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trvoraussage.

agsüber etwas wärmer, sonst lnterbrechung wieder Degen- >eMche Winde.

mperafutxn: MaximM 20,0 tum 12,5 Grad Telsius, Ve­neter. heutige Dorgentem- CeWs.

MMHaHtstck. iehen, den 8. 3um 1926. ;en 224er in Giehen. Erwarten zahlreich waren die den verschiedensten Teilen eigeeilt, um eine Wieder- i begehens nicht mir das ge- und das Lahntal waren stark auch aus Thüringen, Schlesien, arte, vom Mm und aus x die Angchmgen des ck ^ erschienen. Samstagabend

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Ona, dte Ortsgruppe Dietzen der 224er hatte toet Fahnennägel gestiftet, welche Kamerad 22 g g e l e - Dietzen mit herzlichen Worten über­gab. Die Vertreter von 3ena und Erfurt spra­chen ihre Freude über die Ehrung aus.

Der Sonntag brachte noch zahlreiche 224er aus Oberhessen und dem Lahntal. Unter Füh­rung von Mitgliedern des Verkehrsvereins wurde die Stadt besichtigt. Hm 11 Uhr war gemein­samer Dang mit Musik nach dem Gefallenen- Denkmal auf dem Landgraf-Philipp-Plah zur Ehrung der gefallenen Kameraden. 5).; Reichs­wehrkapelle vom hiesigen Bataillon spielte am 116er-Denkmal das (Niederländische Dankgebet. Die Gedächtnisrede hielt Divisionspsarrer Haupt, der ehemalige Divisionspsarrer der 48. Reserve-Division, über die Dibelworte:Sei ge­treu bis in den Tod", Off. 2oh. 2.10. Er führte aus, datz in allem Werden und Vergeben dieses Lebens die Treue der Menschenseele das Beständige sein soll. Durch Lehrer Pauli aus Steinbach i. T. erfolgte die Riederlegung eines Kranzes, der die Widmung trug:Dem Gedächt­nis seiner Gefallenen und Verstorbenen das Re­serve - 2nfanterie - Regiment 224". Die Fahnen senkten sich, die Musik spielte das Lied von dem guten Kameraden, alles dachte in Ehrfurcht der Toten. Den Abschluß der erhebenden Gedenk­feier bildete das TrauerliedWie sie so sanft ruhn".

Der Zug setzte sich nach Oswaldsgarten in Bewegung, woselbst der Vorbeimarsch der Ka­meraden an den Fahnen der 224er-Vereine Er­furt 'Unb Jena erfolgte. Anschließend war Früh­schoppen im Saalbau Sauer.

Die Wiedersehensfeier fand ihren Abschluß nachmittags ab 3 Uhr mit kameradschaftlichem Zusammensein auf derKarlsruhe". Auch hier war der Besuch auhervrdentlich stark. Für eine vorzügliche Unterhaltung sorgte die DataillonS- musik vom Regiment 15 durch flotte Märsche, an­sprechende Soldaten- und Vaterlandslieder. Leb­haft und fteudig wurde das Wiedersehen ge­feiert. Rach dem Vorbild der Vereinigung Frankfurt und Offettbach wurde die Gründung einer losen Vereinigung 224er für Giehen, Lahn- lal und Oberhessen in die Wege geleitet.

Der Verlauf der Tagung war überaus er­freulich und echt kameradschaftlich, es war eine erstaunliche Leistung der Gießener Ortsgruppe, die über ganz Deutschland zerstreut sitzenden ehemaligen 224er in so groher Zahl zu sam­meln und hierher zu bringen.

Gietzener Studenlenhilse.

Samstag abend feierte der VereinGie­ßener Studentenhilfe e. D." sein fünf- jährigeS Bestehen. Rach einem Konzert, über das wir noch berichten werden, fand in den Räumen der Universität und der Universitäts­aula ein geselliges Beisammensein statt. Man begab sich nach Schluß des Konzerts von der großen Aula der Universität in die kleine Aula, wo von jungen Damen delikat belegte Brote, Würstchen und allerlei sonstige Herrlichkeiten äußerst preiswert zum Verkauf angeboten wur­den. Mit mehr oder weniger Geschick rettete man sich diese Dinge aus dem großen Gedränge in einen ruhigen Winkel, wo man mit Muße seinen Appetit stillen tonnte. Inzwischen war der Saal der großen Aula von Stühlen befreit worden, das Studentenorchester und die älteren Herr­schaften hatten sich auf der Galerie aufgebaut, eine Eisbude war erstanden, im Vorraum nach der Goethestrahe zu wurde Bier, in dem nach der Ludwigstrahe Zigarren und Kaffee feil- geboten, der Tanz konnte beginnen. Tanzordner versahen ihr schweres Amt mit bewundernswert ungetrübtem Humor, und die Kapelle spielte schneidig ihre Tamweisen, mochte es nun der gute Mond" sein, der so stille durch die Abend­wolken ging, ober das bekannte in Heidelberg verlorene Herz. Ueberall sprühte fröhlicher Geist akademischer Jugend. Dieser schwenkte sein Mädel im Tanz, jener hält es mehr mit den In­aktiven, die liebereinen umtrarrfen. Keiner kam zu kurz, und wer Glück hatte, erhielt anfangs sogar für dasselbe Geld die doppelte Portton Cis. weil die Damen an der Eistheke sich in dankenswerter Weise geirrt hatten. Die Stu­dentenhilfe kann mit Befriedigung auf ihr Etif° tungsfest Aurückblicken: möge ihr auch ein recht schöner, finanzieller Erfolg beschieden gewesen fein! Wohl kaum einer ist unbefriedigt nach Hause gegangen. Mögen sich alle auch bewußt sein, wem daS Fest galt, und was diese Studentenhilfe in der Zeit der Rot der akademischen Jugend ge­leistet hat und leistet. Mögen aber auch die Träger bet Stubentenbilfe stets in Dankbarkeit genannt werden, die Allensteiner Schwestern und der6tubentenoater, Professor Eger, der in unermüdlichem Fleiß und Ausdauer sich in den Dienst dieser guten Sache gestellt hat. H.

Chorkonzert des Lyzeums und der Studienanftalt.

Zu dem am kommenden Donnerstag, 10. Juni, stattfinbenden Chorkonzert des hiesigen L h z e u m S und der S't u d i e n a n ft a 11, dessen Reinertrag sozialen Zwecken zugewandt werden soll, wirb uns geschrieben:

Der etwa 150 Sängerinnen starke Chor bringt drei größere Chorwerke mit instrumentaler Be­gleitung zum Vortrag. Das Programm ist unter dem Leitgedanken:Waldesleben und Waldes­zauber" zusammengestellt. Die Soli und die Be­gleitung sind teilweise von funbefliffenen Freunden bet Schule in gütiger Weise übernom­men worden.

Jeder musikalischen Rümmer geht ein poeti­scher Vorspruch voraus, der dem Hörer Gelegen­heit geben soll, sich für den jeweiligen Sttm- munaSgehalt des Werkes seelisch einzustellen.

DaS erste Werk: .Wald bild er" von C. 2. Schmidt sind kleine selbständige Gesänge, die durch einen verbindenden 2ejt zu einem Ganzen zu- sarnmengefaht sind und das Tageserlebnis eines jugendlichen Waldwanderers schildern. Mit fröh­lichem Hörnerklang beginnt das Vorspiel und schließt mit sühlockendem Vogelgesang. Eine Burgruine" führt uns im Geiste zurück in. ver­gangene Zeiten: wir hören denKuckuck im Tannenwald", lauschen der Zwiesprache von Kind und Bächlein", erleben eineGewitter­szene", belauschen das Leben und Treiben der braunen Gesellen imZigeunerlager" und er­freuen uns am leichtbeschwingten Äinberreigen auf derWaldwiese". Die feingezeichneten, an­mutigen Melodien und Harmonien schmeicheln sich nicht nur in Ohr und Herz der Kinder, son­dern werden auch den Erwachsenen Freude und Genuß bereiten.

Größere Anforderungen als dieses in naivem Musilstil geschriebene Werk stellen die beiden anderen an die Ausführenden. Zu der Wil- denbruchschqn DichtungDer neue Herr Oluf" hat Ferd. Hummel eine von warmem Schaf­fensdrang eingegebene, echt romantische Musik geschrieben, die die bekannte nordische Sage von einem zu Erlkönigs Tochter in Liebe entbrannten Menschenkinde in trefflicher Weise verdolmetscht.

Das letzte WerkWaldharfen", ursprünglich von Edwin Schultz für Männerchor komponiert, ist von L. ©eilet für Frauenchor mit Streich­quartett, Harmonium- und Klavierbegleitung neu bearbeitet und im Verlage von Fr. Kistner, Leipzig erschienen. Diele tausendWaldharfen" stehen draußen festwurzelnd im Gelände. Der Wind mit seinen starken Händen streicht über sie: erst leise, bann lauter, immer lauter bis der ganze Dergwald braust und dröhnt, um dann wieder wie ein Hauch zu ersterben. Erschauernd, andachtsvoll lauschen diekleinen Spielleut'" des Waldes, wenn von desGroßen" Griff und Schlag die Harfen klingen. Der Komponist hat es verstanden, dieser 'Ächtung von Jul. Wolff durch die klangmalerische Begleitung und die Ge­genüberstellung von zart-lyrischen und bra- mattsch-wuchtigen Stellen einen adäquaten Aus­druck zu verleihen.

Gicftcner Wochcnrnarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 bis 180, Matte 35 bis 40, Wirsing 40, Rotkraut 45, rote Rüben 20, Spinat 20 bis 35, Römischkohl 30. Spargel 100. Erbsen 40, Tomaten 60 bis 130, Zwiebeln 25, Meerrettich 80, Schwarzwurzeln 50, Rhabarber 20 bis 25. Kartoffeln, neue 20, alte 5, Kirschen 40 bis 50, Erdbeeren 130, Suppenhühner 110 Pf. das Pfund: Eier 11 bis 12. Blumenkohl 100 bis 120, Salat 10 bis 15, Salatgurken 50 bis 100, Ober- Kohlrabi 20, Rettich 20 Pf. das Stück: Radieschen Bd. 10 bis 15 Ps., gelbe Rüben das Päckchen 45 bis 100 Pf., Käse 10 Stück 60 bis 70 Pf.

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag: Stadttheater: 8 Uhr. Gastspiel des Kurtheaters Bad- NauheimDie Wette". Gießener Radfahrerverein 1885: 8.30 Uhr, Liebigshöhe, Versammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Rosen aus dem Süden". Astoria-Lichtspiele:Das rote Signal".

Vers ammlung der oberhessi­schen Frauenvereine. Am morgigen Mitt­woch, 9. Juni, nachm. 3 Uhr. findet im Saalbau Sauer eine Versammlung Der oberhessischen Frauenvereine statt. Im Mittelpunkt der Ver­handlungen steht ein Vortrag von Frau Pro­fessor H er ä us-Offenbach über die Frage: Was hat die evangelische Frau von ihrem Frauenverein?" (Siehe Anzeige.)

*

Di e Universität wird morgen nach­mittag mit ihrem Lehrkörper, ihren Beamten und Studenten mittels Sonderzugs einen Ausflug nach Dad°Rauheim unternehmen, um dort einer Einladung der Bad- und Kurverwaltung zur Besichtigung des Bades Folge zu leisten.

'* Zur Flugveranstaltung in Gie­ßen wird uns mitgeteilt, daß inzwischen sämt­liche Flugzeuge der Gesellschaft für deutsches Flugwesen. Berlin, hier eingetroffen sind, sodaß am morgigen Mittwoch das unveränderte Pro­gramm des am Sonntag ausgefallenen Flugtages zur Abwickelung gelangen wird. Die Besucher werden dabei eine Anzahl Piloten kennen lernen, die sich während des Krieges an der Front wiederholt ausgezeichnet haben, sei es als Jagd» oder Aufklärungsflieger, und von denen man wohl sagen kann, daß sie Meister in ihrem Fach sind. Erwähnt sei hier nur noch, daß morgen der bekannte Fallschirmpilot Ernst Streit, der mit 4300 Metern den Höhenrekord hält, den Zuschauern mit dem Heinecke-Fallschirm den mo­dernsten Sport vorführen wird. Die Flugzeuge erscheinen einige Zeit vorher im Geschwaderfflug über der Stadt. Räßeres in Der heutigen An­zeige.

" Abonnementskvnzerte unserer Militärkapelle. OKan teilt uns mit, daß am kommenden Donnerstagabend das erste Abonnemeittskonzert unserer Reichswehrkapelle im Philosovhenwald stattfindet. Die Musiffolge ist von Obermusikmeister L ö b e r Sorgfältig auf­gestellt. Aus dem Programm sind hervorzuheben: Große Fantasie a. d. Oper:Der fliegende Hol­länder", Cavalleria rusticana, OuvertüreDas Rachtlager",Gräfin Mariza" usw. Der Besuch des Konzertes sei bestens empfohlen.

* D i e Stempelpflicht der Fußball- Wettspiele. Das Polizeiamt verweist auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen vom 15. Mai 1926, Amtsverkundigungsblatt Nr. 41 vom 21. Mai 1926, betreffend Ausführung des Urkundenstempel­gesetzes : hier: die Stempelpsiicht der Fußballwett - sxiele usw. .jur genauesten Beachtung. Die Polizei­

beamten find zur strengen Ueberwachung ange- wiesen.

ie D i e Freitrevpe neben der katho­lischen Kirche, die vom Polizeiamt unterm 3. Mai gesperrt worden war, ist jetzt für den Der- kehr wieder fteigegeben worden.

Sonnwendfeier auf Burg Mün­zenberg. Man schreibt uns: Wie alljäbrlich, so findet auch in diesem Jahre auf Burg Münzenberg eine Sonnwendfeier statt, und zwar am Sonntag, 27. Juni. Schon jetzt seien alle deutschen Volks­genossen darauf hingewiesen. Weitere Mitteilungen werden rechtzeitig veröffentlicht werden.

* Familienlag der Matthaus­gemeinde. Obwohl schlechtes, regnerisches Wetter herrschte, und die mannigfachen anderen Veranstaltungen $ur_ gleichen Zeit gar manchen abgehalten haben Dürften, war doch am Sonn­tagnachmittag Der große Saal desPhilosophen- walds" überfüllt: die Matthäusgemeinde hielt ihren alljährlichen Sommer-Familientag ab. Der diesmal ungeteilte Freude bei allen ausgelöst hat. Der erste Teil der Vortragsfolge ward mit einem MarschTreue um Treue" eingeleitet, der von der Iugendkapelle H i l g a 11> t aus­geführt wurde. Lehrer Wehrheim als Vor­sitzender der Männer» und Frauenvereinigung, begrüßte Die Versammlung mit den Worten, daß wir uns trotz Der Rot Der Zeit freuen dürfen, wenn wir unser Vertrauen ganz auf Gott richten und innerliche Menschen sind. Rach zwei Grdicht- vorträgen,Muttersprache" von Schenkcndorf und Der Halligmattose" von Allmers. und einem gemeinsamen Gesang leitete Pfarrer Mahr die Gedanken hin auf die Bedeutung des Sonntags als eines Erinnerungstages von ganz besonderer Art: nämlich des Gedenkens an den großen Liederdichter der evangelischen Kirche, Paulas Gerhardt, den man vor nunmehr 250 Jahren zu Grabe getragen hat: auch im Hauptgottes­dienst am Vormittag war des Mannes in wür-. diger Weise gedacht worden. Als einen beson­deren Höhepunkt des Familientages darf man wohl Die gesanglichen Darbietungen unseres ge­schätzten StaDtkirchenorganisten, Lehrers Heinrich Simon, ansprechen, Der sich mit großer Hin­gebung unD Einpassung in die Liedvorträge cin- gcarbeitet hat. Die Spiele der Kinder im Freien mußten leider des schlechten Wetters wegen ausfallen. Um so mehr brachte Der zweite Teil Die Freude anSchnaken und Schnurren" zum Ausdruck. Die Löwe-BalladenPrinz Eugen" undRiemand hats gesehn", gesungen von Herrn Simon, wurden mit Begeisterung aufgenommen. Dann kamen die beiden Iugend- vereinigungen der Matthäusgemeinde zu Wort und brachten unter der Gesamtleitung von Pfarrer Hertel ihren altbewährten Ruf wie­derum zu neuer Geltung: sie haben es wohl ver­standen, das Echt-Volkstümliche und Heiter- Leichte zu bringen, ohne doch in den Ton deS gewöhnlichen Couplets und des üblen Schlagers zu verfallen. Ein alter Schwank von Hans Sachs, Der Roßdieb zu Fünsing mit den tollen, die­bischen Dauern", ein Spiel aus dem Jahre 1553, wurde von vier Jungen prächtig wiedergegeben. Dann erschieneir dieSchneider" auf der Bühne und entfesselten Lachstürme, als sie das Lied aus der WetterauZu Regensburg auf der Kivch- turmspih" zur szenischen Darstellung brachten. Auch die beim fahrenden Volk oft befangene Dumme Liese" fand den Beifall aller. Die Rei­gen der Mädchen werden immer wieder gern begrüßt, diesmal wurde getanzt: dasMärchen vom Ringlein" und das LiedEinsam geh ich hier", dazu den TätscherKleiner Schelm". Die jugendlichen Mitwirkenden gaben ihr Bestes und ernteten reichsten Beifall. Rach einem Schluß­wort des Dankes an alle schloß derPrinz-Citel- Friedrich-Marsch" den wohlgelungenen Familien­tag ab.

" Billige Kirschen aus Rhein­hessen. DemMainzer Anzeiger" zufolge kommt aus allen Gegenden des Mainzer Deckens Die Rachricht von einer reichen Kirschenernte. In Budenheim, Heidesheim, Gonsenheim und Rieder-Ingelheim sind die Preise bereits auf 20 Pfennig für das Pfund gesunken und werden voraussichtlich bei starkem Marktangebot noch Wetter sinken. Sachverständige Händler prophe­zeien, daß in diesem Jahre die Kirschenpreise für Verbraucher die Höhe der Vorkriegszeit (10 bis 15 Pfennig pro Pfund) erreichen werden.

6. (Bautag des (Baues Hessen im G. D. A.

sch. M a r b u r g, 6. Juni. Heute fand hier der 6. Eautag des Gewerkschaftsbun­des Der Ange st eilten, Gau Hessen statt, zu Dem 70 Ortsgruppen, Darunter das besetzte Ge­biet, etwa 200 Delegierte entfanDt hatten. Sonn­tag vormittag wurden in einer Sitzung Dundes- unD Berufsfragen erledigt, mittags 12 Ahr fand dann in den Stadtfälen eine große Ange st eil­ten-Kundgebung statt, zu der sich nicht nur die Delegierten, sondern auch Freunde des GDA. in großer Anzahl eingefunden hatten. Als Ver­treter Der StaDt Marburg war Stadtrat Voß, für Die HanDelskammer Fabrikant SeiDel unD als Vertreter des Kaufmännischen Vereins Herr ®ular erschienen. Der Gauvorsihende, Stadt­verordneter Eeßner (Frankfurt), begrüßte Die Herren, ferner Die Delegierten und die Dertteter Der befreundeten Vereine. Rach einem Referat des stellvertretenden Bund es Vorstehers Der GDA., Otto Debald (Berlin), überdie Arbeit unseres BundeS ist Dienst am Volke", gab Der Gauvor- sihende ©ebner noch einen kurzen Jahres­bericht. aus Dem hervorgeht, Daß Die Mit­gliederzahl Des GDA. im letzten Jahre im Gau Hessen auf 20 000, bei 70 Ortsgruppen, ange­wachsen ist. An stellungslose Mitglieder wurden vom GDA. im vergangenen Jahre 165 000 Mark,

davon hn Dau Hessen 87000 Batf deFckYV. Vvn 14 000 Stellenvermittlungen durch den GDA entfallen auf Den Gau Hessen 1000. Den Ver­handlungen des GDA. wurde schließlich in fvl- genden Drei EntschliHungen Abdruck gegeben:

1. Die zum Dautag des GDA. am 5. unD 6. Juni in Marburg versammelten Vertreter von 20 000 Angestellten auS Hessen. Hessen-Rassau, Waldeck und Bezirk Wetzlar erheben einmütigen Protest gegen Die immer stärker zutage tretenden Versuche der deutschen Arbeitgeber, die Folgen her Wirtschaftskrise durch Lohn- und Gehalts» druck, Arbeitszeitverlängerung und Abbau Der Sozialpolitik einseitig Der ArvÄtnehrnerschaft aus- zuerlegen. Rur durch eine zielbewußte Höher­bewertung der menschlichen Arbetterkraft kann der Wiederaufftteg Der deutschen Wirtschaft er­folgen. Die Angestellten bekennen sich zum Ein- heitsgewerkschaftsgedaicken. Den sie im GDA. ver­körpert sehen und geloben, mit aller Kraft für dessen Stärkung einzutreten.

2. Die zum Eautag des DewerkschaftSbundes der Angestellten versammelten Vertreter erblicken in Der Bevorzugung der früheren Offiziere unD abgebauten Beamten bei der Einstellung eine ungerechtfertigte Benachteiligung Der über viel weltergehende Berufserfahrung verfügenden An­gestellten. Die Weitergewährung von Pension ohne Rücksicht auf Den Arbeitsverdienst steht nicht im Einklang mit Der vom Staat unD Der Wirt­schaft so oft geforDcrtcn Sparsamkeit. Die Ver­sammelten begrüben deshalb Die bisherigen Maß­nahmen Der BunDeslettung des GDA. unD for- Dern, Daß solchen Pensums- unD WartegelDemp- fängern, Die in Der Privatwirtschaft Stellung finden, ihre Rentenbezüge für Die Dauer Der Be­schäftigung ruhen. Die Deutsche Wirtschaft toirD nur Dann konkurrenzfähig feinx wenn Die tüch­tigsten unD erfahrensten Angestellten an die Spitze Der Betriebe unD Abteilungen nicht aber BetriebsfreunDe unD VerwanDte ge­stellt werden.

3. Die versammelten Vertreter der Ange­stellten protestieren gegen Die Versuche, die Sonn­tagsruhe im Handelsgewerbe zu beschränken. Die Sonntagsruhe hat keine Schädigung für die Ge­schäftswelt gebracht. Der Umsatz wird nur mit der Kaufkraft her Masse gesteigert, auch haben sich die Käufer an den Ladenschluß gewohnt. Die Versammelten erwarten vvm Reichstag und Den Behörden, daß sie Dem allgemeinen Verlangen Der Angestellten, sowie Den weitesten Kreisen der Geschäftsinhaber Rechnung tragen unD Dem deutschen Volke Die Sonntagsruhe erhalten. Sie verlangen ferner, daß die Behörden eine Ver­längerung Der LaDenschluß-StunDe an Den Wochentagen nicht zuläht.

fßerbembstag des Hessischen Schutzpolizeibeamlenverdandes.

In Darmstadt wurde im Fürstensaal bei sehr starker Beteiligung der dritte Verbandstag des Hess. Polizeibeamtenverbandes abgehalten. Anwesend waren viele Vertreter von Behörden sowie mehrere Landtagsabaeordnete. Auf die Eröffnungsansprache des Polizeimajors Fendel-Sartorius er­widerten die Abgeordneten Dingeldey, Kindt und Leuschner im Namen ihrer Fraktionen mit dem Versprechen, für die Wünsche der Schutz- Polizeibeamten einzutreten. Den Vorsitz in der Ver­sammlung führte Polizeioberleutnant S ch ö n i g. Polizeimajor Fendel-Sattottus berichtete in einem Bortrage über die Tätigkeit des Verbandes: dieser sei unpolitisch und wolle es auch bleiben. Der Ver­band zähle jetzt 644 Mitglieder. In der Besoldungs­frage sei viel, wenn auch nicht alles erreicht worden. Die Trennung zwischen grüner und blauer Polizei müsse aufrechterhalten, doch die Führung allmählich in einer Hand vereinigt werden. Polizeihauptmann Schmitt gab einen Bericht als Beisitzer der Polizeioffiziere, von denen 65 (von im ganzen 91) dem Vervande angehören. Er behandelte Fragen der Beförderung, der Krankenkasse und der Darlehens­kasse. Schutzpolizeisekretar Keller erstattete den Kassenbericht: hiernach hat die Kasse einen Bestand von 1026 Mark. Polizeischulrat S ch a a b sprach über die Zivilversorgung. Der Versammlung lagen 43 An­träge zur Beschlußfassung vor, die zum größten Teile angenommen oder dem Vorstand zur Weiter­bearbeitung überwiesen wurden. Der Vertreter des Ministeriums des Innern, Oberregierungsrat Sie­ge r t, ergriff mehrfach im Verkauf der Verhand­lungen das Wort und sagte einer Reihe von Wün­schen die Erfüllung zu.

Amtsgericht Gießen.

Zwei auf einem benachbarten Gutshofe in Arbeit stehende und hort wohnhafte Familien Sch. unD G. sinh seit einiger Zeit mit einanDer berf einbet. Die Frau G. soll Die Frau Sch. im Rovernber und im Januar Durch verschiedene Aeußerungen schwer beleidigt haben. Die Beweis­aufnahme ergab, Daß im Rovember Die Ehefrau G. allein geschimpft hat. Daß Damals auch Die Frau Sch. beleidigende Worte gebraucht hat, ist nicht erwiesen. Im Januar hat die Frau G. mit Schimpfen angefangen, die Frau Sch. hat mit Schimpfworten erwidert, worauf Frau G. noch» malsgefchimpft hat. Eine Straffreihettserklärung Der Frau G., wie sie Dies hatte beantragen lassen, konnte nicht erfolgen, weil sie selbst ajraefangpn hatte, weil die von ihr gefallenen BeleMgungen viel schwerer waren, und ttxril sie auch wieder­holt beleidigt hat. Eine Widerklage gegen Die Ehefrau Sch. war nicht erhoben. Die Frau G. wurde deshalb zu zwei Geldstrafen zu je 2 5 Mark und zur Tragung her Kosten des Verfahrens DerurteiÜ. Außerdem wurde Dem Privatkläger die Publikationsbefugnis bezügllch der älrteilsformel ausgesprochen.

Verantwortlich für Politik i. V. Dr. Hans Thyriot.

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