Ausgabe 
8.9.1926
 
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nr. 210 Zweiter Blatt

Mittwoch, 8. September 1926

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Aus dem Reiche der Frau.

Vorhandensein hat man früher nichts gewußt; ihre Anwesenheit in der Nahrung hat sich jedoch

rettigwürfeln, wildem Weinlaub eingeschichtet.

em ba-

andern als giftig galten. Heute weih man, dc»h es unter den unendlich vielen Sorten nur ganz wenige gibt, die giftig sind, und nur gar zu ängst» lichc Seelen weigern sich standhaft, davon zu allen, Also am Erkennen der eßbaren Sorten sehlt's heute nicht, da werden uns genug Erklä­rungen und Abbildungen in Pilzbüchern gegebene aber eins fehlt bei vielen von uns noch, die Er­kenntnis der rechten Zubereitung. Kaum zu glauben ist's, wie verkehrt man hierbei zuwege geht. Da werden die kleingeschnittenen Pilze in einer Menge Wasser mindestens eine Stunde lang ausgekocht, über dem Durchschlag abgegossen und dann so trocken in reichlich Speck und Zwiebeln aus der Pfanne braun gebraten. Das) dies ein höchst schwer verdauliches Gericht ist. daS Kinder und Alte nicht vertragen können, ist natürlich. Da gilt's nun, den Unwissenden immer von neuem zu erklären und sie probieren zu lassen, wie viel wohlschmeckender, nahrhafter und bekömm­licher alle Pilze sind, wenn man sie anders zu- bereitet. Ohne vorher abgekocht zu werden denn mit dem Pilzwaller gießt man ja das Veste fort. müssen sie in ihrem eigenen Saft mit etwas ausgebratenem Speck und reichlich Zwie- beln in einem Topfe (nicht auf der Pfanne) un­gefähr eine halbe Stunde langsam schmoren und werden zuletzt mit saurer Sahne oder Buttermilch und Mehl bündig angerührt, etwas gepfeffert und richtig gesalzen. Man gibt am besten Pell­kartoffeln oder trockenes Grobbrot dazu.

Kartoffelauflauf zu Fleischspeisen.

Man drückt-abgekochte, am besten noch warme Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse, vermischt sie mit Salz und geriebenem Parmesankäse, fügt drei zerquirlte Eigelb hinzu und zieht zuletzt den Schnee der Eier durch die Masse, füllt diese in eine mit Butter ausgcstrichene und mit Sem- melkrumen ausgestreute Auflaufform, backt sie etwa 3/t Stunde im Brutofen.

und gedorrt.

Der Arzt wird die Förderung des Obstge- nusses unterstützen und als wünschenswert be­zeichnen. In physikalischer und chemischer Hin­sicht wirkt das Obst günstig auf den Körper ein.

Pilze.

Von Marie Reuter.

Die Zeiten sind natürlich längst vorüber, wo man, wenn in den Ferien ein gemeinsamer Gang in den nächsten Wald unternommen wurde, um zum Abendessen ein Pilzgericht zufammenzulesen. nur die drei oder vier Sorten als wirklich eßbar berücksichtigte, Steinpilz, Pfifferlinge und Reizker, allenfalls noch im Herbst den Grünling, und alle

Die Herstellung von Sauerkraut.

Ein Zuviel an Salzzugabe beeinträchtigt Farbe und Wohlgeschmack, ist auch außerdem der Gesundheit nicht zuträglich. Aus den Zentner geschnittenes Kraut sollte man nicht mehr, son­dern eher weniger als ein Pfund Kochsalz nehmen. Diese Salzmenge wird vor dem Ein- stampfen gleichmäßig unter das gehobelte Kraut gemischt und nicht lagenweise, wie es häufig ge­schieht. dazwischen geschichtet. Ein hoher, ungleich­mäßig verteilter Salzzusatz ist der gleichmäßigen Gärung hinderlich. Bei dem Einschneiden von Sauerkraut ist ferner darauf zu achten, daß die geschnittene Ware sofort verarbeitet werde. Beim Stehenlassen über Rächt erwärmt sie sich leicht und nimmt dadurch später eine unschöne, graue Farbe an. Das Einstampfen in einem sauberen, vorher ausgebrühtem Gefäß ist solange fortzu­sehen. bis sich obenauf Brühe bildet. Alsdann breitet man obenauf einige ganze Blätter und beschwert sie mit ausgebrühtem Holz deckel und Steinen. Lin Zusatz geschälter Aepfel erhöht den Wohlgeschmack. In einem kühlen Keller ist die bald einsetzende Gärung unter einem darüber gebreiteten, feucht gehaltenen Tuch nach drei Wochen beendet. Alsdann wird die Decke von Krautblättern entfernt, die kahnige Flüssigkeit abgeschüttet und das gesäuberte Gefäß mit lau« i berem Tuch bedeckt, für den Verbrauch fertig. Außer Weißkraut kann auch Wirsing zum Ein« säuren benutzt werden. Der Geschmack ist der gleiche. 'Das Sauerkrautsaß darf nie in dem gleichen Raum stehen, wo Obstwein vergärt.

R. G.

kocht, 2 ßiter roher Weinessig dazugegeben und über die gestupften Gurken gegossen. Diese müs­sen 24 Stunden lang in klarem frischem Wasser liegen, werden dann abgebürstet und mit Dill, Lorbeerblättern, weihen Pfefferkörnern, Meer-

Nachfommerfiche Abendgerichte.

Don Lisa H o n r o t h - L o e w e.

Mit dem Ferienschluh ist gewöhnlich die Hauptreisezeit für die Allgemeinheit beendet. Man ist wieder daheim, richtet sich in seinem Kreise ein und hat nach den Wochen unter grem. den um so mehr das Bedürfnis, imt den Men­schen zusammenzukommen, die einem durch Ver- wandtschaft oder Reigung besonders verbunden sind Gerade der Sommer, der noch nicht die offiziellen gesellschaftlichen Pflichten bringt wie her Herbst und Winter, ist besonders geeignet tfü einer Pflege des zwanalos-freundschaftlichen Verkehrs. Jenes Verkehrs, der im Winter wegen anderer Verpflichtungen häufig zu kurz kommt. Wenn ein solcher Verkehr sich regelmäßig ent­wickeln soll, so muh die Hausfrau zweierlei be­rechnen: Einmal darf die Geselligkeit nicht zuviel kosten, denn gewöhnlich ist unser Budget nach einer Sommerreise noch begrenzter als vorher zweitens darf der Haushalt nicht zuviel Mehr­arbeit dadurch erfahren. Berücksichtigt man diese zwei Faktoren, so wird man, ist die Reigung dazu vorhanden, leicht mehrere Male in der Woche am Abend Gäste auf dem Balkon oder im Gar­ten haben können.

Gehen wir von einfachen bürgerlichen Der- hältnissen aus, wo nur wenig Personal oder gar keins vorhanden ist, so wird das Bestreben dahin zielen müssen, bei improvisierten Einladungen nicht nur wenig Mühe mit der Bereitung der Gerichte, sondern auch mit der Abwäsche zu haben. Man muß also die Gerichte so überlegen und ver­teilen, daß kein zu großer Apparat an Tellern und Geräten für den Balkon und den Garten nötig ist. Das rann man sehr gut, auch ohne daß der Gast diese Heberlegung zu spüren braucht. Irgendein Fischgericht, kalt in Aspik, welches eine sehr angenehme Sommerspeise ist, ein italie­nischer Salat wird zum Beispiel nicht in Schüsseln gereicht, die wieder eine bestimmte Anzahl Teller bedingen, sondern in kleinen Tonförmchen ober Muschelschalen nebst einem kleinen Löffel. Solch eine Herrichtung sieht viel hübscher aus, beson­ders wenn man das Schälchen mit Tomaten- scheiben. Salat. Gurke hübsch verziert. Man braucht geringere Mengen und hat den großen Teller dann für Ausschnitt und Käse frei. Ebenso kann man ein Ei, überbacken mit Tomatensauce, in solchen einzelnen Förmchen reichen, Ei mit Spinat und Parmcsankäse überbacken, ist eine angenehme Resteverwendung für den Abend. Will man es den Gästen ganz bequem machen, so bereitet inan die Brötchen schon v.orher fertig vor, was am meisten Abwäsche erspart und bei einiger Hebung auch recht schnell geht. Tomaten, harte Eier, Radieschen können hier eine größere Rolle spielen als Aufschnitt, weißer Käse mit etwas Paprika, wie Liptauer zurechtgemacht, Heringsbutter, Sardine mit ein wenig Zitrone vor Dem Anrichten beträufelt. Sehr angenehm und in. Deutschland weniger bekannt ist Kalbs- milch mit Kräutern, sauer zurecht gemacht. Man kocht die Kalbsmilch (welche im Sommer gewöhn­lich sehr preiswert ist) in schwachem Essigwasser mit Salz ab. vermischt sie Dann mit ein wenig gehackter Petersilie, Schnitllauch, einer Messer­spitze Zwiebeln, etwas Pfeffer und gibt sie ent­weder zu Bratkartoffeln in einer leichten Essig­soße oder streicht sie. wenn sie völlig trocken ist,

Allerlei Rezepte.

Kompott von rotgekochten Birnen.

Es bedarf zum Rotkochen von Birnen feiner Farbe. Die Birnen werden, nachdem sie geschält sind, mit soviel Wasser aus das Feuer gebracht, daß es über den Früchten steht, in einem email­lierten Geschirr mit gutschließendem Deckel schnell angelocht. Man rechnet auf ein Liter Dirnen 250 Gramm Zucker, einen Eßlöffel voll guten Weinessig und ein Stück Ziint. Dann läßt man das Kompott langsam drei Stunden kochen. Sollte nach dieser Zeit noch zu viele Soße unter den Früchten fein, werden diese mit dein Schaumlöffel herausgenommen und die Flüssigkeit noch länger eingekocht.

Deutsche Kürbissuppe.

Don 30 bis 40 Gramm Margarine oder Fett, einer halben geriebenen Mittelzwiebel und 35 Gramm Mehl bereitet man eine helle Schwitze, rührt mit l»/< bis 2 Liter heißem Wasser glatt, tut ein ordentliches Stück festen, geschälten, be­liebig zerteilten Kürbis und eine Prise Salz dazu, siedet weich und streicht alles durch ein Sieb. Me nochmals aufgekochte Suppe wird mit einer Obertasse Milch, einem Spritzer Maggi­würze, einer Spur Muskatnuß, und. wenn man es sich leisten kann, einem Eigelb vollendet. Ein­lage: entweder winzige Röstbrotwürfeichen oder gesondert gesottenen Wasserreis.

Rote Tomatenbällchen.

Weiße Kartoffeln kocht man gar, gießt sie trocken ab und rührt sie fein. Dann fügt man ein Stückchen Eßbutter, ein bis zwei Eier, yalz, geriebene Muskatnuß und statt der üblichen Milch soviel durch ein Sieb gestrichenes Tomatenmark dazu, daß die gut verrührte Masse sich zu runden Bällchen formen läßt, die man in rotem Paniermehl wälzt und in gutem Fett braun bäckt.

Quitten rezepte.

Quittenbonbons. 1 Pfund Puderzucker und 9 Löffel Quittensaft werden gekocht, bis die Masse vom Löffel ab tropft. Dieser Syrup wird in ein flaches Porzellangefäh gegossen, halb erkaltet ausgeschnitten und die Stückchen werden in Pergament gewickelt, damit sie nicht zusammenkleben.

Quittenpasten. Dickeingekochte Marme­lade wird in einer Porzellanschüssel breit aus- gestrichen, getrocknet und dann in kleine For­men geschnitten und in Zucker gewälzt. Quitt-»n- paften find sehr beliebt.

aufs Brot.

Hat man nur nach bem Abendbrot Gäste, so ist erst einmal natürlich das Obst in allen Formen der Hauptbestandteil der Aufwartung. Auch da aber kann man einige Variationen finden. Abgestiette Johannisbeeren mit Zucker und Schlagfahne, dazu ein paar einfache Keks: Me- lvnenscheiben in Zucker und Weißwein, es kann auch Apfelwein fein. Sauerkirschen mit einem einfachen Danillecreme. in welchen man einen Schuß Rum gießt. Besonders angenehm ist Fruchtsalat. Man nimmt zu gleichen Teilen säuer­liche Aepfel, Johannisbeeren. Pfirsiche. Apri­kosen. Weinbeeren, Pflaumen. Aepfel und Stein­obst werden geschält, in feine Streifchen ge­schnitten. Alles wird durcheinander in eine Schüs­sel gelegt, gezuckert und mit einem Schutz Rum, Likör oder Weitzwein übergossen. Man reicht diesen Fruchtsalat gern mit Keks oder ein wenig Schlagsahne. Er ist aparter als das gewöhnliche Obst und durch die Mischung besonders aroma- ttsch. Reben diesen Obstspeisen sind die verschie­denen Grützen aus Obst besonders beliebt, well man sie vorher am Morgen bereits richten kann. Entgegen der deutschen Sitte, Obstgrühen mit Grich oder Kartoffelmehl zu dicken, sei die da- nische Bereitung mit Sago sehr empfohlen- Die Sagogrühe ist viel lockerer, für den Magen ange­nehmer und sieht auch schöner aus. Daneben kann man auch Fruchtsaft nur mit Gelatine dicken. Oteben der gebräuchlichen Danillesotze probiere man einmal nur dicke, sütze Sahne, aber unge­schlagen, als Deigutz. Der Geschmack ist vielleicht seiner als der der geschlagenen Sahne. Reben diesen Speisen sind sehr angenehm die verschie­denen Cremes, die man auch am Morgen be­reiten, in Gläsern anrichten und mit einfachen Keks zusammen reichen kann. Zittonencreme und Kaffeecreme sind für heitze Sommerabende be­sonders beliebt. All diese Rezepte machen wenig Arbett. wenig Kosten (die Schlagsahne fami sehr gut zur Hälfte durch Eiweitz ersetzt werden) und sind tz'twas Besonderes. Als Gettänke sind auher Weitzwein mit Wasser sehr zu empfehlen Mischun- öen von Zittone und 'Himbeersaft in Wasser, Apfelsinensaft, Johannisbeersaft und die ver­schiedenen Orangeaden und Grenadines, welche man für geringes Geld fertig kaufen und mit Wasser verdünnen kann. Wie man sieht, es braucht nicht viel, um Gäste sommerlich zu be­wirten, es kommt nur auf die nette Herrichtung an und ein wenig Geschmack.

Obsteffenist gesund.

Don Dr. W. Schweisheimer.

Natürliche Vorliebe für bestimmte Rahrungs- mittel zeigt in der Regel auch gesundheitliche Bekömmlichkeit an. Wer zum ersten Male alko­holische Getränke genießt, wird sich mit unange­nehmen Empfindungen davon abwenden. Erst allmählich kommt es zu einer Gewöhnung an das Genuhgift. Das Kind aber, dem zum ersten Male Obst gereicht wird, verkostet mit Freude den schmackhaften Stoff und verlangt immer von

neuem nach ihm. Das ist ein deutlicher Hinweis I lidjft weithalsige Weinflaschen (die dabei auf dafür, dah im Obst etwas für den Körper Förder- einem Teller stehen müssen) uni) rcrbinbet Ne

liches und gesundheitlich Wertvolles gegeben ist. schnell mit gewässerter wieder abgetrodneter

Ganz allgemein gilt Obst ebenso wie Ge° Schweinsblase. Die Preitzelbeeren in Stemtopsen

müfe als ein gesundes, naturgemäßes Rah- auszubewahren und dazu den Saft lange und

rungsmittel. Gemüse bedarf allerdings meist der dick einkochen zu lassen, ist nicht zu embfeblen. Da

Zubereitung durch Kochen oder andre Hilfs- gerade der Saft so erfrischend und stärkend wir«,

mittel, ehe es genossen und von den Derdauungs- Will man nicht Flaschen damit füllen, so nehme

Organen richtig ausgenüht werden kann: denn der man schmale, hohe Glaser, lege, erfaitct, Rum- menschliche Darin ist nicht daraus eingerichtet Papier über und verbinde mit Pergamentpapier, (wie etwa der vielmals längere Schaf dann), die *

Zellulosefasern des rohen Gemüses abzubauen Preitzelbeeren können außerdem fol- und in lösliche Bestandteile überzuführen. Obst gendennaßen verwendet werden. Konfitüre: dagegen ist in jeder Form gut und als Rähr» oiiif 2 Kilo Beeren 1 Kilo Zucker. 1 Glas mittel verwertbar: roh und gekocht, getrocknet Wasser. Der Zucker wird i.n Wasser gut aufgelöst und kochend gemacht, und dann gibt man die Beeren hinein, lätzt sie 15 bis 20 Minuten darin kochen. Dann kann die Konfitüre, die eine herrlich rote Farbe hat, in vorgewärmte Gläser abgefüllt __________,- -------- - und andern Tags verfchlofsen werden. Saure In physikalischer Beziehung ist am wichtigsten Preitzelbeeren zu Fleisch. 3 Kilo Beeren, die' unmittelbare mechanische Einwirkung auf den j Kilo Zucker und 1 Glas Rot- oder Weitzwein Darm. Der Fasergehalt des Obstes im Verein I iäf)t man zusammen 5 Minuten stark kochen und mit den in ihm enthaltenen Fruchtsäuren und yann wie die Konfitüre. Man kann auch

Zucker regt die Darmtätigkeit an und hilft dazu, gefällig geformte Gläser dazu benutzen und zur unbrauchbare Abfallstosfe rascher aus dem Kör- Garnitur einer kalten Platte die Preißelbeeren per zu entfernen. Regelmäßiger Obstgenuß wirkt gestürzt darauf geben, einer Reigung zu Darmträgheit vorzüglich ent-

9C9?5ür die Zähne erweist sich der häufige Obst- VvM ElNMQcheN mit Jucker genutz als förderlich. Das prallweiche Fleisch unx

scheuert an den Hnebenheiten und den kleinen * H*

Lücken der Zähne und reibt mechanisch die an- Manche Frauen sind aus Sparsamkeitsruck- baftenben Speisereste weg. Damit wttd eine ftän- sichten nicht mehr in der Lage. Obst und Beeren dige Quelle der Zersetzung und Fäulnis entfernt in dem Hmfangc einzukochen, wie sie es früher Die Fruchtsäuren wirken unmittelbar desinfi- gewöhnt waren: denn der Zucker ist erheblich zierend ein. indem sie Fäulniserreger und andre teurer geworden und die Einnahmen der Familien I Keime zwischen den Zähnen, in den Zahnlücken kleiner. Dem billigen Süßstoff gegenüber, der und überhaupt in der Mundhöhle vernichten, ihnen gut aus der Rot helfen könnte, verhalten I Eine wichtige Grundlage für die erfrischende sie sich meistens ablehnend, obwohl sich die größten und belebende Wirkung des Obstes scheint fein Autoritäten sehr anerkennend über diesen ganz Gehalt an Vitaminen zu bilden. Man versteht unschädlichen Gewürzstoff ausgesprochen haben, darunter die in den letzten Jahren ihrer Wirkung Professor Reumami schreibt in der Zeitschrift für nach, wenn auch nicht ihrem Wesen nach genauer Hntersuchung der Rahrungs- und Genußmittel erforschten Ergänzungsnährstoffe. Von ihrem unter anderem:Bewährt hat sich ausnahmslos. Vorhandensein hat man früher nichts gewußt: Den Zucker auf die Hälfte zu vermindern und ihre Anwesenheit in der Rahrung hat sich jedoch durch eine gleich große Menge Süßstoff zu er- als lebensnotwendig erwiesen. Man unterscheidet setzen. Die auf diese Weise hergestellten Kom- nach ihrer Wirkung drei Vitamine. Vitamin potte usw. waren von vorzüglicher Beschaffenheit. A. B und C. Das Fehlen des Vitamins A bc- Bemerkenswert ist auch die Beobachtung, daß bei dingt schwere Wachstumsstörungen -des jugend- langer Lagerung von mit Zucker und Süßstoff lichen Alters, namentlich wahrscheinlich die gesüßten Beeren und Früchten der Geschmack Rachitis, das Fehlen des Vitamins B schwere nicht etwa leidet, sondern eher eine Verbesserung nervöse Erkrankungen, das Fehlen des Vitamins erfährt. Die unter diesem Gesichtspunkte etwa C in der Rahrung das Auftreten von Skorbut. \ bis l/2 Jahre kühl aufbewahrten Konserven

In den verschiedenen Obstarten sind die ein- zeigten einen wesentlich milderen Geschmack." Zum zelnen Vitamine in wechselnder Menge enthalten. Cinkochen eignet sich aber nur der Kristall- Aepfel und Birnen sind reich an Vitaminen, be- Süßstoff in ^-Packungen, weil er vollkommen sonders aber Weintrauben? Zitronen und Apfel- rein ift Weniger geeignet sind die Süßstofftablet- sinen. Auch der Saft dieser Früchte enthält ten. weil diese als Bindemittel Speisenatron ent­biete Vitamine, so daß er bei verschiedenen halten, das allerdings ganz unschädlich und ge- Krankheiten, die durch Vitaminmangel entstanden schmacklos ist, aber den Früchten ihre schöne sind, geradezu als Hellmittel verwendet wird ursprüngliche Farbe nimmt. (Zitronensaft bei Skorbut). Es sind noch nicht ----------

alle Früchte auf ihren Gehalt an Vitaminen I ___, ,

untersucht. Reich an Vitaminen sind auch Hirn- VöUTRCtle

beeren und Erdbeeren, ebenso die verschiedenen , £ K. (

Rußarten, in denen besonders das oft mit Fett Gurken können auf die verschiedenste Art vergesellschaftete Vitamin A zu finden ist. Bei eingemacht werden. Lange Schlangengurken ton- der Bereitung von Dörrobst, ebenso bei starker nen als Sa 1 at sterilisiert werden. Dazu werden Erhitzung des Obstes gehen die Vitamine Der- grüne lange Gurken geschalt und geschnitten, loren. Es sind also nur die frischen Fruchtsäfte nicht gehobelt, da die Scheiben sonst zu dünn und die auf kaltem Wege dauerhaft gemachten werden. Die eingefchnittenen Gurken werden Fruchtsirupe vitaminreich, nicht aber die durch leicht eingefallen, nach zehn Minuten wird das Einkochen säulnis« und gärungsbeständig ge° gezogene Wasser abgegossen, mit gutem Wecn- machtem essig abgeschmeckt, ohne Oel in Dunstglaser ge-

Die einzelnen Obftaricn unterscheiden sich füllt und 20 bis 30 Minuten bei 70 Grad Gels ins zum Teil in der Wirkung auf den menschlichen sterilisiert.. Von gelbgewordenen langen Gurken Körper. Zwetschen wirken etwas stärker ab- macht man gerne Teufels- oder Senf gurken, führend. Heidelbeersaft und Heidelbeertee haben oder kocht sie süß-sauer ein. -ou Senf gurken infolge ihres Gerbsäuregehaltes die entgegen» werden die Gurken geschält, halbiert, entkernt, gesetzte Wirkung, aber nicht die frischen Heidel- eingefallen. So bleiben sie über Rächt stehen. Beeren und Heidelbeerkompott. Diel Gutes be- Am andern Tag werden sie abgetrocknet, in wirken die in Traubengegenden im Herbst üb- beliebig lange, 2 Zentimeter breite Streifen ge­liehen Traubenkuren, die außer bei chronischer schnitten, abwechslungsweise mit Gurkenkräutern, Darmträgheit auch bei Gicht und Nierenkrank- Rellen, Lorbeerblättern, Senf und Pfefferkörnern hellen wohltuend wirken. eingelegt; man übergießt sie mit uiigekochtem

Das Obst bedeutet, kurz zusammengefaßt, eine guten Weinessig, beschwert die oberste Schicht, schmackhafte, gesundheitlich förderliche und die bindet zu und bewahrt die Gurken auf. Viele notwendige Abwechselung herbeiführende Ergän- I Hausfrauen find der Meinung, daß der Wetn- zung der Kost. Man sollte nach Mögllchkeit von essig durch das Kochen kräftiger toiro, dies 'st ihm ausgedehnten Gebrauch in der Ernährung irrig. Weinessig verliert durch das Kochen machen und es insbesondere reichlich Kindern Leichte Mostessige und Essigessenzen eignen sich gehen. nicht zum Einmachen. Sühsaure Gurken

_________ macht man ein wie Kürbis, Melonen und süß-

I saure grüne Tomaten. Zu 1 bis V/4 Liter Wein- essig gibt man 1 bis V\ Kilogramm Zucker, * kocht dies, schäumt ab und gibt nun lagenweise

Wollte man in früherer Zeit besonders billige hie in Streifen oder Scheiben gerichteten Früchte eingemachte Früchte haben, dann wählte man I (im ganzen etwa 4 Pfund), sowie 5 bis 8 solche, die am wenigsten Zucker brauchten, Denn Bellen und 10 Gramm Zimt. Wenn die Früchte der Zucker gehörte zu dem Kostbarsten, was glasig sind, werden sie herausgeseiht und die unsere Speisekammer enthielt, während Früchte nächste Lage wird zugegeben. Zum Schluß muß ungemein billig waren. Darum rät das alte der Saft die Früchte 2 bis 3 Zentimeter bedecken. Davidissche Kochbuch, vor allem viel Preitzel- weswegen dasPergament mit Schiefer- oder beeren einzumachen, weil die viel weniger Zucker Kieselsteinen beschwert wird. Kleine Essig- brauchen als andere Früchte. Aber in der Heu- gurten werden nach dem Waschen mit Salz tigen Zeit stimmt für uns Hausfrauen diese eingerieben, worin sie 12 Stunden liegen bleiben. Rechnung nicht mehr. Früchte, die wir kaufen Dann trocknet man sie ab, schichtet sie abwechs- müssen. sind recht teuer, Zucker verhältnismäßig lungsweise mit Dill. Estragon. Perlzwiebetn, billig. Wir werden also zunächst immer vor- Weinlaub, Fenchel, Meerrettigwürfeln in *!~ ziehen, diejenigen Früchte in größeren Mengen Gefäß ein, gießt reinen, rohen Weinessig einzumachen, die wir in der glücklichen Lage sind rüber, legt ein Pergamentpapier darauf und aus unserem eigenen Garten holen zu können, zuletzt ein Senfsäckchen, welches zugleich br­auch wenn sie, wie Johannis- und Himbeeren, schweren soll, Denn alle Gurken müssen vom viel Zucker brauchen. Rur für die Preitzelbeeren Essig 2 bis 3 Zentimeter bedeckt fein. Danach wollen wir jedes Jahr die Ausgabe nicht wird zugebunden und aufbewahrt. Essig- fcheuen und jetzt nicht mehr aus Zuckererspar» gurken (halblange, 20 Zentimeter). 4 Liter nis, sondern anderen Gründen. Die Preitzelbeere Wasser werden mit 250 Gramm Salz aufge- ift nämlich eine Frucht, die in hohem Matze Heil­kraft besitzt. Der Genuß wirkt günstig und be­ruhigend auf das Nervensystem, vor allem auch dannstärkcnd. Beim Einkauf sehe man Darauf, recht reife, sogar überreife, dicke Beeren zu be­kommen, auch wenn sie teurer sein sollten. Etwaige Blätter und Stengel werden vorher ausgelesen. Zum Abwaschen schüttet man sie am besten^ auf einen Durchschlag und gießt kaltes Wasser über. Sehr zu empfehlen ist es. ein gut' Teil weiche, ganz lleingeschnittene (Bim- oder mürbe Aepfel- stückchen mitzukvchen. Für 10 Pfund Preitzel- beeren genügen 3 Pfund Zucker, besser aber schmecken sie etwas süher. Man überschüttet die Beeren in einem unbeschädigten Emaillekochtopf einige Stunden vorher mit dem Zucker, bringt sie dann aufs Feuer, lätzt sie zwar wcich, aber nicht breiig kochen, füllt sie kochend heiß in mög-