t*~ 3. Lahn-Derkehr:
Energisches Eintreten für die Verwirklichung -er Lahnkanalisierung über Gießen nach Marburg mit Benutzung des Ohmtales und anschließend weiter bis zur Weser, also Weser- Lahn-Rhein-Kanal, als Seitenstrecke auch eine Wasserstraße von diesem Kanal durch die Wetterau nach Frankfurt zum Main, also Weser- Lahn-Main-Kanal. Eine großzügig arbeitende Organisation muß sich diesem Projekt mit Vach- -ruck widmen.
4. Erschließung des Dogeisberges:
Schaffung einer neuen Bahnverbindung (elektrisch) von Gießen über die Licher Straße nach Lich. von hier direkt nach Laubach, Schotten bis Grebenhain, dort Anschluß an die jetzige Bahnlinie, weiter eine Bahnstrecke Schotten—Ulrich- stein-Mücke. Beide Strecken könnten nach seiner Meinung auch im Winter ständig befahren werden, da für diese Geländestriche Schneeverwehungen wohl nicht zu befürchten seien, denn diese Strecken wären nach der natürlichen Geographie installiert. Die Erschließung der Bodenschätze des Bogelsberges werde dann bedeutende Fortschritte machen.
5. Eisenbahnlinie Köln—Gießen—Gelnhausen—Würzburg:
Durch den Ausbau der Strecke Gießen— Gelnhausen sei für den aus Richtung Köln kommenden Durchgangsverkehr nach Bayern (Würzburg) eine kürzere Verbindung als die jetzige Route über Frankfurt a. M. zu erstreben. Dieser Plan, der große wirtschaftliche Vorteile in sich schließe, könne allerdings jetzt nicht verwirklicht werden (Geldmangel), ober später solle man ihn zur günstigen Zeit der Tat zuführen.
6. Hinterlandbahn:
Dieses Projekt ist seit vielen Zähren das Schmerzenskind unserer Stadt. Es hat schon reiche Mühe verursacht und wird auch weiterhin noch starke Arbeit bringen. Und dennoch muß die Verwirklichung dieses Gedankens stets im Auge behalten werden. Man sollte aber nicht nur die direkte Verbindung von Gießen über Gladenbach bis Biedenkopf erstreben, sondern über diese Orte führend eine große Fernlinie zwischen dem Lahntal und Westfalen, etwa von Gießen bis Meschede zu erreichen versuchen. Für eine so großzügig durchgehende Linie werde auch die Industrie Interesse bekunden.
7. Gießen und die Universität.
Der Redner wies zunächst kurz und allgemein auf die Vorteils der Universität für unsere Stadt hin. Beide sind durch starke Interessen miteinander verbunden. Aber auch für den hessischen Staat gilt, daß er mit der Universität Gießen steht und fällt! Redner nahm hierauf Stellung gegen dir Gedankengänge in der hessischen Landespolitik, die mit dem Ausgeben der Universität Gießen spi len, und bezeichnete die Verwirklichung solcher Gedanken mit Recht als ein großes Unglück für die Stadt Gießen, aber auch für den bef ischen Staat. Ia, eine solche Handlung sei Selbstmord des Staates. Dom Staate, aber auch von der Stadt Gießen sei weit stärkeres Interesse für die Universität zu fordern. Ramentlich die Stadt Gießen müsse sich vor Augen halten, daß die der Universität erwiesene Förderung mit Geldmitteln, oder Grund und Boden, oder sonstige Hilfe gut angelegtes Kapital sei, das auch die Stadt Gießen vorwärtsbrinae. Die-Stadt und ihre Einwohnerschaft müsse also nachdrücklich für die Universität eintreten, heute mehr denn je, engste Zusammenarbeit sei dringend notwendig. Di?se Worte des Redners möchten wir um ihrer starken Berechtigung willen unterstreichen!
8. DerkehrSorganisation:
Hierzu gab der Redner zahlreiche beachtenswerte Winke. Er empfahl weitgehende Dezentralisation bei der Bearbeitung aller Verkehrsaufgaben und die Einschaltung der richtigen und befähigten Männer mit dem erforderlichen starken Interesse an den richt'gen Stellen, dann aber völlig freie Dahn den Tüchtigen!
Der anregende Vortrag fand bei der großen Versammlung mit Recht lebhaften Beifall. Anschließend entspcnm sich eine sehr eingehende und gleichfalls interessant verlaufene
Aussprache.
Redakteur B l u m s ch e i n, als Vorstandsmitglied des Verkehrsvereins, besprach als erster Sprecher in etwa dreiviertelstündiger Rede eine Reihe weiterer bedeutsamer Verkehrsproblcme unserer Stadt. Zunächst dankte er Geheimrat Prof. Dr. Sommer für die wertvollen, zu ernstem Rachdenken zwingenden Anregungen seines Vortrages. Dann beschäftigte er sich mit den seht erfreulicherweise energisch angestrebten Postkraftwagen-Linien Gießen—Kleebachtal— Drandoberndorf und Gießen — Krofdorf—Fellingshausen, wobei er auf die große wirtschaftliche Bedeutung dieser Verbindungen für alle beteiligten Gemeinwesen hinwies. Beide Autolinien seien vom Standpuntt einer weitblickenden Kommunalpolitik aus jedoch nur als Zwischen- losungen zu betrachten, die Endlösung müsse in dem Ausbau unserer elektrischen Straßenbahn zur elektrischen äleberlandbahn in diese Gegenden erblickt werden. Natürlich sei auch dem Hinterlandbahnprojekt andauernd größte Aufmerksamkeit zu widmen. Das erneute Scheitern des Straß enbahnprojekts Gießen — Wieseck bedauerte der Redner. Die Weiterentwicklung dieser Angelegenheit müsse mit Äufmer^amkeit verfolgt werden, denn die einzig gegebene natürliche Fahrverbindung zwischen Stadt und Vorort sei nur die elektrische Straßenbahn. In diesem Zusammenhang wurde auch der Gedanke einer elektrischen Äeberland- bahn von Gießen über Wieseck nach Alten-Buseck, Beuern, Bersrod kurz beleuchtet. Bei der Reichsbahn sei die Wiedereinführung der im Jahre 1922 auf der Strecke Gießen—Fulda geführten Eilzüge anzustreben, ebenso die Wiederaufnahme von Triebwagenfahrten im Nahverkehr, namentlich abends, damit die Nachbarorte die Möglichkeit des Theater-, Konzert- und Vortragsbesuchs in Gießen mit sicherer anschließender Rückfahrt erhielten. Für dieses Ziel müsse sich auch die Handelskammer mit einsehen, denn seine Erreichung sei wichtig für unser heimisches Wirtschaftsleben. Weiterhin müsse angestrebt werden, die Tlnzu- länglichkeit der Diebertalbahn abzustellen; es sei der Gedanke zu erwägen, ob nicht die Stadt, vielleicht in Gemeinschaft mit den übrigen Anliegergemeinden, zu einem passenden Zeitpunkt der Zukunft dieses -Unternehmen erwerben sollte, damit die Interessen der Allgemeinheit besser als bislang berücksichtigt würden. In diesem Zusammenhang wurde der unbegründete Einspruch der Dieberlalbahn gegen die geplante Post
kraftwagenlinie nach Krofdorf—Fellingshausen bekämpft. Mit Defriedigung wurde auf den Besitz unseres Flughafens für Gießen und Oberhesfen hingewiesen, dabei aber auch mit lebhaftem Bedauern zur Sprache gebracht, daß die hessische Regierung dieser Einrichtung bei einer soeben gebotenen guten Gelegenheit nicht d i e Unterstützung verschafft hat, die gerechtfertigt und auch am Platze war. In Berlin, wo von der vom Reiche begünstigten Luft-Hansa zur Förderung innerdeutscher Luftverkehrslinien Subventionen in Höhe von insgesamt 1 Million Mark vergeben wurden, habe der Vertreter der hessischen Regierung zwar der Linie Darmstadt—Mannheim (die im Vorjahre trotz Flugzeugbesihes keinen Verkehrsflug machte) und ebenso der Strecke Karlsruhe—Darmstadt Beihilfen verschafft, Oberhessen und Gießen seien aber völlig unberücksichtigt geblieben (obwohl von hier aus im Vorjahre 360 Personen durch die Luft befördert wurden). Ob Gießen überhaupt zur Sprache gebracht worden sei? Anspruch auf Förderung hatten doch in erster Linie diejenigen Linien, die ihre Existenzberechtigung schon erwiesen. Aber hier sei es anscheinend genau so wie bei der kürzlichen Wahl der hessischen Vertreter im Landes-Eisenbahn rat, bei der das hessische Arbeitsministerium die Handelskammer Gießen als Vertreter von Oberhessen aus dieser Körperschaft durch Entschluß des Ministers „hinausentschieden" habe zum Vorteil Don Offenbach. Dieses Darmstädter Interesse für Gießen und Oberhessen sei recht merkwürdig. Dann erörterte der Redner eingehend die Notwendigkeit und Organisation eines städtischen Verkehrsamtes, allerdings ohne neue Dsamten- stellen, er wies weiter auf die Vorteile der V o l k s h a l l e im Interesse einer großzügigen Verkehrswerbung hin, regte den Ausbau unserer Märkte an und forderte durchgreifende Verbesserung bzw. Neuherstellung der mangelhaften Straßen undSpaziergänger- w e g e. Schließlich betonte er, daß in diesem oder in den nächsten Iahren natürlich nicht alle hier erörterten Fragen gelöst werden könnten, aber die Gedanken müßten ausgesprochen werden, damit die Bürgerschaft dazu Stellung nehmen könne. Bei aller Berücksichtigung der gegenwärtigen schweren Wirtschaftslage solle dach durch einiges und nach besten Möglichkeiten opferfreudiges Zusammenarbeiten alles getan werdsn zur weiteren Vorwärts- und Aufwärtsentwicklung unserer Stadt. (Lebhafter Beifall.)
Im Anschluß an die beiden grundlegenden Ausführungen des Abends wurde die weitere Aussprache recht rege. Dis zahlreichen Redner griffen einzelne, sie jeweils b sonders interessier rende Fragen heraus, die sie in den Mittelpunkt ihrer Worte stellten ,in der Gesamtheit betrachtet stimmten aber sämtliche Sprecher der Forderung zu, daß in Zukunft noch kräftiger als bisher gearbeitet werden müsse zur gedeihlichen Lösung der vielgestaltigen Verkehrsfragen unseres Gemeinwesens. Mit ihrem sachlich-ernsten Gehalt stand auch die umfangreiche Aussprache auf einem erfreulich hohen Niveau und wurde dadurch zu einem weiteren wertvollen Gewinn des Abends. Schließlich fand die gestern berichtete Protest- Entschließung gegen die Biebertal- bahn einstimmige Annahme. Erst gegen Mitternacht konnte der Ehrenvorsitzende W i n n die Versammlung schließen.
Oberhesfen.
Landkreis Gießen.
• Heuchelheim, 9. Febr. Der Gesangverein „Teutonia" hielt in dem neuerbauten Turn- und Festsaal unter großer Beteiligung sein Winterfest ab. Der Verein löste feine Aufgabe in bester Weise. Ein reichhaltiges Programm war vorgesehen, in dem außer gesanglichen Darbietungen die Operette „Winzerliesel' den Glanzpunkt des Abends bildete. Die gute Besetzung der Rollen und die flott gespielte Musik des Wellerschen Orchesters, Gießen, ermöglichten eine wohlgelungene Wiedergabe des Stückes. Ieder Mitwirkende zeigte sein Bestes. Die vortreffliche musikalische Leitung des Chorleiters Fritz Curt Hs, sowie die Regie durch Herrn P f i n g st und nicht zuletzt die geschmackvollen Bühnendekorationen haben der Aufführung mit bestem Erfolge gedient. Den Schluß des Programms bildete der gesangliche Teil. Dio Sängerschar folgte mit Begeisterung der Führung ihres Chorleiters Curt Hs! Es wurde nach allgemeinem Urteil eine außergewöhnliche Leistung geboten. Ein vor kurzer Zeit zusammengestellter gemischter Chor wurde für seine vortreffliche Gesangsleistung mit großem Beifall ausgezeichnet. Die Veranstaltung war für den Verein und den Chorleiter ein voller Erfolg.
Wieseck, 9. Febr. An Stelle des vor kurzem verstorbenen Rechners Heinrich Becker wurde Gemeinderechner M ö b u s als Feldbereinigungsrechner ernannt.
X Wieseck, 9. Febr. Der stark besuchte Unter- Haltungsabend des Frauenchores am Sonntagabend im Saale von Schneider wollte mit den treffenden Worten des Chorleiters, Lehrer Stoll, die Zuhörer in dieser schweren Zeit „an den Gesundbrunnen des Volksliedes führen". Er tot es bei überaus reicher Vortragsfolge in ein^r mit dankbarer Freude aufgenommenen Weise. Alte, liebe Volkslieder, die unserem Volke fremd geworden waren, wurden in mustergültiger Weise zu Gehör gebracht. In zwei Duetten von Mendelssohn und einem von Cornelius traten einzelne Glieder des Chors mit guten Gaben heraus. Besondere Freude bereiteten einige Volkslieder in Szenen. Einen tiefen Eindruck hinterließ das Bühnenspiel „Gudrun" in Der cheißschen Bearbeitung der alten Volksage. In den Erfolg des Abends teilte sich der hiesige M a n doli n e n ch o r unter Leitung seines Dirigenten Pfeiffer. Die Samenabteilung des Turnvereins bot zwei reizende Volkstänze. Don der dreimal gebotenen Gelegenheit, heimische Volkslieder gemeinsam zu singen, machten die Anwesenden gerne Gebrauch. Ihr großer Beifall gegenüber dem Chor und seinem Leiter wurde noch einmal kund, als eine Sprecherin Lehrer Stoll ein Beet- hooenbild und einen Blumenkorb überreichte.
= Sau bringen, 9. Febr. Am Samstagabend wurde in der Wirtschaft Weimer der d r i 11 e Lichtbilder vortrag dieses Winters gehalten. Nach einleitenden Worten von Lehrer Dr. Balser über die politischen Verhältnisse der Türkei erläuterte Bürgermeister Preis, der während des Weltkrieges an der Bagdadbahn tätig war, an 5)anb von fast 20(* Lichtbildern den etappenweisen Bau der Bagdadbahn, sowie Sillen, Gebräuche und Trachten dieses Landes. Der Vortrag war sehr gut besucht
und fand reichen Beifall. Besonders intereffant waren die Bilder, die die Brückenbauten und An- laaen im felsigen Taurusgebirge zeigten. Der stattliche Gelderlös des Abends soll zur Anschaffung von Lehrmitteln für die hiesige Volksschule Verwendimg finden.
z. A11 e n d o rf a. d. Lda., 9. Febr. In dem Dortragskursus, den die hiesige Ortsgruppe der Liga zum Schuhe der deutschen Kultur in diesem Winter veranstaltet hat, sprach Pfarrer Hörstel, der über 20 Iahre in Genua wirkte und jetzt auf der Insel älsedom, in der Ostsee, wohnt, im vollbesetzten Saale des Gastwirts Ranft über das Thema: „Die Genualügner in Nöten". An Hand von sehr guten Lichtbildern zeigte der Redner, daß schon lange vor Ausbruch des Krieges unsere Feinde mit großem Eifer bemüht gewesen waren, Lügenmeldungen über u.rs zu verbreiten, um die ganze Welt mit Haß gegen uns zu erfüllen. Den Höhepunkt erreichten die Meldungen natürlich im Kriege. Der Redner schloß seine Ausführungen mit der Ermahnung, es sei Pflicht eines jeden Deutschen, mitzuwirken daran, daß die Schuldlügen entlarvt und das deutsche Volk wieder rein vor aller Welt dastehen könne. Den Schluß des Abends bildeten gemeinsam gesungene Volkslieder.
v. Londorf, 9. Febr. Am Sonntag fand im Boegerschen Saale der Delegiertentag des Lahntalsängerbundes statt, welcher sehr zahlreich besucht war. Die umfangreiche Tagesord nung wurde bei anregender Diskussion glatt erledigt. Als Tag bes hier stattfindenden Bundesfestes wurde der 4. Juli bestimmt. Bei dem Gesang prächtiger Lieder durch den festgebenden Verein gingen die Nachmittagsstunden rasch vorbei. Der schöne Verlauf des Tages mag eine gute Vorbedeutung für das Gelingen des Festes sein. — Gestern abend hielt Ingenieur E r t e l von der Liga z u m Schutze der deutschen Kultur einen gut besuchten, beifällig aufgenommenen Vortrag über: „Im Zick-Zack-Kurs quer durch Rußland". Der Vortrag wurde durch Lichtbilder vervollständigt.
: —: Beue rn, 9. Febr. Im Saale des ..Holländischen Hofes" hielt am Sonntagabrnd der hiesige Männ-ergesangverein Liederkranz sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Rach einem Cröffnungsmarsch der Musikkapelle Sommerlad hielt der Vereinsvorsitzende. Heinrich Kumpf 3., eine kurze Ansprache, die in einem Hoch auf den Gesang aus- flang. Die vorgetragenen Chöre des Vereins, geleitet von seinem Dirigenten, Musiker Karl Kaspar Sommerlad Beuern, fanden allseitigen Beifall. Der Verein hat im vergangenen Iahre einen großartigen Erfolg zu verzeichnen; bei dem an Pfingsten von dem hiesigen Mannergesangverein Polyhymnia veranstalteten Wer- tungssingen errang der Verein Liederkranz unter starker Konkurrenz in der zweiten Klasse die höchste Punktzahl. Im Mit elpunkt des Familienabends stand ein Schwank. Das Stück wurde vorzüglich gegeben, reicher Beifall belohnte die Spieler. Einige weitere kleinere Theaterstückchen wurden ebenfalls dankbar aufgenommen.
a. Reiskirchen, 9. Febr. Der Kriegerverein hielt am Samstag im Saale des Gastwirts Gundrum seinen diesjährigen Familienabend ab. In den ersten Iahren nach dem Krieg hat sich der Verein nur wenig betätigt. seit etwa Iahresfrist ist et jedoch wieder zu neuem Leben erwacht. Innerhalb eines Iahres hat er einen Zuwachs von 30 Mitgliedern bekommen, so daß feine Mitgliederzahl jetzt 80 betragt. Altveteranen hat der Verein nur noch einen. Die Feier trug familiären Charakter. Der Vorsitzende wies in seiner Begrüßungsansprache auf das Ziel der Kriegervereine hin und brachte ein Hoch auf das deutsche Vaterland aus. Sodann wurden von der Iugend des Vereins zwei passende Theaterstücke aufgeführt, unb ein Gedicht in Wetterauer Mundart kam zum Vortrag. Zur besonderen Belustigung der Zuschauer wurden auf der Buhne mehrere Einlagen über- tuschend zur Darstellung gebracht. Einen Teil des Abends füllte die Verlosung aud, zu der etwa 50 zum Teil recht wertvolle Preise von Vereinsmitgliedern gestiftet worden waren. Der Verein ließ seine Mitglieder und Gäste mit Kaffee und Brötchen bewirten. Den gemütlichen Teil füllten Ansprachen heiteren Inhalts, Gesang und sonstige Darbietungen aus.
* Geilshausen, 8. Febr. Der unter der Leitung von Lehrer Paul stehende Gesangverein „Iugendmut" veranstaltete einen zahlreich besuchten Tlnterhaltungsabend. Mehrere Dolkschöre sowie zwei von Lehrer Häuser eingeübte Theaterstücke lösten bei den Besuchern herzlichen Beifall aus. Der Verein und sein Leiter können mit Befriedigung auf den Abend zurückblicken.
t ® r ü n b e r g . 9. Febr. Am Samstagabend hielt der hiesige V.H. C. seinen alljährlichen Familienabend int Saale des „Rappen" ab. Der Vorsitzende. Oberrealschuldirektor Angel- berger, wies in seiner Begrüßungsansprache u. a. auf die große Bedeutung des Wanderns hin. Der oberhessische Heimatdichter Hetz aus Leihgestern erfreute durch einige Vorträge aus seinen Dichtungen, die ihm von dem zahlreichen Publikum mit lebhaftem Beifall gedankt wurden. Im weiteren Verlaufe des Abends horte man mit Befriedigung Klaviervorträge und Gesänge und verfolgte mit Interesse die Ausführung von Theaterstücken. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Dekoration von 14 D. H. C.- Schwestern und -Brüdern für rege Teu- nahme an den Dereinswanderungen. Mit einer Verlosung, gemeinsamen Kaffeetafel und Tanz schloß der Abend.
—Watzenborn-Steinberg, 9.2. Im dichtbefetzten Saale des Gasthauses „Zum grünen Baum" hielt der Kirchengesang- verein, der jetzt rund 200 Mitgliedes zahlt, seinen diesjährigen Familienabend ab. on ein- damcksvollen und beherzigenswerten Worten toxeS der Ortsgeistliche, Pfarrer S t a u b a ch, aus Aufgabe und Ziel des Kirchengesangvereins, des neugegrünbeten Frauenvereins und des Sami- lienabends selbst hin. Gesänge des Chors, musv- lalische Darbietungen, gemeinsame Gesänge und deklamatorische Dialektvorträge trugen zur Ber- fchönerung des Abends bei. Im Laufe des Sommers beabsichtigt der Kirchenchor eine gemeinsame Rheinfahrt zu unternehmen.
* L i ch, 9. Febr. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr, die eine große Mitgliederzahl aufweist und in diesem Iahre auf ihr 5 0 j ähr. Bestehen zurückblickt, hat in der letzten Sitzung beschlossen, diese Feier am 2 6 und 2 7. Iuni würdig zu begehen. Der Beschluß wurde auf Anregung der noch lebenden Gründer herbeigeführt.
• Hungen, 10. Febr. Die Schüleranmeldungen zur höheren Bürgerschule werden am nächsten Dienstag, 16. Februar, entgegengenommen. Näheres ist auS der Anzeige im heutigen Blatte zu ersehen.
> Dorf-Gill, 9. Febr. Am Samstagabend weilten im hiesigen Schulsaale die Großmeister und einige Mitglieder der Bruderschaften des Iungdeutschen Ordens von Holzheim und Dornholzhausen, um auch in unserem Dorfe den jungdeutschen Gedanken auf Üben zu lassen. Großmeister Reuter, Dornholzhausen, ber Verfasser des im Iungdeutschen Orden bekannten Werkchens „Muttererde — Vaterland, Gedichte eines Bauern", sprach in einem längeren Vortrag über Zweck und Bedeutung deS Iungdeutschen Ordens. Es wurde anschließend eine Gefolgschaft gegründet, der sofort 12 Mann beitraten. Es sind meistens Kriegsteilnehmer, man hofft aber, daß sich auch die Iugend noch anschließt. Die Gefolgschaft wird der Bruderschaft Holzheim angegliedert werden.
Streik Büdingen.
• Büdingen, S. Febr. Amtsgerichtsrat Dr. A n D r a e , Ortenberg, hat nach seiner Wahl in den Kreisausschuß sein Mandat zum Kreistag nieder^elegt. An seine Stelle ist Kaufmann Schmoll, Nidda, in den Kreistag eingetreten.
le. Bleichenbach, 9. Febr. Am Samstag veranstaltete die hiesige Bruderschaft des I. D. O. gemeinsam mit dem Kr i e g e r v e r e i n einen ("xamilienabenb. Er war dem Gedenken unseres Bolksdichters und Meistersingers Hans Sachs ge° widmet, dessen Todestag sich am 19. Januar d. I. zum 365. Male jährte. Nach einem einleitenden Dortrag über chans Sachs als Volksdichter und Volkserzieher wurden drei seiner Schwänke: „Der tote Mann", „Der Roßdieb zu Fünsing" und „Das heiße Eisen" sehr gut dargestellt. Zwischendurch hörte man vom hiesigen D. H. C.-Q u a r t e 11 zwei Volkslieder aus der Zeit des Meistersanges. In einer „Kritik der Bruderschaft" wurde in Hans Sachsscher Art allen 3rr''crn lachend die Wahrheit gesagt. Es ist erfreulich, sestzvstellen, wie frisch und unmittelbar diese alte schlichte Volksdichtung heute noch auf unsere einfache Dorfbevölkerung wirkt.
Kreis Scholten.
)—( Ruppertsburg. 9. Febr. Der hiesige Krieger verein hielt am Sonntagabend unter Leitung seines langjährigen Präsidenten und Dezirksvorstehers Lehrer Eichelmann im Saale des Gastwirts Schlörb einen in allen Teilen wohlgelungenen Familienabend ab. Nach einer kurzen, kernigen Begrüßungsansprache des Vorsitzenden folgte die Vorführung von Lichtbildern aus der Sommeschlacht, die die Schrecken des Krieges und die Heldentaten unserer braven Feldgrauen in voller Größe erkennen ließen. Don ergreifender Wirkung waren die von Mitgliedern dargestellten lebenden Bilder: 1. Stolzenfels, 2. Auf der Wacht. 3. Vaters Abschied, 4. Des Kindes Sehnen, 5. Die Fahne der 61er vor Dijon. Sie wurden begleitet und erläutert durch einen Chorgesang des Gesangvereins und mehrere Sologesänge. Der zweite Teil des Programm- trug mehr heiteren Charakter. Heitere Solovorträge und schöne Volkslieder wechselten miteinander ab. Besonderes Verdienst um das Gelingen erwarb sich außer dem Vorsitzenden noch Kamerad Wilhelm Port II.
-s- Herchenhain, 9. Febr. Der von Pfarrer v. d. Au seinerzeit in« Leben gerufene Kirchenchor war im vorigen Iahr auch ein Opfer der durch die Dürgermei st erwähl geschaffenen Verhältnisse geworden. , Den Anstrengungen von Pfarrer Fritsch ist es nun gelungen, den Chor wieder ins Leben zu rufen. Mit gutem Erfolg hat er bereits feine UcbungS- stunden wieder aufgenommen. Dirigent ist Lehrer Weimer. — Der hiesige Kriegerverein veranstaltete int Saale von Kamerad Adolph einen L i ch t b i l d e r a b en d . der sehr gut be- sucht war. Gezeigt wurden die Lichtbilderserien. die die Kämpfe um Reims und in der Champagne 1914 und die Sommeschlacht 1916 behandelten. Erläutert und besprochen wurden die Bilder von Kamerad Fortbildungslehrer Stein- m a n n. Die Vorführung hat allgemein gut gefallen, und es wurde der Wunsch nach entsprechender Wiederholung laut.
)—( Gonterski rchen, 9. Febr. Im vorigen Herbst wurde unser langjähriger Pfarrer Hochgraefe nach Assenheim verseht. Am Sonntag fand nun die Einführung setnes Nachfokgers, des Pfarrvrwalters Weimar, Sohn des Gynmasialprrf Jor5 Weimar in Darmstadt, statt. Auch in dem Filialorte Einartshaufen hielt er feine Antrittspredigt.
-t- Rudingshain, 9. Febr. Die Delegiertenversammlung des Niddatal- sängerbundeS dem 13 Gesangvereine an- gehören, sand am Sonntagnachmittag im Saale des Gasthauses zum „Vogelsberg" dahier statt. Die Bundesvereine Turn-Gesangverein Schotten und der hiesige Männergesangverein waren geschlossen erschienen und erfreuten durch schöne gesangliche Darbietungen. Der Bundesvorfitzende Schäfer, Eichelsdorf, begrüßte die Erschienenen und leitete die Versammlung. Das Rechnungsjahr 1925 ergab einen Lieberschuh von 85 Mk. Der Anschluß an den Hessischen Sängerbund wurde vorläufig noch zurückgestellt, da der Bund seinen Mitgliedern nicht zumuten kann, in dieser Zeit die hohen Beiträge aufzubringen. Aus denselben Gründen wurde der Antrag ab- gelehnt, in diesem Iahr eine Rheinfahrt zu unternehmen. Die Beteiligung deS Bundes an verschiedenen Festlichkeiten macht es unmöglich, ein Wertungssingen abzuhalten. Es wurde auf nächstes Iahr verschoben. Durch Zuruf erfolgte die Wiederwahl des Bundesvor- st a n d s. Ein Hoch auf das Deutsche Lied schloß die eindrucksvolle Tagung.
(Sier- - Nudeln


