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sive gegen Die Drusen eröffnen werde. Der Plan deS französischen Oberkommandos ziele darauf ab, die Umgegcnb von Damaskus von den dort ver­steckten Drusenabteilungen zu säubern und ihnen den Rückzug abzuschneiden.

Die Kämpfe in China.

DA. Paris, 10. März. Der Pekinger Vertreter der British Unitti) Prey meldet, daß die mili­tärische Lage in China sich außerordentlich ver­schärft hat. Peking ist seit gestern früh von der gesamten Außenwelt abgeschnitten. Der Eisenbahnverkehr liegt still. Der Kommandant der Taku- Forts hat betanntgegeben, daß den ausländischen Schiffen die Einfahrt in den Fluß Pei-Ho vewehrt wird, und daß Schiffe, die gegen dieses Verbot handeln, unter Feuer genommen werden. Die Kuo-Min-tschun- Truppen haben die Signalstation bei Taku be­seht und die wichtigsten Seezeichen ausgelöscht. Die Vertreter der Mächte in Peking beraten über diese Angelegenheit.

Beneschs Romreise.

Mailand. 9. März. (TU.) Minister Be­ne s ch beabsichtigt, nach der Dölkerbundstagung nach Rom zu kommen, um sich mit Mussv- l in i über die politische Lage zu besprechen. Diese Reise dürfe Wohl mit den Bestrebungen zur Schaffung eines mitteleuropäi­schen Blockes Zusammenhängen. Rach Belgra­der Meldungen, die vom Corriere dela Serra bestätigt werden, sollen die Vorbesprechungen über einen derartigen Block eventuell sogar schon in Genf beginnen und zwar zwischen Frankreich, Italien, Äugoslavien, Tschechoslowakei, Rumänien und auch Oesterreich .(?), eventuell soll auch Deutschland hinzugezogen werden (??). Cor­riere dela Serra erfährt, daß mit diesem Plan auch die Verhandlrrngen der Unterstaatssekretäre G r a n di und Rlntschitsch in Genf zusam- menhängen.

SübttroL

Innsbruck, 9. März. (WTB.) Der Land- t a g nahm einstimmig einen Dringlichkeitsantrag oller bürgerlicher Parteien an. in dem den Bun- dcsratsmitgliedern für Südtirol für ihre mannhafte Vertretung des tirolischen Standpunktes in der An­gelegenheit Südtirols gedankt wird. Der Landtag fo heißt es weiter bedauert, daß der Bun­deskanzler seiner Rede statt des Namens Süd­tirol den Ausdruck Ob er et sch gebrauchte. Der Landtag steht auch weiterhin auf dem Standpunkt, daß die Angelegenheit Südtirols vor den Völ­kerbund gehört. Ein sozialdemokratischer Zusatz­antrag, der die Tiroler Nationalräte auffordert, die f ch ä r f st e Opposition zur Regierung zu tre­ten, wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt.

Deutscher Reichstag.

Berlin 9. März. Die 2. Beratung des Haus­haltes des Reichsfinanzministeriums wird fortge­setzt.

Abg. Kling (W. Bgg.) erklärt, die Herab- fetzungder Umsatz st euer werde nicht die er­hoffte Wirkung einer Preissenkung haben. Das Reich werde wohl einen Ausfall von 500 Millionen haben. Aber diese Summe werde nicht der Wirt­schaft im allgemeinen zugute kommen, sondern in den Händen der großen Kartelle, Syndikate und Han­delsgesellschaften bleiben. Die Aufhebung der Luxus­steuer sei zu begrüßen. Die Betriebe, die mit eigenen Familienangehörigen arbeiten, müßten steuerliche Erleichterungen erfahren Bei der Durchführung der Aufwertungsgesetze sollte für die bedürf­tigen Kleinbauern eine liberalere Handhabung ange­wandt werden. Wenn die Länder und Gemeinden das Zuschlagsrecht erhalten, müsse durch entspre­chende Vorschriften eine zu große Buntscheckigkeit verhindert werden.

Abg. Merck (Bayer. Dp.) beantragt die Außer­kraftsetzung der Bestimmung, wonach die Biersteuer ab 1. April erhöht werden soll. In weiteren An­trägen verlangt die Bayerische Volkspartei für die Einkommenbesteuerung der Landwirtschaft die Durchführung von Erleichterungen. Bei den Steuer­senkungen müßten in erster Linie die kleineren und mittleren Betriebe berücksichtigt werden. Von diesem Standpunkt aus sei es zweifelhaft, ob die Senkung der Umsatzsteuer dos richtige Mittel zur Wiederbe­lebung der Wirtschaft ist. Den Vorteil davon hätten in der Hauptsache nur die großen Betriebe. Die Umsatzsteuer bilde aber das Rückgrat des Finanz­ausgleichs. Darum wäre es besser gewesen, sie zu reformieren, als sie obzubauen. Eine Sen­kung der Vermögenssteuer bei den kleinen und mittleren Vermögen wäre sehr wünschenswert.

Abg. S ch r ö de r-Mecklenburg (Völk.) meint, mit der Senkung der Umsatzsteuer könne man die Wirtschaft nicht ankurbeln. Der Konsument werde dadurch keinen Vorteil haben. Die Ein­führung von Zuschlägen der Länder und Ge­meinden zur' Einkommensteuer würde höchst be­denkliche Folgen haben. Bei aller Anerkennung der dringenden Rotwendigkeit von Steuersenkun­gen könnten die Völkischen kein Vertrauen zum Programm des Ministers haben.

Damit schließt die Aussprache.

Der kommunistische Mißtrauensantrag wird gegen die Stimmen der Antragsteller a b » gelehnt und das Gehalt des Ministers be­willigt.

Abg. Meier-Baden (Soz.) betont die Wichtigkeit des Buchführungsdienstes. Allem im Jahre 1924 sei dadurch eine Mehr- emnahme von Steuern und Geldstrafen im Be­trage von 94 Millionen erzielt worden.

Staatssekretär P o p i tz erklärt, bei der Land- wirtschast werde der Buch prüfungsd lenst schon nach Möglichkeit durchgeführt. Um fachmännisches Personal für den Duchvrüsungsdienst sei die Finanzverwaltung dauernd bemüht. Es sei aber nicht möglich, alle Buchprüfer in das Beamt m- verhältnis zu überführen.

Dr. Philipp (Dntl.) weift auf die Unbilligkeiten und Harten hin, die sich bei der Durchführung des Anleiheablösungsge- s e tz e s herausgeftellt haben. Die Regierung sollte durch Bereitstellung von Wohlfahrtsfonds die Härten mildern.

Reichsfinanzminister Dr. R e i n h o l d erklärt sich zu einer wohlwollenden Prüfung der An­regungen des Vorredners bereit.

Abg. Dr. Scheiter (Z.) führt Beschwerde über das schleppende 'Verfahren bei der Rege­lung der Vvrzugsrenten in-Aufwertungs- Verfahren.

Staatssekretär P o p i tz erklärt, daß in der Regelung der Vorzugsrenten mit Wohlwollcnr und Beschleunigung voraegangen wird. Die Vor­zugsrenten werden ab 1. Januar 1926 gr.

zahlt, ohne Rücksicht auf den Tag der Antrags­stellung. (Beifall.)

Abg. G e r a u e r (Bayer. Dpt.) führt Be­schwerde über das rücksichtslose Vorgehen mancher Finanzämter gegen die kleinen Landwirte bei Steuerrückständen.

Der Rest des Finanzctats wird bewilligt. Der Gesetzentwurf über die Steuermilderungen geht an den Steuerausschuß.

- Mittwoch 1 Uhr: Haushalt des Reichsmini- steriums des Innern.

Das Kompromiß zur Fürstenabfindung.

Berlin, 9. März. (LDZ.) Der vom Reichs- juftizministerium überprüfte Entwurf eines Kom­promisses zur Frage der Fürstenabfindung wurde am Dienstagnachmlttag den Führern der Regie­rungsparteien übermittelt. Es machte sich dabei noch die Notwendigkeit von Rückfragen geltend. Die endgültige Fassung wird dem Rechtsausschusse des Reichstages am Freitag vorgelegt werden. Nach Schluß der heutigen Plenarsitzung trat die Deutsche Volkspartci zu einer Fraktions­sitzung im Reichstag zusammen. Nach etwa einstün- diger Sitzung wurde beschlossen, grundsätzlich dem Entwurf z u z u st i m m e n. Es ergab sich jedoch die Notwendigkeit einiger Rückfragen, fo daß am Mittwoch noch eine Besprechung der Vertreter der Regierungsparteien und der Wirtschaftlichen Ver­einigung über diese Frage stattfindet. Die Wirt­schaftliche V e r e i n i g u ng wird die endgültige Fassung des Kompromisses abwarten, desgleichen die Bayerische Volkspart'cT>

Der Russenkredit.

Moskau. 9. März. (Wolfs.) Das Mit­glied des Kollegiums des Handelsiommissariats, Hanetzkt. drückte einem Vertreter der Sele- graphcnagentur der Sowfetunion gegenüber die Uebcrzeugung aus, daß die wirtschaftliche Annäherung zwischen Deutschland und der Sowjetunion durch 300 Mil­lionen Kredite bedeutend gefördert wird. Wäh­rend die englische Regierung sich der Anwendung der Exportkredite gegenüber der Sowjetunion widersetze, führte Deutschland das Export- kredilgeseh durch, das ausschließlich der Sowjetunion gilt. Hanehti teilt mit, daß zur Zeit ein Plan zur Verwertung der Kre­dite namentlich für die Metall--, Raphta-, Papier-, Berg- und elektrotechnische Industrie mit möglichster Beschleunigung ausgearbeitet wird. Hanetzki druckte ferner die Hoffnung auf einen baldigen günstigen Abschluß der schweben­den Verhandlungen mit den deutschen Indu­striellen aus.

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 9. März. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 10.15 Uhr. Es wird in die Beratung des Staatsvoranschlags eingetreten.

Abg. Hauck (Rationalsozialist) spricht zu­nächst über Angelegercheiten der Reichspolitik, über Sachverständigen-Gutachten und Dawes- Abkommen. Dann geht er ba$u über, die Ras­senfrage zu erörtern. Der Präsident macht ver­schiedentlich den Redner darauf aufmerksam, daß er über den Staatsvoranschlag sprechen wolle.

Abg. Lux gibt im Auftrage der soz. Partei eine Erklärung gegen die Polizei in Darm­stadt ab, weil sie mit einem Massenaufgebot und einem Panzerwagen gegen Arbeitslose vor­gegangen sei. Cs wird eine Untersuchung der ganzen Angelegenheit verlangt. Abg. Lux be­hauptet dann, daß die ganze Kritik der Oppo­sitionsparteien nur darauf berechnet sei, den Re­gierungsparteien Schwierigkeiten zu bereiten. Das Ansteigen der Voranschlagssumme wird von dem Redner aus die Entwickelung zurückgeführt, zu­zugeben sei, daß die Zahl der Beamten übermäßig zugenommen hat. In feinen weiteren Darlegungen setzt sich der Redner mit den Vor­rednern der Rechtsparteien auseinander. Den Vorschlag, Hessen durch einen Beamtenmini­ster verwalten zu lassen, lehnt er ab. Die Re­gierungsparteien würden sich durch die Steuer- protestversammlungen nicht abhalten lassen, die bisherige Politik fortzusehen. Eine Reihe von Fragen des Staatshaushaltes werden von dem Abgeordneten in derselben Weise erörtert, wie von dem erstell Redner der Sozialdemokatischrn Partei.

Abgeordneter Blank (Zentrum) wendet sich gegen die Behauptung des Abg. Dr. Leuchtaens, daß der Abg. Ruß eine sozialdemokratische Rede gehalten habe. Kürzlich habe Dr. Leuchtgens eine Rede gehalten, die den Kommunisten gefallen hätte. Abg. Dr. Werner suche die Hessischen Bauernvereine gegen das Zentrum aufzuputschen; er werde damit keinen Erfolg haben. Der Redner setzt sich dann mit den Kommunisten auseinander: das Zentrum wisse sehr wohl, wann es sich nach rechts oder nach links wende. Zu den Steuer­protestversammlungen bemerkt der Redner, man müsse den Gründen der Unzufriedenheit nach- gehen. Eine gewisse Schuld liege an den Finanz­ämtern, die den Steuerzahlern entgegenkommen könnten. Das Defizit im Staatshaushalt sollte den Finanzminifter veranlassen, bald Wege vor­zuschlagen, es zu beseitigen. Das Zentrum behalte sich die Zustimmung zum Staatshaushalt vor, bis der Finanzminister eine Erklärung abgegeben habe, wie er den Fehlbetrag zu beseitigen gedenke.

Schluß der Beratungen um 1,15 Uhr: nächste Sitzung Mittwoch vormittag 9 Uhr. Es ist auch eine Rachmittagssitzung angekündigt.

Kleine politische Nachrichten.

Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags besichtigte unter Führung von Ver­tretern der Regierung das Arbeitshaus in Dieburg. Die Besichtigung galt in erster Linie der Gefängnisabteilung, da im Ausschuß ein Antrag eingebracht ist, diese auszuheben. Das Justizministerium hofft durch die Verlegung der Gefängnisabteilung nach Butzbach wesent­lich an Kosten zu sparen. Der Finanzausschuß wird in seiner nächsten Sitzung die Entscheidung fällen, ob die Gefängnisabteilung weiter in Die­burg verbleiben oder nach Butzbach verlegt wird.

Wie uns mitgeteilt wird, haben sich die hessischen Parteien nochmals mit den Beschlüssen des Finanzausschusses zu Kapitel 1 des Staats- Voranschlags: Forst- und Kameralgüter unter Forstderwaltung befaßt. Es besteht be­gründete Aussicht, daß der Voranschlag bei der Plenarberatung, soweit des Kapitel 1 m Frage kommt, ungekürzt angenommen wird.

In einer gemeinschaftlichen Sitzung tagten am Dienstagnachmittag tn Darmstadt der Landes- beamten- und der L a n d e s s ch u l a u s s ch u ß der D e n t ch e n V o l k s p a r t c i im Wahl­kreise Hessen. Der Landesvorsitzende und Füh­rer der Landtagsfraktion, Rechtsanwalt Din­ge l d e y leitete die Beratungen durch ein umfassen­des Referat ein. Zn der Aussprache, in der vor allem zahlreiche Bolksschullehrer das Wort ergrif­fen, ergab sich namentlich völlige Uebcreinftimmung mit den von der Landtagsfraktion gegenüber den Fragen der Schule und des Beamtentums geführten Politik. Der Landtagsfraktion wurde restloses Ver­trauen zum Ausdruck gebracht. Abg. Dr. Keller faßte in einem ausführlichen Schlußwort das Ergebnis der Tagung zusammen.

Der Reichstagsabgeordnete H a m p e , Senats­präsident in Braunschweig, ist von einem schweren Sch 1 aganfa 11 betroffen worden. Der Abg. Hampe gehörte der Wirtschaftlichen Vereinigung an.

Als Vertreter Deutschlands auf der Inter­nationalen Parlamentarischen Han­de l s k o n f e r e n z, die am 26. Mai in London beginnt, sind vom Reichstag die Abg. Dr. Lejeune- Jung (Dn.), v. Raumer (D. 93p.), Lammers (Zentr.), Meyer-Berlin (Dem.) und Dr. Hilferding (Soz.) bestimmt worden.

Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel wird demnächst eine große Vortragsreife nach den Vereinigten Staaten von Nord­amerika unternehmen.

Kunst und Wissenschaft.

Die Adlerplakette des Reichspräsidenten für Darburg.

Der Herr Reichspräsident hat dem ehemaligen Präsidenten der physika­lisch-technischen Reichsanstalt Wirkt. Geheimen Oberregierungsrat Prof. Dr. War­burg zu seinem 80. Geburtstag den Adlerschild des Reichspräsidenten verliehen. Der Silber­schild trägt die Inschrift:Emil Warburg, dem Begründer der deutschen Experimentalphyfik zum 9. März 1926. Der Reichspräsident sandte gleichzeitig ein sehr herzlich gehaltenes G l ü cf- wun sch schreiben an Warburg. Der Adler- schild ist eine bronzene Plakette, die auf einem Bronzesockel steht und auf der Rückseite die Widmungsschrift trägt. Sie ist bisher an Gerhart Hauptmann, Prof. Wagner, Darmstadt, und den Obermeister des deutschen Handwerks, Plate, verliehen worden.

Ein Hindenburg-Kommers in Bonn.

Die Vertretcrversammlung der Bonner Kor­porationen veranstaltet zur Feier der An­wesenheit des Reichspräsidenten im Rheinland am Abend des 22. März in der Beet- hovenhalle einen großen Hindenburg-Kommers. Die Festrede wird Ministerpräsident a.D. ©le­ge r to a I b (M. d. R.) halten. Zmn Kommers ist die Altherrenschaft aller ehemaligen Bonner Studenten eingeladen.

Hochschulnachrichten.

3n Göttingen ist in der vergangenen, Rächt um 2 Tlhr der bekannte Gynäkolog'e und Direktor der Göttinger -Üniöerfität, Dr. Karl Reifferscheid, infolge Herzschlages ver­schieden. Reifferscheid war eifriger Mitarbeiter an einer Reihe von Lehrbüchern und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für- Gynäkologie. In Heidelberg ist im Alter von 49 Jahren der außerordentliche Professor für Chemie Dr. Ernst Mohr gestorben. Mohr wurde im Herbst 1908 durch ein mißglücktes Experiment gelähmt, übte aber trotzdem seine Lehrtätigkeit weiter aus. Sein Spezialgebiet war die Stereochemie.

Aus aller Welt.

Von einem Leoparden verletzt.

Im Zoologischen Garten in Münster in Westfalen spielte dieser Sage ein fünfjähriger Junge vor dem Käfig der jungen Leoparden und juchte ein Sier zu streicheln. Einer der Leoparden ergriff den Arm des Jungen. Ein Mann, der die Hilferufe des Knaben hörte, eilte herbei, und es gelang ihm, obwohl er selbst Verletzungen davontrug, oas Kind zu befreien. Der Knabe mußte mit schweren Verwundungen ins Kranken­haus gebracht werden.

3m Kohlensilo verschüttet.

3n Wiesloch wurde der 28 Jahre alte unverheiratete Arbeiter Mühlhaupt aus Oppau auf bisher noch nicht geklärte Weise im Kohlen­silo von mehreren hundert Zentner Kohlen ver­schüttet. Rach langem Suchen fand inan den Leich­nam in sechs Meter Materialtiefe im Silo vor.

Don Wilderern erschossen.

Der Brauereibesitzer Koch wurde auf feiner 3agi> bei Kaltenbrunn (Bayern) erschossen aufgefunden. Zweifellos liegt Mord durch Wil­derer vor.

Lawinensturz bei Daoos.

Eine infolge starken Schneefalls nieder­gehende Lawine riß eine von Ausflüglern und Skifahrern viel besuchte älnterkunftshütte mit. Wahrscheinlich sind drei Personen, darunter der Besitzer der Hütte, von der Lawine begraben worden. Eine Rettungskolonne ist unterwegs.

vermißte Skifahrer.

Vier Skifahrer aus Kippet (Lötschental), welche sich nach der Konkordiahütte begaben, ge­rieten vermutlich in einen Schneesturh und wer­den vermißt. Eine Rettungskolonne konnte jedoch die Vermißten nicht auffinden.

Explosionsunglück.

In Wertheim a. M. erplobierte in der Werkstatt des Schmiedemeisters Hiller ein auto­gener Schweißapparat. Durch den Luft­druck wurden die Fensterscheiben der Werkstatt und die große Schaufensterscheibe des gegenüber be­findlichen Ladens des Kaufmanns Schönleber de­moliert. Personen sind nicht zu Schaden gekommen.

Wettervoraussage.

Meist bedeckt, westliche bis nördliche Winde, kälter, noch vereinzelt Riederschläge.

Während das Fallgebiet nach Osten abge­zogen ist und mit seinem Kem zur Zeit über Finnland liegt, hat das Hochdruckgebiet int We­sten an Raum und Stärke gewonnen. Einströ- mende nordwestliche Winde brachten ziemlich starke Abkühlung, die zunächst fortdauern wird. Eine längere Kälteperiode ist jedoch unwahr­scheinlich, da erneut Tiefs von Westen heran- iommen.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 10,7, Minimum 1,4 Grab Celsius. Niederschläge: 2.1 Millimeter Heutige Morgentemperatur: 2.6 Grad CelliuS.

Aus -er Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 10. März 1926.

Gustav Heyer.

Zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages.

Gustav Heyer, Dr. phil., wurde am 11. Mörz 1826 als ältester Sohn des berühmten Professors der Forstwissenschaft Earl Heyer in Gießen geboren. Er widmete sich gleichfalls dem forftroiffenfdjaft- lichen Berufe und hat als hervorraaender Gelehrter auf forstlichem Gebiete nahezu dieselbe Bedeutung erlangt, wie Justus Liebig für die Chemie.

Nachdem er das Gymnasium feiner Vaterstadt im Alter von 17? Jahren mit der Note I absolviert hatte, studierte er acht Semester Forstwissenschaft und die einschlagenden Grund- und Hilfswissen­schaften an der Universität Gießen, die als forst- wissenschaftliche Bildungsstätte schon damals einen guten Klang hatte. Im März 1847 promovierte eF Äum. Dn phil. Nachdem er die vorgeschriebenen einjährigen Kurse bei der damaligen Oberforftdirek- tion Darmstadt und der DberfÖrfterei Schiffenberg erledigt hatte, habilitierte er sich-im Herbst 1849 als Privatdozent an der Universitas Gießen. Am 1. Juli 1853 wurde er zum außerordentlichen Pro­fessor der Forstwissenschaft ernannt. Neben seinem Lehrgang verwaltete er von Frühjahr 1854 bis 1857 die Oberförsterei Gießen. April 1857 erfolgte seine Beförderung zum ordentlichen Professor mit Ent­bindung von seiner praktischen Tätigkeit. Bereits 1860 wollte ihn das Eidgenössische Polytechnikum zu Zürich für eine forstliche Professur gewinnen. Die Liebe zur Heimat und seine ausgesprochene Vor­liebe für das Wirken an der Universität, die er als allein richtige Bildungstätte für den Forstmann erkannt hatte, veranlaßten ihn, den ehrenvollen Ruf abzulehnen. Hingegen sagte er am 7. März 1868 einer Berufung als Direktor an die neugegründete Kgl. Preuß. Forstakademie zu Münden zu. Hier stand ihm ein größerer Wirkungskreis in Aussicht. 1875 suchte ihn die österreichische Regierung unter glänzenden Bedingungen als ordentlichen Professor der Hochschule für Bodenkultur in Wien zu gewin­nen. Allein er nahm auch diese Berufung nach lan­gem Kampf nicht an. Als aber die Universität München im Sommer 1878 ihm die ordentliche Professur für Betriebslehre usw. anbot, konnte er als Anhänger der Unioersitätsrichtung nicht wider­stehen und siedelte im Oktober dorthin über. Don neuem den Pulsschlag der universitas fühlend und durch größere Muße zu wissenschaftlicyer Geistes­arbeit in der freien Stellung des Gelehrten neu be­lebt, fühlte er sich jetzt hochbeglückt.

Allein ein tückisches Geschick bereitete ihm schon nach 5jähriger Tätigkeit ein überaus jähes Ende. Am 10. Jule 1883 erlag er in freier Gottesnatur bei Fürttenfeldbrück an der Amper gelegentlich fei­nes Lieolingsvergnügens, der Angelfischerei, einem Herzschlage. Freunde und Verehrer errichteten ihm in München auf seinem Grabe ein Denkmal in Form einer mohlgetroffenen Marmorbüste. Dieses wurde nach Aufgabe des Friedhofes später nach Gießen überführt und in den Anlagen an der Licher Straße, sich anlehnend an die Friedhofs­mauer, ausgestellt.

Leider gestattet der Raum es nicht, auf die Schriften, wissenschaftlichen Werke usw. Gustav Heyers, die von fundamentaler Bedeutung für die Forstwissenschaft sind und vielfach in fremde Spra­chen übersetzt wurden, einzugehen. Den Männern der grünen Farbe sind sie bekannt. Heyer gehörte zu den hervorragendsten Fachgelehrten. Mit ausge­zeichneten Kenntnissen namentlich auf forft- mathematischem Gebiete ausgerüstet, besaß er eine geradezu einzige Klarheit im Denken, Sprechen und in seinen Schriften. Als Lehrer eroberte er sich wegen seines streng wissenschaftlichen, logisch geord­neten, klaren, formvollendeten und fesselnden Vor­trages, sowie wegen seiner Liebenswürdigkeitzu­mal der Jugend gegenüber die Herzen aller seiner Zuhörer im Fluge. Als Meister des Stoffs über­wand er die schwierigsten Fragen gleichsam spielend. Selbst der trockensten Materie verstand er Geist ein­zuhauchen. Sein Lehr- und Forschungsgebiet war hauptsächlich Waldertragsregelung und Waldwert­rechnung. Auf diesem Gebiet schuf er ganz neue Bahnen. Noch einige Bemerkungen nach anderer Richtung hin. Heyer war eine fein angelegte, takt­volle Natur von diplomatischer Befähigung und wei­tem Ausblick. Seine Vorsorglichkeit nach allen Rich­tungen hin bewährte sich besonders während seiner Direktorenzeit in Münden. Als warmer Freund der Natur, zumal des Waldes, benutzte er sogar in den Ferien die ihm spärlich zugemessene freie Zeit zu Studienreisen, die ihn bis nach Norwegen und Schweden führten. Sein Familienleben war ein äußerst glückliches. Mit feiner Gattin) einer gebo­renen Silbereisen aus Gießen, lebte er feit 1855 in glücklicher Ehe. In derselben konnte er seine schöne Eigenschaft treuer und zärtlicher Vorsorglichkeit ungestört entfalten. Reiche Vergeltung hierfür wurde ihm in der innigen Liebe der Seinen, in dem red­lichen Bestreben der Söhne, sich in dankbarer Ver­ehrung des Vaters in jeder Beziehung würdig zu erweisen. Bei Frau und Schwägerin, welch letztere seit Jahren der Familie zugehörte, sand Heyer eine treue Hilfe und ein bewundernswertes Verständnis für seine Arbeiten. Als Freund der Geselligkeit ver­sammelte er gerne einen Kreis von ihm nahestehen­der Persönlichkeiten um sich. Durch zündenden Witz und musikalische Vorträge wirkte er gerne als be­lebendes Element. Als Grundzüge seines Charak­ters sind Einfachheit, Bescheidenheit und eine nahezu faszinierend wirkende Aufopferungsfähigkeit, selbst seinen Schülern gegenüber, zu erwähnen. Allen war er ein treuer Ratgeber, vielen ein treuer Helfer. Mit allem Recht konnte sein früherer Schüler, Pro­fessor Lehr, als er die erschütternde Trauerkunde von Heyers jähem Hinscheiden vernahm, ausrufen: er war mir Lehrer und wohlwollender Freund, ja, er war mir mehr als Freund, er war mir ein zweiter Vater.

Industrie- und Handelskammer Gießen«

Hebet die Tätigkeit der Industrie- und Handelskammer Gießen auf st e u er­lich e m G e b c et wird uns geschrieben:

Die immer stärker werdende und in öffentlichen Kundgebungen sich Lust machende (Erergung der Kaufmannschaft über die unerträglichen 6 t e u c r l a ft e n hat die Kammer Anlaß gegeben, bei dem Vorort die alsbaldige Einberufung des H es s i s ch e n Industrie- und Handels- t a m m e r t a g c 5 zu beantragen. Diesem Anträge ist ftaitgegeben worden, und am 16. d. M. werden die hessischen Industrie- und Handelskammern zu einer S o n'd e r t a g u n g in Frankfurt a. M. zusammentreten. Im Mittelpunkt der Verhandlun­gen wird die Steuernot der Wirtschaft stehen.

Durch Bekanntmachung vom 10. Februar d. I. hak der 5)crr Finanzminister angeordnet, daß dir innigen Steuerpflichtigen, die monatlich

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