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Dienstag, 13.4.-. EttinaSdawev Mittwoch. 14. V.

Lttinbach Donnerstag, 15. V.

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Sonntag. IS. 4: Men-Suicik Piontag, 19.4.: Kraken-Buicck TienStag. 20.4.:

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Donnerstag, 8. April 1926

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

llr. 81 Zweites Blatt

Wenn um die Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. in Milet so gearbeitet wurde, daß sich altere klassi­zistische und neuere barocke Motive vereint finden, wenn die Einzelheiten des Ornamentes flüchtiger werden, so ist das nicht einfach provinziell, sondern wir lernen hier, was für die Bauhütten jener xjeit charakteristisch ist, und der Vergleich mit den in demselben Saal ausgestellten Werkstücken aus dem syrischen Baalbek wird in höchstem Grade mter- efsant. Zugleich ist das milesische Tor ein vortreff­licher Repräsentant der antiken Bühnenwand, denn es hat ganz die Gestalt einer Theaterschmuckwand, und man wird vor diesem Hintergrund, sobald er aufgerichtet sein wird, Komödien des Menander und Plauius so aufführen, als wäre man in einem antiken Odeon.

Wie aber würde es aussehen, wenn man mit Schefsler plötzlich den römischen Inhalt des Perga­mon-Museums unterdrückte, um dort die Mschatta- Fa sade auszubauen. Es ist geradezu belustigend, diesen Gedanken nachzugehen. Erstens chronologisch: vom Pergamon-Altar sofort ein Sprung von WO Jahren' Sodann: an der Wand eines 18 Meter hohen Saales ein islamischer Schmuckstreifen von nur 5 Meter Höhe 13 Meter Wandhohe blieben unbenutzt'. Messel hat nicht nur deshalb die Wände so hoch'gehen lassen, weil er den großen Mittelbau seines Museums pylonenartig ragen lassen wollte, er wollle auch für die großen Aufbauten archäo­logischer Art Wandflächen schaffen. Und zu allem Unglück müßte die Mschatta-^assabe in zwei -.eile zerbrochen werden, die im rechten Winkel zueinan­der stehen würden.

In mehereren Fällen haben die Berliner Mu­seen große Gesamtmonumente in allen ihren Ueber- resten von den Ausgrabungen mitgenommen: den Vergamoii-Altar. das pergamcnische Athena-Pro­pylon mit seinen schönen Waffensricsen (das schon im alten Pergamon-Museum ausgestellt war), das Markttor von'Milet und die Mschatta-Fassade. Die archäologische Wissenschast hätte nicht das geringste dagegen einzuwenden, wenn die Mschatta-Fassade in einem dem Miletsaole benachbarten eigenen Raum unterkäme und dazu noch die parthische Hausfassade von Assur. Aber gegen die Zerstörung der zeitlichen Abfolge der Antike, gegen die Aus­schaltung des monumentalsten Zwischengliedes zwi-

zu sehr durchdrungen von der unbedingten Not­wendigkeit. die Staatsausgaben zu beschnei­den und den bayerischen Staat, der ebenfalls wie das Reich und die anderen Länder mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat wie­der auf eine gesunde Finanzbasis zu stellen. Ohne Härten geht das selbstverständlich nicht ab, diejenigen, die heute am lautesten protestieren, werden aber schließlich doch einsehen, daß die Reform nicht zu umgehen ist, ebenso wie sie auch im Reich sehr bald kommen muß. Es handelt sich bei den Gegnern des Heldschen Programms in erster Linie um die Städte, die sich schlecht be­handelt fühlen. Die Mehrbelastung, die ihnen durch 12ebertragung verschiedener Teile der baye­rischen Staatsverwaltung aufgebürdet werden sollen, ist für sie letzten Endes nichts als cm Zwang, auch ihren gesamten Derwaltungs- apparat zu vereinfachen und die im Land be­gonnene Reform in den Gemeinden zugunsten des gesamten bayerischen Volkes fortzusehen.

verwaltungrreform in Bayern.

In München ist ein umfangreiches Pro­gramm zur Vereinfachung und Ver­billigung der bayerischen Staats­verwaltung ausgearbeitet worden, das von dem Gedanken getragen ist, angesjchts der Wirt­schaftskrise und der allgemeinen Arbeitslosigkeit die Bedürfnisse des Staates zur Er­leichterung des Steuerzahlers auf ein Mini- m u in h e r a b z u d r ü ck e n. So begrüßenswert die Absicht der bayerischen Staatsregierung ist, deii Staatsapparat zu vereinfachen und äleber- flüssiges aus der Verwaltung auszumerzen, so wenig Verständnis scheint die bayerische Be­völkerung für das hohe Ziel, daß sich die Regierung gesteckt hat, aufzubringen. Jedenfalls hat die Veröffentlichung des Reformprogramms einen Sturm der Entrüstung im ganzen Lande ausgelöst, der viel heftiger ist, als man in München erwartet hatte. Roch ehe über­haupt einmal eine vernünftige sachliche und ruhige Kritik sich entwickeln konnte, mußte schon die größte Koalitionspartei, die Bayerische Volks­partei und an ihrer Spitze der Ministerpräsident Held zum Gegenstoß ausholen und nicht nur in einen eindringlichen Appel zur Ruhe und Ver- nunst mahnen, sondern noch viel weiter gehen und mit dem Schicksal der Reform das Schick­sal der gesamten Regierung zu verbinden, also das Gespenst einer Regierungskrise an die Wand malen. Ebensowenig, wie das Reform- programin nichts Llnabänderliches ist, ^öensv- wenig bedeutet auch die Drohung mit dem Rück­tritt der Regierung, daß der bayerische Minister­präsident nicht auf den ersten Proteststurin hm die Flinte ins Korn werfen wird. Er ist viel

Parteien Mitte Februar dieses Jahres zusammentrat. Da trat in den letzten Tagen vor Kongrehbeginn ein Ereignis ein, welches den Dingen eine Wendung zum Kompromiß geben sollte. Die oppositionellen Senatoren also fast alle richteten nämlich an die Regie­rung ein Schreiben, in welchem sie den Wunsch nach Wiederherstellung des parlamentarischen Re­gimes ausdrückten, worauf Siwar Pascha an sie die schriftliche Anfrage richtete, welches das Wahlgesetz sei. nach welchem sie eventuelle Rcuwahlen vorgcnommen wünschten.

Die Senatoren verlangten hierauf Reuwahlen, nach seinerzeit vom Parlament angenommenen Wahlgesetz im Gegensatz zum unionistischen. Die Regierung beschloß daraus, dem Verlangen der Senatoren nachzugeben. Am Tage nach diesem Regierungsbefchluh trat der Rational- kongreh, welchem von der Regierung kein Hinder­nis in den Weg gelegt wurde, zusammen.

Saglul zeigte sich als S-taatsmann großen Stils: er nahm nämlich in seiner Kongreßeröff­nungsrede ..alles zurück und behauptete das Gegenteil". Das heißt, er ließ angesichts des Entgegenkommens der Regierung, seinen Wider­stand gegen Reuwahlen fallen. Der Kongreß ging, von schwachen Einwänden abgesehen, blindlings mit ihm. Aegypten steht also vor Reuwahlen, welche in den nächsten Monaten jedenfalls vor Juni vorgenommen werden dürften. Zweifellos wird das kommende Parlament überwiegend saglulistisch sein.

Damit ist die ägyptische Frage in eme neue Phase getreten. England steht natürlich einem kommenden Regime Sagluls nichts weniger als freundlich gegenüber; das hat jüngst dieTimes ausführlich erörtert. Cs wäre denn, daß Saad Saglul gegenüber der Okkupationsmacht eine weniger feindliche Haltung einnimmt. Ob er trotz seiner politischen Klugheit und trotz seiner un­geheuren Autorität tm Volke, von den beiden, den Aeghptern in Fleisch und Blut übergegan» gen en ProgrammpunktenRäumung Aegyptens durch die Engländer" und ..Vereinigung Aegyp­tens mit dem Sudan" absehen kann, oder sie auch nur dauernd zurückzustellen vermag, ohne seine Autorität einzubüßen, ist die große Frage. Immerhin muß man in der Zukunft mit Zu­sammenstößen des ägyptischen Volkswillens und der Okkupationsmacht rechnen. England scheint sür diesen Fall mit einer Wiederaufri ch° tung des Protektorats drohen zu wollen. Der Kamps ist rein menschlich bedauerlich, der Ausgang desselben trotz des Kräfteunter­schiedes noch recht ungewiß .

haben nun so viel Systeme antiker Bauten in Mar­mor und Kalkstein geliefert, daß man an pracht­vollen Originalstücken die Entwicklung der antiken Baustile verfolgen kann vom 6. Jahrhundert v. Ehr. bis ins 2. Jahrhundert n. Ehr. Dabei ist der altere dorische Stil durch Olympia, der jüngere durch Per­gamon vertreten, die ionische Baukunst ist in Werk­stücken der großen Hauptmeister und. Lehrer des Vitruv, Pytheos von Priene und Hermogenes von Magnesia repräsentiert. Dann öffnet sich der gewal­tige Altarsaal mit seiner glänzenden Verbindung von großer Reliefplastik und feinster hellenischer Säulenarchitektur. Endlich betritt man den Saal der römischen Epoche, in dem der korinthische <5til dominiert. Die Reste des Trajanstempels von Per­gamon, Werkstücke der ihn umgebenden Halle, Pro­ben vom Caracalla-Tempel vom Jugner-Tempel und Säulenhöf des syrischen Baalbek bieten sich zum Vergleich dar.

Dazwischen sollen Skulpturen von besmiders monumentalen Abmessungen stehen, und den Boden soll ein großes Mosaik mit der Darstellung des Sängers Orpheus schmücken, der von zahmen und wilden Tieren umgeben ist. .Der Rand dieses far­bigen Steinteppichs bilden Eroten auf der Jagd- An der Westwand des römischen Saales aber soll sich ein in allen seinen wesentlichen Schmuckteilen vorhandenes Marmortor erheben, das einst den Eingang zum Markt von Milet bildete: ein Tor nut drei Bogentüren und leichten, überraschend elegant wirkenden Säulentabernakeln, zwischen denen große Marmorstatuen stehen werden. Roch lieft man am Eingang dieses Tores den Namen des braven Geld­wechslers Isidoras, der hier,bei den Herrn Mi­lesiern" seinen Stand hatte. Dieses Markttor ist der beste Vertreter des zu barocken Formen neigenden Stiles der spateren Kaiserzeit. Es ist entstanden zur Zeit der schweren Partherkriege des Kaisers Anto­ninus Pius, und der Kaiser selbst wird dann dar- gestellt sein, wie er den Fuß aus einen gefangenen Parther stellt.

Wenn Scheffler in einem früheren Austatz die Formen dieses Tores als provinziell bezeichnet, jo hat er etwas nachgesprochen, was durchaus unzu­treffend ist. Milet war für Kleinasien das was heute Hamburg für Deutschland ist. Man braucht nur seine Märkte und sein Rathaus anzusehen.

tpetben. ,.....

9 Die Liberal - Konstitutionelle Partei, welche unter der Führung Abdel Asis X-ahmy Paschas und Sidky Paschas steht, ist aLöie Partei des wohlhabenden Bürgertums und der Intelligenz. Mmftänbe, welche zwar ihre Be­deutung ausmachen, aber andererseits für lange, nenn nicht für immer die Fühlung mit Den lassen des Volkes ausschliehen. Obwohl sie - I heute in Opposition zur Regierung steht, ist sie als gemäßigteste der Oppositionsparteien viel­leicht zur ääebeimahme einer Kompromißregierung prädestiniert, wenn die Umstände «ine solche not- loendig machen, oder zulafsen sollten.

Die gegenwärtig regierende, von Siwar Pascha und dem Unterrichtsminister Ali Mäher Pascha dessen Bruder übrigens in das Atten­tat auf den englischen Sirdar verwickelt ist und ; m Gefängnis sitzt geleitete ParteiUnion i3ttcbai>) stützt sich fast ausschließlich auf eine gewisse Interessengemeinschaft der Krone und der Okkupationsmacht. Sie ist in weitesten Kreisen * dec Bevölkerung restlos unbeliebt.

Die heute weitaus wichtigste Partei ist be­kanntlich dieVolkspartei" (Hasbet°el-umn) Saad Pascha Sagluls, welche gegenüber den Rationalisten immer eine um einige Ruancen ge­mäßigtere Haltung einnahm, so daß sie von Lord Cromer für geeignet gehalten wurde, zur Regierung des Landes mit herangezogen zu wer­den. Sie wird ungenau auch als die Partei des Wafd" (Delegationsvertretung) bezeichnet, da ihre Führer, welche sich als einzig berechtigte

Das neue Pergamonmuseum zu Berlin.

Don Geheimrat Dr. T h e o d o r W i e g a n d.

" Im sechsten Heft vonKunst und Künstler" dieses Jahres greift Karl Scheffler den geplan­ten Ausbau des Pergamonmuseums mit folgenden Worten an:Während der Streit um minder we- jsntliche Fragen den Ausbau des Deutschen Mu- jeums verzögert, breiten sich die Antikensammlungen immer weiter aus, und der Aufbau riesenhafter Urdjitefturfragmente verhindert die vernünftige Äsung einer der brennendsten Fragen, nämlich der Debertrogung der Mschatta-Fassade und der Jslami- i«faen Abteilung in dem Südflügel der Neubauten." Demgegenüber stelle ich hiermit fest, daß von einer immer weiter" getriebenen Ausdehnung der An- tikenfammlungen nicht im geringsten die Rede sein kann. Die drei großen Säle, die Messel als Ersaß für das abgerissene Pergamonmuseum entworfen und die Geheimrat Hoffmann ausgeführt hat, sind von Anfang an für dies künftige griechisch-römische Ärchitekturmuseum, alias Pergamonmuseum, ent­worfen worden, und von Anfang an hat dafür ein festes Programm bestanden. Es ist mir auch von feiner Seite eine Nachricht zugegangen, daß jemand meinen Ausstellungsplan verkümmern wollte, indem er einen Teil der Räume dem Islam zuweise. Auch irr Generaldirektor der Staatlichen Museen und der Leiter der Islamischen Abteilung wissen davon nichts. Trotz der ausgezeichneten Beziehungen, die Schefsler unterhält, würde ich mich wundern, wenn er mehr wüßte als die zuständigen verantwortlichen Direktoren. Immerhin zwingt mich sein Angriff zur Notwehr, und in dieser lege ich hier zum erstenmal ben Gesamtgedanken des neuen Pe r g a - monmuseums der Oeffentlichkeit vor.

Als Carl Humann und Alexander Conze den Pergamonaltar nach Berlin brachten, sagten sie ich, daß es nicht genüge, nur dieses Schaustück allem als Probe kleinasiatischen Glanzes sehen zu.lassen. Auch von den übrigen Gebäuden, Tempeln, Hallen, Toren, Mosaiken wurden wichtige Proben mit- gebracht. Die Ausgrabungen von Olympia, von Magnesia, Milet, Priene, Baalbek und Samos

Vertretung des ägyptischen Volkes erklärten, tu dieser Eigenschaft am 3. März 1919 bem damali­gen Sultan Fuad, der erst später den Königs­titel angenommen hat, eine kategorische Petition überreichten, deren Zweck es war, die Bildung eines nicht oppositionellen Ministeriums zu ver­hindern, was zu der wenig klugen Verhaftung dieser Führer durch die Engländer und ihrer Deportation nach Malta führte. Die Saglulrsten werden heute von England auf das heftigste be­kämpft, gerade weil sie durch ihre geschickte poli­tische Haltung am gefährlichsten find. Sie sind die eigentliche ägyptische Rationalpar­tei, da ihr Führer sie auf rein ägyptische Ziele, ohne Rücksicht aus religiöse Fragen eingestellt hat. Darin liegt ihre Stärke und vielleicht aber auch ihre Schwäche, denn die Masse Des Volkes ist sehr religiös orientiert unv hat überdies nicht aufgehört, in seinem christlichen Volksgenossen, I dem Kopten, seinen kulturellen und wirtschaft­lichen Todfeind letzterer ist meist Kaufmann und Geldverleiher zu sehen. Es erscheint viel­leicht sonderbar, daß, von den angeführteii Unter­scheidungen abgesehen, über das Programm der ägyptischen Parteien nichts gesagt wurde, tat­sächlich gibt es für sie für die drei sogenannten, gegenwärtig lartellierten Oppositionsparteien: Rationalisten, Liberal - Konstitutionelle und Wafd" jedenfalls nur ein Programm, das die Engländer aus Aegypten heraus zu kriegen und es ist nur der Weg und die Methode, füber welche man verschiedener Meinung ist. Wie es wieder das Programm desJttehad ist. sich mit England gut zu stellen, weil man es eben nicht zum Verlassen des Landes zwingen kann. Im übrigen ist für die einzelnen Gruppen die Persönlichkeit der Führer und ihr Ansehen wichtiger, als jede Parteiprogramm. Charakte­ristisch hierfür ist die Stellung Saad Sagluls, welche sich auf die Teilnahme an der Revolte Aratn Paschas und auf seine mehrfache Verhaftung und Deportation durch die Engländer begründet, zu unangreifbarer Popularität ausgebaut hat.

Als vor einigen Jahren Saglul Pascha, gestützt auf die erdrückende Majorität des Parla­mentes die Regierung übernahm, begann in Politik und Verwaltung eine systematische Eman­zipation des Landes von England und gleich­zeitig ein schrittweises Zurückdrängen des Ein­flusses der Krone auf die Regierungsgeschäfte, bis von einigen Arabern der englische Sirdar der ägyptischen Armee ermordet wurde, eine Tat, welche den Saglulisten von ihren englischen und sonstigen Gegnern in die Schuhe geschoben wurde, welche aber so durchaus nicht im Interesse Sagluls lag, daß man die Initiative dafür eher auf anderer Seite suchen könnte. Diese Tat hatte nämlich zur Folge, daß die Engländer die Zollämter beschlagnahmten, die ägyptischen Trup­pen aus dem Sudan entfernten unö_ Saglul schließlich demissionieren mußte. Der König er­nannte Den Botschafter in Rom, Siwar Pascha, zum Ministerpräsidenten, welcher die Unionsparlei gründete, in der Hoffnung, sich auf diese stützen zu können. Diese Parteigründung fand so wenig Anhang, daß eine schwere Enttäuschung die Folge war und Siwar Pascha im Laufe der Ereignisse zur Auflösung des intranfigenten Parlamentes, welches Saglul zu seinem Präsidenten gewählt

Ausschuhsitzung des Ober­hessischen Bienenzüchlervereins.

t Gießen. 7. April. Gestern fand im GasthofHindenburg" dahier die Frühjahrs­versammlung des Oberhessisch en Dienenzüchtervereins statt, die vom Prä­sidenten. Lehrer Buß-Leihgestern, mit kurzen Begrüßungsworten eröffnet wurde. Es waren sämtliche Zweigvereine mit Ausnahme von Grün­berg und Lauterbach, vertreten. Der vom Vor­sitzenden erstattete Jahresbericht über 192d ergab, daß die Zahl der Mitglieder am Ende des Jahres 1742 betrug. Das Andenken der ver­storbenen Mitglieder wurde in der üblichen Weise geehrt. Der deutsche Jinkerbund hat ein Cinheits- glas für Bienenhonig herausgegeben, das durch die Zweigvereine zum Preis von 15 Pf. für ein Halbpfundglas, 20 Ps. für ein Pfund-Glas, 30 Pf. für ein Zweipfund-Glas bezogen werden kann. Der Deutsche Jmkerbund ist für jedes Mitglied gegen Haftpflicht bei dein Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten für Deutschland in Berlin vom 1. April 1926 an versichert. Die Wanderversammlung des Hessischen Bienenzüchtervereins findet vom 7.bis 9. Juli in Wetzlar statt. Der Staatszuschuß für 1925 beträgt nur 90 Mk.. gegen 300 Mk. vor Dem Krieg. Don der Aachen-Münchener Feuer­versicherung gingen 250 Mk., von der Ceres 66 Mk. Vergütung zu. In Deutschland wurde in 1925 für 6 Millionen Mark Auslandhonig cin- geführt, zum Preis von 66 Mk. der Zentner. Hiergegen kann infolge der üblen Zvllverhält- nisse der deutsche Honig nicht konkurrieren, trotz­dem er gegen den Rährwert des Auslandhonigs mehr als das Doppelte wert ist. Die Rech­nungsablage ergab an Einnahme 8288.86 Mark, wozu noch 1956,90 Mk. Ausstände an rückständigen "Beiträgen kommen, in Ausgabe 7863.66 Mk. Dem Rechner tctirbe Entlastung erteilt und ihm der Dank des Vereins für feine Bemühungen ausgesprochen. Die Anträge der Zweigvereine Hungen und Vilbel betreffs anderer Regelung der Beitrage wurden abgelehnt. Der Voranschlag für 1926 fordert in Einnahme und Ausgabe 93o3 Mark. Die Lehrgänge für Förderung der Bienenzucht in Hirzenhain werden wieder in der Pfingstwoche und in der letzten Juniwoche unter Leitung des Herrn Hensel stattfinden. Uoöer die neuen, von ihm entworfenen Satzungen des Ober- hessischen Dienenzüchtervereins (E.V.) berichtete sodann eingehend Oberamtsrichter K l i e t s ch - Düdingen. Die Versammlung nahm die Ausfüh­rungen mit großem Interesse entgegen und sprach dem Vortragenden herzlichen Dank für seine gründliche Arbeit aus. Zu Ehrenmitgliedern tour- den die Herren Lehrer RotH-Lich. Lehrer Fischer- Schlitz. Holzapfel- Dirstein er­nannt. Zum Vereinsrechner winde Oberver- messungssekretär Schäfer-Gießen einstimmig gewählt. Als Preisrichter für die Ausstellung in Wetzlar wurden die Herren Sauer- Ober-Lais und Bernhard-Heimertshausen. zum Ersatz­mann Lehrer Schmidt- Kesselbach bestimmt. Die Herb st Vertreterversammlung soll in Hungen stattfinden. Zum Schluß wurde noch vom Vorsitzenden mitgeteUt. daß nach "Bekannt­gabe des deutschen Re'^swj-^chgftsministers für

Die ägyptische Frage.

1 Don unserem J.-Korrespondenten.

Kairo, Ende März 1926.

In doppelter Hinsicht ist die Bedeutung des Wlandes in raschem Steigen begriffen, einerseits äs Land, welches an der empfindlichsten Stelle ktf britischen Imperiums, an dessen Aorta sozu° bgen, dem Suez-Kan al, gelegen ist und da- ki ohne Unterlaß um seine Befreiung ringt, lidererseits als geistiges 3en t t um der Ti Gegensatz zum europäischen Kolonialimperia- jZinns stehenden islamischen Welt.

Cs ist daher vom englischen Standpunkt be- »-<islich daß der englische Kolonialsekretar Mr.

n c r y erklärte, Großbritannien sei nicht in ! e r Lage, seine Stellung in Aegypten aufzugeben. TSnn auch die von ihm gegebene Begründung. ul) ersteres die Verbindung zu dem, eben gerade >leabbten kurzerhand geraubten. Sudan schützen rüHe? an zynischer Schamlosigkeit seinesgleichen ^Sie heutige politische Lage Aegyptens ist cht ohne Betrachtung seiner politischen Parteien i- verstehen. Die älteste derselben, ist die von ' k-m verstorbenen Mustafa Kamel, gegen das 6ni>c des vorigen Jahrhunderts gegründete I Vaterlandspartei" (Hasb-el-watan), Deiche heute unter der Führung des energischen shasiz Ramasan Bey steht, und gewöhnlich als liotionalistenpartei bezeichnet wird. Die e Be­zeichnung erweckt leicht falsche Vorstellungen. )enn wenn die Partei auch die völlige Unab- lingigfeit Aegyptens fordert, ja so weit geht, eße Unterhaltung mit den Engländern abzu- ehnen, solange sich deren Truppen auf agyp- ns-Hem Boden befinden, so ist sie doch nicht national im europäischen Sinne, sondern vor- mglich panislamitisch eingestellt. Sie ver­einigt die extremsten. intranfigenteften Elemente uab ist heute numerisch, soweit ihre offizielle Anhängerzahl ins Auge gefaßt wird, vvn der Unionspartei" abgesehen, die schwächste der vier Parteien des Landes. Tatsächlich aber sind ihre Anhänger außerordentlich zahlreich, nur daß sie n-cht offiziell aus verschiedenen Gründen ent­weder der Partei Sagluls der zahlreichsten unb besonders vom persönlichen Prestige ihres Führers was hierzulande wichtiger ist als ein Programm zehrenden Partei, oder den reichen und über die besten Köpse verfügenden Liberal-Konstitutionellen", oder selbst der vorläufig am Ruder befindlichen konigs- ,reuen Unionspartei angeschloffen haben echnen dürste vielleicht einmal wenn Saglul Pascha hochbetagt ist. aus dem politischen Leben ausgeschieden sein wird, die Zukunft gehören, »ocausge^ht, daß sie durch leichte Verwässerung ihres WÄnes regierungsfähig geworden se,n

schen Pergamon und Mschatta, gegen die Unter­drückung des korinthischen Baustils protestiere ich mit aller Kraft.

Glücklicherweise protestiere ich gegen die Schesj- lerjche Idee nicht allein, (qpbalb der ganz über- raschende Angriff auf den Bestand des Pergamon- Museums kam, erhielt ich eine Fülle Hin Zuschriften bekannter Architekten, Bauhistoriker, Archäologen und Lehrer der Kunstgeschichte von allen Unwerfi- täten, technischen Hochschulen und archäologischen Instituten, die darin übereinstimmen, daß die von mir feit 1908 geplante und bis jetzt völlig unberührt gelassene Ausstellung des griechisch-römischen Archi­tektur-Museums einen bedeutsamen Fortschritt gegenüber dem früheren Pergamon-Museum dar­stellt, wo die Architekturen wegen Mangels an Wandraum nicht genügend zur Wirkung kommen konnten. Es gibt in der Tat kein Musdum, in dem die historische Entwicklung der griechischen und römischen Baustile auch nur annähernd so über­sichtlich und lehrreich dargestellt wird. Es genügt keineswegs, einzelne Originalstücke auf dem Boden anzuordnen man vergleiche die bitteren Worte Strzygowskis über die langjährige Mißhandlung des Pergamonfrieses und auf Proportionswirkung zu verzichten. Alle Kenner des Altertums erblitfvn den besonderen Wert der neuen Ausstellung nicht in Einzelheiten von Werkstücken, sondern dann, d^ß hier die Proportionen antiker Bauwerke der vcr- chiedensten Epochen in zeitlicher Reihenfolge ganz zu ihrer Auswirkung im Raum gelangen. Daß dabei die Originalwerkstücke nicht allem benutzt wer­den, sondern auch ergänzende getönte Abgüsse, wo es notwendig wird, das ist etwas ganz Selbstver' stündliches für ein derartiges archäologisches Mu- eum. Wir konnten ja aus unseren Ausgrabungen nicht jedes Originalstück über See schleppen, sondern müssen der Türkei dankbar setn für das, was sie uns als Anschauungsmittel reichlich genug überlieft.

Ich hosfe immer noch, daß der von Schefsler signalisierteUmbau" des mir anoertrauten An­tikenbesitzes auf einer falschen Information beruht. Es ist nun wirklich genug mit demNichts-in-Ruh - lafsen-können". Wir werden unsere pergamenische Erbschaft mit guten Bundesgenossen bis zum äußer­sten verteidigen, wie die hellenischen Lichtgötter ben Olymp gegen den Ansturm der Schlangensüßler.

hatte, schreiten mußte.

DerW a s d" hatte die Auflösung des Par­laments und damit auch Reuwahlen sofort als ungesetzlich erklärt, und als die Regierung Reu­wahlen ausschreiben wollte, die Parole dec Richt­beteiligung und Obstruktion ausgegeben, worin er von den sich mit ihm verbündeten Rationalisten und Liberalen unterstützt wurde. Die Gemeinde­vorsteher verweigerten es bei der Vorbereitung der Reuwahlen, welche nach einem von den ilnto- nisten ausgearbeiteten Wahlgesetz durch Wahl­männer indirekt hätte vorgenommen werden sollen, mitzuwirken, und ließen sich wegen Wider­setzlichkeit ruhig verhaften und einsperren.

Die Lage schien auf das höchste gespannt, und man erwartete Ausbrüche der Dolksleidenschaft, wie im Jahre 1919; damals wurden zahlreiche englische Soldaten erschlagen und buchstäblich in Stücke gerissen. ,

Besonders gefährlich erschien die Einberufung eines aus Abgeordneten. Vertretern verschie­dener Körperschaften, Gemeindevorstehern usw. bestehenden Ratio nalkvngresses, welche über Aufforderung der vereinigten Oppositions-