9 Fortsetzung.
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„Wenn ich Geld erworben hätte und damit etwas beginnen wollte, hätte ich mir einen befferen maitre de plaisir gewußt, als einen Lumpen von Preisboxer."
lieber Lolas schönes Gesicht flutete eine zornige Welle und der Blick, mit dem sie ihn maß, barg nicht minder tödliches Gift als die Gase, gegen die er eine lange Nacht hindurch gekämpft hatte.
„Ich glaube, ick) werde Nachforschungen im Zentralbureau über feinen weiblichen Bekanntenkreis anftellen müssen", fuhr Elk erbarmungslos fort. „Ich verstehe ja, aus welchen Gründen Sie das Spiel spielen, natürlicherweise, weil das Geld Sie locki. Was ich aber gerne erfahren würde, ist, woher das Geld stammt!"
„Das wird nicht das einzige bleiben, was Sie gerne erfahren würden", zischte Lola hervor, ehe sie in die halbgeöffnete Türe des Hauses hineinglitt.
Elk stand, wo sie ihn verlassen hatte, still. Sein Gesichl war melancholisch und ohne Ausdruck. Wohl fünf Minuten lang verharrte er so. dann ging er langsam in der Richtung seines bescheidenen Jung- gesellenheims davon. Er wohnte oberhalb eines geschloffenen Zigarrenladens und war der einzige Insasse des Gebäudes.
Als er die Gray Inn Straße überquerte, blickte er von ungefähr zu den Fenstern seines Zimmers auf und bemerkte, daß sie überraschenderweise alle geschlossen waren. Aber er stellte noch eine andere erstaunliche Tatsache fest.
Jede Glasscheibe war von einer gelb opalisierenden Substanz getrübt. Elk sah die stille Straße hinauf und hinunter. In kurzer Entfernung hatte mah an der Straßenausbesserung gearbeitet. Der Nachtwächter schlummerte vor seinem Feuer und hörte weder Elks Annäherung, noch nahm er fein ungewöhnliches Vorhaben wahr.
Der Detektiv suchte aus einem Steinhaufen drei abgeschliffene Kieselsteine heraus und ging mit diesen wieder zu seinem Hause zurück. Mitten in der Straße stehend, warf er Stein um Stein und traf. Glas klirrte und das Fenster zerbrach. Er wartete
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„Das ist ein schöner Wagen, Herr Bennett", sagte Elk und betrachtete nachdenklich die Maschine. „Ist das ein Geschenk von Ihrem Herrn Vater?"
Die Erwähnung von seines Vaters Namen schien den jungen Mann wesentlich zu ernüchtern. „Nein", schnitt er ab. „Er gehört einem Freunde. — Gute Nacht, Lola!" Er ließ den Wagen an, was ihm nicht sogleich gelang.
Der Wagen sprang an und raste dahin. Elk sah ihm nach, bis er ihm aus dem Gesicht verschwand.
,Zch fürchte, er ist in Gefahr, sich seinen Schädel am Mond zu zerschellen. — Haben Sie sich gut amüsiert, Lola?"
„Za, warum fragen Sie?" Sie richtete ihre schönen argwöhnischen Augen erwartungsvoll auf ihn.
„Sie haben doch nicht etwa das Gas abzudrehen vergessen, ehe Sie weggingen?"
„Was meinen Sie mit dem Gas? Ich benütze den Kocher nie."
„Dann tut es jemand anderer. Und er hat meinen Freund und mich beinahe gargekocht."
Er sah sie die Stirne runzeln. Er war darauf gefaßt, daß sie Schauspielerin sei, da sie ein Weib war. Aber er war fast geneigt, diesmal an ihre Aufrichtigkeit zu glauben. „Es ist ein Gasüberfall in Caverley Haus verübt worden", erklärte er. „Und zwar ist es nicht Kochgas, um das es sich handelt. Sie werden es vermutlich riechen, wenn Sie die Stiegen hinaufgehen."
„Giftgas?" fragte sie.
Elk nickte.
„Aber, wer hat es hierher gebracht — es ausgeleert, oder was man sonst mit Gas macht?" Elk sah sie mit jenem verwunderten Ausdruck an, mit dem er seine Opfer unsicher zu machen liebte.
„Wenn ich das wüßte, würde ich bann hier stehen und mit Ihnen darüber sprechen? — Hören Sie, Lola, was treibt dieser junge Bennett?"
„Er hat gerade jetzt einen Haufen Geldes verdient und iS) vermute schon, daß er es ein wenig zu toll treibt."
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und sah gelbe Wolken giftigen Dampfes sich ballen und durch die zersplitterten Scheiben ihren Weg nehmen.
„Das fängt nachgerade an, monoton zu werden", sagte Elk und ging zur nächsten Feueralarmstelle.
VII.
Ein Besuch bei Herrn Maitland.
Es hatte den Anschein, als akzeptiere John Bennett feines Sohnes neues Leben als eine bei einem jungen Manne sehr natürliche Notwendigkeit. Innerlich aber war er unruhig und geänstigt. Ray war sein einziger Sohn, er n)ar der Stolz seines Lebens, obgleich er ihm dies nie gezeigt hatte. Keiner kannte die Gefahren, die einem unabhängigen Jüngling in der Großstadt drohen, besser als John 'Bennett und feiner kannte Ray so gut wie er. Ella schwieg ihrem Vater gegenüber, aber sie erriet seine innere Unruhe und faßte den Entschluß, etwas zu unternehmen. Am vorhergegangenen Sonntag noch hatte Ray sich bitter über den neuerlichen Gehaltsabzug beklagt. Er war verzweifelt gewesen und hatte wild erregt davon gesprochen, seine Stellung hinzu- werfen und einen neuen Beruf zu suchen. Diese Möglichkeit erfüllte Ella mit Unruhe. Die Familie Bennett lebte kärglich von einem recht beschränkten Einkommen. Das Haus war Bennetts Besitz und die Kosten des Lebensunterhaltes lächerlich billig. Eine Frau aus dem Dorfe kam an jedem Morgen, die schwere Arbeit zu leisten und einmal in der Woche bei der Wäsche zu helfen. Das war der einzige Luxus, den ihres Vaters mageres Einkommen gestattete.
Eines Morgens, als Johnson das marmorne Vestibül von Maitlands Haus durchschr^t, sah er eine zarte Gestalt durch die Drehtüre kommen und begann fast zu laufen, um sie einzuholen.
„Mein liebes Fräulein Bennett, was für eine wunderschöne Ueberraschung! Ray ist nicht hier, aber vielleicht wollen Sie ein bißchen warten."
(Sortierung folgt.)
Eine Untersuchung des flachen Daches bestätigte, daß seine Theorie richtig gewesen sei. Sie fanden zehn große leere Gaszyttnder und ein langes Seil, an dem ein Weidenkörbchen befestigt war. Ueberdies war einer der Kamindenkel vorn Dache ans leicht erreichbar. „Der Operateur hat sich ins Haus geschlichen, während der Portier beim Aufzug beschäftigt war. Jemand auf der Straße hat die Zylinder in dem Körbchen befestigt und der Mann hat oom Dache aus eines nach dem andern hinaufgezogen. Sie müssen vorher eine ziemlich sorgfältige Umschau gehalten haben, sonst hätten sie nicht gewußt, welcher Kamin in Ihr Zimmer führt."
Die beiden kehrten in die Wohnung zurück.
„Glücklicherweise hat mein Diener Ferien," sagte Broad, „sonst wäre er jetzt schon im Himmel."
„Hoffentlich!" antwortete Elk fromm. Die Sonne stieg gerade über die Dächer, als er schließlich fortging. Er hörte den Klang lärmender Stimmen, noch ehe er das Vestibül erreicht hatte. Mn großes Auto hielt vor dem Eingang und an dem Lenkrade saß Ray Bennett im Frack. Den Platz neben ihm hatte Lew Brady eingenommen und auf dem Gehsteig stand Lola in einem strahlenden Abendmantel.
Ray Bennett hatte getrunken und war der völligen Berauschtheit nahe. „Ach, das ist ja Elk, der Elch der Elche! Mein Kompliment, alleredelster Diebsfänger. Lola, hier siehst du Elk von Elchsburg, den wahrhaftigen Sherlock, den Bluthund des Gesetzes . . ."
,Halt's Maul!" zischte Lew in sein Ohr. Aber Ray war in zu gehobener Stimmung, um so leicht zur Ruhe gebracht werden zu können.
„Wo ist dein unschätzbarer Gordon? Sag', Elk! Achte auf Gordon, — achte um meinetwillen auf den armen, lieben Gordon! Meine Schwester mag ihn sehr gerne, den Gordon!"
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