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gefrort Heber dem Beschluß bex Vollversarnm- Wtg hängt allerdings noch immer

das Damoklesschwert des schwedischen Vorbehalts,

nur unter der Borausschung dem Projette der StufrienLommiffion zustimmen zu wollen, dah es die Krisis des Völkerbundes in glücklicher Weise löse. Mit Bestimmheit verlautet, das) die schwe- Lische Regierung in der Vollversammlung vom Mittwoch einen formellen Protest gegen das Projekt der Studienkommisfion einlegen wird, und daß sie bei dieser Gelegenheit von Ror- wegen, Dänemark, Finnland und Holland auf das energischste unter- stützt werden wird. Die schwedische Regierung beabsichtigt hierbei zu erklären, das) das Projekt der Studieillommission nach der Zurückziehung Spaniens vom Völkerbünde zwecklos geworden fei und der politischen Situation infolgedessen nicht mehr entspreche. Es ist ferner hervor­zuheben, dah noch einige andere Staaten in letzter Stunde ihre Kandidatur auf wiederwähl- bare nichtständige Ratssihe ausgestellt haben, so u. a. Südafrika, das von Holland unter­stützt wird, und Portugal, das auf die Unter­stützung Englands rechnen kann. So bestehen denn im Augenblick im Völkerbünde folgende Kandi­daturen: Belgien, Polen, Kanada, China, Süd­afrika, Portugal und eventuell 'ein Staat der Kleinen Entente.

Keine Ueberraschungen.

Briand über Deutschlands Eintritt.

Berlin, 7. Sept. (TU.) Briand erklärte Jour, nalisten u. a.: Ich glaube, man kann mit Recht der Meinung sein, daß es nunmehr unter uns keine Schwierigkeiten mehr gibt. Am Mittwoch kann die Versammlung schon die Zulas­sung Deutschlands beschließen und dies kann danach an allen bevorstehenden Abstimmungen teilnehmcn. Für Deutschland kommen Ueberraschungen nicht mehr in Frage, denn es hat von vornherein d i e Kombinationen gekannt, die der Ver­sammlung die Lösung der Krisis ermöglichen sollen. Ich bin der Meinung, daß es jetzt nicht mehr den geringsten Zusischenfall geben kann und bin voll­kommen überzeugt, daß die Dinge sich korrekt und loyal so abspielen werden, wie es von der Kommis­sion und vom Rate beschlossen worden ist. Deutsch­land erhält allein seinen ständigen Sitz, was seine erste Forderung war. Was Deutschland und P o - I e n betrifft, so bin ich der Ansicht, das einzige Mit­tel für die Beseitigung der zwischen beiden Ländern obwaltenden Schwierigkeiten besteht darin, daß sie gemeinsam mit ihren Kollegen im Rate im Sinne des Locarno-Abkommens den Weg der direk­ten Verständigung suchen. Auch bin ich mehr und mehr davon überzeugt, daß die zwischen Frank­reich und Deutschland schwebenden Fragen sich lösen werden, wenn beide Mächte am Ratstisch sitzen, um hier korrekt und loyal miteinander zu ver­handeln. Ich glaube, daß die Verhältnisse für die Verwirklichung einer Politik dieser Art außerordent­lich günstig sind.

Die Mlitänevolte in Spanien.

Paris, 6. Sept. (WTB.) Rach einer von Havas veröffentlichten Meldung aus ©erbere, der französischen Funkstation in den Ostpyrenäen, fei es schwer, von den aus Spanien eintrefsenden Reisenden präzise Rachrichten über die Lage in Spanien zu erlangen. Die telegraphischen Verbindungen mit dem Ausl an d und mit dem Innern des Landes seien volllommen unterbrochen. Die heute vormittag ange- kvmmenen Zeitungen berichten nichts über die militärische Bewegung: nach Rachrichten aus autorisierter Quelle jedoch sei sie allgemein in allen Artillerieregimentern. Die Artilleriekasernen in Barcelona seien l»on anderen Truppen umzingelt. Es seien Schießscharten errichtet worden und die ^Kanonen würden für eine mögliche Aktion ge­dichtet. DasJournal des Debats" meldet 'aus Grund von Aussagen Reisender, die aus der Provinz Asturien eingetroffen sind, es sei nicht zweifelhaft, daß der Konflikt mit den Offi­zieren der Artillerie durch das Zögern des Generals Primo de Rivera, der nach einigem Schwanken seine Vorschläge zurückge­zogen habe, bedeutend verschärft sei. Die Offiziere seien zum Widerstande entschlossen und wollten ihre Kommandostellen behalten. Sie rech­neten hierbei auf die volle Unterstützung der Unteroffiziere. Die Direktoren und das Personal der Waffenfabriken von Oviedo und La Trubia .sollen die Verteidigung organisiert und mit Maschinengewehren und Panzerwagen

ein richtig verschanztes Feldlager hergerichtet haben. Dor einigen Tagen hatten sich die Ar­tillerietruppen von der durch die Generäle Weh- ler unb Aguilera geleiteten Bewegung fernge- halten. Zweifellos habe Primo de Rivera den Belagerungszustand verhängt, um ein Bündnis sämtlicher Waffengattungen zu verhindern. Der Gewährsmann desJournal des Debats" erflärt, er habe Gelegenheit gehabt, die Ereignisse mit einer Persönlichkeit des Hofes zu besprechen. Darnach soll sich König Alfons bereits seit einigen Wochen über den Ernst der Lage klar gewesen fein. Die Schnelligkeit jedoch, mit der der Konflikt fich verschärft habe, habe ihn überrascht. Es sei verständlich, daß er General Primo de Rivera so lange halten walle, als er keinen Rachfolger finden könne, her das Vertrauen sämtlicher Waffengattungen be­sitze. Bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge wisse man nicht, wer die Rolle des Frieden­stifters übernehme. Die Generäle, deren Ramen genannt würden, konnten sich zwar gegen Primo be Rivera zusammenschließen: aber es scheine sehr schwierig zu fein, dah sie sich mitein­ander verständigten, um die Festigkeit einer neuen Militärdiktatur zu sichern. Primo de Rivera selbst hofft, daß morgen d>'e ganze Angelegenheit bereits liquidiert fein wird. Ein Ministerrat unter Vorsitz des Königs wird über die Sanktionen, die außer den gesetz­lichen Strafen verhängt werden sollen, entscheiden. Die Verbindung Mischen Biarritz und San Se­bastian war gestern normal. Zahlreiche Touristen haben die Grenze überschritten, um sich zu den Stierkämpfen nach San Sebastian zu begeben. Rach anderen Mitteilungen ist

Bilbao der haupthcrd der militärischen Bewegung.

Sn Madrid halten sich die regierungstreuen Trup­pen auf der Straße für jede Eventualität bereit. Das spanische Volk scheint dieser Bewegung feindlich gegenüberzustehen. Im Laufe seiner Unterredun­gen mit dem König soll General Primo de Rivera

seinen Rücktritt als Ministerpräsident angeboten haben, den der König jedoch abge - lehnt haben soll. General Primo de Rivera scheint ferner von der großen Mehrheit der öffentlichen Meinung unterstützt zu werden. Die Mitglieder der Negierung und besonders der Kriegsminister haben zahlreiche militärische und zivile Persönlichkeiten empfangen. General Primo hatte eine lange Unter­redung mit dem Kriegsminister und hat hierauf den englischen Botschafter ausgesucht. Französische und andere ausländische Zeitungen werden an der Grenze beschlagnahmt.

Rach den letzten Nachrichten aus Madrid ist es bei der Durchführung der Entlassung der Artillerie­offiziere und des Belagerungszustandes bisher zu keinen Unruhen gekommen. Ueber den Ver­lauf der Absetzung der Artilerieoffi- ziere werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Am Sonntag mittag begab sich der Chef des Gene­ralstabes in die Kaserne des 1. Feldartillerieregi­ments in Madrid und forderte die Offiziere auf, ihre Kommandos niederzulegen. Die Offiziere kamen so­fort diesem Befehl nach. Im weiteren Verlauf des Tages wurden die gleichen Maßnahmen bei dem 10. und 12. Feldartilleriereaiment durchgeführt. Die Instrukteure der Artillerieschule und die höheren Offiziere des Artilleriekorps wurden in ihren Wohnungen verhaftet. In Segovia, wo die Aufstandsbewegung ihren Anfang nahm, hat die Regierung durch starke Abteilungen der Bürgergarde die Ruhe aufrecht erhalten.

Reuter meldet aus Gibraltar, daß die in Cadiz stationierten Kriegsschiffe die disziplinwidrigen Artillerieoffiziere unter st ützten. Ein ähnlicher Zustand soll in Barcelona herrschen.

Beendigung der Revolte?

Madrid, 6. Sepl., 8.45 Uhr abends. (WTB. Funkspruch.) Es herrscht vollkommene Ruhe; bis jetzt ist kein Zwischenfall zu melden. In Bar­celona wurde die Artilleriekoserne von den Offi­zieren in aller Ruhe verlassen. Infanterie- und Kavallerieabteilungen besetzten diese Kaserne. (11.45 Uhr abends.) Der Ministerpräsident hielt in den Abendstunden Besprechungen mit dem General- stabsches von Madrid, mit dem Kriegsminister und dem Oberkommandierenden der Zivilgarde ab. Der kriegsminister habe die Meinung geäußert, der 2fr- killeriekonflikt sei völlig beendet.

Zusammenstoß zwischen britischen und chinesischen Streitkräften.

London, 1. Sept. (WTB-Funkspruch.) Bei Wansien ist es, zu einer Beschießung briti­scher Streitkräfte durch Truppen des Wupeifu unterstellten Generals Pangsen gekommen. Der General hatte versucht, drei englische Dampfer zu beschlag nahmen, angeb­lich, weil zwei Heinere chinesische Fahrzeuge durch einen der Dampfer versenkt worden sein sollten. Rach einer Reutermeldung ist jedoch diese Versenkung erfolgt, als das eine Schiff sich gegen die Versuche chinesischer Soldaten, es zu entern, erfolgreich zur Wehr setzte. Die beiden anderen Dampfer wurden tatsächlich von den Chinesen beseht. Der Kommandant eines englischen Kanonenbootes versuchte ver­geblich, die Freigabe dieser Fahrzeuge zu erlangen, daher wurden ein Kanonenboot und ein Transportschiff mit Seesoldaten nach Wansien entsandt. Diese Schiffe wurden von den chine­sischen Truppen heftig beschossen, sie antworteten energisch, muhten sich aber schließ­lich flußabwärts zurückziehen. An Bord des einen Kanonenbootes wurden der Kommandant und fünf Mann verwundet. Auf dem Transport­schiff sollen die Verluste schwer gewesen sein.

Der Sparkassentag in Augsburg.

Augsburg, 6. Sept. (Wolff.) Der allgemeine Deutsche Sparkassen - und Kommunal- b a n f e n t a g wurde heute vormittag 9 Uhr in der Sängerhalle des Stadtgartens durch den Verbands- vorsitzenden. Reichsfinanzminister a. D. Dr. Scholz, eröffnet. Es waren 2500 Teilnehmer aus ganz Deutschland erschienen. Ministerialdirektor Dr. von Leyden vom preußischen Ministerium des Innern überbrachte die Grüße der preußischen Staatsregie­rung und druckte seine Genugtuung über das Ver­trauensverhältnis aus, das zwischen der Interessen­vertretung der Sparkassen und der Staatsaufsicht besteht. Er verbreitete sich bann in längeren Aus­führungen über die Ausgaben der Sparkassen und Kommunalbanken und erklärte, daß die Staatsregie­rung stets den Standpunkt vertrat, daß die Kom­munalverwaltungen durchaus berechtigt seien, ebenso wirtschaftliche Ziele zu verfolgen wie gemeinnützige, doch dürften die wirtschaftlichen Ziele nicht Selb st - und Endzweck sein, son­dern als allgemeiner Grundsatz müsse stets die Ge­meinnützigkeit als Endziel bleiben.

Die Verhandlungen begannen mit dem Referat von Prof. Dr. M u l e r t überOeffentliche Finanz­probleme'. Der Redner führte etwa folgendes aus: Die Probleme der Rationalisierung der öffentlichen Verwaltung, der Derwaltungsreform, ja selbst der Verfassungsreform seien unmittelbare Finanzpro­bleme geworden. In weitgehendem Umfang werde heute noch doppelte Arbeit in den öffentlichen Verwaltungen geleistet. Rationellste Sparsamkeit werde erst dann voll durchzuführen fein, wenn den Gemeinden die finanzielle Selbstoer- antroortung und damit wirkliche S e I b ft* Verwaltung eingeräumt werde. Die in Angriff genommenen Notstandsarbeiten seien eine vorüber­gehende Zwischenlösung des Erwerbslosenproblems. Auf dem Gebiete des Wo h n u n g s b a u e s könne das bisherige planlose Vorgehen nicht fortgesetzt werden. Ein systematisches Bauprogramm bedinge aber große Mittel, die aus kaufenden Mitteln nicht gedeckt werden könnten. Alle solche Ausgaben konn­ten nur Im Anleihewege finanziert werden. An den Fortschritten in der Bildung neuen Kapitals hätten die Sparkassen ein bedeutendes Ver­dienst, seien doch die Spareinnahmen der preußi­schen Sparkassen von 6,2 Millionen Mark am 1. Januar 1924 auf 404,1 Millionen Mark am 1. Januar 1925 und auf 1621,1 Millionen Mark am 1. August 1926 angewachsen. Die Reichsbank müsse den Sparkassen dasselbe Verständnis entgegen­bringen wie der privaten Bankwell.

Ferner sprachen Llniversitätsprofessor Dr. Ter­halle überDie öffentlichen Banken m der Volks­wirtschaft", Präsident Dr. Kleircer über das ThemaDer Kommunalkredit im Rahmen des Aufgabenkreises der Sparkassen und d?r Giro- vrganisation", Generaldirektor Dr. Bel über Fi­nanz- und betriebswirtschaftliche Probleme im kommunalen Bankwesen", Verbandspräsident Dr.

Eberle über das ThemaDer kommunale Giro­verkehr, seine Entwicklung und seine Zukunft". Der Sparkassentag faßte am Schluß der heutigen Verhandlung eine Entschließung, in der es u. a. heißt: Die Sparkassen sehen nach wie vor in der Pflege des Realkredits eine ihrer dringend­sten Aufgaben. Es wird angestrebt, in absehbarer Zeit im Hypothekarkredit der Sparkassen wie in der Vorkriegszeit wieder auf 40 Prozent der Spareinlagen zu gehen, soweit dieser Satz nicht schon erreicht ist. Zur Befriedigung des dringen­den Realkreditbedarfs der Landwirtschaft beabsichtigt die Sparkassen- und Giroorganisation, verfügbare Mittel den größeren Kassen der länd­lichen Sparkassen im Wege des Ausgleichs über die Girozentrale zuzuführen. Der mittelständische Kundenkreis der Sparkassen, der keinen Grundbesitz verpfänden kann, hat auch ein Anrecht auf den Kredit der Sparkassen, namentlich als kurzfristigen Betriebs­kredit zu angemessenen Sähen und in der für den Mittelstand geeignetsten Form. Aus diesen Grün­den gewinnt die Darlehensgewährung in laufen­der Rechnung besondere Bedeutung sowohl im eigenen Interesse der Sparkassen wie auch im Interesse der Gesamtwirtschaft. Die verstärkte Förderung des Heberweisungsverkehrs und der Ausbau des kommunalen Giroverkehrs und Gironehes gehören zu den wichtigsten Auf­gaben im gegenwärttgen Bankwesen. Aus dem Gebiet des langfristigen Kommunal­kredits haben die Girozentralen durch die Schaffung von Sammelanleihen den mitt­leren und kleineren Kommunalverbänden eine er­hebliche Verbesserung ihrer finanziellen Position gebracht.

Aus aller Welt.

Der neue Frankfurter Rundfunksender

Im Juli d. I. ist der neue Rundfunksender Frankfurt a. M. in Betrieb genommen worden. Wir erfahren über den neuen Sender von seiner Erbauerin, der Telefunken-Gesellfchaft Berlin, fol­gende Einzelheiten: Der Sender entspricht in Lei­stung und Aufbau den von Telefunken bereits für Berlm-Witzleben, Hamburg-Lokstedt, Breslau und Leipzig gelieferten Typen größerer Leistung. Es ist ein fremdgesteuerter Zwifchenkreisfender von etwa 3 Kilowatt mittlerer Telephonleistung. Der Sender ist in Heiligenstock, 6 Kilometer von Frank­furt a. M. in einem besonderen Stationsgebäude ausgestellt. Seine Antenne ist 80 Meter lang und an zwei in 120 Meter Abstand aufgestellten je 100 Meter hohen freistehenden Eisenmasten gespannt. Die Betriebswelle des Senders bleibt vorläufig noch die alte Sendewelle von 470 Meter, wird aber vor­aussichtlich zum 15. September auf die von der Union International de Radiophonie in Genf dem Frank­furter Sender neu zugeteilte Welle von 428,6 Meter umgeschaltet werden.

3. Internationaler Kongreß für Rettungswefen und Erste Hilfe.

In der Zeit vom 6. bis 11. September d. I. sindet in Amsterdam dsr 3. Internationalei Kongreß für Rettungswesen und erste Hilfe bei Einfällen statt, der von 20 Kulturstaaten beschickt sein Wirch. Deutschland, das den 1.Kongreß dieser Art im Jahre 1908 in Frankfurt a. M. abhielt, ist zu der Tagung auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung mit den anderen Ländern ein­geladen. Außer offiziellen Delegierten des Rei­ches unter der Führung des bisherigen Präsi­denten des Reichsgesundheitsamtes Dr. Dumm weichen zahlreiche Behörden, Verwaltungen, Kör­perschaften und Vereinigungen auf der Tagung vertreten sein, so das Rote Kreuz, die Reichs­bahngesellschaft, die Gesellschaften für Rettungs­einrichtungen zu Wasser und zu Lande, Sama­riter- und Feuerwehrverbände, die ^Infallberufs- genossenschasten, Gesellschaften für Hilfeleistung bei Unfällen in Dergweicken, beim Sport und im Luftverkehr.

Im Kongrehprogramm ist auch ein inter­nationaler Wettkampf in erster Hilfe­leistung bei Unglücksfällen vorgesehen, an dem sich deutsche Mannschaften beteiligen werden. Der Kongreß wurde durch eine Ansprache des Prin­zen Heinrich der Riederlande eröffnet. Als Vertreter der deuffchen Regierung sprach der frühere Präsident des Reichsgesundheitsamts, Dumm Er dantte für die an Deutschland ergangene Einladung und hob die Verdienste Hollands um das Rettungswesen hervor. Ins­besondere wies er darauf hin, daß Prinz Heinrich bei dem Scheitern derBerlin" bei Hoek van Holland mit Einsatz seines Lebens an dem Rettungswerk teilgenommen habe. Sein Rame sei hiermit unlösbar mit der Geschichte des Rettungswesens verknüpft.

, Schweres Eisenbahnunglück in Amerika.

Zwischen Sait Lake City und Denver Colorado, 45 Meilen westlich von SatidaCo­lorado, stürzte infolge Entgleisung ein Expreßzug mit 217 Passagieren einen hohen Bergab- hang herunter in den Arkansasfluß, wobei 15 Personen getötet und 50 verletzt wurden. Das Unglück ereignete sich in einer Kurve, wahr­scheinlich infolge Schienenlockerung. Die Bergungs­arbeiten konnten nur mit größter Schwierigkeit durchgeführt werden, da sechs Personenwagen m i t Wasser angefüllt waren.

Beim Dreschen tödlich verunglückt.

In Eschwege rannte sich eine hiesige Bauersfrau beim Dreschen einen Gabelstiel so unglücklich in den Leib, daß schwere Darnr - zerreißungen und eine Bauchfellentzündung ein­traten. Da man ihr im Eschweger Krankenhaus nicht mehr helfen konnte, bat sie um Rückführung in die Wohnung, um dort ihr Ende zu erwarten. Aus dem Heimwege starb jedoch die Frau schon.

Eine Schreinermeisterin.

Die Tochter des Dernkasteler Professors Kimmel, Liselotte Kimmel, bestand vor dem Meisterprüfungsauöschuß der Handwerkskammer Trier als bisher erste Dame die Meister­prüfung im Schreinerhandwerk und zwar mit Auszeichnung. Vorher schon hatte die junge Dame die Gesellenprüfung im Damenschnei­der-Handwerk ebenfalls mit Auszeichnung abgelegt

Wettervoraussage.

Bei wechselnden Winden meist wolkig, wenig Aenderung her Temperaturen, stellenweise Rie­derschläge.

Durch das Ein ström en von nordwestlichen Winden erreichen die Ausläufer des skandinavi­schen Tiefs unser Gebiet, so daß mit einer Ver­schlechterung der Wetterlage zu rechnen ist.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 22,5 ©cai>, Minimum 7,6 Grad, heutige Morgentempa- ratur 18,4 Grad Celsius.

Aus -er Provinzialhauptftadt.

Gießen, den 7. September 1988» DZe Verschönerung des Stadtbildes.

Ohne Zweifel ist in der letzten Zett vieles geschehen, was geeignet ist, ba£ Gesamt b i!d unterer Stadt wesentlich zu verschö­ne r n. Betrachten wir nur einmal unser Stra­ßennetz. Ganz abgesehen von den Straßen, denen kleinere Wiederherstellungsarbeiten wieder ein sauberes Aussehen gaben, haben manche andere ein ganz neues Gewand bekommen. In erster Linie sind hier die Frankfurter und die Rod- Heimer Straße zu nennen. Das Bild der Frank­furter Straße hat durch die Befestigung mit Kleinpflaster, die im Vorjahre begonnen und in diesem Sommer ein gutes Stück weitergeführt wurde, bedeutend gewonnen: die lästtge Staub- Plage ist dadurch fast beseitigt worden. In der Rod'heimer Straße sind Fahrbahn und Fußsteige ebenfalls neu befestigt, insbesondere hat man die Bürgersteige auf der Lahnbrücke von Grund auf erneuert; auch ist die Fahrbahn ver­breitert worden. Die Arbeiten sind dort noch nicht abgeschlossen. Im südlichen und süd- we stlich en St ad 11eil sind z.T. ganz neue Strahenzüge entstanden. Hierüberch-aben wir gestern schon das Wichtigste mitgeteilt. Zweifel­los wird im Bezirke der Schönen Aussicht in den nächsten Jahren ein Stadtteil entstehen, der ohne Zweifel zu den schönsten zu rechnen sein wird, die es in Gießen gibt. Bedauerlich ist nur, daß man nicht schon vor Jahrzehnten, als die Bevölkerung noch kapitalkräftiger war als heute, diese Gegend für die Bautätigkeit erschlossen hat. Dann hätte dort ein Villenviertel entstehen können, das un­terer Stadt zur höchsten Zierde gereichen würde.

Daß das Stadtbild durch eine Reihe öffent­licher und privater Bauten wesentlich ver­schönt worden ist, soll hier im einzelnen nicht weiter ausgeführt werden, weil erst vor kurzem über die Bautätigkeit berichtet wurde. ©rtoäfrnt sei nur, daß durch die rege Bautätigkeit im letzten Jahre im Osten der Stadt die Georg- Philipp-Gail-Straße auf der einen Seite fast vollständig ausgebaut dasteht. Diese Straße kann als ein Schmuckstück des östlichen Stadtteiles bezeichnet werden. In ihrer nächsten Rachbarschast ist eine Parallel st raße vor­gesehen, die, da sie sehr tief liegen wird, von der Licher Straße aus durch eine Treppe zu erreichen ist. Diese Anlage, die schon ausgeführt ist, wird eine Belebung des Straßenbildes dar- stellen. Daß man mit ihr eine kleine Drun- nenanlage verbunden hat, ist in einer an öffentlichen Brunnen so armen Stadt wie Gie­ßen doppelt zu begrüßen. Richt vergessen sei, daß, ebenfalls im Osten der Stadt, am Kugelberg, ein ganz neuer, schmucker Stadtteil im Entstehen begriffen ist. Man muh nur bedauern, daß es nicht möglich war, die jetzt ausgebaute neue Straße um einige Meter breiter zu machen. Wenden wir uns im Westen der Stadt dem Bahnhofsviertel zu, so darf auch heute noch einmal daran erinnert werden, daß man am Dahnhvfsplatz vor dem Hotel Kühne eine wunderbare Anlage geschaffen hat. Wenn erst auf der gegenüberliegenden Seite die noch ge­planten Läden gebaut sind und dadurch der unschöne Durchblick nach dem Eilgüterbahnhof verschwindet, bann wird sich dem von der Dahn kommenden Fremden Gießen in ganz vorteil­hafter Weise zeigen.

Bei einem Gang durch die Innenstadt nimmt man mit Befriedigung wahr, dah auch in diesem Sommer einer ganzen Reihe von H ä u - fern, sowohl öffentlichen als auch privaten, ein neues Gewand gegeben wurde. Wie vor­teilhaft zeigt sich z. D. jetzt die Bezirks- schule in der Westanlage, und wie sauber hat man die alte Apotheke auf dem Markt­platz hergerichtet. Wenn man sich entschließen könnte, die Fassade des alten Rat­hauses auch wieder einmal aufzufrischen, so würde unser Marktplatz trotz seiner mancherlei Schönheitsfehler, wieder ein recht würdiges Aus­sehen erlangen. L

Gießener Wochenmarttpreise.

Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt Butter 190 bis 200, Matte 35 bis 40, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 15, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10, Spinat 25, Rö­mischkohl 10, Bohnen (grüne) 10 bis 18, Dohne» (gelbe) 18 bis 25, älnter-Kohlrabi 6, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 12 bis 20, Rhabarber 20, Kar­toffeln 4 bis 5, Frühäpfel 20 bis 25, Falläpfel 8 bis 10, Dirnen 10 bis 25, Zwetschen 20 bis 30 Mirabellen 30 bis 50, Preiselbeeren 60, junge Hahnen 90 bis HO, Suppenhühner 100 bis 120 Pfennig das Pfund; Käse 10 Stück 60 bis löO Pf.; Eier 14 bis 15, Blumenkohl 25 bis 120. Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 40, Einmachgurken 2 bis 5. Endivien 15 bis 25, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40 Pf. das Stück; Radieschen 10 Pf. das Bund.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Seine Sohne". Astoria-Lichtspiele:Die Stadt der Versuchung".

** Von der Landesuniversität. Der Professor für innere Veterinärmedizin Dr. Wilhelm Zwick zu Gießen wurde mit Wirkung vom 1. Oktober an zum Professor für Deterinärhygiene und Seuchenlehre bei der veterinärmedizinischen Fakultät der Landesunioersität Gießen ernannt.

** D i e Kraftpostlinie Gießen Ho­chelheim Niederkleen weist nach den bisherigen Beobachtungen leider nur auf den Fahr­ten zwischen Gießen und Hochelheim eine annehmbare Inanspruchnahme auf, so daß der dauernde Betrieb dieser Strecke gesichert erscheint. Weniger befriedigend ist dagegen die Besetzung der Wagen auf den Nahfahrten Gießen Klein- Linden lind auf der Strecke Hochelheim Niederkleen; sogar eine gewisse Fahroreiser- mähigung für die Strecke GießenKlein-Linden auf den Mindesttarifsatz hat keine Verbesserung der Fre­quenz gebracht. Da hie Post an der Garantie der Gemeinden einen Rückhalt hat, dürfte der Betrieb auf der ganzen Strecke wohl solange fortgesetzt wer-' den, bis die Gemeinden der unrentablen Strccken- tcile selbst Einhalt gebieten. Besser wäre es aber, wenn die Wagen auf der ganzen Strecke von den Anwohnern recht rege benutzt würden, damit die mühsam geschaffene Verbindung aufrechterhalten werden kann.

** Gin Kinderfest bereitet die Leitung der Gartenbau- und E l ektrizitätsaus- st e 11 u n g am Mittwoch, 15. September, unseren