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Nr. 159 Drittes Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Samstag, f0. Zuli 1926

Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen

Reisen in Spanien.

Von E. o. Ungern-Sternberg.

Madrid, im Frühling 1926.

Tausende von glücklichen Menschen, die die Mög­lichkeit haben, in den Frühling hinaus nach dem Süden zu fahren, stellen sich die Frage: Spanien oder Italien? Man erinnert sich, daß auch in Spa­nien die Zitronen blühen und herrliche Kathedralen den Fremden in feierlicher Stille grüßen. Die Was­ser des Guadalquivir, Ebro oder Tajo tragen mehr Romantik, als der Po. Aber schließlich ist die anti- thettsche Frage: Spanien oder Italien? nicht richtig gestellt, die beiden südlichen Länder sind nicht das­selbe, sie ergänzen sich bloß. Die Erlösung, die uns Deutschen Italien gab, finden wir in Spanien nicht. Die heilige Jugendstunde, die uns allen ward, als wir zum ersten Male nach der Nachtfahrt in Verona erwachten, diese Stunde kommt uns weder in To­ledo, noch auf den schönen Hügeln in Granada. Man soll nicht nach Spanien gehen, um sich zu erholen. Es gibt in Spanien kein Sorrent uqb kein Capri, es gibt auch keine Mando­linen, nicht die Süße eines neapolitanischen Gesan­ges. Es soll eigentlich nur hierher kommen, wer ein iianz ernstes Herz hat und dem Klingen der Ge- chichte nachzuhorchen versteht. Dann versteht man 'ie granitene Herrlichkeit des Escorial, den stei­nernen Gesang der Kathedralen von Zaragossa, von Toledo ober Burgos, den Zauber der Moschee von Cordoba und die Herrlichkeiten Sevillas.

Für malerische Wandervögel ist Spanien nicht geeignet. Dazu sind die Strecken zu weit und zu öde, und der Spanier, der stets viel auf die äußere Form gibt, würde ähnlichen Besuchern wenig Verständnis entgegenbringen und wäre versucht, sie mit Stro­mern zu verwechseln. Spanische Wandervögel gibt es nicht, auch keine Handwerksburschen, die mit dem Ranzen auf dem Rücken durch die Lande ziehen. Wie auch würde sich der Wandervogel unterwegs in den Dörfern und Centos verständigen? Denn nirgends werden fremde Sprachen so wenig wie in Spanien verstanden.

Ein fleißiger Tourist kann in vier Wochen Spa­nien genügend kennen gelernt haben, ein sehr flei­ßiger sogar in 14 Tagen. Er wird dann geraissenhaft alle Alkazare erstiegen haben, er wird mit dem Mu- bejarftil vertraut sein und sich mit den Mozarabern Don Toledo befaßt haben. Das spanische Volk aller« tings, sein Wesen, seine Kultur und sein Herz, wird chrn fremd bleiben. Wer recht viel Geld hat, kann fs sich in Spanien sehr bequem machen. Er steigt in Madrid oder Barcelona im Riß oder im Palast- Hotel ab, zahlt etwa 50 Mk. für ein Zimmer, durch­eilt schnell das gegenüberliegende Pradomuseum, laßt sich vom Führer die Goy-, 'Murillo- und Ve- Inzquez^säle zeigen, schreibt Ansichtskarten, hört am Nachmittag Zigeunermusik in der Hotelhalle, fährt im eigenen Hotelauto nach Aranjuez, ober nach Tolebo, eher gen Norden in den Guadarrama und den Es- lorial, und hat es genau so komfortabel, als ob er im Adlon ober in den Luxushotels von Paris ober London weilen würbe. Man kann auf biefe Art burch Spanien riesen, ohne mit Spanien in Berührung 3*i kommen.

Aber bas Reisen in Spanien ist auch für Tou­risten mit anberen Anforberungen nicht billig, we- rigstens nicht für ben, der sich nicht einzurichten ver­ficht, und die einheimischen Sitten nicht kennt. Es üt meistens geboten, bei einem Aufenthalt auf einige Sage ein Hotelzimmer mit voller Pension zu neh- rnen. Sehr gute Hotels berechnen einen vollen Pen­sionspreis von 24 Pesetas eine Peseta rund gleich 0) Pf. Es ilt üblich, in Spanien höhere Trinkgelder ols in Deutschland zu geben. Bei einer kleinen Rech­nung, etwa für einen Kaffee, ein Glas Bier usw. fff legt man dem Kellner 15 bis 20 Prozent zu ge­währen. Bei größeren Rechnungen 10 Prozent. Man rechte auch viel auf das Aeußere. Der Spanier kleidet ssch immer gut, es wird beinahe als eine Unhöflich- Hüt aufgefafet, wollte man in Kniehosen ober Loben- mantel Spanien bereisen. Bei noch längerem Aufent- Halt kann man anstatt eines Hotels eine gute Pen­sion aufsuchen: bort schwanken bie Preise zwischen 10 u-inb 18 Pesetas täglich. Das Essen ist gut unb wichlich.

Man vergesse in Spanien auch nie bie Höflich­keit, unb man habe Gebulb. Die norbbeutsche Tu- 8pnb der Schneidigkeit ist hier niemals angebracht, M wird als Ungezogenheit aufgefaßt und kann zu unangenehmen Ueberraschungen führen. Es gibt f*'ine höflichere Polizei als es bie spanische ist, man f'mnt in Spanien auch keine Paßschikanen, keine rrufenthaltsbewilligungen unb ähnliche Errungen- I'haften ber Nachkriegszeit, es ist also fast unmöglich, mit ber Polizei in einen Konflikt zu geraten; aber einige wenige beutsche, schneibige Touristen haben es boch zuwege gebracht, unb ba ist es gut zu wissen,

baß eine Widersetzlichkeit gegen bie Polizei im Dienst nicht wie in einigen anberen ßänbern mit einer Gelb- ober Arreststrafe belegt wirb, fonbern wenigstens zwei Jahre acht Monate Gefängnis kostet. Die spanischen Weine finb schwer unb gut aber es ist in Spanien nicht Sitte, über ben Durst zu trinken, ein Trunkener ist eine verächtliche Er­scheinung, unb ba ist es ebenfalls gut zu wissen, baß Trunkenheit hier bei allen Delikten nicht als Ent- schulbigung, fonbern als straserschwerenb gilt.

3m übrigen finb bie Spanier ein liebenswürdiges Volk, freundlich und in den oberen und niederen Schichten voll feinster Sitte. Aber sie sind anders als die anderen Völker. Es scheint, als ob überall in ben Hintergrünben Spuk unb Wunber lauern. Es gibt geheimnisvolle Mabonnen, bie Glastränen weinen unb in weite Krinolinröcke mit reichem Ge- schmeibe gefleibet finb unb beren Füße Männer unb Frauen. küssen. Angefangen vom eleganten König bis zum Schnürsenkelhänbler tragen alle geweihte Amulette, unb bie meisten glauben an den bösen Blick. Es ist für einen Nordländer nicht leicht, unter Spaniern heimisch zu werden, er ist entzückt, er be­wundert, aber er ist nicht zu Hause. Auch das Fami­lienleben mit dem Zeremonienkram arabischer Art weicht vom Familienleben in anderen Ländern ab. Man hüte sich, in Gegenwart der Männer allzu ga­lant gegen die Damen zu sein, man fordere niemals die Hausfrau oder die Haustochter zu einem Spa­ziergang oder einem Theaterbesuch auf, ohne die Mutter oder die Tante mit in den Kauf zu nehmen.

Die spanischen Bahnen werden oft im Auslande verleumdet, mit Unrecht. Die Wagen sind sauber unb bequem, bas Publikum höflich unb freunblid) unb bie Bebienung zuovrkommenb. Es ist Sitte, ben Mit- reifenben feinen Speisekorb zur Verfügung zu stellen, man pflegt jeboch banfenb abzulehnen ober nur ein Stückchen Konfekt ober eine Zigarette anzu­nehmen. Zunge reifenbe Damen sollen es nicht für unhöflich halten, wenn sie einfach beim Vornamen ongerebet werben, nur Matronen ober älteren Frauen steht bie Anrebe Dona zu. Eine Unbequem­lichkeit ber spanischen Bahnen muß erwähnt wer­ben. Die Schnell- unb Expreßzüge pflegen keine Wagen zweiter Klasse zu führen. Wer also in Deutschlanb eine Fahrkarte zweiter Klasse birekt nach Mabrib löst, läuft Gefahr, an ber Grenze einen Post- ober Bummelzug benutzen zu müssen. Man löst beshalb am besten bei ber Ankunft auf spanischem Gebiet an ber Grenzstation ein sog. Ki- lometerbiüctt erster Klasse, bas etwa ben Runbreise- biUetts entspricht, woburch bie Fahrt sehr erheblich verbilligt wirb. 3eber Reisenbe barf 30 Kilogramm Freigepäck führen. Uebergewicht muß sehr teuer be­zahlt werben.

3n ber schönen Jahreszeit finb bie Nächte lau unb laben zum Träumen ein. Prächtig sind die Sonnenaufgänge und «Untergänge, schöner als man sie in den Alpen genießen kann. Der Himmel glüht, als ob er aus orientalischem Glas wäre. Goldene Sternenreihen treten wie Legionen an, und in der kurzen Dämmerung scheinen Lichtgestalten aus dem Himmel zu schweben und sich in schillernden Farben auf die Erde zu senken.

Spanien ist kein Land für Leute, die früh zu Bette gehen wollen. Die Theater beginnen um ein­halb 11 Uhr abends. Die Cafes und VarietSs finb bis 3 ober 4 Uhr morgens geöffnet. Es ist schwer, vor 9 Uhr morgens bas Frühstück zu erhalten.

3ebem, ber nach Spanien gekommen ist, würbe bie Reise zu einem Erlebnis. Es gibt kein anberes Lanb, wo man ben Staub ber Seele so leicht ab­schütteln unb ben Alltag vergessen kann.

Die Erlaubnis zur Einreise nach Spanien für deutsche Staatsangehörige, die ihren ordentlichen oder vorübergehenden Wohnsitz in Hessen haben, wird ausschließlich durch das Königlich Spanische Konsulat in Frankfurt a. M. erteilt. Dem ein­zureichenden Gesuch sind nebst eingehendem Beleg- material zur Begründung der darin enthaltenen Angaben folgende Unterlagen beizufügen: 1. ein von der jeweils zuständigen Behörde ausgestellter ordnungsmäßiger Reisepaß, 2. ein polizeiliches Führungszeugnis, 3. ein Lichtbild des Antrag­stellers. Bei Besuchs-, Studien-, Erholungs- und Vergnügungsreisen die schriftliche Bürgschaft von zwei namhaften Firmen oder Persönlichkeiten, die für jedwede Einwandfreiheit des Antrag­stellers mithasten, und deren Unterschriften, wenn dem Konsulate nicht persönlich bekannt, behördlich beglaubigt sein müssen. 4. An Gebühren 'sind zur -Zeit 22 Mark in bar mit dem Antrag im voraus zu entrichten. Die Einreiseerlaubnis hat Gültigkeit für ein Jahr.

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Eine zweckmäßige Verbindung von Gießen nach Spanien ist gegeben mit den Zügen:

Am Vormittag. O-Züge: Gießen ab 5,42 v., Frankfurt a. M. an 6,52 v. (umsteigen), Frank­furt ab 7,15 v., Appenweier an 11,20 v. (um­steigen), Appenweier ab 11,28 v., Straßburg an 12,25 n.. Straßburg ab 12,40 n. (über Mülhausen Belfort), Lyon an 10,42 n., Lyon ab 11,00 n., Avignon ab 3,55 v.. Tarascon an 12,24 n., Portbou an 3,18 n., Portbou ab 4,00 n., Barce­lona an 7,20 n.

Am Rachmittag. B. P.: G.eßen ab 3,38 n., Frankfurt a. M. an 5,10 n. (umsteigen), Frankfurt ab 5,32 n. (O-Zug bis Paris). Paris an 6,03 v. (umsteigen), Paris ab 10,00 v. (täglich verkehren­der Luxuszug über Bordeaux, 3run), Madrid an 10,40 v. Oder: O-Zug Paris ab 8,40 n., Madrid an 10,37 n.

Der Fahrpreis GießenBarcelona be­trägt ungefähr 3. Kl. 51,10 OHL. 2. Kl. 78.30 Mk., 1. Kl. 114,60 Mk. Der Fahrpreis Gießen -Madrid über Paris beträgt Ungefähr 3. Kl. 75,40 Mk., 2. Kl. 119,50 Mk.. 1. Kl. 170,80 Mk. Bei Be­nutzung des Luxuszuges wird noch ein besonderer Zuschlag zur 1. Kl. erhoben.

Schlechtes

Wetter in der Sommerfri.che.

»Gut Wetter" führt schon Luther in seiner Erklärung des Vaterunsers als zumtäglichen Brot" gehörig auf, und auch wir wiederholen diese Bitte, wenn wir die trüben Wolken am Himmel sehen, ober den Regen gegen das Fen­ster prasseln hören und dabei entweder schon in der Sommerfrische sind oder an unsere Ferien denken. Aber schönes Wetter ist nun einmal etwas, was man nicht so ohne weiteres vom Laufe der Ratur erwarten darf, und so ist es klug, sich auch bald auf schlechtes Wetter einzu­richten, wenn man in die Ferien reift. Man muh nur verstehen, sich dem Welter in Kleidung und Lebensweise anzupassen, dann kann man sich schließlich auch recht gut erholen und ganz wohl fühlen, wenn es gießt und stürmt. Wertvolle Ratschläge für diese Wetteranvassung des Ferien­reisenden gibt der Göttinger Hygieniker Prof Dr. Reichenbach. Die sprichwörtlia-e Redensart:Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur gute Kleider" hat insofern ihre Berechtigung, als man bei einer sachgemäßen Kleidung allen Launen des Himmels trotzen kann. Der Hygie­niker empfiehlt selbstverständlich, den Wetterschutz in die Ueberkleidung zu verlegen, da man sich ja im Zimmer nicht gegen Regen. Kälte und Wind zu schützen braucht, und er beschränkt sich haupt­sächlich auf Mäntel, die ja über jeder beliebigen Kleidung getragen werden können. Rach der Einwirkung der verschiedenen Formen des schlech­ten Wetters auf den Körper wäre danach nötig: gegen Regen ein voUkommen wasserdicht^, aber wenig Wärmeschuh bietendes Kleidungsstück; gegen Kälte ein gut wärmendes, dabei luft­haltiges und poröses Kleidungsstück und gegen Wind ein engporiges oder ganz luftundurchläs­siges Kleidungsstück mit mittlerem Wärmeschutz. Cs gibt keine Kleidung, die gegen Regen, Kälte und Wind gleich gut schützt. Am ehesten ent­spräche noch dem Ideal ein gut imprägnierter und nicht zu schwerer Lodenmantel, aber bei starkem Regen hält er nicht dicht, heftiger Wind bläst durch, und bei Regen und hoher Temperatur ist er zu warm. Deshalb soll man, gegen Regen und gegen Kälte, nicht dieselben Kleidungsstücke verwenden, sondern wenigstens zwei Mäntel zur Verfügung haben, von denen einer ganz leicht ist und aus voUkommen wasserdichtem Stoff be­steht und der andere aus warmem und porösem Stoff und am besten auch gegen Regen impräg­niertem Stoff besteht.

Der glücUiche Besitzer dieser beiden Mäntel trägt bei Regen und warmem Wetter den leichten wasserdichten, bei Regen und kaltem Wetter den warmen und den leichten darüber, bei Kälte und schwachem Wind den warmen, bei Kälte und starkem Wind denselben und den leichten dar­über. Für den leichten Mantel eignet sich weit­aus am besten der dünne, mit Leinöl getränkte Baumwollstoff, der unter dem RainenRegen­haut" im Handel ist; er ist sehr dünn und zu­gleich wasserdicht. Der sehr dicht gewebte im­prägnierte Stoff, aus dem man die sog. Wind­jacken verfertigt, ist viel schwerer und nicht so regensicher, gibt aber besseren Wärmeschuh. Richt zu empfehlen ist die kurze Form der Jacke, M sie bei Männern nicht die Knie schützt und auch bei den kurzen Röcken der Damen keine Abwehr des Regens bietet. Besonders wichtig ist natür­lich kräftiges, wasserdichtes Schuhwerk und ein nicht zu dünner Strumpf.Den Frauen muh be­sonders gesagt werden," meint Prof. Reichen­bach,daß Florstrümpfe und Spangenschuhe keine

passende Bekleidung bei Regenwetter sind, nicht einmal in der Stadt und noch viel weniger in der Sommerfrische." Kann man so durch die richtige Kleidung dem schlechten Wetter Trotz bieten, so muh man doch auch sein ganzes Ver­halten in der Sommerfrische danach einrrchten. um durch böse Witterung keine Schäden zu er­leiden. Vor allem soll man zu Anfang im Genuß von Freiluft und Bewegung mähig sein. Man darf nicht sofort unter den veränderten Verhält­nissen, die durch daö Klima und die Lebens­bedingungen des Ferienaufenthaltes gegeben sind, weite Spaziergänge oder grobe Bergbesteigun­gen machen, längere Zeit im Meer baden ulw. Da sich der Organismus nur allmählich den neuen Verhältnissen anpaht, da sich Herz und Gefähe langsam darauf einstellen müssen, so muh man systematisch vorgehen und sich auf die un­gewohnten Körveranstrengungen cinarbeitcn. Ge­rade ganz leichte Luftströmungen, der vielberu­feneZug", führen leichter zu Erkältungen als starker Wind, und so kommt der Hygieniker zu der Feststellung,dah sich Erkältungen in der Sommerfrische bei wirklich schlechtem Wetter ver­meiden lassen und tatsächlich auch weniger vor­kommen als bei gutem Wetter, wo die Schädi­gungen viel heimtückischer und hinterlistiger aus­treten, ohne dah die richtigen Abwehrmaßregeln getroffen werden". Endlich muh man auch dar­auf achten, dah man in der Sommerfrische ein heizbares, hübsches und behagliches Zimmer hat, in dem der Aufenthalt angenehm ist, wenn das Wetter einmal an einem Tage so ist, da*h< manauch einen Hund nicht vor die Türe schickt".

Wanderfahrten.

kahensurl Ulmbachlal Bellffein Greifenstein Edingen.

Wir benutzen den Frühzug nach Katzensurt (Sonntagskarte), gehen durch Greifental, vorbei an dem anmutig am Waldrande gelegenen Forst- Haus Langengrund.nach dem lieblichen Ulmbach­tal, das bei Holzhausen erreicht wird. Aeuß'rst lohnend ist die Wanderung an dem luftig plät­schernden Bächlein auswärts mit reizvollen Aus­blicken in die Seitentäler, au; romantische Fels- Partien und die nahen Westerwälder Berge. 3n Deilstein, das umgeben von bewaldeten Hohen mit seiner auf mächtigem Dasaltfelsen mitten im Dors liegenden Burgruine einen hübschen Anblick ge­währt, ist eine Ruhepause am Platze. Dicht bei der Ruine gute Gastwirtschaft. Der Weitermarsch mit schönem Rück- und Ausblick führt über die Deilsteiner Ley, einem im Walde gelegenen in­teressanten Basaltsteinbruch, dem leider durch Ab­tragung der Untergang droht, durch hübsche Wal­dung nach Greifenstein. Beim Austritt aus dem Wald prächtiger Blick auf die Burgruine. Rach Besichtigung der Burg und genügender Er­holung aussichtsreicher Abstieg nach Edingen, von wo wir heimfahren. Dauer der Wanderung höchstens 4 Stunden.

Gießen Wettenberg ßrofboefer Forst Schmelz Fronhausen.

Diese Wanderung ist, da fie v:el durch Wald führt, für die heiße Jahreszeit zu empfehlen. Wir gehen entweder die Krosdorser Straße oder fahren mit dem Postauto bis zum Wegweiser nach Launsbach, wo unser Wegezeichen (schwär.,e Punkte), dem wir auf der ganzen Wanderstrecke folgen, seinen Anfang nimmt. Die Markierung geht, wie schon früher beschrieben, über den Wettenberg. Bei Ueoerschreitung der Krofdors- Wißmarer Straße kreuzen wir die gelbe Punft- marfierung. An dieser Stelle hat der V. Sy C. Gießen neuerdings einen Abzweig (weißer Strich) angebracht, der auf die Alte Schanze, einen gut erhaltenen Wall mit Graden aus dem Sieben­jährigen Krieg, führt. Rachdem wir ein kurzes Stück an wogenden Kornfeldern vorbei gegangen sind, nimmt uns jetzt der prächtige, ausgedehnte Krofdorfer Forst auf, der uns stundenlang das Geleite gibt. Unterwegs kreuzen wir das lieb­liche Wißmarbachtal (schwarze Striche), nachdem kurz vorher eine weihe Keilmarkierung nach dem Waldhaus abzweigte. Etwas später überschreiten wir bei derDrautbuche" die rote Keilmarkie­rung: LollarWaldhaus. Bald darauf führt uns ein steiler Abstieg, der sog. Hirschsprung, in ein bewaldetes Tälchcm, dem wir folgen und im Salzbödener Tal den Wald verlassen. Wir gehen nun das Tal aufwärts bis zur reizend gelegenen Schmelz, wo Gelegenheit zur Einkehr ist. Ein Fußpfad, der gleich hinter der Schmelz in die Hohe geht, bringt uns wiederum durch schönen Hochwald zum Endziel Fronhausen. Die ganze Wanderung dauert, von Gießen gerechnet, fünf Stunden.

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