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gleicher Zeit tvie das aus London kommende ! Königspaar in Paris anwesend sein und wird mit dem König und der Königin zusammen nach Spanien zurückkehren.

Mimtteramt und privatberus.

Ein Vorstos? der Arbeiterpartei im englischen Unterhaus.

London, 8. Juli. (WB.) 3m britischen Hinterhaus fragte ein Mitglied der Arbeiter­partei, ob es richtig sei, daß der Wohlfahrts- Minister Aeville Chamberlain noch immer Direktor einer Firma in Birmingham sei, und, wenn ja, warum er dies Amt nicht nieder gelegt habe. Premierminister B a l d - w i n erwiderte, es handle sich um privaten Familienbesitz und somit um einen Posten, den der Minister bei seinem Amtsantritt im Einklang mit dein Verfahren, das seit zwanzig Jahren üblich sei, nicht nieterzulegen brauchte.

In einer persönlichen Erklärung sagte Neville Chamberlain, dies sei bereits der dritte Fall, wo man versuche, einen Minister als Vertreter prioaterJnteressen zu verdächtigen. Er ver­wahre sich entschieden gegen diese Verdächtigungen und bebaute, daß sie nicht so klar vorgebracht wor­den seien, um eine zureichende Widerlegung zu ge­statten.

Im Zusammenhang mit dieser persönlichen Er­klärung kam es wiederholt zu erregten Szenen, so daß der Sprecher mehrfach eingreifen mußte. Später meldeten Macdonald, Clynes, Henderson und Snowden einen Antrag an, in dem die Ernennung eines besonderen ll n t e r s u ch u n g s a u s s ch u s- s c s verlangt wird, der erwägen soll, inwieweit es im öffentlichen Interesse angängig sei, daß ein Mi­nister der Krone mit einer öffentlichen oder privaten Gesellschaft während seiner Arbeitszeit in Verbin­dung steht.

Die Frankenkrise in Belgien.

Brüssel, 8. Juli. (SU.) 3m Senat er­klärte der belgische Finanzminister zur Beant­wortung einer Anfrage über die Finanzlage Belgiens eine vorzeitige Stabilisierung der Wäh­rung sei gefährlich. Es würde zwecklos sein, den Franken bei einem Stand von 195 zum englischen Pfund stabilisieren zu wollen. Eine Stabilisation des belgischen Franken könne nur durch innere Maßnahmen erfolgreich eingeleitet werden. Wir müssen zuerst den Haushalt ins Gleichgewicht brin­gen. Glücklicherweise haben die Einnahmen den Voranschlag überschritten. Durch einen Grseyent- wurf, der eine Staatliche Eisenbahn- Ge > ellschaft schafft, wird die schwebende Schuld konsolidiert. Diese Finanzoperation ist notwendig, bevor man zur Festigung des Fran­ken übergeht. Die Regierung wird, soweit ihre Mittel reichen, zur Hinderung der Schwankun­gen der Währung die nötigen Maßnahmen er­greifen. Wir müssen uns an die moralische Kraft und an das Vertrauen der Bevölkerung wenden. Belgien besitzt die Mittel, die zum Erfolg führen können.

Provokationen französischer Besatzungstruppen.

Bei dem am Sonntag imö Montag in Ger­mersh eim abgehaltenen Dezirks-Kriegertag kam es durch das herausfordernde Verhalten französischer Offiziere, Unteroffiziere und Mann­schaften zu verschiedenen Zwischenfällen, zu denen zwei französische Osfiziere den Anstoß gaben, die den an den Fenstern ihrer Quartiere befindlichen Schmuck entfernten. Der Schmuck wurde dann von den Eigentümern der beiden Häuser wieder angebracht. Die am Kriegerdenk­mal statt sind ende Totenfeier wurde beson­ders während der Kranzniederlegung durch fran­zösische Soldaten, die Zigaretten rauch­ten und sich laut unteichielten, gefrört. Diese Störungsversuche wurden am Rachmittag bei dem großen Festzug von einem Trupp französischer Soldaten fortgesetzt, die unter Führung von Offi­zieren und Unteroffizieren den Zug begleiteten und von Zeit zu Zeit die Reihen durchbrachen, um den Zug in Unordnung zu brin­gen und zur Auflösung zu zwingen. Erst als Mitglieder der Festleitung sich zur französischen Kommandantur begaben und um Einschreiten er­suchten, hörten die Störungsversuche auf. Die französische Kommandantur sagte zwar eine Be­strafung der Schuldigen zu, trotzdem wurde aber auch dre am nächsten Tage stattfindende Schluß- feicr durch einen Trupp französischer Soldaten gestört, die in derartig herausfordernder Haltung auf dem Festplatz erschienen, daß die Festleitung, um Schlimmeres zu verhindern, die Feier ab­brach. Die Erregung der Einwohnerschaft von Germersheim über das Verhalten der französi­schen Soldaten und Offiziere ist außerordentlich groß. Rur der besonnenen Haltung dec Fest­leitung, der Festteilnehmer und der ganzen Ein- wohnerschast ist es zu verdanken, daß es trotz der wiederholten Provokationen zu keinen Zusammen­stößen kam.

Deutschland und der Abesstnienvertrag. Berlin, 8.3ult (TU.) Rach der Mel­dung eines Berliner Morgenblattes soll die deutsche Regierung beim Foreign Office Dor- stellungen über gewisse Bestimmungen des neuen englisch-italienischen Abessinien- Abkommens erhoben haben. Wie hierzu von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, ist von Sei­ten des Auswärtigen Amtes bei der englischen Regierung indessen lediglich angefragt worden, ob durch das neue englisch-italienische Abessinien- Abkommen für Deutschland, das durch den Ver­trag mit Abessinien vom März 1905 die Mög­lichkeit wirtschaftlicher Betätigung Deutscher in Abessinien erhalten habe, eine neue Lage geschaffen sei, die eine Gefährdung der deutschen Inter- essen in Abessinien herbeiführen könnte. Die von der englischen Regierung abgegebenen Er- llärungen, insbesondere biejenige Chamberlains im Unterhaus, sind als befriedigend be­zeichnet worden.

Militärischer Vorbereitungs­dienst in Japan.

Tokio, 8. Juli. (WTB.) Millionen von Re­kruten haben sich zum Dienst gemeldet, und zwar

Die Unwetterkatastrophe.

Das gefrnge Unwetter bei Gießen.

Wir nahmen gestern nachmittag Gelegen­heit, die Stätten des Hochwasser-Einbruchs in Garbent eich in Augenschein zu nehmen. Das Bild das sich bei dieser Besichtigung unserem Auge bot. gab eine eindrucksvolle Vorstellung von der Gewalt, mit der die Flut in den gestri­gen frühen Morgenstunden die überraschte Be­völkerung heimsuchtc. Während in dem hoch­gelegenen Ortsteil keine Schäden zu bemerken waren, sind die in den tiefer gelegenen Straßen befindlichen Häuser und Gärten der Tummelplatz des entfesselten Elements gewesen. Zahlreiche Gärten sind von den Fluten wie gewalzt, die Gemüsepflanzen sind herausgerissen, stellen­weise sind sogar Ob st bäume entwurzelt worden, ferner hat die Flut mehrfach Gartenzäune umgelegt. An den Häusern war deutlich zu sehen, daß das Wasser bis zur Höhe der Parterrewohnungen vorge- drimgen war und sich durch die Haustüren in die Wohnräume ergossen hatte: hierdurch sind manchen Dewor, :ern ansehnliche Schäden am Mobiliar entstanden. Auch in den Kel­lern der betrogenen Gebäude sah es recht wüst aus: hier sind durch den nassen Besuch allerlei Vorräte an Lebensmitteln vernichtet wor­den. ferner ist auch erheblicher Materialschaden entstanden. Die Gewalt der Flut war an der Ueberbrückung des Bachlaufes in der Haupt­straße so stark, daß eine große, schwere Stein­platte gut einen Meter weit seitwärts abge- schwemmt wurde. 3n der Geländesenkung zwischen Watzenoorn und Gorbenteich sah man gestern nachmittag noch die Flut dahinströmen. Die betroffenen Bewohner Garbenteichs waren eifrig mit dem Ausschöpfen der Keller und mancherlei ersten Rep.iraturarbeiten beschäftigt. Von zahlreichen Bewohnern hörte man die Mei­nung, daß das Zentrum pes Wasserniederbruchs zwischen Garbenteich,, Steinbach und Lich gelegen haben müsse, denn Garbenteich selbst ist zum weitaus größten Teil durch die von den hoch­gelegenen Gemarkungsteileii herabströmonden Flu­ten betroffen worden. Die wchäden sind nach ten Eindrücken, die man gestern nachmittag erhielt, in Garbenteich beträchtlich Eine Kommission hat die ersten Feststellungen bereits auf genommen. Bei der gegenwärtigen sehr bedrängten Lage der Landwirtschast darf wohl erwartet werden, daß die hessische S t a a t s r e g i e ru ng es an einer entsprechenden Hilfeleistung zur Be­hebung der Schäden nicht fehlen lassen wird.

Unser is-Mitarbeiter in Steinbach berichtet uns: Das am Donerstagmorgen von 5.30 bis gegen 7 Uhr niedergehende Unwetter mit seinem wolken- bruchartigen Regen entlud sich über unserer Gemar­kung. Die ältesten Leute können sich nicht erinnern, jemals schon solche Wassermassen gesehen zu haben. Die Fluten kamen mit elementarer Gewalt aus den oberhalb des Dorfes liegenden Feldern und dran­gen durch Gärten, Scheunen und Ställe, alles mit fortreißend. Nur dem Umstand, daß unser Dorf ab­schüssig liegt und das Wasser rasch ablaufen konnte, ist es zu danken, daß größeres Unheil verhütet wurde. Unsere vor Jahren erbaute Kanalisie­rung, die damals wegen Versenkung der großen Rohre von manchem kritisiert wurde, bewahrte sich aufs b e ft e. Umsichtige Hände rissen schnell die Schachtdeckel auf, so daß sich das Wasser mit donnerndem Getöse in die Schächte hineinstürzte. Hierdurch wurde den Fluten die größte Ge­walt genommen und der untere Teil des Dor­fes vor schwerem Schaden bewahrt. Die Straße Steinbach Garbenteich war im tiefen Teile unpassierbar, so daß die Arbeiter, die nach den Morgenzügen gingen, wieder umkehren mußten. Das Wiesengelände unterhalb des Dorfes bis Hof - A 1 bach , wo auch die Kanalisierung ihren Ausfluß hat, glich einem großen See. Alle tie­feren Stellen unserer Gemarkung standen noch stun­denlang unter Wasser, das sich erst gegen Mittag all­mählich verzog. Der Schaden in Gärten und Fel­dern ist hier nicht allzu groß und tragbar.

Schwere Unwelterschäden im Maingebiet.

WER. Aschenburg, 8. 3uli. Die letzten Gewitter haben im Maingebiet großen Schaden verursacht. 3n Wiesen bei Staffelstein wur­den halbe Aecker mit Hackfrüchten weggeschwemmt. Bei Lahm steht der ganze Grund unter Wasser. Der größte Teil bet Heuernte ist vernichtet. Das Wasser muhte burch die Feuerwehr aus den Kellern gepumpt werden. Bei Memmels­dorf ist der Bahndamm gebrochen. 3n Seß­lach ist das ganze Heu vernichtet worden. Mehrere Häuser stehen unter Wasser. Die Ver­bindung nach H a t te r d o r f ist unterbrochen. Das Wasser hat die Hochwassergrenze von 1909 überschritten. 3n Untermerzbach ist eben­falls der Bahndamm durchbrochen. Der Zentral- molierei Kaltenbrunn ist ein großes Käse­lager davongeschwvmmen. An verschiedenen Stel­len steht das Wasser meterhoch. Das^Hochwasser führt Bier- und Weinfässer mit sich. Die Fluten sind noch -im Steigen. Der Weiler Loh­st o s mußte geräumt werden, wobei das Vieh ge­rettet werden konnte. Der Schaden ist unüber­sehbar. Ein fürchterliches Unwetter, verbunden mit Wolkenbruch, ist auch über die beiden Spes- sartdörfer Ober- und Unteraltenbuch niedergegangen, welches das ganze Tal in einen gewaltigen Strom verwandelte. In wenigen Mi­nuten standen die Häuser im Wasser und nur unter Aufbietung aller Kräfte konnten Menschen und Tiere gerettet werden. Zum größten Teil

infolge der Bestimmungen des Gesetzes, das den jungen Männern zwischen 16 und 20 Jahren erlaubt, nach Schulabgang eine Militärdienst- vorperiode freiwillig zu absolvieren, um in die­ser Weise eine Herabsetzung d e r eigent­lichen Dienstzeit zu erlangen. Dieser Plan batte schon vor Jahren eine große Vermehrung von Gymnasien, Hochschulen und Universitäten Japans zur Folge. Japan bildet in dieser Weise große Re­serven aus, die einen Teil der militärischen Ausbil­dung genossen haben, imb die neben dem großen Teil der ganz ausgebilbeten Reserve bestehen. Der Zweck tiefer Maßnahme soll aber eher eine physische Ertüchtigung des Volkes und eine Pflege der Dis­ziplin, als eine Vorbereitung für militärische An­griffe sein.

arbeiteten die Männer im Wasser, welches bis zur Brusthöhe reichte, und schafften die Ange­hörigen und die Haustiere auf die rettenden Höhen. Der reißende Strom hat die Distrikt­straße sowie die Gemeindewege vollkommen ver­nichtet, so daß ein direkter Umbau notwendig wird. Ebenso sind die Beschädigungen an den Talwiesen beträchtlich.

Die Aalastrophe im Eichsseld.

Rorbhaufen, 8. 3uli. (TU.) Gestern nachmittag ging im Kreis Grafschaft Hohen­stein sowie hn ganzen Gebiet des Eichsfeldes ein schweres Unwetter nieder. Die Regengüsse dauerten 7 bis 8 Stunden. Gleichzeitig ent­luden sich schwere Gewitter. Ueber einem Berg im Eichsfeld ging ein Wolkenbruch nieder. Die Wassermassen stürzten den Berg hinunter in die umliegenden Ortschaften und richteten ungeheuren Schaden an. Die Ernte ist vollständig vernichtet. Die Fluten entwurzel­ten Bäume und rissen hohe Bauten fort. Zahl­reiches Vieh treibt die angeschwollenen Bäche und Flüsse hinab. Das ganze Gebiet zwischen Wülfingerode und Besperode gleicht einem ge­waltigen See. 3n Wülfingerode steht das Wasser über einen Meter hoch auf der Straße. 3n den Straßen von Besperode steht es fast 11/2 Meter hoch. Am schwersten wurde Rieder- orschel betroffen, wo das Wasser einen Stand von 3 Meter erreichte und durchdi? Fenster in die Wohnungen einbrang. Infolge eines Dammbruches konnten die Einwohner nur das nackte Leben retten.

3n Worbis und Umgebung setzten bereits nachmittags gegen 5 Uhr von Thüringen kom­mend schwere Gewitter ein. die in der Richtung nach dem Südharz zogen. Von 9 Uhr abends bis gegen 3 Uhr morgens folgte unter furchtbaren Blitzen, und Donnern ein stundenlang anhalte der Regen, der die Straßen der Stadt unter Wasser setzte. Straßenpflaster und Brücken sind einge­rissen, Getreidefelder sind glatt gewalzt, die Fel­der mit Steingeröll und Schlamm bedeckt, auf dem Friedhöfe sind verschiedene Gräber eingesunken und einzelne Denkmäler eingestürzt. Eingestürzt sind ferner große Teile des die Stadt umgeben­den Flutgrabens. Die 3dder gleicht einem rei­ßenden Strom. 3m Dorfe Breitenbach brah in­folge Blitzschlag Feuer aus. Das Wasser stand auch in den Dörfern meterhoch. Die Ueberland- zentrale Südharz bei Bleicherode liegt wie auf einer Insel und ist nur mit Kähnen erreichbar. Die elektrischen Leitungen sind gestört. Ebenso teilweise der Fernsprechverkehr.

Die Wassernot in Thüringen.

Schlot heim, 8. Juli. (Wolff.) Ein furcht­barer Wolkenbruch ist in letzter Rächt zwischen Schlotheim und Körner bei Sondershausen nie* berg eg angen. Die ®örfer der dortigen Gegend stehen unter Wasser. Diel Groh- und Kleinvieh ist umgetommen. Der Wolkenbruch ging über Menterode nieder. Gegen 12 Uhr nachts strömte dann das Wasser nach Schlotheim und brachte dort zehn Häuser zum Einsturz. Zehn weitere Häuser drohen jeden Augenblick gleich­falls einzustürzen. 3n Oesterkörner sind 4 5 0 Schafe ertrunken. Mit Körner ist jede Verbindung unterbrochen. Die Mühlhausen Schlotheimer Eisenbahn hat den Verkehr ein­gestellt.

Neuer Wolkenbruch über Delitzsch.

Halle, 9. 3uli. (TU.) In den gestrigen Abendstunden ging über Delitzsch und Umgebung das dritte wolkenbruchartige Ge­witter innerhalb vier Tagen nieder. Die tiefer gelegenen Straßenzüge sowie sämtliche Keller stehen wieder unter Wasser. In vielen Straßen steht das Wasser über einen Meter hoch und ist in die Häuser eingedrungen. Sämtliche Möbel schwimmen in den Stuben umher. Da die leichten Lehmhäuser vermutlich dem Wasser nicht frand- halten werden, müssen sie polizeilich ge­räumt werden. Die Feuerwehr blieb bis in die späten Rachtstunden hinein unausgesetzt alarmiert. Der Blitz schlug mehrmals ein, doch glücklicher­weise ohne zu zünden. Die Felder und Wiesen, die kaum abgetrocknet waren, sind wieder weit­hin überschwemmt. Die Ernte dürste nach der nochmaligen Ueberflutung nunmehr völlig ver­nichtet sein.

Eine preußische Kirchenkollekte für die Hochwassergeschädigten.

Berlin, 8. Juli. (TU.) Der Evangelische Oberste Kirchenrat der preußischen Provinzen hat für Sonntag, 1. August, eine allgemeine Kir­chenkollekte anberaumt, durch deren Ertrag die Not im Ueberschwernmungsgebiet gelindert werden soll.

Schnee in Oberitalien.

Olobarra, 8. Juli. (WB.) In der Valle Formazza ist in größerer Menge Reuschnee gefallen. Bei den Wasserfällen bei Tvggia hat der Schnee eine Höhe von 50 Zentimeter bis zwei Meter erreicht. Einige elektrische Leitungen sind durch das Unwetter beschädigt worden. Auch in Piacenza hat ebn starkes Gewitter getobt, das einen Teil der Straßen überschwemmte. Hagelschläge haben in der Umgebung starken Schaben angerichtet. Die Temperatur ist stark gesunken. In Oberitalien werden Schneefälle aus Dvmodossola und aus dem Addatal gemeldet. Die Flüsse Olona, Raviglio und der Po und andere zeigen erhöhten Wasserstand, so daß man stellenweise erneute Überschwemmungen be­fürchtet.

Aus aller Welt.

Eine neue Alpenbahn in der Schweiz.

Durch die eben ein geweihte Furka-Ober- a lp° Bah n ist für den Touristenverkehr eine direkte Verbindung zwischen der West- und Ost- schweiz, zwischen dem Genfersee, dem Kanton @raubünben, dem Engadin und Davos über die Alpen hergestellt worden. Die neue Dahn hat ihren westlichen Ausgangspunkt in Gletsch am Ursprung der Rhone und findet im Osten bei dem altberühmten Kloster Disentts am Jungen Rhein Anschluß an das Retz der rhätischsn Bahnen. Sie durchquert am Rordabhange des Gotthards das Herz der Urschweiz, führt an Gletschern und Alpseen vorbei und steigt zweimal in Höhen von über 2000 Meter über dem Meer. Die Linie ist in der Anpassung an das Gelände fo angelegt,

daß Lawinen sie nicht gefährden können. Der Geländeschwierigkeiten wegen wurde die Bahn nicht auf elektrischen Betrieb, sondern auf Dampf­betrieb eingerichtet.

* englische Stubientonuniffion.

Am 12. Juli verläßt eine Kommission von Sachverständigen und Interessenten des Zucker­rübenbaues .London, um sich nach Deutsch­land zu begeben. Die Kommission, der Vertreter des Landwirtschaftsministeriums, der Zucker- rübengesellschast, der Universitäten Oxford und Cambridge, der nationalen Vereinigung der Farmer und der größten Zuckerrüben-Gesell- schaften angehören, will den Zuckerrübenbau in Deutschland studieren.

Drei Mädchen beim Baben ertrunken.

In Seeßhausen (Hannover) sind beim Baben in ber hochgehenden Oker drei Mädchen im Atter von 14, 18 und 21 Jahren ertrunken.

Vier Todesopfer eines Blitzschlags.

3n Simbach bei Augsburg suchte eine Gruppe von Arbeitern auf dem Heimweg vor einem Gewitter Schuh unter einem großen Daum. Ein Blitz zerriß den Baurn in viele Stücke. Vier Arbeiter wurden sofort ge­tötet. Die übrigen erlitten leichtere Verletzun­gen.

Schweres ttraflwagenunylü^-

Unweit Margrabowa in Ostpreußen fuhr der Kraftwagen des Spediteurs Klein aus Mar­grabowa gegen einen Daum und ging dabei voll­ständig in Trümmer. Zwei Insassen wurden herausgeschleudert und getötet, wäh­rend ein Dritter schwere Verletzungen davontrug.

Ein vielfacher Mörder.

Der im Kreise Insterburg geborene Friedrich Bernecker, der vor längerer Zeit vom Til­siter Schwurgericht wegen Ermordung eines dor­tigen Kaufmannes zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt wo den war. brach an­der Strafanstalt Inste.burg aus und flüchtete ms Memelgebiet. Dort erhielt er wegen neuen Raubmordes 12 Jahre Zuchthaus, bie er in der litauischen Strafanstalt in Schaulen ver­büßen sollte. Aus diesem Gewahrsam brach er wieder aus und erschoß auf der Flucht zwei ihn verfolgende Zollbeamte.

Eine unheilvolle Trinkwette.

In Trier brachte es ein Bürger, um eine Wette zu gewinnen, in einer halben Stunde auf drei Flaschen Wein. Beim letzten Glase angelangt, er­eilte ihn das Schicksal, er fühlte sich unpäßlich und erlag kurz nachher einem Schlaganfall.

Raubmord bei Burg.

Magdeburg, 9. Juli. (WTB.-Funkspruch.) Wie dieMagdedurgische Zeitung" aus Burg mel­det, ist am Donerstag in einem Gehölz dicht an der Straße von Burg nach Stegelitz die 21 Jahre alte Frau Hohmann aus Stegelitz ermordet aufgefunden worden. Der Mörder hatte die Frau mit einem har­ten Gegenstand über den Kopf geschlagen, erdrosselt, beraubt und war auf ihrem Rade geflohen. Ein an­deres Damenrad ließ er am Tatorte zurück.

KreuzerHamburgs in San Franzisko.

DAI. Aus San Franzisko (Cal.) wird uns geschrieben: Während in Los Angeles der Emp­fang und sämtliche Festlichkeiten zu Ehren des deutschen KadettenschulschiffesS>amburg von der deutschamerikanischen Devöllerung vorbereitet tourten, gestaltete der Besuch des deutschen Friedensboten" sich in San Franzisko zu einem glänzenden offiziellen Festakt, an dem das ge­samte Bürgertum, wie auch Armee und Flotte und sogar die Bundesregierung teilnahmen. Bür­germeister James Rolph jr. ernannte ein Dür- gerkomitee, in dem hohe Offiziere der Bundes­flotte und -armee wie auch Vertreter der ver­schiedenen Behördeii mittoirften. Der Stadtrat ermächtigte den Bürgermeister einstimmig, Vor­bereitungen für den Empfang des Gastes zu treffen, und bewilligte später ebenfalls einstimmig 900 Dollar zur Schmückung der Market Street, der Harchweriehrsstraße San Franziskos, mit amerikanischen und deutschen Flaggen. Der offi­zielle Empfang sand am Tage der Ankunft des Kreuzers im festlich geschmückten Rathaus statt, und man hörte prächtige Worte von der Reu­festigung alter, geschätzter Freundschaft zwischen den beiden großen Schwesterrepubliken. Das Deutschtum empfing Offiziere, Kadetten und Mannschaften am 2. Juni im Deutschen Haus, wo dem Kapitän Dr. Phil. h. c. G rov s auch ein großer Dronzeadler als Geschenk der Stadt San Franzisko überreicht tourte; den Sockel des Kunstwerkes ziert eine Silbertafel mit einer sinnigen Inschrift. Dann folgte eine schier un­unterbrochene Reihe von Festlichkeiten. Sogar eine Truppenschau wurde zu Ehren der Gäste im Presidio veranstaltet, und zum erstenmal seit dem Kriege defilierten amerikanische Soldaten an deutschen Offizieren vorbei. Frau General Fredrick Funston veranstaltete für die Gäste einen großen Ausslug nach Mt. Tamalpais und einen Galaball im Hotel Fairmount. Die Polizei her Stabt gab den Matrosen im Deutschen HauS einen Herrenabend, und selbst die Stabt Oakland bereitete den Besuchern einen offiziellen Emp­fang gelegentlich eines Essens im Athens Athie- tic Club. Große Vereinigungen, wie die S. F. Handelskammer, Shrine Club usw., gaben Mittagessen, und die Handelskammer schickte eine Glückwunschkabeldepesche an die Stadt Ham­burg. Die beiden großen Universitäten des nörd­lichen Kaliforniens, wie auch zahlreiche große Industrieanlagen wurden besucht. Ein Tairzkränz- chen des Ordens der Hermannssvhne, mehrere hübsche Festlichkeiten an Bord und Abschieds­essen für die bisherigen Gastgeber bildeten den Beschluß der harmonisch verlaufenen Besuchs­woche amGoldenen Tor". AlsHamburg" eilte lich am 8. Juni die Anker lichtete, um nach Honolulu abzudampfen, kamen Bürgermeister Rvlph, Generalkonsul Dr. Ziegler und andere prominente Mitglieder des Bürgerkomitees noch einmal an Bord, um Lebewohl zuzurufen. Auf Befehl des Bürgermeisters waren auch Wagen­ladungen kalifornischen Obstes und 400 Blumen­sträuße an Bord gebracht worden.

Wettervoraussage.

Vorwiegend wolkig, später aufklärend, Winde aus südlicher' Richtung und wärmer, vorübergehend abnehmende Regen- und Gewitterneigung.

Gestrige Tagestemperaturen: 23,3 Grad Celsius. Minimum: 15,2 Grad Celsius. Niederschläge: 0,4 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 18,4 Grad Celsius.