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' ti. Jan. Sie Fre-nk '31 a ü l s b n b e s zeigt l einen autzerst künftigen 82 Kurgästen (bör< 1925 ist nicht nur gegen i)r von 6510 Besuchern ^reicht morbeu, auch die riegsjabte wurde bamit

Besuchers, ein Bewei- unserer Quellen immer ' die Bäder aber audi 5 so start in Anspruch ift mir bem lojiokr mb ber Suroerrodluir >rcm Matze als srühci i Gebrauch der Bäder oichtt haben, nicht nur andern auch an Boll^ end waren, heute aber lammens sich aus eigner 1 neu. Es wurden in 1925 > j |1924 nur 3625) entspre- illigt, welch legiere sich imem jeweils die Wen auna soozialoersicher^ [ ißigung 6-50 (380); 50- ?. 30 (1070); 75proz. Er- ,-sahl ber abgegebenen egen; sie betrug M m Vorjahr. Die 4 Labern am 22.3um öäber.jahlen ber legten uich bie ber W* hl worben fmb, H datz einmal neben ben ÄSS*' TSS» . bis SwochigeMem

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hielten, die als Norm gilt und im allgemeinen auch von den 2(erjtcn empsohlen wird. Die Winter- k u r hat sich Heuer einer sehr starken Benutzung erfreut. 21m 1. Januar waren noch 342 Kurgäste anwesend, das sind 191 mehr als am gletchen Tage des Borjahres.

Ockstadt. 5. Jan. Der erste Sonntag de» neuen Jahres ttxir für unsere Gemeinde em Wahltag Eo sand die Beigeordneten- stichwahl statt. Gewählt wurde her Landwirt E Kipp mit 423 Stimmen. Der Gegenkandidat Meuser brachte es aus 390 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war sehr rege; sie betrug nahe­zu 90 Prozent. _

C Bieder-Florstadt, 6. Jan. Aus dem Gemeinderat: Das Kreisamt gibt bekannt, dah von 13 Gesuchstellern um Daudarlehen nur einer- berücksichtigt werden kann. S;e Aus­wahl ist sehr schwer und wird zurückgeftellt, da die Höhe des Darlehens noch nicht bestimmt ist. Außerdem soll nochmals genau nachgeprüft wer­den ob jeder Baulustige die Vorbedingungen auch erfüllt hat. Gesuche um Tleberlassung von Gartenpfosten zu Bauzwecken zu einem mittleren Dersteigerungspreis tonnten noch nicht erledigt werden, da die verfügbare Menge erst sestgestellt werden muh. Der Wasser­stand ist zurückgegangen. Der Sckxrren an Lebens- und Futtermitteln, den das Hoch­wasser in den Kellern verursachte, ist sehr grob. Die im Wasser lagernden Kartoffeln wer­den zu Drennzwecken abgegeben. Der Sachschaden an den Gebäuden läßt sich noch nicht übersehen. Am 5. Januar zog vormittags eine Schar von etwa >5 0 W i l d g ü n s e n, Schneeganse ge­nannt. in nördlicher Richtung hier vorbei, -nag« mittags konnte man beobachten, dah ich etwa dieselbe Anzahl wieder südwärts wandte. Allem Anschein nach hat sie die große lleberschwem- mung in die Wetterau gelockt, so daß sie letzt hier unterstreichen. In früheren Wrntern wur­den sie hier nicht beobachtet. Sie kommen. im Herbst vor Einbruch größerer Kalte in südlicher Richtung und im Frühling, wenn keine starten Fröste mehr zu erwarten sind, m nördlicher Richtung über unsere Heimat, so daß sie den Beginn und bas Ende des Winters vertun- digem Ein bei uns sehr seltener Bogel, dessen Erscheineii große Kälte im Borden an­zeigt wurde von dem hiesigen Revrersörster zwi­schen' Weihnachten und Beujahr beobachtet, der Seidenschwanz. Er wurde in vier Exem­plaren angetrosfen, ist aber bald wieder ver­schwunden. Die Hunde st euer in Höhe von 16 Mk. hat manchem Hund das Leben g e k o st e t. Du es zum großen Teil Hunde sind, die nachts herumstreiften, dürfte ihr Tod für den Hasenbestand von Vorteil fern.

Kreis Alss..L.

-er. Homberg a. d. Ohm, 6. Jan. Die Firma Gebrüder Cinolf feierte am 4. Ja­nuar ihr f ü n f u n d z w a n z i g j ä h r l g e s G e - schäftsjubiläum. Im Herbst des Jahres 1900 wurde das heutige Anwesen käuflich er­worben und am 4. Januar 1901 erfolgte die Uebernahme und Eröffnung deS Geschäfts durch die beiden Brüder, von denen der ältere schon nach 2 Jahren starb. Der jetzige Inhaber, der jüngere Bruder, führte es als gewissenhafter und tätiger Kaufmann bis heute weiter. Auch seine beiden Söhne sind im Geschäft tätig. Der hiesige Bauverein konnte im abgelaufenen Jahre ein Wohnhaus im Rohbau fert'g- fieilen. Die Jnnenarbeiten werden in diesem Jahre zur Ausführung vergeben. In der letzten Sitzung konnte der Deschluv gefaßt worden, in diesem Jahre abermals einen Beubau zur Auf­führung zu bringen.

Starkenburg.

WSB. Offenbach a. Olt, 6. Jan. Die Silvesternacht brachte in diesem Jahre eine Hochflut von Strafanzeigen, und zwar wurde die Retordzifser von 97 Anzeigen erreicht. Der größte Teil der Anzeigen ist wegen Abbrennens von Feuerwerkskörpern auf den Straßen erhoben worden. Der von der Glogauer Staatsanwaltschaft wegen Mein­eids gesuchte, 1872 in Breslau geborene Schlos­ser Arthur Becker konnte hier ermittelt und fest genommen werden. Ferner wurde auch der vom Amtsgericht in Altenstadt (Oberhessen) wegen Strafverbüßung gesuchte 26jährige Glas­bläser Oskar Wilhelm Kraus hier von der Polizei verhaftet und dem Amtsgericht zu­geführt.

WSN. Heppenheim a. d. B., 6. Jan. Einer der bekanntesten und gutgeleitetften Gasthöfe des ganzen Hessenlandes, insbesondere der Bergstraße, derH albe Ai o n b", befindet sich seit hundert Jahren im Besitz der Familie Franck - Sei - b c r r. In dem Gasthof, der im übrigen schon über 20 0 Jahre Gasthauszwecken dient, sind während dieser Zeit zahlreiche historische, namentlich fürstliche Persönlichkeiten, abgestiegen. 2luch die Führer der deutschen nationalen Freiheitsbewegung tagten im Jahre 1847 hier und schufen darin die Unterlagen für ihre parlamentarische Tätigkeit In Frankfurt a. M. Zur Feier des 100jährigen Be­sitzstandes findet am kommenden Sonntag eine fest­liche Veranstaltung statt.

Preußen.

Areis Wctziar.

* Launsboch, 5. Jan. Am Sonntag hielt der T u r n ve r e i n Launsbach bei starker Beteili­gung der Mitglieder seine Generalversamm­lung ab. Die Vorstandsmahl wurde glatt erledigt, ebenso reibungslos genehmigte man eine Aenderung der Vereinssatzungen. Weiter wurde beschlossen, Ende Februar ein Werbeturnen zu veranstal­ten. Eingehend beschäftigte man sich mit der Spiel- platzsrage, bie schon seit fünf Jahren das Schmerzenskind des Vereins ist. Jahrelang hat er sich mit einem beschränkten Plätzchen Heideland be­gnügt, um dort in notdürftigster Weise das Spiel zu pflegen. Leider wurde dem Verein auch dieses noch durch die Feldbereinigung genommen. Die Hoff-

j nungeu auf Zuteilung eines anderen geeigneteren I Platzes wurden leider getäuscht. Man führt das auf unzureichendes Verständnis für die Pflege und För­derung der Leibesübungen zurück. Jetzt kam die Versammlung zu dem Entschluß, nochmals erneut an die Gemeindevertretung mit ber Bitte um Zuweisung eines Sportplatzes heranzutre­ten. Hoffentlich hat dieser Schritt Erfolg, im Inter­esse der körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend.

Kreis Marburg.

WSB. Marburg, 6. Jan. Der seit dem Jahre 1907 im Ruhestand lebende frühere Oberbürge rm et ft er von M arburg, Ge­heimrat Schule r, feierte heute seinen 90. Ge­

burtstag. Dem Jubilar wurden aus diesem Anlaß zahlreiche Ehrungen bereitet.

Maingau.

WSB. Frankfurt a. M., 6. Jan. Der Main und seine Bebenflüsse fallen stündlich weiter um einige Zentimeter. Der Fluß ist in Frankfurt am heutigen Vormittag wieder i n sein Dctt zurückgetreten; nur das T ief - kai auf der Sachsenhäuser Seite ist noch mäßig überschwemmt. Auch vom ob ren Main wird weiteres Fallen der Wasftrinassen gemel et. Der vor zwei Jahren entlassene Güterboden­arbeiter Säubert aus Eschelsbach wurde von der C i se n b a h n k r im i n a l p o l i z ei si­stiert, weil er in betrügerischer Absicht eine Liste zur Erhebung von Beujahrsgeldern für die Güterabfertigung Fransturt a. M.-Haupt- bahnhof angefertigt und ungstähr 3 0 Firmen dadurch betrogen hat. Die Erhebung von Trinkgeldern ist seitens der Eisenbahnverwal­tung verboten.

Streit Fulda.

WSB. Fulda, 6. Jan. Die hiesige Ben e- diktinerinnen-Abtei St. Maria wird in diesem Jahre die 300jährige Wieder­kehr ihrer Gründung begehen können. Ge­gründet wurde die Abtei von dem Fürstabt Schenk zu Schwe nsbevg am 24. März 1626. Aebtissin ist z. Z. die Schwester Maria Lioba Trost.

Kirche und Schule.

Von der Oberhessischen Dolksmission.

Von Pfarrer Wilhelm Kornmann, Ulrichstein.

Es sind jetzt vier Jahre her, seit sich in unserem Oberhessen eine Anzahl Geistliche und Laien zusarn- mengetan haben, um am Quellpunkt menschlichen Lebens in all der Wiederaufbauarbeit anzufassen: in der Verbreitung des Evangeliums in aller Stille in der Schaffung kleiner, tatbereiter Gemeindlein vonStillen im Lande", bie nichts sein wollen, als ein wenig Salz ber Erde und Licht ber Welt. Das aber ganz demütig, be­scheiden und leise, still.

Es verlohnt sich wohl, auf das letzte Jahr ber Arbeit einen Rückblick zu werfen. Da sind zu er­wähnen eine ganze Reihe von Evangelisa­tionen, von denen Missionar Schäfer 13, Missionar Walter 12 und Pastor H o r st 6 hielt; in meist sechs abendlich einander folgenden Vor­trägen, eine Woche lang, wurden die tiefsten Fragen menschlichen Suchens behandelt, Fragen des menschlichen Lebens, wie sie sich bei solchen ein­stellen, die nicht oberflächlich dahinleben, sondern auf5 tiefste beunruhigt sind über ihr Leben und Geschick. Pfarrer Grünewald, jetzt in Frank­furt a. 'DL, hielt drei derartige Evangelisationen; außerdem wirkten außerhessische Vortragende, so Dr. Berg von der Wichernvereinigung und Frl. Hardt vom Zentralausschuß für Innere Mission. Auch der Schreiber dieser Zeilen durfte eine Reihe von Evangelisationen, meist unter Jugendlichen, halten, und zwar vier: eine Religiöse Woche für Angehörige der Jugendbewegung, eine 2(benbfrei-- zeit für ßanbmäbcben in Ulrichstein, eine Religiöse Jugenbwoche in Schlitz und eine Bibelwoche für Frauen in Ulrichstein. Bemerkenswert ist auch eine Evangelisation im Zellengefangnis in Butzbach, die Missionar Walter hielt.

Solche Arbeit führt hinein in bie zentralsten Fragen menschlichen Lebens; sie ist deshalb eine schwere Belastung für die, die in ihr stehen, und es dürfte emleuchten, daß ber, ber nur nebenamtlich solche Arbeit tun kann, nicht seine volle Kraft dafür einsetzen kann. Andererseits bringt eine solche Ar­beit reichen Segen; einmal dem, der sie tun darf, in einer Meise, die schwer in Worte zu fassen ist und bann noch gar manchem, ber bei solcher Arbeit derBearbeitete" ist. Es ist keine Arbeit, bie schnell Erfolg zeitigt, es ist Arbeit auf lange Sicht, und auf tiefstes Glauben unb Vertrauen abgeftelU. Hier heißt es nicht: säen, und bann alle Augenblicke nach­sehen, ob's auch wächst, und ob etwas wird, sondern es heißt eben, warten können, unb doch ein Wissen in sich tragen, daß solche Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn.

Die Oberstes fische V o l k s m i s s i o n , die durchaus auf Freiwilligkeit aufgebaut ist unb doch nun drei Berussarbeiter angestellt hat, darf auch ziirückschauen auf wieder eine Arnsburger Psingstwoche. Jenes stille Fleckchen Erde ist wie von Gott ausersehen zur Versenkung und Ver­tiefung, zur Abkehr von allem lauten Treiben und Weltgetue. Jedes Jahr nach Pfingsten sammelt sich dort eine kleine Schar, um sich in ber Gemeinschaft neu zu stärken zur Arbeit. Diesmal wurde ge­sprochen von Pfarrer Probst-Frankfurt über: Evangelium und Großstadt", von Pfarrer Kom­in a n n - Ulrichstein über:Evangelium unb Ju­gend", von Pfarrer G ö ck e l - Hungen über:Zu­rück zur Bibel!" Pfarrer zur Rieben -Hutzdorf stielt zwei biblische Vertiefungen über Berufung uub Bekehrung. Zusammen waren es etwa 70 Teil­nehmer.

Außerdem wäre zu reden von einem Laible- B i b e (f u r s in Friedberg; D. Laible von Leip­zig sprach darin über das^ Reich Gottes mehrmals, bann anbere über das Gebet, bie Bibel, ben Kate­chismus und das Gesangbuch. 2luch eine Pfarr- f r a u e n f r e i 3 e i t ist zu erwähnen, und ein Ge­meindebibelkurs in Schlitz, von Pfarrer zur Rieden gehalten. Mancherlei Konferen­zen wurden gehalten, mancherlei Plane geschmie­det: ein Heim, das ber ganzen Arbeit Rückhalt gäbe, fehlt freilich noch, wird freilich auf die Dauer un­entbehrlich fein.

Daß auch die sog.freien" Schwestern betreut werden, ist eines der Verdienste ber Volksmission und desArbeiters" auf diesem Gebiet, Pfarrer M e m m e r t - Ober-Widdersheim.

Die Leitung ber ganzen Arbeit liegt bei einem Ausschuß, dessen Geschäfte von Oberpfarrer Snob t- Schlitz, Pfarrer M e m m e r t und Pfarrer zur 'Dieben geführt werden. Es ist eine Arbeit ganz in ber Stille; unb wenn hier einmal von ihr ge­sprochen ist, so nur beshalb, um weiteren Kreisen ein klein wenig davon mitzuteilen unb zu bitten, daß hier recht geholfen und gefördert werde, soweit menschliches Helfen in Frage kommt.

Eine Gesundung unseres Volkes von feinen schweren Schäden unb Erschütterungen scheint nur möglich vom Herzpunkt aus: vom Wieder-Trinken- lernen aus bem reinen, klaren, starken Quell ber Religion, ber unoersiegt ist. Auch über unserem Volke stellt bas Wort, ewig-wahr und unausweich­lich:Es ist das Kreuz von Golgatha Heimat für Heimatlose!" Wer hilft, baß solche Arbeit bie innerlichste an unserem Volk ooranschreite?

Kulturelle Tagung in (Stehen.

Letzter Tag.

Am letzten Tag sprach

Dr. Etadtler Über daS Wesen der Politik. Politik wirb getrieben von politischen Men­schen, b. h. von Menschen, die den Staat führen ober nach ber Staatsführung hin tendieren. (id) politisch betätigen. Das ist in der Demokratie jeder Wahlberechtigte. Doch gibt es gute unb schlechte Politiker. Der Maßstab für bie Be­deutung eines Politikers lind nicht seine intcl- lektualistischen. sondern seine voluntaristischen Fähigkeiten Po.itik ist keine Wissenschaft, son­dern eine Kunst. Wäre sie Wissenschaft, so wären die Deutschen die größten Politiker. Doch ber Instinkt, die staats olitllche Leidenschaft für bie (Sefamtnation fehlt oem Deutschei,. Poli­tiker ist er nur auf ben Teilgebieten des Stam­mes, ber Konfession, der Partei u. a. in. Jede Kunst braucht ein Wirkungsfelb. Das Wirkungs- felb ber politischen Kunst ist bas Staat. Der Staat ist aber nach ber Definition bes Red- ners das uns umgebende Wesen, der uns gegen Gewlat schützt, uns vor dem Chaotischen her­ausnimmt, bas als Rechtssubjekt Willen bildet unb handelt, und dessen Wesen bie Macht ist. Deshalb muh es alle Gegner innerhalb und außerhalb seiner Grenzen mit Gewalt be­kämpfen. Jeder Trieb zur Machtbildung ist Trieb zum Staat. Die führenden Kreise im wilhelminischen Zeitalter haben hierin versagt. Das Volk hatte im Weltkrieg den Willen zum Staat, heute hat ihn niemand. Politiker aber ist bie Machlperiönlichkeit, die von innerem Ziel­streben beseelt für einen neu heraufzuführenden Staat kämpft. Staat aber ist Gestalt, Geben erzeugt vom Leben, ist Macht. Unb so Hingen die Worte des Redners aus in einer Verherr­lichung hemmungslosen Machtstrebens.

Die Tagung schloß mit einem Vortrage von Dr. Stabtlec über den Weg zum neuen Reich.

Wir leben heute in einer Uedergangszeit von einem versunkenen zu einem werdenden Reich. Die Revolution war der schon lange vor­bereitete Zusammenbruch des fünfzigjährigen Reiches Bismarcks. Denn mit der Entlassung des Kanzlers trat ein grundsätzlicher Umschwung in der Politik des Reiches ein. Die schöpferische Kunst wurde durch Dilettantismus abgelöst. Soldat, Akademiker unb Unternehmer wurden nicht zu Führern des Volkes, sondern zu Spezia­listen auf ihrem eng begrenzten Gebiet erzogen. Damit war der Revolution der Sieg sicher, da keine kräftigen Führer die Zügel ergreifen konn­ten. Seither befinden wir uns in' volitischer ün= erlöstheit. Da der innere Wille fehlt, setzt der Wille von außen ein. De Souveränität sei uns genommen. Bur Glaube, Hoffnung, Wille, völli­ges Einsetzen für den Staat unb eine große Persönlichkeit kann uns zu neuer Gröhe empor- führen. Gelegenheit hierzu werbe sich in kurzer Zeit bieten. Ein Kampf des Kapitalismus gegen den Bolschewismus um die Vorherrschaft in Ost­und Westeuropa werde entbrennen, bei dem Deutschland der Schauplatz sein werde und wir die Stoßtrupps für beide Seiten barft^Hen.

Die kulturelle Tagung ist nun zu Ende. Eine Fülle von Problemen hat sie jedem Teilnehmer gezeigt, hat sie auf gedeckt unb zu losen versucht. Aus den kleinen Fragen bes Tages ben Be­sucher emporzuführen zu den großen Lebens­fragen von Staat und 'Bation unb diese aufzu- decken, war das Bemühen, bas sie mit allen Vor­trägen erstrebte. Der sittlichen und körperlichen Erziehung der Völker wollte sie bienen. Möge ihr Erfolg auf diesem Gebiet von nachhaltiger Wirkung fein. H".

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obenan.

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tagnachmittag ftaitfinben soll.

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Tabelle zunächst

Vereine

F. C. Wetzlar Reffen Gießen

Die erzielten Punkte werben allen beteiligten Vereinen gestrichen. So lautet ber neueste Be­schluß des K. H. A. Bunmehr sind also noch 5 Mannscrasien im Rennen, von denen wieder zwei. B. E. Wetzlar und S. C. Biedergirmes, in­folge ihres bisherigen großen Punktverluftes für den Meistertitel nicht mehr in Frage kommen. Die verbleibende Spitzengruppe muh sich nun über ihren Besten klar werden. Denn bis setzt gilt für den Kreis zur Meldung seines Meisters immer noch ber 17. Januar (Verfügung des T. B. A., Abteilung Handball!: das wären noch zwei Spielsonntage (10. und 17. Januar 1926) und an dielen beiden Tagen kann nur im gün­stigsten Falle eine Klärung eintreten. Zur Be­urteilung ber Lage stellen wir die neue amtliche

tz. Da Gießen 1 900 noch vor Deendigung _ersten Runde seine Elf zurückzog, scheidet es aud dem Wettbewerb und der Tabelle aus.

Turnen, Sport und Spiel.

Deutsche Leichtathleten wieder in England zugelassen.

Die englische Sportorganisation für Leicht­athletik hat mit 16 gegen 4 Stimmen beschlossen, deutschen Leichtathleten den Start in England freizugeb-en und englischen Leichtathleten die Teil-

Spiele

5

4

4

4

5

O 1 2 3 5

Pol.-Sp.-D. Wehlar

B. B. Wetzlar Biedergirmes

Zunächst stört den fehlende Schiedsspruch

nähme an deutschen Sportveranstaltungen zu statten.

Lahnkrreishandball: Wer wird SDteifter?

Gang ber Ereignisse ber in Sachen F. C.-Hessen! (Schiedsr. Steiner), An- und Abpfiff des Spieles nach Uneinigkeiten über den Spielbeginn. Hier muß also ber T. B. A. schnellstens entschei­den, wenn er ein Interesse an ber rechtzeitigen Meldung des Lahnkreismeisters hat. Jede hier­durch hervorgerufene Verzögerung wäre seine Schuld. Wie klärt sich nun die Situation im günstigsten Falle? Das Spiel Hessen -- F. C. wird neu angeseht, Hessen verliert am Sonntag gegen die Polizei und hat dann vier Verlust- Punkte, F. C. schlägt die Polizei einen Sonntag später, die Polizei hat 'echs Derlustpunkte; das neu nngesetzts Spiel Hessen F. C. könnte letz­terer dann ruhig verlieren. Meister wäre: F. E.- Wetzlar. Ein anderer, möglicher Ausgang: F. C. verliert den Protest und damit bie ersten zwei Punkte. Hessen gewinnt gegen Polizei, die dann sechs Minuspunkte hat. Hessen und F. C. wären punktgleich und damit ein Entscheidungsspiel not­wendig, das nach Ansicht des K. H. A eiligst an einem auf den 17. Januar folgenden Wvchen-

3m Anschluß an die zweite Möglichkeit kann aber dann F. E. von ber Pol. auch noch am 17. Januar geschlagen werden. Meister wäre: ^Hessen"-Gießen. Die größten Komplikationen kann aber der Zustand Hervorrufen, ber sich am besten an einer kleinen Zukunftstabelle demon­strieren läßt, wie folgt (nach Minuspunkten): Ergebnisse: den Protest verliert F. E. -=2 gegen Polizei verliert F. ®. == 2

Da. 4

gegen Polizei verliert Hessen 2 zuzüglich Tabellenverlustpunkte2

Sa.4 Polizei hat Labellenverlustpunkte Sa. 4 Das wäre eine Punktgleichheit aller drei Spitzenvercine!! Ganz abgesehen von Verände­rungen, die die noch ausstehenden Spiele der drei oben genannten gegen B. C. unb Bieder­girmes evtl, noch bringen können. Unb bas alles bis zum 17. Januar des Jahres?

Sport piegeL

Am 10. Januar wird in Stuttgart eine Be­sprechung über eine zu gründenbe Inter­essengemeinschaft zwischen dem Süd­deutschen Fußball-Verband unddem Leichtathleti k-De r b a n d stattfinden. Aller­dings stehen einer derartigen Gemeinschaft, wie der Vorsitzende des Süddeutschen Leichtathletik- Derbairdes auf der Tagung des Frankfurter Lan­desverbandes f. L. aussührte, noch wesentlicho Schwierigkeiten entgegen.

Am Dienstag ist der deutsche Meistersprinter Hubert H o u b e n auf dem DampferDeutsch­land" der Hamburg-Amerika-Linie nach Ame­rika a b g e r e i ft.

Buntes Allerlei.

Königin Margherita und Carduci.

Die verstorbene Königin-Witwe Margherita von Italien war eine große Verehrerin der Dichtung und hat selbst Gedichte in französischer, englischer, stalie- nischer unb deutscher Sprache versaßt. Ihre Bildung überstieg bei weitem bie normale; sie war eine gute Kennerin des Lateinischen, hat sogar Sanskrit stu- biert, unb selbst ein Mann wie Mornsen, der gewiß kein Schmeichler war, bewunderte ihre Kenntnisse. Ihre besondere Verehrung galt bem großen italie­nischen Lyriker unb Gelehrten GiosuL Carbucci, unb ihre liebreizende und gewinnende Persönlichkeit hat es sogar fertig gebracht, diesen leibenschastlichen Republikaner in einen Verehrer des Königshauses umzuwandeln. Im Herbst 1878, bem ersten Regie­rungsjahre König Humberts, kam biefer mit ber von Jugenb unb Schönheit strahlenben Königin Margherita nach Bologna. Riemanb hatte erwartet, baß ber berühmteste Professor der Universität, Car- ducct, der aus seiner feindlichen Gesinnung bisher keinen Hehl gemacht hatte-, bem Königspaar hul­digen würde. Aber zum allgemeinen Erstaunen war auch er bei dem offiziellen Empfang tut Stadthause zugegen. Die Königin begrüßte ihn, indem sie Verse aus einer seiner ,,Odi barbare sprach, unb bem Dichter erschien biefe Stimmewie bie bes Vater-- lanbes". Er war von ber Herrscherin so begeistert, baß er seinen Empfinbungen in einer herrlichen Obe an bie Königin Ausbruck verlieh, bie in Ita­lien volkstümlich geworben ist. Seine Begeisterung hat viel zu ber allgemeinen Beliebtheit beigetragen, bie bie Herrscherin genoß. Diese Obe bezeichnet bie politische Wandlung Carduccis, und sie wurde ihm von den Republikanern schwer verdacht. Er aber er­klärte, er habe bie Verse gedichtet,weil bie Königin dieOdi barbare liebte unb auswenbia wußte, unb weil es für einen Dichter eine ber höchsten Ge­nugtuungen ist, wenn eine liebenswürbige unb ge­bildete Frau ihn anerkennt. Wenn diese Frau nicht bie Königin von Italien gewesen wäre, hätte nie- monb es mir als Schulb angerechnet, baß ich ihr meine Dankbarkeit bewies. So aber, weil sie Kö­nigin ist, unb ich Republikaner bin, soll es mir ver­boten sein, unb soll ich im Gegenteil grob fein? Die Königin ist eine schöne unb höchst liebenswürbige Fran, unb es soll nicht heißen, baß ein freiheitlicher Dichter vor ber Schönheit unb Anmut vorübergehe, ohne sie zu grüßen." Die Herrscherin zeigte ihre Liebe zu dem Dichter auch später durch bie Tat. Als sie bavon hörte, baß er gezwungen sei, seine Biblio­thek zu verkaufen, erwarb sie schnell entschlossen biefert liebsten Besitz Carbuccis unb überließ ihn ihm zur freien Benutzung auf Lebenszeit. Rach dem Tode Carduccis kaufte sie das Haus an, das er in Bologna bewohnt hatte, unb schenkte es zusammen mit ber Bibliothek ber Stabt.

Wie viel ist das Rheingold wert?

Seit langem weih man, dah im Wasser des Rheins, ebenso wie im Meerwasser, geringe Mengen Goldes Vorkommen, und in früheren Zeiten hat man ja sogar Goldwäscherei an den Ufern des Rheins getrieben, die erst vor etwa 100 Jahren aufgegeben wurde, als sich diese mühselige Arbeit nicht mehr lohnte. Wie viel Gold im Rhein aber alljährlich zum Meere hin­unterrinnt, das ist erst jetzt ziemlich genau fest- gestellt worden im Zusammenhang mit den um­fassenden Untersuchungen, die Prof. Haber über den Goldgehalt des Meerwassers und des Rhein--- Wassers angestellt hat. Wie in derUmschau" berichtet wird, ergaben die Untersuchungen von Rheinwasserproben, die bei Leverkusen und Karlsruhe entnommen wurden, einen mittleren Gehalt von 3/iooo Milligramm Gold in 1000 Litern Walser und einen etwa doppelt so hohen Gehalt an Silber. Da der Rhein in der Sekunde etwa 2000 Kubikmeter Waster b-fördert, so er­gibt sich, wenn man annimmt, dah der Gold­gehalt im ganzen Fluhguerschnitt und zu jeder Jahreszeit gleich ist, eine Jahresmenge von 200 Kilogramm Gold, die ben Rhein hinab- schwimmt. Diese Menge repräsentiert einen Wert von etwa 540 000 Goldmark.

Die Kraftpostlinien.

Die Zahl der deutschen Kraftpostlinien hat in den letzten Jahren stark zugenommen. 3in Jahre 1910 zählte man 130 Kraftomnibusse, die auf einer Streckenlänge von 1234 Kilometer 1 537 019 Personen beförderten. Zehn Jahre später waren es bereits 428 Fahrzeuge mit einer Streckenlänge von 5935 Kilometer und 4 016118 Fahrgasten. Dann stieg die Zahl ber Kraft­omnibusse im Jahre 1924 auf 1212, die der Streckenlänge auf 11 234 Kilometer, die der be­förderten Personen auf 8 772 627. 3m Jahre 1925 sind die Omwbusse auf 2772 vermehrt worden, während die Streckenlänge sich auf 24 226 Kilometer vergrößerte. Die Gesamtkilv- meterleiftung wurde in dem Zeitraum von 1910 bis 1925 von rd. 2/< Millionen auf 15,7 Millio­nen gesteigert. Sie wird, wie Oberpostdirektoo Hinz in ber Verkehrstechnik mitteilt, im laufen­den Jahre voraussichtlich 40 'Millionen Kilo­meter überschreiten.