Einzelbild herunterladen

Xfecfelbcrn einnisteten, hat diese Saat an man­chen Stellen nicht unerheblich gelitten. Zur Zeit sind die meisten Landwirte eifrig mit der Pflege ihrer Obstbäume beschäftigt. Sehr lohnend war die Bekämpfung der schlimmsten Schädlinge durch das 'Anbringen von Klebgürteln: besonders wurde hierdurch eine große Zahl von Frost- shannern vertilgt. Diele Landwirte dürften sich in dieser Beziehung aber immer noch eifriger betätigen.

Kreis Büdingen.

Nidda,-8. März. Die mit dem zweiten Morgenzug von Schotten fotnmenben Reisen­den Haden hier beinahe 2* Stunden Aufent­halt, um über Friedberg nach Frankfurt weiicrfahren zu sonnen. In einer Besprechung mit einem Vertreter der Reichsbahn wurde die Zusage gegeben, den Aufenthalt um etwa eine Stunde ab- zuknrzen, so daß Frankfurt schon kurz nach 12 Uhr erreicht wird. Auch der Nachmittagszug nach Fried­berg 4.25 soll etwas spater gelegt werden, um den hier beschäftigten Arbeitern Gelegenheit zu geben, ihre Einläufe von der Abfahrt besorgen zu können.

f_ Nidda, 7. März. Heute hielt der hiesig: ricger verein im Gambrinus einen B c - 3 : r T 3 t n g ab, der sehr gut besucht war. Außer dc» Verhandlungen von Vereinsanqelegenheiten' fand auch ein Lichtbildervortrag über Er­lebnisse im Weltkriege statt, der für alle ehemaligen .Krieger viel Interesse bot.

i). Nidda, 7. März. Vor zwei Tagen war in ^-üttengesäß ein Motorrad gestohlen worden. Dec Dieb kam gestern abend mit dem Rade zu einem hiesigen Fahrradhändler, um eine Repa­ratur vornehmen zu lassen. Kurz vorher hatte aber die Gendarmerie die Geschäfte von dem Diebstahl verständigt. Kaum hatte Wachtmeister K. von hier das Geschäft verlassen, als ihm die Ankunft des Diebes gemeldet wurde. Obgleich der Beamte sehr vorsichtig zu Werke ging, um den Dieb zu fassen, batte dieser doch die Gefahr rechtzeitig erkannt: er ließ das Rad im Stich und floh in der Dunkelheit schleunigst aus der Stadt. Doch wird er seiner Be­strafung nicht entgegen, da seine Personalien be­kannt sind. Er stammt aus Langenselbold. Das ge­stohlene Rad kam auf der hiesigen Bürgermeisterei in sichere Verwahrung.

Kreis Schotten.

y Saubad), 8. März. Gestern morgen predigte auf Einladung desEvangelischen 'Bun­des" Pfarrer Haupt, der Sekretär dieses Bundes, in der hiesigen Stadtkirche. Am Abend stielt er, ebenfalls in der Stadtkirche, einen ein­gehenden Vortrag über die Bestrebungen und Ziele des Bundes. Der Vortrag war sehr gut besucht. Der diesjährige S ch n ep f en str i ch ist als recht gut zu bezeichnen. Zn den städt. 'Waldungen sind ein halbes Dutzend der Lang­schnäbler bis jetzt geschossen worden. In dieser Woche wird auch der Schnepfenstrich in den gräflichen Waldungen, die bisher geschlossen' waren, wieder eröffnet. Der beste Strich ist im sog.Eiern" auf der Wasserscheide von Wetter und Horloff, südlich von unserer Stadt. -- Das schwere Hagelwetter und der Schneefall der vergangenen Woche haben der Winter­frucht nicht geschadet. Schön steht im all­gemeinen der Klee: teilweise hat ec etwas durch Mäusefrah gelitten. Es sollten gemeinsame Maßregeln zur Vertilgung der Massenhaft auf- tretenden Vager ergriffen werden. Der einzelne ist machtlos. .Xlngentetn günstig hat sich der Graswuchs entwickelt. Die Wiesen sind in ihrem Wachstum so vorgeschritten, daß man glauben könnte, man stünde schon im April.

Eichelsdorf, 8. März. Vor einigen Wochen löste sich der seit Jahren hier bestehende Turnverein auf. Den Bemühungen einiger Freunde der Turnsache ist es nun gelungen, die Gründung eines neuen Turnvereins durchzusetzen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Bürger­meister Knodt gewählt. Die Turnstunden finden im Lehrschen Saale statt. Der junge Verein beab­sichtigt, dec Deutschen Turnerschaft als Mitglied bei­zutreten.

§ Ulrich st ein, 8. März. Bei der Ver­pachtung des Pfarrgutes, die in diesen Tagen stattfand, wurde im ganzen ein hinter dem Friedenspreis stark zurückbleibendes Er­gebnis erzielt. Die A e ck e r wurden im ganzen zum wirklichen Wert gepachtet: die Wiesen aber blieben allzusehr hinter dem wahren Preis zurück, so daß die Verpachtung wohl nur teilweise die Genehmigung der zuständigen Be­hörde finden wird.

* Rainrod. 8. März. Heute fand hier eine von einheimischen und Wetterauer Stei­gerern außerordentlich stark besuchte Brenn- holzversteigerung des Forstamts Eichels­dorf statt, bei der die bisher in unserer Gegend erzielten Brennholzpreise stark überboten wurden. So kamen ein Raummeter Buchen- scheitholz aus 16 bis 18 Mk.. Buchenknüppel auf 12 bis 14 Mk., Buchenstöcke auf 7 bis 8Mk., Buchenreisig auf 2,50 bis 3 Mk. Das Brennholz minderer Güte und Holzart war kaum billiger. Da die Waldungen des Forstamts Eichelsdorf von einem dichten Netz fester Straßen durch­zogen sind, ist der Andrang der Käufer wegen der leichten Abfahrt des Holzes besonders groß.

Kreis Alsfeld.

fr-fr Alsfeld, 8. März. Nachdem nun die Stadt einen ausreichenden Konzert- und Festsaal im Deutschen Hause" besitzt, ist die Möglichkeit der Veranstaltung von Militärkonzerten vor­handen. Es fand daher am gestrigen Sonntag abend das zweite große Konzert der Kapelle der Gießener Reichswehrkapelle unter per­sönlicher Leitung von Obermusikmeister L ö b e r statt. Das ausgewählte künstlerische Programnr, das im ersten Teil Streichmusik brachte, im zweiten Teile Blasmusik, fand stürmischen Beifall bei dem sehr dankbaren Publikum, das den großen Saal dicht besetzt hatte. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Miiitarkonzerte der Gießener Kapelle bei uns ebenso eine ständig« Einrichtung werden tonnten wie die regelmäßigen Vorstellungen des Gießener Stadttheaters in Alsfeld.

W Burg-Gemünden, 8. März. Der Ohm - Lumdatal-Sängerbund faßte in

feiner außerordentlichen Versammlung, die hier stattsand, den Beschluß, in diesem Jahre mit 'Rücksicht auf die außerordentlich schlechte Finanz­lage von der Abhaltung eines Bundessän- gerfestes Abstand zu nehmen. Dafür soll am 13. Juni in Bieder-Oh men ein Wer­tungssingen stattfinden.

W 21 u s dem Ohmta l, 8. März. Unsere Landwirte sind, wie man hört, mit dem Heber» w intern des Getreides im allgemeinen zufrieden. Der Wintrrweizen steht gut, der Roggen, mit Ausnahme von zu nassen Aeckern, ebenfalls. Der Klee hat sich, begünstigt durch das warme Frühlingswetter, in den letzten Tagen ebenfalls sehr gut entwickelt.

Starkenburg.

WEN. Darmstadt. 8. März. Heute vor­mittag d e m o n st r i e r t e n mehrere tausend Arbeitslose in der Rheinstraße, um für eine Erhöhung der Erwerbslosen Unter­stützung Propaganda zu machen. Eine Kom­mission von etwa 20 Arbeitslosen begab sich zum Oberbürgermeister und protestierte dagegen, daß die Stadtverordnelenversanunlung, die über die Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung zu befinden habe, diese Woche nicht zusammentreten soll und dadurch eine Verzögerung der Er­höhung eintrete. Der Oberbürgermeister erklärte sich bereit, die Wünsche der Arbeitslosen in einer diese Woche einzuberufenden Sitzung des Finanz­ausschusses zur Erledigung zu bringen. Die Kom­mission gab sich damit zufrieden. Die im An­schluß an diese Besprechung vorgesehene De­monstration wurde durch die Schupo ver­hindert. Außer unwesentlichen Zusammen­stößen kam es zu keinerlei Zwischenfällen. Es wurden einige Ruhestörer festgenommen. Gegen mittag rückte die Schupo, die auch ihren Panzer­wagen bereitgehalten hatte, wieder ab.

Preußen.

Der Kommunaikonflikt Biebrich-Wiesbaden.

WER. Biebrich, 8. März. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung von Biebrich sind am Samstag zusammengetreten, um zu der Kün­digung des Eingemeindungsvertra­ges durch Wiesbaden Stellung zu neh­men. Die vom Wiesbadener Oberbürgermeister als die Schuldigen hingestellten Bürgermeister Scheffler und Stadtverordnetenvorsteher Schröder erklärten, sie hätten geglaubt, mit ihrer Zustimmung zu dem Vertrag im Interesse Wiesbadens und Biebrichs zu handeln. Heute säheir sie ein, daß sie einen schweren Fehler gemacht hätten. Sie hätten infolgedessen auch schon Verhandlungen mit der Thüringer Gasgesell­schaft eingeleitet. Sowohl Magistrat wie Stadt­verordnetenversammlung mißbilligten c in* stimmig d i e Haltung ihrer Vertre­ter und beschlossen, bei der Gesellschaft vor­stellig zu werden, damit der Vertrag auf fried­lichem Wege gelöst wird. Sollte das nicht äu erreichen fein, so wird der Rechtsweg be­schritten werden. Auf jeden Fall besteht ange­sichts dieser Haltung der Stadt Biebrich die toffnung, daß der Streit gelöst wird und die tngemeinöung zum April erfolgen fann.

Kreitz Wetzlar.

HlWetzlar, 8. März. Der Kreisverband s e l b st ä n d i H e r Handwerker hat an die Büraermeisterämter und Gemeindevorsteher des Kreises ein Rundschreiben gerichtet, in dem er um Mitwirkung bei der B e k ä m p f u n g des sogenann­tenS ch w a r z a r b e i t e r t u m s" bittet. Im Zuge der Straße von hier nach W e i d e n h a u f e n befindet sich am Waldausgange eine doppelte 8-Ku rve, die bei dem heutigen gesteigerten Äraft- fahrzeugoertehr eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Sicherheit bedeutet. Wie wir hören, sind bei den zuständigen behördlichen «testen Verhand­lungen im Gange, die die Beseitigung der Kurven und eine Geradelegung der Straße an der bett. Stelle zum Gegenstände haben.

x. p. Odenhausen (Lahn), 8. März. Bei der am Samstag stattgefundenen Gemeinde- H o l z v e r st e, g e r u n g wurden überaus hohe Preise erzielt, die in keinem Verhältnis zum realen Wert stehen. Ein Raummeter Scheit­holz kam bis an 26 Mk., Knüppel bis 18 und Reiser an 2,50 bis 3 Mk. Es ist bedauerlich, daß sich die Gemeindegliedcr angesichts der trostlosen Wirtschaftslage das Holz selbst so teuer gemacht haben.

<> Nieder-Kleen, 8. März. Die Arbei­ten an der Fertigstellung des Wassertet- t u n g s b a u e s für die hiesige Gemeinde haben einen guten Fortgang genommen. Die Rohr­legung imSchneiderberg" ist soweit beendet und eine fertige Teilstrecke bereits unter Druckprobe ge­nommen. Die Zahl der augenblicklich beschäftigten Notstandsarbeiter beträgt 30. Die Frage der Kana­lisierung des tiefer gelegenen Dorfteiles ist noch nicht abschließend geregelt, weil eine Anzahl der in biejem wohnenden Hausbesitzer gegen die Heran­ziehung zu den Kanalisierungskosten Einspruch er­hoben hat.

DUlkreiS.

bl. Eibelshausen, 8. März. Der hie­sige Turnverein erbaut eine neue Turn­halle. Die Baukosten sind zum größten Teil durch eine Lotterie aufgebracht worben. Den Bauplatz hat die Genreinbe billig zur Ver­fügung gestellt.

LJ Eisemroth, 8. März. Die A r b e i t s - losigkeit in der hiesigen Gemeinde hat jetzt ihren Höhepunkt erreicht. Nachdem einige Eisenstein­gruben schon vor längerer Zeit stillgelegt wur­den, hat nunmehr die letzte noch arbeitende Grube S a a l g r u n d die Arbeit bis aus die Notstanbsarbeiten eingestellt. Ein kleiner Teil der Arbeitslosere findet zwar am Straßen­bau EisemrodOberscheld Beschäftigung, jedoch ist dies auf bas Gros nicht ausschlaggebend. Der Saaten stand ist hier befriedigend. Das Korn hat gut überwintert, der starke Frost hat ihm nichts geschadet.

U Uebernthal. 8 März. Durch die Sparmaßnahme der Reichsbahnverwaltung war unser Bahnhof stillgelegt. Nun hat sich die Reichsbahnverwaltung bereit erklärt, nachdem der Personenverkehr schon vor einiger Zeit wieder eröffnet wurde, auch die Güterzüge für Wagenladungsverkehr ab 1. Rkärz wieber halten zu lassen. Die Fracht der Wagenladungen erfolgt aber, je nach Rich­tung, bis zum lüichstgelegenen Bahnhof. Auch muß für die Unterhaltung der Bahnhofsgleise aufgekommen werden. Für den Stückgutverkehr bleibt unser Bahnhos, da er noch unbesetzt ist, geschlossen. Die Stückgüter müssen nach wie vor in Eisemroth abgehvlt werden.

Kreis Aulda.

WSR. Fulda, 8. 2Ikarz. Beim hiesigen Amtsgericht sind in der Zeit vom 1. Januar bis 1. März insgesamt 2500 Zahlungs­befehle beantragt worden.

hessische Landwirtfchastslammer

4. Hauptversammlung.

Die Landwirtschaftskammer für Hessen hielt am Samstag im Sitzungssaale des Landeskircheutages in Darmstadt ihre 4. Hauptversammlung ab. Sie wurde durch den Vorsitzenden, Oekonomierat Hensel, eröffnet, der die Anwesenden, insbesondere den Ministerialdirektor Hebel Oberlandwirtschafts» rat Dr. May und Regierungs Becker als Ver­treter der Regierung begrüßte. Der Präsident widmete dem verstorbenen Generalsekretär Oeko­nomierat Dr. Wetz einen Wannen Nachruf und sprach hierauf dem Vizepräsidenten der Kammer, Oekonomierat Hahn, Heßloch, zu feinem 70. Geburtstag nachträglich die Glückwünsche der Landwirtschaftskammer aus. Der Redner er­klärte, er habe die Genugtuung, daß die Land- wirtschaftskammer, Vorstand und Beamte, getan haben, was sie konnten, unsere Bauern in ihrem Existenzkampf zu unterstützen und ihre traurige Lage zu bessern.

In längeren Ausführungen setzte sich dann der Präsident mit den Angriffen des sozialdemokratischen Abg. Lux im hessischen Landtag gegen die Land­wirtschaftskammer auseinander. Er wies zahlen­mäßig nach, daß die Behauptung des Abg. Lux un­richtig fei, daß der Voranschlag der Landwirt­schaftskammer seit 1914 um 57 Proz. gestiegen wäre, während der Staatsvoranschlag nur um 46 Proz. zugenommen habe. Ebenfalls sei die Behauptung unrichtig, daß die Landwirtschaftskammer vor dem .Kriege viel weniger Beamte gehabt habe als jetzt. Van einem Abbau der Beamten der Landwirt­schaftskammer könne nicht die Rede fein, weil die Kammer ihre Beamten nicht vermehrt habe. Die An­griffe im Landtag sollten nur der Agitation dienen unö waren nur Reden zum Fenster hinaus gewesen. Der Präsident, der Vorstand und die Beamten wür­den sich durch diese Angriffe nicht abhalten lassen, Ihre Pflicht zu tun im Dienste der Landwirtschaft. Die Mehrheit der Kammer ftimmte den Ausführun­gen des Präsidenten über die Angriffe im Landtag gegen die Landwirtschaftskammer lebhaft zu.

Generaldirektor Dr. Hamann erstattete hierauf einen längeren Bericht über die Tätigkeit der Landwirtschaftskammer int Jahre 1925; er streifte hierin die Frage dec Kreditbeschaffung für landwirtschaftliche Betriebe, Steuerfragen, die Tätigkeit der Saatbaustel'leu. erörterte Fragen der Pferdezucht, der Rindviehzucht, der Schweine­zucht ttnb der Ziegenzucht, sowie die Förderung des Obst-, Gemüse-, Garten- und Weinbaues. Weiter wurden in diesem Bericht behandelt die landwirtschaftliche Buchführung, das Versuchs­gut Selgenhof, das Versuchs- unb Mustergut Groh-Umstadt, die Hessische Landwirtschaftliche Zeitschrift, das Vortragswesen, die Haushal­tungsschulen und der ländliche Bauberatungs­dienst. Im Anschluß hieran erstattete General­direktor Dr. Hamaun einen Bericht über die Lage der Landwirtschaft, auf den wir noch zu­rückkommen werden. Der Bericht wurde mit leb­hafter Zustimmung auf genommen.

Nach längerer Aussprache wurde ein Antrag des Vorstandes einstimmig angenommen, in dem es heißt:Die Hauptversammlung der Landwirtschafts- kammer wolle bei der hessischen Regierung den An­trag stellen, daß für alle Anämiefälle die sogenannte Bekämpfungs- und Enschädigungspflicht nach preu­ßischem Muster eingeführt und Dem Gesetz rückwir­kende Kraft verliehen wird."

Ferner wurde nachstehender Antrag einstimmig angenommen:Die Hauptversammlung wolle be­schließen, daß 1. bet der Reichs- und Landesregie­rung beantragt wird, von einer Zugtier- oder Fahr­zeugsteuer, die die Landwirtschaft belasten, unbe­dingt Abstand zu nehmen: 2. bei denselben ferner beantragt wird, eine Reform der Kraftfahrzeug­steuer dahingehend diirchzuführen, daß eine Er­höhung derselben mit rückwirkender Kraft ab 1. Ja­nuar 1926 stattfindet und daß durch Einführung einer Ergänzungssteuer der tatsächlichen Inanspruch­nahme der öffentlichen Verkehrsanlagen ditrch die Kraftsahrzeuge Rechnung getragen wird."

Schließlich wurde noch eine Entschließung angenommen, in der gegen die Vernachlässigung und Schädigung der Interessen der deutschen Land­wirtschaft durch die Politik der Reichsregierung Protest erhoben wird. Ferner wurden Anträge be­züglich des Abbaues der Wöin-, Getränke- u n b anderer Steuern angenommen.

Ein Antrag, im September d. I. eine land­wirtschaftliche L a n d e s a u s st e l l u n g zu veranstalten, verfiel wegen der starken Verbreitung der Maul- und Klauenseuche in Hessen der Ableh­nung. Sie soll evtl, im nächsten Jahre stattfinden.

Der Ankauf des der Stadt Worms gehörenden Kttrhaufes in Michelstadt i. O. um die Summe von 175 000 Mk. zur Errichiung einer landwirtschaftlichen Haushaltungsschule wurde mit 29 gegen 12 Stimmen genehmigt. Die Debatte hierüber gestaltete sich recht lebhaft. Im wesentlichen sprachen sich die Mitglieder der Landwirtschafts­kammer aus Starkenburg und Rheinhessen für den Antrag aus, die aus Oberhessen jedoch in der Mehr­zahl dagegen.

Die Verjammlung beschäftigte sich hierauf mit dein Voranschlag der Landwirtschaftskammer in Verbindung mit den Voranschlägen der Haus­haltungsschulen Langen, Lindheim, und her Hessi­schen Landwirtschaftlichen Zeitschrift für 1926. Dec Voranschlag schließt in Einnahme und Alisaabe mit 1275 070 Mk. ab (im Vorjahr 1 239 809 Mk.): dar­unter sind 197 790 Mk. Staatszuschüssc. Ein Antrag Fenchel (Ober-Hörgern) will 1. daß in Rubrik 1^ (Umlage) die Summe von 720 000 Mk. um 170 000 Mark, also auf 550 00 Mk. herabgesetzt wird, d. h. 100 Mk. Umlage um 4,7 Pf. ermäßigt; 2. es soll ein Ausschuß von 6 Mitgliedern (je zwei aus einer Provinz) gebildet werden, um festzustellen, wo man diese Summe herabfetzen kann. Abg. Fenchel be­merkte noch dazu, dec Antrag solle kein Mißtrauens­votum sein, aber er könne im Augenblick keine Em- zelvorschläge machen. Nach längerer Aussprache wurde der Antrag Fenchel in Punkt 1 mit 29 gegen 12 Stimmen abgelehnt, dagegen wurde der Punkt 2 (Sparausschuß) einstimmig angenommen. Dec Vor anschlag wurde darauf gegen 2 Stimmen (Fenchel und Lutz) angenommen.

Nachdem noch in scharfer Weise gegen das den hessischen Bauernstand kompromittierende Theater­stückDer fröhliche Weinberg" Stellung ge­nommen worden war, wurde die Tagung geschlossen.

Kleine Strafkammer Gießen.

* G i e ß e n , 5. März. Ein Kaufmann war vorn Amtsgericht wegen Unterschlagung zu einer Geld­strafe von 4 0 0 M a r E evtl. 2 0 Tage Gefäng- n t s verurteilt worden. Seine Berufung wurde, da er der ordnungsmäßigen Ladung nicht Folge ge­leistet, kostenpflichtig verworfen.

Ein Landwirt war in erster Instanz wegen Ver­gehens gegen das Reichsviehseuchengesetz freigespro- chen worden. Er soll an zwei Tagen, 'trotzdem im Ort die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen mar, in seinem Gehöft und an den Eingängen nicht vor­schriftsmäßig gekalkt haben. Die Beweisaufnahme in der Berufungsinstanz ergab die Schuld des An­geklagten, weshalb dec Berufung der Staatsanwalt­schaft stattgegeben und der Landwirt in Geldstrafen von zweimal 10 Mark verurteilt wurde.

Ein Kaufmann war vom Amtsgericht wegen zweier Vergehen gegen das Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen zu zusammen 10 Tagen Ge­fängnis verurteilt worden. Er hatte ohne Erlaubnis des zuständigen Kreisamts einen Kraftwagen in Gebrauch genommen und auch mit einem Wagen Probefahrten unternommen, ohne im Besitz des rich­tigen Kennzeichnens zu sein. Nach längerer Vorhand lung erkannte das Berufungsgericht auf je 15 0 Mark Geldstrafe oder 10 Tage Gefängnis.

Ein mit 7 Tagen Haft und Ueberweifung an die Landespolizeibehörde bestrafter Bettler er­reichte durch feine Berufung, daß ihm die Usber Weisung abgenommen wurde.

Eine größere Umsatzsteusrsache mußte ausgesetzt werden zwecks Einholung eines ausführlichen Gut­achtens des Sachverständigen.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Genders.

(Aus der »Radio-Umschau".)

Mittwoch, 10. März.

3.30 bis 4 Uhr. Die Stunde der Jugend. 4.20 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Mozarts Ouvertüren. 5.45 bis 6.10 Uhr: Frank­furter Märchen", verfaßt und vorgetragen von Dr. Ludwig Harald Schütz. 6.15 bis 6.45 Uhr: Das Lohn- und Arbeitsproblem (Amerika und wir)". Zweiter Teil. Vortrag von Direktor Otto Behrens. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule Die Weichtiere". Vortrag von Dr. F. Haas. 7.15 bis 7.45 Uhr: Funkhochschule Frankfurt: Der Mensch als Maschine 1, Vortrag von Polizeiarzt Dr. Vrieger. 7.45 bis 8.15 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Uhr: Dichtungen des ostasiatischen Gedankenkreises. 9.15 bis 10.15 Uhr: Mozart-Beethoven-Abend.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Zum Abba« in Hessen.

Gießen. ImGieß. Anz." wurde aus Darmstadt berichtet, daß im Finanzausschuß des Hessischen Landtags ein Antrag Schreiber-Reiber, der die Regierung ersucht, auch 6 Amtsge­richte abzubauen, angenommen worden sei. Gin solcher Antrag ist unverständlich, denn durch diesen Abbau erwachsen dem Staate neue Aus­gaben für Bauten, weil das Amtsgerichtsgebäudc- z. D. in A nicht groß genug ist, um das Personal und die Akten des von B nach A zu verlegenden Amtsgerichts aufzunehmen. Wie ist es mit den Kosten der Errichtung der erforderlichen neuen Beamtenhäuser? Nachdem die Ortsgerichte nicht mehr zuständig sind. Jmmobilarveräußerungs- verträge aufzunehmen, hat man nach Anlegung der neuen Grundbü^er die Zahl der Amts­gerichte zur Bequemlichkeit des Publikums ver­mehrt. Hoffentlich sagen das Plenum des Land­tags und die Regierung zu jenem Antrag ein kräftigesNein". Das Publikum würde durch den beantragten Abbau erheblich an Geld und Zeit geschädigt, um das weiter abliegende Amts­gericht aufzusuchen. Würde z. B. eins der Amts­gerichte zu Hungen oder Lich abgebaut werden, dann mühten entweder die Bewohner von Lich und Umgegend nach Hungen reffen, oder umgc- kehrt die von Hungen und Umgegend nach Lich. Vor dem Kriege bestand die Zweite Kammer der Landstände aus 55 Abgeordneten, heute beträgt die Zahl 70; damals bekam ein Abgeordneter ein Tagegeld von 9 Mk. und eine Uedernach- tungsgebühr von 3 Mk., zusammen 12 Mk.. heute 18 Mk. bezw. 10 Mk., also zusammen 28 Mk. Der Arbeiter verdient aber heute teilweise weniger als damals. Wenn die Herren Abge­ordneten Schreiber-Reiber im Interesse des Lan­des Geld sparen wollen, dann mühten sie eine wesentliche Herabsetzung der Anzahl der Land­tagsabgeordneten beantragen. A. D.

Tüchtiger

Mietgesuche

oon Kolonialgroßhandlung in (Biegen gesucht.

Schriftliche Angeboie über seit­herige Tätigkeit, Alter u. Lohn unter 2205D an den Gießener Anzeiger.

2 geräumige Zimmer möglichst eins ntdbl für Wohnung, eilte* leer für ruhiges Br - reaurtn gutem Hau ie u. Loge vuu solidem, ruhigem Herrn zn mieten gesucht.

Schrtstl. Angelwtt- auch f entsprechende Einzelzimmer, rmrcr 01636 n. d. Gieß. Anz.

Präsentpackungen für Zigarren, Zigarillos, Kon­fitüren usw., Gürtelschachteln (zusammenlegbar) auch für Zigarren, Postversandkartons bis 5 kg. liefert zu äußersten Preisen

Wilh. Lich, Kartonagenfabrikation

Gießen oi«46 Leihgesterner Weg,

Gründl. Unterricht

in Weihnähen, Zuschnett Zeichnen, Flicken, Weih- i Buntstickerei sowie Selbst..

fertigung von Kleidern

erteilt

Frau Elia Valentin - Braun

gcpr. Lehrerin, Wcstanlage 51 in.

Anmeldungen jederzeü. 01653 lllllllllllllllllllllllllllllllllllllillilllllllllllllülllllllllllllllllll

MM au mieten gesucht. Ludwigstrnüe oder nächste Umgebung bevorzugt. Schriül. Augeb. unter 01667 an den Gieß. Anz.

[Vermietungen | Zu vermieten

I möbliertes Zimmer

Müller, Landgraf- Phtl.°Pl. 6, [01663 eeeeeeeeeee Pens.

Zimmer fref.

Tel. 1085. 1d<ot)