r~ Gri-peepibemle.
3ix Bamberg herrscht zur Zeit eine V-x1 tige Grippeepidemie, wahrscheinlich infolge der unnatürlich warmen Witterung, so daß fast in jeder Familie drei bis vier Personen von ihr befallen fmb. Auffallenderweise handelt es sich nicht um die "ehr harmlose, der Influenza ähnelnden Grippe, sie tritt meist in den bösartigeren Formen der Magen-, Darm- und Kopfgrippe auf.
Sin dreister Raubüberfall.
In der Wohnung des Gemeinde-Vorstrhers der Ortschaft Mödesse (Sachsen) erschienen zwei maskierte Räuber, richteten Revolver auf die Eheleute und forderten sie auf, alles Bargeld herauszugeben. Während der eine der Räuber den Vorsteher in Schach hielt, zwang der andere die Frau, die Behälter zu öffnen und das Geld herauszugeben. Etwa 1000 Mari fielen den Raufern in die Hände. MS sie die Beute in Sicherheit hatten, fesselten sie die Eheleute mit Stricken an Stühle und nahmen noch zwei Fahrräder mit, auf denen sie entkamen.
Eigenartige Ermittelung eines Brandstifters.
In Büchten im Kreise Fallingbostel in Hannover hatten zahlreiche Hofbesitzer D r o hb r i e f e erhalten, in denen ihnen mit dem Anzünden ihrer Gehöfte gedroht worden war. Eine Scheune war bereits in Flammen aufgegangen, ohne daoß der Tater' ermittelt werden konnte. Da forderte eines Tages der Gemeindevorsteher alle Eingesessenen auf, eine „Eingabe an das Ministerium" mit ihrer älnterschrift zu versehen. An Hand einer der Unterschriften konnte der Schreiber der Drohbriefe festgestellt werden, der auch sofort in Haft genommen wurde.
3m Streit erstochen.
In Pirmasens gerieten in einer Wirtschaft verschiedene Gäste miteinander in Streit, der in Tätlichkeiten ausartete, wobei die Brüder Brunner, beide aus der Separatisten- zeit bekannt, derart durch Messerstiche verletzt wurden, daß sie ihren Verletzungen in kurzer Zeit erlagen. Auch ihr Vater und der Inhaber der Wirtschaft wurden schwer verletzt. Als der Tat dringend verdächtig wurden zwei Brüder Bauer verhaftet.
Aus der provinMhauptstadt.
Gießen, den 8. Februar 1926.
** D i e Amtstage des Kreisamts Gießen. Dgs Kreisamt Gießen veröffentlicht im neuesten Amtsoerkündigungsblatt eine wichtige Bekanntmachung über die Amtstage, in der es heißt: Trotzdem wir im März v. I. durch Bekanntmachung die Kreisbewohner ersucht haben, sich für die Besuche bei uns in erster Linie der Amtstage — Dienstag- und Freitagvormittag jeder Woche — zu bedienen und an anderen Tagen nur in solchen Fällen auf dem Amt vorzusprechen, die so dringend sind, daß der nächste Amtstag nicht ab- gewartet werden kann, wächst ständig die Anzahl der täglichen Besucher, die durch mündliches Dorsprechen ihre Angelegenheiten erledigen oder fördern zu können glauben. Durch diese tägliche Inanspruchnahme der Beamten mit mündlichen Verhandlungen wird die ordnungsmäßige und rechtzeitige Erledigung der schriftlichen Arbeiten unmöglich gemocht. Es wird daher künftig jeder Besucher ab gewiesen werden, der an a n - deren Tagen als den obengenannten Amts- tagen auf dem Amt erscheint und dessen Angelegenheit das persönliche Erscheinen nicht erfordert, oder als nicht so dringend erachtet wird, daß der nächste Amtstag nicht hätte abgewartet werden können.
** Wichtige kommunalpolitische Fragen dürften heute abend in der Generalversammlung des Verkehrvereins im „Hindenburg" zur Sprache kommen. Dort spricht Geheimrat Prof. Dr. Sommer bekanntlich über das Thema „Gießens Zukunft als Verkehrszentrum". An die Darlegungen des Referenten wird sich zweifellos eine interessante Aussprache anknüpfen.
•* Elektrische Hausinstallationen dürfen nur durch zugelassene Installateuere bzw. durch das Elektrizitätswerk selbst vorgenommen werden. Man beachte die heutige Bekanntmachung des Elektrizitätswerkes.
" Personalien. In den Ruhestand versetzt wurden auf Grund des Altersgrenze-Gesetzes mit Wirkung vom 1. April 1926 der Bureaudirektor bei dem Amtsgericht Gießen Iakob D o s ch und der Oberjustizinspektor bei dem Amtsgericht Ridda, Ludwig Geiger.
D Die Verzinsung der Domanial- gefälle in Hessen. Wie wir hören, sind mit Wirkung vom 1. Februar die Sätze für die Verzinsung aller Dominialgefälle (Erlöse aus Holzverkäufen, aus Bauplatzverkäufen, aus der Verwertung von Nebennutzungen, Miet- und Pachtgelder ujw.) herabgesetzt, und zwar: die Stundungszinsen auf 6 Proz. jährlich, die Verzugszinsen auf 10 Proz. jährlich. Für die vor dem 1. Februar gestundeten Gefälle betragen ebenfalls die Stundungszinsen vom 1. Februar ab 6 Proz. jährlich und die Verzugszinsen 10 Proz. jährlich.
** Vortragsvereinigung Gießen. Am Donnerstagabend gab Vortragsmeister Emil
Die Viebertalbahn auf dem Kriegspfade.
Seit einer Reihe von Jahren ist aus den bei Gießen gelegenen Gemeinden des Hinterlandes immer dringender der Wunsch laut geworden, durch zweckmäßige Verkehrseinrichtungen mit der Stadt Gießen verbunden zu werden, damit den vielseitigen Interessen der Orte, die ausschließlich nach Gießen gerichtet sind, in befriedigender Weise genügt werden könne. Dieser Wunsch ist besonders stark in den Gemeinden Krofdorf. Fellingshausen, Krumbach und Frankenbach, man hegt ihn aber auch in Rodheim a. d. Bieber, Bieber und Königsberg, denn für die letztgenannten Orte ist die Biebertalbahn alles andere denn ein zufriedenstellendes Verkehrsmittel. Es kann nicht bestritten werden, daß alle diese Gemeinden bis heute mit Recht über stiefmütterliche Behandlung ihrer Verkehrsbelange klagen. Hinsichtlich der Gemeinden des Diebertales hat die Stadt Gießen stets mit Rachdruck darauf hingewirkt, daß die Viebertalbahn zur Erfüllung ihrer vertraglichen Verpflichtungen angehalten wurde. Den Bemühungen der Stadtverwaltung, die von den Behörden der Biebertalgemeinden in tatkräftiger Weise unterstützt wurde, ist ein gewisser Erfolg nicht versagt geblieben: es werden jetzt wieder mehrere Züge täglich gefahren, jedoch ist die Personenbeförderung meist mit Frachtgutverkehr verbunden, wodurch den Passagieren mancherlei Unannehmlichkeiten und unliebsame Zeitverluste infolge Rangierens entfielen. Zufriedenstellend sind die Verkehrsverhältnisse auf der Diebertalbahn also noch immer nicht. Zur Befriedigung der Derkeh-rswünsche der Gemeinden Krofdorf, Fellingshausen, Krumbach und Frankenbach ist die Stadt Gießen ebenfalls stets bereit gewesen. Es sei hier nur daran erinnert, daß bereits vor dem Kriege zwischen Gießen und Krofdorf ein Abkommen getroffen war, nach dem die Stadt Gießen ihre Straßenbahn nach Krofdorf ausdehnen wollte. Das Gelände war damals schon bereitgestellt. Der Ausbruch des Krieges verhinderte die Inangriffnahme des Projekts, der unglückliche Kriegsausgang vereitelte dann die Durchführung des lobenswerten Planes.
Im Sommer 1925 wurde der Gedanke einer befriedigenden Verbindung der Stadt Gießen mit Krofdorf, Fellingshausen usw. erneut lebendig, und es tauchte nun der Plan auf, einen Postkraftwagen-Verkehr Gieße n— Krofdor f—F e ll in g s Hausen zu schaffen. Die Rachbargemeinden am vorläufigen Endpunkt der Linie im Kreise Biedenkopf sollten von dieser Verbindung ebenfalls schon Rutzen haben. Seit September v. Is. wurde eifrig zwischen den zunächst beteiligten Gemeinden und von diesen mit den zuständigen Aufsichtsbehörden verhandelt, die Entwicklung der Angelegenheit verlief wunschgemäß, der Postkraftwagen traf bereits in Gießen ein, die von allen beteiligten Gemeinden sehnlichst erwartete Inbetriebnahme der Linie schien unmittelbar bevorzustehen. Da tauchte ein Hindernis auf, das niemand erwartet hatte. Die — Diebertalbahn erhob Einspruch gegen diese Derkehrseinrichtung! Ausgerechnet die Biebertalbahn, die auf ihrer Strecke so wenig Verständnis für die Interessen der Allgemeinheit bekundete! Die Detriebsführerin der Bahn, die Allgemeine Deutsche Eisenbahn A.-G. in Berlin, macht in ihrem Schriftsatz deutlich, daß der Einspruch nur von ihrem eigensten materiellen Interesse geleitet ist: über die berechtigten Belange der Allgemeinheit geht sie kühl hinweg. In dem Einspruch wird versucht, die Sache so hinzustellen, als ob die Orte Krofdorf und Fellingshausen mit zum engen Dahnbereich gehörten, die Diebertalbahn den berechtigten Wünschen der Bevölkerung gerecht werde, und schließlich wird rund heraus gesagt, daß die Diebertalbahn-Gesell- schäft das geplante neue Verkehrsmittel m i t allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen werde!? Dieser Einspruch fand bei der preußischen Aufsichtsbehörde eine sehr rasche Erledigung: er wurde nach einer einzigen kurzen Rücksprache des Krofdorfer Dürgermeisters Drockmeier mit den zuständigen Regierungsstellen in Koblenz glatt abgewiesen. Dagegen machten die hessischen Regie-
Kühne aus Berlin einen „Abend froher Kunst". Die Voranzeige hatte ein Quodlibet, in dem Jean Paul, Wilhelm Busch, u. a. glaube ich, auch Eittinger aufmarschieren sollten, versprochen oder vielmehr mit einem solchen gedroht. Um so angenehmer war man überrascht, als man sein Mißtrauen einigermaßen grundlos finden durfte. Zwar mußte man sich zuerst daran gewöhnen, gerade Jean Paul, mit dem das Programm begann, so naturalistisch vortragen zu hören, wie dies hier geschah: bei diesem Dichter der edlen Bürgerlichkeit scheint mir schlichte, anspruchslose Wiedergabe ohne mimische Stütze am ehesten angebracht, sein Werk hat es nicht nötig, getragen zu werden, es trägt sich selbst. Aber es war nicht zu leugnen, daß dieses Sinnfälligmachen der Testamentseröffnung aus den Flegeljahren durch Anwendung schauspielerischer Mittel den viel erhobenen und wenig gelesenen Dichter einem großen Kreis von Zuhörern mit
rungsstellen in Darmstadt allerlei erstaunliche Umstände, bis auch sie endlich sich dazu verstanden, den Einspruch zurückzuweiscn. Das langwierige Ringen mit Darmstadt, das bis zur Erreichung dieser selbstverständlichen Entscheidung über einen unbegründeten Einspruch geführt werden mußte, bleibt eine Merkwürdigkeit dieser Sache. Runmehr hat die Biebertalbahn-Gesell- schaft ihre Einspruch-Operationen nach Derlin verlegt, wo sie beim Reichsverkehrsm'nister Glück zu haben hofft. Vorsichtigerweise hat das Reichspostministerium angeordnet, daß der Detrieb der Linie nicht eher ausgenommen wird, bis die Einspruchssache endgültig erledigt ist, obwohl der Postkraftwagen nun schon seit vier Wochen in Gießen steht.
Die Gießener Stadlverwaltung und der "Bürgerinelfter von Krofdorf haben sich in anerkennenswerter Weise bemüht, bei allen Aufsichtsbehörden die Grundlosigkeit dieses Einspruchs darzutun. Vielleicht ermutigt durch die zaudernden Bedenklichketten in Darmstadt glaubt wohl die Bahngesellschaft, ihre mangelhafte Argumentation werde in Derlin, weit vom Schuß, besser wirken. Selbstverständlich sind die Gießener und Krofdorfer Verwaltungsstellen aber auch dort nicht untätig geblieben. Der Standpunkt der Verwaltungen, daß dieser Einspruch abzulehnen sei, ist in den Tatsachen durchaus begründet. Es kann keine Rede davon sein, daß die Diebertalbahn für Krofdorf und Fellingshausen als Verkehrsmittel in Detracht komme. Der Zugverkehr auf dieser Dahn ist nicht nur in der Art der Züge, sondern auch in deren Zeitfolge so ungenügend, daß die Krofdorfer und die Fellingshäuser Bürger von dieser Bahn wirklich keinen Gewinn haben. Die Interesselosigkeit der Krofdorfer Bewohner an per Viebertalbahn gibt das Bahnunternehmen selber auch dadurch zu, daß es das Wartehäuschen an der „Station" Krofdorf, die jetzt nur noch aus einem Ramens- schild besteht, schon lange beseitigt hat. Wie die Dinge heute stehen, ziehen die Krofdorfer Bewohner es vor, den Weg nach Gießen entweder zu Fuß oder per Rad zurückzulegen und auf die Biebertalbahn dankend zu verzichten. Ebenso liegen die Verhältnisse hinsichtlich der Gemeinden Fellingshausen und Krumbach. Beachtenswert ist ferner, daß von amtlicher Seite Krofdorfs, Fellinghausens und Krumbachs, aber auch aus Rodheim a. d. Bieber autoritativ klipp und klar erklärt wird, man habe nicht das geringste Interesse an der Biebertalbahn, man fei sogar nicht böse darüber, wenn dieses Unternehmen verschwinde. Daß man diesen Standpunkt auch in Rodheim a. d. Bieber einnimmt, das doch d i - rett an der Strecke liegt, ist besonders bezeichnend! älnzutreffend ist weiter die Behauptung der Viebertalbahn, die geplante Kraftpostlinie lause parallel zu der Bahnstrecke', richtig ist vielmehr, daß die Autolinie sich im spitzen Winkel von der Dahn entfernt Rach den trüben Erfahrungen, die die Allgemeinheit in den letzten paar Iahren mit der Biebertalbahn gemacht hat, die sich damals über die berechtigten Verkehrswünsche der Bevölkerung und über vertragliche Verpflichtungen rücksichtslos hinwegsetzte, und nach dem Echo, das damals der Bahn überall entgegenhallte, hätte man nicht erwarten sollen, hier schon wieder die Viebertalbahn in scharfem Gegensatz zu den Interessen der Allgemeinheit auftauchen zu sehen.
Das Reichsverkehrsministerium und andere Ministerien in Derlin, die von der Allgemeinen Deutschen Eisenbahn A.-G. vielleicht noch mit Einsprüchen angerufen werden, mögen versichert sein, daß die O e f f en t l ich ke i t in Gießen und in den übrigen an dieser Kraftwagenlinie interessierten Gemeinden geschlossen hinter ihren Verwaltungen steht und auf Grund der bisherigen Erfahrungen mit diesem Dahn- unternehmen einhellig wünscht, daß der Einspruch der Diebertalbahn-Gesellschaft abgewiesen wird. Die Interessen der Allgemeinheit werden nur dann wirklich gesichert sein, wenn die Diebertalbahn beiseite bleibt.
einem Schlag nahebrachte. Es folgte Wilhelm Busch, aus dessen letzten Werken (Kritik des Herzens usw.) sehr feine Gedichte gewählt waren, die nach meinem Gefühl gleichfalls nicht solchen darstellerischen Aufwands bedurft hätten; aber da, wo man anderer Meinung war, versöhnte einen die gefällige Grazie, die völlige Verbannung aufdringlicher Plumpheit. Wir hörten bann aus Manfred Kybers satirischem Tierbuch „Das gefeffelte Krokodil", zwei Altberliner Geschichten von Adolf Glasbrenner, ein noch unveröffentlichtes größeres Gedicht von Hans Bren- nert „Der Film in Berlin 0" mit dem bei der Zehnten Muse beliebten sentimentalen Anhauch, weiterhin aus Mark Twains Skizzenbuch die köstliche Sache „Knipst, ihr Brüder". Dies letztere war vielleicht die beste Leistung des Abends, weil hier eine wirklich gute Geschichte in der Herrn Kühne eigenen schauspielerischen Vortragsweise die völlig passende, man kann sagen, die geradezu geforderte
Wiedergabe fand. Gut war auch Erich Schlaikjers „Repunsion", unnötig dagegen der sehr belanglose Schüler-Goethe-Dortrag vom „Karlchen"°Typ. Alle Darbietungen weckten Teilnahme und Anerkennung der beifallsfreudigen Hörer ebenso sehr durch die Originalität der Auffassung und die spürbare Gemütsbeteiligung des Vortragenden, wie durch die glänzend an den Tag tretende sprecherische und stimmliche Technik, die spielerische und mimische Noutine des von der Bühne herkommenden Künstlers. Seine erstaunliche Vielseitigkeit tat sich noch kund in dem Vortrag von Liedern zur Laute. Die schönen Stimmittel, deren unglaubliche Wandlungsfähigkeit den Zwecken der Charakterisierung auss trefflichste diente, die von echter Musikalität zeugende selbständige und doch so selbstverständlich wirkende Gestaltung des nach der Stimmung wechselnden Rhythmus,' die fast raffinierte Anwendung verblüffender Riterdandos und Fermaten, die tadellose Handhabung des Instruments, kurz des Künstlers ganze ureigene vom Körperlichen belebte Vortragsweise verhalf auch den Liedern zu eindringlicher Wirkung. Es waren alte Wiener und Berliner Lieder, Soldatenlieder, Lieder des Bürgertunis des vergangenen Jahrhunderts und anderes Schöne, alles jedenfalls musikalisch zehnmal edlere Werke als das Schmalz der Rolandsbögen und Rheinischen Mädchen. So machte Emil Kühnes Stoffauswahl und Vortragskunst den Abend auch im musikalischen Teil zu einem nicht aufdringlich luftigen, sondern beschaulich frohen Freudespender.
—g.
** Förderung befähigter Volks- s ch ü 1 e r. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Entsprechend den Bestimmungen der Reichsoerfassung, betreffend die Förderung hervorragend befähigter, aber unbemittelter Dolksschüler und Volksschülerinnen, hat das Reich für diese Zwecke den Ländern Mittel zur Verfügung gestellt, deren Verwendung in Preußen der Unterrichtsminister durch einen soeben ergangenen Erlaß regelt. Darin werden die Regierungen aufgefordert, ihre Anträge auf Unterstützung solcher Kinder, die nach Anlegung eines strengen Maßstabes hierfür geeignet erscheinen, bis zum 10. März d. I. vorzulegen. Der Erlaß bemerkt besonders, daß in erster Linie solche Schüler und Schülerinnen bedacht werden sollen, die bereits in den Vorjahren berücksichtigt worden sind.
** D i e Betragensnote im Schulab gangsgeugnis. Es ist in den letzten Jahren die Beobachtung gemacht worden, daß eine schlechte Betragensnote und ihre Begründung im Abgangszeugnis für den abgehenden Schüler bald ober später im Leben Folgen hat, bie nicht im richtigen Verhältnis zu den Verfehlungen stehen. Um das Weiterkommen des Schülers nicht zu gefährden, hat der preußische Unterrichtsminister in einer einstweiligen Verfügung bestimmt, daß die Begründung für ein schlechteres Prädikat als „im ganzen gut" und die Begründung des Abgangs nicht mehr anzu- geben sind. Der spätere Lehrherr usw. kann sich von der Art der Verfehlung durch Rückfrage unterrichten.
Auftrieb auf dem heutigen Franks urter Schlachtviehmarkt: 341 Ochsen, 30 Dullen, 811 Färsen und Kühe, 397 Kälber, 117 Schafe, 3373 Schweine.
Vornotizen.
Tages k ölender für Montag. Literarische Gesellschaft: 8.15 älhr, Dortragssaal der Buchhandlung Keihner, Vortrag Leo Sternberg. — Verkehrs-Verein Gießen: 8 Uhr, „Hindenburg", ordentliche Mitgliederverfammlung mit Vortrag. — Deutschnationale DolkSpartei: 8.15 Ahr, „Postkeller", Hauptversammlung. — Gießener Freiwillige Feuerwehr: „Stadt Kassel". Monatsversammlung. — Freiwillige Gailsche Feuerwehr: 8.30 Ähr, „Schipkapaß", Monats- versammlung. — Lichtspielhaus Dahnhofstrahe: „Die Lieblingsfrau des Maharadscha". — Asto- ria-Lichtspiele: „Der Kampf um die Heimat".
— Literarische Gesellschaft. Auf die Vorlesung des Dichters Leo Sternberg aus eigenen Werken heute abend 8.15 Ahr in Keihners Kunstsaal fei noch einmal hingewiesen.
— TechnischeRothilfe. Morgen abend Versammlung mit Vortrag. (Siehe heutige Anzeige.)
Wettervoraussage.
Wechselnd bewölkt, Winde aus südlicher Richtung, tags etwas milder, nachts vielfach Frost, nur stellenweise leichte Niederschläge ober Nebelbilbung.
Wenn auch ber Vorübergang von Teilwirbeln noch nicht ganz abgeschlossen erscheint, so gewinnt doch anderseits das Kaltluftgebiet stetig an Raum. So meldet ganz Nord- und Ostdeutschland heute morgen bereits Temperaturen unter Null Grad, und auch Mitteldeutschland dürfte morgen n dieses Bereich fallen.
Gestrige Tageslemperaturen: Maximum 8,8 Grad Celsius, Minimum 2,8 Grad Celsius; Niederschläge 1,5 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 3,4 Grad Celsius.
Ueberredungskünstler
können Ihnen wohl einmal cttvaö anderes auf« reden, das angeblich ebensogut ist. Es ist aber sicher, daß Sie zum zweiten Male unbedingt daraus bestehen, nur Kanaren zum Haarwäschen zu erhalten, weil Sie wissen, daß nichts ebensogut oder gar besser als dieses ist. 1191c
Ruhr»
Eiform-
Briketts,
WMNM. «amte, billigte
ZMMglkMW n WkiteriM. verbrennen fast geruch- und rauchfrei und hinterlassen nur wenig Rückstände. Erhältlich in allen größeren Kohlen- hanblungen. 90A
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Arn Mittwoch, dem 10. Februar 1926, nachmittags 47, Llhr, werben bie nachverzeichneten, den Ludwig Emil Haas Eheleuten in Wieseck zugeschriebenen Grunbstücke: 946
Flur 7 Rr. 119 -- 481 qm Acker
Gemarkung Wieseck
Flur 21 Rr. 162 — 1464 qm Acker Gemarkung Gießen auf dem Rathaus zu Wieseck zum Zwecke ber Aufhebung ber Gemeinschaft versteigert. Die amtsgerichlliche Verfügung ist an ber Ortstafel. Dergstrahe 20, dahier zur Einsicht angeschlagen.
Gießen, den 16. Dezember 1925.
I. A. des Hess. Amtsgerichts Gießen Leo, Ortsgerichtsvorsteher.
—Jägdverpachirmg.
Donnerstag, den 11. Februar 1926. vormittags 10 Llhr, soll die Gemeinde- jagd. umfassend etwa 800 Hektar Feld und 270 Hektar Wald auf 9 Jahre verpach- tet werden.
Die Bedingungen werden bei der Perpachtung bekannt gegeben. 1169V
Wieseck, den 5. Februar 1926.
Hessische Düraermeifterei Wieseck.
Schomber.
Bekanntmachung.
Es muß wiederholt darauf hingewiesen werden, daß Arbeiten an elektrischen Haus- Installationen nur durch zugelaffene Installateure bzw. durch das Elektrizitätswerk erfolgen dürfen. Besonders wird darauf aufmerlsam gemacht, daß auch ber Einkauf von Sicherungspatronen zweck- mäßlgerweise bei den zugelassenen Installateuren bzw. bei bem Elektrizitätswerk erfolgt, da vielfach, besonders im Lieber- landgebiet, Sicherungspatronen im Handel sind, die den Vorschriften des Verbandes Deutscher Elektrotechniker nicht entsprechen. Derart unzulässige Sicherungspatronen stellen genau wie geflickte Sicherungen eine erheblicheGefahrenquellesür diebetreffende elekttifche Anlage dar. Besitzer von elektrischen Anlagen, bei denen derartige Sicherungen an getroffen werden, haben bie Einstellung des Strombezuges zu gewärtigen.
(Sieben, den 5. Februar 1926.
Direktion der städtischen Elektrizitätswerke.
Stolte. 1180c
MsssnkkUllg Mlcelll iLprelsmet! üieöcWMe Unlu.-lwettL B. Lange, Gletzen. 50*7.
Vekannlmachung.
In ben Wagen ber ftäbt. Straßenbahn wurden in der Zeit vom 1. Juni 1925 bis 31.3anuar 1926 nachstehende Gegenstände vorgesunden:
5 Damenschirme, 4 Kinderschirme, 10 Spazierstöcke, 1 Paar Hausschuhe, em Paar Turnschuhe, 1 Mütze, 2 Hute, 1 Marktkorb, 1 Päckchen Stoff, 4 Damenbandtaschen, 1 Schultasche, 10 Paar Handschuhe, 3 Geldbeutel leer, 1 Zwicker und l Kopftuch.
Vorstehende Gegenstände können bei der unterzeichneten Verwaltung, Zimmer 2Ir. 3, in Empfang genommen werden.
Gießen, den 4. Februar 1926.
Elektrizitätswerk. Lleberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen.
Stolte. 1181c
Haupt- oder Nebenerwerb hohe verdienstmöglichkett
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--L----------I.L.L3, l„... _ .1. I I
Hessische Bereinigung für Volkskunde
Freitag, 12. Febr. 1926, abends b Uhr, im Großen Hörsaal der Universität:
I Vortrag mit Lichtbildern
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g Das kleine Andachtsbild v. 14. bis 20. Jahrhundert (Eintritt frei. Gäste willkommen.
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