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Preußen.

Dillkreis.

bt Medenbach, 9. Jan. Die im Frübjahi dieses Jahres in unserer Gemarkung erschlossenen Basalt st einbr^üche haben allesamt wieder den Betrieb still gelegt. Die Hoffnung aus gute und dauernde Arbeitsgelegenheit hat-sich leider nicht erfüllt. Die K a l k st e i n i n d u st r i e ist ebenfalls im R ü ck g a wg begriffen. In früheren Jahren war der Industriezweig hier weit ausgedehnt.

bl. Flammersbach.. 9. Ian. Die Firma R e e b non Dillenburg erbaut demnächst eine Drahtseilbahn von dem Bernbergskopf nach unserer Bahnstation. Man will damit für einen besseren Abtransport des Basalts sorgen.

bl. Dillenburg, 9. Jan. Nach dem neuesten Stande befinden sich im D i ll k r e i s e 1138 Bollerwerbslose mit 1787 Zuschlagsempfän» gern. Mit einer Erhöhung dieser Ziffern wird als­bald zu rechnen fein, da ^einige. Werke in Bälde wieder Kurzarbeit einführen, beider ist für die Zukunft keine Besseruyg der Wirtschaftslage zu

erwarten. Die Maul, und Klauenseuche tritt in der letzten Zeit im Kreise in erschrecken, dem Maße -auf. Flaut, in einem Bezirke die Krank­keil ab, tritt sie anderwärts wieder verschärft auf. Jahrelang wütet die Seuche mimpehr im hiesigen Gebfef, ohne- daß sie zum Stillstand kommt. Eine Beiye von WirkschafissN wurden mehrere Male von der Krankheit heimgesucht, so daß viele eine' starke Einbuße unter ihrem Viehbestand erlitten.

Mainguu.

WSN- Frankfurts M. 10. 3an. Nach einer AlittesilrN^ Oes SLä.ttstischen Amtes sind bei der F r e m d e n k o n t r o l l e der Kriminal­polizei von den Hotels, Gasthäusern. Herbergen usw. im 2anuar 1925 42 009, Februar 39 975, Marz 43 310, April 49 255. Mai 56 023, Juni 53 382, 2uli 54656, August' 49 429, September 47 134 Oktober 54 213, November 45 986 und Dezember 41 734 Fremde zur Anmeldimg ge­kommen. Der G e s a m t v e r f e h r im Jahre 1925 beläuft sich auf rund 600000 Personen, während in der Vorkriegszeit mit 500 000 ge­rechnet wurde.

Turnen, Sport und Spiel.

-Handball in (Biegen.

Polizei WetzlarHessen" Gießen 6:1 (4; 0).

t\ Nach langer Zeit hat man endlich in Gießen wieder ein Handballspiel zu sehen be­kommen. Die Gegner trafen sich auf dem Sport­platzTrieb" zum fälligen Verbandsspiel der -zweiten Serie. Da es sich um ein Spiel zweier Spihenvereine handelte, konnte man sich auf einen harten und zähen Kampf gefaßt machen. Das Spiel derHessen" war in der ersten Halbzeit keinen Groschen wert: bis sie zur Besinnung kamen, war es zu spät. Auch heute muhte man sich fragen: wie kann eine Mannschaft sich so hoch schlagen lassen, wenn sie im Vorspiel 2:0 gewinnt Anscheinend war ihnen damals For­tuna hold und heute muhten sie ohne diese spielen.

Man bekqm diesmal einen schnellen und har­ten Kampf zu sehen, auch hatte das Spiel manch schöne Momente. Leider war der Boden etwas aufgeweicht, dadurch kamen die Spieler öfter ins Nutschen, hauptsächlich dem eifrigen rechten Läufer derHessen" wollte der glatte Boden nicht behagen. Bei diesem Spiele konnte man feststelken, daß bei denHessen" noch vieles ver­besserungsbedürftig ist und sie sich noch einem eifrigen Training unterziehen müssen, wenn sie später in Gesellschaftsspielen gegen Gegner an­derer Bezirke günstig abschneiden wollen. Selbst­verständlich darf aber auch kein Spieler dem Verein seine Unterstützung versagen, jeder muh sich den Anordnungen seines Führers fügen und nicht nach seinem Kopfe arbeiten. Heute konnte man sagen: 11 Köpfe, 11 Sinne. Nur zu oft konnte man sehen, wie der Ball planlos weg­geworfen wurde, ob ihn ein Gegner oder ein Spieler der eigenen Partei erhielt, das war ja egal, wenn der Ball nur weg war. Dagegen konnte man sich an den Polizisten ein Beispiel nehmen, mit welch großer Tleberlegung sie spiel­ten, wie sie sich freistellten und wie sie immer den Ball dem freistehenden Mann zuwarfen. Wer die beiden letzten Spiele der Polizei ge­sehen, wurde heute von dieser Mannschaft an­genehm überrascht. Das Stellungsspiel und Fangvermögen war bei ihnen ausgezeichnet, auch hatte jeder Spieler den nötigen Willen zum Sieg mitgebracht, der bei denHessen" fast ganz fehlte. In der ersten Halbzeit wollte es bei den letzteren garnicht klappen, einzelne Spieler hielten nicht ihren Platz, andere waren zu be» quem, wieder andere kümmerten sich zu viel um die Fehler ihrer Mitglieder als um ihre eigenen. Dickköpfe soll man zu Hause lassen und nicht mit auf den Sportplatz nehmen. 3n der zweiten Hälfte, als man den Mittelläuferposten wechselte, konnten sie das Spiel ausgeglichen ge­stalten. Bei den wenigen Würfen, die auf des Gegners Heiligtum kamen, fehlte es aber an dem

nötigen Druck. Der Ghrentrefser war der einzige scharfe Wurf. In dieser Beziehung brauchte sich der Gießener Torwart nicht zu beklagen. Die Polizisten sorgen für die nötigen Kraftwürfe, so gut es ging konnte er sich seiner Haut wehren. Jedenfalls wäre mancher Fußballspieler iroh, wenn er einen so scharfen Schuß hätte, wie man da Würfe zu sehen bekam.

Nun zum Spielverlauf. Polizei hat Anwurf und kommt gleich vor das Tor der Gießener, wo es nicht länge dauert, und Nr. 1 sitzt zwischen den Pfosten. Schon nach zehn Minuten steht es 2:0 für die 'Polizei. Man mußte sich, wenn man den Eifer der Polizisten sah, den diese gleich zu Anfang ins Spiel brachten, auf einen hohen Sieg ihrerseits gefaßt machen.Hessen" kommt nur selten bis zum Strafraum des Gegners, wo es Dann auch mit der Kunst fertig ist. Die Polizei dagegen erhöht ihre Torzahl bis zur Halbzeit auf 4. 2kachüem Gießen eine kleine Einstellung üoegeno armen hat. kommt cito ne. mehr Schwung in die Mannschaft. Das Spiel ist nun ausge­glichen, manchmal sind dieHerren" sogar über­legen, aber da machte sich das Fehlen von guten Werfern im Sturm bemerkbar. Drei Treffer hätten erzielt werden müssen, man brachte aber nur einen fertig, dem die Polizei noch zwei entgegen» setzen tonnte. Beide Parteien waren froy, als der Schlußpfiff ertönte, denn mancher wurde hart mitgenommen und sehnte sich nach einem Bad, um sich vom Schmutz zu befreien.

Der Schiedsrichter Engel von B. E. Wetzlar leitete gut.

Wetzlarer Handball.

F. C. Wetzlar D. C. Wetzlar 6:1.

tz. Unter der Leitung des unparteiischen Schiedsrichters, Klier, vom B. C. trugen die beiden Vereine ihr Berbandsrückspiel im Sta­dion Spilburg vor ca. 300400 Zuschauern aus. Die Form eines fogenanntenLotalderbhs" kam auch in diesem Kampf auf beiden Seiten zum Ausdruck. Zahlreiche Sttafstöhe mußten das Spiel in den Grenzen des Erlaubten halten. Der aufgetaute Frost machte Platz und Ball etwas glatt, so daß ein technisch gutes Spiel nicht auffam. Zudam war eine ziemliche Un­sicherheit in der sieggewohnten F. C.°Elf fest­zustellen, hervorgerufen durch das güte Ab­decker, und den großen Eifer der B. C-.er, die mindestens ebenfoaiet Torchancen harten wie ihre Gegner. Sie legten aber eine solche Schuß - Unfähigkeit an den Tag, daß ihnen nicht zu hel­fen war, oder daß man ihnen hätte helfen mögen. Dadurch, daß beim F. C. nicht die ge­wohnte Kombinationsmaschine gleich lief wie fönst, tarn eine Unruhe und ein Durcheinander in die Mannschaft, die sie während des ganzen Spiels.nur fetten los wurde. Trotzdem war der

Sieg für den F. 6. verdient, weil er m groß« Ganzen doch die bessere Leistung zeigte. Die B. 6.et kamen nur durch einen 13-Meter-Wurf zu dem verdienten Ehrentor. Beim F. E. be­teiligte sich diesmal nicht der Innensturm, son­dern die gesamte Stürmevreche am Toreschießen. Die F. C.er führen nach tote vor in der Tabelle ohne Minuspunkte mit einem Torverhältnis non 37:4 Toren.

Fußball in Frankfurt.

Die Pokalspiele im Mainbezirk.

3'n dem Kamps um die Bezirksmeisterschuft im Bezirk Main wurde gestern das Spiel Fuß- ballsportverein FrankfurtAschaffenburger Vik­toria nachgeholt, das vor einigen Wochen wegen Überschwemmung des Aschaffenburger Platzes auSfallen mußte. Fußbcrllfportoerein Frankfurt stellte seine derzeitige gute Form durch einen glatten 5:0Sieg über die Mchaffenburger er­neut unter Beweis. Der Sieg der Frankfurter stand keinen Augenblick in Frage und war auch in dieser Höhe verdient. Franfurt spielte ohne Klump und 'Krebs. Die Meisterschaftsaussichten des Sportvereins Frankfurt sind damit weiter beträchtlich gestiegen. Zwar hatte er noch gegen Kickers-Offenbach und gegen Hanau 93 zu spie­len, aber die Aussichten dieser beiden Vereine sind gegenüber dem Frankfurter Sportverein heute als gering zu bezeichnen

Außerdem fanb gestern im Mainbezirk, wie in allen anderen Bezirken des Süddeutschen Fuß­ballverbandes, die dritte Rtmde der Pokalspiele statt, an der sich auch die Bezirksligavereine be­teiligten Besondere Beachtung unirbe dem Kampf Eintracht Franffnrt - Sportverein Bür­gel 1911 geschenkt. Eintracht zeigte sich aber von einer besseren Seite als man erwartete und fertigte die Bürgeler mit dem hohen Resultate von 6:2 ab. Weiter zeitigten die Pokalspiele noch folgende Ergebniffe: Kickers Offenbach - Sportklub Bürgel 5:1: Eckenheim Hanau 93 2:5; Germania Frankfurt Fußballverein Sprendlingen 2:4(1); Helvetia Frankfurt Vik­toria Kohl 4:5(1); Kickers Viktoria Mühlheim Rödelheim 02 2:0 tmb Union Niederrad - Rückingen-Langend, edach 6:0.

Weiteres vom süddeutschen Fustball.

3n Süddeulschland haben die Meisterschafts­spiele keine 2(enbetung gebracht und bringen können, da als einziger Bezirk, dessen Meist er- schast noch iricht geklärt ist, der Mainbezirk in Frage fomrnt. Hier wird das Zusammentreffen des FußballfPortvereins mit Hanau 93 die Ent­scheidung bringen. Im übrigen wurden auch in den anderen Bezirken Pokalspiele ausgetragen, die hier und da durch die Siege der Kreisliga- meine über die Bezirksliga Anffehen erregten.

Die in Bayern ausgrtragenen Verbands- spiele hatten zwar auf die bayrische OAeister- schasi feinen Einfluß mehr, dagegen dienten sie zur Ermittlung der Abstiegskandidaten, soforn nicht über ein neues Spielsystem beschlossen wird. Gegen den voraussichtlich absteigenden Verein Schwaben-Augsburg erzielte der 1. F. C. Nürn­berg nur ein 1:1, ttotzüem wird Schwaben. aubev= d rm noch Wacker München absteigen 1. F. C. Nürnberg Schwaben Augsburg 1:1, Wacker München S. Dg. Fürth 3: 4; 8160 München V.f.N. Fürth 1:3.

Rhein Hessen-Saar: Sp. Vg. Gries­heim Griesheim 02 4:1.

Baden-Württemberg. Bez.: Sport­freunde Stuttgart S. C. Stuttgart 2:3. Kickers Stuttgart V. s. R. Gaisburg 7:1.

Rhein bezirk: V. f. R. Mannheim F. C. Pirmasens 9:0, Phönix-Ludwigshafen Germania 04 Ludwigshafen 6:0. Waldhof Mann­heim Pfalz Ludwigshafen 3:4. Phönix Mann­heim Mannheim 08 4:2. V. f. L. Neckapau T. n. Spf. Freudenherrn 3:0.

Meisterschaftsspiele in Westdeutschland.

Sport-Dochum--Schwarz-Weiß Essen 2; 3.

Sport-Verein 95 Dortmund - B. V. 04 Lan­gendreer = 2:1.

Pelzmärtel.

Ein Nürnberger Spielzeugroman.

Nach dem Italienischen der Teresah erzählt von Gustav W. 6bcdein.

Copyright 1925 bh A. Scherl G.m. b. H., Berlin.

35. Fortsetzung. . Nachdruck verboten.

Wie sie sonst ein Jahrhundert aus dem Beitenschlafe zu erwecken hatte, so nun heute die aus dem Zauberschlafe, die der Stolz Nürn­bergs und die Freude der Welt waren.

Oh, das sollte mm wahrhaft eine fröhliche «Weihnacht werden!

Dringglück, Lu und Li. Fifi und Blau blau vernahmen, was in der Seele der Glocke vorging, und ihre Herzen schlugen höher und lauter, je höher und lauter Lachundsing tönte: Wecke sie, wecke sie, Sllberglocke, Jubelglocke! Tönt mit, alle ihr Nürnberger Glocken, schlagt an, schlagt an!

Als ob sie es gehört hätten, erwachte eine Glocke nach der anderen und siel ein, wie es Sitte war, wenn die Jubelglocke den Chor an­stimmte. Olur, daß sie es falsch auffaßten: da die Jubelglocke entgegen ihren Gewohnheiten Sturm läutete, glaubten sie nicht mehr und nicht weniger, als der Jüngste Tag sei angebrochen, und läu­teten auch ihrerseits Sturm.

Der Jüngste Tag! Weltuntergang! 2m Nu waren die Straßen schwarz von wimmelnden Menschen.

Was ist denn los?

Hin Gottes willen, ein Unglück!

Nein, es brennt, es brennt!

Die Lorenzer Kirche brennt!

Das Rathaus brennt!

Auf der Burg ist -Feuer ausgebrochen!

Da inüssen wir dabeifein!

Lauft, lauft!

Sie haben den Bürgermeister ermordet!

. Die Stadt ist umzingelt!

Der Feind bricht schon durch die Mauern! Wo denn?

Beim Frauentor!

Nein, beim Spittlertor!

Das kann doch nicht sein, dort wohnt doch der Nachtwächter, der läßt keinen durch!

Es brennt ja gar nicht, ich wenigstens rieche nichts!

Ich auch nicht!

Kein Nauch zu erblicken!

Es ist überhaupt nichts passiert!

Warum denn bann die Aufregung?

Horcht doch nur! Die Glocken läuten ja gar nicht mehr (Sturm! Sie jubeln ja, und die Silberglocke gibt den Ton an!

Bei Gott, cs ist die Jahrhundertglocke! Sie kündet ein außerordentliches Ereignis an!

Da erkannten alle, daß der böse Spuk von Nürnberg genommen war, sie fühlten den Pelz­märtel nahe, sie erwarteten sich tausend schöne Dinge.

Und wirtlich, die Glockenlöne wanderten, wie nur Heimatglockentöne wandern können, hinweg über Turm und Mauer, über Brücke und Fluß, und tarnen zur Wiese wo die verschollenen Kinder schliefen. Sie klangen, sie drangen in Ohr und Herz: Wacht auf, wacht auf, Weih­nachten ist's!

Wie aus einem bösen Traum erwacht, rieben sich die Kinder die Augen und schauten ein­ander ins Gesicht.

ilnter den Zaubertlüngen der Heimatglocken lüste sich Masche um Masche des tückischen Netzes, das Alcina um sie gewoben hatte. Sic wußten wieder, wer sie waren, fie erkannten sich und schämten sich.

Otto?"

LiefetT

..Weiht du, wo wir sind?"

Hörst du die Glocken dröhnen?"

Das sind unsere Glocken, unsere lieben, lieben Nürnberger Glocken!"

Sic Hingen so weihnachtlich!"

Und wieder sahen sie sich an.

Wir haben uns gezankt!"

Gerauft!"

Gepufft!"

Gekratzt!"

Bist du mir böse?"

Sei wieder gut!"

Auch für alle anderen war der ewig schei­nende Streit zu Ende.

Friedlich erwachten die Störche, streckten das rechte Bein lang, streckten das linke Dein lang, um die Steifheit herauszubringen, klapperten mit dem Schnabel und plusterten reiselustig die Federn auf.

2m Z?lt auf einem Heuhaufen saß Kuni­gunde und kämmte ihr Haar. Der Mantel mußte gebügelt werden, auch konnten die Schuhe das Aufpuhen vertragen.

Neben ihr stand Karl der Große und polierte im motten Schein der Wintertonne an feiner ver­rosteten Krone herum.

Die Marionetten zupften einander die zer­zausten Fäden zurecht. Krachauf leimte zum zwanzigstenmal seinen Zopf, und bei den Sol­daten hieß es:Gewehr reinigen! Hans Sachs zog neue Satter, auf seine verbeulte Laute und stimmte sein Lieblingslied an:

Wacht auf, es nahet gen den Tag ...

Fertig!"

Zum letztenmal ertönte das Kommando. Die Störche flogen hoch, und das war der Augenblick, wo das Sturmgeläut der Silberglocke Lachundsing in 2ubel umgeschlagen hatte. Sie lacht und singt, die Ruferin in luftiger Höhe! Die Reisenden erkennen fie, aufs tiefste bewegt und gerührt. Sie erkennen fie alle wieder, die lieben Glocken. Das klingt und fingl, das tönt und dröhnt, das hallt und schallt, als jubele und jauchze der Himmel selber.

Dim bam, bim barn, tong tongtong!

Sind es nicht Stimmen, die fingen, Seelen, die jubeln? Wenn die Heimatglocken klingen, ist es, als höre man die Mutter rufen...

Nürnberg, da taucht Nürnberg auf! Zuerst ringen sich die vier großen runden Wachttürme aus dem Nebel, dann bohren sich die Nadeln der Kirchtürme hindurch, die alle Durg wird sichtbar, immer mehr Dächer zeigen sich mit ihren breiten Kaminen, ihren lustigen Giebeln und putzigen Erkern, lind da da ist die Pegnitz, die kühne Drücke darüber, staunende Menschen...

Sie lacht und singt, fie singt und lacht, immerzu, die Jubelglocke, die Weckerin. die Siegerin.

Dierzehntes Kapitel.

Wie unter dem Jubel der Weihnachtsglocken dcvs siegreiche Heer der Spielwaren in Nürn­berg einzieht.

Endlich!" grollte Christophorus Herzens­räuber, als er den großen Schlüssel im Schloß knirschen hörte.Mein Rheumatismus komme über dein Haupt!" . ,

Meine Herrschaften," rief Pelzmartcl, ohne sich um den aufdringlichen Metstertrakeeler zu kümmern, in den unterirdischen Gang hinein, der Triumphzug kann beginnen!'

Der Triumphzug kann beginnen! hallte em glückseliges, noch ein wenig verschlafenes Echo zu­rück. Gleich Darauf gab es ein Gepolter und Gestolper, Gekribbel und Gekrabbel als fei der Jüngste Tag angebrochen.

Hraow'CMMMbBn- fl6kee*e*>*»rtnmnb = 3:1.

S V Orfe 066. B. W «ff« - 3.1.

F. D 08 Duisburg Pveußen-DlnSburg 10.

D. f. D. BotteovpWeiderich 06 0; 5

F. ff Gellenki vch»n 07 M D D. Lindo n 4:2.

Preußen-Essen -D. 1. B. Dortmund *- 4 3

6. D Oberßtncken-St-rwnDuisburg -1:1.

F. ff Kronmber^-B D. 04 Düffel dort- 2:3.

D. ff. Düsseldorf 05Spiel- und Sport ff*i- berfdb »1:3.

Uniot»-6refe£bD. f. D. Ruhrort *= 6 0. Unioro-Sambom3. D. Beek 2:2. Heffen-KasselDorussia-Fulda = 0: 0.

D. f. B. Marburg^Sport-Kassel 1:5.

Arminia-BielefeldS. D. Hamm 2:2

Greven OSB. f. L. Osnabrück - 2:4 ®. ff-. 03 Kassel Kurhefsen - Kalles 2:1

Norddeutsche Fußballmeisterschaft.

vo. Die Spiele um die Meisterschaft der Weser- und der Slbestaffel brachten am gestrigen Sonntag mir eine Ucberrakbung. Sowohl der Favorit der Alsterstaffel, der H. SV, als auch der der »orauSsichtliche Meister Der Slbestaffel. 2lltvna 93. konnten ihre Spiele siegreich been­den. Nur daS Ergebnis ViktoriaPolizei 0:2 bedeutet eine Ueberraschung. Alfter st affet H. S. V -St. Georg 4:0 (2:0), ViktoriaPolizei 0:2 (0:0), Wandsbecl -Eimsbüttel 1:3. Elbe - staffel: QHtona 93Rothenburgsport 5:1 (3:1), St. Pauli-SportUnion 2:2 (2:0). Blankenese Holsasia 3:2 (1:0), NienstedtenOttensen 3:5 (2:0).

Damit hat der H. S. V. in der Alster­staffel einen klaren Vorsprrmg inne, beim Vik­toria. stand bisher nur mit einem Punkt zurück an zweiter Stelle. Auch Altonas Spitzenstellung in der Elbestaffel hat sich durch das unent­schiedene Spiel der .Union gegen Di. Pauli-Sport verbessert.

Berliner Fuhball.

Die Berliner Fußballmeislerschaftss^iele brachten in der Abteilung A ein interessantes Spiel zwischen Hertha B. S. C. und Spandauer S. V.; nach dem 1:0-Siege steht Hertha weiter ungeschlagen an der Spitze. In der 'Abteilung B hat sich Norden Nordwest durch einen l:0-Sieg über die an zweiter Stelle stehende Tasmonia die Fühlung erkämpft. Der schwedische Fußballmeister

in Köln.

Jdrottsförening tzalftngborgKöln (Stabte- Mannschaft 4:3 (3:2).

Der schwedische Fußballmeister Jdrottsföre- ning Hälsinborg, der sich auf seiner Rückreise aus Portugal befindet, trug am gestrigen Sonn­tag in Köln ein Freundschaftsspiel gegen die bär­tige Städtemannschaft aus. Etwa 20 000 Zu­schauer hatten sich etngefunben, um Zeuge eines gut durchgeführten Spieles zu werden. Don den Vertretern der Stad) wurden die Schweden vor Beginn des Spieles begrüßt und ihnen ein Blu­mengewinde überreicht. Die Gäste traten tn ihrer stärksten Aufstellung an. Vorzügliche Leistungen boten bei ihnen der Torwart, der Finte Qfertef- diger und der Linksaußen. Die Kölner Mann­schaft hatte in der Läuferreihe einen schwachen Punkt. Der Sturm war gut. _<tßln war durch­aus ebenbürtig. Besonders S toato fch, der Wiener Amateur, der jetzt in einem Kölner Ver­ein mitwirkt, zeichnete sich tm Sturm aus. Dr. Bauwens-Köln leitete das Spiel zu allgemeiner Befriedigung.

Kein Fuhball-Städtespiel Budapest-Berlin.

vo. Das Fußball-Städtespiel Dubapest- Ber­lin, bas für den 7. Februar in Aussicht genommen war. wird, wie aus Budapest btfannt wird, nicht ftxrttfinben können, da das ungarisch-bel­gische Länderspiel nicht zustande kommen wird.

Auferstehung! Auferstehung'

Reveille! Reveille!

Das große Wecken!

Die Trommeln fchlugen, die Trompeten bliesen.

Angetreten!"

Das war das Militär.

Kra-kra!" prüften die Nußknacker ihr mäch­tiges Gebiß. Knackend dehnten die Puppen die eingeschlafenen Arme. Aechzend drehten sich die Windmühlen. Knarrend setzten sich die Leiter­wagen in Bewegung.

Ho, wie die Hunde zerrten! Die ®ummi- katzen machten einen Bücket wie ein Torbogen so groß. Die Menagerie brüllte, daß die Wände dröhnten.

Pelzmärtel mahnte zur Eile.GtwaS schnel­ler, wenn ich bitten darf.' Hört ihr die Glocken läuten? Sie rufen euch!"

Sie rufen unS! Die Glocken rufen uns! Unter dem Läuten aller Glocken ziehen wir in Nürnberg ein. Der große Tag ist da! Ruhm und Ehre, kllngllanggloria!

Wer wollte es den Spielfachen verdenken, wenn sie Stolz überkam!

BiS aller in Aeih' und Glied war, gab es aber noch manche Verzögerung, denn die Puppen­damen erklärten, sich unmöglich mit verschlafenen Gesichtern und ungemachten Haaren sehen lassen zu können, sie mußten erst Toilette machen. Und sie putzten und zupften so lange an sich heruni daß Pelzmärtel vor Ungeduld von einem Dein aufs andere tanzte.

Wie aus der Schachtel genommen seht ihr aus," bebberle er,was wollt ihr denn eigentlich

Etwas wollten die Damen und Fräulein immer noch.

Endlich, endlich, gerade alS die Silberglockc vom Sturmläuten inS Jubelrufen überging, konnte sich der Zug in Marsch fetzen.

Ich bitte mir aus. daß ich zur Entschädi­gung für meine unerhörte Aufopferung wenig- stens den Zug anführen darf", verlangte Christo­phorus Herzensräuber.

Gewährt", lächelte Pelzmärtel mit so ho- heitsvoller Herablassung, daß sich der OHeifter» nörgler wieder ärgern mußte.

«"Schluß folgt.)