Einzelbild herunterladen

4 3

M

Milt

1826

1926

Er- um

9ok Nkweis

weist sich ni sonstig und st

Wc als öit im B Ieinem dem bk ner wa

& n Briest nachla dafür,

f)umor Zeilen seine 1 tum si aus b;

rungsgesetzes. (Beifall im Zentrum.)

Äeichsarbeilsm'n'ster Dr. Brauns stellt fest, daß die Zahl der unterstützten werbslosen gegenüber dem 1. Mär-, d. 3.

1000CK

rium übernimmt Mussolini. Der Mini­sterrat beschloß außerdem, einen umfangreichen Wechsel in der Besetzung der Posten der Unterstaats­sekretäre vorzunehmen.

2lbg. S ch u l z - Bromberg (Sn.) gibt für die deutschnationale Fraktion eine Erklärung ab, in der er ausführt, Besserung könne nur geschaffen werden durch eine völlige Reueinstellung der deutschen Wirtschaftspolitik und eine plan­mäßige Entw icklung der nationalen, be­sonders der landwirtschaftlichen Pro­duktion. Bis zur Durchführung eines solchen Produktionsprogramms müßten die Erwerbs­losen in der Weise unterstützt werden, daß die­jenigen bevorzugt werden, die für Famillen zu sorgen haben und die höhere unabwendbare Lasten sowie höhere Mieten zu tragen hoben. Die Mehrheit der Deutschnationalen wird daher die Vorlage ablehnen.

Abg. Andre (Zentr.): Wir brauchen Lohn st eigerungen, weil sie die ganze Wirt­schaft beleben. Wir halten grundsätzlich am Acht­stundentag fest. Von der Rationalisierung der Wirtschaft müssen auch die breiten Arbeiter­massen Ruhen haben. Wir begrüßen das Ar­beitsbeschaffungsprogramm der Regierung. Der Redner wendet sich dann gegen die Wirtschaft­liche Bereinigung, die im Ausschuß durch ihre Zustimmung zu dem sozialdemokratischen Antrag die Krifenfürsorge für die Ausgesteuerten zu Fall gebracht hätte. Dringend notwendig sei d'.e schleu­nige Verabschiedung des Arbeitslosenversiche-

vorder W dem -

Y

b ii

Son Sfgenfö

nnnir S meter. fj

Sh

l^nn

geltet ®5b|, b»ilic

mit h: w

gauun9! on schlag 3150J schieb bei de ÄW Mla Tube rt Frauen Sltmun1 an 2^ 6000) Wichts tersk \W Aleiirk" heilen' TybeiO Ürrungl fiO Jab' Kreisle fuiofe mißerde' ben schließt

Die Erwerbslosenfürsorge fm Reichstag.

Berlin, 5. Rov. (V. D. Z.) Auf der Ta­gesordnung steht der Bericht des Sozialpoli­tischen Ausschusses über die Erwerbslosen, ür- sorge. Der Ausschuß, für den Abg. Brey (Soz.) berichtet, ersucht in seinem Antrag die Reichsregierung, in der unterstützenden Erwerbs­losenfürsorge

a) bis zum 31. März 1927 die Bezüge der Hauptunterstützungsempfänger mit Wir­kung vom 8. Rodember 1926 ab zu er­höhen, für ledige Erwerbslose um 15 Prozent, für alle übrigen um zehn Prozent;

b) die obere Grenze so zu gestalten, daß auch das vierte Kind den vollen Zu­schlag erhält;

c) durch Ausführungsbestimmungen sicher zu stellen, daß die Prüfung der Be­tz ü r f t i g 1 e i t gleichmäßig und entgegen­kommend gehandhabt wird. Kleinerer Be­sitz (Spargroschen, Hausrat, lleines Eigen­heim) darf nicht zur Verneinung der Be­dürftigkeit führen.

d) Es ist zu verhüten, daß Arbeitsstellen mit fortlaufender voller Arbeitstätigkeit im Wege de r Pflichtarbeit be­setzt werden.

e) Den Erwerbslosen sind die Anwartschaften in der 3nvaliden-, Angestellten- u. knapp- schaftlichen Pensionsvrrsicherung sicherzu­stellen.

Weiter wird die Regierung um eine Gesetzes- Vorlage ersucht, wonach gegen die erwerbs­losen Mieter nicht ein Verfahren wegen rückständiger Miete mit dem Ziel der Zwangs­räumung durchgesührt werden darf, und wonach das Wochengeld der Ehefrau und die Leistungen der Familienwochenhilfe nicht auf die Erwerbs- losenunterstühung des Ehemannes angerechnet werden. Tie von den Regierungsparteien gefor­derte Krisenfürsorge für die Ausge- t e u e r t e n ist heute morgen im Ausschuß daran gescheitert, daß bei Stimmenthaltung der Deutsch- nationalen und der Wirtschaftlichen Vereinigung ein sozialdemokratischer Antrag angenommen worden ist, der die Grenze für die Unter- stützungsdauer überhaupt beseitigt.

"8 r e i) (Soz.) tritt in seiner Eigenschaft als Abgeordneter für die weiter gehenden sozial­demokratischen Forderungen auf Erhöhung der ^aterstühungssähe um 30 Prozent, der Familien- zuschläge um 20 Prozent und die vollständige Aushebung der Dedürftigkeitsprüfung ein.

4300 Millionen, zu deren Erfüllung in einem geeigneten Zeitpunkt noch die nötigen Maßnah­men ergriffen werden mühten. Das Gesetz über die Kapitalflucht dürfe erst nach tatsächlich erfolgter Stabilisierung aufgrhoben werden, die Stabilisierung des Franken müsse zu gegebener Zeit durchgeführt werden. Die gesetz­liche Stabilisierung könne mit Aussicht auf Erfolg nur nach enter Periode der tatsächlichen Stabilisierung erfolgen. Die gegenwärtigen Um- stände gestatten es jedoch nicht, einen Zeitpunkt zu bestimmen, zu dem der gewünschte Status erreicht sei. 3n die Entwicklung auf dem Devisen­markt habe die Regierung lediglich in dem Sinne eingegriffen, daß fte gewissermaßen bremste, um ein zu rasches Anziehen der französischen Valuta, das den Interessen der Republik zuwiderlaufen konnte, zu verhindern. Die Regierung habe sich auf diese Weise beträchtliche Reserven an ausländischen Devisen verschafft, de alle Erwartungen überträfen. 3m übrigen erklärte Polncare noch, er werde jeden n-uen Antrag auf Erhöhung der Deamtengehälter, der das Budget- Gleichgewicht gefährden würde, a b l e h n e n. Außerdem verlautet heute abend, daß Poincars bei Diederzusammentritt des Parlaments fordern werde, daß ledigl'ch über das Budget beraten werde und daß jede andere Debatte aus­geschaltet bleibe. Poincars werde, um tz-ese Forderung durchzusehen, nötigenfalls die Ver­trauensfrage stellen.

Die Abrüstungsdebatte.

Beendigung der Vorarbeiten der Genfer Abrüstnngskounriissio».

Genf, 6. Rov. (TU.) Die älnterkommissionA der vorbereitenden Abrüstnugskommission hat ge­stern abend in einer Schlußsitzung ihre Ar­beiten endgültig beendet. Die Kommission, die seit Mai in drei Etappen 15 Wochen getagt hat, hatte drei Fachkommissionen für die Fragen der Land-, See- und Luftabrüstung eingesetzt, die mit der Ausarbeitung bestimmter Richtlinien und Er- Härungen beauftragt waren. Ihr Bericht geht nunmehr den einzelnen Regierungen zur Stellung­nahme zu, woraus dann zu Beginn des nächsten Jahres die vorbereitende Abrüstungskommission wieder zusammen treten wird, um die Vorarbeiten für die große Entwaffnungskonferenz fortzuführen. Der Vorsitzende der älnterkommission, der bel­gische Senator d e Broucquöre, gab gestern der Presse einige Erklärungen ab. Er wies zu­nächst auf die Tatsache hin, daß sich in den Ver­handlungen der Kommission zwei große, völlig verschiedene Auffassungen vertretende Gruppen von Staaten herausgebildet hatten. Ein Kompromiß zwischen diesen beiden Gruppen sei nicht getroffen worden. Dieses läge außerhalb der Kompetenz der Kom­mission. Er fei der äleberzeugung, daß man in den kommenden Abrüstungsperhandlungen zu ge­wissen großen Richtlinien für die Durch­führung der Abrüstungskonferenz gelangen werde. Gewisse Ereignisse der letzten Zeit auf wirtschaft­lichem Gebiet zeigten, daß die großen europäi­schen Industrien zu einer Verständigung und weiteren Annäherung gelangen würden. Es gäbe nur zwei Methoden der Begrenzung der Rüstun­gen, enttoefrer die direkte Begrenzung durch scharfe Kontrolle der militärischen Reser­ven und des Kriegsmaterials der Staaten oder die indirekte Methode der Reduzierung der Militärbudgets der Staaten.

Dank für den feierlichen Empfang aus. Er wies darauf hin, daß er an den Geschicken der Reichs- Hauptstadt, mit der er sich persönlich eng verbunden ' fühle, immer lebhaften Anteil genommen habe.

Unweit dieser Stätte, so führte der Reichspräsi­dent aus, drüben in der Reuen Friedrichstraße, habe ich vor mehr als sechzig Jahren einen Teil meiner Jugend verbracht, und auch in der späteren Zeit meines Lebens habe ich viele Jahre hier gewohnt. Ich sehe noch das alte Berlin in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts vor mir, das an der Potsdamer Brücke endete, wo, ungestört durch Berkehrsprobleme,Unter den Linden" die Früh- jahrsparaden stattfanden, und wo wir 1866 an der Stätte des heutigen Reichstages auf sandigem Exerzierplatz zum Siegeseinzug Aufstellung nahmen. Ich kann heute mit Befriedigung frststellen, daß Berlin unter der tatkräftigen Führung seines Stadtoberhauptes die Röte der Rachkriegszeit im großen und ganzen überwunden hat. Roch sind aber fdjmierige Probleme zu lösen. Eine der bringend ft en Aufgaben der Gegenwart nicht nur für Berlin, sondern auch für die anderen großen Städte und Arbeitszentren ist die, dem großen Heer der Erwerbslosen Arbeit zu schaffen und überhaupt die sozialen Röte zu llndern, welche die wirtschaftlichen und finan­ziellen Schwierigkeiten der Rachkriegszeit der Arbeiterschaft und dem Mittelstände gebracht haben. Möge es hier der Zusammenarbeit von Reich, Ländern und Gemeinden bald gelingen, nachhallige Besserung zu schaffen. Dann werden auch alle anderen Aufgaben auf gesundeter Grundlage ihre Erfüllung finden. Hieraus be­gaben sich der Reichspräsident und die Versam­melten nach dem Stadtverordn-tensaal. Hier hielt der Direktor der Berliner städtischen Elektrizitäts­werke, Dr. Adolph, einen Lichtbilder Vortrag über die Fernstromversorgung großer Städte und das Großkraftwerk Der- lin-Rummelsburg. Daran schloß ftch im großen Festsaal des Rathauses ein Empfang in Gestalt eines Bierabends.

700 000 abgenommen habe. Tet den männ­lichen Erwerbslosen betrug die nähme 30, bei den weiblichen 23 Prozent. Eine wesent­liche Besserung des Arbeitsmarktes ist nicht zu verkennen. Die Bemühungen der Regierung zur Arbeitsbeschaffung haben auch einen gewißen Anteil an der Senkung der Arbeitslosenzahl. Bei Reichsbahn und Reichspost sind Arbeiten im Gange, und auch an den Siedlungen und den Landarbeiterwohnungen wird gearbeitet. Darin liegt schon ein gut Stück des Produktions­programms, das Abg. Schulz-Bromberg ver­langte. Die dauernde Besserung des Arbeits- marltes kann nur aus der Wirtschaft heraus erwachsen. Es wirkt beunruhigend, wenn bei der schlechten Lage des Arbeitsmarktes in ein­zelnen Betrieben noch viel ileberarbeit geleistet wird, um die Einstellung neuer Arbeitskräfte zu ersparen. Die Ministerien machen schon bei der Vergebung von Arbeiten zur Bedingung, daß äleberstunden nicht gemacht werden dürfen. Sollte das keinen Erfolg haben, so wird das Mittel der Gesetzgebung angewandt werden müs­sen. Das gilt auch von den bedauerlichen Er- scheinungsn, daß bei der Rationalisierung meist ältere Angestellte und Arbeiter entlassen wer­den, daß man nur den Rechenstift, nicht aber das menschliche Gefühl anwendet. Die Arbeits­losenunterstützung in ihrer gegenwärtigen Höhe hat im allgemeinen den Willen zur Arbeits­annahme nicht vermindert. Anders würde es aber sein, wenn man den Kreis der Unter­stützten erweitert und die Bezüge so erhöht, daß sie höher sind als der Äormallohn des Unterstützten. Bei weiteren Erhöhungen muh man also mit einer gewissen Vorsicht vorgehen. Die alleinstehenden Ledigen wären besonders schlecht gestellt. Die Regierung hatte sich bereit erklärt, für die Ausgesteuerten eine besondere Krifenfürsorge einzurichten, die ihnen dasselbe gibt wie die Erwerbslosenfürsorge. Grundsätzlich muß die Regierung den größten Wert darauf legen, daß die Dezugsdauer nicht über ein Jahr ausgedehnt wird.

Von den Kommunisten ist folgender Miß- trauensantrag eingegangen: Der Reichsarbeits­minister besitzt nicht das Vertrauen des Reichs­tags. (Gelächter im Zentrum.)

Abg. Thiel (D. Vp.): Während die Zahl der erwerbslosen Arbeiter zurückgeht, ist die Er­werbslosenzahl bei den Angestellten immer noch im Wachsen begriffen. Hier zeigt sich die Rotwendigkeit, möglichst schnell die Arbeits­losenversicherung durchzuführen. Bedenk­lich ist, daß trotz der großen Arbeitslosigkeit 130 000 ausländische Wanderarbeiter in Deutschland sind. Die großen Städte werden bei weiterer Dauer der Arbeitslosigkeit in große finanzielle Schwierigkeiten kommen. Es wird not­wendig sein, den Gemeinden und Ländern einen Teil ihrer Lasten für die Erwerbslosen abzu­nehmen und auf das Reich zu übernehmen. Es ist ein schreiendes Unrecht, wenn man die Er­werbslosen zum großen Teil als Arbeitsscheue hinstellt. Die Rot der deutschen Arbeitnehmer schreit zum Himmel; nur Beseitigung des außen­politischen Drucks wird sie endgültig beseitigen. Samstag Fortsetzung der Erwerbslosendebatte.

Der Reichspräsident im Berliner Rathaus.

Ein (5mpfangsabc>nd der Stadt Berlin

Berlin, 5. Rov. (TU.) Die Stadt Berlin empfing heute den Besuch des Reichspräsi­denten von Hindenburg. Der Reichs­präsident fuhr, 6.50 Uhr vor dem Rathauspor- al in der Königstraße in Begleitung des Staats­ekretärs Dr. Meißner und des Majors v. Hinden- mrg vor und begab sich nach dem Empfang durch das mit Blumen festlich geschmückte Treppenhaus zur Wandelhalle vor den Stadtoerordnetensaal, wo er von Stadtrat Wege begrüßt wurde. Der Reichs- iräsident wurde hierauf in den Magistratssitzungs­aal geführt, wo sich die Mitglieder des Magistrats, der Stadtverordnetenvorsteher und die Ehrenbürger zu einer Sondersitzung des Magistrats versammelt hatten. Außerdem waren anwesend Reichskanzler Dr. Marx, der preußische Minister­präsident Braun, der preußische Minister des In­nern Grzescinski, sowie der Oberpräsident Maier. Oberbürgermeister Boes stellte die Ver­sammelten dem Reichspräsidenten vor, der sich i n das Goldene Buch der Stadt Berlin eimeichnete. Hierauf hielt der Oberbürgermeister eine Ansprache, in der er den Reichspräsidenten im Rat­haus der Reichshauptstadt willkommen hieß. An­schließend gab der Obrbürgermeister einen kurzen Ueberblick über die wirtschaftliche, soziale und kul­turelle Gegenwartsarbeit der Stadt Berlin. In seiner Antwort sprach der Reichspräsident seinen

u\ -lei

mV

Thoiry.

Widerstände in Frankreich.

F (Eigene Information desGieß. Anz.")

Berlin, 6. Rov. Bei der Besprechung der mit dem Thoiryprojett zusammenhängenden außenpolitischen Fragen imGießener Anzeiger" haben wir berells wiederholt auf die großen Schwierigkeiten hingewiesen, die sich der Durchführung dieser Pläne immer noch und immer wieder entgegenftelien. Von bestens unter­richteter Seite hören wir dazu noch einige inter­essante Ausführungen, die unsere Auffassung be­stätigen, daß es mit der Verwirklichung der an- geftrebten deutsch»französischen Annäherung noch lange nicht so weit ist, wie man in den Tagen nach der Konferenz von Thoirh in einem Teil der deutschen Oefsentlichleit anzunehmen ge- geneigt war. Cs ist selbstverständlich, daß ein Fragenkomplex von so weitreichender Auswirkung, wie er in Thoiry angeschnitten wurde, auf zahl­reiche Widerstände stoßen muß, besonders bei einem Lande, das wie Frankreich, noch vor zwei Jahren grundsätzlich der Auffassung war, daß die Desatzungsfristen überhaupt noch nicht zu laufen begonnen haben.

Die verschiedensten irrtümlichen Auffassun­gen über die politische Lage in Deutschland be­stehen noch heute in der französischen Oefsent- lichkeit. Aus unrichtigen Grundlagen basierend, kämpft man dort vielfach heftig gegen die Strese- mann-Briandschen Absichten an. Man kann dabei drei Hauptströmungen in der französischen öffentlichen Meinung unterfdjeiuen: Die eine folgt zwar den Ge- dankengänaen Briands, fragt aber, ob man nach Der Zurückziehung der Desatzungstruppen Frank- «reich auch genügend gegen einen plötz­lichen Vorstoß von deutscher Seite gesichert wäre. Die zweite Gruppe umfaßt diejenigen, denen noch weitergehende Zu­geständnisse Deutschlands Voraus­setzung für die zu treffenden Vereinbarungen sind. Man glaubt in diesen Kreisen, daß die Mobilisierung deutscher Eisenbahnobligationen auch ohne Zustimmung Deutschlands möglich wäre, eine Auffassung, der von deutscher Seite stets entgegengetreten wurde. Die dritte Gruppe lehnt grundsätzlich jede Verständigung mit Deutschland ab, und verlangt, daß Frankreich seine Pfänder nicht aus der Hand gibt.

Bei der Betrachtung des ganzen Problems muß sestgehalten werden, daß Deutschland kaum ein größeres Interesse an dem Thoiryprojekt hat als Frankreich. Die Aufhebung des T r a n s f e r s ch u h e s, den die deutsche Wäh­rung auf Grund des Dawes ab kommens genießt, würde zweifellos gewisse Gefahren für Deutsch­land mit sich bringen. Das deutsche Opfer, auf den Transferschutz zu verzichten, um über­haupt die Obligationen auf dem Weltmarkt unterbringen zu können, wird deutscherseits als recht erheblich betrachtet. Das ganze Pro­blem ist überdies so umfangreich und birgt so viele völkerrechtliche Schwierigkeiten in sich, daß die Verhandlungen darüber nicht überstürzt wer­den dürfen, sondern mit aller Sorgfalt ge­führt werden müssen.

Man muh es deshalb als günstig anfehen, wenn es gelingt, etwa in Jahresfrist ein Abkommen zustande zu bringen, das die Räumung des noch besetzten Gebietes (die nach Locarno und Dölkerbundseintritt Deutschlands eigentlich langst hätte erfolgen müssen, zur Folge haben könnte.

Schwierigkeiten macht nicht zuletzt die mehr ober weniger doch vorhandene Verquickung des Mo­bilisationsprojektes mit der französisch- amerikanischen Schuldenregelung. Wir haben daraus bereits früher ausführlich hin- gewiesen. Schließlich spielt auch die Frage der .Revision des Dawesabkommens hin­ein. Richt nur von deutscher Seite, sondern auch l von namhaften Politikern und Finanzleuten ver­schiedener Rationen des Auslandes ist die An- F regung gegeben worden, im Zusammenhang mit Thoiry auch gleich die Revision des Dawesplanes "r in Angriff zu nehmen. Das wird zwar deutscher­seits durchaus begrüßt, man verhehlt sich aber nicht, daß dadurch die Schwierigkeiten der Herbei­führung einer deutsch-französischen Annäherung nochko m p linierter werden. Man wird hier nur schrittweise vorgehen und nur nach und nach die Desttmmungen des Dawesvlanes ab­bauen und durch privatwirtschaftliche Abkommen ergehen können, eine Entwick­lung, die mehrere Jahre dauern dürfte.

Man verkennt in den Kreisen des Berliner Auswärtigen Amts all diese Schwierigkeiten durchaus nicht, hofft aber dennoch auf dem ciiu> geschlagenen Wege zum Erfolg zu kommen. An­dere noch aktuellere Fragen, roie die der Mili­tärkontrolle, deren Liquidation demnächst erhofft wird, sind zudem in den Vordergrund ge­treten. Die üeberfübrung der Militärkontrolle in die vom Völkerbund in dem bekannten Invest':- gationspr^tokoll vorgesehenen Formen scheint tat­sächlich alsbald bevorzustehen. Wenigstens glaubt man dies an maßgebender Berliner Stelle, und wir können nur hoffen, daß diesesdemnächst" noch in diesem Jahre Wirklichkeit wird. Frankreichs Finanzlage.

Poincarss Bericht vor dem Finanz» ausschust.

.dar iS, 5. Rov. (WTB.) Finanzminister Po ncars rst heute nachmittag vor dem Finanz­ausschuß der Kammer erschienen, um sich über den Aus gleich des Budgets für das Jahr 1927 auszufprechen. Rach Havas soll er eine 1 optimistische Auffassung der Lage kundgegeben und erklärt haben, für das Jahr 1927 seien acht Milliarden für die Amortisierung der schweben- den Schuld vorgesehen. 3m Verlaufe des Etats- zahres habe das Schatzamt z w eiRückzahlun-

Aus aller Wett.

Wettfahrt mit dem Tode.

Der von Sil fit nach Stallupönen fahrende Abendzug überfuhr an einem ungeschützten Bahn­übergang ein Königsberger Auto. Zwei In­sassen waren sofort tot. Der Chauffeur, der jedoch den Wagen nicht führte, sprang recht­zeitig ab, wobei er ftch jedoch schwere RippM- brüche zuzog. Rach Angaben des Chauffeurs soll der Führer des Wagens auf Aufforderung des zweiten Insassen die Fahrt beschleu- n ig t haben, um noch vor dem Zuge über die Bahnstrecke zu kommen.

Die älteste Frau Deutschlands.

Die älteste Frau Deutschlands, Frau Jo­hanna P r i g g e in Embsen bei Lüneburg be­ging gestern am 5. Rovernber ihren 105. Ge­burtstag in voller Frische.

Tödlicher Sturz von der Treppe.

In Werlau bei St. Goar ist eine Frau auf einer Treppe ausgerutscht und so unglücklich auf den Hinterkopf gefallen, daß sie nach kurzer Zeit, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, gestorben ist. Sie hinterläßt vier unversorgte Kinder.

Das Hochwasser in Oberitalien.

Der Schaden, den das letzte Hochwasser an- richtete, wird für das Bozener Gebiet auf eine halbe Million Lire geschäht. Gestern abend ist die linke Talfer-Promenade in eine Länge von 150 Meter abgefadt. In Meran er­tranken bei Rettungsarbeiten zwei Soldaten und zwei italienische Arbeiter. Auch Verona ist von der äleberschwemmung heimgesucht worden.

Der Erdrutsch in Columbien.

Bei dem Erdrutsch in der Räh> von Perevia sollen über 100 Personen getötet und etwa 60 verletzt worden sein. Die Opfer sind zum Teil unter den Trümmern der Häuser begraben.

Erdbeben in Nikaragua.

3n den Morgenstunden des Frcitag ereignete sich ein 50 Sekunden währendes Erdbeben, das großen Schaden anrichtete. Mehrere Personen wurden getötet. Das RegierungZgebäude und die Kathedrale wurden stark beschädigt. Auch in anderen Teilen des Landes wurden Erd­stöße wahrgenommen. 'Besonders heftig in der Umgegenö des Vulkans Masaya. In Santiago wurden eine große Anzahl Häuser zerstört. Das Erdbeben ist das folgenschwerste seit 1898.

Wiederaufbau der Haslocher Duloersabrik.

, Der Wiederaufbau der Pulverfabrik in Hasloch bei Wertheim, die bekanntlich vor einigen Monaten durch eine große Explosionskatastrophe fast voll- ständig zerstört wurde, geht seiner Vollendung ent- gegen. Die ganz oder teilweise zerstörten Gebäude sind aus den Trümmern so weit wieder erstanden, daß ft» einigen Wochen auch das letzte Gebäude fertiggestellt sein wird. Gegenwärtig sind etwa 80 Arbeiter und 50 Arbeiterinnen beschäftigt, dazu noch 20 Bauarbeiter.

Der anaebliche Raubmord in Dortmund.

Die am Mittwoch berichtete Bluttat im Gasthof vonRiewe" in Dortmund scheint jetzt der Aufklärung nahe zu sein. Der vermißte Franz Friese aus Herne hat sich be ider Krankenkasie gemeldet. Er gab an, daß er aus Furcht vor der angekündigten Entlassung die einkassierten Gelder verjubelt und dann beschlossen habe, aus dem Leben z uscheiden. Er hat sich die Pulsadern mit einem Rasiermesser durchschnitten. Er verlor die Besinnung und wachte am Dienstagmorgen durch Klopfen an der Zim- mertur auf. Er will dann unbemerkt den Gasthof verlassen haben. Nach stundenlangem Umherirren ist er nachts bei seinem Vater in Herne einge- troffen, ehe ihm durch einen Arzt die Wunden ver­bunden wurden. Friese machte bei seiner Verneh­mung einen glaubwürdigen Eindruck. Nach dem Gutachten des medizinischen Sachverständigen schei­det jedoch die Annahme einer verbrecherischen Handlung keineswegs aus.

öo^an sterben die meisten Menschen in Deutschland? __ ^ahre 1^24 betrug nach den Ergebnissen des statistischen Reichsamtes die Gesamtzahl der Sterbe falle im Deutschen Reich 760 000 gegen rund 860 000 im Jahre 1923 ober auf tausend Lebende berechnet 12,2 gegen 13,9. Die schon seit Jahren beobachtete Abnahme der St erbe fälle ist

mit bei fallen g MV w

Dei Wch

gen dorzunehmen, und zwar im kommenden Früh- s jahr eine fakultcttive in Hohe von 800 Millionen und im September eine obligatorische in Höhe von