Turnen, Sport und Spiel.
gierte zunächst niemand. AIS dieses Rufen zum Brüllen wurde, kriegte es einer mit der Angst und ging. Ein zweiter' folgte langsam. Wir waren noch mit ein paar Mann auf dem Achterdeck, da meinte 'Balentin, der gut reden hatte, denn er brauchte nicht mitzugehen: der letzte müsse w<5d)cun' gud'n Abend" sagen, — das würde Eie in Wut bringen, und das abendliche Kasperle- theater wäre mit einem Schlage für immer vorbei Mit einem Schlage Der Lausejunge! Ich hab' auf ihn gehört. Acht Tage hatte ich eine geschwollene Backe.
Wenn Sie nun um die Welt segeln — Sie werden das ja nickt zu Ihrem Vergnügen tun; ntd)t wahr, Sie hatten sich schon einmal zur Ruhe gesetzt, aber dann kam die dreimal bekreuzigte Inflation — wenn Sie nun um die Welt segeln, sollen Sie auch ein klein wenig an uuch denken, wie ich an Sie gedacht habe, die ganze lange Zeit. Luckners Reise ist nämlich die Reuauflage eines Versuch3, den ich selber, mit einigen Freunden, vor nunmehr vier Jahren unternahm. Wir hatten -war keinen Diermast- Gasfelschoner. sondern nur ein umaebautes Petl- boot, aber die Idee war dieselbe. Im Hafen von Stockholm sind wir im Winter 22*23 erbärmlich eingefroren, weil unser mitgenommenes Geld über Rächt einen Dreck wert war. Ich wünsche Ihnen mehr Glück (und Meer-Glück). Kann sein, wir treffen uns draußen. Es rumort scheußlich in mir. Und noch eins: -erbrechen Sie sich nicht den Kopf über meinen Ramen Schriftsteller haben zuweilen die Laune, sich zu verstecken Scheun' gud'n Abend, Käpp'n!
DarTempo beriihmterZchwimmer
Don Kurt E. Behrens. Magdeburg.
I. Johnnie Weißmüller.
Allgemein sieht man in Iohnnie Weißmüller heute das Ideal eines Erawl» schwimmers; jeder, der ihn einmal in Aktion gesehen hat, wird sein elegantes, rhythmisches Schwimmen nicht vergessen, und doch hat man dabei das Gefühl, als ob eine Maschine durch daS Wasser geht, so gleichmäßig arbeiten Arme und Beine zusammen. Bei meinem Besuch in Chicago*) nahm ich die Gelegenheit wahr, mit B a ch r a ch. Weißmüllers Trainer, eingehend über den Stil und den Werdegang dieses zur Zeit schnellsten Schwimmers der Welt zu sprechen
Weißmüller schwimmt ein Tempo, da: die Ameritaner „thc amrican six beat-double* trudgeod-crawl“ nennen, Ueberfeht: amerikanischer Sechsschlag Doppel-Schere n - K r i e chst o h. Dieser Schlag ist eine ungeheure Verbesserung gegenüber dem australischen Crawl und besteht, wie schon der Rome sagt, aus sechs kurzen Schlägen der Füße und gleichzeitig einem Doppelscherenschlag der Deine, bei dem allerdings diese kaum merllich abgebeugt und nur ganz wenig geschert werden.
Eine Hauptcharakteristik des Weiß- müllerschen Tempos, wie es von ihm vollendet gezeigt wird, ist seine hohe Lage im W a s s e r. Er hält Kops und Schultern hoch, die Füße aber tief und dabei macht er das Kreuz hohl, wodurch her Widerstand des Wassers (Hydrvplanprinzip) bedeutend verringert wird. Die ticse Lage seiner Füße (Propeller) gibt rhm eine vielfach größere Treibkraft, als wenn die Füße teilweise wie beim australischen Crawl in die Luft schlagen. Der markanteste Vertreter des australischen Crawl war übrigens der im Kriege gefallene vielversprechende Magdeburger Kurt Bretting, bei dem allerdings auch die außerordentlich hohe Lage des Körpers auffiel
Eigentlich scheint es auf den ersten Blick, als ob sich Weißmüllers Stil, besonders fein Arm- tempo. fast gar nicht von dem anderer erstklassiger Amerikaner und tauch europäischer Sprinter (Darany, Heitmann) unterscheidet, und trotzdem ist er insofern besser, als er die Arme vor bet, Eintauchen und dem dann folgenden Durchziehen unter Wasser nicht vollständig ausstreckt (ovciTcach). Rach Dachrachs Ideen über die Armführung beim Crawl soll der Arm stets im Ellbogengelenk etwas abgebeugt bleiben, wie überhaupt eine der ersten Lehren der amerikanischen Trainer die ist, die Armführung über Wasser nicht steif, sondern mit möglichst erschlafften Muskeln auSzufuhren. Hierdurch vermeidet Weißmüller ein stärkeres Rollen des Körpers, wie man es z. B. bei Lauffer bemerkte., Aber weiter ist es ihm dadurch möglich, eine bemerkenswert rhythmische Gleichmäßigkeit seines Armtempos zu erzielen, die wohl in erster Linie dazu beiträgt, daß sein Stil so elegant und flüssig aussieht. Dies wäre aber nicht möglich, wenn der Arm zu weit ausgestreckt oder gar quer vor dem Kopf eingetaucht toirb.
Weißmüllers Beins chlag unterscheidet sich beim oberflächlichen Hinsehen ebenfalls nicht viel von dem anderer guter Schwimmer. Tatsächlich aber liegen seine Füße durch die hohe Haltung des Kopses tiefer im Wasfer, als es sonst üblich'war. Rach Dachrachs Ansicht sind weiter Weißmüllers Knie und Spann gelenkiger als bei den meisten anderen Schwimmern, wodurch die Propellerbewegung der Fuße und das Scheren (trudgeon) seiner Deine spielender aussieht. Dabei ist aber sein Dein- schlag mindestens so kräftig wie der Lauffers, der bekanntlich auf seiner Deutschlandfahrt verschiedentlich Proben seines enormen Deinschlags gab.
• Was Weißmüller besonders für den Schwimmsport geeignet macht, sind seine Mustel- ftränge, von denen seine Freunde ganz enthusiasmiert behaupten, daß sie die längsten und weichsten sind, die man je an einem Menschen ge ehen habe. Das vollkommene Zusammenspiel seiner Muskeln scheint eine natürliche Folge dieser Eigenschaften zu sein.
Die Atemtcchnik des Chilagocrs ist ebenfalls von der vieler anderer Sprinter außerordentlich verschieden. Früher atmeten die meisten Kurz streck en schw immer selten öfter als bet jedem dritten oder vierten Tempo, ja bei 50-Meterstrecken im Bassin wurde oft nur einmal auf der ersten Dahnlänge. dann an der Wende und schließlich zweimal au? der letzten Dahn- länge „Luft geholt". Den bekannten Ungarn^, Zoltan von Halmay, der übrigens nur
*) Der Der-sasser hat Rademacher und Froelich nach Amerika begleitet. Die Red.
Käpp'n Coltzau.
Don Waldemar Keller.
In der Zeitung las ich, daß Graf Luckner. der jetzt mit Dem Viermast-Gafselschoner „Vaterland" eine zweieinhalbjährige Reife um Die Welt macht, für fein Schiff den Kapitän Coltzau als Führer gewonnen habe. Taufende werden darüber wegichen. Warum soll der Mann nicht Coltzau heißen? Ein Rame. Aber es kann dock der Fall eintreten, daß solch ein Rame etwas bedeutet.
Erinnern Sie sich, Herr Kapitän Coltzau. daß Sie vor rund 20 Jahren einen Leichtmatrosen an Bord der Hamburger Viermastbark „Alster- schwan" hatten, Den Sie „Jimmy" riefen unD ziemlich verhätschelten? Gestatten 6ie: dieser Leichtmatrose bin ich. Es war auf der Reise, die am 20. Dezember 1005 begann, von Hamburg nach Santa Rosalia in Rieder-Kalisornien, Dann nach Rewcastle in Reu-Süd-Wal es, weiter nach Tallal (Chile), zurück nach Rewcastle, wieder über Die Südsee nach Chile — Pisagua, später Caleta Buena — und die schließlich am 1. März 1908 in Hamburg endete. Als schon das Feuer von Reuwerk in Sicht kam, wäre Ihnen der Dengel beinah noch von oben gefallen Erinnern Sie sich?
Kaum. Aber mir ist diese Zeit sehr lebendig. UnD jeden Morgen wenn ich aufstehe und mensendieke, mache ich vor.Ihnen. Herr Kapitän, eine besonders tiefe Rumpfbeuge, denn Ihr Bild, jene Gruppenaufnahme aus Santa Rosalia, hängt über meinem Bett. An Ihrem steifen schwarzen Hut, den Sie zum Khaki-Anzug trugen, ist ein
mit Den Armen schwamm und die Derne nach» schlevpte, sah man wiederholt bei Kämpfen in deutschen Bassins über 50 Meter nur ein einziges Mal atmen, und zwar an der Wende. Anstatt regelmäßig der Lunge Sauerstoff zuzuführen, hiÄt man den Atem unter Wasser an. wodurch natürlich mehr Energie und Muskelkraft verbraucht wird als bei einem regelmäßigen Einatmen. Man hat es oft genug gesehen, wie erschöpft solche Schwimmer schon bei ganz kurzen Strecken waren. „Als Iohannie zu mir kam", erzählt Dachrach, „war er noch jung, also leicht zu leiten und zu formen. Wir hatten ihn bei einem Wettkampf zweier Volksschulen entdeckt. Ich beschloß Daher, mal einen Versuch zu machen, mit jedem Tempo einen Atemzug zu verbinden. Zuerst war dies eine ziemliche Anstrengung für Weißmüller, aber nach einigen Monaten tä glichen Uebens hatte er diese Technik nicht nur begriffen, sondern so vervollständigt, daß der Rhythmus und die Regelmäßigkeit seines Tempos keineswegs gestört wurde, in anderen Worten: seine Arme und Deine wußten nichts davon, daß er bei jedem Tempo den Kopf etwas aus die Seite legte, um zu atmen.“ Heute atmet Weißmüller bei jedem Tempo, ob er 50 oder 500 Meter schwimmt. Dadurch ist es ihm wohl auch in erster Linie möglich, zu jeder Zeit in einem Rennen feine bekannten Spurts zu inszenieren. Denn er hat stets noch eine Reserve von unverbrauchter Energie aufgespeichert.
Kreismrnlag
des Mittelrheinkreises der D. T.
— Ein außerordentlicher Kr eisturntag des Mittelrheinkreises Der D. T. sinder am 28. Rovember in Wiesbaden statt. Es gilt, für Den verstorbenen Kreisvertreter Schulrat E. Schmuck einen Rachfolger zu kuren. Wieviel Kandidaten aufgestellt werden, ist noch nicht bekannt. Destimmt genannt wird bereits Gauvertreter Rektor Hans Schiller, Der von feinem Frankfurter Gau in Vorschlag gebracht wird. Man hörte auch schon Oberreallehrer Roth (Darmstadt), ein Langs- Dörfer Kind, nennen, der zur Zeit Gau- vertreter des Gaues Rhein-Main ist. ebenso Fabrikant A. Pfeiffer, den beliebten und im Kreis hochgeschätzten Vertreter unseres Hessen- gaue5. Es entzieht sich aber unserer Kenntnis, ob letzterer überhaupt geneigt ist. das Amt anzunehmen. Mit E. Schmucks Ableben ist auch die Stelle des Schriftleiters Der Kreisturnzeitung frei geworden. Auch hier hat der Kreisturntag Reuwähl vorzunehmen. Dieses Amt soll grundsätzlich nicht mehr mit Dem Amte des Kreisvertreters verbunden werden. Gegenstand der Beratungen wird ferner bas nächst jährige Kreisturnfest sein, das bekanntlich in Darmstadt am letzten Sonntag im Juli stattfindet. Der KreiSturntag wird von insgesamt 300 Abgeordneten aus den 27 Gauen des Kreises beschickt werden. Der Gau Hessen stellt allein etwa 25 Abgeordnete. Da diese nicht mehr neu- gewählt werden konnten, werden diejenigen Delegierten entfanbt, die auf Dem letzten Gau tum- tag für den Kreisturntag auf der Marksburg im April bestimmt worden sind.
Gießen l.-Hanau I. 1:1 (1.1).
£ Wohl 700 Zuschauer umsäumten gestern Den Gießener Platz, als die Bezirksmelfter des 3. und 4. Bezirks das Spielfeld betraten, um den Reigen Der Spiele um die Kreismeisterschast zu eröffnen. Dem Schiedsrichter Moller. Vilbel, stellte sich Hanau komplett, Gießen mit einem Mann Ersatz. Der Anstoß Gießens kam bis zur Hanauer Verteidigung, die in sicherer Weise Härte. Eine gewisse Rervosität zeigte sich bei beiden Mannschaften, von Der sie sich auch nicht so bald freimachen formten. In Der 7. Minute, flankte Gießens Linksaußen mit kräftigem Schlag, Rechtsaußen schoß unter Dem Dei'all Der Massen ein: 1:0 für Gießen. Eine Minute später Strafstoß für Hanau, Der ebensogut für Gießen hätte lauten können, Gießens rechter Verteidiger köpfte daneben, kurzes Geplänkel und Hanaus Mittelstürmer glich unhaltbar aus: 1:1. Wieder waren die Aussichten für beide Gegner dieselben. Die prächtigsten Svenen wechselten unaufhörlich, schon lag Gießen wieder vor Hanaus Tor. die Gelegenheit wurde jedoch nicht ausgenutzt. Dasselbe Pech hatte Hanau vor Gießens Heiligtum einen Augenblick später. Die folgende erste Ecke für Hanau brachte bange Sekunden für Gießen. bis der Torhüter sicher klärte. Allmählich sah man Die Stärken und Schwächen der beiden Mannschaften. So fiel bei Hanau Die äußerst sichere Abwehr Der Verteidigung auf, Die Den Tormann gar nickt dazu kommen ließ, sein Können zu zeigen. Sehr
Lichtsleck. Im Mittschiffslogis ging damals Der Witz um: Der Schwanenkutscher sei deutlich erkennbar, denn er habe sich die Droschkennummer an den Zylinder gesteckt. Sind Sie, etwas verspätet, böse? Du lieber Gott! Können Sie überhaupt „böse" sein?
In Den Aufzeichnungen aus meiner Globetrotterzeit, die unangetastet im Schreibtisch ruhen, ■ erben Sie „ein Där mit einem Milchherzen" genannt. Uni) so waren Sie auch, so sind Sie — ich bin dessen gewiß — noch heute. Wo Sie hin- sassen, wachst kein Gras mehr, toeim Sie wollen. Aber meistens wollen Sie nicht. Als Der hünenhafte Donleymann Krach mit Den Matrosen an- .'ing und eine glühende Eisenstange zur Hand nahm, sich auszutoben, da traten Sie gemächlich an ihn heran, schlangen beide Arme um seinen Körper, und in diesem Schraubstock war er wehrlos wie ein kleines Kind. ..Meister ', sagten Sie, „sünd Se mall?" Weiter nichts. Ein Vär mit einem Milchherzen. Vielleicht bin ich befangen. Der Bumbootmann Riä.olas Droccoa im austra- lüden Rewcastle hat mir hinterbracht, daß Sie behauptet haben: ich sei „the beft boy on övard". Aber seitdem sind zwei Jahrzehnte dahin, uns- allen hat der Wind gar heftig um die Ohren eepfiffen, und die Dinge von früher schwanken längst jenseits des magischen Rebels, der olles Persönliche in geweiteten Formen erscheinen läßt. Damals, als Sie mich während einer Rächt- wache im Hasen von Pisagua lchlafend auf Der Fleischkiste fanden, Ihr Dootskisfen unterm Kopf, und mich unsanft erweckten, indem Sie mit Daumen und Zeigefinger meine Olafe zusammenpreßten, — damals hab' ich über diesen infamen Griff, der einem mitten im schönsten Traum die
gut war auch die gesamte Läuferreihe. Die besonders in ihrer Schnelligkeit einen wesentlichen Faktor darstellte. 3m Sturm scheinen die Außenstürmer die besten zu fein, jedenfalls ließ es Der Innensturw zu gewissen Zeiten an Der notigen Entschlossenheit fehlen. Auf der Gerte Greßens war ebenfalls Läuferreihe und Verteidigung sehr mit hingegen Der Sturm die einheitliche Lime stark vermissen lieh, wobei sich Die in letzter Minute notwendig machende Einstellung eines Ersatzmannes hemmend bemerkbar machte. Trotz der erdenklichsten Anstrengungen beider Meister wollte es bis zur Pause keinem glücken, Führung und 3ieg an sich zu reißen. Gleichwertig beendigten sie die erste Spielhällte.
Rach dem Wechsel zeigte Gießen eine volle fKilbe Stunde lang eine ganz leichte Ueberlegen- beit, Die aber immer wieder von der ballsicheren Verteidigung Hanaus erledigt wurde. Zudem wurde Die Lücke im Gießener Sturm immer ersichtlicher, der rechte Flügel siel durch das Versagen des Ersatzmannes vollkommen aus. Alle Anstrengungen Gießens führten zu keinem weiteren Erfolg. Run machte sich Hanau frei, und griff Gießen mit Wucht und Entschlossenheit an. die letzten 15 Minuten gehörten Hanau vollkommen. Zahlreiche Torchancen wußte aber Hanaus Innensturm nicht auszunüyen, außerdem hatte Der leichtsinnig werdende Torhüter Gießens riesiges Glück, indem er Den Ball immer wieder in letzter Minute erreichte. Zwei Durchbrüche Gießens brachten auch keine Aenderung, so daß das äußerst interessante Spiel für Die beiden Dezirksmeister mit dem ehrenvollen Resultat von 1:1 beschlossen wurde. Wenn man sich das Spiel Gießens vom Dorsonntag gegen Vilbel vor Augen hält, ist es allerdings offenkundig, daß Gießen unter seiner sonst gezeigten Form gespielt hat, was aber nur auf das Konto seiner Stürmerlinie zu schreiben ist. Rimrnt sich die Elf das gestrige Spiel zur Lehre, durfte sie für die kommenden Sonntage einen beachtenswerten Gegner abgeben, denn, um ehrlich zu fein, dem Spiel- verlQUf Der letzten Viertelstunde entsprechend hätte Hanau das Spiel gewinnen müssen.
Gleßcu 1. Jugend—Hanau 1. Jugend 5:0.
Hanau, Das anläßlich seines Spiels um die Kreisrneisterfchajt auch seine zweite und Jugend- Mannschaft mitgebracht patte, war mit seiner Ju- gend Derjenigen Gießens, Die den Meister des 3. Bezirks repräsentiert, nicht ganz gewachsen und mußte nach schönem Spiel ihrem Gegner Den Sieg überlassen. Die Jugend Gießens war nicht nur körperlich überlegen, sie zeigte auch ein technisch höher stehendes Spiel. Das Resultat hätte höher lauten fönnen, wenn nicht die gesamte Elf sich im Torschießen versucht hätte.
Giehcn II b—Hanau II. 1:2 (0:2).
Da Gießens stärkste 2. Mannschaft zu gleicher Zeit in Daubringen ein Seriensviel auszutragen hatte, mußte Hanau mit Der Ilb-Mannschaft vorltib nehmen. Wer deshalb auf eine starke Ueberlegenheit der Hanauer getippt hatte, sah sich getauscht, denn überraschenderweise hielt Gießen sich ganz gut. Ein Elfmeter für Hanau wurde verschossen. Bis Halbzeit konnte Hanau durch seinen flinken Sturm das Ergebnis auf 2:0 stellen, dem der etwas unbeholfene Jnnensturm Gießens nichts entgegensetzen konnte, obwohl mitunter die Aussichten dazu gegeben waren. Nach der Pause flaute Hanau etwas ab, und Gießen kam unverhofft zu seinem Treffer. Dadurch lebhaft geworden, gab Hanau alles heraus, um das Resultat höher zu gestalten, was von Gießen ober vereitelt wurde. Im weiteren Verlauf wurde das Spiel ziemlich unschön, so daß der Schlußpfiff des Schiedsrichters als Wohltat empfunden wurde.
Der FutzbaK vom Sonntag,
hesfen-hannover.
S. 23g. Göttingen — S. 23g. Münden 4:1.
Sport Staffel — Kastel 03 3:3.
Spielverein — Tura Kastel 1:0.
6. 23g. Marburg — Kurhestcn Kassel 4:0. Borussia Fulda — Hessen 09 Kassel 2:3.
Ma ubezlrk.
Im Moinbezirr sielen am gestrigen Sonntag alle Spiele aus. Ein Privatspiel zwischen der Ligareferve des Fußballsportvex- e in § Frankfurt und Der ersten Mannschaft der „Eintracht" Trier endete 2:2. Interessant bei diesem Tressen ist'das erstmalige Mitwirken des schwedischen Internationalen Wijk, Der sich gut einführte und sehr schöne Leistungen zeigte, trotzdem er sich mit feinen Rdbenleuten nicht verstehen konnte.
Bezirk Bayern.
Der 1. F. E. Nürnberg konnte feinen vorjährigen Rivalen, Bayern-München, trotzdem er ohne Kalb antreten mutzte, mit 2:1 besiegen. Die Verteidigungen waren gleichwertig, aber der Angriff von Rürnberg war, trotzdem man Wider in die Läuferreche zu- «■■■WMaM—ii mmimiii n«in
Puste nimmt, nicht wenig gewettert. Heute weiß ich: es war eine überaus milde Art, Den Dummen Jungen, Der sich Den Teu'el ums Schiff kümmerte, an feine Pflicht zu gen.ajnen. RichtS wäre mir geschehen, hätte ich nicht DaS Pech gehabt, bah Der erste Steuermann hinzukam. So mußte ich Denn, allein, bas Deck waschen, von vorn bis hinten.
Aber, nicht wahr, Die historischen Tatsachen dürfen Nicht verfälscht werden. Ich habe einmal eine Ohr'eige von Ihnen bezogen, Die das Ron- pluSultra aller Ohrfeigen war. Sie hat, im Laufe der Jahre, gewissermaßen Familienglanz bekommen. Wenn ich heute meinen beiden Jun- genS sage: „Ruhe! Oder es gibt was aus Käpp'n Colhaus Armenkasse!" — dann kriechen sie unter die Betten Ehrlich gestanden: ich hatte diese Ohrfeige zu 95 Prozent verdient. Den fehlenden Rest rechne man auf Die allzu kräftige Ausführung. Warum aber auch haben Sie mich mit Der vermaledeiten Kompaßrose gcelenbet ? Mich und die anberen. Jeden Abend rie'en Sie uns auf die Drücke, erst Moritz, bann Lampe, Dann Frieb — e — rich... unb so weiter. Rechts und links herum mußten wir Die Striche herunterschnurren. Weil ich'S so schön konnte, belegten Sie mich mit Dem Ehrentitel: bie Klapperschlange. (Rachträglich herzlichen Dank!) Ge- wohnlich standen die Steuerleute Dabei und lachten sich schief. Lins riß die Geduld. Eines Abends beschlossen wir, Ihre sowieso nicht rosige Laune ein bißchen anzuheizen. Ich weiß nicht, was Ihnen, Der sonst immer lächelte, in die Quer gekcmmen war. Vielleicht hatten Sie Im Suppentopf deS Kochs Sievers Buxen wieder mal eine Kakerlake gefunden. Kurz: auf Ihr Rufen rea-
rüefgesogen hatte, besser wie der Angriff der Münchener und entschied somit das Spiel.
Eine große Ueberraschung bildete der 4:0- Sieg von Wacker-München über A.S.D. Rürnberg. Dieser Sieg wird aber erklärlich, wenn man erfährt, daß Rürnberg ohne Sorg, Wachtler und Sindel antrat unb außerdem schon in Der zehnten Minute Kissinger verlor, so daß bie Mannschaft 80 Minuten mit 10 Mann spielen mußte.
Bezirk Rhein.
Im Bezirk Rhein überraschte die neuerliche Niederlage der S. D.^M annschaftWaldhos gegen D. f. L. Neckarau 1:3. S. 23. Mannheim mußte damit seinem Rivalem, dem S. D. D a r m st a d t die Spitze überlasten. Darmstadt siegte 4:3 überraschend in Ludwigshafen gegen den dritten Spitzenverein Phönix. Die Darmstädter zeigten sehr gute Leistungen und haben den Sieg verdient.
Bezirk Rheinhessen-Saar.
Aucb im Bezirk Rheinhesien-Saar konnte die 0:l.Nieoerlage der S. D. Wiesbaden gegen Den F. D. Saarbrücken auf eigenem Platz überraschen. Damit ist der S. V. Wiesbaden vorläufig aus der Spitzengruppe ausgeschaltet, und Der Kampf um die Spitze spielt sich vorerst nur zwischen Wor- mntia Worms und S. 23. Mainz ab.
Bezirk Württemberg-Baden.
Hier konnte ein Punktvcrlust des D. f. B. S t u Iti gart in Heilbronn nicht überraschen. Ergebnis: 1:1. Heilbronn war immer schon ein heißer Bvtzen, unb aanche Spitzenvereine haben hier schon Punkte lasten müsten.
Fußball - Länderkamps Oesterreich-Schweden 3:1.
In Anwesenheit von etwa 40 000 Zuschauern kam am gestrigen Sonntag auf dem Sportplatz Hohe Warte der Fußball-Länderkampf Oesterreich gegen Schweden zum Austrag. Die Oesterreicher konnten nach interessantem Spiel den Sieg mit 3:1 (2:1) für sich entscheiden.
Neuer Weltrekord Arne Borgs.
Stockholm, 7. Nov. (WB.) Bei dem heutigen Wettschwimmen über 400 Parbs stellte Arne Sorg einen neuen Weltrekord mit 4 Min. 27 Sek. auf.
Oberhesten.
Landkreis Gießen
—.— Großen-Linden, 7. Nov. Unter sehr starker Wahlbeteiligung — 90 Prozent Der Wahlberechtigten stimmten ab — fanb heute die Bei geordnetenwahl statt. Es siegte der bisherige sozialdemokratische Beigeordnete Weigand mit 720 Stimmen gegen den Kandidaten des Bürger Vereins und Der Landwirte, Kaufmann Faber, auf den 570 Stimmen entfielen.
Heuchelheim, 8. Rov. Am morgigen Dienstag, 9. Rovember, begehen bie Eheleute Lokomotivführer a. D. Georg Rinn unb Frau Lotte geb. Müller, Ernststraße wohnhaft, bas Fest Der G oldenen Hochzeit Das Jubelpaar erfreut sich noch voller körperlicher Rüstigkeit.
d" Lollar, 7. Nov. Ein t ö d l i ch e r Unfall "reignete sich am Freitag auf dem hiesigen Bude- rvsfchen Eisenwerk. Die vor einiger Zeit stillgelegte Dampfturbinenzentrale sollte wieder zur Benutzung instandgesetzt werden. Bei den erforber- lichen Arbeiten geriet der Maschinist Deibel von Staufenberg mit der S t a r k st r o m l e i tu n g in Berührung unb wurde augenblicklich getötet. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg.
t Grünberg, 6. Rov. Der G c m c i n D e ■ rat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung u. a. mit Der Erweiterung des Geländes für Den G alluSmarkt. Der starke Besuch des diesjährigen Marktes hat gezeigt, daß der Marktplatz zu klein ist. Wan beschloß, einige anliegende Geländestücke hinzu nm eh men. und hofft, damit den berechtigten Ansprüchen genügen zu können. Weiter erklärte man sich Damit einverstanden, e ne Wertzuwachssteuer nach Den jetzt herausgegebenen ministeriellen Richtlinien für Die Grund st ücks Umsätze zu erheben, die in der Zeit vom 1. Januar 1919 bis 31. Dezember 1 923 vorgenommen wurden. Dem Anträge einer auswärtigen Firma, hier Anschlagsäulen zu errichten, wurde nicht stnttgegeben. Im übrigen beschäftigte sich die Versammlung mit Heineren Vorlagen.
Kreis Friedberg.
WSR. Friedberg, 6. Rov. DaS hiesige Amtsgericht wird einer gründlichen baulichen Erneuerung unterzogen. Die Straßenfront des GebäudeS erhäll einen modernen Verputz. Im Innern ift durch Entfernung von Wänden unb sonstige Umänderungen den


