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Das Zentrum für die Gröhe Koalition.

Berlin. 10. £tan. (TU.) Aus her heutigen Sitzung be? Reichvpartcivorstandcs und her Bor stände bei Reichstage und der Landtagssraktionen des Zentrums wurde nach Abschluß her Verband, hingen um 9 Uhr abends folgende» Evmm n n i q ne ausgegeben

Ön den Berichten aus alten Üande-teilen. insbe sondere des Westens, 'and di.- ungeheure, non Tag zu Tag steigende W i r 1 i d) n f t s n o t weitester Volksschichten einen erschütternden Ausdruck. Dar­aus 30g die Versammlung die Folgerung, daß zur lieber niinbung dieser Notlage nur ein e R cgi' rung auf b re Hefter Grundlage berufen hin kann: da» isl die Große Koalition. Der 'Verantwortung vir Bildung einer solchen Regie iimg kann [kb Feine Partei entziehen, der es ernst ist mit der (Vnifübrung einer zielsicheren friedlichen Antzenpoliiit und de, Nusrechterhaitung unserer Verfassung, der Gesundung der Wirnchaft und her Minderung der sozialen Notstände. Unuerant w 0 r t I i ch wäre es und für eine Verfassungspartei unerträglich, in der gegenwärtigen winschoftlichen vrifc noch eine Sta 0 tskrtfe bermifzubeschwä- icn. Sic wurde zur völligen Verelendung unseres Volkes, insbesondere der Arbeitannassen. führen. Die Versammlung erwartet daher non der Ben trum:irciition des NeichVags. hon alle Entschlossen heil und alle politischen Miit-l aufgeboten werden, eine solche tfntwirtlung zu Verbinder n.

Die Kasseler LoZ^aiLremoLrratie für die Grotze Koalition.

Kassel, 10. Jan. Am Sonntegoormittag fand hier eine Konferenz d.r sozialdemokratischen Ver trauensleut» des Bezirks Hessen Nassau statt, in der '2lbg. Scheidemann über die Frage der Regie­rungsbildung sprach. Seinem Reierat iolgte eine länger? Diskussion, nach der mit 139 gegen eine Stimme folgende Entschließung angenom­men wurde:

Die fBcnixmensleuic des Bezirks Nossen-Kassel erwarten von öer Reichstaassraktion, daß sie mit allen geeigneten Mitteln dahin wirkt, daß die Parteien, die die Weimarer Verfassung geschaffen haben, die Reichsregierung übernehmen. Da unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Verfasspngs- part$icn nur unter Hinzuziehung der Deutschen D 0 l k s p a r t e i als Große Koa­lition eine 'Reichsregierung bilden können, muß im Interesse bei Republik und der Zusammenarbeit der republikanischen Parteien a u f d i e Große Koalition ein gegangen werden. Die Vertrauensleute sind der Meinung, daß neben den bisherigen Erklärungen eine Wu­cherung der Bolkspartei bezüglich der Fürsten a d f i n d u n g und der Sozialpolitik die Voraussetzung dafür ist.

Der Strafvollzug.

Aus deni Ncchtsgusschnst des P cuft-scheu Larrdtafies.

D e r [ t n. 9. Ilan. Der Rech tsaus schütz des Preußischen Landtages beschloß, daß Gesänge- neu. die während ihrer Strafzeit in eine Irrenanstalt überführt werden müssen, die dort zugebrachte Zeit mH aus die Strafe anzu- rechnen ist. Beschlossen wurde auch, daß die Echlafrüumo für ern,i»ich Erkrankte und solche Gesangene, deren Krankheit von längerer Dauer ist, freundlich er zu g e st alten sind. Auch wurde der Antrag angenommen, den Ange­hörigen von Gefangenen bei deren Erkran­kung sofort Nachricht zu geben. Ferner tourbc beschlossen, dafür Sorge zu tragen, daß in jeder Anstalt bei den Kranken eine ausreichende Pflege bei Tag und Rächt zuteil wird. An­nahme fand auch her Antrag, daß zur bes­seren Aufrechterhaltung der Verbindung eines Gefangenen mit seinen Familienangehörigen, der Empfang eines Paketes mit Lebens­mitteln auch zum Namenstag oder Geburts­tage durch den Anstaltsleiter gestattet werden kann. Festgesetzt wurde weiter, daß Zuchthaus- gesangene der zweiten Stufe alle zwei Monate. Gefängnis- und Hallgefangene der zweiten Stufe alle vier Wochen besucht werden dür­fen. Die Besuchsfristen werden aus die Hälfte herabgesetzt. Der Bricfverlehr soll nie­mals kleinlich gehandhabt werden. Hierauf wandte sich der Ausschuß der Beratung über die Ge­fangenenfürsorge und der Frage von IlebergcmgSheimen für entlassene Gefangene zu. Der Rechtsausschutz beschloß, daß bei der Be­handlung der Gefangenen für die Erhaltung ihrer vollen Erwerbsfähigkeit unbedingt Sorge zu tragen ist. Weiter wurde em 'Antrag der Demokraten und des Zentrums angenommen, bei den größeren Gefängnissen die Anstellung eines hauptamtlichen Fürsorgers an­zustreben. bem vor allem die Vorbereitung der Unterbringung der Gefangenen nach detn Rück- tritt in die Freiheit obliegt.

Die Fürstenabfindungen. AnS dem RechtsanSschnst des Reichs­tages.

Berlin. 9. 3an. 3m Rechtsausschuß des Reichstages wurde heule die Beratung über die vermögensrcctztlich? Auseinandersetzung mit den Fürstenhäusern fortgesetzt.

Abg. Dr. Rosenfeld (Ö.) fragt, ob die deut,chnattonale Fraktion zum FaliEverling schon Stellung genommen habe.

Abg. Barth CSirtL): Auf die Frage habe ich namens der drutschnativnalen Mitglieder des RechiLaus^chusses zu erllären. daß wir unseren Kollegen einstimmig gebeten haben auch ferner­hin an den Beratungen des Rechtsausschusses teilzunehmen. iHört. Hört! links.)

Äbg. Dr. Rosenfeld (6.): Dazu erkläre ich, daß wir uns weiteres Vorbehalten.

Abg. Dr. E v e r l i n g lDntl.): Au? dem Pro gramm der Deutschnalionalen Volkspartei st.-ht nicht nur das 3mereile für den monarchistischen Staatsgedanken sondern auch das Eintreten für den Rechtsgedanken an der ersten Stelle. Da auch nach demokratischer Auffassung der Rechtsgedan.te eine gleichmäßige Auffassung aller Staatsbürger erfordert, hat unsere Partei die Ausgabe, für den Rechtsgedanken und damit für die hier mit Entrechtung bedrohten Staats­bürger einzutreten Der H?ezog dc 1 Altenburg hüt mich schon 1923 mit seiner Vertretung be­traut. Reich-lagsabgeordneter war ich damals noch nich'

Dbg. Dr. Rosenfeld (ö #: Ich muß schon sagen, daß es rin? .Unverfrorenheit sondergleichen ist. (Der Vorsitzende rügt schar i diese,; Ausdruck), twenn ein Abgeordneter, dem solche Vorwürfe ge

macht wurden, hier noch davon spricht, daß er sür ben Rechtsgedanken eintritt, während Recht und Anstand zu an bereit Folgerungen nötigen.

Der thüringische Finanzminister von m 111 n n c v behandelte bann zunächst die Alls einonderfetzung mit den ehemaligen in Schwa rz- b u r g -Rudolstadt und Schwarz du r g- S 0 n d erSh a u s e n regierenden Fürstenhäusern. 3n beiden Fällen sind bi? nach her Revolution abgeschlossen« n Abf in du ngSverträge spä­ter als gegen die guten Sitten verstoßend an - gefochten worden. Die Prozesse schweben noch.

Die Auseinandersetzung des Fürstenhauses Renß Jüngere Linie und Reuß ältere Linie ist durch nicht angefochtene Verträge erledigt.

Von einem Vertreter der Gesandtschaft des Freistaates Sachsen wurde mit geteilt, tast in Sachsen die Auseinandersetzung mit dem ehe­maligen Königshaus? vom 31. 3uli 1924 end­gültig erledigt sei.

Hieraus wurde die vorher abgebios ie Ge­schäfts otdmmgsbestatte über den F a I l (? r er- fing wieder ausgenommen.

Abg. von Richt b os en (Dem.) bedauert die Haltung des Abg. Everling ind der Deulleb- milionafen. Der Ausschuß habe iber leine (Mög- lichkeit. eine Aenderung dieser Haltung herbe zu- führen.

Abg. Schulte (3tr.i; Dav Zentrum würde einen Abgeordneten. her sich in ähnlicher *3itun- tirn wie b.'r Aea. Everling befindet, aus dem RechisauSschuß inrüetz-ebon. Höchst bedauerlich sei di? Erklärung des deut'chnat'onalen Abgeord­neten.

Die Ausfchußmebrbrit vertrat den Stand- punli. daß der Ausschuß zu einer geschnstsord- nungsmäßigen Entscheidung des Falles nicht zuständig sei. Hier habe Takt und Ge­schmus zu entscheiden. Die Behandlung der Frage im Aeltestenrat müsse von den Frate Honen außerhalb des Ausschusses angeregt wer­den. Der Ausschuß vertagte sich aus Dienstag.

Lin Diplomalenjubtläum.

Baron (YrvcrS, LV Ja!' c Holländisch, r (tzcsaridte in Berlin.

Zu Ehren des holländisch?« Gesandten in Berlin. Baron Gevers, der jetzt 20 3aßre in Berlin wirkt, wird der 'Reichspräsident am Montag ein Diner geben, an dem cer Reichs- k a n z l e r. Reichsminister Dr. S t r e s e m a 11 n, der (Nuntius Pacelli als Dvven des diplo­matischen Korps. d?r Vor .tzende des deutschen Roten KreuzeS. Landrsdirekkor v. Winter­feld. der deutsch? Gesandte im Haag. v. Lu­cius. und einige andere, durch ihren Wir- kungslreis dem holländischen Gesandten nahe­stehend? Herren teilnehmen woden. Baron Ge- vcrs, der 1856 in Petersburg geboren wurde und in Bonn seine Erziehung erhielt, hak seine Fugend in Deutschland verbra ch t. Sein Vater war niederländischer Gesandter in Petersburg. Vor dem Antritt seines Berliner Postens war Gebers Gesandter in Rom. Gr ist seit 1910 mit einer Tochter des holländischen Generals van dem Bosch verheiratet. An der Durchführung des L i e b e s w e r l e s s ü r Deutschland in ixm verflossenen Jahren war er hervorragend beteiligt. Baron Gevers ist der dienstälteste Gesandte in Berlin. Wer bas aus­gezeichnete Wirken des Barons Gevers m den schwersten 3obren, die das deutsche Voll erlebt bat. kennt, wird aus vollem Herzen dem Wunsche zustimmen, daß ihm noch lange ein segensreiches Wirken im Inter llte des niederländischen und des deutschen Volkes beschieden fein möge.

Zunahme der Arbeitslosigkeit.

Düsseldorf, 9. 3cm. (Wolff.) Dgs Lan- desarbeitsamt der Rh ein Provinz teilt mit: Um die Jahres wcurde wurden in der Rheinvro- vinz 246 000 unterstützte Erwerbslosen gezählt, darunter schätzungsweise 30 000, deren Arbeits­losigkeit durch das Hochwasser verur­sacht wurde, ferner 19 000 Baufacharbeiter und etwa 40C00 Bauhilfsarbeiter. Der Berliner A r b e i t s m a r 11 weist die'e Woche eine wei­tere Verschlechterung auf, an d? - fast (fite Be­ruf sgruppcn beteiligt sind Mit nn erster Stelle stehen die kaufmännischen Berufe. (Ben den Arbeitsnachweisen waren in dieser Woche 170 847 Personen gegen 160 089 in der Vor­woche eingetragen.

Fememorde.

(Berlin, 10. 3cm. (WB.) Am Montag werden an den Säulen von (Berlin und einer Reihe von Städten im Reich Plakate der (Ber­liner politischen Polizei fleben, aut denen 6000 Mark Belohnung für die Aufklärung von Fememorden ausgesetzt werden. Es ban- belt sich erstens um den Fall des Wachtmeisters Legner, her im Marz 1923 auf dem Truppen­übungsplatz Doeberitz ermordet und ver­graben wurde, zweitens um den Fall des ehe­maligen Feldwebels Wilms, der im 3ult 1923 mit zwei Schuhverlehungen aus der Havel ge­landet wurde, und drittens nun der Fall des September 1923 im Kcsselbruch des Döbritzer Truppenübungsplatzes mit zwei Schußverletzungen aufgefundcnen Leutnants d. R. Sand. 3n allen Fallen kommen Angehörige der damals bei der Reichswehr bestehenden Arbeitskomin.rndos. der sogenanntenSchwarzen Reichswehr", als Täter in Frage.

Parlamentarisches aus Hessen.

D a r m st 0. b t, 9. 3an Der Gesetzge- bungsa uSschütz beschloß Anträgen auf Auf­hebung der Immunität d§> Landtagsabgeordne- ten Sturmfeld und der Einleitung eines Slraf- verfährens gegen ihn die Genehmigung zu ver­sagen. Die Abgeordneten dB edler und Heinftadt haben einen Antrag eingebracht, in dem auf öle Hochwasserschäden in Hessen hingewiesen wird Die Abgeordneten beantragen, der Landtag wolle beschließen: 1. Die Regierung wird ersucht, den Schaden unverzücp lich unter Zuziehung der Kulturbauämler-Lanb- wirtschafte.- und Forstämter fest st eile 11 zu lassen; 2. ausreichende Mittel zur Be b c » bung der Schäden an Haus, Hof, Vieh usw. bereitzufteilen: 3. den Landwirten durch Vermitt­lung von Saatgut und Düngemitteln eine neue Aussaat zu ermöglichrn: 4. den geschädigten Landwirten weitgehend bei Pachtreguli.rangen, Pfändungen und Beitreibungen entflcfieinutem«- men; 5. einer Wiederholung solcher W.iffergc- fahren durch sofortig? Inangriifnahme der Re­gulierung de, Fluß laufe unter- ttirlung her Aachbarländer vorzubeugen, um so mehr als die große Erwerbslosigkeit die Durch­führung solcher produktiver Maßnahmen erfor­derlich macht.

Der Pariser SoziuMenkongretz.

Paris, 11. Jan. (21t) Der außerordent­liche Sozialisteukongreß wurde gestern vormit­tag in Anwesenheit von 2900 Delegierten er­öffnet. Bisher haben sich 32 Delegierte zum Wort gemeldet. Bei Eröffnung der Sitzung herrschte der Eindruck vor, daß die An­hänger der B e t e i l i g n n g s p 0 l i t i l ge­schlagen werden, da hie Provinzdelegierten die Beteiligungspolitil einmütig ablehnen. Von den Gegnern her Zusammenarbeit mit den 'Ra­ditalen sprach als erster Morel, der in un­gewöhnlich scharfen Ausbrüden mit ben 'Radi­kalen abrechnete, denen er Unentschlossenheit und Unaufrichtigkeit Dorwarf. Die sozialistische Par­tei habe den Radikalen stets die weitest­gehende Unterstützung erwiesen. Die Sozialisten hätten z. V. die Geheimfonds be­willigt. Als Herriot vom Senat gestürzt wurde und die Sozialisten einen Widerstand organi­sieren wollten, beriefen sich die Radikalen auf die Verfassung und machten nicht mit. Das Kar­tell sei bereits an diesem Tage zusammengebro­chen.

Für die sozialistische Partei käme eine Mit­arbeit mit den Radikalen nur daun in Frage, trenn sie b i a b s 0 l u t e M e h h e i t der Por­tefeuilles erholte. 3m übrigen seien die Sozia­list c,. bereit, die Macht allein zu übernähmen. Vis dahin könnten sie sich mit her Wieder- a u f n a h m e einer bedingten Unter - stü h v 11 g 6 p 0 I i t i f begnügen, wobei jedoch die Beschlüsse des letzten Kongresses entscheidend maß­gebend sein werden. 3n der Vaciuiittagssihung sprachen Ren nudel und Paul Voncour im Sinne ter Veteillgungspolitik. Die Generaldebelle nahm einen interessanten Verlauf d.irch das Ein­greisen des befnnuten Gewerkschaitssührers der französischen Eisenbahnen V i d e g n r a y, bet warm für die Beteiligung her Sozialisten an der Regierung eintrat. Das Kartell habe immerhin ferne Verdienste gehabt Zum Beispiel fei ihm die Räumung der R u h r zu verdanken und die Wiederaufnahme der Beziehungen mit Sow­ie t r u ß l a n d.

Den stärksten Eindruck rief die Rede bet, Abg. Paul Boncour hervor, der bekanntlich derjenige Sozialist ist, der nm stärksten für eine Beteiligung der Pnrtei an der 'Regierung ein tritt. Seit 1917, so erklärte er, habe sich die sozialistisch» Partei aus der politischen Arenn pirückgezogcn. Daher sei es auch gekommen, daß her Krieg auch später zu Ende gegangen sei, als man gewollt habe. Paul Boncour beschworle bann in pathetischen Worten bic So­zialistische Partei, nicht die Mehrheit der Links- gruppen zu sprengen. Die Geldmächte hätten wieder Vertrauen gewonnen, und man dürfe sich nicht der Gefahr nusseßen, baß der Sozialistischen Partei der Vorwurf gemocht werde, daß sie diese (Aeidmächte unterstützt und zur Liquidierung des Kartells der Linken beigetrogen habe. Ebensowenig dürfe man die Sozialistische Partei verantwortlich machen kön­nen für den Sturz des politischen Regimes vom ll.Moi 1924 uiib für ben finannziellen Zusammen brud) des Landes. Er könne ben Sozialismus nicht io auffaffen, daß dieser feine Geschicke auf dem Unglück des Landes aufbaue.

Die Vollsitzung des außerordentlichen fozialifti^ fchen Parteitages ist um Mitternacht zu Ende ge- gangen und die Weiterberatung auf Montag vormittag vertagt morden.

Der Manoatsauss chuß des Parteikov- greffes, der im Laufe der Mandalsprüfungen die von den einzelnen Bezirtsparteitagen vor* genommenen 21 b ft i m m u n g e n zur Kenntnis zu nehmen hotte, hat folgendes feftgefteUt: Es haben sich 1769 Stimmen gegen die Beteiligung, also für den Standpunkt der extremen Richtung, und 1306 f ü r den revisionistischen Standpunkt, also für die Richtung Renoudel, ausgefprvchen.

Kunst und Wifisnschast.

Derle'hung de: großen Staatspreise der Alademie der Künste.

Die Akademie her Künste hat bic großen Staaisvreife der Bildhauerin Ruth Horadan in Düsselborf und dein Architekten Erich P re- tor ius in Kassel verliehe 1.

Internationale Kunstausstellung in Venedig.

Die Leitung der Internationalen Kunstaus­stellung in Venedig hat Deutschland, wie früher, zur Teilnahme ein geladen und dabei ben Wunsch ausgebrückt, daß die Organi­sation der deutschen Abteilung durch den Di­rektor der städtischen Kunstsammlungen in Leip­zig. Prof. Dr. Richard Graul erfolgt. Direktor Graul hat den Auftrag angenommen.

2lus aller Welt.

Das Hochwasser in Holland.

Der ursprünglich nur 8 bis 10 Meter breite Durchbruch der Pssel bei Zalk hat sich auf etwa 120 Meter erweitert. Das ganze Gebiet zwischen der Zuhdersee, der (Mel und bem hohen Landstreisen der Veluwe steht feit Samstag vor­mittag bereits zum größten Teil unter Wasser. 15 größere Ortschaften find bedroht. Die durch das Gebiet führende Eisenbahnlinie ist bereits erreicht.

Eine HilfSexpedilion der »Hessen".

Berlin, 10. Jan. lWB.) Die Reichs-- marine bat das LinienschiffHessen" mit Be­gleitschiffen zur Rettung der im Finnischen Meer­busen in EiÜn01 befindlichen deutschen Schiffe entsandt. Da bei dem 'Rettungswert möglicherweise fremde Territorialgewässer be­rührt werden, find die S 0 w j e t regierung, die finnische und die estnische Regierung um ihr Einverständnis gebeten worden. Die ge­nannten Regierungen haben dieses bereitwillig gegeben und jede Unterstützung der Hilfsaktion z u g e s a g t.

Rcmbiiberfall in Mexiko.

Mexiko, 11. Ian. l'WTB Funttpruch.) 01 ad) Meldungen aus Guadalajoro überfielen 20 bewaffnete und vermummte Räuber einen Pettonenzug zwischen Guadalajara und Mexiko. Sie ermordeten die Mehrzahl der Reitenden und zahlreiche Soldaten der Begleitmannfcha'st. Zwischen den Haltestellen Regrete und (Mre- cuaro Überfielen die Räuber, die den Zug in Guadalajara bestiegen hotten, plötzlich die Sol­daten und Reifenden mit Messern. Von dir mi'litärllchen Beglcinnannschaft wurden alle dis auf 7 getötet. Die mit bent Leben davon ge­kommenen Soldaten sind schwer verwundet. Der Zug wurde in Brand gesteckt. Die Räuber fian» ben unter dem Befehl eines früheren Obersten. Sie entkamen auf her Lokomotive mit 300 000

Pesetas. Die telegraphischen Verbmbungen wur­den durchschnitten. Die Verfolgung ist etnge- leitet.

Bisher sind aus ben Trümmern bes Eisenbahn- zuges 20 mit Brandwunden bedeckte Leichen gc borgen worden. .1tein 'Wagen des in Brand ge steckten Zuges ist von den Flammen verschont gc blieben. Die Banditen sollen das 'Verbrechen began gen haben, weil sie in dem Zuge den General Ferreira vermuteten. Die Lokomotive, die die Banditen zur Flucht benutzten, wurde einige Sta­tionen von dem Schauplatz des Verbrechens ent­fernt entgleist aufgcfunben.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 11. Januar 1926.

Die Einkommensteuer-Voraus­zahlungen.

Das Reichsfinanzministerium teilt wegen der bevorstehenden V 0 r a u s z a h.l u n g s r a t e auf Einkommen- und K 0 r Perschafts­steuer mit: **

Am 10. <wegen des Sonutog» am 11.) Ja­nuar lSchonsrist 18. Januar) 1926 ist eine (Bor- auszahiungsrate auf Einkommensteuer undKörper- schaftssteuer fällig. Für die Pflichtigen^ die nach dem Kalenderjahr steuern^ ist es bic letzte Rote für bas Jahr 1925 (unb zwar für bic Ononafc Oktober dis Dezember 1925). Die Vorauszahlun­gen finb durch das Steuerübec.eitungsgefeh be­reits weitgehend an die mutmaßliche Steuerschuld angepaßt. Da jetzt aber ein abgeschlossener Steuerabfchnitt k>0as Kalenderjahr 1925) vorliegt, hat sich der Reichsminister der Finanzen im Hinblick auf die Vetriebsmittelknappheit der Wirtschaft mit folgender weiteren Anpassung einverstanben erklärt:

1. (Buchführende Gewerbetreibende können eine vorläufige Jahresbilanz vorlegen und ben Unterfchiebssteuerbetrag, bet sich nach der vor­läufigen Jahresbilanz aus den bisher für 1925 geleisteten Vorauszahlungen ergibt, als letzte Vorauszahlung für 1925 einzahten. Dabei kön­nen fic die Bewertungsvorschriften des (Sin- kommensteuergefetzes onwenben. Für die Er­öffnungsbilanz (1. Januar 1925) können einst' weilen bic Werte der Handelsbilanz eingesetzt werden, da die Werte für die Vermögenssteuer 1925 noch nicht feststehen. Auch müssen bic Ein- lommensteuervoifichriften über bic zulässigen Qlb- züge (§§ 1518 des Einkommensteuergesetzes, 1318 des Korperschaftssteuergesetzes) be­achtet werden.

2. Steuerpflichtige mit Einkommen aus Haus- besitz und Kapitalvermögen batten schon bisher ihre Vorauszahlungen nach dem Ueberfchuß der Einnah­men über die Werbungskosten zu zahlen. Es durften aber Absetzungen für Abnutzung (bet Hausbesitz), ferner Schulbzinfen einschl. Renten und Lasten, end­lich Versicherungsbeiträge und Kirchensteuern nicht abgezogen werden. Diese Steuerpflichtigen können biefes Mal auf einem befonberen Bogen ihr Ein­kommen unter Berücksichtigung her Abzüge ermit­teln, die davon zu zahlende Einkommensteuer selbst berechnen und den llnterschicdsbetrag '.wischen dem errechneten Gesamtsteucrbetrog und den bisher im April, Juli und Oktober 1925 geleisteten Voraus­zahlungen cinjüblen. Bei der Absetzung für Ab­nutzung bes Hausbesitzer, kann erstmals von dem Vermögenssteuerwert für die Dermögenssteuer für 1024 ausgegangen werben.

3. Wer als Einkommensteuerpflichtiger (nicht Korperfchaftsfteuerpflichtiger) von dem Recht zu 1 und 2 Gebrauch macht, kann, wenn sein Einkommen 10 000 Rm. nicht übersteigt, 550 Rm. als steuer freien Einkommensteil abfetzen. Lohnempfänger, die veranlagt werden, können 860 Rm. absetzen. An Sondorleistungen (Versicherungsbeiträae, Ausgaben für Berufsfortbildiir-.ci, Kirchensteuer ufro.) können ohne Einzelnachweis 180 Rm. abgefetzi werden, höhere Beträge müffen nachgewiefen werben. Für Versicherungen find keinesfalls mehr als 480 Rm. f ir den Steuerpflichtigen selbst unb je 100 Rm. für Ehefrau und jedes ininderjäyrige Kind abzufeßen.

4. Der Tarif beträgt: von ben ersten 8200 Rm. Einkommens 10 v. H.. von den weiteren ^000 Rm. 12' . v. H., von den weiteren 4000 Rm. 15 v H./ von ben weiteren 4000 Rm. 20 v. H., von den weiteren 8000 Rm. 25 v. Sy, von ben weiteren 18 000 Rm. 30 v. Sy, von ben weiteren 34 000 Rm. 35 v. H.. von den weiteren Beträgen 40 v. H. BK der Körperschaftssteuer beträgt der Sah grundsätzlich 20 v. H.

5. Wer ein.' solche Gesamterklärmrg (wie zu 1 und 2) jetzt nicht abgjbt, sondern feine Voraus­zahlung für Oktober bis Dezember 1925 nach den an sich bestehenden (Normen ohne Rücksicht auf die endgültige Schuld leistet, erleidet dadurch keinerlei Schaden. Ein etwa erforderlicher Aus­gleich findet bann bei ber Veranlagung statt. Rückzahlung bei früheren Terminen zu viel ge­zahlter Beträge erfolgt in jedem Fall erst aus Grund der Veranlagung, die im Frühjahr vor- genommen w'.rd.

6. Die Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung bleibt in jedem Fall unberührt. Auch Rachprüfungen dleib?n in jedem Fall Vor­behalten. Wer zu wenig Vorauszahlungen ent­richtet hat, wird gegebenenfalls Verzugszuschläge zu leisten haben.

7. Zur Vemreidung von Irrtümern wird darauf hingewiesen, daß solche Gewerbetreibenden, die in der ersten Hälfte des Kalenderjahres 1925 (z. V. 30. 3uni 1925) abgeschlossen haben, ,im 10. Januar 1926 eine Vorauszahlung nach den Vorschriften des Steueri'cberleitungsgesehes und der zweiten Steuernotvsrordnung zu enb richten haben, w'rm fie einen Steuerbescheid noch nicht erhalten haben. Haben sie ihn erhalten, dann ist nach Maßgabe des Bescheids die Voraus­zahlung erst im Februar zu entrichten.

Wettervoraussage.

Heiler bis wollig, später stärkere Vewol- hing, südliche bis östliche Winde, noch kalt, vorwiegend trocken, doch Morgennebel.

Ge strige T.'geslemperaturen: Maximum 3.4 Grad (y.Vüitx Minimum: minus 5 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: minus 3.4 Grad Celsius.

Bornotizen.

T a g e s ka l e n v e r für Montag. Gießener Konzertverein: 7.30 Llhr Reue Aula her Universität Shmphoniel'onzert. --- Gießener ; 1 ei.r'lligc Feuerwehr: 8 illjr bei Boß, Kaiser- i: Bionatsversammluag. Freiwillige

(. ; 1.1; tei e ctvehr: 8.30 Ubr Lei Sauer Monats- anlung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:

r Kampf mit dem Drachen". Astoria-Licht- spieie: .Der Findling von Reutzork".

Aus dem Stadttheaterbureau wirb uns geschrieben: Der Vortragsabend des Herrn