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Aus der Provinzialhauptstadt.
®icßeii. den 8 Wai 1926.
Dr. Eckener-Tag in Giehen.
2Im Montagnachmittag wird Dr. 6 d e n e r in «nferer Stadt eintreffen, um abends In der Bolksßalle einen öffentlichen Dortrag zu halten. Man darf dabei auf außerordentlich interessante Mitteilungen über den großer Amerikaflug mit dem 3.2t. III und über Zeppelinbau-Fragen rechnen. Die 23eranftalt.mg beginnt pünktlich um 8Uhr. Besondere Gründe gestatten nicht, das sogenannte akademische Viertel einzuhallen. Jeder Besucher tut also gut, beizeiten zu erscheinen. (Sintrittäiarten sind noch bis Montagmittag im Vorverkauf Hieße heutige Anzeige) zu haben, außerdem natürlich am Montagabend an den Eingängen der Dolksßalle. 3ur schnelleren Abwick- L;ng des Verkehrs wäre es rat'am, sich die Äarten möglichst schon im Vorverkauf zu besorgen.
Die Studentenschaft wird sich inge- Ichlossenem 3 u g e mit Fahnen unter Musik- I •' . t ng zur Volkshalle begeben. Sie wird sich ''.'oaldsgarten aufstellen und von dort Punkt b Ußr abmarschieren. Der 3ug geht über die ‘. ’milügc. Bahnhofstraße. Alices!raße, Frank- 1 vr Straße, Leltcrsweg, Sonnenstraße. Venen Baue, Kaiserallee zur Volksßalle.
Vach dem Vortrag und dem musilalischen Aus- klong in der Dolksßalle wird Dr. Edener mit einem Fadelzug der Studentenschaft n.ich seiner QBoßnung im Hotel Schütz geleitet; auch hierbei wird flotte Marschmusik für den nötigen Schwung sorgen. Der Fackelzug stellt sich in der Äatferanee aus und geht über den Lud- wigsplatz. Ludwtgstraße ©Ovtheftraßc, Südanstige, Frankfurter Straße, Alicestraße. Bahnhofstraße, wo vor dem Hotel Schütz gehalten und Dr. Edener noch eine Schlußehrung dargebracht werden soll. Don hier geht der Zug zum Oswalds- garten, wo die Fadeln z.sammengeworfen werden.
Für die Heimkehr der Besucher ist verstärkter Straßenbahnbetrieb vorgesehen. Man hat dadurch Gelegenheit, auch noch den Bahnhof zu ertcL.cn. De Veranstaltung wird so rechtzeitig beendet fein, daß die Besucher auS den Vachbarstädten und -Dörsern auf alle Fälle noch die S p ä t a b e n d z ü g e zur Heimfahrt erreichen können.
Der Reinertrag des Abends wird der Zeppelin-Edener-Spende zugesührt.
tfür unsere Stadt und die Vachbacschaft ist t6 ein hochbedeutsames Ereignis, einen dec größten Deutschen unserer Zeit hier sprechen zu hören. Möge dazu ein recht starker Besuch aus Stadt und Land im Interesse der guten Sache, dec sich dieser Mann widmet, zu verzeichnen sein.
Aus Anlaß des Eckener-Besuchs hat der Qnhaber des Vlumenhauses Dietz im Seite rs- weg in feinem Schaufenster eine photographische Ausnahme von dem ersten 3eppelinslug am 4. August 1908 über Straßburg t. E l s. ausgestellt.
Der Ardeitsmarkt im nördlichen Oberhessen.
3m Bereiche deS Arbeitsamtes für das nördliche Oberhessen, zu dem die Stadt und der KreiS Gießen und die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten gehören, hat sich die A r b e i t s m a r kt la g e im Lause des April gegenüber dem Dormonat etwas gebessert. 6 s ist eine gewisse Belebung im Baugewerbe und in der Landwirtschaft cingetrelen. außerdem sind im ganzen Arbeitsamtsl>e.,irk Votstandsarbeiten, > das Arbeitsamt durch einen gewissen Zuschuß fördert, im Gange.
3m einzelnen ist aus Grund der Zählungen von Ende April zu berichten:
Stadt Gießen: 30. April: 421 Haupt- unterstühungsempsänger, 473 Zuschlagsempfänger (am 1. April. 524 bzw. 610).
Kreis Gießen: 30. April: 1308 Haupt- unterstühungsempsänger, 1162 Zuschlagsempfänger (am 1. April: 1826 bzw. 1848).
Kreis Alsfeld: 30. April: 495 Haupt- unterstützungsempsäncer. 840 ZuschlagSempsänaer (am 1. April: 567 bzw. 782).
KreiS Lauterbach 30. April: 160Haupt- unterstützungSempfLnger. 283 Zufchlagsempsäoger (am 1. April: 214 bzw. 357).
Kreis Schotten: 30 April: 402 Haupt- unterstützungee.np'än^er. 970 Zuschlagsempfänger (am 1. April: 398 bzw. 925).
Insgesamt 30. April: 2786 Haupt- unterstützungsempsänger. 3731 Zuschlagsempsän- gcr (am 1. April: 3529 bzw. 4522).
Bornotizen.
— TageSkalender für DamStag: Gießener Turn- und Sportvereine: 8 llhr, Dolls- halle: Tum- und Sport-Werbevorführungen. — Reichsverband deutscher Dentisten 12 bis 6 Ußr nachmittags, Ka h VereinshauS, Bf entließe Ausstellung „liniere Zähne". — GZ.n et- und Dogei- -uchtverein: 8'/, llhr „Pfälzer Hof" Monats- versammlung. — Verein „Volkühochschulc". 8l/< Ußr. Oberrealschule. Hauptversammlung. — Wasserspvrt-Derein Hellas. 8 Ußr bei Kobel. Monatsverscmmlung. — Erste Reichskurzsckr sl- gesellschast „Gabelsverger: SV, Uhr „Stadt Lich" Miigliederversammbing. — 50er-Dereini- gung 1868 1918 : 8 Uhr bei Dippel. Generalversammlung. — Saalbau Sauer: 8 Uhr, 06er- bayrisches Bauerntheater — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße. ..Die Aßmanns". — Astoria- Lichtspiele: „Die Königin d<s Waldes".
- Tageskalender für Sonntag. Gießener Turn- und Sportvereine. 2* 2 Uhr, Uni- Veriitäts-Sportplah und 4> » Uhr Dollsßalle: Turn- und Sport-Wervevorführungen. — Reichsverband deutscher Dentisten, von norm. 10 Ußr bis nachm. 6 Ußr. Katholisches Vereinshaus: öffentliche Ausstellung ..Unsere Zähne": norm. 11 Ußr Vortrag über Zahn- und Mundpflege. — Vaalbc.u Lauer. 8 Ußr. OberbaycrischeS 'Bauerntheater Lichtspieltheater wie Samstag.' — Palast-Lichtspiele (Kirchenplah): .Zur Chronik von Grieshuus".
— Jeder Familie ein eigenes Heim. Einen Vortrag über dieses Thema veranstaltet die Gemeinschaft der Freunde in Wüstenrot (Württemberg) am Dienstag. 11. Mai, abends 8 Uhr. im Saatbau Sauer Eintritt frei. Näheres in der heutigen Anzeige.
** Eine öffentliche Stadtverord- netenfitzung findet nm nächsten Dienstag, nach, mittags 5 Uhr beginnend, im Stadtverordneten» Sißungsfoale stau Aus der Tagesordnung stebt vor allem die Beratung des Voranschlags für 1926 27. Ferner wird sich, das Haus u. a. noch mit dem Ausbau der begonnenen Siedlung am Kugelberg zu beschästigen haben.
** D i e Gießener Turn - und Sport- e r b e ü e r a n ft a 11 u n g e n , die heute und morgen in der Volk, halle bzw. auf dem Unibersi- tätßiportplaß stattfinden, seien noch einmal zu regem Besuche empfohlen. Näheres in der gestrigen Anzeige.
"* Sine neue Woßnyausgegend zeigt sich jetzt in ihren Anfängen an der Grünberger Chaussee, beim sog. Professoren-Cck. Dort hat dec UniversllatL-Gartetnnspe.tor Rehnelt bereit- seit einiger Zeit einen gefälligen Wohn- hausbau in Arbeit, der in acht bis zehn Wochen bezogen werden soll. In Verbitrdnng mit diesem Wohnßausgrundstüd ist eine Baumschule angelegt worden. Zwei andere Wohnhausbauten sind in dec Vachbacschaft des Rehneltschen Baues im Entstehen begriffen. Bauherren sind hier die Herren Gebr. Rust und Pfeil. Eine weitere Belebung der Bautätigkeit an die'er landschaftlich schönen Stelle dürfte wohl nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.
** Mmerifanerbefucß in Gießen. Ge» legentlid) der Ueberweisung einer Spende an die Gießener Studentenhilfe teilte der Hessen- Darmstädter Volk sse st verein in Neuyork mit, daß bei der für 1927 geplanten Deutschland- reife des Vereins auch Gießen in den Reiseplan aufgenommen wird. Es werden dabei insbesondere auch die Einrichtungen der Gießener Studentenhilfe, für deren Entwicklung der Verein regstes Interesse zeigt, besichtigt werden. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn bis dahin auch der geplante Neubau des Studentenhauses vollendet fein würde.
•• Volkshochschule De Kurs „Einführung in die Literatur", den Dr. Werner angelünßigt hatte, wird von Dr. Kraushaa r, Trohe, durchgesührt werden. Beginn Dienstag,
11. Mai. Anmeldungen werden noch entgegengenommen. (Siehe Anzeige.)
“ Auszeichnungeine» Arbeitssubi- lar». Heute wurde dem Lackierer Heinrich Schäfer aus Wieseck von der Handwerkskammer Darmstadt für 25jährige Tätigkeit im Betriebe der Auto- und Wagenlackiererei von Justus Vogel, jetzt Karl Vogel, hier, Dammstraße 8, bic Ehrenurkunde überreicht. Der Arbeitsjubilar ist seit 1901 ununterbrochen in diesem Betriebe beschäftigt.
•• Die Umsatzsteuerfreiheit (port- sicher Vereinigungen ist laut einem Schrei den des Reichssinanz Ministers in der Weise geregelt worden, daß bei Vereinen, die der körperlichen Ertüchtigung des Volkes durch Leibesübungen dienen. Einnahmen aus den Eintrittsgeldern, dem Verkauf von Vrogrammen und der Vermietung von Plätzen unb Geräten von der Umsatzsteuer befreit sind, wenn die Einnahmen nachweislich überwiegend für Zwecke der körperlichen Ertüchtigung verwendet werden.
" Gegen die Auswüchse des Hausierhandels. Zu der Mitteilung unter dieser lieber- schrist in unserer Ausgabe vorn Mittwoch wird uns von der Sektion Gießen des Hesfen-hessen- nassauifchen Landesoerbaiides reilenber Schausteller, Handelsleute und verwandter Berufe geschrieben: . Der Hausierer betreibt sein Geschäft mit dem vom Staate zugeteilten Wandergewerbefchein. Der Hau- [lerer weiß genau, daß er durch Ueberoorteilung der Kundschaft seines Gewerbe, mithin seines Brotes, verlustig geht. In diesem Beruf gibt es ebenfalls gewissenhafte Kaufleute, wie in jeder anderen Branche. Auswüchse werden von »ns selbst bekämpft. Es ist nicht angebracht, daß man den Unschuldigen mit den Schuldigen leiden läßt." (Es ist selbstverständlich zutreffend, daß es auch im Hausier- gemerbe zuverlässige Geschäftsleute gibt, ebenso richtig ist ober, daß sich gerade in dieses Gewerbe in den letzten Jahren viele unreelle Elements ein- gedrängt haben. Daß der Verband gegen diese vorgeht. ist erfreulich. Die Käufer werden sich die in ihren Wohnungen vvrsprechenden Hausierer eben sehr genau an seh en müssen, um gut unb schlecht voneinander zu scheiden. D. Red.)
•• Eine Vorführung der Frankfurter Labanschlile für Tanz und Gymnastik findet am Dienstag abend 7 Ußr im Sladttheater statt. Das System Laban, als dessen bedeutendste Vertreterin Mary Wigman gilt, hat in den letzten Zähren besonderen Einfluß auf die Ausbildung der Bewegttngsregifsenre genommen, die an den meisten großen Bühnen nach Labans Methodeir arbeiten. 3n dieser Form sind besonders bekannt geworden die Hamburger Bewc- gungschöre und die Tanzgruppe (X n o ß am 8tad<theater in Münster. Laban selbst richtet gerade in diesen Tagen in Würzburg eine ^Akademie der Tanzkunst" ein. als eine Hochschule zur Ausbildung von Tänzern und Lehrkräften. Labans System, das in den Vorführungen seiner Frankfurter Schule zur Darstellung gefangen soll, berußt auf einer besonderen Ein- fnßlung deS Tänzers in den Raum. Betont wird vor allein die Form des freien Tanzes als selbständiges Kunstwerk, oft sogar losgelöst von musikalischen Hilfsmitteln. Der Tanz ist für Laban, der von der Malkunst berkommt. stets daS Primäre, er schasst ihn bildhaft auS der rein tänzerischen Form heraus.
ee D i e Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten hält am 15. und 16. Mal ihren 6. Dertretertag in D i n g e n ab. Es werden sprechen: Gewerklchaftssekrelär Red-Ossen- bach über ..Form und Wesen der Organisation". Direktor s ch e ch - Ofsenbach über .Die Organi- fatron als Derussvcrtretung". Dr Waldmann-Berlin über „Oesfentlichkeit. Wirtschaft und Beamtentum".
Der nächste Pferdemarkt in Frankfurt a. M wird am 10.Mai abgehal- ten. Man rechnet, wie beim letzten Markt, wieder mit einem Auftrieb von 600—800 Pferden. Der LlbtranSpvrt der Tere nach allen Bahnstationen kann dank der Fürsorge der Dahm>erwaltung ohne Schwierigkeit am Mar'tlage selbst erfolgen. Für daS Einstellen von getauften Tieren stehen Stellungen für über 800 Pferde zur Verfügung.
Kircklicke Nackrlchten.
Evanaellsche Gemeinden
Sonntag, den 9. Mai. Rogate.
Gießen. Sladtktrche. 8: Psr. Mahr. Zugleich Christenlehre für die Veukonfirnllerten aus der
Die trauernden Hinterbliebenen.
Gießen (Bahnhofstraße 22), den 8. Mai 1926.
Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 11. Mai, nachmittags 2l/8 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt 03325
Heute morgen entschlief sanft nach schwerem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel
Herr Wilhelm Huthmann
im 73. Lebensjahre.
Gestern abend wurde meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau Clara Marth
geb. Niemann
im 76. Lebensjahre nach längerem Leiden durch einen sanften Tod erlöst
Die trauernden Hinterbliebenen
L d. N.: Robert Marth.
Gießen (Steinstraße 33), den 7. Mai 1926. 03303
Die Beerdigung findet am Montag, dem 10. Mai, nachmittags 2'/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt
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K..lhoNsche Gemeinden
Dießen SamStag. 8. Mai. 41.', und 7 Deicht«. Sonntag. 9. Mai. 5 Sonntag nach Ostern, ö' , Beichte. 7 Meße, SXam. d. Jünglinge. 8 Rom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Predigt, 2 Ehristen- lehre und Andacht. — Grünberg. 9‘, Messt mit Predigt. — Hungen. 9‘ ’ Hochamt mit Predigt. Lich. 7‘ , Mesie mit Predigt.
Rundfunk-Programm
dcS frankfurter SendrrS.
(Aus der ^Radio-Llmschau*.)
Sonntag, 9. MaL
8 bis 9 Ußr: Morgenfefec, veranstaltet von der Melhodiue.i-Geii-emde Frankfurt a. M. 11 bis 12 Ußr: Miiragsständchen, veranstaltet von dem Musiklorps der Freiwilligen Feuerwehr in Reu - Isenburg. 12 biS 1 Uhr: Vortragsstunde Gerda Müller. Berlin. 1.30 bis 2.30 Uhr: Die Stunde der Jugend: AuS dein deutschen Märchenborn (für Kinder vom 4. Jahr« ab). 5.30 biS 6.30 Uhr: Konzert des HauS- orchesters: Die Oper der Woche. 6.30 bis 7.30 Ußr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Elsaß und der deutsche Huma- nivmuL", Vorlrag von Redakteur Adr. Meyer. 8 Uhr: Ucberlragung auS dem Ochumann'heater: Gastspiel deS Deutschen Theater- München: „Consetti", Revue in 18 Bildern von Rudolf Relson.
Montag, 10. MaL
4.30—5.45 Ußr: Konzert des HanSorchesterS. Erinnerungen an Großmamas ersten Ball. 5.45 bis 6 05 Ußr: Die Lesestunde (Die -.'tovellel: „Der Schuß von der Kanzel" von Konrad Ferdinand Meyer. 6,15—6.45 Ußr: Die Bucher» stunde. 6.45—7.15 Uhr: Vortragszyklus der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.« Hanau: „Was bringt der neue Cisenbahnfahr- plan?" Vortrag von Syndikus Flach 7.15 bis 7.45 Ußr: .Die nordischen Sprachen und ihre Literaturen", Vortrag von Dr Ludwig Harald Schütz. 7.45—8.15 Ußr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15—10.30 Ußr: Uebertragung von Gießen: Eckener-Feier. Programm: Reden des Rektors der Landesuniversität Pros. Dr. D ü r k e r und von Herrn Dr. Eckener, umrahmt von musikalischen Vorträgen. Anschließend bis 12 Uhr. Uebertragung von Berlin: Tanzmusik der Berliner Futckkapelle.
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