich wirken. Es wurde u. a. beschlossen, im Mai einen Familien­abend mit Lichtbildervortrag und einer kleinen Verlosung abzuhalten, wozu ein Teil der Gewinne von den Mitgliedern gespendet werden soll. Bei einer Tasse Kaffee verlebte man noch einige frohe Stunden. Ein Missionar aus Ka­merun schilderte uns Land und Bewohner aus dem Gebiet unserer früheren Kolonie. An Hand der voraesührten Lichtbilder konnte man sich von den landschaftlichen Eigenheiten dieses Landes, von der Größe seiner Urwälder, den ver­schiedenen Gruppierungen der Negerdörfer ein anschauliches Bild machen. Der zweite Teil des Vortrages vermittelte Bilder aus der Mifsions- tättgfeit.

Starkenburg.

* Darmstadt, 10. Febr. Der Hessische Verkehrsverband hielt dieser Tage eine Vorstandssihung ab, in der über den Ausbau der K r a f t p o st l i n i e n gesprochen wurde. Es wurde bedauert, daß es bisher nicht gelungen ist, dem verkehrsreichen Hessen den ihm ge­bührenden Sih in den maßgebenden Körperschaf­ten zu verschaffen, die zur Beratung dor Reichs­bahn und der anderen Verkehrsunternehmungen berufen sind. Die Vertretung der hessischen Inter­

essen durch außerhesfische Mitglieder dieser Kör­perschaften wird als durchaus unzureichend be­zeichnet. Zur Vorbereitung dev Neuherausgabe eines hessischen Vertehrsbuches wurde eine Kommission gebildet, die die nötigen Vor­arbeiten mit aller Beschleunigung fördern wird. Weiter ist geplant, einen Kalender mit An­sichten hessischer Orte herauszubringen. Daran soll sich ein photographischer Wettbewerb anschließen, um Aufnahmen aus Hessen zu erlangen. Der Vorstand des Hess. Verkehrsverbandes vertritt nachdrücklich die Auf­fassung, daß, von dringenden Fällen abgesehen, der Deutsche mehr denn je im25 a t er­laube reifen soll.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

g. Krofdorf, 10. Febr. Der hiesige Turn­verein (D. T.) hielt am Samstag und Sonntag je einen wohlgeliingenen Theaterabend ab. Wäh­rend die erste Veranstaltung den Mitgliedern und ihren Angehörigen galt, war die zweite Veranstal­tung für die Oesfentlichkeit bestimmt. Die Aufführung wurde tadellos herausgebracht. Beide Abende waren sehr stark besucht.

' Lützellinden, 10. Febr. Dieser Tage fand im hiesigen evangelischen Vereinshaus ein Samariterkurfus statt, den eine Lehr­schwester der Rheinischen Fraueuhilfe leitete. Wenn auch die kurze Zeit den zahlreichen Seil» nehmerinnen ein gründliches Arbeiten nicht er­möglichte, so werden sie im Leben doch genug Gelegenheit finden, die erworbenen Kenntnisse praktisch zu verwerten. In der Zeit vom 14. bis 21. Februar wird hier eine 6 Dange H- sationswoche stattfinden, in welcher Missio­nar Giesewetter aus Emmerich am Rhein religiöse Vorträge halten wird.

<> Niederkleen, 10. Febr. Bei der im hiesigen Gemeindewald stattgefundenen Drenn- holzversteigerung wurden folgende, als recht hoch zu bezeichnende Preise erzielt: Buchen­scheitholz durchschnittlich 20 Mk. je Rm.. Buchen» knüppel 'durchschnittlich 18 Mk. je Rm., 50Duchen- wellen 20 bis 28 Mk., Kiefernknüppel durch­schnittlich 10 Mk. je Rm., Äiefemreifer 50 Dellen 9 bis 10 Mk., Fichtenftangen 2. Klasse 2 Mk. je Stück, Fichtenftangen 3. Klasse 1 Mk. bis 1,20 Mk. je Stück und Kiefernstockholz je Rm. 3 Mk. Eine zweite Brennholzversteigerung soll voraussicht­lich noch in dieser Woche stattsinden. Das Nutz­holz soll, wie alljährlich, mit demjenigen von Ebersgöns und Oberkleen in gemeinsamer Ver­steigerung verkauft werden. Die Fertigstellung des Wasserleitungsbaues für die hiesige Gemeinde ist nunmehr öffentlich ausgeschrieben. Die Vergebung wird Ende dieser Woche statt- finben.

k. Vollnkirchen, 10. Febr. In Berich­tigung der in der Nr. 29 desGieß. Anz." vom 4. Februar veröffentlichten Notiz wird uns mit- geteilt, daß dem Lehrer Nagel von Rengsdorf oie hiesige Lehrer stelle nicht endgültig, fondern zunächst einstweilig übertragen ist.

Kreis Biedenkopf.

g. Fellingshausen. 10. Febr. Die Wasserleitungsarbeiten, die infolge der Kälte längere Zeit rmterbrochen werden muß­ten, nehmen bei der jetzigen günstigen Witte­rung guten Fortgang. Dadurch ist manchem Ar» beitslolen wieder Beschäftigung geboten. Die Wasserleitung ist insofern günstig, weil hier die Quelle nebst Sammelbecken sehr hoch am D ü n ft- bet g liegen, wodurch die in anderen Gemeinden kostspieligen Pumpwerke hier überflüssig werden

Dillkreis.

bl. Herborn. 10. Febr. Die hiesige Frei­willige Feuerwehr blickt in diesem Jahre auf ihr 75jähriges Bestehen zurück. Desgleichen können die Wehren der Gemeinden Manderbach und Flammersbach auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken.

bl. Haiger, 10. Febr. Das van der Zhpen'sche Werk in unserer Gemarkung wurde still gelegt. Etwa 100 Arbeiter fallen dadurch erneut der Erwerbslosenfürsorge an­heim. Auf der im nahen Niederscheld ge­legenenAdvlfshütte" konnten etwa 60 Arbeiter wieder eingestellt werden.

Maingau.

WSN. Frankfurt a. M., 10. Febr. In der Stadtverordnetensi,tzung wurde ein sozialdemokratischer Antrag auf Verstadt­lichung der Frankfurter Bühnen- A.-G. mit 38 Stimmen der bürgerlichen Parteien gegen 29 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten a b g e l e h n t. Die jährliche -Unter- stützung für die städtischen Bühnen wurde darauf gemäß den Anträgen des Hauptausschusses ge­nehmigt, nachdem sich auch Oberbürgermeister Dr. Landmann dafür ausgesprochen hatte. Im Interesse der Erhaltung des Goe- 1 heb aus es und feiner Sammlungen hat der Magistrat beschloss n, dem Freien Deutschen H o ch st i f t, das nach Verlust seines Stiftungs- kapitats in der Erfüllung seiner Aufgaben vor großen finanziellen Schwierigkeiten steht, eine jährliche Subvention bis zu 15 000 Mk. zu bewilligen unter der Voraussetzung, daß das Reich sowohl als der Staat den gleichen Beitrag leisten. - Die weitere Steigerung der Aufwen­dungen für das städtische Schulwesen hat den Magistrat zu dem Beschluß veranlaßt, das Schulgeld künftig für alle höheren Schulen auf jährlich 150 Mk. und für Mittelschulen auf 72 Mk. festzusehen. Wie bisher, soll bereits für das zweite Kind eine Ermäßigung von 20 Proz. und für das dritte und jedes weitere Kind voller Dchulgelberlaß eintreten. In der Mainzer Landstraße, in der Nähe des Bahnübergangs, wurde gestern nachmittag ein dreijähriger Knabe von einem Straßenbahnwagen erfaßt und überfahren. Dem Kinde wurde dabei der Kopf f a ft völlig v o m Rumpfe getrennt. Der Tod trat auf der Stelle ein.

Turnen, Sport und Spiel

Paottno schlägt Jones k. o.

Der mit Spannung erwartete Boxkampf jmu schen dem Besieger Breitensträters, dem spanischen Meister P a o l i n o . und dem Kanadier Jones, der im Cirque de Paris zum Austrag kam, endete bereits in der ersten Runde mit einem k o. - S i e g Paolinos. Damit ist der Boxkampf zwischen P a o 1 i n o und Diener in Berlin am Freitag­abend endgültig gesichert.

Kirche und Schule.

Stockholm in Metzen.

Pfarrer Maas, der in kirchlichen Kreisen bekannte Redner, spricht überStockhol m". Das hatte eine ganze Reihe von Gliedern bet Matthäus-Gemeinde und Freunde bet Sache am Sonntagabend in die Stadtkirche ge­führt. Rach einem vom Stadt Organisten Simon prächtig bargegebenen Orgelvorspiel begrüßte Lehrer Wehrheim, um bann sogleich dem Redner des Abends, Pfarrer Maas- Heidel­berg, das Wort zu geben. Als Delegierter beft Weltbundes für Freundschaftsarbeit der Kirchen hat Pfarrer Maas selbst an derallgemeinen Konferenz der Kirche Christi für praktisches Christentum" in Stockholm vom 19.30. August 1925 teilgenommen und berichtete nun als Augen­zeuge:

Stockholm war eine ungeheure Sehn­sucht. Angesichts der gewaltigen Größe dieser Konferenz und der machtvollen und der stillen Weihestunden hingewiesen sei anir auf das in allen Sprachen gemeinsam gesungene, ge­waltige Bekenntnislied Luthers:Ein feste Burg ist unser Gott!" hatte man den Eindruck nicht nur: der Herr kommt, sondern: er ist da. ilnb nicht das gab der Konferenz ihre Vollmacht, dah sie von 700 Frauen und Männern aus 35 Nationen und noch mehr Kirchen beschickt war, sondern nur das eine, daß der Herr bei ihr war. Was hat Stockholm den evangelischen Kirchen zu sagen? Es will uns ein Prophet sein, der zu uns spricht: 1. Wacht aus! In seiner Schlußpredigt in der Kathedrale zu Upsala hat der betagte geniale Leiter und Vater der ganzen Wellkirchenkonferenz, Erzbischof Nathan Söder- b l o m, diesen Ton angeschlagen, den der Redner nun der Gemeinde weitergab und anläßlich dessen er begeisternde Worte über den Erzbischof fand. Aus Stockholm klingt es heraus, daß wir wach werden sollen zum Schauen des Todes um uns, und besonders zum Schauen des Gottes in unS: so ist Stockholm eine gewaltige Erweckungft- predigt.2. Dienen und si ch dienen las­sen! Wie die ganze Konferenz unter diesem Zeichen gestanden hat, so soll und muß e- toeltertlingen in den Herzen aller Evangelischen. Der Redner zeigte die Bereitwilligkeit des ganzen schwedischen Volkes zu dieser Konferenz, vom Königshaus an bis zu dem kleinsten Mann, und zeichnete bann ble Unterschiede zwischen den einzelnen Delegationen: neben den Führern der englischen Kirche, Bischöfe und Laie, die Franzosen, leidenschaftliche Ekstatiker, dann die deutsche Delegation unter Führung des Landes- bischofs von Sachsen D. Ihmels - Dresden, schwer und massig: die nordischen Bischöfe, ferner die Amerikaner und Orientalen, beide die jugend­lichsten in der Konferenz, Chinesen und Japaner, ja, ein Inder und ein Negerbischof. Wir müssen bereit sein, das Christentum anderer Kirchen kennen zu lernen und zu verstehen. 3. Die Kirche der Hoffnung! Stockholm hat uns eine große Hoffnung und eine große Aufgabe gegeben. In allen christlichen Gemeinden müßten sich jetzt Arbeitsgruppen bilden, die bereit sind, alle Fragen durchzudenken: Menschen, die Her­kommen von der ganzen Erfassung der Berg- prediat Jesu, und solche, die ganz erfaßt sind von der rauhen Wirklichkeit, müssen zusammen- kommen. Wir müssen kämpfen gegen die teuflische Lehre, das jedes Ding, jeder Beruf, jede Klasse in der Welt eigene Gesetze hat, daß wir weiter­kommen, das verlangt die Kirche der Hoffnung. Die Sünde ist mächtig, aber die Gnade ist noch viel mächtiger und an die Gnade sollen wir glauben.

Pfarrer Mahr wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß wir herauskommen müssen aus der Enge der Kleinstadt, und über unseren Ge- meinbeaufgaben nicht den weiten Blick für die große Kirche Jesu Christi verlieren, und erhob den Appell an die soziale Kraft, die im Chri­stentum ruht.

Nach dem GesangAch bleib mit deiner Gnade" schloß der eindrucksvolle Abend, für den dem Redner Dank gesagt sei.

Am Vormittag hatte Pfarrer Maas im Hauptgottesdienst gepredigt und eine andächtig lauschende große Gemeinde gefunden. H.

Die 7. Tagung der Dorskirchen-- vorsteher in Grotzen-Linden.

~ Die am Sonntag und Montag in @ r o fleu­ßt n b e n stattgehabte siebente Tagung der Dorfkirchenvorsteher hatte für die ober­hessische Dorskirchenbewegung ihre besondere Be­deutung. Sie war ein Wagnis. Denn die Dorf­kirche, die die Werte des Evangeliums au£ Grund des naturgegebenen Volkstums pflegen will, hatte bislang ihre Kräfte in der Hauptsache in Gegen­den erprobt, die im großen und ganzen ein ge­schlossenes dörfliches Volkstum aufweifen. Mit der Grohen-Linbener Tagung begab sie sich bewußt und absichtlich auf ein ihr seither weniger vertrautes Gebiet: in eine Landschaft, deren Dörfer sozial, kulturell und religiös stark von dem Fluten des modernen Verkehrs und der Industrie durchsetzt sind. Wohl war es ein Wagnis: aber soweit man geistige Werte an äußeren Maßstäben messen kann, darf man sagen: dieser Vorstoß ist durchaus gelungen. Die Dorf­kirche Oberhessens hat damit den Beweis er­bracht, dah sie das innere Recht hat, die sozial gemischten Gemeinden in ihren Wirkungsbereich zu ziehen. Insofern wird die Tagung von Großen-Linden richtungweisend für die Zukunft sein. Daß die Veranstaltung so wohl gelang, hatte einen ganz persönlichen Grund darin, daß sie vorbereitet war von einem vorzüglichen Kenner und Erforscher dörflichen Volkstums, dem Ortspfarrer Schulte.

Der Verlauf selbst hatte schon seinen eigenen Stil, der sich ganz von selbst so entwickelt hat. Die Veranstaltung umfaßte zwei Tage: Sonntag und Montag. Der Sonntag gehörte der Ge­meinde, die das Fest veranstaltete. Diesmal stand die ganze Tagung unter dem General­nenner: Der Sonntag auf dem Dorfe. Den Auftakt bildete der Gottesdienst, in dem Pfarrer Köhler-- Nidda in stimmungsvoller Predigt die Vorbereitung zu dem ganzen Fest bot. Für die Gemeinde war weiter ein Ge­meindeabend veranstaltet worden, indem Großen- Linden all seine musikalischen Kräfte aufbot, um einen wirklich wertvollen Abend zustande zu bringen. In seiner bekannten volkstümttchen Art sprach Heinrich N a u m a n n - Renzhausen über denSonntag im Volks- und Familienleben". Dekan S c r i b a überbrachte die Grüße der Dorf­kirche.

Der Montag galt den Kirchenvor­stehern. Etwa ihrer 300 nahmen teil. Vehr