Ausgabe 
7.6.1926
 
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Abg. Barteld

Sommerkur für

des Defizits be­werbende Zwecke

der Eleve auf die

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vertagt.

Hessen und die Besetzung.

Frankfurt a. M., 5. Juni. (WSW) Wie

die ganze Familie des Kaufmanns Heine, be­stehend aus dem 46 Jahre alten Mann, der 40 Jahre alten Frau und den beiden 5 und 7 Jahre alten Kindern in der Küche in Betten liegend durch Gas vergiftet aufgefunden. Schlechte wirtschaftliche Lage und Krankheit schei­nen die Familie in den Tod getrieben zu haben.

Familienkatastrophe.

die Leipziger Morgenblätter melden, der Pariser Straße in Leipzig-Gohlis

Abg. v. Winterfeld (Dn.) verlangt in der allgemeinen Aussprache niedrigere Zinsen. Die Staatsbank habe im letzten Jahre so gute Geschäfte gemacht, daß ihre enormen Verluste bei den Kreditgeschäften mit Barmat und Kutisker bis auf ein Defizit von 4Vs Millionen verschwun­den seien. Die Staatsbank hätte deshalb etwas gelinder mit der Wirtschaft verfahren können. Die Zinsen mühten endlich herabgesetzt werden. Die Landwirtschaft käme bei den Staatsbank- krediten zu kurz.

Etaatsbantpräsident Schröder erklärt, die Staatsbank sei durchaus bestrebt, die Zinsen möglichst niedrig zu bemessen. Es seien mehr als 050 Millionen an langfristigen Krediten der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt worden, was als erheblich bezeichnet werden müsse.

Damit schließt die Besprechung. Die ent­scheidenden Abstimmungen werden auf nächsten Dienstag vertagt.

Den hierauf zur zweiten Beratung kommen­den Haushalt der Porzellanmanu­faktur empsiehlt der Ausschuß zur unver­änderten Annahme.

Abg. Hackenberg (Dn.) stimmt namens seiner Freunde dem Etat zu. Er empfiehlt Aus­stellungen der Porzellanmanufaktur in großen Städten und Bädern zur Förderung des Ab­satzes.

Abg. Mertens meint, mehr Kredite zu billigeren Zinsen seien nötig. Der Redner dankt dem Direktor Moufang für seine ausgezeichnete Führung der Porzellanmanufaktur.

Abg. Meier- Berlin (Soz.) fordert, daß bei älmstellung der Manufaktur Härten für Ar­beiter und Angestellte dieses älnternehmens ver­mieden werden.

Damit endet die zweite Beratung dieses Haushalts. Die Abstimmungen werden auf Diens-

NervenkranSce

u. Nervös-Erschöpfte. #pezialknranet»It Hofhelm i. Tann ns bei Frankfurt a. M. Prospekte durch

Dr. 31, Schulze - Kahleyss, Nervenarzt

der Staatsanleihe zur Deckung stimmt sei. Sie sei lediglich für bestimmt.

Marokko und Spanien.

Madrid. 5. Juni. (WB.) Der ehemalige Minister des Auswärtigen Perez d' Abal- l e r o veröffentlicht imJmparcial" einen län­geren Aufsatz über das marokanische Pro­blem. Er meint, daß die französischen und spanischen Interessen übereinstimmen, dah aber, um die ihm erteilte Aufgabe erfüllen zu können. Spanien in der Reihe der großen Rationen handeln solle. Spanien solle sich wieder daran gewöhnen, in der gleichen Weise zu denken und zu fühlen, wie die großen, an ihre eigene Zukunft glaubenden Völker, zwar ohne äleberhebung und ohne falschen Ehrgeiz, aber mit dem festen Willen, soviel wie nötig seine Anwesenheit bemerkbar zu machen, damit die 35 anderen es beach­ten und nicht handeln, als ob es nicht existierte. Spanien besitze überall Interessen, be­sonders in Europa und Rordasrika, sowie im lateinischen Amerika. Auf der Grundlage der spanisch-französischen Liebereinstimmung sei das Werk Spaniens dank seinem militärischen Siege der erste Schritt auf dem Wege zur inter­nationalen Ausdehnung Spaniens.

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Wettervoraussage.

Weiter unbeständig und einzelne Regenfälle, südliche bis westliche Winde, wenig Temperatur­änderung.

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berits bekannt, ist Hessen derjenige Staat, dec relativ im Verhältnis zu seinem Umfang und zu seiner Einwohnerzahl am stärk st en unter der Besetzung zu leiden hat. Rach einer Denkschrift des Ministeriums für die besetzten Gebiete sind zur Zeit in Rheinhessen und dem Mainzer Brückenkopf 2 1 7 7 7 Franzos en und 500Engländer. Das sind rund 8000 Militär- Personen mehr als vor dem Kriege in diesem Gebier vorhanden waren. Ein Rückgang vom September 1925 bis März 1926 hat nicht st öli­ge f u n d e n, sondern im Gegenteil, wenn auch nur um ein geringes, zugenommen. Jedenfalls wäre zu wünschen, daß das von der Rheinlandkom­mission nach Locarno gegebene Versprechen, die Stärke der Brsahungstruppen wesentlich Herab­zusehen und auch dadurch die Rückgabe eines Teils der öffentlichen Gebäude und Wohnungen, die zum @cbrauch der Truppen notwendig waren, zu ermöglichen, sich endlich erfüllen würde, und der Gei st von Locarno endlich auch hier einmal seine praktischen Auswirkungen zeitigen würde.

Beamtenabbau in Hessen.

Darmstadt, 5. Juni. (WSR.) Gemäß dem Beschluß des Landtags werden im Etat für 1926/27 die vorgesehenen Anwärter der folgenden Klassen abberufen. Von den oberen Beam­ten kommen insgesamt 64 und von diesen wieder mehr als die Hälfte (35) Studienassesso­ren zum Abbau. Von mittleren Beam­ten werden 204, und zwar in dec Hauptsache Schulverwalter (200) abgebaut. Insgesamt soll damit eine Ersparnis von 900904 Mark er­zielt werden. Ferner ist noch eine weitere Ein­richtung getroffen, das; insgesamt 446 Beamten-- stellen nach dem Tode bzw. der Pensior-ierung der Inhaber nicht mehr besetzt werden sollen, und zwar entfallen auf die oberen Beam­ten 56. darunter 14 Regier ungs- und Bauräte. auf die mittleren Beamten 53, dar­unter 18 Justizinspektoren, und auf die unteren 337 Stellen, darunter 300 Polizei- beamte der lommendrn Einheitspolizei.

Die Wahlen in Mecklenburg.

Schwerin. 6. Juni. (WB.) Das vorläu­fige Gesamtergebnis der Landtagswahlen aus 955 vorwiegend ländlichen Bezirken von insgesamt 1412 Bezirken beträgt: Deutschnatio­nale 45181. Sozialdemokraten 75 260, Deutsch- völkische 16103. Kommunisten 11 402. Deutsche Volkspartei 16 278. Demokraten 5883, Gesellschaft für Volkswohlfahrt 51SO, Wirtschaftspartei 11 906, Rationalfozialistische Arbeiterpartei 3251 Stim­men.

liche Detonbrücken sind vom Hochwasser übet» chwemmt und abgerissen worden.

hochwafserkalaslrophe in Oberschwaben.

Die Hochwassernot in Württenberg war am schlimmsten in Biberach, im Rottumtal, in Aa- venSburg, im Schussental sowie im Teuringertal. Auch im Saulgau und Umgebung sind die Schä­den groß. In zahlreichen Orten und Städten muhten Häuser geräumt werden. Jfctit großer Mühe konnte man die vorn Hochwasser Heim- gesuchten retten. Dis jetzt sind zwei Todes- f ä l'l e bekannt geworden. In Auldendorf flieht der Mai-Weiher in rasendem Strom durch die Stadt. In Tlttenweiler steht das Wasser ein Meter hoch und drang in das Rathaus ein. In Waldsee gleicht der Ausfluh des Stadtsees einem reihenden Strom. Mohheim, Herbertingen und andere Gemeinden haben Pioniere zur Hilfeleistung angefordert.

Kindermord in Breslau.

In der Rähe der Technischen Hochschule in Breslau wurde ein Paket aufgefunden, das Leichenteile von zwei Kadern, eines Kna­ben und eines Mädchens, die im Alter von 8 bzw. 12 Jahren gestanden haben müssen, auf­gefunden.

Von einem Bullen aufgespie^t.

Abschluß der Genfer Arbeitskonserenz.

' Genf, 5. Juni. (TU.) Die achte Interna­tionale Arbeitskonferenz ist heute um 1 Uhr mittags abgeschlossen worden. Zunächst fand heute vormittag die Schlußabstimmung über den Konventionsentwurf für die Vereinfachuna der Inspektion auf Auswandererschiffen statt. Zur Annahme der als Konvention vorgeschla- gcnen Artikel 17 des Entwurfes bedurfte es nach den Satzungen des Internationalen Arbeitsamtes einer Zweidrittelmehrheit. Die Abstimmungl ergab die Anwesenheit von 1,07 Delegierten, von denen 72 für d i e Annahme der Konvention und 35 gegen d i e Annahme stimmten. Vor der Ab­stimmung hatte der deutsche Regierungs- d e r t r et e r beantragt, den Entwurf nicht als Konvention, sondern nur als Empfehlung an die Regierungen zur Abstimmung zu stellen. Die beiden deutschen Regierungsoertreter stimmten gegen d i e Annahme des Entwurfs als Konvention, ebenso auch der deutsche Arbeitgebervertreter, während der deutsche Arbeitnehmerdelegierte für die Annahme stimmte. Der Artikel des Entwurfes, der die Frage der Einstellung von Dolmetschern behandelt, wurde als Entschließung und der Artikel 9, der die Frage der Unterstützung alleinreisender Frauen betrifft, als Empfehlung angenommen. Es wurde ferner ein Antrag des indischen Arbeiterdelegierten angenom­men, nach dem eine Untersuchung der Arbeitsbe­dingungen der gesamten Eingeborenen ohne Be­schränkung auf die Gebiete für Südafrika und Nord­amerika eingeleitet werden soll. Ferner wurde be­schlossen, eine Vertretung der Internationalen Ar- beitskonferenz in Indien zu schaffen. Nach der Ab­stimmung hielt dec Vorsitzende, der Holländer N o - lens, eine kurze Schlußansprache und erklärte die 8. Internationale Arbeitskonferenz als geschloffen.

Das 3itoiwtioMk Arbeitsamt.

Genf, 6. Juni. (WB.) Das Jnternalionale Arbeitsamt hat heute in feierlicher Weise von seinem in den letzten drei Jahren errichteten Gebäude Besitz ergriffen. Unter dem Vorsitz des Präsidenten des Verwaltungsrates, Fon­lai n e - Frankreich, begann um 10 älhr in dem großen Genfer Versammlungshaus der Festakt, dem Vertreter des schweizerischen Bundesrates, die Spitzen der Genfer Behörden, eine imposante Anzahl Regierungsvertceter, Svzialpolitiker, Ver­treter des Unternehmertums und der Arbeiter- Well aller Erdteile teilnahmen. Darunter befand ftch auch Arbeitsminister Brauns. 22 namhafte Vertreter aller Erdteile übermittelten dem Ar­beitsamt im Ramen ihrer Regierungen, der Unternehmer und der Arbeiter die besten Wünsche.

Reichsarbeitsminister Dr. Brauns führte in seiner Rede aus: Wenngleich Deutschland nicht zu den ursprünglichen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation gehört, so hat es doch keinen Augenblick gezögert, sondern die erste Gelegenheit des Anschlusses an diese neue Organisation benutzt, um seinen ernsten Willen zur Sozialpolitik und zur internationalen Förderung des sozialen gort» ' schritts zu bekunden. Von dieser Gesinnung ge­tragen, bat es sich Deutschland nicht nehmen lassen, feine guten Wünsche zu der heutigen Feier auch durch ein äußeres Zeichen zu be­kunden. Die für das Fenster der Treppenhalle von der deutschen Regierung ge­stiftete Glasmalerei soll die Bedeutung der Arbeit für das Leben der Völker sinn­bildlich darstellen.

Der französische Arbeitsminister Dura- four gab die feierliche Erklärung ab. daß nach der Ratifizierung des Washingtoner Abkommens durch die Kammer nunmehr auch dec Senat in kürzester Frist diese Konvention ratifizieren: werde. Rach feierlicher ülebergabe von drei gol­denen Schlüsseln an die Vertreter der Regie- rungsgruppe. der Tlntecnehmergruppr und der Arbeitergruppe klang der Festakt in einer Rede des DirÄtors Albert Thomas aus, der alle Faktoren der internationalen Zusammenarbeit würdigte.

Das Neichskabinett und die Wahl Dorpmüllers. Berlin, 5. Juni. (TU.) Zu den verschiedenen Pressenachrichten über die Wahl des Generaldirek­tors der deutschen Reichsbahngesellschaft wird initge- tcilt, daß am gestrigen Freitagabend folgendes Schreiben des Staatssekretärs in dec Reichskanzlei an den Generaldirektor der deutschen Reichsbahn- gesellfchaft überbracht wurde.

Auf das an den Herrn Reichsverkehrsminister gerichtete, an mich weitergeleitcte Schreiben, vom 4. d. M. teile ich auftragsgemäß ergcbenft mit, daß dach Reichskabinett in feiner heutigen Sitzung von der durch den Verwaltungsrat vorgenommenen Wohl des neuen Generaldirektors Kenntnis genom­men hat. Die R e i ch s r e g i e r u n g, die nicht in die Lage versetzt worden ist, nach erfolgter Wahl zwischen den für die Nachfolge in Frage kom­menden Persönlichkeiten irgendwie Stellung zu nehmen, muß sich ihre Entscheidung Vor­behalten. Sie wird sich erst, nachdem der ver­storbene Generaldirektor seine letzte Ruhe gefunden hat, mit der Angnlegenheit beschäftigen.

gez.: K e m p n e r.

Preußischer Landtag.

Berlin, 5. Juni. Das Haus setzte die zweite Beratung des Haushalts des Finanz­ministeriums in der Einzelberatung fort. Bei den laufenden Einnahmen nahm Finanzminister Dr. H ö p k e r - A s ch o f f das Wort, um die Aus­führungen des Abg. v. Brehmer (Völk.) richtig zu stellen. Seine Ausführungen über die Finanz­lage Preußens feien von A bis Z unrichtig. Die preußischen Verhältnisse seien durchaus gesund. Es könne auch keine Rede davon sein, daß em Pfennig

Auf dem Gute Moringen bei Eschwege wurde Malzfeld durch einen wütenden Bullen Hörner gespießt und getötet.

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Aus aller Welt.

Aulounfall Dl Eckeners.

Wie dieVoss. Ztg." erfährt, hat Dr. Hugo Eckener in Berlin einen Autounfall erlitten. Ecke­ner war mit dem Wagen auf einer Fahrt in die Umgebung Potsdams. Kurz hinter Belitz geriet das schwere Auto auf dem aufgeweichten Boden ins Schleudern. Der Ehauffeur verlor die Gewalt über das Steuer und der Wagen Prallte gegen einen Ehausseebaum. Dr. Eckener wurde bewußtlos, ohne daß er jedoch erhebliche Verletzun­gen erlitt. Sein Begleiter blieb unverletzt, während der Führer des Wagens erhebliche Beinverletzungen davontrug. Der Begleiter Dr. Eckeners bemühte sich um den Bewußtlosen und hielt ein anderes Auto an, mit dem der Verunglückte nach Berlin gebracht wurde. Er fand im West-Sanatorium in der Joachimsthalerstraße Aufnahme.

Der deutsche Jlotfenbefud) in Spanien.

Der Kommandeur des KreuzersSchleswig- Holstein" ist gestern in Begleitung von zwei Offizieren in Madrid eingetroffen und wurde am Bahnhof von einem Vertreter des Marineministers begrüßt. Baron Sacro Lirio Cowde wurde dem Kommandeur für die Zeit seines Aufenthaltes attachiert.

Die rumänische Sintflut

Die neuen Meldungen aus Rumänien lassen erkennen, daß die Hochwasserschäden ganz un­berechenbar sind. Im Bezirk Putna ist der Fluh Vilcow infolge des andauernden Regen­wetters aus den Alfern getreten und hat die Städte Odobesti, Patesti und Campineaca voll­ständig überschwemmt. Die Bevölkerung hat eine unbeschreibliche Panik ergriffen. Es spielen sich erschütternde Szenen ab. Die Be­hörden waren gezwungen, die gesamte Bevölke­rung »dieser Städte in Rotbaracken unterju« bringen. Zahlreiche Tote treiben strom­abwärts. Das Wasser steigt weiter. Sämt»

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das Ministerium des Innern übernimmt, wäh­rend der ehemalige Premierminister S a r w a d Pascha das Mrnisterium des Aeuheren und Kemar Bey Kashaba das Kriegsministe­rium erhält.

Vie Streiklage in England.

London, 6. Juni. Mille nächster Woche wird der Vollzugsausschuß der Bergarbeiter zusammen- treten, der darüber beschließen soll, ob die vom Präsidenten der Mining Association an die Berg­arbeiter gerichtete Einladung zur Teil­nahme an den Vorbesprechungen für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen angenommen werden soll. Man setzt in Bergarbeiterkreisen keine Hoffnungen auf diese neuerlichen Besprechungen. Reuter teilt mit, es treffe nicht zu, daß die inter­nationale Transportarbeitergewerkschaft den Export von Kohlen nach England verboten habe.

tiinnS C. G. Ekman. Ministerium für Aus­wärtige Angelegenheiten: Rechtsanwalt E. L o e f- gten, Justizministerium: Prof. I. Thyrim, Verteidigung: Redakteur G. Rosen, Soziale ^Fürsorge: Bürgermeister I. P e t te r s s o n, Ver» kehrsmrnisterium: Oberdirektor v. M e u r l i n g, Kultusministerium: Schulinspeftor I. Alm- kvist, Landwirtschaftsministerium Professor P. Hellstroem, Handel und Gewerbe: F. Ham- r in.

nicht verantwortlich machen. Wenn der Abg. Mül­ler- Franken über den großen Steuerdruck beweg­liche Klage führt, so sollte er sich an seine Freunde im Reiche wenden, die die Steuern ja mit bewilligt hätten.

Abg. Casper (Komm.) wendet sich gegen die Konkurrenz der sich in großer Not befindlichen Zivilmusiker durch Beamte, die besonders beim Stahlhelm in Musikkapellen mitwirkten.

In der weiteren Aussprache werden Wünsche der Beamten vorgetragen.

Somit ist die zweite Beratung des Haus­halts des Finanzministeriums bis auf die Ab­stimmungen, die am Dienstag vorgenommen wer­den sollen, erledigt.

Es folgt die zweite Beratung des Haus­halts der Preußischen Staatsbank (Seehandlurrg).

Der Ausschuß empfiehlt, wie der Bericht- erstatter Dr. Leidig (DVP.) hervorhebt, die unveränderte Annahme des Etats. Er hat sich im Anschluß an die verlustreichen Kreditgeschäfte mit den vorgenommenen Satzungsänderungen etn- verstanden erklärt. Dadurch sollen nach Möglich­keit faule Krebltgeschäfte vermieden werden.

Aus der ProviNMlhauptstadt.

Gießen, den 7. Juni 1926.

Die Sondergebäudesteuer.

3 Das Finanzministerium hat. wie wir er­fahren, die Finanzämter angewiesen, die Er­mäßigungsmöglichkeit auch auf die Fälle zu erstrecken, in denen die Friedensmiete zwar mehr als 4 Prozent, aber weniger als 5 Prozent beträgt. Die Ermäßigung soll auch eintreten, wenn zweifelsfrei feststeht, baß die Bruttorente weniger als 5 Prozent beträgt, selbst dann, wenn die Gemeinden über den Ermäßigungsantrag noch nicht entschieden haben.

Rach einem früheren Ausschreiben an die Finanzämter i st die Steuer zu erlassen für Mieträume, die ohne Verschulden des Eigen­tümers leer stehen. Runmehr kann auch eine Ermäßigung eintreten für gewerblich genutzte Gebäude oder Gebäudeteile, deren Räume durch Betriebst inschränkungen oder ungünstigen Ge­schäftsgang gegenüber der Vorkriegszeit erheb­lich geringer ausgemcht werden. Voraussetzung dabei ist stets, daß eine geringere Ausnutzung der vor dem 1. Juli 1913 hergestellten gewerb­lichen Räume stattfindet. Falls ein Betrieb in der Inflationszeit Reubauten vorgenommen hat, die jetzt wieder ftillgelegt worden sind, so genügt dies für einen Erlaß der Steuer nicht.

Auf Antrag des Steuerschuldners ist die Steuerschuld in Höhe der auf die vermieteten Räume entfallende Steuer zu erlassen, wenn die Einziehung dec Forderung an Miete gegen den Bescher der Räume dem Eigetümer nach Lage der Sache nicht möglich ist, und die älnmöglich- £eit glaubhaft gemacht wird.

Das neue TierzuchlinstiLut aus dem oberen Hardthof.

Es ist etwas über ein Jahr her, daß das I i e r 3 u d) t i n ft i t u t der Landes unioersi- tät Gießen auf dem oberen Hardthof, der am äußersten Zipfel der Provinz Oberhessen liegt, über­siedelte. Gelände und Gebäude wurden vor etwa zwei Jahren von der Stadt Gießen käuflich er­worben und dem hessischen Staat für Universitäls- zwecke verpachtet. Die Einrichtung der Gebäulich­keiten des oberen Hardthofes für die tierzüchte­rischen Zwecke vollzieht sich in Anbetracht der Geld­knappheit nur langsam, so daß verschiedene Um­bauten noch im Gange bzw. noch geplant sind. Das Tierzuchtinstitut wird unter Leitung von Pro­fessor Dr. K r a e m e r auf dem Gebiete der Nassen- künde, der Zuchtwahl und Leistung manches Bahn­brechende im Laufe der Zeit speziell für unsere oberhessischen Verhältnisse schaffen. Die züchterischen Versuche erstrecken sich auf alle Ziergattungen vom Warm- und Äaltblutpfcrb bis zu den Kaninchen. Besonders umfangreidj sind die Versuche bei den kleineren Tiergattungen, z. B. Hühnern, Tauben und Kaninchen. Es handelt sich hierbei um Kreuzungs­und Vererbungsoersuche. So werden z. B. bei dem Geflügel durch das Fallnestsystem die Tiere mit den besten Legeleistungen herausgesucht und mit diesen weitergeziichtet. Bei den Brieftauben, die in umfangreichen Taubenschlägen untergebracht sind, werden Tiere mit besten Flugleistungen ausgesucht. Daß bei der Ziegenzucht auf beste Milchergiebigkeit gesehen wird, ist selbstverständlich. Von Schweine­rassen werden gezüchtet das Deutsche Edelschwein und das veredelte Landschwein. Die jungen Ferkel werden sofort nach der Geburt tätowiert und die kräftigsten und schnellstwüchsigen zur späteren Nach­zucht verwendet. An die Stallungen des Geflügels, der Ziegen und Schweine schließen sich Ausläuse ins Freie an, wo sich besonders die Jungttere tummeln können. Bei der Geflügelzucht sei noch als sehr inter­essant hervorgehoben die Brutstube, in der mehrere Brutapparate in Tätigkeit sind, und das Kückenheim.

Englands ägyptische Sorgen.

London, 7. Juni. (TA.) Z a g l u l Pascha stattete am Samstag dem britischen Oberkommissar in Aeghvten, Lord Lloyd, einen Besuch ab. Heber das Ergebnis der Besprechung, die ungefähr eine halbe Stunde dauerte, ist noch nichts bekannt. Indessen hält man es für be­deutsam, dah der Führer der ägyptischen Ra­tionalisten den englischen Gouverneur in sehr gehobener Stimmung verlassen hat. Die Verhandlungen zwischen dem voraussichtlichen Premierminister A d l y Pascha und Z a g l u l Pascha über die Zusammensetzung des neuen Kabinetts wurden am Samstag fortgesetzt, ohne indessen zu einem endgültigen Ergebnis zu führen. Wie der diplomatische Korrespondent desObserver" berichtet, besteht nach dem Ver­zicht ZaglulS nunmehr wieder Aussicht, daß der von König Fuad für biefen Monat geplante Besuch in London zur Tatsache wird. Immerhin müsse die Möglichkeit einer Verschie­bung der Reise angesichts der immer noch unge­wissen politischen Lage ins Auge gefaßt werden. Der Korrespondent bemerkt weiter, daß die ägyptische Frage in den letzten Tagen nicht nur in London, sondern auch in Rom und Paris Gegenstand eingehenden Studiums ge­wesen sei. In Kreisen der britischen Regierung sei man sich jedoch vollkommen darüber klar, daß jede Ruhestörung an den Küsten des Mittel­ländischen Meeres (gemeint ist Marokko und Tanger) eine Angelegenheit fei, die die Mittel­meergebiete als Ganzes angehe, wogegen man in London sehr wohl zwischen internationalen Angelegenheiten und solchen, die ausschließlich britische und ägyptische Interessen angehen, zu unterscheiden wisse.

Das neue ägyptische Kabinett.

Kairo, 6. Juni. (WD.) Rach Besprechung mit Z a g l u l Pascha hat der Führer der li­beralen, Adly Pascha, das Kabinett gebil­det, indem er selbst das Winisterpräsidium und

Bei den Ausgaben schildert (Komm.) die Pensionslasten, die entstanden seien. Dafür körn

Der spanische Botschafter Quinones de Leon hat sich nach Madrid begeben, um mit Ministerpräsident P r i m o d e Rivera im Hin­blick auf die demnächst in Paris beginnenden Marotkoverhandlungen Fühlung zu nehmen.

Die Lage im Rif.

Paris, 6. Juni. (WB.) Der Korrespondent desParis Midi" in Taza berichtet: Die Stämme der Beni Tlriaghel sammeln sich von neuem. Sie sind im Begriff, jetzt einen Rachfolger Abd el Krims zu wählen, um den Kampf gegen d i e Spanier wieder aufzuneh­men. Mit dem Stamm d:r Bakkonia stehen die Spanier bereits wieder im Kampf. Die spani­sche Zone ist dem Berichterstatter zufolge noch nicht unterworfen. Ueberall sind Re­volten zu verzeichnen. Er fordert deshalb die französische Regierung auf, die nötigen Vorkeh­rungen zu treffen, um ein Uebergreifen dieser Bewegung auf die französische OperationSzone zu verhindern.

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