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durchzuführen. Für den Besuch kommen zunächst die in der Nähe der Städte Lille, St. Quentin, Reims und Berdun liegenden Friedhöfe in Betracht. Die Reisen erfolgen nicht als Gesellschaftsreisen, sondern in der Form von Einzelreisen, gegen 1 / • < » (Yt .. <'-««at Ga P ah n Alt
Kleine Strafkammer Wetzlar.
Q Diebstahl war einem Bergarbeiter aus Sechshelden zur Last gelegt. Ende Marz war ein Dahnbeamter vom Bahnhof Haiger dabei, mehrere Kisten mit Fleisch- und Wurst- waren zu transportieren. Während er eine Kiste an der Treppe zum Bahnsteig stehen ließ, schaffte er zwei andere in den Gepackraum. Als er zurückkam, muhte er feststellen, dah die Kiste verschwunden war. Gr entdeckte auf dem Bahnsteig den Angeklagten, der die Kiste unter dem Arm hatte. Der wegen Diebstahls schon vorbestrafte Angeklagte war in erster Instanz vom Amtsgericht Dillenburg freigesprochen worden, da er wohl zugab, die Kiste weggenommen zu haben, dies sei aber nicht in der Absicht des Diebstahls geschehen, sondern er habe dem Beamten einen Gefallen damit erweisen wollen. Die Amts- anwaltschaft legte gegen dieses Urteil Berufung ein die den Erfolg hatte, daß der Angeklagte, obwohl er bei seiner Behauptung blieb, zu d r e i Monaten Gefängnis und den Kosten des Verfahrens verurteilt wurde.
Ein Postbeamter aus Dillenburg war. weil er aus der Kasse eines Metzgcrmeisters mehrfach Geldbeträge entwendet hatte, wegen Diebstahls zu 1OO Mk. Geldstrafe, Hilfs- Weise für je 5 Mk. ein Tag Gefängnis, verurteilt worden. Seine Berufung blieb ohne Erfolg, denn das Berufungsgericht erkannte auf Verwerfung der Berufung.
Ein Dachdecker aus Wolfenhausen hatte im Dezember 1923 in Münchholzhausen einer Landwirtsfrau einen Korb mit Butter und Eiern im Werte von etwa 5 Mk. entwendet. Ws er ertappt und dem Gemeindevorsteher zwecks Feststellung seiner Personalien zugeführt wurde, gab er dort einen falschen Hamen an. Es gelang aber doch, den richtigen Hamen des Taters sest- zustellen. Die Staatsanwaltschaft erhob hierauf gegen den wegen Diebstahls schon vorbestraften 'Angeklagten Anklage wegen Hückfalldiebstahls und Beilegung eines falschen Hamens. Wahrend der Jahre 1924 und 1925 konnte die Aburteilung des Angeklagten nicht erfolgen, da er sich verborgen hielt, bis er vor einiger Zeit in Suddeutschland verhaftet wurde und die Hauptverhandlung anschließend daran vor dem Amtsgericht Wetzlar stattfand, die mit der Verurteilung wegen Mundraubs und falscher Hamensangabe zu drei Wochen und drei Tagen Haft endete. Hachdem die Amtsanwaltschaft gegen dieses Urteil unter Aufrechterhaltung der Anklage wegen Huckfalldiebstahls Berufung eingelegt hatte, gelangte das Berufungsgericht zur Einstellung des Verfahrens wegen Verjährung.
Kirchliche Nachrichten.
Gottesdienst der isr. Heligionsgesellschatt. Donnerstag, den 9. September und Freitag, den 10. September 1926. Heujahrs lest. 1. Tag: Vor- abend 6.40 Predigt, morgens 6.00 Predigt, nachmittags 4.00- 2. Tag: Vorabend 7.40, morgens 6.00. Sabattfeier den 11. Sept. 1926. Vorabend 6.20, morgens 8.00 Uhr Predigt, nachmittags 4.00, Sabattausgang 7.35. Wochengottesdienst: morgens 5.15, abends 6,00.
Oft. HeNgionSgemeinde. Gottesd. i. d. Synagoge (Südanlage). Donnerstag, den 9. u. Freitag, den 10. Sept. 1926: Heujahrsfeft. Donnerstag, Vorabend 6.45, Predigt, morgens 7.30. Predigt, Freitag Vorabend 6.45, morgens 7.30, abends 6.30. — Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet.
** Unzulässige Postsendungen in derwarmenIahreszeit. Die Post float darüber, daß jetzt Fruchtsendungen und dergleichen in großer Zahl als Päckchen eingeliefert werden, deren Inhalt während der Beförderung meist verdirbt, ausläuft und andere Sendungen beschmutzt und be- sck'ädiqt. Es sei daher darauf aufmerksam gemacht, daß die Versendung von schnellverderbenden und
ftn den Barbier- und Friseurftuben bis zum Oktober d. I. an leicht sichtbarer Stelle anzu- ^Zuwiderhandlungen gegen diese Dorschriften wer- den, insofern nicht andere strafrechtliche Bestimmungen zur Anwendung zu kommen haben, mit Geldstrafe bis zu 30 Reichsmark bestraft.
Schüler-Wettkämpfe im Schlagball, vb-rrealschui- Gieße» erringt di« ProvinzmeifterfchaftimSchlagball spiel
Die Dezirksmeister von Oberhessen „Süd" und Hord", die Schlagballmannschaften der W e t - dia-Oberrealschule Butzbach und der Oberrealschule Gießen traten, am Sams» tag in Friedberg zum Endspiel um die Provinzmeisterschaft einander gegenüber. Der Ausgang des Spieles 70:67 zugunsten von Gießen zeigt deutlich, daß zwei vollständig gleichgute Mannschaften sich bis zum Enötampf durchgespielt hatten. Bei Butzbach erregten ganz hervorragende Weit bälle allgemeine Bewunderung. Gießen war im Feldspiel etwas besser, durch einige prächtige Läuse entschied es das Spiel für sich. Gießen ging zuerst in Führung, doch bald übernahm Butzbach die Spitze und stand 26 Punkte vor Gießen, so diesem den Glauben an den Sieg fast nehmend. Erst gegen Schluß gelang es Gießen, oufzuholen und knapp mit drei Punkten Vorsprung noch den Sieg zu erringen. Butzbachs 67 Punkte ergaben sich aus 42 Läusen, 14 Weit- schlägen und 11 Fangbällen, die 70 Punkte Gießens Wehten sich aus 52 Läufen, 6 Weitschlägen und 12 Fangbällen zusammen. Die Mannschaft der Oberrealschule Gießen wurde durch diesen Sieg Provinzmeister vonOber- hessen. Kämpfe um die Landesmeisterschaft von Hessen werden in aller Kürze ausgetragen. Für Starkenburg nimmt die Mannschaft der Aufbauschule Bensheim, für Hheinhessen die der Oberrealschule Mainz und für Oberhessen die der Oberrealschule Gießen an diesen Schluß- kämpfen teil. Der Sieger, der die Landesmeisterschaft erwirbt, erhält das vom Hessischen Philo- logenvecein als Wanderpreis gestiftete Banner.
Die Hess. SLadlverordnelen- unb Gemeinderatswahlen 1925.
jpitzenzeu seinen Mowr zum Schroten verwendet und auf diese Weise Zuckungen des Lichts hervor- ruft. Wir haben den Motorenbesitzer bereits früher darauf hmgcwiesen, daß er während der Lichtspitzenzeit seinen Motor nicht benutzen darf, und haben dies auch jetzt wiederholt, obwohl wir nicht sest- stellen konnten, daß er den Motor neuerdings in der Lichtspitzenzeit benutzt hat." . ...
** Der Extrazug zur Gejolei, der für nächsten Sonntag früh ab Gießen über DUlenburg angekündigt war, muß aus bestimmten Gründen aus fall en. Es ist fraglich, ob der Sonderzug zu einem späteren Termin laufen wird. Die Ankündigung des Dillenburger Verkehrsvereins war also reichlich voreilig. Da der Ausfall des Zuges schon Dor einigen Tagen bestimmt wurde, hätte der Dillen- burger Verkehrroerein im Hinblick auf die an der Fahrt interessierten Kreise seine erste Nachricht übrigens sofort dementieren müssen.
Die Gewinne der G ießener Aus- stelkungsverlosung, die im Zusammenhang mit der Gartenbau- und Elcktrizitätsaus- stellung vorgenommen wird, sind feit gestern zu einem Teil im Blumenhaus Weil am Sel- i tersweg (neben dem Zigarrengeschäft Moser) ausgestellt. . .
** Zur 6. Herbstregatta in Gießen. Die Preise zu der am nächsten Sonntag auf der Lahn (Platz des Vereins Huber fr> ort) stattfindenden Regatta des Lahn-Regatta-Derbandes sind in dem Schaufenster der Firma Hess. Leinen- haus E. O. Reuter, Seltersweg 73, ausgestellt. Das große Interesse an den Rennen zeigen die starken Meldungen. Zu den 14 Rennen sind 290 Ruderer mit 55 Booten gemeldet.
— Ehrung Peter Geibels. Wie mir dieser Tage bereits mitteilen konnten, soll das Andenken an Peter Geibel, den Wetterauer Mundartdichter, durch Anbringung einer Gedenktafel an feinem Geburtshause in Klein-Karben geehrt wer- I den. Ergänzend kann nun noch mitgeteilt werden, daß Friedberg den Dichter der Wetterau bereits ehrte, indem es letzthin eine der neuen Straßen mit „Peter-Geibel-Straße" getauft hat.
"DiehessischedemokratischePar- I tei wird ihren diesjährigen Parteitag am 25. I und 26. September in Bad-Hauheim abhalten.
Strafkammer Gießen.
* Gießen, 7. Sept. Eine frühere Hebamme aus Friedberg war vom hiesigen Schöffengericht wegen Lohnabtreibung, begangen im Jahre 1920, zu Zuchthaus verurteilt worden. Da inzwischen die strafmildernde Novelle vom Mai 1926 zu den Abtreibungsparagraphen des Strafgesetzbuchs ergangen ist, die nur bei „gewerbsmäßiger" Abtreibung Zuchthaus androht, erstrebte die Verurteilte eine Milderung ihrer Strafe. In der heutigen Berufungsinstanz behauptete sie zur Ueberraschung aller Beteiligten, sie habe überhaupt nichts gemacht. Die Verhandlung mußte daher zwecks Beiladung von Zeugen vertagt werden.
Die Zahl der Frauen in den Gemeindever- tretungenyat gleichfalls abgenommen, denn 1922 waren es 49, jetzt sind es 35.
Eine interessante Feststellung in bezug aus das Alter der Stadtverordneten oder Gemeinderatsmitglieder zu machen. Während es 1922 nicht weniger als 27 im Alter von 20 bis 24 Jahren gab, wurden 1925 nur 2 in diesem Alter gezählt, ein Unpolitischer und einer, dessen Parteizugehörigkeit un- befant ist. Die Mehrzahl der 915 Gemeindevertreter gehören den Altersklassen von 35 bis 59 an; 70 und mehr Jahre alt waren nur 47.
In 375 Gemeinden des Landes fand keine eiaent- liche Wahl statt, zumeist weil nur ein Wahloor- schlag vorlag. In 243 Gemeinden lagen 2 Wahl- Vorschläge vor; bis zu 9 und mehr Wahlvorschlägen brachten es nicht weniger als 7 Gemeinden
Bornotizen.
— Militärkonzert. Morgen, Donnerstag, abend, findet auf der Lieb igsh öhe das letzte der beliebten Sommerkonzerte unserer Reichswehrkapelle unter der Leitung des Obermusikmeisters Löber statt. Für dieses Konzert (Streichmusik) ist, wie man uns mitteilt, ein sehr geschickt abgefaßtes Programm aufgestellt, das sicherlich den Beifall der Besucher finden wird. U. a. werden Stücke aus der Musik zum Märchen „Königskinder" von Humperdink, „Götterdämmerung" von Wagner, „Kalif von Bagdad", Ballett „Egyptien" von Luigini, Tylophonsolo sowie ein militärisches Tongemälde zum Vortrag gebracht. Der Bestich des Konzertes sei empfohlen.
lich 15 Mark Reisegeld erhalten. Nach seinem Weggang entdeckten seine betrogenen Logisgeber daß ihnen verschiedene Sachen fehlten, u. a. Klei dungsstücke und Bargeld. Wegen Betrugs und schweren Rückfalldiebstahls erkannte das Schößen gericht auf 1 Jahr 8 Monate Gefängnis Der Verurteilte legte Berufung ein; er gab den Be trug im wesentlichen zu, bestritt aber die Diebstähle Dach wurde er auch in der Strafkammerverhandlung vollkommen überfuhrt, selbe Berufung war daher erfolglos.
Am 31. Oktober 1925 und 30. Januar 1926 er schien bei zwei Gießener Geschäftsleuten ein frem der Mann, kaufte zahlreiche Gegenstände und zahlte jedesmal mit zwei Banknoten, die sich nachträglich als gefälscht herausstellten. Es handelt sich um zwei Hundert-Millionenscheine, in denen das „M" über Hebt war durch ein „B", so daß es den Anschein hatte, als handelte es sich um Hundert-Billionen Scheine im Wert von je einer Rentenmark. Als Täter kam der Geometergehilfe Friedr. Karl H aus Mannheim, der wegen gleicher Delikte vorbestraft ist, in Verdacht. Da die Gießener Geschäfts leute ihn bestimmt als den wiedererkannten, der mit dem falschen Schein bezahlt hatte, verurteilte ihn das Schöffengericht wegen Münzverbrechens in Tateinheit mit 'Betrug zu 1 Jahr Gefängnis Seine Berufung gegen diese Verurteilung wurde zurückgewiesen.
Rundfunk-Programm
deS Frankfurter Senders.
(Aus der »Radio-Umschau".)
Donnerstag, 9. September:
4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Haus-rchesters: Reue Tanzmusik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: „Die Geschichte des Postwesens", Vortrag von I. A. Boßhard, Assistent an der Universität Marburg. 6.45 bis 7.15 Uhr: „Die Leistungen der Angestelltenverficherung und deren Voraussetzungen", Vortrag von Verwaltungsinspektor P. Thomas. 7.15 bis 7.45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.30 Uhr: UebertragunZ von Kassel: Sinfoniekonzert. 9.30 bis 10.15 Uhr: Uebertragung von Kassel: Schallplatten-Darbie- tungen.
Die Hessische Zentralstelle für die Landesstatistik veröffentlicht in dem jetzt erschienenen Heft ihrer Mitteilungen bemerkenswerte statistische Feststellungen über die Stadtverordnete n- unb Gemeinderatswahlen am 15. Ho - öemb er 192 5. Hiernach gibt es in S ta r k en - bürg 12 Gemeinden mit unter 7 Gemeinterats- mttgliedern, mit 7 Gemeindevertretern 168, mit 9: 67, mit 12 83, mit 15: 21, mit 18: 13, mit 21 bis 54: 9. Für Oberhessen lauten die entsprechenden Ziffern (unter 7) 4, (7) 261, (9) 131, (12) 58, (15) 3, (18) 2, (21 bis 54) 4; für Hheinhessen (unter 7) —, (7) 41, (9) 68, (12) 51, (15) 12, (18) 3, (21 bis 54) 4, für ganz Hessen (unter 7) 16, (7) 440, (9) 266. (12) 190, (15) 36, (18) 18, (21 bis 54) 17. 3m ganzen haben in Hessen in 983 Gemeinden Wahlen statt- gesunden, und zwar in Starkenburg 373, in Oberhessen 431, in Hheinhessen 179.
Der Parteirichtung nach setzen sich die Gemeindeparlamente nach dem Ausfall der Wahlen vorn 15. Hovember 1925 wie folgt zusammen: Kommunisten 153, Sozialdemokraten 1801 Linksstehende und Republikaner 12, Demokraten und Mieter 231, Zentrum 703, Deutsche Volkspartei 311, Hessische und Deutschnationale Volkspartei 48, Bauernbund, Hess. Bauernbund, Freie Bauernschaft, Bauernverein 614, Landbund 507 Bauernbund und Deutschnationale 13, Landwirte 48, Christlichsoziale 7, Bürgerliche Partei, Mittelstand, Mittelpattei, Wirtschaftliche Vereinigung, Hechtsstehend usw. 1294, Beamte 11, Gemischte' Liste 34, älnpolitifch, Patteilos, Für Arbeit und Ordnung, Gerechtigkeit usw. 3219, Un- bekannt 189. 3m ganzen sind 9 1 9 5 St a d tv e r - ordnete oder Gemeinderatsmitglieder gewählt worden, 3634 in Starkenburg, 3679 in Oberhessen, 1882 in Hheinhessen. Aus der Statistik ist nicht festzustellen, welche Zunahmen oder Einbußen die einzelnen Parteien seit den Wahlen von 1922 zu verzeichnen hatten.
Als zur Landwirtschaft gehörig werden 4486 Stadtverordnete oder Gemeinderatsmitglieder angeführt, davon sind 6 Kommunisten, 101 Sozialdemokraten, 1 Linksstehender und Republikaner, 68 Demokraten und Mieter. Die anderen Landwirte gehören dem Zentrum, der Deutschen Volkspartei, sowie den verschiedenen Bauernbünden an. Zu den Unpolitischen, Parteilosen usw. gehören nicht roe« Niger als 1945. Diese gehören ohne Zweifel den kleineren ländlichen Orten an, wie die Kommunisten und Sozialdemokraten in der Ueberzahl wohl Landarbeiter und keine selbständigen Landwirte sind. Aus Bergbau, Industrie und Gewerbe wurden 3288 Gemeindeoerireter gewählt; hierunter sind die Arbeitnehmer bei weitem in der Mehrzahl; 127 sind Kommunisten, 1308 Sozialdemokraten, die anderen verteilen sich in der Weise auf die übrigen Parteien, daß das Zentrum (230), die bürgerlichen Parteien, Mittelstand usw. (395) und die Unpolitischen (909) weit mehr als die anderen aufweisen, die noch nicht einzeln an 100 heranreichen. 581 Gemeindevertreter gehören dem Handel und dem Verkehr an. Die Sozialdemokraten sind hier auch die stärkste Partei (165); erst bann folgen die Unpolitischen (159), und wieder erreichen die übrigen Parteien nicht die Zahl 100. In der Rubrik „Beamte, Angestellte und freie Berufe" behaupten die S-chaldemokraten ebenfalls den Vorrang (205), ihnen folgen die Unpolitischen (189) und dann die Bürgerlichen (118); die anderen Parteien bleiben wieder unter 100. Unter den Berufslosen stehen die Unpolitischen an der Spitze (13), dann folgen die Sozialdemokraten mit 7. Auffällig ist die Abnahme der Lehrer in den Gemeindeparla- menten; 1922 waren es 149 und 1925 92.________
** Der Herbst naht. Trotz der hochsommerlichen Witterung der letzten Tage belehren uns gar mancherlei Zeichen doch, daß der Herbst im Anzug ist. Nicht nur die kahlen Getreidefelder, auf denen „der Wind durch die Stoppeln geht", und die zum großen Teil schon zum zweitenmal abgeernteten Wiesen, auf denen sich bereits als letzter Schmuck des Jahres das Zartlila der H e r d st ze i t l o , e zeigt, sagen es uns, sondern auch die starken Nebel, die sich nachts oft über Tal und Höhen lagern und seither erst um die neunte Stunde von der Sonne durchbrochen wurden. Auch die Vögel, die im Winter nicht bei uns bleiben, lassen sich durch den späten Sommer nicht täuschen. Für sie sind die selten schönen Sonnentage kein Grund, ihren Sommeraufenthalt zu verlängern und die Herbstreise hinauszuschieben. In den letzten Tagen sah man größere Ansammlungen der Schwalben, besonders auf den Telegraphenleitungen, wo man sie zu Hunderten beobachten konnte, zumeist in Pärchen beieinander. Der Wegzug der Schwalben steht also bevor, aller- wiw —,-------o — , ,
dings etwas später als im Vorjahre. Die großen nässenden Sachen, wie Früchten, Beeren, Butter, Ansammlungen des beliebten Vogels sind auch ein I ..tm ;M mnrprfion mnhrenh her beiten Iab- untrügliches Zeichen des nahen Herbstes. _
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** „Beleuchtungsklagen in Klein- Linden." Zu dem Eingesandt unter dieser Ueber- sckttft in unserer Ausgabe vom 27. v. M. schreibt uns die Direktton des städtischen Elektrizitätswerkes: .Wir sind dieser Klage nachgegangen und haben ststqestellt, daß die Angaben des Eingesandts unzutreffend sind. Die unsererseits durchgefuhrten Messungen haben ergeben, daß in allen Ortsnetz- teilen in Klein-Linden eine genügende Spannung vorhanden ist. Es ist uns lediglich bekannt, daß ein Motorenbesitzer von Zeit zu Zeit wahrend der Licht-
Fetten usw. in Päckchen während der heißen Iah- .....______ , reszeit, wenn nach dem Wärmegrad die Gefahr des ” Gebt Bettlern kein Geld! Vom Auslaufens besteht, unzulässig und im übrigen nur städtischen Wohlfahrtsamt wird uns geschrieben: bann zulässig ist, wenn die Verpackung und nament- Hoch immer ist die Bettlerplage in Gießen wie &ie innere Umhüllung zweckentsprechend einge- anderwärts groß. Sie wird mit dem Eintritt richtet sind. Sendungen, die diesen Bedingungen ter kälteren 3ahreszeit noch stärker zunehmen. nid)t entsprechen, sind von der Beförderung aus- Wer Bettlern Geld gibt, wirft sein Geld in geschlossen.
ten meisten Fällen zum Fenster hinaus. Er RDB. Zum B esu ch der Kr kege rgra b er unterstützt das Lcmdstreichertum mit allen seinen ,n Frankreich und Belgien. Wie aus vec- üblen Begleiterscheinungen, das ohne diese ge- chiedenen Anfragen hervorgeht, besteht vielfach noch dankenlosen Almosen nicht leben könnte, so aber Unklarheit über den Besuch von Kriegergräbern in oft mehr einbringt, als die Arbeit eines ge- Frankreich und Belgien. Wir erfahren hierzu, daß lernten Facharbeiters. Er schädigt die geordnete ba5 Mitteleuropäisch? Reisebureau es in Derbinduiig soziale Fürsorge, der er sein Geld besser zu- mit bem Volksbund Deutscher Kriegergraber-Fur- toentete, und die durch die Zunahme des Land- jorge übernommen hat, die Reise zum Besuch der streichertums mittelbar und unmittelbar immer Gräber ohne Schwierigkeiten für deutsche Reisende mehr belastet wird. 3eter wird gebeten, dm '...... "" - -------—
Bettlern anstelle von Geld Wohls ahr t s » schecks zu geben. Auf diese hin wird dein Wittlich Hilfsbedürftigen vom Wohlfahrtsamt reichlich älnterstützung zuteil, und zwar noch über die n, ......... ----- „ „
naturgemäß karge Unterstützung hinaus, die ihm Vorausbezahlung eines Pauschalbetrages, sie können gesetzlich zukommt. Das Wohlfahrtsamt ist tn ter ba{)er jederzeit angetreten werden. Es ist z. B. mog- Lage, mit Hilfe seiner Fürsorgeorgane festzu- lid), einen Friedhof, der etwa 20 Kilometer von St. stellen, wer wirklich bedürftig ist. Der Berufs- Quentin entfernt ist, von Köln aus in drei- bis oisr- bettler erhält natürlich nichts. Man lasse sich allo täoiger Reise — in Deutschland 3. Klasse, in Bel- auch dadurch nicht irre machen, daß Bettler g£n unb Frankreich 2. Klasse — einschließlich Un- derartige Schecks mitunter mehr oder weniger Herkunft, Verpflegung, Autofahrten, Empfang durch höhnisch zurückweisen. Diese kennzeichnen sich da- einen Dolmetscher auf dem Zielbahnhof und aller durch selbst als Berufsbettler, denen nicht an Nebenausgaben zum Preise von 90 Mk. für eine Hilfe in ter Hot, sondern an einer mühelosen $crf01b bei zwei und mehr Personen 85 Mk. pro Einnahme für Schnaps. Zigaretten und der- m^-son zu besuchen. Hinzu kommen lediglich die Dl- gleichen liegt. Die Wohlsahttsschecks sttid an den sum-Kosten, die zur Zeit für die Einreise nach Stellen zu haben, die die amtliche Bekannt- Frankreich 10,50 Mk., für die zweimalige Durch- machung ter heutigen Hummer angibt. reist durch Belgien 4,50 Mk. betragen. Reisen zu
•• Das östlicheTorhaus am Selters- bcn be(gifd)en Kriegergräbern können in einzelnen weg befindet sich feit einiger Zeit im Umbau. F^en auch jetzt schon unternommen werden, haupt- Es wird dort ein Geschäftszimmer für ten Gie- schlich kommt hierfür die Zone Ypern—Ostende m ßener Verkehrsverein eingerichtet, ferner ein Lese- betracht.
faal, der für die feit einiger Zeit geschlossene ** §-le Maul- und Klauenseuche ist Lesehalle Ersatz bieten soll. Gleichzeitig mit die- in Hattenrod (Kreis Gießen), in Kloppen- sem Umbau wird durch Unterkellerung des Ge- beim und Ossenheim (Kreis Friedberg) und bäudes eine Bedürfnisan st altfürM ä n - Bermoll (Kreis Wetzlar) amtlich festgestellt ner unb Frauen geschaffen. 3n dieser iind morden. In Dortelweil, Holzhaus en, für Männer zwei Aborte und Pissoirs, für Oppershofen und Wohnbach (Kreis Fried- Frauen drei Aborte vorgesehen. Außerdem er- berg) ist die Seuche erloschen.
hält jede Abteilung einen Waschraum. Der Eingang zu der Bedürfnisanstalt wird für Frauen vom Seltersweg aus sein, für Männer von der Südanlage aus. Freitreppen werden von ten Straßen nach ter tiefgelegenen Anstalt hinabführen. Eine Wartefrau wird zur Bedienung eingestellt werden. Die Anlage, die einer dringenden Hotwendigkeit entspricht, wird voraussichtlich Anfang Oktober fertiggefteUt fein. Von diesem Zeitpunkt ab werten auch die Häume des Verkehrsvereins und die Lesehalle benutzt werden
Der erwerbslose Schlosser Adolf R. aus Hagen hatte sich bei einem Ehepaar inGroß-Karb'- unter allerlei Vorspiegelungen einlogiert und etwa zehn Tage lang kostenlose Verpflegung sowie schließ-
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