Sechsjährigen und kleinen Gästen der Kindergärten. Während die Dorschulpflichtigen in den einzelnen Kinderschulen bewirtet werden, ziehen die Sechsjährigen unter Borantritt einer Musikkapelle um 2.30 Uhr zur Dolkshalle, wo auch ihrer leibliche Erfrischung und Stärkung, bestehend in Kakao und Brezeln, harrt. Geeignete Spiele und „Wettkämpfe werden ihnen Gelegenheit geben, ihre Geschicklichkeit zu zeigen. Ein kleines Geschenk für jedes Kind und eine Anzahl von Preisen werden ihre Aufmerksamkeit und ihren Eifer belohnen. Die Ueberwachung des Zuges und die Ordnung bei den Spielen haben Lehrerinnen und Lehrer sowie etwa 25 Helferinnen übernommen. Die Kleinen werden sich freuen.
"Elektrische Apparate für Wärme- zwecke werden von dem städtischen Elektrizitätswerk ober den konzessionierten Installateuren auch auf Ratenzahlungen abgegeben. Die Maßnahme ist getroffen worden, um den Interessenten die Beschaffung der Apparate in dieser schweren Zeit zu erleichtern. Man beachte die heutige Anzeige.
" Statistisches von der Uniöerfi- tätsbibliothek Gießen (1. April 1925 bis 31. März 1926). Benutzung: 1. Anzahl der im Lesesaal benutzten Werke der Bibliothek: 3377 Bände. «Dazu 29 Handschriften). 2. Zahl der außer Haus verliehenen Bänd«: a) auf länger als 4 Tage: 34 034 Bände, b) auf 1 bis 4 Tage 736 Bände, c) insgesamt 34 770 Bände, darunter außerhalb Gießens 3642 Bände in 1307 Sendungen. 3. Durch Vermittlung der Bibliothek wurden entliehen: a) Druckschriften (Bände): aus der Landesbibliothek in Harm stabt 419 (auf 551 Bestellungen) aus 73 andern Anstalten 1569 (aus 1869 Bestellungen), b) Handschriften und Archivalien: 117 Stück aus 16 Anstalten. 4. Zahl der Entleiher: Sommersemester 1925: 1223, Wintersemester 1925/26: 1259. 5. Zahl der die Bibliothek benutzenden Studierenden: Sommersemester 506 (36 Proz.), Wintersemester 432 (36 Proz.). II. Vermehrung und Bestand der Bibliothek (nach Bändezahl): Zuwachs: a) an Düchern 8813, b) an im Tauschverkehr gelieferten Llnivecsitäts- und Schulschriften 6691, c) zusammen 15 504 Stück. Gesamtbestand am 31. März 1926: Bücher 354 990 Stück. Universitäts- und Schulschriften (seit 1. April 1885) 206 113 Stück. III. a) in die nach der Duchstabenfolge geordneten Kataloge wurden 16 746 Zettel eingelegt, b) an Bestellscheinen waren zu erledigen: 34178 Stück, darunter betrafen nicht vorhandenen Werke 3017 Stück (8,8 Proz. der Gesamtzahl), c) Einforderungen verliehener Bücher waren zu erledigen: 800 Stück.
** Die Ruder-Regatta am nächsten Sonntag auf der Lahn wird in unserem heutigen Anzeigenteil angekündigt. Insgesamt sollen 14 Rennen ausgefahren werden. Für Samstag sind Bor- rennen vorgesehen.
*• Eine orthopädische Woche veranstaltet gegenwärtig das Schuhhaus Waldschmidt Hierselbst. Zur Beratung des Publikums steht der Wizard-Orthopädist zur Verfügung. Näheres in der gestrigen Anzeige.
sf. Di« Vereinigung ehemaliger hessischer Leibgardisten hielt am Sonntag ihr« diesjährige Tagung im Kasino in Friedberg ab. Die Verhandlungen wurden von dem ersten Vorsitzenden, General Frbr. von Preuschen, dem letzten Kommandeur des Regiments, geleitet. Di« geschäftlichen Punkte der Tagesordnung (Iahresbericht, Rechnungsablage, Bericht über die Derbandszeitung „Der Leibgardist", Werbetätigkeit, Annahme der Satzungen) fanden glatte Erledigung. Die Vorstandswahl ergab Wiederwahl des seitherigen Vorstandes durch Zuruf; als Ort des nächsten Derbandstages wurde Offenbach bestimmt. Den Mittelpunkt der
Verhandlung bildete die „D e n f m a I f t a g e“ und die Beschaffung der nötigen Geldmittel. Der Vorsitzende berichtete ausführlich über den Stand der Sache. Man hat davon abgesehen, einen allgemeinen Wettbewerb auszuschreiben, sondern einen anerkannten Künstler, Professor Jobst, mit der Anfertigung eines Modells beauftragt. Dieses Modell ist von einem besonderen Ausschüsse. dem u. a. eine Anzahl hervorragender Künstler und Sachverständiger und auch dec frühere Großherzog angeboren, einstimmig gut- geheißen worden. Einer aus der Versammlung laut werdenden Beanstandung der Ide« >e~ Denkmals und dec Aufschrift „So starb da^ Leibgarderegiment und seine tapferen Söhne" trat dec Vorsitzende mit den Worten entgegen, daß es jetzt zu einer Beanstandung zu spät sei und daß auch eine derartige Sache nicht durch eine große Versammlung gelöst werden könne, da ja dafür die Derckmalkommission gewählt worden sei. Die Versammlung pflichtete den Ausführungen des Vorsitzenden fast einstimmig zu. Der Vorsitzende der Finanzloinmission, Hauptmann L o t h- eißen, berichtete über den Stand der Geldfrage, welche allerdings als noch durchaus unbefriedigend betrachtet werden muß; besonders habe auch die Ausgabe von Bausteinen zu 3, 5, 10 und 20 Mk. nod) nicht den erwarteten Erfolg gehabt und bis jetzt erst ca. 7000 Mk. eingebracht. Das Denkmal soll mindestens 30000—50000 Mk. kosten; es bedarf noch vieler Mühe und Aufopferung, um diese Summe zusam>nenzubringen, doch hofft man, in nicht allzulanger Zeit mit der Errichtung beginnen zu können. An die Verhandlungen schloß sich ein gemeinsames Festmahl im Kasino, bei dem Bürgermeister Dr. S e h d herzliche^Be- grühungsworte namens der Stadt an die Teilnehmer richtete. Der Rachmittag war dem Besuche Bad-Rauheims, der Besichtigung der technischen Anlagen und der Teilnahme an dem Konzerte der Kurkapelle gewidmet.
—.— Herbstausflug des Gesamt- V. H. C. Zahlreiche Zweigvereine des Vogelsberger Höhenclubs trafen am Samstag und Sonntag hier ein, darunter Darmstadt, Offenbach, Frankfurt, Butzbach, Lich, Grünberg, Hüttenberg. Zu Ehren der bereits am Samstag ein- getroffenen Darmstädter V. H. C.er fand im Saalbau Sauer eine kleine Feier statt. Der 1. Vorsitzende des Zweigvereins Gießen, Oberreallehrer Will, begrüßte die Gäste. Die Darmstädter D. H. C.-Brüder waren vom Zweigverein Gießen in Bürgerquartieren untergebracht. Sonntag vormittag wanderten die Zweigvereine nach dem Schiffenbtzrg. wohin der Zweigverein Hüttenberg eingeladen hatte. Die Hüttenberger V. H. C.er hatten den Garten mit Tannengrün festlich ausgeschmückt. Ramens des Gesamt-V. H. C. begrüßte der 2. Vorsitzende, Lehrer Link-Rudingshain, die Gäste. Heß- Leihgestern sprach namens des Hüttenberger Zweigvereins, D. H. C.-Schwesier Klug- Grvhen-Linden trug einen Prolog vor. 3m Auftrage der Darmstädter sprach Rechnungsrat Kratz- Darmstadt, V. H. C.-Schwester T r e ß - Darmstadt trug ein Gedicht vor. Hieran schloß sich ein gemeinsames Mittagessen. Den Rachmittag füllten Gesangsvorträge der Zweigvereine, Volkstänze und Musikstücke der Kapelle Wanderlust-Gießen aus.
Aus dem Amtsverkündittungsblatt.
* Das Amtsverkündigungsblatt N r. 71 vom 3. September enthält: Staatliche Preisprüfungsstelle für die oberhessischen Kreise in Gießen. — Maul- und Klauenseuche in Großen-Lin- den, Lang-Göns und Watzenborn-Steinberg. — Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in den Landgemeinden des Kreises Gießen. — Straßensperre. — Feldbereinigung Wieseck. — Dienstnachrichten.
Vierkötters Trainer erzählt.
„3d) kann nicht gerade behaupten, daß Ernst Vierkötter mit all zu großer Freude an seinen zweiten, so glänzend gelungenen Versuch der Kanalübecquerung gegangen ist," sagte einem unserer Mitarbeiter der Trainer und Begleiter Vierkötters. der Kölner Turn- und Sportlehrer Darrenschee. Man muh ihm das glauben, wenn man hinterher hörte, welch ungeheure körperlichen und seelischen Anforderungen ein solches Llnternehmen an einen Menschen, sei er auch noch so sportgeübt, stellt, inSbefonberc toenn er durch einen mißglückten Versuch bereits weiß, was ihm bevorsteht.
„Tie Vorbereitungen für unseren Plan, so erzählte Darrenschee, „gehen zurück bis weit ins vorige Jahr. Schon damals hatten wir die Absicht, nicht nur den Kanal zu bezwingen, wie ja andere es schon getan hatten, sondern das in einer besonders kurzen Zeit zu vollbringen. Wir be fümmerten uns zunächst um die nötigen .Unterlagen für unsere Berechnungen und setzten unS zu diesem Zweck mit dem bekannten Schwimmsport-Journalisten Mang, der wie kein anderer im Schwimmsport des Auslandes bewandert ist, und mit dem ebenfalls bekannten Derufsfchwim- mer Otto Kemmerich in Verbindung. Als wir Kemmerich schrieben, wir glaubten, Vierkotter schaffe den Kanal in 13 bis 14 Stunden, ba verwies er eine solche Zeit in das Reich der Fabel. Als er aber im Frühjahr dieses Jahres selbst den Plan der Kanalüberquerung faßte und zur Ausführung bringen wollte, da war auch ec durch Berechnungen und Versuche zu der Ueberzeugung gekommen, daß man es in 14 Stunden wohl schaffen könne, und er sich diese Leistung zutraue.
Rach den Vorbereitungen daheim, die uns nur einen Teil der benötigten Unterlagen brachten, gingen wir, als Vierkötters Entschluß der Kanalbezwingung endgültig feststand, an die Vorbereitungen an Ort und Stelle. Wir fuhren nach Calais, nahmen Quartier in San gate und gingen sofort ans Training, das wir gemeinsam gurch- fuhrten. Auf Ausdauer brauchten wir nicht trainieren, sondern es kam in erster Linie darauf an, daß wir uns über die Strömungsverhältnisse die nötige Klarheit schafften. Wir besorgten uns in Calais einen Flutkaleirder, wie ihn die Kanalboote benutzen, mußten aber sehr bald einsehen, daß er für unsere Zwecke wenig brauchbar war, da er nur Maximalzetten angab. Schließlich hatten wir uns aber mit den Stromverhältnissen: genügend vertraut gemacht, und nun kam es darauf an, uns auch über die Windverhältnisse genügend zu orientieren. Wir hatten gehört, daß der Kanalsieg Gderles dadurch erzielt oder wenigstens erleichtert worden sei, daß ein starker Wind die Oberfläche der Kanalströmung gewissermaßen an Ort und Stelle gehalten hätte, so daß sie eine eigentliche Strömung nicht zu überwinden hatte. Keiner von den Kapitänen, die schon 10 und 20 Jahre den Kanal täglich überqueren, will das glauben, und auch wir überzeugten uns, daß eine so starke Wirkung des Windes ausgeschlossen sei. 3d) glaube, daß Ederles geglückter Versuch in allererster Linie auf die geschickte Fahrt der beiden Degleitbovte zurück- zuführen ist, die zwischen sich eine Art Bassin bildeten, in dem die Ederle, ohne Strömung überwinden zu müssen, ihre Leistung vollbrachte.
3mmcr in Bewegung halten, das hatte ich aus dem ersten mißglückten Versuch Vierkötters gelernt, war eine der wichtigsten Vorbedingungen zum Gelingen. Rur durch Bewegung allein können Kälteeinwirkungen mit ihven Folgen auf Körper und Gemüt vermieden werden. Des-
wegen wandte ich jedes Mittel, jebe« Trick an, um Vierkötter immer im Schwimmen zu erhalten. Das gelang mir auch, Vierkötter ist mit Ausnahme der wenigen Minuten, die er für die Rahrungsaufnahme brauchte, unaufhörlich im Crawl geschwommen."
„Unö was hat er denn gegessen?", frug ich. „Richts weiter als eine Tasse Fleischbrühe, drei Tassen Kasfee und zwei Bananen nahm er zu sich," erwiderte Darrenschee. „3ch lieferte chm die flüssige Rahrung in einer Flasche, aus der er sie durch einen Gummipfrvpsen wie «in Säugling zu sich nahm. Viel schwieriger ist es übrigens, den Schwimmer bei Laune zu erhalten, als bei Kräften, insbesondere dann, wenn er beginnt, infolge der ungeheuren Anstrengung und auch infolge der durch das Seewasser eintretenben Augenschmerzen gereizt zu werden. Uebrigens hat Vierkötter im Gegensatz zur Ederle feinen Körper nur wenig mit Fett ein gerieben."
„dlnd so ist uns denn die große Tat gelungen! Damit Sie sich überzeugen können, daß an der wirklichen korrekten 'Bezwingung des Kanals und an der Weltrekordzeit von 12 Stunden 42 Minuten nicht gezweisett werden kann, sehen Sie bitte hier dieses Zeugnis, ausgestellt vom Dürgermeister von Calais und drei französischen Sportzeugen. UebrigenS alle Hochachtung vor dem Sportgeist der französischen Schwimmkameraden von Calais und vor der Einwohnerschaft von Calais überhaupt; wir sind allen zum größten Dank verpflichtet." „Und was wird Vierkötter nun tun?“ „Man gönne ihm erst einmal Erholung und Ruhe, er wird ganz allein wieder von sich hören lassen."
Büchertisch.
— Steuern und Buchführung für den Schneidermeister und die Schneidermeisterin. Von Dr. K. H. Lange. 3ndustrieverlag Spaeth und Linde, Berlin W. 10 (Wien I) 1926. — Es handelt sich hier um eine gemeinverständliche Darstellung der das Schneidergewerbe angehenden Steuergesetze, sowie eine bequeme Anleitung zur Buchführung im Schneiderhandwerk; ein praktisches Buch und guter Ratgeber. 447
Rundfunk-Programm
-es Frankfurter Genders.
(Aus der »Radio-Umschau".)
Mittwoch, 8. September:
11.30 bis 12.30 Uhr: Uebertragung aus dem großen Festsaal der Stadthalle Kassel. Begriißungs- att der Spitzen der Behörden zu dem 51. Deutschen Gastwirtetag des Deutschen Gastwirteverbandes. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Anton Dvorak. 6.45 bis 7.15 Uhr: „Die Erschließungsgeschichic der Alpen", 3.: „Die Entwicklung der Alpinistik von der Bezwingung des Mont Blanc bis zur Jetztzeit", Vortrag von Wilhelm Lehner, Regensburg. 7.15 bis 7.45 Uhr: „Das Lebensprinzip der Sachlichkeit", Vortrag von Prof. Verweyen, Bonn. 7.45 bis 8.15 Uhr: Schachstunde. 8.15 Uhr: Uebertragung von Bad Soden, Konzert des Kurorchesters, Operettenabend.
Sprechstunde» der Redaktion.
12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen.
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Donnerstag, den 9. Sept., abends 87* Uhr
5. (letztes) Sonderkonzert
der Reichswehrkapelle.
Leitung: Obermusikmeister Löber.
Al»«-SÄ WWWÄSWlW in der Dolkshalle vom 11.-19. September 1926
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Eröffnung Samstag, den 11. September, nachmittags 3 Uhr. — Eintritt: Rm. 0.50, Dauerkarte Rm. 2.50, Beikarte Rm. 1.00. — Vorverkauf in den Zigarren- geschästen Moeser und Loeb und im Samenhaus Doll :::::: 7M8D
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