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Nr. 56 Zweites Blatt

Montag. 8. März 1926

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Turnen, Sport und Spiel

Dom Schulschwimmen in Gießen.

Eine Neueinführung im Schulbetrieb, die ihre Probe sehr schnell und aufs beste bestanden hat, ist das Schwimmen. Die Erkenntnis, daß Schwimmen Gemeingut des gesamten Volkes werden müsse, hat zu dem Entschluß geführt, das Schwimmen als Unterrichtsgegenstand in den Lehrplan der Schulen aufzuneymen. Das Landesamt für das Bildungs­wesen für den Volksstaat Hessen ist denn auch schon mit der Herausgabe vonNichtlinien für den Schulschwimmunterricht" an die Hand gegangen.

Zweck dieser Zeilen soll sein, dem Leserkreis und vornehmlich den Eltern der Schüler einiges über die Aufgaben und Erfolge des Schulfchwimmcns zu be> richten. Nach genauen Erkundigungen wird an allen Schulen Gießens geschwommen, und zwar ist das 6. Schuljahr (12. Lebensjahr) als das am geeignet­sten zur Erlernung des Schwimmens erkannt wor­den. Noch, ehe die Kinder das Wasser zu sehen be­kommen, werden die Schwimmbewegungen als Trockenübungen in den Turnstunden tüchtig mit ihnen geübt. Nach langsamer Gewöhnung an das nasse Element durch Plantschen, Spielen usw. wird erst mit dem systematischen Schwimmunterricht be­gonnen. Aufgabe des Schulschwimmens ist u.E. die Erlernung des Brustschwimmens und des Sprin­gens in das Wasser in irgendeinem Sprunge. In­sofern unterscheidet sich das Schulschwimmen vom Sport- oder Vereinsschwimmen, das ja alle Spiel­arten des Schwimmens und Springens umfaßt.

Die Erfolge des Schulschwimmens haben den Erwartungen voll und ganz entsprochen; sie stellen Lehrer und Schüler in jeder Weise zufrieden. Wenn z.B. an einer Schule von 130 Schülern 113 in einem Schuljahr das Schwimmen erlernt haben, so sind tos nahezu 87 Prozent, und dies bestätigt unsere oben ausgesprochene Ansicht über den Erfolg des Schulschwimmens.

Im großen und ganzen werden die Bestrebungen der Schulen, jedem Kinde das Schwimmen bei­zubringen, seitens der Eltern unterstützt. Einigen Ueberängstlichen, die es ja immer gibt und auch fernerhin geben wird, sei versichert, daß mit aller Vorsicht, mit gewissenhafter Aufsicht und vor allem mit großer Geduld zu Werke gegangen wird, und daß sich die Lehrer ihrer Aufgabe wohl bewußt sind. Die (Eltern können mit Beruhigung ihre Kinder zum Schwimmen schicken nur der Rat des Arztes darf sie davon abhalten, zumal es den Schülern große Freude macht und sie durch die Schule hier eine weitere gute Förderung für das Leben er­halten, sich selbst zur Gesundheit und gar ost dem Nächsten zum Segen.

Fußball.

Aus bem Arbeiter- Turn- und Sportbund.

ZHänncrfumtwrtln Marburg I Turn- und Sport­verein wlefeck I 0:1.

-L Die Wiesecker Mannschaft hat sich wieder auf sich selbst besonnen und ihre Befähigung, die kommenden Derdandsspiele in der ersten * sse mitzuspielen, erbracht. Mußte sie sich noch ... vorhergehenden Sonntag von den Marbur­gern mit 5:0 alS geschlagen bekennen, so konnte sie auS dem gestrigen Rückspiel in Marburg zwar knapp, aber als einwandfreier Sieger her­vorgehen. DaS Spiel war von Anfang bis Ende offen und verteilt, bald war die eine, bald die andere Partei im Vorteil, ohne daß bis zur Halbzeit etwas Zählbares zu erreichen gewesen wäre. Als Wieseck kurz nach Wiederanstoß wieder etwas drückte, gelang es dem rechten Läufer, einen erfolgreichen Schuß anzubringeir. Die sich in glänzender Form befindlichen Verteidiger und der Tormann machten alle Anstrengungen der Marburger zunichte. Ein ihnen zugesprochener <Afmeter wurde von den Wieseckern in echt sport­licher Weise verschenkt. Das Eckenverhältnis be­trug 9:7 für Wieseck. Dieses Resultat den sehr guten Marburgern gegenüber ist für die neu» erstarrdene Wiesecker Mannschaft, trotzdem sie mit Ersah das Spiel austrug, äußerst ehrenvoll und ein Beweis, daß die Mannschaft ihren guten Auf zurückerobern will.

Tum- und Sportverein wieseck Jugend Freie Turnerschast Lollar Jugend 1:0.

3n Wieseck spielten obige Mannschaften ihr letztes Gesellschaftsspiel vor dem Beginn der diesjährigen Verbandsspiele. Lollar wählte Wind und Sonne im Rücken und stellte die körperlich stärkere Mannschaft, konnte aber trotzdem gegen die bessere Spielweise der Wiesecker nicht auf­kommen. Das einzige Tor schoß der Wiesecker Halbrechte in der ersten' Viertelstunde, die Ver­suche der Lollarer, aufzuholen, scheiterten an der vorzüglich spielenden Hintermannschaft Wiesecks. Das Spiel der Lollarer ist noch etwas zer­fahren, ein Mangel, der sich bei längerer Spiel- Praxis beheben wird, während der Wiesecker Sturm vor den, Tor mehr schießen muß und nicht ins Tor hineinkombinieren darf.

Sp. D. 1920 Heuchelheim I - D. s. B.-KurhessenMarburg 11 2:1

ck. Der Sportverein 1920 Heuchelheim hatte die 2. und 3. Mannschaft des V. f. D. 05 Kur­hessen Marburg als Gast. Der Platz war trotz des vorangegangenen Regens in sehr guter Ver­fassung.

Rachdem die 3. Mannschaft von D. f. B . 05 Kurhessen gegen Heuchelheims 2. 2:2 gespielt hatte, betraten die 2. des V. f. B. 05 und die 1. des Gastgebers das Spielfeld. Sofort setzte ein sehr lebhaftes Spiel ein, das die Marburger erst etwas überlegen sah. Rach und nach fand sich auch Heuchelheim besser, und das Spiel wurde verteilter. Man sah bei­derseits schönes Feldspiel, nur wurde zu lange kombiniert und dabei der gesunde Torschuß ver­gessen. Der Marburger Sturm war etwas durch­schlagskräftiger und konnte nach 20 Minuten Spieldauer nach Strafstoß von der Strafraum­grenze aus das erste Tor erzielen. Mit diesem Resultat ging es in die Halbzeit. Run hatte Heuchelheim Sonne und Wind im Rücken und kam verschiedentlich schon durch. Doch die Ver­teidigung und besonders der sehr eifrige Mittel­läufer der Gäste klärten vorläufig alles. Rach wechselvvllem Spiel kam Heuchelheim wieder mehr

Die Futzbaü-Meisterschaften.

Die Mainbezirks-Meisterschaft.

Inanspruchnahme der Gerichte?

WSR. München, 7. März. Der Ver­bandsvorstand des Süddeutschen Fußballverban- des beschloß in einer Sitzung, die gestern hier stattfand, folgendes: Der Fußballsport­verein Franks urt ist endgültig Mei­ster des M a i n b e z i r k s. Er nimmt vom kommenden Sonntag an den Spielen um die Süddeutsche Meisterschaft teil unter Anrechnung von vier Verlustpunkten aus den Spielen von Hanau 93 gegen Fürth und München. Der Ver­bandsvorstand sieht die Teilnahme von Hanau an den Spielen als gültig an. Er gibt seine Erlaubnis zur gerichtlichen Austragung der An­gelegenheit. Der Verbandsvorstand gibt ferner die Erlaubnis, die Angelegenheit der Mainbe­zirksmeisterschaft vor dem ordentlichen Gericht auszutragen.

Um die westdeutsche Fußball­meisterschaft.

WSR. Vor einer großen Zuschauermenge gelangte gestern in Bochum das Spiel um die Westdeutsche Meisterschaft auf dem Platze des Turn- und Sportvereins Bochum zwischen T u r u- Düsseldorf und E. V. A l t e n e s s e n zum Austrag. Die Altenessener, die in guter Form spielten, entledigten sich ihres Gegners mit gro­ßem Geschick und brachten ihm eine Riederlage von 8:2 Toren bei. Dieses Ergebnis bedeutet für Westdeutschland eine Sensation, da Tum als aussichtsreichster Kandidat für die West­deutsche Meisterschaft gilt.

Hamm: Arminia Bielefeld Sport Kassel 4:3.

Bonn: V. f. R. Köln Sportfreunde Siegen 3:0.

TieRunde der Zweiten".

WSR. Vor etwa 10 bis 12 000 Zuschauern blieb in Duisburg im Spiel um die Westdeutsche Meisterschaft in derRunde der Zweiten" der Vertreter des Rheingaues Rheydter Spiel­verein gegen den Duisburger Fußball­verein 0 8, der bisher ungeschlagen die Spitze der Tabelle führte, mit 5:2 (2:0) Sieger. Die Mannschaft des Duisburger Fußballvereins 08 versagte im Gegensatz zu ihrer sonstigen Form glatt. Rheydt wechselt mit seinem gestrigen Siege die Tabellenposition mit der des Duisburger Spielvereins 08 und stellt sich an die Spitze der Tabelle.

Düsseldorf: Schwarzweiß Eessen For­tuna Düsseldorf 5:1. /

Süddeutschland.

WSR. In M ü n ch e n spielten Bayern München gegen D. f. R. Mannheim mit dem hohen Resultat von 10:0. Die Bayern waren stark überlegen. In der zweiten Halbzeit boten die Mannheimer überhaupt feinen nennenswer­ten Widerstand mehr.

1. F. C. Rürnberg gegen Phönix Ludwigs­hafen 2:9 (Halbzeit 2:0). Spielver. Fürth gegen Karlsruher Fuhballverein 2:0. Allg. Sportver­ein Rürnberg gegen 1. F. C. Bayreuth 5:5. Fußballclub 1860 Fürth gegen Eintracht Nürn­berg 5:0 (3:0). Die Fürther haben damit die mittelfräi'.kische Kreisligamannschaft gewonnen, vorausgesetzt, daß die vom Sportverein Franken noch laufenden Proteste nicht durchgeführt wer­den.

Norddeutschland.

Alm die Norddeutsche Fußball-Meisterschaft endete das einzige Schlußrundenspiel des Sonn­tags in Hamburg mit einem 2:0 (1:0) Siege des Hamburger S. V. über den Hannoverschen S. C.

Berliner Ergebnisse.

In der Abteilung A spielten vor 8000 uZ- schauern Hertha-Berlin und fein Rivale Fußball­klub Vorwärts unentschieden 1:1. Dadurch steht die Meisterschaft der Abteilung nach wie vor offen. Die weiteren Spiele der Abteilung A hatten folgende Resultate: Tennis-Borussia ge­gen Berliner Sportverein 92 5:2, Wcißensee 1900 gegen Union Potsdam 3:3, 1. F. C. Reu-Kölln gegen Spandauer Sportverein 2:0, Sp. C. Char» lottenburg gegen Allemania-Haselhorst 6:1.

In der Abteilung B steht der Abteilungs­meister fest. Rorden-Rordwest Berlin siegte gegen Sp. C. Wacker 04 2:0, der Berliner F. C. Preu­ßen siegte über die Schöneberger Kickers 3:2. Außerdem gewann Union Oberschöneweide gegen -Tasmania Reu-Kölln 3:0 und der B. F. C. Allemania 90 gegen Spandauer Sportklub 5:2.

Um die westdeutsche Hochschul­meisterschaft.

WSR. Essen, 7.März. Im Stadion Schwarz- Weiß in Essen (Ruhr) standen sich heute nach­mittag die Universitätsmannschaften Köln und Hannover um die westdeutsche Hochschulmeister­schaft gegenüber. Rach wechselvollem Spiel sieg­ten die technisch besseren Hannoveraner verdient mit 3:1 (2:0).

auf, und in der dreißigsten Minute gelang es dem Mittelstürmer des Plahvereins, nach Abwehr des Tormanns durch fräftigen Rachschuß den Ausgleich zu erzielen. Durch diesen Erfolg ange­feuert, gab Heuchelheim alles aus sich heraus und 1 Minute vor Schluß konnte der Linksaußen durch schonen Schrägschuß unhaltbar das siegbringende Tor einschiehen.

Von den Gästen war der Sturm sehr flink und besonders im Ballstoppen sehr gut. Der Mittel­läufer war wohl der beste Mann auf dcm Platze. Die Verteidigung ballsicher, nur im Stel­lungspiel mangelt es noch. Der Tormann gut. Beim Plahverein hatte die Verteidigung schwer zu schaffen, entledigte sich aber einschließlich des sehr guten Tormanns ihrer Arbeit in hervor­ragender Weise. Hiergegen fiel die Läuferreihe etwas ab. Der Sturm kombinierte sehr schön und war bis zum Schluß von vorbildlichem Eifer beseelt.

Bei dem herrlichen Frühlingswetter hatten sich etwa 300 Zuschauer eingefunden, die ein faires und in jeder Beziehung interessantes Spiel zu sehen bekamen.

Herr Zutt. 1900 Gießen, war als Schieds­richter sehr gut.

Handball.

3n Wetzlar unterliegt der F. C. 05 dem Hagener 5. C. mit 1:2.

tz. Um es vorweg zu nehmen: Ein Glücks­sieg der Hagener! Sie verdienten das Glück des entscheidenden Tores, weil sie eine große Kleinig­keit mehr System im Angriff zeigten und weil der F. E. Torhüter neben glänzenden Paroden zwei schwache Momente hatte, die Hagen aus- nützen konnte. Wenn man die Leistung der beiden Parteien in den einzelnen Spielphasen vergleicht, so ergibt sich: Hagen zeigte die erste Halbzeit erfolgreicheres Spiel und führte ver­dient. Die zweite Hälfte des Kampfes gehörte ebenso (bis auf wenige Minuten) den Wetzlarern. Das Endresultat hätte lauten müssen unentschie­den, unter allen Umständen unentschieden!

Bei prächttgem Wetter pfiff der Unpar­teiische aus Barmen um 4 Uhr das Treffen an. Mit Wind und Sonne für Wetzlar entwickeln sich beiderseits Angriffe, die reif zum Schuh werden, als zunächst Wetzlar durch Paulus mehrere Schüsse verwirft, während auf der an­deren Seite Hagen den gegnerischen Torhüter zur Hergabe seines ganzen Könnens zwingt. Und Diehl hält wie noch nie. In einer kurzen Kombinatton Hagens in Tornähe zögert die Verteidigung Wetzlars mit dem Eingreifen. Den in der Folge plaziert geworfenen Ball pariert Diehl durch Werfen. Das Leder entspringt ihm und in greifbarer Rähe rollt der Ball langsam über die Linie. 1:0 für Hagen! Bald muß Diehl wieder als letzte Rettung ein greif en. Die Ab­wehr glückt ihm knapp. Der abgefangene Tor­abwurf wird fast von der Auslinie nachge­worfen und über Diehls Kopf hinweg (dessen Ctellungsfehler!) erzielt Hagen sein 2:0! Sei­tenwechsel. Wetzlar hat umgestellt. Die Um­stellung bewährt sich. Als Inhaber der un­günstigen Seite drängt Wetzlar trotzdem. R u s e r t als H. R. arbeitet gut mit Paulus zusammen, der viele Alleingänge versucht, aber alles in vollem Laufe bedrängt übers Tor wirft, bis er endlich mit scharfem, halbhohen Schuß ein Tor aufholt! Mehr und mehr kommt Wetzlar auf. Hagen verstärtt die Verteidigung und seht seine Körperkraft mehr wie erlaubt ein. Das

Spiel" wird mehr und mehr zumKampf". Die Folge davon sind zahlreiche Strafwürfe für Wetzlar, die das Spiel unschön zerreißen. Hagen ist fein Erfolg mehr beschieden, Wetzlar trotz spielerischen Uebergewichts desgleichen. 2:1 endet der K am p f für den Südwest­falenmeister!

Die Mannschaften: Wetzlar zeigte fast sein altes Können, spielte aber unverdient eines seiner unglücklichsten Spiele. Der Elf hat man in den andauernden Kämpfen um des Westens höchste Handballehre mit aufreibend langen Rei­sen, ungewohnten Verhältnissen und starken Geg­nern zu viel zugemutet. Die Umstellung mit Schönberger als Mittelläufer und Ver­stärkung des Sturmes auf den Halbposten sollte bestehen bleiben. Sie wird sich als nützlich und erfolgbringend erweisen. Die Zukunft wird das lehren. Hagen hielt nicht das. was man sich von ihm versprach. Die Mannschaft muß mehr können, wenn sie nach der Meisterschaft die Hand ausstrecken will. Gut waren der Innensturm und der Hüter. Ihr Spiel verlor durch allzu große Körperlichkeit.

700 Zuschauer bei herrlichem Frühlings­wetter hielt der Kampf in Spannung und Auf­regung, denen Hagen nicht gefiel. Zu den zwei Erfolgen der Hagener rührte sich feine Hand zum Beifall. Und als Paulus das Tor warf, hallte das Stadion wider von einem einzigen Schrei! Der Handballsport hat's den Wetzlarern angetan. Jung unb alt ist mit großem Interesse bei der Sache.

Mit dem Unparteiischen konnte man im all­gemeinen zufrieden fein. Vollkommen ist kein Mensch. Was man ihm hoch anrechnen kann, liegt in seiner Spielleitung begründet: seine Unparteilichkeit!

Um die westdeutsche Meisterschaft

WSN. Im Spiel um die westdeutsche Hand- ballmeifterschaft zwischen V. v. B.08 Aachen und Münster siegte Aachen verdient mit 7:2.

Mitteldeutschland.

Im Bezirksmeisterschaftsspiel im Handball siegte der Polizeisportverein Hannover gegen den Braunschweiger V. f. L. Lehre mit 24:0.

iBerliner Handball.

WEN. In der Berliner Handballmeisterschast der Turnerschaft siegte der Turn- und Sportverein Spandau gegen den Turn- und Sportverein Schöne­berg 7:0 (1:0).

yn der Damenklasse gewann die Berliner Tur­nergenossenschaft 2:1 (1:1) über die Turngemeinde Berlin.

Brandenburger Ergebnisse.

U mdie Brandenburgische Handballmeisterschast endeten die Vorrundenspiele des gestrigen Sonntags mit dem 8:0-Siege des M. T. V. Landsberg über Eiche-Fürstenwalde, dem 2:1-Siege des M. T. V. Rathenow über M. T. V. Wittenberge und dem 5:1- Siege des P. P. f. L. Äottbus über M. T. D. Zossen.

M. T. V. - T. D. 1846 2:0 (0:0)

Dem gestrigen Treffen aus dem Trieb wohnten elwa 300 Zuschauer bei. M. T. V. hate Anwurf und leitete den Ball sofort vor das gegnerische Tor, wo er jedoch an der Verteidigung scheiterte. Der Sturm von 1846 fand sich gleich zusammen und brachte das gegenerische Tor öfters in Gefahr: In den ersten 10 Minuten machte sich eine Ueberlegenheit von 1846 bemerkbar, jedoch wurden alle Würfe eine

Beute des M. T. D.-Dorwarts. Nunmehr fand sich auch M .T. V. zusammen, so daß der T. V.-Torwart rettend eingreifen mußte. Bis zur Halbzeit (0:0) ziemlich ausgeglichenes Spiel. In der zweiten Halb­zeit hatte M. T. D. mehr vom Spiel und konnte zweimal einsenden. 1846 führte in der zweiten Halb­zeit ein zerstreutes Spiel vor. Vereinzelte Durch­brüche des Innentrios von 1846 scheiterten an der in guter Form befindlichen Verteidigung des M. T. V. Dieser führte gestern als Meisterklasse ein ent­sprechendes Spiel vor, der 2:0-Siea ist vollauf ver­dient. 1846 konnte in der ersten Halbzeit sehr gut gefallen und sich der Mannschaft der Meisterklasse gleichstellen. In der zweiten Halbzeit gao jedoch M. T. V. den Ton an. Schiedsrichter Fisch vom T. u. Sp. Butzbach leitete das Spiel zur Zufrieden­heit.

Schwimmen.

Auftakt in Berlin.

Die diesjährige Berliner Schwimmsaison wurde gestern durch die Veranstaltung des Berliner Schwimmclubs eröffnet. Recht gut schnitt hierbei Andreas- Spandau 04 gegen Heitmann- Magdeburg 96 im 1. bei. Schwimmen mit 1:06,2 ab, Heitman erzielte 1:04,2, Poseidon- Berlin konnte die große Freistilstaffel vor 89 gewinnen. Magde­burg 96 schlug sicher den N. S. V. Breslau in einer Senior-Freistilstaffel 3 mal 60 Meter. Die große Bruststaffel wurde eine Beute von Weißen­see 96.

Die deutschen Schwimmer in Amerika.

Rademacher und Frölich sind mit ihrem Begleiter Behrens vor kurzem in Amerika ein­getroffen. Die dortigen Zeitungen beschäftigen llch eingehend mit der Amerikareise der beiden Magde­burger. Frölich, der während der Ueberfahrt stark unter der Seekrankheit zu leiden hatte, hat sich von diesen Anstrengungen wieder erholt. Behrens hat eine stanze Reihe von Einladungen zu Schwimm- ivettkämpfen erhalten und bis jetzt folgende fest an- henommen: zum 8. März nach Philadelphia, zum 9. März nach Neuyork, zum 10. März nach Boston, zum 20. März nach Detroit, zum 22. März nach Buffalo, zum 6. bis 9. April nach Chicago.

Die Aussichten Rademachers sind durchaus nicht so gut, wie man vielfach annimmt. Zwar Ist Behrens ein äußerst stefchickter und erfahrener Berater, der schon lange im Schwimmsport steht und außerdem Land und Leute kennt. In dieser Beziehung und auch hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Zeit sind die Schwimmer besser dran als Houben. Jedoch müssen die neuerdings von dem jungen Amerikaner S p e n c e geschwommenen Zeiten zu Bedenken An­laß geben. Dieser neuen Größe gelang es, Radema­chers Weltrekord im 200-Meter-Brustschwimmen von 2 Min. 50,4 Sek. auf 2 Min. 47,6 Sek. zu ver­bessern. lieber 200 Parbs erzielte er eine Zeit von 2 Min. 32,6 Sek., womit er aber die von Rade­

macher vor seiner Abfahrt in Hamburg erzielte Zeit von 2 Min. 31,1 Sek. nicht erreichte. Auch Rade­machers Bestleistung im 200-Vards-Brustschwimmen

wurde durch Spence von 2:52,6 Mkn. auf 2:48,8 Minuten gedrückt.

christen nicht entsprach, so daß 5 Weltrekorde ausbleioen wird,

internationalen Vor eine Anerkennung a

Bemerkt muß hierzu noch werden, daß da» Bassin, in dem die c Zeiten erreicht wurden, den

Deutscher Schwimmerfieg im Ausland.

Dem Magdeburger Hellenen Ewald Riedel, der sich zur Zeit in Chile aufhält, ist es gelungen, bei den vor kurzem ausgetragenen chilenischen Meisterschaften über 100 und 200 Meter im freien Stil zweifacher chilenischer Meister zu werden. Er gewann das 100-Meter-Freistilschwimmen in 1 Min. 12 Sek. und die 200-Meter in 2 Min. 55 Sek.

Reitsport.

Frankfurter Frühjahrsturnier.

WSR. Frankfurt a. M, 7. März. Das große Frankfurter Frühjahrsturnier, das gestern unb heute stattfand, hatte eine außerork^ntlich starke Teilnahme von erlesenem Pferbematertal aus bem ganzen Reiche gefunben, trotzdem der Stall Langen, bekanntlich der größte Turnterstatt Deutschlands, in letzter Stunde abgesagt hatte. Das Hauptereignis, der Preis vom Parkhvtel, ein Iagbspringen mit einem Ehrenpreis für den Sieger unb Geldpreisen in Höhe von 1200 Mark, wurde von Graf Hohenau aufSemper Avanti" aus dem Stalle Veit mit null Fehlern gewonnen. Zweiter wurde Oppenheimers Lady Price", dritter Paul HeilsPreuße". Besonders beifällig wurde das Reiten der Ju­gendlichen unter 16 Jahren ausgenommen. <36 haben sich auch einige Stürze, jedoch durchaus harmloser Art, ereignet Don sonstigen wichtigen Prüfungen sind hervorzuheben: Preis von Rie- derrad. Leichte Klasse: 1. Irmgard v. Opel ausAristokrat": schwere Klasse: Prinz Si- arsmund von Preußen aufCiL": Preis des Frankfurter Rennklubs: Oberleutnant Ger­hard aufZeppelin": Preis des Frankfurter Renn- und Fahrklubs: Prinz Sigismund mund von Preußen aufJurist": Paar­klasse: Prinz und Prinzessin Sigis­mund von Preußen aufCis" undPro- methu Die Hauptprüfung am Samstag", der Otto-Koch-Erinnerungspreis, wurde von Ober­leutnant Andreae aus OppenheimersZwerg- köntg gewonnen, während der Preis vom Frankfurter Tattersall an BohnstedtSDana- Heri" fiel.

Wintersport.

Aus dem Berliner Sportpalast.

WSR. Unter zahlreicher Beteiligung nahmen am gestrigen Sonntag die Meisterschaften um bie eissportlichen Wettbewerbe im Berliner Sportpalast ihren Fortgang. Die Ergebnisse waren folgende:

Damen - Iunioren-Kunstlaufen- 1. Fräulein Diehe (Berliner Schlittschuhklub' 73.8,2 Punkte, 2. Fräulein Kownahki (Berliner Eislaufverein) 70,3 Punkte.

Herren - Iunioren-Kün st laufen: 1 Brey (D. Schlittschuhklub) 83 Punkte, 2. Strebe (D. Eislauf verein) 73,5.