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Hessen und die Besetzung.
Frankfurt a. M., 5. Juni. (WSW) Wie
die ganze Familie des Kaufmanns Heine, bestehend aus dem 46 Jahre alten Mann, der 40 Jahre alten Frau und den beiden 5 und 7 Jahre alten Kindern in der Küche in Betten liegend durch Gas vergiftet aufgefunden. Schlechte wirtschaftliche Lage und Krankheit scheinen die Familie in den Tod getrieben zu haben.
Familienkatastrophe.
die Leipziger Morgenblätter melden, der Pariser Straße in Leipzig-Gohlis
Abg. v. Winterfeld (Dn.) verlangt in der allgemeinen Aussprache niedrigere Zinsen. Die Staatsbank habe im letzten Jahre so gute Geschäfte gemacht, daß ihre enormen Verluste bei den Kreditgeschäften mit Barmat und Kutisker bis auf ein Defizit von 4Vs Millionen verschwunden seien. Die Staatsbank hätte deshalb etwas gelinder mit der Wirtschaft verfahren können. Die Zinsen mühten endlich herabgesetzt werden. Die Landwirtschaft käme bei den Staatsbank- krediten zu kurz.
Etaatsbantpräsident Schröder erklärt, die Staatsbank sei durchaus bestrebt, die Zinsen möglichst niedrig zu bemessen. Es seien mehr als 050 Millionen an langfristigen Krediten der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt worden, was als erheblich bezeichnet werden müsse.
Damit schließt die Besprechung. Die entscheidenden Abstimmungen werden auf nächsten Dienstag vertagt.
Den hierauf zur zweiten Beratung kommenden Haushalt der Porzellanmanufaktur empsiehlt der Ausschuß zur unveränderten Annahme.
Abg. Hackenberg (Dn.) stimmt namens seiner Freunde dem Etat zu. Er empfiehlt Ausstellungen der Porzellanmanufaktur in großen Städten und Bädern zur Förderung des Absatzes.
Abg. Mertens meint, mehr Kredite zu billigeren Zinsen seien nötig. Der Redner dankt dem Direktor Moufang für seine ausgezeichnete Führung der Porzellanmanufaktur.
Abg. Meier- Berlin (Soz.) fordert, daß bei älmstellung der Manufaktur Härten für Arbeiter und Angestellte dieses älnternehmens vermieden werden.
Damit endet die zweite Beratung dieses Haushalts. Die Abstimmungen werden auf Diens-
NervenkranSce
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Dr. 31, Schulze - Kahleyss, Nervenarzt
der Staatsanleihe zur Deckung stimmt sei. Sie sei lediglich für bestimmt.
Marokko und Spanien.
Madrid. 5. Juni. (WB.) Der ehemalige Minister des Auswärtigen Perez d' Abal- l e r o veröffentlicht im „Jmparcial" einen längeren Aufsatz über das marokanische Problem. Er meint, daß die französischen und spanischen Interessen übereinstimmen, dah aber, um die ihm erteilte Aufgabe erfüllen zu können. Spanien in der Reihe der großen Rationen handeln solle. Spanien solle sich wieder daran gewöhnen, in der gleichen Weise zu denken und zu fühlen, wie die großen, an ihre eigene Zukunft glaubenden Völker, zwar ohne äleberhebung und ohne falschen Ehrgeiz, aber mit dem festen Willen, soviel wie nötig seine Anwesenheit bemerkbar zu machen, damit die 35 anderen es beachten und nicht handeln, als ob es nicht existierte. Spanien besitze überall Interessen, besonders in Europa und Rordasrika, sowie im lateinischen Amerika. Auf der Grundlage der spanisch-französischen Liebereinstimmung sei das Werk Spaniens dank seinem militärischen Siege der erste Schritt auf dem Wege zur internationalen Ausdehnung Spaniens.
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Wettervoraussage.
Weiter unbeständig und einzelne Regenfälle, südliche bis westliche Winde, wenig Temperaturänderung.
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berits bekannt, ist Hessen derjenige Staat, dec relativ im Verhältnis zu seinem Umfang und zu seiner Einwohnerzahl am stärk st en unter der Besetzung zu leiden hat. Rach einer Denkschrift des Ministeriums für die besetzten Gebiete sind zur Zeit in Rheinhessen und dem Mainzer Brückenkopf 2 1 7 7 7 Franzos en und 500Engländer. Das sind rund 8000 Militär- Personen mehr als vor dem Kriege in diesem Gebier vorhanden waren. Ein Rückgang vom September 1925 bis März 1926 hat nicht st ölige f u n d e n, sondern im Gegenteil, wenn auch nur um ein geringes, zugenommen. Jedenfalls wäre zu wünschen, daß das von der Rheinlandkommission nach Locarno gegebene Versprechen, die Stärke der Brsahungstruppen wesentlich Herabzusehen und auch dadurch die Rückgabe eines Teils der öffentlichen Gebäude und Wohnungen, die zum @cbrauch der Truppen notwendig waren, zu ermöglichen, sich endlich erfüllen würde, und der Gei st von Locarno endlich auch hier einmal seine praktischen Auswirkungen zeitigen würde.
Beamtenabbau in Hessen.
Darmstadt, 5. Juni. (WSR.) Gemäß dem Beschluß des Landtags werden im Etat für 1926/27 die vorgesehenen Anwärter der folgenden Klassen abberufen. Von den oberen Beamten kommen insgesamt 64 und von diesen wieder mehr als die Hälfte (35) Studienassessoren zum Abbau. Von mittleren Beamten werden 204, und zwar in dec Hauptsache Schulverwalter (200) abgebaut. Insgesamt soll damit eine Ersparnis von 900904 Mark erzielt werden. Ferner ist noch eine weitere Einrichtung getroffen, das; insgesamt 446 Beamten-- stellen nach dem Tode bzw. der Pensior-ierung der Inhaber nicht mehr besetzt werden sollen, und zwar entfallen auf die oberen Beamten 56. darunter 14 Regier ungs- und Bauräte. auf die mittleren Beamten 53, darunter 18 Justizinspektoren, und auf die unteren 337 Stellen, darunter 300 Polizei- beamte der lommendrn Einheitspolizei.
Die Wahlen in Mecklenburg.
Schwerin. 6. Juni. (WB.) Das vorläufige Gesamtergebnis der Landtagswahlen aus 955 vorwiegend ländlichen Bezirken von insgesamt 1412 Bezirken beträgt: Deutschnationale 45181. Sozialdemokraten 75 260, Deutsch- völkische 16103. Kommunisten 11 402. Deutsche Volkspartei 16 278. Demokraten 5883, Gesellschaft für Volkswohlfahrt 51SO, Wirtschaftspartei 11 906, Rationalfozialistische Arbeiterpartei 3251 Stimmen.
liche Detonbrücken sind vom Hochwasser übet» chwemmt und abgerissen worden.
hochwafserkalaslrophe in Oberschwaben.
Die Hochwassernot in Württenberg war am schlimmsten in Biberach, im Rottumtal, in Aa- venSburg, im Schussental sowie im Teuringertal. Auch im Saulgau und Umgebung sind die Schäden groß. In zahlreichen Orten und Städten muhten Häuser geräumt werden. Jfctit großer Mühe konnte man die vorn Hochwasser Heim- gesuchten retten. Dis jetzt sind zwei Todes- f ä l'l e bekannt geworden. In Auldendorf flieht der Mai-Weiher in rasendem Strom durch die Stadt. In Tlttenweiler steht das Wasser ein Meter hoch und drang in das Rathaus ein. In Waldsee gleicht der Ausfluh des Stadtsees einem reihenden Strom. Mohheim, Herbertingen und andere Gemeinden haben Pioniere zur Hilfeleistung angefordert.
Kindermord in Breslau.
In der Rähe der Technischen Hochschule in Breslau wurde ein Paket aufgefunden, das Leichenteile von zwei Kadern, eines Knaben und eines Mädchens, die im Alter von 8 bzw. 12 Jahren gestanden haben müssen, aufgefunden.
Von einem Bullen aufgespie^t.
Abschluß der Genfer Arbeitskonserenz.
' Genf, 5. Juni. (TU.) Die achte Internationale Arbeitskonferenz ist heute um 1 Uhr mittags abgeschlossen worden. Zunächst fand heute vormittag die Schlußabstimmung über den Konventionsentwurf für die Vereinfachuna der Inspektion auf Auswandererschiffen statt. Zur Annahme der als Konvention vorgeschla- gcnen Artikel 1—7 des Entwurfes bedurfte es nach den Satzungen des Internationalen Arbeitsamtes einer Zweidrittelmehrheit. Die Abstimmungl ergab die Anwesenheit von 1,07 Delegierten, von denen 72 für d i e Annahme der Konvention und 35 gegen d i e Annahme stimmten. Vor der Abstimmung hatte der deutsche Regierungs- d e r t r et e r beantragt, den Entwurf nicht als Konvention, sondern nur als Empfehlung an die Regierungen zur Abstimmung zu stellen. Die beiden deutschen Regierungsoertreter stimmten gegen d i e Annahme des Entwurfs als Konvention, ebenso auch der deutsche Arbeitgebervertreter, während der deutsche Arbeitnehmerdelegierte für die Annahme stimmte. Der Artikel des Entwurfes, der die Frage der Einstellung von Dolmetschern behandelt, wurde als Entschließung und der Artikel 9, der die Frage der Unterstützung alleinreisender Frauen betrifft, als Empfehlung angenommen. Es wurde ferner ein Antrag des indischen Arbeiterdelegierten angenommen, nach dem eine Untersuchung der Arbeitsbedingungen der gesamten Eingeborenen ohne Beschränkung auf die Gebiete für Südafrika und Nordamerika eingeleitet werden soll. Ferner wurde beschlossen, eine Vertretung der Internationalen Ar- beitskonferenz in Indien zu schaffen. Nach der Abstimmung hielt dec Vorsitzende, der Holländer N o - lens, eine kurze Schlußansprache und erklärte die 8. Internationale Arbeitskonferenz als geschloffen.
Das 3itoiwtioMk Arbeitsamt.
Genf, 6. Juni. (WB.) Das Jnternalionale Arbeitsamt hat heute in feierlicher Weise von seinem in den letzten drei Jahren errichteten Gebäude Besitz ergriffen. Unter dem Vorsitz des Präsidenten des Verwaltungsrates, Fonlai n e - Frankreich, begann um 10 älhr in dem großen Genfer Versammlungshaus der Festakt, dem Vertreter des schweizerischen Bundesrates, die Spitzen der Genfer Behörden, eine imposante Anzahl Regierungsvertceter, Svzialpolitiker, Vertreter des Unternehmertums und der Arbeiter- Well aller Erdteile teilnahmen. Darunter befand ftch auch Arbeitsminister Brauns. 22 namhafte Vertreter aller Erdteile übermittelten dem Arbeitsamt im Ramen ihrer Regierungen, der Unternehmer und der Arbeiter die besten Wünsche.
Reichsarbeitsminister Dr. Brauns führte in seiner Rede aus: Wenngleich Deutschland nicht zu den ursprünglichen Mitgliedern der Internationalen Arbeitsorganisation gehört, so hat es doch keinen Augenblick gezögert, sondern die erste Gelegenheit des Anschlusses an diese neue Organisation benutzt, um seinen ernsten Willen zur Sozialpolitik und zur internationalen Förderung des sozialen gort» ' schritts zu bekunden. Von dieser Gesinnung getragen, bat es sich Deutschland nicht nehmen lassen, feine guten Wünsche zu der heutigen Feier auch durch ein äußeres Zeichen zu bekunden. Die für das Fenster der Treppenhalle von der deutschen Regierung gestiftete Glasmalerei soll die Bedeutung der Arbeit für das Leben der Völker sinnbildlich darstellen.
Der französische Arbeitsminister Dura- four gab die feierliche Erklärung ab. daß nach der Ratifizierung des Washingtoner Abkommens durch die Kammer nunmehr auch dec Senat in kürzester Frist diese Konvention ratifizieren: werde. Rach feierlicher ülebergabe von drei goldenen Schlüsseln an die Vertreter der Regie- rungsgruppe. der Tlntecnehmergruppr und der Arbeitergruppe klang der Festakt in einer Rede des DirÄtors Albert Thomas aus, der alle Faktoren der internationalen Zusammenarbeit würdigte.
Das Neichskabinett und die Wahl Dorpmüllers. Berlin, 5. Juni. (TU.) Zu den verschiedenen Pressenachrichten über die Wahl des Generaldirektors der deutschen Reichsbahngesellschaft wird initge- tcilt, daß am gestrigen Freitagabend folgendes Schreiben des Staatssekretärs in dec Reichskanzlei an den Generaldirektor der deutschen Reichsbahn- gesellfchaft überbracht wurde.
Auf das an den Herrn Reichsverkehrsminister gerichtete, an mich weitergeleitcte Schreiben, vom 4. d. M. teile ich auftragsgemäß ergcbenft mit, daß dach Reichskabinett in feiner heutigen Sitzung von der durch den Verwaltungsrat vorgenommenen Wohl des neuen Generaldirektors Kenntnis genommen hat. Die R e i ch s r e g i e r u n g, die nicht in die Lage versetzt worden ist, nach erfolgter Wahl zwischen den für die Nachfolge in Frage kommenden Persönlichkeiten irgendwie Stellung zu nehmen, muß sich ihre Entscheidung Vorbehalten. Sie wird sich erst, nachdem der verstorbene Generaldirektor seine letzte Ruhe gefunden hat, mit der Angnlegenheit beschäftigen.
gez.: K e m p n e r.
Preußischer Landtag.
Berlin, 5. Juni. Das Haus setzte die zweite Beratung des Haushalts des Finanzministeriums in der Einzelberatung fort. Bei den laufenden Einnahmen nahm Finanzminister Dr. H ö p k e r - A s ch o f f das Wort, um die Ausführungen des Abg. v. Brehmer (Völk.) richtig zu stellen. Seine Ausführungen über die Finanzlage Preußens feien von A bis Z unrichtig. Die preußischen Verhältnisse seien durchaus gesund. Es könne auch keine Rede davon sein, daß em Pfennig
Auf dem Gute Moringen bei Eschwege wurde Malzfeld durch einen wütenden Bullen Hörner gespießt und getötet.
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durch den Krieg
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Aus aller Welt.
Aulounfall Dl Eckeners.
Wie die „Voss. Ztg." erfährt, hat Dr. Hugo Eckener in Berlin einen Autounfall erlitten. Eckener war mit dem Wagen auf einer Fahrt in die Umgebung Potsdams. Kurz hinter Belitz geriet das schwere Auto auf dem aufgeweichten Boden ins Schleudern. Der Ehauffeur verlor die Gewalt über das Steuer und der Wagen Prallte gegen einen Ehausseebaum. Dr. Eckener wurde bewußtlos, ohne daß er jedoch erhebliche Verletzungen erlitt. Sein Begleiter blieb unverletzt, während der Führer des Wagens erhebliche Beinverletzungen davontrug. Der Begleiter Dr. Eckeners bemühte sich um den Bewußtlosen und hielt ein anderes Auto an, mit dem der Verunglückte nach Berlin gebracht wurde. Er fand im West-Sanatorium in der Joachimsthalerstraße Aufnahme.
Der deutsche Jlotfenbefud) in Spanien.
Der Kommandeur des Kreuzers „Schleswig- Holstein" ist gestern in Begleitung von zwei Offizieren in Madrid eingetroffen und wurde am Bahnhof von einem Vertreter des Marineministers begrüßt. Baron Sacro Lirio Cowde wurde dem Kommandeur für die Zeit seines Aufenthaltes attachiert.
Die rumänische Sintflut
Die neuen Meldungen aus Rumänien lassen erkennen, daß die Hochwasserschäden ganz unberechenbar sind. Im Bezirk Putna ist der Fluh Vilcow infolge des andauernden Regenwetters aus den Alfern getreten und hat die Städte Odobesti, Patesti und Campineaca vollständig überschwemmt. Die Bevölkerung hat eine unbeschreibliche Panik ergriffen. Es spielen sich erschütternde Szenen ab. Die Behörden waren gezwungen, die gesamte Bevölkerung »dieser Städte in Rotbaracken unterju« bringen. Zahlreiche Tote treiben stromabwärts. Das Wasser steigt weiter. Sämt»
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das Ministerium des Innern übernimmt, während der ehemalige Premierminister S a r w a d Pascha das Mrnisterium des Aeuheren und Kemar Bey Kashaba das Kriegsministerium erhält.
Vie Streiklage in England.
London, 6. Juni. Mille nächster Woche wird der Vollzugsausschuß der Bergarbeiter zusammen- treten, der darüber beschließen soll, ob die vom Präsidenten der Mining Association an die Bergarbeiter gerichtete Einladung zur Teilnahme an den Vorbesprechungen für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen angenommen werden soll. Man setzt in Bergarbeiterkreisen keine Hoffnungen auf diese neuerlichen Besprechungen. Reuter teilt mit, es treffe nicht zu, daß die internationale Transportarbeitergewerkschaft den Export von Kohlen nach England verboten habe.
tiinnS C. G. Ekman. Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten: Rechtsanwalt E. L o e f- gten, Justizministerium: Prof. I. Thyrim, Verteidigung: Redakteur G. Rosen, Soziale ^Fürsorge: Bürgermeister I. P e t te r s s o n, Ver» kehrsmrnisterium: Oberdirektor v. M e u r l i n g, Kultusministerium: Schulinspeftor I. Alm- kvist, Landwirtschaftsministerium Professor P. Hellstroem, Handel und Gewerbe: F. Ham- r in.
nicht verantwortlich machen. Wenn der Abg. Müller- Franken über den großen Steuerdruck bewegliche Klage führt, so sollte er sich an seine Freunde im Reiche wenden, die die Steuern ja mit bewilligt hätten.
Abg. Casper (Komm.) wendet sich gegen die Konkurrenz der sich in großer Not befindlichen Zivilmusiker durch Beamte, die besonders beim Stahlhelm in Musikkapellen mitwirkten.
In der weiteren Aussprache werden Wünsche der Beamten vorgetragen.
Somit ist die zweite Beratung des Haushalts des Finanzministeriums bis auf die Abstimmungen, die am Dienstag vorgenommen werden sollen, erledigt.
Es folgt die zweite Beratung des Haushalts der Preußischen Staatsbank (Seehandlurrg).
Der Ausschuß empfiehlt, wie der Bericht- erstatter Dr. Leidig (DVP.) hervorhebt, die unveränderte Annahme des Etats. Er hat sich im Anschluß an die verlustreichen Kreditgeschäfte mit den vorgenommenen Satzungsänderungen etn- verstanden erklärt. Dadurch sollen nach Möglichkeit faule Krebltgeschäfte vermieden werden.
Aus der ProviNMlhauptstadt.
Gießen, den 7. Juni 1926.
Die Sondergebäudesteuer.
3 Das Finanzministerium hat. wie wir erfahren, die Finanzämter angewiesen, die Ermäßigungsmöglichkeit auch auf die Fälle zu erstrecken, in denen die Friedensmiete zwar mehr als 4 Prozent, aber weniger als 5 Prozent beträgt. Die Ermäßigung soll auch eintreten, wenn zweifelsfrei feststeht, baß die Bruttorente weniger als 5 Prozent beträgt, selbst dann, wenn die Gemeinden über den Ermäßigungsantrag noch nicht entschieden haben.
Rach einem früheren Ausschreiben an die Finanzämter i st die Steuer zu erlassen für Mieträume, die ohne Verschulden des Eigentümers leer stehen. Runmehr kann auch eine Ermäßigung eintreten für gewerblich genutzte Gebäude oder Gebäudeteile, deren Räume durch Betriebst inschränkungen oder ungünstigen Geschäftsgang gegenüber der Vorkriegszeit erheblich geringer ausgemcht werden. Voraussetzung dabei ist stets, daß eine geringere Ausnutzung der vor dem 1. Juli 1913 hergestellten gewerblichen Räume stattfindet. Falls ein Betrieb in der Inflationszeit Reubauten vorgenommen hat, die jetzt wieder ftillgelegt worden sind, so genügt dies für einen Erlaß der Steuer nicht.
Auf Antrag des Steuerschuldners ist die Steuerschuld in Höhe der auf die vermieteten Räume entfallende Steuer zu erlassen, wenn die Einziehung dec Forderung an Miete gegen den Bescher der Räume dem Eigetümer nach Lage der Sache nicht möglich ist, und die älnmöglich- £eit glaubhaft gemacht wird.
Das neue TierzuchlinstiLut aus dem oberen Hardthof.
Es ist etwas über ein Jahr her, daß das I i e r 3 u d) t i n ft i t u t der Landes unioersi- tät Gießen auf dem oberen Hardthof, der am äußersten Zipfel der Provinz Oberhessen liegt, übersiedelte. Gelände und Gebäude wurden vor etwa zwei Jahren von der Stadt Gießen käuflich erworben und dem hessischen Staat für Universitäls- zwecke verpachtet. Die Einrichtung der Gebäulichkeiten des oberen Hardthofes für die tierzüchterischen Zwecke vollzieht sich in Anbetracht der Geldknappheit nur langsam, so daß verschiedene Umbauten noch im Gange bzw. noch geplant sind. Das Tierzuchtinstitut wird unter Leitung von Professor Dr. K r a e m e r auf dem Gebiete der Nassen- künde, der Zuchtwahl und Leistung manches Bahnbrechende im Laufe der Zeit speziell für unsere oberhessischen Verhältnisse schaffen. Die züchterischen Versuche erstrecken sich auf alle Ziergattungen vom Warm- und Äaltblutpfcrb bis zu den Kaninchen. Besonders umfangreidj sind die Versuche bei den kleineren Tiergattungen, z. B. Hühnern, Tauben und Kaninchen. Es handelt sich hierbei um Kreuzungsund Vererbungsoersuche. So werden z. B. bei dem Geflügel durch das Fallnestsystem die Tiere mit den besten Legeleistungen herausgesucht und mit diesen weitergeziichtet. Bei den Brieftauben, die in umfangreichen Taubenschlägen untergebracht sind, werden Tiere mit besten Flugleistungen ausgesucht. Daß bei der Ziegenzucht auf beste Milchergiebigkeit gesehen wird, ist selbstverständlich. Von Schweinerassen werden gezüchtet das Deutsche Edelschwein und das veredelte Landschwein. Die jungen Ferkel werden sofort nach der Geburt tätowiert und die kräftigsten und schnellstwüchsigen zur späteren Nachzucht verwendet. An die Stallungen des Geflügels, der Ziegen und Schweine schließen sich Ausläuse ins Freie an, wo sich besonders die Jungttere tummeln können. Bei der Geflügelzucht sei noch als sehr interessant hervorgehoben die Brutstube, in der mehrere Brutapparate in Tätigkeit sind, und das Kückenheim.
Englands ägyptische Sorgen.
London, 7. Juni. (TA.) Z a g l u l Pascha stattete am Samstag dem britischen Oberkommissar in Aeghvten, Lord Lloyd, einen Besuch ab. Heber das Ergebnis der Besprechung, die ungefähr eine halbe Stunde dauerte, ist noch nichts bekannt. Indessen hält man es für bedeutsam, dah der Führer der ägyptischen Rationalisten den englischen Gouverneur in sehr gehobener Stimmung verlassen hat. Die Verhandlungen zwischen dem voraussichtlichen Premierminister A d l y Pascha und Z a g l u l Pascha über die Zusammensetzung des neuen Kabinetts wurden am Samstag fortgesetzt, ohne indessen zu einem endgültigen Ergebnis zu führen. Wie der diplomatische Korrespondent des „Observer" berichtet, besteht nach dem Verzicht ZaglulS nunmehr wieder Aussicht, daß der von König Fuad für biefen Monat geplante Besuch in London zur Tatsache wird. Immerhin müsse die Möglichkeit einer Verschiebung der Reise angesichts der immer noch ungewissen politischen Lage ins Auge gefaßt werden. Der Korrespondent bemerkt weiter, daß die ägyptische Frage in den letzten Tagen nicht nur in London, sondern auch in Rom und Paris Gegenstand eingehenden Studiums gewesen sei. In Kreisen der britischen Regierung sei man sich jedoch vollkommen darüber klar, daß jede Ruhestörung an den Küsten des Mittelländischen Meeres (gemeint ist Marokko und Tanger) eine Angelegenheit fei, die die Mittelmeergebiete als Ganzes angehe, wogegen man in London sehr wohl zwischen internationalen Angelegenheiten und solchen, die ausschließlich britische und ägyptische Interessen angehen, zu unterscheiden wisse.
Das neue ägyptische Kabinett.
Kairo, 6. Juni. (WD.) Rach Besprechung mit Z a g l u l Pascha hat der Führer der liberalen, Adly Pascha, das Kabinett gebildet, indem er selbst das Winisterpräsidium und
Bei den Ausgaben schildert (Komm.) die Pensionslasten, die entstanden seien. Dafür körn
Der spanische Botschafter Quinones de Leon hat sich nach Madrid begeben, um mit Ministerpräsident P r i m o d e Rivera im Hinblick auf die demnächst in Paris beginnenden Marotkoverhandlungen Fühlung zu nehmen.
Die Lage im Rif.
Paris, 6. Juni. (WB.) Der Korrespondent des „Paris Midi" in Taza berichtet: Die Stämme der Beni Tlriaghel sammeln sich von neuem. Sie sind im Begriff, jetzt einen Rachfolger Abd el Krims zu wählen, um den Kampf gegen d i e Spanier wieder aufzunehmen. Mit dem Stamm d:r Bakkonia stehen die Spanier bereits wieder im Kampf. Die spanische Zone ist dem Berichterstatter zufolge noch nicht unterworfen. Ueberall sind Revolten zu verzeichnen. Er fordert deshalb die französische Regierung auf, die nötigen Vorkehrungen zu treffen, um ein Uebergreifen dieser Bewegung auf die französische OperationSzone zu verhindern.
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