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können.

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Die ZchuldenabKommen.

Heftige Widerstände im Parlament.

Paris 6. Qlug. (WB.) Wie Havas aus den Wandeigängen der Kammer berichtet, mache sich bei fast allen Fraktionen Wider­stand gegen die sofortige Beratung der Frage der Ratifizierung der Schuldenregelungsabkonr- men mit London und Washington bemerkbar, be­sonders lebhaft bei der Fraktion der Repu­blikanisch-Demokratischen Bereini­gung, die heute nachmittag zu dieser Frage Stellung genommen hat und sich gegen die Ratifizierung des Abkommens Berengcr-Mellvn aussprach. Rur ganz bestimmte Vorbehalte wür­den die Mitglieder eventuell veranlassen formen, für die Ratifizierung zu stimmen, doch hielten sie es für wünschenswert, das; die Frage nach den Ferien vor das Parlament gebracht werde. Im übrigen glaubt dieLiberty" heute abend bereits andeuten zu können, daß über die Frage der Opportunität einer Debatte über die Ratifizierung der Schuldenabkommen auch in­nerhalb des Kabinetts die Meinungen auseinandergehen, daß man aber hoffe, bis mor­gen im Ministerrat eine Einigung hergestellt zu

Verhandlungen, die 24 Jahre dauerten, könnten also nicht als überstürzt bezeichnet werden.

Bemerkenswert ist weiter, daß die englische Rote behauptet, es handle stch um keine wirt­schaftliche Uebertragung eines Teiles von Abessi­

nien an eine bestimmte Macht. Sir Austen Chamberlain unterstreicht die Tatsache, daß mit der englischen Anerkennung eines ausschließlich italienischen Wirtschaftseinflusses in West- abessinien und im Gebiet der italienischen Eisen­bahnen niemand anders als doch England allein gebunden sei, das als Gegenleistung für die italienischen Zusicherungen über den Tsana-See sich verpflichtet, mit den italienischen Unternehmungen nicht zu konkurrieren uni> Konkurrenten nicht zu unterstützen. Das Schrei­ben schließt mit der Erklärung, Chamberlain wäre glücklich, in der nächsten Ratstagung diese Ver­sicherung Abessinien gegenüber wiederholen

Wurf, wonach England und Italien eine zu rasche Antwort verlangten. Die Verhandlungeir hätten zwischen Großbritannisn und Abessinien bereits u.ii 18. Märzl902 angefangen und schon damals hat Kaiser Menelik die Konzession des Tsanasees ' icgtand und den Sudan z u g e s a g t. Die

vollstrecktes Todesurteil.

Der Dienstknecht Albert Veil aus Bietig­heim, der im September 1925 seine beiden Reisegefährten aus Furcht vor Verrat ermordet hatte und vom Schwurgericht Stutt­gart zum Tode verurteilt worden war, ist heute rüh 5.30 Uhr im Hofe des Landgerichts Stutt­gart hingerichtet worden.

Wettervoraussage.

Meist wolkig, westliche bis nördliche Winde, Temperaturen verhältnismäßig niedrig, nur ver­einzelt leichter Regen.

Die erwartete Eintrübung des Wetters ist chon eingetreten, da von den britischen Inseln her ein langgestrecktes schmales Tief südöstlich ausgegriffen hat, das längs der Linie Borkum- Baser ganz leichten Regen verursacht. Morgen beherrscht die Rückseitenströmung des Tiefs unser Welter, so daß bei meist westlichen Winden und wolkigem Himmel die Temperaturen verhältnis­mäßig niedrig liegen und vereinzelt leichter Regen auftritt.

haben.

Heute nachmittag hat auch die interfrak­tionelle Gruppe unter der Führung des Abgeordneten Morineaud getagt und dein Ministerpräsidenten Poincar^ mitteilen lassen, daß unter den gegenwärtigen Umständen die Annahme der Abkommen von Wa­shington ernsten Widerständen be­gegnen wüßten und daß es unerläßlich sei, die Diskussion zu vertagen und den zustän­digen Kommissionen die Sorge zu überlassen, die Abkommen ernst und gewissenhaft au prüfen. Ähnliche Schritte beim Ministerpräsidenten sind auch von ariderer Seite unternommen worden. Deshalb hält die Havagagentur es heute abend so gut wie für sicher, daß die Regierung sich gezwungen sehen werde, darauf zu v e r z i ch ° t e n, eine sofortige Entscheidung des Parlamentes zu erhalten, und daß die Kommissionen ihre Ar­beiten während der Ferien vornehmer werden, so daß nach Wiederzusammentritt des Parla­mentes die Schuldenregelungsfrage zur Debatte kommen könne.

DevisenabgQbe für Ausländer in Frankreich.

Berlin, 7. Aug. (SIL) Wie die Morgen- blättsr auS Paris melden, hat der sozialistische Abgeordnete Chaftanot einen Antrag einge- bracht, wonach die Ausländer mit hoher Valuta, die in Frankreich Geld einwechfeln, gezwungen werden sollen, eine Karte vorzuzeigen und beim Wechseln ein Fünfter des Unter­schiedes zwischen dem Paritätskurs und dem gegenwärtigen Devisenkurs als Abgabe zu entrichten. Der Abgeordnete hofft, auf diese Weise jährlich etwa eine Milliarde Franken Einnahme für den Staat erzielen zu können.

Deutschlands koloniale Forderung.

Tagung der British Association.

London, 6. Aug. (Wolff.) Auf der Tagung der British Association in Oxford teilte der Astronom Professor Turner mit, daß England am 29. Juni des nächsten Jahres eine totale Sonnenfinsternis erleben werd«. Sie werde die erste totale Finsternis seit 1724 sein, und ' ein gleiches Ereignis werde erst wieder in zwei Jahrhunderten eintreten. Darauf eröffnet der Geistliche Edwin Smith die Aussprache der antropologischen und geographischen Abteilung über die Wirkung der europäischen Zivilisation auf afrikanische Gingeborenenrassen. Hierbei kam auch die Frage des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund und die Wirkung dieses Eintritts aus koloniale Probleme zur Sprache. Sir Frederick L u g a r d erklärte, die Zahl derjenigen, die in Deutschland für die Wiederher­stellung des deutschen Kolonialrei­ches eintreten, vergröbere sich. Sie begründeten ihre Forderung damit, daß einer Ration von 60 Millionen nicht der Zutritt zu den Kolonien verweigert werden könne, wenn sie in den Völ­kerbund eintrete. In den Mandatsgebieten, sagt Lugard weiter, beständen Bestimmungen für die Zulassung fremder Staats­angehöriger, und Deutschland würde dieses Recht in den britischen Mandatsgebieten Afrikas ohne Zweifel erhalten. Es wäre richtig, wenn man geeignete Männer der Wissen­schaft aus Deutschland einlade, sich an der eng­lischen Forschungsarbeit in den afrikanischen Kolo­nien zu beteiligen, denn es sei genügend Raum für diese Zusammenarbeit. Vor kurzem habe eine Konferenz für afrikanische Fragen ge­tagt, zu der 10 Rationen Vertreter entsandt hätten. Auf dieser Konferenz sei man bereits übercingekommen, einen Deutschen zusammen mit dem Franzosen de la Fasse zum D t r e k t o r des Instituts für afrikanische Spra­ch e n zu ernennen.

Abessinien.

Chamberlain verteidigt den englisch-italienischen Vertrag.

Genf, 7. Aug. (TU.) Das Völkerbunds- fetr:lariat veröffentlicht die Antwort des englischen Außenministeriums auf die Zuschrift des Sekretariats vom 22. Juli, worin die abessinische Beschwerde über den englisch-italienischen Vertrag über den Tsana-See behandelt wird. In dem Schreiben wird zunächst die ganze Angelegenheit für ein Mißverständnis erklärt. Weiter heißt e3, daß England und Italien keinen Zwang beabsichtigen. Sie Lrakttschen Arbeiten seien für alle drei T c i l e nützlich. Abessinien bleibe aus alle .le volle Entscheidungsfreiheit. Der bri.ische Geschäftsträger habe am 14. Juli den tel. graphischen Auftrag erhalten, diese Erklä­rung dem Kronprinzen Tafari mitzuteilen. Ferner widerlegt das Schreiben den abessinischen Dor­

melden, dah im Parterre der Versuch gemacht worden sei, durch Stinkbomben die Vorstellung zu stören. Der Text des Lustspiels war stark von den Derbheiten des Originals gereinigt: Nie Auf­führung. die im wesentlichen nicht von dem En­semble der Etefster-Bühne, sondern von Gästen bestritten wurde, war anerkennenswert. Das Publikum war sehr beifallsfreudig.

Kommunalwirtschaftliche Tagung in Wien.

Unter Beteiligung hervorragender Kom­munalpolitiker aus Deutschland, Oesterreich- Ungarn und dem deutschen Gebiete der Tschecho­slowakei hält der Verein für Kommunal- wirtschaft und Kommunalpolitik e.V. am 12. und 13. September d. I. in Wien feine diesjährige Tagung ab. In der Tagesordnung sind vorgesehen: ein Bericht des Generalsekretärs Erwin Stein über die kommunalen wirtschaftlichen Arbeiten des letzten Jahres sowie folgende Vor­träge: 1. Die Verwaltungsreform. Berichterstatter für Deutschland: Dr. Dr. Mulert, Präsident des Deutschen Städtetages: für Oesterreich: Magi­stratsdirektor Dr. Hartl, Wien: für die Tschecho­slowakei: Dr. Lodgman, Geschäftsführer des Ver­bandes der deutschen Selbstverwaltungskörper in der Tschechoslowakei. 2. Die Entwicklung der kom­munalen Finanzen in den letzten Jahren. Bericht­erstatter für Deutschland: Stadtkämmerer Karding, Berlin: für Oesterreich: Stadtrat Breitner, Wien: für die Tschechoslowakei: Dr. Seifert, Geschäfts­führer deS Verbandes der deutschen Selbstver­waltungskörper in der Tschechoslowakei.

Amerika und der mexikanische Kulturkampf.

Reuyork, 6. Aug. (SU.) In Mexiko werden für den kommenden Sonntag neue Riesen- demonstrationen der Arbeiterschaft erwartet. Der Vermitlungsvorsck^lag der Kirche Perus wurde vom Präsidenten abgelehnt. Er war aber bereit, die Entscheidung über den Streit dem Parlament zu überlassen. Die Meldungen aus Mexiko lauten durchweg wieder ernster. Die Presse Reutzorks fährt fort, mit dem Abdruck mexikanischer Meldungen. Die amerikanische Regierung erklärte, dah sie, falls es nötig sei, die amerikanischen Bürger in Mexiko mit allen Mitteln gegen Enteig­nung schützen werde. Es verlautet, daß der amerikanische Botschafter in Mexiko am 13. August vorübergehend Mexiko verlassen werde, nachdem er vorher eine scharfe Rote wegen der mexi­kanischen Petroleum-Maßnahmen überreicht habe.

Die Beamtengehäller.

Berlin, 7. Aug. (TU.) Zu den Bespre­chungen zwischen Reich und Ländern, die nach Ablauf des Speprgesehes über die Besoldung der Beamten gepflogen worden sind, und wie berichtet, zu keiner Einigung geführt haben, erfährt derLokalanzeiger", dah das Hin­dernis hauptsächlich in der vom Reich angeregten Wiedereinführung der Vierteljah­reszahlungen der Gehälter an die Beamten lag. Diele Länder und Gemeinden erklärten sich dazu im Augenblick außerstande.

Kunst und Wissenschaft.

Cncc durch die Nubische Wüste.

Wie demLolalanzeiger" aus Edfu (Ober- äghpten) gedrahtet wird, hat die Expedition des berühmten Frankfurter Ethnographen Leo Fro­tz en ius ihre vierzehntägige schwierige Fahrt durch die zentral-nubische Wüste erfolgreich ab- geschlossen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind außerordentlich befriedigend. Fro- benius entdeckte ganz neue Gebiete und fand Stil- sormen urgeschichtlicher bis neuzeitlicher primi­tiver Felsbildkunst.

Darmstädter Theater.

Vor einigen Monaten hieß es, baß Zuck- mayers vielumstrittenes LustspielDer fröh­liche Weinberg" vom Hess. Landestheater zur Aufführung angenommen, aber aus Einspruch les Zentrums zurückgezogen worden sei. Run s2nö int Kleinen Hause des Landestheaters durch die Dir.'ltion Stcfster (Sommerchcater) die Erst- nufsührung für Darmstadt als Rachtvorstcllung statt. Die Aussührung ist. ohne Störung vor sich gegangen; ein hiesiges Blatt weih allerdings zu

Balkanunruhen.

Die mazedonischen Komitatschi

<iii der bulgarischen Grenze.

In letzter Zeit haben wieder verschiedene Grenzzwischenfälle an der bulgarisch-rumänischen und bulgarisch-serbischen Grenze stattgefunden. Sowohl von Bukarest wie von Belgrad sind scharfe Roten nach Sofia gerichtet wor­den. Da die bulgarische Regierung Serbien bisher keine Antwort erteilt hat, führt die Belgrader Regierung eine sehr scharfe Sprache gegen Sofia, so dah einige Großmächte sich veranlaßt fühlen, in Belgrad erklären zu lassen, dah man einen ernstlichen serbisch-bulgarischen Konflikt nicht wünsche und daher von Belgrad Ma h t - gung verlange. Dah die bulgarische Regierung an den Vorgängen irgendwelche Schuld hat, er­scheint sehr unwahrscheinlich, denn dah sie mit den Komitatschis nicht fertig wird, ist nicht ihre Schuld. Der Friedensvertrag hat das vul­go, rische Heer so stark herabgesetzt, dah die bulgarische Regierung nicht in der Lage ist, das Bandenunwesen an den Grenzen erfolg­reich zu bekämpfen. Durch die auherordentlich schwache Militärmacht kann sich die Zentralgewalt nicht in der erforderlichen Weise im Lande durch­setzen. Während Serbien und Rumänien ihre Grenzen aufs schärfste militärisch bewachen, kann dies Bulgarien wegen seiner schwachen Militär­kräfte nicht tun. Die Nachbarstaaten behaupten, daß es sich um bulgarische Komitatschi- banden handelt, die auf fremdes Gebiet drin­gen und dort rauben und plündern. Die bul­garische Regierung erklärt wiederum, dah es sich um serbische oder griechische Komitat­schis handele. In der Tat wird sich auch nur selten feststellen lassen, wer bei diesen Ueberfällen der Schuldige ist, da es sich bei den meisten Fällen um Mazedonier handelt, die sowohl in Bulgarien, in Serbien oder in Griechenland ansässig find.

Der nach Belgrad zurückgekehrte Außen­minister R i n t s ch i 1 s ch äußerte sich zu Jour­nalisten, daß über die durch die bulgarischen Bandeneinfälle entstandene Lage zwischen Jugoslawien und Rumänien volle Uetzereinstimmung bestehe. Es liege auch im Interesse Griechenlands, gleichfalls mit Jugoslawien und Rumänien Zusammengehen. In einem längeren Kommunique erklärt die Regie­rung, daß sie aus Grund der Untersuchung über Die Vorfälle veranlaßt worden sei, umfas­sende Maßnahmen zu treffen, um das jugoslawische Staatsgebiet ein für allemal gegen die systematischen Angriffe bewaffneter Banden zu sichern. Das Kommunique fügt hinzu, daß in Belgrader politischen Kreisen die Lage als ernst beurteilt werde. Alle Rachrichten aus­ländischer Blätter über schon unternommene ober noch beabsichtigte Maßnahmen der Regierung seien aber unrichtig. Die Aktion der jugoslawi­schen Regierung werde nur den einen Zweck ha­ben, alle jene Elemente auszumerzen, die bisher die Ruhe und den Frieden auf dem Balkan ge­stört hätten.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 7. August 1926.

Das Gießener Krematorium.

Vor einigen Tagen ist der Bau der Gießener Feuerbestattungsanlage auf dem Neuen Friedhof beendet worden. Damit ist den langjährigen Wünschen der hiesigen Freunde der Feuerbestattung Rechnung getragen, zugleich hat man auch ein ausgezeichnetes Stück kommunaler Zukunftsarbeit geleistet, das für die Entwicklung unseres Gemeinwesens von hoher Bedeutung sein wird.

Die ganze Anlage ist ein zweigeschossiger unter­irdischer Bau, der zum Teil unter dem Weg hinter der Kapelle und zum Teil unterhalb der Friedhofskapelle errichtet ist, so daß von außen nur die an der Rückseite errichteten Strebepfeiler, die als Kamin und Entlüftungschlote dienen, wahrzunehmen sind. Diese Anordnung bot bei der Ausführung außerordentliche Schwierigkeiten, weil der Hintere Teil der Kapelle vollständig unterfangen werden mußte, bot jedoch andererseits den Vorteil, daß die Friedhofskapelle als Einsegnungsraum bei Trauer- feierlichkebten benutzt werden kann.

Durch hydraulische und elektrische A u f z ü g e werden die Leichen bis in den im ersten Kellergeschoß liegenden Einführungsraum befördert, welcher durch eine Wand von dem eigent« Hajen 0 f c n r a u m getrennt ist. Die Hauptsache des Krematoriums ist naturgemäß der Verbren­nungsofen, von denen es verschiedene Systeme gibt. Bei der Wahl des hiesigen Ofens kam In erster Linie die Wirtschaftlichkeit in Frage, und man ent- schloß sich nach Besichtigung verschiedener Oefen für das System Topf. Dieser Ofen ist ein aus hochwertiger Chamotte gebauter Rekupera- tionsofen für Koksfeuerung; jedoch ist er so konstruiert, daß jederzeit Apparate für Gas­heizung eingebaut werden können, sofern solche von einwandfreier Funktion auf den Markt ge­bracht werden sollten, was bis heute noch nicht der Fall ist. Der Ofen besteht aus dem Generator ober Feuerraum, dem Rekuperator ober Vorwär­mer, d. i. ein nach bestimmten Grunbsätzen kon­struiertes System von Gas- und Luftkanälen, sowie dem eigentlichen Ginäsckerungsraum mit dem dar­unterliegenden Nachglühraum.

Der Betrieb des Ofens erfolgt nun in der Weise, daß beim Anheizen die im Generator durch die Verbrennung des Koks sich entwickelnden Heiz­gase durch den eigentlichen Einäscherungsraum, dem Nachglühraum und durch die Kanäle des darunter­liegenden Rekuperators streichen und durch den Fuchs und Schornstein ins Freie gelangen. Ist die Temperatur des aus hochwertiger Chamotte ge­bauten, der Größe des Sarges entsprechenden Ein­äscherungsraumes auf etwa 1000 Grad Cel­sius gestiegen, so wird der Einäscherungsraum durch einen Chamotteschieber abgeschlossen, so daß nunmehr Heizgase in diesen nicht mehr eintreten können. Die Heizgase bestreichen nunmehr die Unterseite der Nachglühplatte und gehen durch die Kanäle des Rekuperators nach dem Ka­min. Im Gegenstrom zu den Heizgasen wird dis nunmehr notwendige Einäscherungsluft durch den Rekuperator eingeführt, indem sie sich an den heißen Kanalwänden auf etwa 1000 Grad erhitzt, und gelangt hierauf in den Einäscherungsraum. Nachdem nunmehr der Sarg mittels eines beson­deren Wagens in den Einäscherungsraum einge­führt ist, verbrennt dieser sehr rasch, wobei die sich bildende Holzasche durch eine besondere Saug« zuganlage nach dem Kamin abgesaugt wird. Der Körper wird durch die eingeführte reine atmosphärische Lust nach dem Vorgang einer Destillation verzehrt, und es blei­ben nur noch Teile des Knochengerüstes übrig. Diese fallen durch den Chamotterost auf die schräge Nachglühplatte herunter und werden hier nachge­glüht, worauf ein reinweißer Rückstand verbleibt. Diese R ü ck st ä n d e werden in einen besonderen Kasten gesammelt, gekühlt und ineinellrnege« füllt. Das Gewicht dieser zurückbleibenden Asche beträgt etwa 2 bis 3 Kilogramm. Durch besondere Schauluken kann der Einäscherungsvor' gang, der etwa 1 bis 1$ Stunden beträgt, genau überwacht werden.

Der Neubau ist so -groß ausgeführt, daß später ein zweiter Ofen aufgestellt werden kann- Ebenso ist vorsorglich noch eine Leichenkam­me r im Untergeschoß vorgesehen. Die Entlüf­tung der Räume erfolgt durch eine großzügig ein­gelegte maschinelle Entlüftungsanlage. Der Ofen wurde von der Firma Topf & Söhne in Er­furt gebaut Die sehr schwierige Ausführung bei Erd-, Maurer- und Betonarbeiten erfolgte durch DU Bauhütte Gießen, die Lieferung der Ver- senkoorrichtung durch die Firma Baas in Darm- ftabt und der Lüftungsanlage durch die hiesig» Firma S ch a f f st a e d 1 G. m. b. H.

Sportarzt-Lehrgang in (Biegen.

Die erfreuliche Zunahme von Turnen. Spiel und Sport ist im Interesse unserer Volksge­sundheit sehr zu begrüßen. Doch kann, besonders in den Enttvicklungsjahren, übermäßige körper­liche Inanspruchnahme bestehende körperliche Fehler verschlimmern und dauernde Schädigungen hertzeisühren. Manche Erkrankungen erfordern wiederum eine Beschränkung auf ganz bestimmte Hebungen. Hier kann nur eine genaue Unter­suchung und Überwachung durch einen mit dem Betriebe der LeibOiibungen vertrauten Arzt vor Schaden bewahren, anderer'eits können aber ge­wisse Körpc-rfehler durch entsprechende, nach ärzt­lichen Gesichtspunkten gewühlte Uebungen ausge­glichen und so die sportlichen Leistungen verbessert werden.

Aus aller Welt-

Den Aermelkanal durchschwommen.

Miß E d e r l e, eine junge Amerikanerin, ?at in 14V. Stunden den Aermelkanal durch- chwommen. Sie war Freitag früh von Kap Grisnez abgeschwommen. Der Erfolg der erst 10jährigen Amerikanerin, der es als erste Frau gelang, den Aermel-Kanal zu durchschwimmen, erreg! allergrößtes Aufsehen. Als sie sich der englischen Küste östlich von Dover näherte, war infolge einer auskommenden Brise ein so schwe­rer Seegang, daß die Seeleute in Dover der Ansicht waren, die mutige Schwimmerin werde kurz vor ihrem Ziele den Versuch auf­geben müssen. Es gelang ihr jedoch, etwa um V«10 Uhr bei der Rettungsbootstation von Kings­town zu landen. Miß Eberle hat xum Durch- chwimmen des Kanals ungefähr 14 Stunden 39 Minuten gebraucht, während Webbs im Jahre 1875 den Kanal in 21 Stunden 45 Minuten durchschwamm. In Reuyork herrscht über den Erfolg der amerikanischen Schwimmerin große Begeisterung.

Helfe des Oeslerreichisch-Deutschen Volksbundes nach Deulschösterreich.

Der Oesierr-üchisch-Deutsche Volksbund ver­anstaltet in der Zeit vom 31. August bis 9. Sep­tember für seine Freunde wieder eine gemein- ame Reise nach Dcutschösterreich. Die Reise, die e Tage dauern soll, führt über Passau auf

Donauwege nach Linz und von dort nach ©ra^. Klagenfurt und Salzburg. Die Teilnahme an der Reise steht jedermann frei.

Grippeepidemie in Niederbayern.

Seit einigen Tagen herrscht im Bezirk Din­go l f i n g in Riederbayern eine Grippenepidemie, die in vielen Fällen ernste Formen annimmt. Allein bei den Krankenkassen sind 200 Fälle von Arbeitsunfähigkeit gemeldet. Die Zahl der Un­angemeldeten dürfte erheblicher sein. Auch in Oberhausen treten, namentlich unter den männ­lichen Arbeitern, heftige Erkrankungen an Unter- leibsgrippe auf. Die Bevölkerung hat den rätsel­haften Massenerkrankungen die Bezeichnung Do­naugrippe beigelegt, weil sie annimmt, daß sie mit der Donauüberschwemmung in Zusammenhang stehen.

Starte hiße in Lhina und Amerika.

In Schanghai sollen laut nichtamtlichen Schätzungen täglich 1000 Chinesen infolge Cholera- erlranfungen und infolge der sehr großen Hitze sterben. Freitag wurde mit 102 Grad Fahrenheit (zirka 44 Grad Celsius) die höchste Temperatur seit 30 Jahren gemessen. Wenige Ausländer sind von den Erkrankungen betroffen. Auch der Südwesten der Ver­einigten Staaten leidet zur Zeit unter außerordentlicher Hitze. Zahlreiche Orte in Kan­sas, Texas und Oklahoma melden über 100 Grad Fahrenheit, Salina in Kansas 109 Grad.

Selbstmord eines Arztehepaares.

In ihrer Wohnung in Berlin wurden der 71jährige Sanitätsrat Max Mayer und seine tzljährige Ehefrau im Bett vergiftet aufgefunden. Das Ehepaar hat wegen Nahrungssorgen Selbstmord begangen.

Vater und Kind auf dec Ferienfahrt ertrunken.

Der Goldarbeiter Martin Radeke aus Rathenow hatte in einem Boot mit seiner Frau und seinen beiden dreijährigen Zwillingskindern eine Ferienfahrt auf der Havel unternom­men. Auf dem Beetzsee bei Brandenburg fiel eins der Kinder ins Wasser. Der Vater sprang ihm sofort nach, ging jedoch vor den Augen seiner Frau und des zweiten Kindes unter.

Autounglück.

In Paris ist der Direktor der Dank von Frankreich. Descamps, bei einem Automobil­unfall tödlich verunglückt. Das Auto, in dem sich außer ihm seine Frau und seine beiden Kinder befanden, überschlug sich infolge eines Rei­fenbruches. Descamps und seine Frau waren auf der Stelle tot, die beiden Kinder kamen mit geringen Verletzungen davon,

Ein dreifacher Mörder verhaftet.

In Spandau wurde der 50 Jahre alte Anton M a r l o ch verhaftet, der von der Staatsanwalt­schaft Schwerin seit 1920 wegen Mordes an seiner Familie steckbrieflich verfolgt wurde. Dem Verbrechen fielen seinerzeit drei Personen zum Opfer.

Ein langgesuchter Raubmörder berhastet.

Am Ostseestrand in Bansin war dieser Tage eine Falschspielergefellschast verhaftet wor­den. Der Hauptbeteiligte, der sich August D u d ek nannte, wurde ins Swinemünder Amtsgerichts­gefängnis eingeliefert. Die Kriminalpolizei hat nun festgestellt, dach «S sich um einen gewissen Alois Klein handelt, der als Angehöriger des oberschlesischen Grenzschutzes seinerzeit gemein­sam mit einem Kameraden zwei Handels- leute bei Cliasnau (Oberschlcsien) in einen Wald gelockt, dort ermordet und beraubt hatten. Klein war schon einmal festgenommen worden, war aber aus dem Gefängnis wieder entwichen. Unter vielen falschen Ramen hatte er sich dann in Pommern und in Mecklenburg vorübergehend auf Gütern aufgehalten.