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die kleinsten Minderheiten bilden die Litauer und die Mähren. Die Zahl der letzteren, die in den vreu- ßischen Landkreisen Ratibor und Loebichütz wohnen, beträgt 4461 (außerdem 5469 Doppelsprachige).

lieber die Stellung der fremden Minderheiten im deutschen Staatswesen heißt es im Artikel 113 unserer Weimarer Verfassung grundsätzlich:Die fremdsprachigen Dolksteile des Reiches dürfen durch die Gesetzgebung und Verwaltung nicht in ihrer freien, volkstümlichen Entwicklung, besonders nicht im Gebrauch ihrer Muttersprache beim Unterrichte, sowie bei der inneren Verwaltung und der Rechts­pflege beeinträchtigt werden." Das Eigenleben der Minderheiten in Deutschland in kultureller und poli­tischer Beziehung unterliegt also keinen Beschrän­kungen.

Schutz der Person und des Eigentums, Vereins-, Versammlungs-, Presse-, Wahl- und Wirtschaftsfrei- heit sind genau so wie bei den völkisch deutschen Staatsbürgern gewährleistet. Die Dresse der Min­derheiten ist ebensowenig der Ueberwachung und Bevormundung ausgesetzt wie die deutsche; die ver­antwortlichen Schriftleiter brauchen nicht einmal deutsche Staatsangehörige zu sein. Allenstein, Op­peln und Deuthen besitzen nationalpolnische regie­rungsfeindliche Tageszeitungen. Das Hauptblatt Der Wenden ist die in Bautzen erscheinendeSorbite Nowlnn", die während des Krieges wegen staats­feindlicher Aeußerungen mehrere Male amtlich ver­mahnt werden mußte. Die dänische Presse ist durch denFlensborg Avis" und den in deutscher Sprache erscheinendenDer Schleswiger", die litauische Presse durch eine Tilsiter Zeitung und ein weiteres Blatt vertreten.

Das Dereinsleben, vor allem bei den Polen, ist reich gegliedert, doch sind die Mitgliederzahlen im allgemeinen sehr gering. Die völkische Vereinigung der Polen istDer Bund der Polen", die der Wen­den der schon 1846 gegründete KulturvereinMa- cica Serbska" und derBund der wendischen Ver­eine", die der Dänen bei Schleswigsche Verein und der Dänische Schulverein, und die der Litauer der Verband der Litauer in Deutschland.

a'.ir Regelung des Schulwesens Erlernen der Muttersprache und Religionsunterricht in dieser Sprache werden zugestanden sind seit dem Kriege verschiedene preußische und sächsische Erlasse heraus- aegeben worden. Die Schulverhältnisse in Oberschle­sien sind durch das Genfer Abkommen (Calonder- Abkoinmen) vom 15. Mai 1922 besonders geregelt worden. Außerdem hat Preußen am 13. Februar dieses Jahres neue, nicht allgemein von den Deut­schen gebilligte Bestimmungen für die Minderheiten­schulen im dänischen Grenzgebiet erlassen.

Diese wenigen Angaben lassen erkennen, daß De schland nach dem Kriege daran gegangen ist, die Minderheitenfrage in versöhnlichem Sinne zu r.- i.etn, wohingegen die deutschen Minderheiten im Aaslande fast durchweg den schwersten Kampf um die Erhaltung ihres Volkstums zu führen haben. Rach dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund Nwß eine kraftvolle Minderheitenpolitik auf deut­scher Seite einsetzen, damit der van unseren Geg­nern so lehr gerühmte und verfochtene Grundsatz vom Selostbestimmungsrecht der Völker nicht nur für andere, sondern auch für uns gilt.

NsAaatengrenzenvonVersMes

lieber die deutsch-französische Grenze finden sich im Oktoberhest derZeitwende" (Verlag der C. $). Dcckschen Verlagsbuchhandlung in München) in einem Aufsatze überDie neuen Staatengrenzen Europas" folgende sehr treffende Ausführungen des bekannten Münchner Geographen Erich von D r y g a 1 s k i :Was die Entente an Grenzen ge­schaffen hat, entspricht nirgends, aber auch wirklich nirgends den staatlichen Notwendigkeiten, selbst im eigenen Lager nicht, geschweige denn in dem der Mittelmächte. Die neuen Staatengrenzen Europas bieten weder Schutz noch sonstigen Abschluß gegen die Nachbarländer, wie er zur inneren Festigung und damit zur kulturellen Entwicklung auch nach außen hin befähigt, sondern stoßen in die Lebens- inieressen der Nachbarn hinein und sind damit eine unversiegbare Quelle neuer Konflikte. Die neue Staatengrenze zwischen Frankreich und Deutschland ist in ihrer Unnatur bekannt und hier wie dort eine Quelle der Unruhe. Der Rhein zwi­schen Basel und Bingen ist eben ein Verkehrsstrom, Rier die Interessen beider Ufer zusammenschließt und glicht trennt. Daher hat sich auch hüben und drüben ^(15 gleiche Volkstum entwickelt und trotz manchen --Eingriffen im Laufe der Zeiten erhalten, wie auch die Landesnatur im Elsaß und in Baden, in Hessen und in der Pfalz weitgehend gleich ist. Die Vo­gesen sind eine bessere Grenze gewesen, wenigstens klimatisch und daher auch wirtschaftlich und völkisch. Militärisch war die Vogesengrenze für Deutschland ungünstiger als für Frankreich, wie der Weltkrieg gezeigt hat, da Frankreich die beiten Kammland- schdsten besaß, welche auch die kurzen Täler aus der deutschen Seite beherrschten. Somit hat sich Frank­reich durch seinen Raub in militärischer Einsicht keineswegs verbessert, und daß es die sonstige Unnatur der Rheingrenze fühlt, geht aus den Bestimmungen des Vertrages von Ver­sailles über den Rheinverkehr hervor, z. B daraus, daß in § 65 Straßburg und Kehl zu einem Hafen­gebiet zusammengeschlossen wurden. Der Organis­mus des Rheinverkehrs wurde also zuerst zerrissen und bann künstlich wieder zusammengeleimt.

Die Rheingrenze hat für Frankreich eine rein imperialistische Bedeutung und kann nur

meinen, daß Frankreich nicht am Flusse bleiben, sondern auch bie rechte Rheinlandschaft beherrschen will, und zwar nicht nur zwischen Basel und Bingen, sondern überall. Denn im Quer­schnitt von Ost nach West sind die rechten und linken Nheinlandschaften überall gleich, und wer die einen hat, muß auch die anderen erstreben. Die im Längs- laus des Stroms sich von Süden nach Norden folgenden Landschaften sind dagegen verschieden, da auf die breite Rheinebene zwischen Basel und Mainz die Hochflächen und Steilufer des Schiefer- gebirges, dann die reiche Kölner Bucht und dann die Niederungen der Mündungen folgen. Jeder die­ser Abschnitte hat seine Eigenart und begünstigt ein Sondcrdasein, wie es in der Natur Deutschlands so vielfach der Fall ist. Deshalb ist schon gesagt wor­den, daß diese Abschnitte des Rheintals ein Vorbild für die Vereinigten Staaten von Europa im kleinen, doch an einer besonders wichtigen Stelle abgrben können, wobei aber die Einheit der beiden Ufer immer Voraussetzung ist. Wenn man solchen Zielen nachgehen will, darf man die User also nicht aus» einanderreißen, sondern muß auch die Abschnitte des Längslaufs durch den Rheinverkehr geeignet ver­binden, wie es Deutschland von der Schweiz bis Holland getan hatte. Es ist nun ein weiter Weg den Rhein auch im Längslauf französieren zu wol­len, dock er ist in Versailles durch die Politik der Brückenköpfe, durch die entmilitarisierte Zone und nicht zuletzt durch das Vordringen an der Saar vom Donon abwärts beschritten worden, also durch Verstöße im Quer- wie im Längsschnitt, und es an uns, denselben zielbewußt und vor allem auch im Elsaß und an der Saar entgegen;utreten."

Zum Schluß resümiert Professor v. Drngalski sein Urteil über die Staatengrenzen nochmals mit folgenden Worten:Nach allem kann man bei den neuen Staatengrenzen n den einen gemeinsamen Zug feststellen, daß sie die Naturgebiete ver­wirren, und zwar bis zu den (Eigentumsräumen hinab. Das vollendetste Beispiel dafür ist vielleicht Ungarn, das vor dem Kriege mit seinen weilen Ebenen innerhalb einer starken Gebirgsumrah.nung nahezu als ein Naturgebist erschien, wahrend heute die Tschechoslowakei von Norden, Rumänien von Osten und Eüdslawien von Süden in die Ebenen hinabsteigen und sich ungarisch oder deutsch be­wohnte und kultivierte Lande einveric'bt hoben. Das ist ein auf den ersten Bi.ck erkennbares Bei­spiel, wie die neuen Staatengrenzen beschaffen sind. Und so ist es überall, selbst bei Der 'talienisch-süd- slawischen Grenze, also im Kreise der (Entente selbst. Ueberall sind Jnteressentenkonflikte hecgestellt, und wo die Grenzen so beschaffen waren, daß sie die Bewohner schützten und ihrem Streben ein gewisses Ziel setzten, da wurden Zacken und Enklaven ge­bildet, welche die Ruhe stören. Daß solche Gren­zen nicht Bestand haben können, wird niemand be­zweifeln."

Oüerhessen.

Gietzcn.

Z. Rödgen, 5. Rov. Es erscheint ange­bracht, an dieser Stelle einmal auf die schwie­rige Durchfahrt für Autos, Motor­räder und selbst für Räder durch Röd­gen mahnend hinzuweisen. 3n scharfen Biegun­gen geht die Straße durch das Dorf. Sie ist bei der Wirtschaft Wagner nicht zu übersehen, denn hier bildet die Straße einen rechten Win­kel und ist durch Häuser eingeengt. Biele Auto­führer und Motorradfahrer tragen dieser un­günstigen Strahenführung Rechnung und ver­langsamen ihr Tempo, so weit wie mögllch, andere aber fahren in derart scharfer Gang­art weiter, daß sich Kinder und selbst Erwachsene ängstlich zur Seite drücken. Besonders gefähr­lich sieht es aus, wenn Lastautos von Grohen- Duseck her ins Dorf donnern und, ihrer Last scheinbar ledig, mit unverminderter Schnellig­keit durch Rodgen nach Gießen streben. Alle, die diese Rachricht angeht, mögen künftig im eige­nen Interesse und zum Wohle der Einwohner beim Durchfahren des Ortes auf die örtlichen Verhältnisse Rücksicht nehmen.

bn. Mainzlar, 5. Rov. Dieser Tage be­gann hier wieder der Fortbildungsschul­unterricht, nachdem er für die männliche Ju­gend während der Erntezeit unterbrochen worden war. Die Mädchen haben schon seit l.Lluli Koch­unterricht durch Fräulein Großer. Er fin­det an zwei Vormittagen wöchentlich statt, auch die fortbildungsschulpflichtigen Mädchen aus dem benachbarten Staufenberg nehmen daran teil.

z. A l l e n d or f a. d. Lda., 5. Rov. Bei einem Tanzvergnügen, das anläßlich des Ri ko laus- Marktes hier statt'and, kam es zu einer Schlä­gerei zwischen einem hiesigen und einem aus­wärtigen Burschen. Ein hiesiger junger Mann, der zufällig hinzukam, versuchte als Unbeteiligter, gutmeinend, den Streit beizulegen. Hierbei er­hielt er aber einen Stich in denRücken. Der Verletzte mußte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Die Angelegenheit dürfte noch ein ge­richtliches Rachspiel haben.

iS. Steinbach, 5. Rov. Bei einer in hie­siger Gemarkung abgehaltenen Treibjagd wurden 10 Rehe, 13 Hasen und 1 Fuchs zur Strecke gebracht.

* Hungen, 5. Nov. Unter zahlreicher Be­teiligung fanden sich imSolmser Hof" Hierselbst Mitglieder des Gaues Solms des Hessi­

schen Philologenoereins zu einer Tagung zusammen. Diesem Gau gehören die höheren Lehr­anstalten von G r ü n b e r g , Hungen, Lau- bad), Nidda und Schotten an. Der Gauvor­sitzende, Studienrat Link »Laubach, begrüßte die Teilnehmer und machte zunächst einige Mitteilun­gen allgemeiner Art. Hierauf erstattete Studienrat B r a u n e w e 11 - Nidda, Mitglied des Hauptoor» standes des Hessischen Philologenvereins, einen aus­führlichen Bericht über organisatorische und Stan» desfragen, und berührte dabei Probleme, die nicht nur die Philologen, sondern auch die gesamte Be­amten chaft Hessens angehen. Mit Erditteruna wurde sestgestellt, daß von den Beamten des Reiches und aller deutschen Länder die Lage der hessischen Be­amtenschaft am ungünstigsten ist. Die Aussprache, die sich an die erwähnten Ausführungen anschloß, ergab mancherlei Anregung und hielt die Versamm­lung bis zum Abgang der Züge in lebhafter Unter» Haltung zusammen.

Kreis Friedberg.

Bad-Rauheim, 4. Rov. Dgß das geistige Leben, das im Sommer durch Kurtheater und Kurorchester mancherlei Anregung erfahrt, auch den Winter über in Fluh bleibt, dafür sorgen der VortragS- und Musikverein und der Bildungsverein. Beide bieten in den nächsten Monaten wieder beste Unterhaltung, die auch den Kurgästen zugute kommt, welche in den Winter­monaten in immer größerer Zahl unser Bad aufsuchen. Der Bildungsverein will sich für die dieswinterliche Vortragssaison mit der Gießener Hochschulgesellschaft in Verbiirdung setzen, um seinen Mitgliedern und Freunden in einer Reihe von Vortragsveranstaltungen durch bestbekannte Redner wertvollstes Wissen übermitteln zu können. Als erster Vortragender wird bereits der Geograph unserer Landes­universität, Prof. Dr. K l u t e, genannt. Reben größeren Veranstaltungen dieser Vereine auf dem Gebiete des wissenschaftlichen und musikalischen Lebens sind für diesen Winter erstmalig auch wieder Theatervorstellungen geplant. DaS FranksurterKünltlertheaterals Rach- folgerin des Rhein-Mainischen Verbandstheaters, das vor dem Kriege hier gern gesehen war und stets eine treue Theatergemeinde um sich vereinigte, will während dertheaterlosen" Zeit hier sein Glück versuchen: als erste Vorstellung istRathan der Weise" vorgesehen. Den Reigen der dies- winterlichen Vortragsabende eröffnete gestern der VortragS« undMusikverein. Pros. Dr. Hülsen, einer der besten Frankfurter Kunst­kenner. war alS Redner, gewonnen. Er sprach äußerst fesselnd überEigenart und Schönheit des Allfrankfurter Bürgerhauses". Gern folgte man im Lichtbild« dem anregend plaudernden Kunsthistoriker auf seinem Gange durch das alte Frankfurt.

Kreis Büdingen.

-/- Orten berg, 5. Rov. Gestern sand der Kalte Markt mit der Verlosung seinen Abschluß, linier Vorantritt der Feuerwehrkapelle wurden die zu ersten Gewinnen ausgesuchten Tiere durch die Hauptstraßen des Städtchens geführt. 3m Anschluß daran sand dann die Verlosung statt. Die ersten Gewinne fielen auf folgende (Hummern: (ohne Gewähr) 2853 (nach Düdels­heim), 5885 (nach Rinderbügen) 4947, 46 (nach Bobenhausen), 6414. 5085, 3931, 1717, 1671, 5248. Der 4., 6., 8., 9. und 10. Preis werden, da wegen Ausfalls des Dindviehmarkles keine Rinder an­gekauft werden konnten, in bar ausbezahlt.

Kreis Schotten.

Laubach, 5. Rov. 3n der jüngsten Sitzung des Gemeinderats berichtete zu­nächst Kammerdirektor B i r n b a u m über die Errichtung eines Ortsbaustatuts und die Entwürfe deö E h r e n d e n k m a l s für die im Weltkrieg gebliebenen Söhne unserer Stadt. Be­hufs. Errichtung des Ortsbaustatuts wurde eine Besprechung mit dem Dermessungsrat Müller in Hungen beschlossen, lieber baS Ehrendenkmal wird demnächst eine Beratung mit dem Vorstand des Kriegesvereins stattfinden. Dem Weißbinder V o n - E i f f, der am sog. Rotenberg (Straße nach Gonterskirchen) ein Wohnhaus errichtet, wurde das hierzu nötige Baugelände, das städ­tisches Eigentum ist, zu 1 Mark den Quadratmeter überlassen. Weiter wurde beschlossen, den neuen Weg aus der Kaiser st raße nach dem sog. Allen Host', der jetzt als Baugelände bestimmt und teilweise schon bebaut ist, zweckentsprechend anzulegen. 3mAlten Hof" hat man beim Dau der Straßeim Hain" 1891 die Spuren der früheren Beliedelung entdeckt. Diese Ansiedelung muß schon spätestens im 16. 3ahr- hundert auSgegangen fein, denn daS älteste Bild von Laubach, daS aus dem 3ahre 1610 stammt, (in hiesiger Stadtkirche befindlich) zeigt an jener Stelle bereits hochstämmigen Daumwucks, Mit Beginn des Winterhalbjahres hat Detan D o l p wegen Arbeitsüberhäufung (er ist jetzt der einzige Geistliche in unserer Stadt) fein Amt a 16 Religionslehrer an der hiesigen Real­schule niedergelegt. 3m 3ahre 1895 war er mit diesem Unterricht betraut worden. An seine Stelle ist Pfarrer Weimer von Gon­terskirchen getreten. 3n diesen Tagen sind wieder ungeheure Scharen von Schnee­gänsen beobachtet worden, die in südwestlicher Richtung daS Wettertal überzogen und sich

gegen daS Horlos stal wandten. Auf einer Wiese fand man als Zeichen ihres nächtlichen Lagerns zahlreiche Federn. 3n einer benach­barten Gemarkung haben sie einen mit Roggen ausgestellten Acker durch Verzehren der Saat­frucht schwer geschädigt. 3n einzelnen Ge­meinden stellt man abends besondere Wacht­posten aus. welche die unliebsamen Gäste zur Rachtzeit verscheuchen.

Eichelsachsen, 5.Rov. Dieser Tag« fanden, (wie gestern schon kurz aus Schotten ge» meldet. D. Red.) 3äger an der Bauhütte eineS verlassenen Steinbruchs im Walde die Leiche einer männlichen Person. Sie muh schon längere Zeit hier gelegen haben, da fast nur bad Gerippe noch vorhanden war. 3n den Taschen fand man gebündelt eine Menge kleiner Münzen, so daß wohl die Annahme berechttgt ist, daß eS sich um einen Bettler handelt, der zur Rachtzeit in der Hütte Schuh suchen wollte. Dabei scheint ihn der Tod ereilt zu haben. Da keinerlei Papiere bei dem Toten gefun­den wurden, dürfte eS sehr schwer fein, feine Personalien festzustellen, zumal anzunehmen ist, daß der Unbekannte in der Gegend nicht heimisch war. Das Gericht gab die Leiche frei.

X Stumpertenrod, 5. Rov. Ein Er­eignis für unser Dors war die Vorführung des OberlinfilmesSprechende Hände", die in der letzten Woche in unserer Kirche stattfand. Die klaren und guten Bilder zeigten uns das Leben der Taubstummblinden in dem Taubstmmn- blinden-Heim zu Rowawes bei Potsdam. Auch unsere Gemeinde lieferte in diesen Tagen einen Wagen voll Kartoffeln an das Dta- k o n i s s en h a u s zu D a r m st a dt, der als freiwillige Gabe am Erntedankfest gefaauij^Jt wor­den war.

x Köddingen, 5. Rov. Die hiesige Schul­stelle, die seit dem Weggänge deS Lehrers Decht- hold nur verwaltet worden war, wurde dem seitherigen Lehrer zu Helpershain, Lehrer S ch m a n d t, übertragen. Wir erhalten in ihm für unsere Schule einen bewährten Lehrer und für unseren Männergesangverein einen tüchti­gen Dirigenten. Schulverwalter Doll, der bis­her bei uns ben Schuldienst versehen Hatto, kam nach Helpershahr. Unsere Gemeinde hat sich jetzt dazu entschlossen, unsere Kirche mit elektrischem Lichte auszustatten. Bisher wurde unsere Kirche seit alten Zeiten nur durch Kerzen beleuchtet, die auf besonderen Stän­dern angebracht waren.

Kreis Alsfeld.

Homberg a. b. D., 5. Nov. Im Basalt- ft e i n b r u cf)Rote Kuh ' bei'; Mitteldeut - scheu Hartfteininduftr.e-Werk wurde der Arbeiter Weiß aus Drauxschwend von herabfallenden Steinen getroffen und schwer verletzt. Der Bedauernswerte wurde im Auto zur Station Burg- und Rieder-Gemünden ge­bracht und von hier aus mit der Dahn nach Hause tranSbortiert.

er. Homberg a. d. Ohm, 5. Nov. Im Laufe des vorigen Sommers prüften die Vorstandsmitglie­der des Verschönerungs» und Touristen» Vereins den Blumenschmuck an den Häu­sern unserer Stadt. Die eifriasten Blumenfreunde konnten jetzt mit einigen Preisen (Tulpenzwiebeln) als Ausdruck der öffentlichen Anerkennung belohnt werden.

Ober-Ohmen, 4. Nov. In unserem Gemeindewalde treten seit einiger Zeit Waldfrevler in ständig steigendem Maße auf. Mit Aexten und Sägen schlagen sie Bäume nieder und schaffen sie bei Nacht und Nebel fort. Der Ge­meinde sind durch diese Diebstähle bereits empfind­liche Verluste entstanden. Alle Ueberwachungs- uni Kontrollmaßnahmen blieben bisher ohne Erfolg Die Forstdiebe stammen von auswärts, eine Ver­mutung weist nach einem Nachbardorfe. Hoffentlich gelingt es recht bald, die lichtscheuen Elemente un­schädlich zu machen.

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