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zwar Die redlichste Mühe gab, blieb cs versagt, oas Ehrentor 51t erzielen.

Fr-1. Gießen Jugend 3<- I. Friedberg Jugend 7:0.

Diesem Spiel war die körperlich recht schwache Friedberger Tugend nicht gewachsen, auch tech­nisch zeigte sich eine starke Ueberlegenheit der sehr gut eingespielten Eichener, die ihre Geg- ner gar nicht recht aufkommen liehen. Dabei ist Miedberg einer lörperlich gleichen Mann­schaft gegenüber ein nicht zu unterschätzender Gegner, aber hier war der Unterschied etwas reichlich grob Dis zur Halbzeit erzielten die Gießener drei Dore und erhöhten die Zahl in der zweiten halben Stunde mit Leichtigkeit auf sieben. Auch bei diesem Spiel iwir cs den Gästen nicht vergönnt, zu einem Erfolg ihrer Anftren- gungen zu kommen.

Handball.

Freie Turnerfchast Gießen Freie Tumecfchaft Friedberg 2:0.

t Sn der gesamten Sportbewegung der engeren und weiteren Umgegend wurde das Handballspiel seither recht stiefmütterlich be­handelt. Erst in jüngster Zeit wurde diesem Sportzweig erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet, und alle Anzeichen sprechen dafür, daß diesem Spiel eine reiche Entwicklung bevorsteht. Von den Ausübenden wird ein nicht geringes Mas; von Gewandheit und Entschlußkraft gefordert und cs werden hohe Anforderungen an die Aus­dauer und Schnelligkeit gestellt. Dabei bietet ein solches Spiel eine Fülle technischer Feinheiten und spannender Momente, ohne so leicht die Möglichkeit zum Robustwerden zu geben, wie es beim Fußballspiel mitunter vorkommt. Auch bei dem Spiel der obigen Mannschaften am Sonntag hatte sich trotz der frühere Stunde eine stattliche Zuschauermenge eingefunden, die dem wechsel- vollen und spannenden Kampf, den Gießen ein­wandfrei 2:0 für fich entscheiden konnte, mit großem Interesse folgte. Beide Mannschaften haben sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens sehr gut entwickelt, die bessere Zusammenarbeit im Sturm entschied das Spiel.

Leichtathletik.

Kampfspiel - Programm.

vo. Das Programm für die Leichtath­letik-Wettkämpfe im Rahmen der Deutschen Kampfspiele 1 926 im Köl­ner Stadion ist folgendermaßen ausgestellt tnor- ben:

Männer: Samstag, 10. Juli: 1500, 5000, Meter-Laufen, 4x100 Meter-Staffel für Städte­mannschaften, 4x100 Meter-Staffel für Vereine, 3/-1000 Meter-Staffel für Dereine, 100 Kilo­meter-Gehen, Hochspringen, Weitfpringen, Ku­gelstoßen, Zehnkampf (100 . Meter, 400 Meter, Hochspringen, Weitspringen, Kugelstoßen). Sonntag, 11. Juli: 100, 400, 800 Meter-Laufen, 3000 Meter-Mannschaftslaufen, 110 Meter-Hür- denlaufen. Marathonlauf (42,2 Kilometer), 3x200 Meter-Staffel für Dereine, Olym­pische Staffel für Kreise der D.T, Landesver­bände der D. S. B., sowie andere deutsche Ver­bände (800, 200, 200, 400 Meter). Deutsche Staf­fel. für Kreise der D. T.. Landesverbände der D. S. D. sowie artbere deutsche Verbände (25 x250 Meter), Diskuswerfen, Speerwerfen, Zehnkampf, (1500 Meter, 110 Meter Hürden, Diskuswerfen. Speerwerfen, Stabhvchspringen). Beim 3000 Meter-Mannschaftslaufen gehören zu einer Mannschaft vier Läufer, von denen die drei ersteinkomTnenden Läufer nach Punkten gewertet werden.

Frauen: Samstag, 10. Juli: 100 Meter- Laufen, Weitspringen, Kugelstoßen (5 Kilogr.). Sonntag, 11. Juli: 4X100 Meter-Staffel für Dereine, Speerwerfen (800 Gramm).

Etwaige Dorkämpfe gelangen je nach Zahl der eingegangenen Meldungen an den Vormit­tagen ooer auch an den Vortagen zum Austrag.

Sportfpiegel.

Der Derbandslehrgang des Deut­schen Schwimmverbandes findet in die­sem Jahre vom 14. bis 26. Juni an der Deut­schen Hochschule für Leibesübungen statt. Den Teilnehmern werden Vorträge von ersten Kräf­ten, praktische Hebungen von den betreffenden Spezialisten, sowie Besichtigungen verschiedener Art geboten. Die Zahl der Kursusteilnehmer ist eine beschränkte.

Der diesjährige Verbandslag des Deutschen Kanu-Verbandes <D. K. D.) findet in der Zeit vom 19. bis 22. März in Frankfurt a. M. statt. Die Tagung wird über zahlreiche wichlige Anträge zu entscheiden hoben. Eine Reihe von Anträgen aus den verschiedeu- sten Kreisen beschäftigen sich mit den Fragen

Ein neues Mafernschutzserum.

Von Dr. M 0 s b a ch e r.

Trotz der unbestreitbar großen Fortschritte der Bakteriologie und Seuchenbekämpfung ist es bisher immer noch nicht gelungen, den Erreger der Ma- fcrn zu finden. Und bis vor wenigen Jahren standen die Aerzte, sowohl was Verhütung wie Heilung die- ser unendlich verbreiteten Kinderkrankheit anbetrifst, machtlos da. Im allgemeinen gelten die Masern als verhältnismäßig harmlose Erkrankung, die eben jedes Kind durchzumachen hat. Für das Schulkind mag diese Ansicht im großen und ganzen zutreffen, ©an,3 anders aber liegen die Verhältnisse beim Kleinkind (2. bis 5. Lebensjahr) und beim Söug- lmg. Bekanntlich ist die Sterblichkeit der Säuglinge ebenso hoch wie die der alten Leute: aber auch das Kind von 2 Jahren ist noch ebenso stark gefährdet wie der 50= bis 70jährige, während das dritte Le­bensjahr immer noch die gleiche Sterblichkeit auf= weist, wie das Alter von 45 bis 60 Jahren.

Unter den Todesursachen, die zu der außer- ordentlich hohen Sterblichkeit der Kleinkinder führen stehen an erster Stelle die Masern, Keuchhusten Scharlach und Diphtherie. Im Gegensatz zum Säug­ling und Kleinkind ist die Sterblichkeit der Schul­kinder infolge von Masern unendlich viel geringer. Deshalb geht das Streben der Aerzte dahin, den Zeitpunkt der Masernerkrankung ins Schulalter zu verschieben. Es kommt also darauf an, bei gesunden Kindern, die mit einem Mäsernkranken in Berüh­rung gekommen waren, in der Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Erkrankung Ver- hütungsmaßnahmen zu treffen.

Im Jahre 1919 hatte her damalige Assistenzarzt an der Universitätsklinik zu München, der jetzige Direktor der Uniuerstiätskinderklinik zu Greifswatt», Professor Degkmitz, emdeckt, daß man den Aus­bruch der Masernkrankheit verhindern kann, n.snn

des Ausbaues der Kanuftationen, Bootshäuser, Ferienlager und Unterkunftsheime. Es wird eine einmalige Umlage zmn einheitlichen Ausbau des Rügen-Lagers an der Ostsee beantragt, sowie ein einmaliger Sondcrbeitrag für das Unter- kunftshaus des Verbandes in Passau.

Dem Allgemeinen Deutschen Sur- nerbund (A.D.T.) ist der Brandenburgische Sportvrrband, der schon feit einiger Zeit in freundschaftliche Beziehungen zum A. D. T. ge­treten war, offiziell als Unterverband des A. D. T. beigetreten.

Oberhefssn.

Landkreis Gießen.

f. Klein-Linden, 8. März. Die seit über Jahresfrist schwebende Frage der Neu­besetzung der G e m e i n d e r e ch n e r st e l I e ist jetzt dadurch erledigt worden, daß das Kreis­amt den vom vergangenen Gemeinderat gewähl­ten Bewerber Wilhelm Germer nunmehr be­stätigt hat. Damit »ist eine Angelegenheit ab­geschlossen, die manche Gemüter stark erregte und viele unnütze Lauferei und Schreiberei ver­ursachte. Die Gemeinde hatte bekanntlich Be­rufung eingelegt gegen das Urteil des Kreis­ausschusses. wonach die Gemeinde verpflichtet war, einen Schwerkriegsbeschädigten als Rechner anzilstellen, weil dieses Urteil in finanzieller Hinsicht eine Härte für die Gemeinde bedeute und es unmöglich erschien, noch eine Hilfskraft anzustellen. Durch die nachträgliche Einstellung des Kreisamts ist nun der Einspruch hinfällig geworden. Die Äebernahme der Geschäfte er­folgt Voraussicht am 1. April.

L Wtes eck. 8. März. Bei der dieser Tage abgehaltenen ersten größeren H olzsub Mis­sion wurden folgende Höchstpreise geboten: Eichenstämme: 3. Klasse 48,65 bis 75 Mk.. 4. Kl. 38,15 bis 65 Mk., 5. Klpsse 32,10 Ml., 6. Kl. 18,10 bis 21,50 Mk. Fichtenstämme: 2. und 3. Klasse 31,75 Mk.. 3. Klas'e 25,10 Mk., 4. KI. 23,05 Mk., 53-Klassr 22,20 und 26,60 Mk., Sb-Kl. 20,60 Mk. Auch in unserer Gemeinde scheint die Abwärtsentwicklung der Arbeits-' losigkeit zu einem Stillstand gekommen zu sein: es darf aber nicht verhehlt werden, daß dieser Stillstand nur ein scheinbarer ist und hur die Zahlen der Vollerwerbslosen betrifft. Die Zahl der Kurzarbeiter ist weiter in stetem An­steigen begriffen. An V0l lerwer bsl 0s en wurden am Beginn des Monats Februar unter­stützt 107 männliche, 13 weibliche Erwerbslose mit 122 Zuschlagöempfäirgern, am 6. Februar 117 männliche, 11 weibliche Erwerbslose mit 131 Zuschlagsempfängern, am 15. Februar desgleichen, am 22. Februar 118 männliche und 13 weibliche Erwerbslose mit 136 Zuschlagsempfängern. Gegen Monatsfchluß war eine kleine Abnahme zu ver­zeichnen: am 28. Februar wurden noch 103 männ­liche und 21 weibliche Erwerbslose mit 120 Zu­schlagsempfängern gezählt. Kurzarbeiter waren vorhanden am 1. Februar 341, am 6. Febr. 346, am 15. Februar 354, am 22. Februar 367, am 28. Februar 403. Diese Zahlen erfahren eine weitere wesentliche Steigerung durch 50 noch laufende Anträge auf Kurzarbeiterunter- stühung auf Grund des neuen Tabaksteuergefetzes. Außer den hier aufgeführten Zahlen der Kurz­arbeiter, die sich nur auf Angehörige des Tabqk- getoerbed beziehen, arbeitet eine große Anzahl von Angehörigen anheter Berufsgruppen eben­falls verkürzt, die aber nicht statistisch erfaßt werden. Zum Teil ist dies erst auf Grund des Kurzarbeiterunterstühungsgesetzes möglich, aber auch dann wird das Bild nicht vollständig wer­den, da die Gewährung von Kurzarbeiterunter­stützung ziemlich eingeschränkt worden ist. Auch dieser Kreis wird in aller Kürze eine beträchtliche Steigerung erfahren, da die Einführung der Kurzarbeit In bedeutenden Industriewerken (z. B. Buderus) bevorsteht. Berücksichtigt man ferner die Tatsache, daß auch die Finna Dock ihren hiesigen Filialbetrieb für einige Wochen still- legt, (von zuständiger Seite hören wir, daß dieser Betrieb noch vier Wochen wieder voll aus­genommen wird. D. Red.), so erscheint die An­nahme berechtigt, daß der augenblickliche Still­stand der Erwerbslosenziffer nur ein schein­barer ist.

's Allend 0 rs a. d. Lba., 8. März. Mit der erwachenden Ratur regte sichs auch im Bienen­staate, und Tausende fleißiger Ommfein tummeln sich im warmen Sonnenschein, um Nahrung für die heranzuzichende Brut einzusammeln und ihre Königin zu fleißiger Regelung ihrerRegie- rungsyeschäfte" anzuspornen. Je tüchtiger die Königin ist. desto stärker und fleißiger wird auch ihr Volk. Darum muß jeder Imker darauf bedacht sein, stets gute und junge Königinnen zur Hand zu haben, um sie rechtzeitig in seinem Betrieb zu verwenden. Wie dies zu machen ist. konnte man in der Frühjahrsversammlung des B i e n e n ch t e r v e r e i nsLum data l"

hören, die vorgestern nachmittag im Gasthof zur Eisenbahn dahier unter dem Vorsitz von Lehrer Schmidt, Kesselbach, tagte. Lehrer Weisel hielt dabei -einen sehr lehrreichen und leicht verständlichen Vortrag über Königinnenzucht, an den sich eine eingehende Aussprache anschloß. Auch über Auswinterung und Behandlung der Völker im Frühjahr wurde eingehend verhandelt und besonders hen anwesenden Anfängern in der Bienenzucht erwünschte Anweisungen ge­geben, die sie in den Stand setzen, ihre Völker! sachgemäß zu behandeln. Der Verein zählt etwa 45 Mitglieder. Die von dem Rechner D ö l l abgelegte Abrechnung über das Iahr 1925 er­gab ein gutes Resultat. Er wurde auf weitere drei Jahre wiedergewählt.

ri. Lich, 8. März. Die Volksschule hatte gestern bic Eltern der Schulkinder und die Freunde der Schule zu einem Elternabend eingeladen. Die Feier war überaus inhaltsreich und abwechs­lungsreich. Kreisschulinspektor Fischer von Gie­ßen war als Gast gekommen und verbreitete sich in einer längeren Ansprache an die Eltern über aktuelle Erziehungs- und Schulfragen. Ein Dankes- fchlußwort am Ende der Vorträge und Dorfüh- rungen, bei denen alle Schulkinder von den Klein­sten^ bis zu der Fortbildungsschule mit Eifer mit» wirkten, sprach Bürgermeister Völker. Die bis auf den letzten Platz gefüllte Turnhalle zeigte, daß die jährlichen Elternabende unserer Stadtschule sich eines großen und allgemeinen Beifalls erfreuen.

j) fit d). 8. Mürz. Für Freitag abend hatte Bürgermeister Völker die Wohnungfuchenden und alle übrigen an der Linderung der Woh­nungsnot und der Hebung der Bau­tätigkeit interessierten Personen zu einer Ver­sammlung in den Saal des Holländischen HoseS einberufen. Zahlreich waren die Interessenten diesem Rufe gefolgt. Der Bürgermeister führte in einem Vortrage aus, daß die bisher gegange­nen Wege nur zum Teil Der drückenden Woh­nungsnot, die eine der schwersten Röte heg deutschen Volkes sei. abhelfen könnten. Es mühten neue Wege gesucht werden. Einer der neuen Wege bestehe darin, den Sparsinn der Bevölke­rung wieder zu wecken, die Spartätigkeit zu erhöhen und die Spargroschen zum Woh­nungsbau zu verwenden. Er forderte alle, die gewillt seien, diese Rot überwinden zu hel­fen, auf, sich die Hände zu reichen und mitein­ander und füreinander, Kräfte und Mittel zu­sammenfass eich, zur Tat zu schreiten. Er be­grüßte dankbar das Vorgehen her hessischen Sparkassen, die bereit sind, aus eigenen Mitteln namhafte Zuschüsse für den Wohnungs- bau an die bei ihnen angeschlossenen Bausparer hinzugeben. Die beiden von den hessischen Spar­kassen enttoorfcnen Systeme der Errichtung von Bausparkonten wurden eingehend bespro­chen. Als Ergebnis des Abends Tann fest gestellt werden, daß eine Bausparergenossen­schaft für unsere Stadt mit einem wöchentlichen Mindestbeitrag von Mk. 3. gegründet werden soll, der sich nicht nur die Wohnungsuchenden, sondern auch die Inhaber größerer Betriebe und alle sonstigen interessierten Personen an­schließen werden. Damit dürfte für unsere Stadt die Wohnungsfürsorge in neue Dah­nen gelenkt sein. Es sei noch besonders an­erkennend hervorgehoben, daß neben den In­habern der hiesigen größeren Detriebe auch die Fürstliche Derwaltung in der Versammlung ver­treten war, und mitgeteilt werden konnte, daß diese Verwaltung in zuvorkommender Weise sich bereit erklärt hat, ein größeres Gelände- stück zwecks Austeilung in 'Bauplätze der Stadt zur Versügun gzu stellen.

> Holzheim, 8. März. Dieser Tage sprach hier Landwirtschaftsrat Dr. Schaad vom Landwirtschaftsamt Butzbach über das Thema Betriebswirtschaftliche Fragen in der jetzigen Rotzeit der Landwirtschaft". Der Vortragsabend, der sehr stark besucht war, brachte dank den lehrreichen Ausführungen des Redners einen wertvollen Gewinn.

0. Ober-Bessingen, 8. März. Am Freitagabend von 8 bis 8.30 Uhr konnte man am nördlichen und nordwestlichen Him­mel ein schönes Raturschauspiel beobach­ten. Das Firmament erglänzte da in rotgelben, violetten und blauen Lichtstrahlen, Die oft eine große Länge erreichten und wie die Lichtstrahlen eines Scheinwersers dahinhuschten. Eine Anzahl Ortsbewohner stand auf Der Straße und ver­mutete in Der Richtung Hausen Albach einen Brand. Der Berichterstatter glaubt behaupten zu können, daß cs sich hier um das bei uns seltene Schauspiel eines Nordlichtes han­delte. Es wäre interessant, zu erfahren, ob auch anderwärts man die Erscheinung beobachtete und wie man sie Deutet.

I. Hungen, 8. März. Aus Der jüngsten GerneinDeratssitzung ist zu berichten: An Stelle Des verstorbenen GerneinDeratsmitglieDes Karl Stein tritt Der Landwirt Heinrich Hof­mann V., Der in das Amt eingeführt und bet­

man den Kindern, die mit einem Majernkrcmken in Berührung gekommen sind, also sich infiziert haben, rechtzeilig das Serum von Personen einfprigt, die kürzlich Masern überstanden haben und sich in der Genesung befinden. Allerdings gibt es auch Falle, in denen sich der Ausbruch der Masern trotz Ein­spritzung von Nekonvaleszenienferum nicht verhüten laßt. Aber auch hier wird zum mindesten erreicht, daß die Erkrankung regelmäßig außergewöhnlich leicht und harmlos verlauft. Diese Methode der Ma- feinverhütung mit Rekonvaleszentrenserum in Dem sich bic Schutzsiofse gegen Masern befinden hat die Nachteile, daß sie nur bis zum sechsten Tage nach der Ansteckung Erfolg verspricht, und daß man mich den genesenen Kindern naturgemäß nur geringe Blutmengen zur Serumgewinnung emziehen tonn; daher stehen verhältnismäßig häufig nicht genügende Mengen Schutzferum zur Verfügung. So wurden denn in der Münchener Kinderklinik von Degkwitz Versuche mit dem Blut von Erwachsenen angestellt, die in ihrer Kindheit Masern überstanden hatten. Er ging von der Voraussetzung aus, daß bei Er? wachsenen, die nach einmaligem Ueberstehen der Ma­sern ihr Leben lang vor dieser Krankheit geschützt blieben, eben die damals gebildeten Schutzstoffe noch viele Fahre nach dem Ablauf der Krankheit im Blute kreisen müßten. Entnimmt man nun dem Erwach­senen Blut und spritzt es dem gefährdeten Kinde rechtzeitig ein, so werden auch hier genügend Schutz, stoffe übertragen, um den Ausbruch der Krankheit zu verhüten. 9n der Hälfte der Fälle hatte diese Methode vollen Erfolg: in der anderen Hälfte jedoch gelang.es nicht, den Ausbruch zu verhindern: aller­dings ist der Verlauf dieser Masern dann außer- orbentlid) leicht. Für das in der Familie befindliche Kind, wo stets genügend (yltcmblut zur Verfügung sieden dürfte, ist diese Methode als geradezu, ideal zu bezeichnen. Entweder es kommi überhaupt nicht zu einer'Erkrankung, oder diese verläuft schnell und

leicht und verleiht trotz des abgefchmächten Ver­laufes dem Erkrankten einen Schutz für lange Zeit wie bei gewöhnlichem Verlauf allerdings nur, wenn das Erwachsenenblut spätestens bis zum 4. bis 5. Tag nach der Ansteckung eingespritzt worden ist. Leider werden aber die Aerzte besonders von den sozial niederen Kreisen und dem breiten Mittelstand sehr häufig erst dann geholt, wenn die Krankheit schon in vollem Gange ijt und eine ungünstige Wen­dung genommen hat. So ging man denn wie Professor Degkwitz selbst in einer ausführllcheii Ar­beit jüngst berichtet hat schon im Jahre 1920 daran, ein Masernfchutzserum vom Tiere zu gewinnen, das man noch nach dem sechsten Tage einspritzen könnte, um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern. Nach jahrelangen Vorarbeiten ist es nun endlich gelungen, von Schafen ein Serum zu ge­winnen, das die angesteckten Kinder vor dem Aus­bruch der Erkrankung zu schützen vermag. Und zwar entfaltet das tierische Masernfchuhferum die besten Wirkungen, wenn es erst am 7. bis 10. Tage nach der Ansteckung den gefährdeten Kindern eingespritzt wird. Die Dauer des Schutzes beträgt 1 bis 2 Mo­nate. Und schließlich vermag nach den Angaben von Degkwitz das vom Tier gewonnene Schutzferum beim mafernkranken Kinde selbst das Auftreten von Komplikationen zu unterbinden, auch wenn man es erst längere Zeit nach dem Entstehen des Aus­schlages dem Kinde cinfpritzt.

Selbstverständlich bedarf das Dcgkwitzjche Ma- fernschutzserum noch der gründlichen Nachprüfung. Sollie es sich jedoch bewähren, fo wäre eine medi­zinische Großtat vollbracht worden.

Frankfurter Theater.

Man muh schon sagen, ohne damit in Ucber- treibung zu verfallen: das Außergewöhnliche, hier wirb's Ereignis! Die Maisäry, unbe-

Pflichtet wird. Die Brennholz- und Ruh- Hol z v e r st e i g e r u n g e n vom 11., 16. und 25. Februar werden genehmigt, ebenso findet ein Nachtrag zum Wirtschaftsplan und die Her­stellung einer Drainage im Pflanzgarten die Ge­nehmigung des Gemeinderats. Die Beschaffung einer fahrbaren I a u ch e p u m p e wird gut­geheißen, wenn sich diese auch als Wasser Zu­bringer bei Feuerlöschzwecken verwen­den und mit verhältnismäßig billigen Mitteln auch mit elektrischem Kraftbetrieb einrichtcn läßt. Die Anlegung eines Grabens längs des Auwicsenwcgs und Die Herstellung von Ueberfahrten wird beschlossen, das Material ist auf Kosten Der beteiligen Grundbesitzer zu be­schaffen, die erforderlichen Arbeiten werden auf Die Gemeindekasse übernommen. Einige zu Strahenzwecken benötigte Parzellen sollen von Der Gemeinde erworben werden. Bei den am Freitag und Samstag im hiesigen Gemeinde- w ald abgehaltenen H olzvcrst ei gerungen wurden folgende Preise erzielt: Scheiter: Buchen 17 bis 20 Mk. je Raummeter, Knüppel: Buchen 15 bis 18 Mk., Hainbuchen 11 bis 15 Mk., Eichen 5 bis 6 Mk.. Eschen und Erlen 4 bis 8 Mk.. Fichten und Kiefern 6 bis 8 Mk."ft-Lm.. Stöcke: Buchen und Hainbuchen 5 bis 6 Mk.. Eichen und Eschen 2,50 bis 4 Mk., Kiefern 5 bis 7 Mk. je Raummeter, Reiser: Buchen 1,50 bis 2 Mk.. Eichen und Eschen 0,50 bis 1 Mk, je Rm.. Eichen- Rollen 12,50 Mk. je Rm.. Schnittholz: Eichen 53 Mk.. Kiesern 33 Mk., Fichten 37 Mk. je Mm.. Werkholz: Birken 30 Mk.. Eschen 56 Mk, Kiefern 2. und 3. Kl. 25 Mk. je Fstm.. Bauholz: Fichten 5a- u. 5b-Klasse 20 Mk. je Fstm., Derbstangen: Fichten 16 Mk. je Fstm.

Kreis Friedberg.

x. Friedberg, 8. März. Der gestrige Sonntag stand hier im Zeichen Der Politik: am Vormittag um II Uhr sprach an dem Krieger­denkmal der kommunistische Landtags­abgeordnete G a l m über die Fürstenabfindung. Die Zuhörer bestanden außer einem kleinen Häufchen von Parteigenossen zum größten Teile aus Neugierigen. Mr Den Nachmittag um 3 Uhr hatten Die vereinigte demokra­tische und sozialdemokratische Par­tei zu einer öffentlichen Versammlung ins Hotel Trapp eingeladen. Die Versammlung war sehr stark besucht. Als erster Redner sprach Reichstagsabgevrdneter K 0 r e l l überGegen­wartsfragen der Reichspolitik". Er bekannte sich als Anhänger des Gedankens, unsere staat­liche Selbständigkeit aufzugeben und uns an Preußen anzuschließen, um da­mit einem Einheitsstaate einen Schritt näher zu kommen. Der zweite Redner. Landtags­abgeordneter Lux, sprach überDie steuerliche Velastung in Hessen". Beide Redner sanden leb­haften Beifall. Zwei Diskussionsredner, denen nur eine kurze Redezeit zugcbilligt war, konnten in der erregten Versammlung fast nicht zu Wort kommen. Zum Schluffe wurde eine Entschließung angenommen, in welcher der Finanzpolitik des Finanzministers Henrich volles Vertrauen -ent­gegengebracht wird und die demselben gemachten Vorwürfe mit Entrüstung zurückgewiesen werden.

00 Nieder-Florstndt, 8. März. Die aus vielen Orten gemeldete Grippeepidemie macht sich seit der letzten Woche auch hier immer mehr bemerkbar. Ganze Familien sind an Grippe erkrankt. Schwere Fälle sind erfreulicher­weise bis jetzt nicht vorgekommen. Die Maul- und Klauenseuche hat hier ihren Höhepunkt überschritten. Die Seuche ist diesmal nicht schlimm ausgetreten, die meisten Tiere hatten in ein bis zwei Tagen die Krankheit überwunden. Nur Iungvieh (Ferkel) ging ein. Der Gemein derat in seiner alten Zu- sammetisehung trat nochmals zu kurzer Bera­tung zusammen. Auf der Tagesordnung stand die Vergebung der Anfuhr von S t e i n c 1 . Ein Teil des Gemeinderats hatte schriftlich die Erteilung des Zuschlags verhindert, um dem Zweckverband, an dem die Gemeinde zu vier Siebenteln beteiligt ist, Gelegenheit zur Ueber- nahme der Arbeit zu geben. In der Sitzung kam es zu einer lebhaften Aussprache, Da aber Der Zweckverband mitgeboten hatte, glaubte man, Den Steigerern Den Zuschlag nicht verweigern zu können, unD will Dem ZweckverbanD Die An­fuhr der spater zu liefernden 300 Meter über­tragen.

> Aus der nördlichen Wetterau, 8. März. Der derzeitige Stand des Winter- g c t r e i D e s ist auch in hiesiger Gegend recht zufriedenstellend. Infolge der feuchtwarmen Witterung der letzten Zeit -hat fich die junge Saat günstig entwickelt. Iedenfalls dürfte jetzt bei Der vorgeschrittenen Iahreszeit Die Gefahr Der Auswinterung vorüber sein. Don Dem Stand unserer Rotkleefelder ist weniger günstig zu berichten. Durch den im Vorwinter heftig einsetzenden Frost und dadurch, daß fich bet Eintritt des Winters zahlreiche Mäuse in den

stritten ein Sonderfall unter den deutschen Künst­lern der Gegenwart, ist wieher zu einem Gast­spiel in das Operettentheater nach Frankfurt gekommen und nun entrollt sich am Premieren­abend das bunte strahlende Dild eines Festes, dessen Königin Mihi Massarh ist. Das klingt etwas geschraubt, aber cs ist eine Tatbestands- Meldung aus hem Reich Der Frankfurter Kunst. Das Operettentheater verband mit dieser Pre­miere aufgeführt wurde »Die Teresina", eine Operette von Rudolf Schanz er und E. We­lisch, Musik von Oskar Strauß die Ein­weihung baulicher Erweiterungen: ein neues Foyer und neue Treppenanlagen präsentterten sich. Die Aufführung selbst wurde geleitet von einem renommierten Gast-Regisseur aus Berlin. Dr. Reinhold Druck, und im übrigen war alles auf einen festlichen Ton gestimmt, über dem als Dominante die große Kunst der Massarh schwang. Die Operette wird säst Nebensache, obwohl die Musik von Oskar Strauß gefällig. liebenswürdig, von rhythmischem Glan, aber ohne Originalität ist. Das Wesentliche ist der unvergleichliche Ehamie, die künstlerische Souveränität, der per­sönliche Zauber der Massary: das Publikum ist völlig im Danne dieser Frau, die tatsächlich als Diva nicht ihresgleichen hat und die mit ihrer unendlich seinen Musikalität und ihrem wunder­baren Instinkt für das Künstlerische selbst Die Plattitüde zu adeln, immer aber das Publikum in höhere Regionen künstlerischen Genießen- mit der persönlichen Kraft ihrer Gestaltung zu heben vermag. Es war wieder ein großer geseU- schaftlicher Abend, ein glänzendes DilD und ein stürmischer Erfolg, an dem neben Der Massary auch die Frankfurter Künstler des Operetten-* theaiers durch ihr Streben, Bestes neben Dem berühmten Gast zu geben, Anteil hatten. L. W.