Ausgabe 
9.8.1926
 
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Nachdruck verboten.

Fortsetzung.

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Wetzlarer Ballspiel- Elubzwe'-

der Weile Jchag wobei einige gut» rs bemerlenswen mb Msunterhol' uh. Allen, iit die Jen bie beiben, |o rrlausenen Festtage

*«um bie Wegen. 16 $ferb, wo sich orobenbs mebtx-

10:3.

Auch hier trat das körperliche Spiel zu sehr | in den Vordergrund und machte es weniger < gefölllig. als man es sonst in Wetzlar zu sehen , gewohnt ist. Schon im Anfang des Spiels zeigte rd> der Siegener Sturm Wetzlars Hintermann- > schäft im Stellungsspiel glatt überlegen. Wetzlars f Mannschaft Mächte im ersten Spiel der Saison I nicht den guten Eindruck, den man von der alten : mit hinübergenommen hatte. Obwohl F. C. kom- j Piel! stand, fand sich fein Sturm nicht in der gewohnten Weise zusammen. Zudem muh man 'agcn. dah der Sieger eine Glf von grober Klasse 'feilte, die allerbesten Handball zeigte. Des t st Mittelstürmers Schuh und ihres Torhüters Abwehr standen auf einsamer Höhe. Siegen ührte bereits in der ersten Hälfte 4:1 und er­höhte bis zum Schluh auf obiges Ergebnis und damit zu einer Wetzlarer Niederlage, wie sie bisher noch nicht erfolgt war. Der Verlaus des Spieles im allgemeinen war abwechslungsreich unb interessant. Schade, dah auch hier Unfair- hcit den Gesamteindruck störte. Schiedsrichter Schneider (Sieben) amtierte nicht besonders iusriedenstcllend. übersah vieles und pfiff zu ipat. Zudem wurde ihm sein Amt seitens der Spieler nicht erleichtert.

Beide Spiele waren schwach besucht. Sonst bleibt noch zu sagen, dah die Wetzlarer Elf bei dem beabsichtigten Spiel gegen die Eichener Stäbtcelf sich schwer ins Zeug legen muh, wenn s.ie erfolgreich lein will. Aach der gezeigten Leistung und der Spiclstärkc der Eichener, bc- s-onders der Eichener Universität, dürfte diele Ansicht zu Accht bestehen.

:r Ntriege. Die echrn Sprechet-, eilet hatten, Ilan, i* die Zukunft bea m gelungene ,5

Aasensportvereine Fuhball-Club und Club, die mit dem leichtathletischen üamps begonnen hatte, wurde am Samstag mit einem Handballtrefsen fortgesetzt. Die beiden ersten Mannschaften trafen sich auf dem B.E.-

Stoh zu geben.

Wetzlarer Sport J. L. v.L 4:0.

b Tie Annäherung der beiden

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*3lah am Klosterwald zu einem Privattrefsen. Äin Lause des Tages niedergegangene anhal­tende Regengüsse hatten erfreulicherweise dem Boden wenig geschadet. Unter bei Leitung von <5 t c i n c v ,xS- C. Polizei, entwickelte sich zunächst -in flotter Kampf, der im Feld gleichmäßig ver­teilt war. Bor dem Tore spielte F. E. ent­schlossener und schuhfreudiger trotz des Fehlens ton Voh und Paulus, unb legte in zehn Minuten 2 Tore vor. Blum unb Roth waren tic guten Schützen. Auf der Gegenseite arbeitete der Sturm kaum eine Schuhgclegenheit heraus: die wenigen Bälle, bie auf s F. E. Tor kamen, waren zu schwach geschossen und wurden von 2 a p c 11 o glatt gehalten. Aoch in der ersten Hälfte gelingen F. C.'s Sturm zwei weitere Er­folge. geschossen von denselben Spielern wie oben. Die immer härter werdende Spielweise veran- Iahte den Schiedsrichter mit Recht, zwei Spieler auf jeder Seite hcrauszustellen. 3m weiteren Verlaufe des Kampfes nahmen die Unsairheiten xu und nach Halbzeit muhte noch ein B. C.'er Den Platz verlassen

Die Gemüter erhitzten sich mehr und mehr, vah der Schiedsrichter fast mit dem Ablauf der Spielzeit wegen Schiedsrichterbeleidigung seitens eines B. E.-Spielers daS Spiel abbrach. An dem Ergebnis der ersten Hälfte änderte sich nichts.

3n bgm Hauptspiel des Sonntags schlu­gen die ö

Sportfreunde" Siegen den F. C. Polizei Ivehlar

Schulter- und Armarbeit dagegen überschätzt wurde. Die Kugel ruht auf den Fingerwurzeln in der Mitte der Hand, die an der Schulter liegt. Das rechte Bein, auf dem das Körper­gewicht ruht, wird gebeugt, während das linke, fast gestreckt, auf den Fußspitzen mit der Fuß­sohle quer zur Wurfrichtung steht. Der linke 2rm ist in Schulterhöhe erhoben. Durch Drehung in den Hüften wird der gebeugte Ober­körper nach rechts geschraubt, bas rechte Dein plötzlich gestreckt, der Oberkörper nach links zu- ruckaebreyt, bet linke Arm mit Schulter zurück- cerissen und der rechte Stoharm nach vorn ge­bracht. Ein kurzer Stoh - die Kugel fliegt im Bogen aus der Hand, die noch eine Drehung macht, fo dah die Handfläche nach außen zexgt. - Der Wurf mit Anlauf ist eine Art flacher Sprung in dem vorgezeichneten Kreis. Er bient tauptsächlich dazu, dem Körper Schwung zum

vor allem Schnei' i sind natürlich im ei beträgt 7/< Äg. lugenbliche (wallt (bliche 3ugenbli(be C) 3,628 Äg. Sie glatter Oberfläche, nb - aus einem nefler - gestoßen nicht Leiter als toerben. Nachdem t ist, beginnt man and. Der *r ,t gespreizten Lei- i bie link jWt' Mist- irbeit beim icrnachläl^^^

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Die Krummhölzer

Roman aus den bayerischen Bergen. Bon Michael Wagner.

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Lei der folgenden wichtigen Beratung über den Barnen, welchen der jüngste Uracher bei der laufe erhalten sollte, verfocht der Annodomini eifrig Zenos Lorschlag, ihn nach dem Grohvatcr Quirin zu heißen. Marianne wollte ihm eigentlich den Namen ^eno geben, schließlich einigte man sich aber doch auf Quirin.

Also wurde der nun Großvater gewordene Uracher zum Taufpaten «gewählt. Da schrieb Zeno an den Later einen zwar kurzen, aber herzlich gc- Fnltenen Brief, machte ihm von dem freudigen Er- eignis Mitteilung und lud ihn ein, sich seinen Enkel . nzufchauen. Ein Bote brachte den Bries zum Srummholzerhof hinaus.

Am nächsten Morgen schon kam Uracher vom Icrg herab, jmmer noch groß und stark, vom Älter ungebeugt, ddch die Haare silbergrau. Mit dem ihm egenen würdevollen Ernst begrüßte er vor allem Äarianncn, deren Befinden vorzüglich war. Als er Linn den jüngsten Urachersprossen in den Armen Helt, war es gar seltsam anzusehen, wie die reine Herzensfreude sich in feinem sonnverbrannten Ge- sichtc zwischen die liefen Sorgenfurchen schob.

.Was wollt's ihm nachher für'n Namen geben? ' i agte er.

Quirin, Baler!" lächelte Zeno,und wir fiten dich halt recht schön bitten, daß du ihm . . ."

Da leuchtete ein kleines Freudenfeuerchen in Krachers grauen Augen auf, und in ungewohnter Lebhaftigkeit rief er:

Quirin?! Nachher hat er schon fein' Göden!" unb schlug sich an die breite Brust.

Lei der Taufe amtierte also Vater Uracher als 'Täte und übergab bei der anschließenden kleinen Familienfeier hernach als Angebinde für fein Tarenkind ein Säckchen, das je ein Stück der alten Friedens-Gold- und Silbermünzen enthielt.

Gel, da schaust'" sagte der Förster, der natürlich auch wacker mithielt, zu seinem alten Freunde.

Großvater! Taufgöd' Was du durch uns ir deine alten Tag noch alles wirft!"

Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften.

Die Deutschen Leichtathletikmei» sterschasten im Wackerstadion zu Leipzig hatten am ersten Tage sehr unter der ungünstigen Witterung zu leiden So war die Aschenbahn vollständig ausgeweicht. Der schlechte Boden führte sogar dazu, daß die Entscheidung im Hochsvrung auf den Sonntag verschoben werden mußte. Besondere Beachtung verdient hierbei die Leistung des Breslauer Körnig, der den Sieg im 2ö0-Meter-Lauf nur durch fabelhasten Endspurt gegen Wege» Leipzig an sich brachte. Mit 21.5 Sek. wurde die deutsche Best­leistung Houbens erreicht. Hoffmeister- Hannover holte sich mit 44,235 Meter den Mei­stertitel im DiSkuswerscn bestarrnig gegen Ha eu­ch e n . Berlin, welcher sich 'Den Sieg im Diskus­werfen. beidarmig, mit 72.91 Meter sicherte (41,65 und 31.26 Meter) vor Knoop- Eimsbüttel 71,47 Meter. Durch Dr. Pekhcr, dem durch Hebei- rcichung eines Kranzes, der mit einer in den Stadtfarben gehaltenen Schleife versehen war. eine besonder.' Ehrung zuteil wurde, gewann Preußen-Stettin die 3 lVOO-Meter-Staffel in 7:45.4 vor München 1860 7:45. Auch den 400- Meter-Lauf konnte Dr. P e l y e r in 49 Sek. für sich entscheiden vor F a i st - Karlsruhe. 49.3. Dieckmann- Hannover ließ sich den 5000- Meter-Laus nicht nehmen und siegte in 15:13,2 sicher vor Frandsen- Oldesloe 15:35,3- Das 1 Iv-Meter-Hürdenlaufen konnte Troß bach knapp in 15,3 gegen Steinhardt- Karlsruhe gewinnen, welcher jedoch er riß mehr als 2 Hürden um distanziert werden mußte.

Am Sonntag kam die Meisterschaft im Hoch- sprung zur Gnttchcidung. Deutscher Meister für 1926 wurde Huhn kB S. B. 3ena) mit eineu Sprunghöhe von 1,80 Meter. Zweiter wurde Beetz (Deutscher Sportklub Berlin) mit 1,80 Meter (durch Stechen entschieden). Richt weniger als vier neue deutsche Bestleistungen wurden aus­gestellt und Körnig brachte es sogar fertig, den Weltrekord des fliegenden Amerikaners Pad­deck um Vio Sekunde herunterzudrücken. Auch die beiden Zweiten des Laufs, D r e i b h o l z - Essen, unt Wege- Leipzig, brachten die 100 Meter in der bisherigen Weltrekordzeit von 10,4 hinter sich. Auch die deutsche Bestleistung des Deutschen Sportklubs Berlin in der 4xl00-Meter- Staffel wurde durch Phönix- Karlsruhe um V10 Sekunde auf 42,1 verbessert. Dr. Pc 1 her konnte im 400-Meter-Hürdenlauf einen neuen deut­schen Rekord für sich buchen. Er unterbot die alte deutsche Bestzeit von M u s s o w um i/3 Sekunden. Die neue Bestleistung von 54,4 steht nur um 0.9 Sekunden hinter dem Weltrekord zurück.

Meisterschastsregatta des Süddeutschen Nuderverbandes.

Der Süddeutsche Rudcrverband veranstaltete in Mainz seine dritte Meister- schastsregatla und zugleich feine 60. Ruder­regatta. Die Rennen gingen bei guter Witterung von statten und wiesen einen sehr guten Besuch auf. Die Ergebnisse waren: Bc- grüßungSvierer der Stadt Mainz: 1. Germania Kastel 6:41,4; 2. Undine Frankfurt 6:50,2. Ansängervicrer: 1. Germania Kastel 7:29,4; 2. Mainzer Ruderklub 03 7:30,4; 3. Frankfurter Undine 7:37,6. 3uniorvicrer 1. Germania Offenbach 7:34,6; 2. llnbine Rüsselsheim 7:39; 3. Fortuna Mainz 7:43,2. Senioreiner (Rhein­meisterschaft): 1. Mainzer Ruderklub 03 (3akob Schmitt) 8: 14,6; 2. Frankfurter Alemannia (Otto Ebbrecht) 8:25,2. 3ungmannvierer (1. Abtei­lung): 1. Rudcrgesellschaft 21 Ried 7:42; 2. Un­dine Rüsselsheim 7:42,8. (2. Abteilung):

1. Hassia Gießen 7:47,8; 2. Ruderklub Raunheim 7:49,8. - Erster Achter: 1. Rudcr- oerein Freiheit Mühlheim 7: 14,6 (im Allein­gang). Vcrbandsmcistcrschaftsvierer ohne Steuermann: 1. Rudergelellschast Fechenheim 7:27,2; 2. Germania Offenbach. Schülcrvirrer: 1. Freiheit Mühlheim 4:55; 2. Fortuna Mainz 5:09. Erster Vierer. Germania Kastel 7:42,2; 2. Rudcrvcrcin Vorwärts Offenbach 7:51,6. 3ungmannachter 1. llnbinc Rüsselsheim 7:04,6; 2. Hassia Gießen 7:14,8. - 3unioreiner:

1. E. Pietz, Vorwärts Offenbach. 8:46,6; 2. Gut­frucht, Walfcrlportvercin Ludwigshafen. 8:56. Zweiter Seniorvierer: 1. Germania Offenbach 7:41; 2. llnbinc Frankfurt 7:41,4. junior- achter: 1. Vorwärts Offenbach 7:15,4; 2. Fortuna

Das drolligeuns" rief einen wahren Lach­sturm hervor, Kurzum, man saß fo gemütlich und harmonisch beisammen wie ehedem und als wäre nichts vorgefalleu oder Trennendes vorhanden. Uracher bezeigte aber auch eine helle Freude an dem neuen Sprößling und der ihm durch die Warnens: gebung erwiesenen Aufmerksamkeit. Man verabschie­dete sich an diesem Abend in wohltuender Herzlich­keit erst spät voneinander.

So schön tönnts fein so friebfam und net is uns vergönnt!" sagte Zeno zu Marianne, als die andern gegangen und er an ihrem Belte sah, ihre Hand in der feinen. Die Stimme bebte ihm dabei, er preßte die Lippen aufeinander, als gälte es auf- steigende Tränen zu verbeißen.

Net traurig fein, Zeno!" tröstete ihn Marianne mild.Es wird schon wieder alles recht werden!"

Was gäb i net dafür!" seufzte Zeno mit nassen Augen . . .

Den Abschluß des freudigen Ereignisses im Schnitzerhaus bildete die allgemeine Besichtigung des neugeborenen Quirin Uracher am kommenden Sonntag nach dem .stirchgang.

Die Frau Mutter hatte den Tisch im Wohn zimmer weiß gedeckt und eine große Flasche süßen Mels für die Weibsleut, desgleichen eine mit ganz scharfem Enzeler für die Mannsleul sowie einen Niesenteller voll Gepäck bereitgestellt.

Dann kamen sic angesliefelt alle.

Sämtliche Ehhalten vom Krummhvlzerhvf fan­den sich ein, wollten den kleinen Prinzen fehcn. be­wunderten ihn pflichlschuldigst, tränten ihr Stam­perl Mel oder Schnaps und verzehrten einiges Gepäck. Dann rückten sie wieder ab, nicht jedoch, ohne vorher noch ihrer ehrlichen Bewunderung über die schöne,kommode" Einrichtung des Hauses lebhaften Ausdruck gegeben zu haben.

Sogar die Schwerreiter-Nandl kam von der Alm herunter.

Die Hauptrolle bei dem ganzen Huldigungsaktc spielte natürlich Wally. Sie fühlte sich selbst so halb und J)alb zur Großmutter avanciert und weinte vor Freude darüber, daß sic dies noch hatte erleben dürfen. Zeno mußte der Guten unterschiedliche Gläschen Met aufnötigen, bis sie ihre Fassung wieder zurückerhielt.

Mainz 7:21. DerbandsmcisterschafrSvicrer ohne Steuermann: 1. Germania Kastel 7:40,8; 2. Freiheit Mühlheim 7:41,2. Alte-Herren- vierer 1. Germania Kastel 5:31; 2. Germania Kastel 5:35. Verbandsmeisterschastseiner

1. 3alob Schmitt, Mainzer Ruderverein 03. 8 51: 2. Otto Ebbrccht, Alemannia Frankfurt, 8:55,2. Zweiter Achter: 1 Rudcrgesellschaft 21 Fechen­heim 7:20,4; 2. Undine Rüsselsheim 7:21,8. Ermunterungsvierer 1. Ruderklub Raunheim 8:20; 2. Mainzer Ruderklub 03 8:22. Dritter Senivrvierer: 1 Germanw Offenbach 7:59,8; 2. Vorwärts Offenbach 8: 17,8. Verbands- meistcrfchastsachter: 1. Ruderverein Freiheit Fechenheim 7:12,6, 2. Vorwärts Offenbach 7 19,8.

Spielvereinigung Fürth siegt in Berlin.

Dem Wettspiel des Deutschen Fußballmeislers, Spielvereinigung Furth, wohnten auf dem Platze des S. C. E. etwa 5000 Zuschauer bei. Die Fürther waren mit Ausnahme der Außenflügel in bester Besetzung erschienen. Union S. C. C. trat ebenfalls komplett zu dem Wettspiel an. Fürth gewann hoch mit 8:1 Toren. Bis zur Halbzeit war das Treffen noch ausgeglichen und Fürth nur knapp mit 2:1 in Führung. Nach der Pause gingen die Fürther mehr aus sich heraus und erzielten in regel­mäßigen Abständen bis zum Schluß noch weitere sechs Tore, denen Union S. E. E. itichts mehr ent­gegenzusetzen vermochte. Die Mannschaft von Union S. C. C., die noch vollkommen ohne Training ist, siel in der zweiten Hälfte gegen ihren großen Geg ner völlig ab. Allzu deutlich zeigten sich die Mängel, mit der die Mannschaft noch behaftet ist. Zum Spielverlauf: Bereits in der siebenten Minute er­zielte Leinberger das erste Tor, dem in der fünf zehnten Minute Kiesling das zweite für Fürth folgen läßt. Drei Minuten vor Schluß der ersten .yälfte kommt Union S. C. C. zum Ehrentreffer durch einen Elfmeter wegen Hand, den der Vertei­diger Schulz verwandelt.

Das Urteil im Zleffa-prozeß.

7 Jahre Zuchthaus.

Frankfurt a. M., 7. August. (TU.) Rach fast fünfstündiger Beratung wurde heute im Jleffa- Prozeß folgendes Urteil verkündet:

Die Angeklagte wird wegen versuchten Totschlages in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung zu 7 Jahren Zuchthaus und den kosten des versahrens verurteilt. 9 Rio­na ie der Untersuchungshast werden aus die Strafe angerechnet. Die bei der Tat beschlag­nahmte Waffe wurde eingezogen.

Der 6. Verhandlungstag begann mit einer Replik des Staatsanwalts F l o r e t. Er er­klärte, auch nach der erneuten Verhandlung habe er persönlich den Eindruck, daß es sich u m c i n c n wohlvorbereiteten unb kaltblütig ausgeführten Mord handle. Nur im Hin­blick auf die Gutachten der drei von der Verteidi­gung geladenen Sachverständigen habe er sich schweren Herzens entschlossen, die An­klage wegen Mordes fallen zu lassen. Der Staatsanwalt glaubt nicht, daß die Geschwo­renen dem Verteidiger soweit folgen werden, daß sie ebenfalls zu dem Schluß kommen, daß dieharm­lose" F l c s s a nichts weiter getan habe, als einen Revolver bei sich zu führen. Soweit seien wir doch noch nicht! Der Staatsanwalt geht dann ausführ­lich auf das Gutachten von Prof. Popp ein und kommt zu dem Schluß, daß, wenn der dritte Schuß willentlich abging, auch der erste, der tödliche, willentlich abgegeben wurde.

Hieraus nahm der erste Verteidiger Prof. Dr. S i n z h e i m c r das Wort zu einer länge­ren Erwiderung. Die Beurteilung des Falles Flcssa sei unabhängig von der Beurteilung des Dr. Seih. Seih hatte ein dringendes 3nterefse daran, dah, wenn einmal ein Skandal entstehe, niemand etwas bekunden könne. Die Rede des Staatsanwaltes fei eine Prestigerede. Der Staatsanwalt habe das Bedürfnis, das Prestige der 3ustiz aufrechtzuerhalten und deshalb stelle er 'ich schühcnd vor das erste Urteil. Der Ver­teidiger beschäftigt sich dann des längeren mit dem Gutachten des Geheimrats Roth und be­tont. dah nach seiner ^leberzeugung dessen Gut- achten keine besondere Rolle spiele. Dr. Roth fei kein Psychiater; es stehe fest, dah er auf dem Gebiete der Psychologie. Psychiatrie usw. keine

Seit der kleine Quirin in der Wiege lag, ar­beitete Zeno womöglich noch unverdrossener freudiger bestimmt. Es sah sich an, als wollte er durch sein Schaffen das Glück in sein emporblühen- dcs Hauswesen zwingen und bannen. Und es schien, als ob ihm das wirklich gelingen sollte.

Eines Tages nämlich es war zur Reifezeit befand sich unter den mancherlei Kunden in Zenos Laden auch ein älterer Herr von vornehmem Aus­sehen. Es fiel Zeno sofort durch die Art und Weise auf, wie er, ohne viel zu reden, die ihm vorgeleg­ten Figuren betrachtete und ins Licht hob voll offenbarer Sachkenntnis. Nun, Zeno holte aus feinen Kästen und Vitrinen die mannigfachsten Ge­genstände herbei und legte sie dem alten Herrn vor, der nur dann und wann nach dem Preis eines Stückes fragte unb einige beiseite legte. Schließlich war Zeno mit ihm allein im Laden. Der Herr ließ sich ruhig seine Sachen zusammenpacken und zahlte. Statt dann aber zu gehen, begann er ein Gespräch.

Könnte ich Sie in wichtiger Angelegenheit sprechen, Herr Uracher?"

Bitte, ich stehe zur Verfügung!" erwiderte Zeno höflich, öffnete ohne weiteres die in ein Neben­zimmer führende Tür und bat den Fremden, ein­zutreten.

Herr Uracher, mein Name ist Professor Armin ich bin hier in meiner Eigenschaft als künstle­rischer Berater und Beauftragter einer großen Kunsthandlungs- und Erportsirma." Er nannte eine bedeutende Firma auf diesem Gebiete, von der Zeno schon gehört hatte, wie ihm auch der Name des Professors als der eines namhaften Künstlers nicht unbekannt war.

Der entwickelte nun vor dem staunend lauschen­den Zeno sein Anliegen: Er sei beauftragt, auf einer Reise durch das deutsche Alpengebiet nach Erzeu­gern künstlerisch wertvoller Ausfuhrartikel zu suchen, die bann seitens der Firma für feste Liefc- rungsoerträge interessiert werben sollten. Zenos Er­zeugnisse nun gefielen bem Professor außerorbent- lief), unb er wollte jetzt mit ihm besprechen, wie sich Zeno zu einem solchen Vorschläge, ber geschäftlich nur Vorteile brächte, stelle.

Die Sache ist nun bie" erläuterte ber Pro iessor weiter, inbem er auf bas Paket wies, bas bic gekauften Oegenftänbc enthielt,ich werbe meiner Firma diese Proben übersenden. Sie auf bas beste

FaHkenntnMc besitze. Gr habe bafiee nicht nut großen Wen darauf g-legt, dah nicht nur Theo­retiker. sondern auch anerkannle Praktiker zu Worte tarnen. Hofrat Friedländer, der ein solcher Pratttker sei. habe den chronischen und den höchsten Affekt nachgcwiesen. Es habe sich unzwejfeLhckft ergeben, daß sie im Martmum deS Affektes handelte und zwar im höchsten Affekt einer Perlon, die abnorm affijier- bar ift

Der Verteidiger kommt in weiteren Ausfüh­rungen zu BeifpiÄen, die darlegen, daß Tötung nur vorliegt, wenn der Lötungswille gegeben war. Die Angabe de« Sachverständigen, Professor Kopp, daß die Pistole im Ringen loSgegangen sei. erschüttere das Gutachten des Geb. Rat Roth erheblich. Zudem habe der andere Sach­verständige in drastischer Weise erklärt, dah die Schüsse jedem anderen, der nervös sei. loSgehen lönnten. Unb die Flesso war nervös. Der Ver­teidiger verweist dann daraus, dah. wenn ber Fall Flessa ursprünglich richtig von der Staate anwaltschast behandelt worden wäre, der Fall vor einem Großen Schöffengericht in zwei Stun­den erledigt gewesen wäre.

Die Verteidigerin, FrÜ Dr. Anna Schulz, beleuchtet hierauf nochmals eingehend die mensch­liche Seite des Falles Flessa. Rach ihr erklärt der Staatsanwalt, auf die längeren Erklärungen des Verteidigers könne er nicht mehr eingehen, aber er sei es dem Andenken des Verstorbenen schuldig, zu erklären, daß er von einer zweiten Frau nicht bedroht wurde.

Jetzt wird die Flessa in den Saal ge­führt. Die abgehärmte Person ist kreidebleich, ihr Blick ist stier, denn sie hat offenbar die letzten Ausführungen gehört, denn beim Eintreten in die Anklagebank schreit sic auf: »Sie Schuft da drüben." Danach wehrt sie sich gegen die .Unterftellung. daß sie mit pinem Revolver hinter dem Baum gestanden habe:Das ist Lüge, das habe ich nicht gesagt. Herr Störet, das ist Lüge. Dissen Sie, dah Sie sich selbst damit be­strafen? Wenn ich zehn 3ahre Zuchthaus be­komme. werden Sie hoffentlich noch nicht tot sein, dah ich 3hnen das beibringen kann." Der Vorsitzende teilt der Angeklagten kurz die An­träge mit. woraus sich das Gericht zur Be­ratung zurückzieht.

Rach fast fünfstündiger Beratung erscheint das Gericht um */25 Uhr und Landgerichts- direktor U n g c to i t't e r verkündet das Urteil, dem er die Begründung voranstellte, bei der die Angeklagte nicht zugegen war. Die Angeklagte Krankenschwester Wilhelmine Flessa wurde wegen versuchten Totschlags in Tat­einheit mit fahrlässiger Tötung z u s i c b e n 3a h r e n Zu ch tha u s und in bi c Kosten des Verfahrens verurteilt. Reun Monate der erlittenen Untersuchungshaft werden auf bie Strafe angerechnet.

3n der Urteilsbegründung wird u. a. gesagt. Die Auslagen der Angeklagten sind teils wahr, teile unwahr gewesen. Was den Geschlechtsver­kehr angeht, so kann irach den Aussagen des Sachverständigen Prof. Ra ecke an sich ja hin- gcstellt sein, ob ihre Angaben zutreffen. Diese haben jedoch> darin ständig gewechselt Auf der einen Seite hat sie es unter bestimmter zahlen­mäßiger Angabe zugegeben, letztere nachher ge­ändert, bann wieder ganz abgestritten usw. Ebenso haben die Angaben der Angeklagten über bic Tat auch fortgesetzt gewechselt, wobei sie einmal von einer Verwundungsabsicht, bann von einem Schreckschuß sprach. Ob der Eitdzweck ihres Gc dankcnslebcns das Kind war, läßt das Gericht dahingestellt sein. Dah sie das Kind haben wollte, ergibt sich aus den Angaben über die notarielle Urkunde. 3hre Bestrebungen gingen dahin, ihre Beziehungen fester zu gestalten. Sie sagte, daß sic sich auSgemalt habe, wie man sich ein Haus kaufe, wie sie ihm in der Klinik behilflich fein könne usw Cs sei verständlich, wenn sich ihr solche Bilder vorgaukelten. Als erstes Motiv für die Tat kommt in Betracht, daß sie sich sehnt und danach strebte, mit ihm in enge Beziehungen zu kommen. Zu diesem tritt im Sommer 1925 das zweite: Durch ihren Dienst bei der Familie Sch. sicht sic in den Gesprächen mit Fräulein Sch. der zukünftigen Brant, die Möglichkeit näherer Beziehungen mit Dr. S. versinken. 3n jene Zeit fällt ber Kauf des Revolvers. Zn bem Sehnen nach Dr. S. kommt bic Eifersucht. Der chronische Affekt, wie bic Psychiater sagen, hat sich ver­stärkt. Die Situation mit Dr. S. verschärft sich, der ansängt, die Drohungen ernst zu nehmen.

empfehlen woraus Sie wahrscheinlich schon in kürzester Zeit den Entwurf eines Lieserungsvcr träges erhalten werden. Und wenn Sie klug sind, dann greifen Sie zu!"

Das ist ja alles recht schmeichelhaft für mich, Herr Professor," meinte Zeno zögernd,aber"

Aber, aber! Mein lieber Herr Uracher! Sie werden doch hier nicht lange überlegen wollen? Die Sache ist sauber mein Wort darauf sonst würde ich sie doch nicht in die Hand nehmen! Bedenken Sie doch bitte Sie können auf einen Schlag Ihr Glück machen!" Der Professor lachte. Unglaublich! Ist der Mann einer der wenigen Auserwahtten, und glaubt auch noch Bedenken haben zu müssen!"

Zeno schaute ihm ernst ins Gesicht.

Offen gestanden, Herr Professor es ist mein künstlerisches Gewissen, das da nicht recht mittun will!"

Aber wieso denn bloß, lieber Herr Uracher?"

Eine leichte Röte überflog Zenos Gesicht. Bei­nahe trotzig stieß er bann hervor

Ich will keine Fabrikware Herstellen!"

Oh!" meinte der Professor überlegen, vom Standpunkt des bewußten Künstlers aus mögen Sie ja recht haben allerdings auch nur bedingt! Denn Sie müssen immerhin auch Geschäftsmann sein!"

Nun legte er Zeno dar, daß er nur bestimmte Gegenstände in der jeweils gewünschten Menge zu liefern hoben würde er selber könne natürlich schaffen, was und wie er nur immer wolle.

Ich bin auch gar nicht auf so was einge­richtet!" warf Zeno nun ein.

Der Professor lachte.

Gitt! Dann richten Sie sich eben darauf ein! Vergrößern Sie Ihr Geschäft, stellen tüchtige Leute an' Kapital schießt Ihnen die Firma vor! Und" sprach er mit eindringlichem Ernst nun auf Zeno ein, vergessen Sie doch nicht, Herr Uracher, daß Sie auf solche Art erst so recht die Hände frei be­kommen für Ihr eigenes künstlerisches Schaffen!"

Allmählich gelang es ihm so, Zenos Bedenken zu zerstreuen, ja, ihn zuletzt für die Angelegenheit zu erwärmen. Besonders das letztere Argument entwaffnete Zenos Einwände vollends.

(Fortsetzung folgt.)