Ausgabe 
10.5.1926
 
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Die Genfer StudienkommWon

S)"ält Aanh, so siz aufe Weadder

onnen. Flugzeuge hätten geftem vor» bedeutenden gegnerischen Kommando- im Gebiet der Boni Teruol be-

das Kind den Maikäfer in der spricht es im Schwäbischen:Mosaküele, Stiiele, das; heint oder moara gurt wird", während es ihn in der Wetterau auffordert:Mennche, Weidche. weis mer «mol bei Spiegelche!" Auch zu mancherlei Redensarten gibt

derEckernfckäfer", wie er im Ravensburgischen heißt, Anlaß. Der Elsässer sogt als Kosewort:Du

Poris, 8. Mai. (WTB.) Wie Haoas aus Ra­bat meldet, ha, gestern früh die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten mit Artilleriebeschießung der in der Nähe der französischen Posten während des Waffenstillstandes ausaehobenen gegnerischen Schüt» zsngräben begonnen. Flugzeuge mittag einen l posten bei Ghafsai in schossen. In der Nacht vom 7. auf den 8. Mai hätten Truppenabteilungen im Frontabschnitt von Toza die Offensive auf den beiden Ufern des Wed Kert wieder ausgenommen, wäh» rend die spanischen Kolonnen von Asib Modar vor- aorückt seien Die gemierischen Besesiigungsanlagen in ter Gegend von oibi Ali und Bii Rokba seien eingenommen worden und die Truppen dar» über hinaus vorZestoßen. Cm Versuch der Nifleute, die verlorenen Stellungen wiederzunehmen, sei im Nahkampf abgeschlagen morden. Die französi­schen Truppen sollen nun vollständig das Tal des Wed SM beherrschen, während die spanischen Ab­teilungen heute früh trotz des lebhaften Widerstan­des des Gegners, der sich konzentriert hat, vorgerückt smd. Cm Flugezeuggeschwader beschießt die ganze Front und hat besonders über Tangist und Bu Rihab erfolgreiche Bombenabwürfe vorgenvmmen.

Die spanischen Truppen besetzten nach heftigen Kämpfen einige Höben südöstlich von Aijdir und schoben gleichzeitia ihre Front an der Meeresküste vor. Die Gegner hätten starken Widerstand geleistet, vier Maschinengewehre, Kriegsmaterial und ein Mn» nitionslager zurücklassen mfifien.

(Ein amerikanischer Flieger überfliegt den Nordpol?

Aeuhork, lv. Mal. (WTB.-FunttpruchZ Wte der Korresponbertt derOlendorf Times" aus Spitzbergen gemeldet, ist es dem aramla* nlschen Fliegerleutncmt Byrd auf einem 15*/»* stündigen Fluge gelungen, den Rordpol zu über-- sliegen. Der Flieger ist gestern nachmittag 4.30 wohlbehalten wieder nach seiner Dasis Kings bah zurückgekehrt, wo er von der ge­samten Bevölkerung sowie vor allem auch von der Besatzung der .Borge" überaus fteubbg be­grüßt wurde. Der Staatssekretär CDllbutn und der Staatssekretär der Marin« sandten dem Flieger Glückwunsch-Telegramm«, in denen sie ihrer Freude über da- Gelingen des- kühnen Unternehmend Ausdruck gaben.

Winter Im Ieschkeu- unb Iser-G«birg«.

Retchenberg, 10. Mai. lDTB.»Funk­spruch) 3m 3eschken- und im 3sergebirge ist 20 Zentimeter Beufchnee gefallen. Die frischen Triebe und die Baumblüte sind vernichet. Der Schaden ist sehr groß.

Schreckliches Cnbe einer Schülerfahrt.

Die Schüler der Volksschule von Barna in Bulgarien hatten einen Ausflug z u Schiff veranstaltet. Bei der Arönfeßr toarte» Dampfer genötigt, auf offenem Meer vor Anker zu gehen. Die Kinder mutzten in Booten an Sand gebracht werden. Sin mit 40 Kindern besetztes Doot kenterte, 25 Kinder ertrank««.

Ausgrabungssuude \u Lüdpolüstlna.

OBie cmS Jerusalem gemeldet wird, ist bei Ausgrabungen bl der alten Königsstadt Kiriat Sepher in Süd-Palästina eine der vollstän­digsten alt-kanaanitischen Riederlassungen zutage gefördert worden. Die Mauern find 40 Fuß hoch uni> 10 bis 40 Fuß breit. GS wurden auch große komplizierte Fort-Anlagen, Turme und Dogen- Pfeiler, sowie ein System von Gängen und Zim­mern zur Aufbewahrung von Vorräten auS der Zett von 2000 bis 600 vor Christi freigelegt.

migteit besteht, haben wir es in der Hand, 'Bölfer- bundsaktivnen unmöglich zu machen, die uns zu irgendwelchen Boykottmaßnahmen oder militäri­schen Maßnahmen gegen andere Staaten zwingen könnten. Die Einstimmigkeit des DölkerbundSrates bildet ja auch eine der Grundlagen des Berliner Vertrages, der im übrigen in Gens gar keine Rolle spielen dürfte, nachdem sämtliche Kronfuristen, haben zugeben müssen, daß keinerlei Handhaben für irgendwelche Einwendungen gegeben sind. Die Beibehaltung der Einstimmigkeit ist in jedem Falle für Deutschland die Voraussetzung aller Lösungen, hier können wir überhaupt nicht mit uns reder» lassen, solange nicht eine andere Form gesunden wird, die uns die gleichen Rechte sichttt. Unb das wird kaum möglich sein.

Gegen röte Vermehrung der Sitze deS DölkerbundSrates sewst werden wir uns an sich vermutlich nicht unbedingt wehren. Es ist schließlich nicht einzufehen. weshalb nicht Spanien oder Drasilien oder China oder andere Staaten entsprechend der Dedeutung ihrer Welt- geltung in den Rat etntreten sollen. Rur muh eben Vorsorge getroffen werden, daß das Gre­mium des Rates nicht zu grotz wird, denn sonst wird der ganze Apparat verhand­lungsunfähig.

Bleibt also unsere Stellung zu Polen. Dah wir das Eintreten Polens in den Völkerbunds- tat nicht unter allen -Umftänben zu verhindern imstande waren, haben wir gewußt, als wir un­sere Anmeldung seinerzeit nach Dens schickten. Die Polen haben ja wiederholl für einen der nichtständigen Sitze kandiert, daß er vielleicht bas nächstemal die Stimmen heranhole-i würde, die jetzt noch fehlen. Wogegen wir uns wehren, ist lediglich, daß Deutschlands Anmeldung mit dem Eintrllt Polens in den Rat unmittelbar verkoppelt wird. Geht aus den allgemeinen Wahlen Polen als Vertreter der Kleinen Entente in den Dölkerbundsrat hinein, dann müssen wir uns bannt abfinden. Das ist auch etwas ganz anderes, als das, was die Polen wollten, dis gleichzeitig mit uns durch die Tür gehen möchten, um damit ihre Grohmachtstellung zu dokumentieren und wohl auch um mit Hilfe des Völkerbundes ihr stark ramponiertes Ansehen zu bessern. Inzwischen ist in Polen die Lage nicht besser, sondern schlechter geworden. Der internationale Kredit ist gleich Rull, die Wirt­schaftsnot nimmt zu. Ob Polen sich überhaupt in den Herbst hinüberrettet ohne Staatsbankerott, ist einigermaßen zweifelhaft. Entwickeln die Dinge fich aber in Warschau so weiter, bah Po­len unter Äuratell gestellt werden muh. dann wird im Völkerbund kein Mensch Reigung haben, disfen konkurs gegangenen Staat ausgerechnet in den Rat zu schicken, und dann löst sich dieser Teil des Problems ganz von selbst durch die polnische Unfähigkeit

nach der Ansicht der nteiften 'Blätter auch in der uneinigen Streikleitung bemerkbar machen.

Die StreitzwischenfaNe mehren sich und nehmen auch an Erbitterung zu. Hier wer­den LebensmittellranSporte angehalten, Züge mit Steinen beworfen, dort wird die Entladung von Schissen von Freiwilligen verhindert ufto. Tag­täglich werden aus den größeren Städten Ver­haftungen vvn 20, 30 und mehr Personen gemeldet. Die Regierung hebt indessen in ihrem heutigen Bulletin hervor, dah «s fich In den meisten Fällen um Taten Mit Straßen- Iürnmels handele, die mit dem Streik nichts zu tun hätten. Alle Zeitungen warnen die Be­völkerung vor Gewalttätigkeiten. Don Mangel an Kohlen ist bis zur Stunde nichts zu werken. 3n der Eity marschierten heute Militärtrupps in Richtung auf die Docks. Auch der Regents- Part wurde unter militärische Bewachung ge-

Unruhen in der Provinz.

3n Cardiff muhte die Polizei mit Knüp­peln vorgehen, um Ausschreitungen zu unter­drücken. Die betamUen berittenen Horfe-Guard- Wachen in Whitehall sind durch Life-Guards zu Fuh ersetzt Worten, die Gewehre tragen. 3n den Docks von Liverpool sind 3500 Arbeiter da­mit beschäftigt, 25 Dampfer zu löschen 70 Proz. der dortigen Dockarbeiter waren bis gestern zur Arbeit zurtickgekehrt. 3n den Manchester- DockS liegen zwei Schisse, die ihre Ladung nicht löschen können. Gin Zerstörer ist nach dem Hafen gesandt worden. In Portsmouth waren gestern 90 Proz. der Straßenbahnangestellten an der Arbeit.

Ländern aufgesogen sein würde, zerstören. Die Geburtenziffer sei im Steigen, die Sterblichkeitsziffec im Abnehmen begriffen. 1913 Zählte man aus 10000 Einwohner 192 Geburten. 1924/25 etwa die gleiche Anzahl. Im Vergleich dazu habe Deutschland vor dem Kriege auf 10 000 Einwohner eine Geburtenzahl von 283, dagegen heute nur noch eine solche von 200 zu verzeichnen. In England entfielen 1913 auf 10 000 Einwohner 238 Geburten, heute nur noch 136. Die Kindersterblichkeit habe vor dem Kriege in Frankreich 13 Prozent betragen, sie sei 1925 nut 9 Prozent ge­fallen. Der Prozentsatz der Geborenen erreiche somit denjenigen Deutschlands unb übersteige ten Englands.

Oie französisch-spanische Offensive in Marokko.

In Preston mußte die Polizei gestern viermal mit Knüppeln gegen eine vieltausend­köpfige Menge vorgehen, die versuchte. Me Poll- zeistcttion zu stürmen, um einen Verhafteten zu befreien. Verschiedene Polizisten bürten durch Steine und Ziegel getroffen. Auch in Hull fanden neue Ausschreittmgrn unb Plünterungen statt. 40 Personen wurden verletzt darunter zwei Polizisten In Rewcastle muhte die Polizei zwei Knüppelangrifse auf die zehn- taufendköpsige Menschenmenge machen. Im Bergwerksgebiet wurden mehrere weitere Attentate gegen Eisenbahnen unternommen. Sechs Mellen nördlich Rewcastle wurde ter größte Teil Oer Fensterscheiben eines Zuges eingeworfen. Verschiedene Passagiere erlitten Verletzungen. Ein Stgnalhäuschen wurde in Brand gesteckt. '

3n Glasgow haben sich ebenfalls Zu- sammenstbtze zwischen Streitenden und Polizei ereignet. Den Hauptherd ter Unruhen bildete das östliche Stadtviertel. Die Polizei hat zahl­reiche Verhaftungen vorgeuommeir. In D u n d e e ch auch zu Zusammenstößen gekommen, wobei fünf Personen verhaftet wurden. Als neues Moment find Plünderungen zu verzeichnen. In einigen Städten Englands macht sich Rah. rungsmittelknoppheit bemerkbar, die aber nach Angaben ter Behörden sich leicht wird beheben lassen.

Frankreichs Bevölkerungs- stattstik.

Paris. S. Mai. (Wolfs.) Arbeitsminister Durafour hielt gestern abend bei einem Bankett in Tours eine Rede, in der er auf die Bevöl- ?6slage in Franlreich zu sprechen kam. Er erklärte u. a_: In Paris gebe es nur 147 000 Arbeitslose, während die Zahl in Lonbon vor dem großen Streit 800 000. In Berlin 450 000 be- ßegente, daß Frankreich in etwa zehn Jahren von gewissen benachbarten

Aus der Provinzialhauptstadt.

Dietzen, den 10. Mai 1926.

Der BraunKittel.

Etwas vom Maikäfer.

ist fie wieder da, die holde Zett, der wunderschöne Monat Mai", da der Jüngling Urrebe^ reimt aufTriebe", daBlümlein blühen zu Haus , die Studenten jubeln:Der Mai ist gekom­men" und die Kinder fröhlich fingen:

Maikäfer flieg, Dein Bater ist im Krieg, Die Mutter ist in Pommerland, Pommerland ist abgebrannt, Maikäfer flieg!"

Ja, dann ist er wieder da, der luftige Bursch« tm braunen Röcklein, nachdem schon im Winter v«r- eiiuelte vorwitzige Exemplar« durch ihr verfrühter Erscheinen unglückliche Redakteure zur Verzweiflung getrieben haben. Aber jetzt erscheint er nickt mehr einzeln, n nein, in Gesellschaft guter Freunde burri er lustig umher, nunjeder weiß, was fn ein Tioifajer für ein Bogel fei", und nicht nur Mar und Montz verwenden ihn als Mittel für ihre bösen Streiche, es gibt auch andere schlimme Buben, die ich refpefflns an würdigen Onkem vergreifen und nicht bedenken, daß der Braunrock, den sie zwn Helfershelfer machen, früher gleich der Schwalbe und dem «torch bei seinem ersten Erscheinen feier lief) aus dem Wold eingeholt wurde. Roch im 17. Jahrhundert geschah das in Schleswig durch di- ipinnendsn Mädchen. Eine affe Beschreibung des maygratenfestes" non Ulrich Petersen besagt. ,Cin sonderbarer Aufzug der vormaligen schleswig'schen Opinnradamazonen einen cancharidem ober mit grünen Zweigen Maykcifer einzuholen, wobei denn hiesiges Rathaus mit grünem Busche ansgezieret/ Später holten bann Kinder den ersten Maikäfer in die mit jungem Griin geschmückte Stadt ein.

Der Maikäfer kündet ein fruchtbares Jahr. So beißt es 1625:Item, wann es viel Maykäffer gibt. Helt man es auch für gute Jahre." Besonders ein gutes Weinjohr steht dann bevor.Ein jeder Mai­käfer hat ein Gläslein Wein auf dem Rücken", od-r meint der Elsässer:ö jeder Maikäfer bringt Ohme Win. axner mr muß m e abnehme."

Trotz dieser günstigen Borbedeutung wird der braune Geselle nicht gern gesehen: mit gutem Grund. ?cnn wie Hebel sagt:Im Frühjahr kommt als­dann brr Maikäfer, frißt euch die Bäume kohl mir Besenreis". Im Jahr 1481 suchte der Bischof von Chur der Plage dadurch zu steuern, daß er Me Maikäfer in ein ödes Tal verbannte, allwo sie verhungern sollten. Heute ziehen die Kinder in Schoren aus, um denbrummigen Draimrock" rote fßeicr Dörfler ihn nennt, von den Bäumen zu schütteln, nur in einem Wäldchen bei Basel Hot er eine Freistatt, wo er nicht gefangen werden darf. Anderwärts dienen die Tiere, die nicht ein un-

1 ^nde als .fy'ibnerfutter nehmen, zum be- Hebfc" ^Tinberfptel. Schon Aristonhanes spricht in denWolken" von den Knaben, die den Kater znm Sviel an einen Foden banden. Im 16. Jahr, hnnberf heißt es:Dte Maiokefer bannb ich an tveben unnb mueften mir zuer flannb fluegen ober j ('n ' diesem Spiel singen die Kinder per- falteten« Reime. Entweder das vorher bereits an- ^führteMaikäfer flieg, dein Vater ist im Krieg", heilen zweite Hälfte Im Jahre 1848 folgendermaßen abgoroandelt wurdeder Decker ist im Oberland unb macht die Republik bekannt". Im Schwäbischen singt das kleine Volk unter anderem:

Mosakeafer predige, Moara kommt der Schroedige, Moara kommt der Dilldilldum, Bringt alle alten Weiber um."

Heut« nimmt nun in Genf die Studt« nlom Mission des Völkerbundes, di« «ingesetzt ist, um all« Fragen zu prüfen, die mit der (k r w ei­te r u no des DölkerbundSrates im Zu­sammenhang stehen, ihre Arbeiten auf. Die Aus- sichten über die Möglichkeiten, die für die Kom­mission überhaupt bestehen, haben sich in letzter Zeit stark gewandelt. Es ist noch gar nicht lange her, da war man allgemein sehr pessimistisch und glaubte, daß aus den Beratungen überhaupt nichts berausfommen mürbe; heute ist die Stimmung in Paris und London wesentlich zuversichtlicher, nicht zuletzt deshalb, weil sowohl Chamberlain wie Briand die Erklärung abgegeben haben, daß alle Bin­dungen, die früher für sie bestanden, setzt fort­gefallen sind. Das heißt also, daß Briand nicht die Verpflia)tung hat, die Polen unter allen Umstän- den In den Rat zu lancieren, und daß Chamberlain den Spaniern gegenüber genau so freie Hand hat. Fragt sich nur, wie weit die Staaten der Entente von dieser Freiheit Gebrauch machen, inwie­weit sie also wirklich entschloßen sind, die Pflicht der Loyalität Deutschland gegenüber innezuhalten, gegen die sie im Frühjahr so schwer verstießen.

Ein gutes Vorzeichen ist es gewiß, baß die­selben Juristen, bie in London bereits zufrieben- stellente Arbell geleistet haben, sich hier wieder treffen. Sie kennen röianter also, eine be­stimmte Vertrauensbasis ist geschaffen, so datz man immerhin nicht von vornherein mit einem negativen Ausgang ter Beratungen zu rechnen braucht. Die amtlichen Stellen glauben sogar. Kbatz schon in vierzehn Tagen ein Bericht aus-

beitet sein kann, ter den deutschen Wün- ebenso Rechnung trägt, wie den der übri- aen Staaten. Das ist indessen nur denkbar, wenn die Kommission sich lediglich auf die technische Seite beschränkt und alle Politik aus dem Spiele läßt. Beabsichtigt scheint das auch zu sein, jeden- salls soll zunächst eine Rnterkommlsslon tagen, die jede öffentliche Beleuchtung ausschaltet und die verschiedenen Lösungen solange durch­einander schüttelt, bis etwas Brauchbares her­auskommt. Erst bann gehen die Dinge an die Studienkommission selbst zurück, die Wohl nur wenn alles gut geht dos ©iegel darunter fetzt.

Für Deutschland aber ist und bleibt nun einmal das Politische ausschlaggebend. Unb da stehan für uns genau dieselben Gesichtspunkte im Vordergrrrnte. die schon im Frühjahr maß­gebend waren. Wir müsien aus ©rünben ter Selbstachtung verhindern, baß Polen einen stän­digen Ratssitz bekommt, wir müssen Wert darauf legen, baß das Gleichgewicht innerhalb des Rates nicht verschoben wird unb daß endlich das Prinzip ter Einstimmigkeit nicht beseitigt wird, eben weil sich sonst das älebergecoicht. ter ®ntenteftaatcn Deutschland gegenüber zu stark geltend machen kömtte. Rur solange bte Eirvsttm-

dUf den Kops ter Bevollerung sc..

1918 von 02 auf 02 Hektoliter zugenommen. Auch aus anderen Zahlen ergebe sich, daß von einem Rückgang des Alkoholverbrauches in Deutschland keine Rede sein könne. Der Altohol» mitzbrauch sei nur zurückzudrängen, wenn sich bi« gesellschaftliche Sitte ändere und wenn der massenhafte Anreiz zum Trinken auf­hör«. Der Redner tritt dann für einen sozial- demokratlschen Antrag ein, wonach von der Re­gierung die Einführung des Gemeintetestim- rmrngSrrchteS erwogen werten soll.

Abg. Rippel (bnat) erklärt, ein kleiner Teil ter deutschnationalen Fraktion sehe in dem GemeindebestimmwigSrecht eine wirksame Waffe zur Bekämpfung der Auswüchse des Alkohols und werde deshalb für den sozialdemokratischen An­trag stimmen. Wir haben starke sachliche Bedenken gegen daS Gemeindetestimmungsrecht.

Wit brauchen ein Schavksiättengeseh, das mit energischen Mitteln den Auswüchsen entgegeo- trift Wir brauchen für die Jugendlichen bis zu 16 Jahren ein verbot desAlkoholver- b r a o ch e s und für Jugendliche bis zu 18 Iah­ten ein Verbot des Schnapsverkauf».

Wir wollen auch eine Decmini ecung der Schank- stätten in dem Verhältnis eine auf 400 Ein­wohner. Dis sittlichen Qualltäten des Konzes- fionsnachsuchenden müsien strenge geprüft werden. 2m Ausschuß wird darüber zu verhandeln sein. Die Mehrheit meuter Partei lehnt das Ge- meindebestimmungsrecht ab.

Abg. Frau Weber (Zentr.) bezeichnet eS als notwendig, die große Kulturfrage, di« hier verhandelt werte, aus dem Parteigezänl heraus- zunehmen. Die Angstpsychose vor en et Trocken­legung als Folge des Gemeintebestimmungs- rechtes sei vollkommen unbegründet. Won Hobe Angst vor dem Volle. Angst vor den Anhängern des Gemeintebest:mmungSr«chtes, weil deren Masse immer starrer anschwelle. Die Rednerin für ihre Person und nicht für das ganze Zentrum, spricht sich für dos Gemeintebestimmungsrecht aus.

Abg. B i ck e s ^Dtsch. Dp.) wendet fich gegen das Gemeinbebestimmungsrecht. Tatsächlich sei der Alloholverbrauch in Deutschland in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Man sollte fick nicht immer auf bie Millionen berufen, die das Gemeintebestimmungsrecht verlangen. Die Unterschriften sind auf recht bedenklich« Weife gefammeü, vor allem sind viele Unter­schriften gefälscht und von fremder Hand geschrie­ben. Dos Gemeinteheßimmungsrecht ist zwar geeignet, neue Zwietracht zu säen, nicht ober den Alloholgeriuß zu beseitigen. Wir stim­men dem Ausschußantrag zu und werten am Schankstättengefey Mitarbeiten Wir sind für weitgehenden Schutz der Jugend­lichen Wir wollen auch, daß nur wirkliche Fachleute die Kowzession erhallen. Richt Polini- maßregeln können helfen, sondern in erster Linie A u f f f ä r u n g, freilich nicht im Geiste des .''elo- tismus der dem Menschen feine F-eude gönnt.

'?fbg. Frau Arendsee (Korn.) befürwortet fol- oendsn kommunistischen Antrag: Der Reichstag spricht f-in Befremden darüber aus, daß die Reichsreaie- runq dem Reichstagsbeschkuß vom 18. Februar 1925, her ein Schutzgeseh zur Dskamvfung des Akkoholis- nlu6 verfange, immer noch nicpt nachqekommen ist. Der Roichstog ersucht bl? Reichsragierung, dieses längst gefordert« Gesetz nunmehr unter Einoe- ziehuno eines wirksamen Gemeindshestimmungs- rechts schleunigst Donulegen.

Weit-rberawng Montag.

' Landtag.

B e r l t n, 8. Mai. Der Preußische Landtag setzte die Berotung bes K u 1 t u s h a u s h n 11 s fort. Ein deuttchvolksparieilichsr Abgeordneter weist die An- grlsie als unbegründet zurück, daß evangelische Geist- 'iche von der Kanzel herab Politik trieben. Ministe- nalbireftor T r o n d e l« n b u r g legt dar, daß eine ebaldige und endgültige Reaeiuna der Psar- .rerbesoldung in Aussicht stehe. Abg. Frau Quermann (Z.) fordert eine Erziehung zum Bewußtsein und zur Freude am großen deutschen Volke. Nachdem noch verschiedene Redner dazu ge­sprochen hatten, schließt oie allgemeine Wissprache »her hen ersten Abschnitt des Kuttusetats.

Unveränderte Streiflage in England

London. 9. Mai. Rach einem heute nach­mittag veröffentlichten Regierungsbericht ist keine wesentliche Aenderung der Streiklage zu verzeichnen. Die Eisenbahn-, Transport» unb andere Dienste arbeiten im wesentlichen ohne Reibung, obwohl örtliche Fälle von Einschüchterungen unb Störungen des Trans» Vvrtbienstes zu verzeichnen waren. In Lonbon und In be« Grafschaften im Innern des Landes hak sich die Lebensmittellage ge­bessert. Die Hauptaufgabe des Wochenendes war, die DockS offenzuhalten. Die Regierung stellt in Abrede, daß sie die Rachrichten zurück- ßolte, obwohl sie ihre Entschlossenhett betont, ihre MaßnaHmen betreffend die Rahrungsmittel- versorgung nicht zu enthüllen. Am Sonntag brachte ein zweiter Transport von 250 Loren unter Bedeckung von 16 Panzerwagen, Kavallerie und berittener Polizei Mehl von den Docks nach tem Depot im Hydepark. In einer großen Der- fammlung In London forderte der Sekretär des Elsenbahnerverbandes die Arbeiter eindringlich auf. sich vollkommen diszipliniert zu ver­halten und friedlich zu sein. (SS dürften keinerlei Storungen der Ordnung und Cewalttäsigketten Vorkommen. Er sei der letzte, der einem ehren­vollen Frieden etwas in den Weg stellen wollte denn je rascher er komme, desto besser sei eS

Die Hilfsmaßnahmen ter Regierung haben besonters durch die Ausstellung eines ter.Regie­rung störst)ig zur Dersi'.gmig ste'heiiten Privat- outoparks eine Besserung gezeitigt. Groß« Privatlastwageik wie lkeineve Wagen stchcm reihen- weise auf telephonischen Anruf dienstbereit. Lln» angenehm macht sich aber da- völligeStill- liegen der Glekt ri»i tSwerke bemerk» bar, für deren Inbetriebnahme durch die Tech­nische Rvthilf« noch feine Aussicht besteht. Heute nwrgen sitzb bie meisten Londoner Leitun­gen zum Teil im alten Format toteter erschienen. 3>et ,Daily Graphic" erschien heute sogar toieter mU fernen Illustrationen. Die Generatttreikfeinb- uche A-röe des früheren liberalen Ministers und betonnten Juristen Simons, ter erklärte, daß ohne Benachrichtigung unb Degrünvuniz f«tnc ^öeit niebergelegt habe, seiner Firma

Streik schaden haftpflichtig tDäw, 901 tn beit heutigen Worgenblättern ein ssHvhafteS Echo gefu/nben. Dieses Gcho wird sich

Wettervoraussage.

Milder bei zunehmender Bewölkung und neue zeitweise auffrischende südliche bis

Gestrige Tagestemperoturen: Maximum: 10,5 Grad Celsius. Minimum: 1,4 Grad Celsius. Nieder- schlafe: 0,9 Millimeter. Heutige Morgentemperatur:

Aus aller Well.

Das deutsche RotorschjffBaden- Baden" in Neuhork.

2 eubork. 9. Mat. (WTB.) DaS deutsch« RotorschifsBaden-Baden", daS infolge schwerer See erst beute nacht Sandyhock passierte ist heute früh 3 Uhr 30 Minuten an der Quaran» tänestatton von Reuvork «ingetrossen. Bei Herr- lichstem Sonnenschein und unter den günstigsten Windverhältnissen erfolgte die Fahrt des Schiffes von der Quarantäne nad> dem städtischen Pier.

Flettner hatte beim Verlassen ter Qua- rcnttänestation die Rotoren an st eilen las- sen, so daß die Sinsahrt ausschließlich ntil chrer Benutzung erfolgte. Sie gestaltete sich zu einem Triumph zug. Zur Begrüßung ließen die Dampfer und Fährboote im Hasen die Sirenen ertönen. Kleinere Fahrzeuge mit Reugierigen umfuhren das Schiff, dos bei allen Fachleuten größtes Gr» staunen erregt«. Flettner erklärte, daß et mit ber Grgewri« der Reise äußerst zufrieden fei. tee sich ohne reden Zwischenfall vollzogen hat.

legt« insgesamt 6000 Meilen öurück, davon 70 Prozent mit Rotorbenutzung.

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