bet Kletnkmdern (1—5 Jahren) am bedeutendsten (34 Proz.). Fragt man nun nach den Todesursachen bzw. an welcher Krankheit die meisten starben, so ergibt sich folgendes Bild: Als Todesursache an erster Stelle stehen die Krankheiten des Blutkreislaufes: es starben daran im Jahre 1924 in Deutschland 109 500 Menschen (oder 173 auf 10 000 Lebende). Weiter starben nach Größenklassen gegliedert, an Lungenentzündung und anderen Krank- Helten der Atmungsorgane 88 400 (14,3). a" Altersschwäche 87 500 (14,1), an Tuberkulose 60 500 (0,5), an Krebs 60 500 (93), an Krankheiten der Verdauungsorgane, Darmkatarrh und dgl. sotMU UM), an Lebensschwäche (Kinder) 47 000 (7,6), Gehirn- schlag 40 000 (63) und an Nervenkrankheiten 31 500 (5,1). Bezüglich der Verteilung auf die ve- schlechter zeigt sich, daß der Anteil der Todesursache bei der Frau den des Mannes bei der Mters- schwäche (15 000 mehr gestorben), Krebs(7000) Kreislaufstörungen (6000), Gehirnschlag (3000) und Tuberkulose (2000) übertrifft. Mehr M a n n e r als Frauen dagegen starben an den Krankheiten der Atmungsorqane und an Lungenentzündung (6000), an Lebensschwäche und Bildungsfehlern (Knaben 6000) und an Nervenkrankheiten (3000). — Die wichtigsten Todesursachen in den e i n z einen A l» tersk lassen sind im Säuglingsalter die Lebens- schwäche,Derdauungs- und Atmungskrankheiten, im Kleinkinderalter Atmung», und Jnfektionskrank- heilen und besonders bei den 15- bis 30jährigen die Tuberkulose und außerdem bei den Männern die Verunglückungen. Von den im Alter von 30 bis 60 Jahren Gestorbenen starben die meisten an Kreislaufstörungen einschl. Gehirnschlag, Tuber- klitose und Krebs. Bei den 60 bis 70jährigcn treten außerdem die Krankheiten der Atmungsorgane in den Vordergrund. Die über 70 Jahre alten sterben schließlich an Kreislaufstörungen und Altersschwäche.
Grohfeuer in Pommern.
Bei einem großen Brand in Re u - Stett i n sind 15 Ställe und eine Scheune ein geäschert worden. Der angerichtete Schaden an verschiedenen Vorräten ist außerordentlich groß. Auf dem Rittergut Voigtshagen (Kreis Rau-- gard) wurden vier Wirtschaftsgebaukn durch Feuer vernichtet. Der Schaden w:rd hier aus 100 000 Mk. angegeben. Der Besitzer war fast gar nicht versichert.
Wettervc
Vorwiegend bedeckt, im ganzen milde, mit kurzen Regenfällen muß gerechnet werden. Gestrige Tages- temperaturen: Maximum 8,2 Grad Celsius. Minimum: 5,4 Grad Celsius. Niederschläge: 1,6 Milli- meter. heutige Motgechemperatur: 6,9 Grad Celsius.
Aus der Provinziülhauptftadt.
Gießen, den 6. Rovernber 1926.
Vom Briesschreiben.
Don Reinhold Braun.
Echte Briefe sind strömende Seele, schenkendes Herz, offenbarte Innerlichkeit.
Der Stil einer Kultur zeigt sich auch im Stil der Briefe, die in einem Volke geschrieben werden. Vernachlässigung des Briefschreibens ist ein Zeichen dafür, daß die lediglich auf Zweck eingestellte Gesinnung in diesem Volke das Maßgebende wurde, und nicht mehr die Kultur es ist. Was nicht irgendwie mit dem Zweck verbunden werden kann, wird fallen gelassen Nur Geschäftsbriefe haben noch Wert. Aber Briese, die aus das Innerliche gestimmt sind, wozu?
Der Sinn des Bnesjchreibens ist eine schöne Phrafe, mit der man sich nichts kaufen kann! Zeit ist Geld! So reden die Zwecklichen. Daß unsere Zeit dem Zwecke mehr huldigt als dem Sinn, beweist eben, die Armut im Briefschreiben. Man hat sich nichts zu sagen, außer am Geburtstag und zu sonstigen Festen ein paar schöne Redensarten, kurz und flüchtig hingeworfen!
Was für eine köstliche Stunde hatten wir jüngst, als die Schwester einige Briefe vorbrachte, die sie im Nachlasse unseres Vaters gefunden, und die aus feinem sehr regen Briefwechsel mit Emil Fromme!, dem bekannten Theologen, stammen. Beide Männer waren infolge ihres Amtes überaus beschäftigt äiewesen, ihre Zeit war streng eingeteilt, sonst wären ie mit ihrem Tagwerk nicht durchgekommen. Und ivch: wie fanden sie Zeit, einander das Tiefste und Heiligste in Briefen zu sagen, wie strahlt jeder der Briefe die ganz edle Persönlichkeit, welcher feine Humor, welche Lebensweisheit lächeln aus den Zeilen; was für Seelenbeichten enthalten sie, für feine Seelsorge am Freunde; welch stilles Heldentum schaut hier und da zwischen den Zeilen hervor aus dem, was ungesagt mitschwang, was gar nicht gesagt zu werden brauchte und auch nicht gesagt wurde — aus Bescheidenheit. Ja, was für eine tiefe, gesegnete Stunde haben wir über diesen Briefen erlebt!
Solche Briefe sind, nebenher bemerkt, auch ein Beweis für die Lebenskunst eines Menschen, für feine Oekonomie, mit der er fein Leben lebt. Solche Briefe beweisen, daß, wenn man seine Zeit recht einteilt und wirklich recht zu leben weiß mit dem ganzen Menschen, immer noch Zeit übrig hat für solche Herzensdokumente.
Man denke an den Kulturwert der Briefe Humboldts an feine Freundin, an den wundervollen Briefwechsel Dora Schlatters mit Hermann Defer! Die vergangene Literatur ist ja reich an solchen Briefwechsel. Man denke an Goethes, Schillers, Beethovens Briefe!
Aus den Briefen eines Menschen spricht sein Geist unmittelbar, nichts anderes drängt sich^ dazwischen. Es sind wirkliche Herzensbeichten! Spiegel der Kultur eines Menschen und einer Zeit. Echte Briefe sind Quellen, die das letzte und schönste schenken.
Lernen wir doch wieder erkennen, was für stille Helfer Briefe in unserem Leben sind, was für reine, große Mächte ihnen innewohnen können, wie sie Liebe- und Freudespender sind, wie sie dazu dienen, uns mit der vertrauten Seele auf stille Höhen zu führen, wie sie Festbereiter, Sonntagsverklärer, Wesensvertieser, Tröster und Mahner sind! Zur Lebenskunst gehört die Kunst des Briefschrci'iens, die nichts Oberflächliches schreibt, keinen Klatsch, kein Arges, die da weiß, das hinter jedem Wort die Seele des Schreibenden stehen soll. Die Kunst versteht auch, den eigenen Rhythmus zu schenken, das eigene Wesen zwischen den Zeilen schwingen zu lassen.
Daß wir wieder lernten, echte Mutter- und Daterbriefe, echte, aufrichtige Kindecbriefe, reine und phrasenlose Briefe der Liebe und Freundschaft zu schreiben! Sie beglücken so sehr und machen viel Schweres leichter, helfen Schatten vertreiben, schenken Licht in manches Dunkel.
Äornotizcn.
— Lageskalender für Samstag: Turnverein 1846 : 8 älhr, Turnhalle (Steinstr.) Winterfest. — Ruderclub Hasfia: 8 Uhr, Bootshaus, Mitglieder-Vers ammlung. — Artillerie- Verein: 8 Uhr, .Hessischer Hof", Stiftungsfest. — Elsaß-Lothringer: 8.15 Uhr, .Hotel Köhler", Monatsversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: .Wehe, wenn sie losgelassen". — Astoria-Lichtspiele: .3m Sande der Arena".
— T ag e s k a l e n d e r für Sonntag: Stadttheater: 7 Tlhr. „Der alte Textor (Ende 9*/$ Uhr). — 1. Musikalische Morgen-Aufführung: 117s Uhr vormittags, Großer Hörsaal der Universität (Irmgard und Victor Heermann). — Markus-Gemeinde: 2 Uhr nachmittags, Turnhalle (Oswaldsgarten), Gemeindeseier. — Deutsche Turnerschaft: 27? Ahr, Waldsportplah des V. f. CB.: Handball-Verbandswettspiel Turn- und Sporwerein 1860 Marburg—Turnverein 1846 Gießen (Meisterklasse). — Stadtmission: 3 Uhr, Saal der Stadtmission (Löberstraße 14) Jahres- fest. — Mandolinen- und Gitarre-Verein „Reapolita": 5 Uhr, Reue Aula der älni- versität, Mandolinen-Orchester-Konzert. — Konsum-Verein Gießen und Umgegend: 2 Uhr, Oe- werkschaftshaus, ordentliche Vertreter-Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, und Palast-Lichtspiele (Kirchenplatz): „Wehe, wenn sie losgelassen." — Astoria-Lichtspiele: „Im Sande der Arena."
— Regina Ullman n. Am kommenden Montag, 8. Rovember, abends 8 Uhr, wird Regina Ullmann, die schweizerische Prosa- künstlerin, die namentlich durch ihre „Feldpredigt" in weiten Kreisen sich bekannt gemacht hat, in der Buchhandlung Keißner aus eigenen Werken lesen. Alle Freunde zeitgenössischer deutscher Dichtung sind zu dem Abend eingeladen. (Siehe Anzeige.)
— „Ernährung für Gesunde und Kranke" heißt das Thema, über das Frau Anna Martens. Raturärztin aus der Schweiz, am Dienstag im Kath. Vereinshause sprechen wird. Der Vortrag geht vom Raturheilverein aus und ist öffentlich; er wird besonders praktische Winke für eine rechte Ernährung in gesunden, als auch in kranken Tagen geben, und ist von außerordentlicher Bedeutung. (Siehe gesttige Anzeige.)
— Oberstes s. Geschichtsverein. Kommenden Donnerstag abend im Vorlesungsgebäude der Universität (Hörsaal 44) Vortrag des Prälaten D. Dr. Diehl. Räheres in der heutigen Anzeige.
— Gießener Konzertverein. .Räch- sten Donnerstag abend im Stadttheater Sym» vhomekonzert. Räheres im Anzeigenteil.
Die Vortrags-Vereinigung hat für ihren zweiten dieswinterlichen Vortragsabend, der bereits — wie hier nochmals ausdrücklich vermerkt sei — am Dienstag, 9. Rovember, stattfindet, Rudolf Bredschneider aus Aussig (Elbe) zu einem Lichtbildervortrag über „Wanderungen in den bayerischen und salz- burgifchen Alpen und Hohen Tauern mit Besteigung des Großen Venedigers" gewonnen. Man schreibt uns hierzu: Der Redner, der in alpinen Kreis-en eine bekannte Persönlichkeit ist, wird in fesselnder Weise die gewaltige Bergwelt der Alpen in ihrer erhabenen Schönheit schildern. Die Wanderung, die man hier im Geiste durch die Alpenwelt erleben darf, wird vor allem durch erstklassiges Bildermaterial zu einem hohen Genuß. Bredschneider ist ein sicherer und gewandter Führer, der viel Interessa-ntes sowohl über die Siedlungen, als auch über die Berg- riesen der Alpen zu sagen weih. Es ist ein
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gerwegs ist nunmehr beendet. Bekanntlich wurde dort der bisherige Bahnübergang durch einen neuen, unmittelbar an der Ecke der Gnauth- strahe liegenden liebergang erseht und gleichzeitig ein Stück neue Berbindunasstraße nach Dem Schissenbergerwcg jenseits dos Bahndammes hergestellt Dadurch ist jetzt eine gerade Straße von der Bismarck- unb Doethestraße her in der Richtung nach dem Schiffenberg entstanden. Den Verkehr über den neuen Eisenbahnübergang hat das Polizeiamt jetzt freigegeben.
•* Die Straß» „Am Kugelberg", über deren jammervollen Zustand wir vor einigen Tagen berichteten, wird jetzt hergestellt. Seit gestern sind zahlreiche Arbeiter mit der Beseitigung der ungeheuren Schlammassen beschäftigt; anscheinend will man erst einmal feststellen, wo der Strahengrund eigentlich geblieben ist. Sobald dieser Arbeitsabschnitt beendet ist, soll die Straße, wie wir von zuständiger Stelle hören, chauffiert werden.
" Die Strahenbauarbeiten in der Eder st raße gehen heute» zu Ende. Der Straßenteil zwischen der Steinstraße und dem Ende der jetzigen Häuserreihe in der Richtung nach dem Bahnübergang ist hochgelegt und gleichzeitig chaussiert worden. Die Herrichtung dieser Straße wird von den Anwohnern dankbar emp- funben. Der Verkehr kann von Anfang nächster Woche an bis an den Bahndamm wieder ungehindert vor sich gehen, jedoch muh der Durchgangsverkehr nach Wihmar einstweilen noch gesperrt bleiben, da die Abbruchsarbeiten an der alten Eisenbahnbrücke immerhin noch etwa zehn Tage Zeit in Anspruch nehmen werden.
** E i n deutsch -amerikanischer Senator oberhessischer Abstammung. In unserer Ausgabe vom Donnerstag teilten wir mit, daß bei den amerikanischen Wahlen der demokratische Senatskandidat Wagner, ein sehr angesehener Deutsch-Amerikaner, dem auch die Unterstützung des Steubenbundes zuteil wurde, aus dem Wahlkampf als Sieger hervorging. Wie uns heute berichtet wird, ist Senator Wagner oberhessischer Abstammung. Sein Vater stammt aus Grohen-Duseck, wo er das Licht der Welt erblickte. Ein Bruder seines Vaters lebt noch in Wiesbaden. In Großen-Buseck sind zwei Geschwisterkinder des Deutsch-Amerikaners Wagner, nämlich Heinrich Wagner 23. und Karl Heinrich Wagner, ansässig. Aus der Tatsache, daß Senator Wagner den Steubenbund hinter sich hat, darf man schließen, daß er ein tatkräftiger Verfechter des Deutschtums in Amerika ist.
** D i e Konfirmanden in Gießen. In diesem Winter besuchen in Gießen 488 Kinder den evangelischen Konsirmanderrunterricht. Ste verteilen sich in folgender Wetse: Matthä us- gemeinde 49 Knaben, 56 Mädchen, zusammen 105; Markusgemeinde 49 Knaben, 53 Mädchen, zusammen 102; Lukusgemeinde 71 Knaben, 93 Mädchen, zusammen 164; Iohannesgemeinde 53 Knaben, 64 Mädchen, zusammen 117.
* ©in Kolonial-Preisausschrei- ben. Um der von der deutschfeindlichen Presse des Auslandes und ihrem Anhang verbreiteten Mär von von der „Unfähigkeit der Deutschen zu kolonialer Arbeit" auch von unserer engen Heimat aus entgegenzutreten, veranstaltet der Bezirk Hessen des Bundes der Kolvnialfreunbe em Preisausschreiben, durch welches bargetan werden soll, wie man über die Frage der Kolonien; in unserem Heimatgebtet denkt. Iedermann soll dabei frei und offen seine Meinung äußern, mag sie nun zustimmend oder ablehnend fern. Die Fragen, die zur Beantwortung stehen, gibt das Preisausschreiben in unserem heutigen Anzeigenteil an. Letzter Termin für die Einsendung der Antworten ist der 1. Dezember ds. Is. Man darf wohl annehmen, baß diese vortreffliche Veranstaltung eine große Zahl von Teilnehmern findet.
'* Semesterbeginn der landwirtschaftlichen Abteilung der Universität Gießen. Man berichtet uns: Am Donnerstag abend versammelten sich die Angehörigen des landwirtschaftlichen Institutes zur Feier der Eröffnung des Semesters im „Hindenburg". Professor Kraemer gedachte zunächst des früheren Direktors G i s e v i u s, der in den wohlverdienten Ruhestand versetzt worden ist, und
nie des Verlaufes der Feier ist ein gute- Omen für Frieden, Eintracht und damit auch gediegene Arbeit.
" Hubertusseier in Gießen. Am Mittwoch beging der »Hubertus, Verein weidgerechter Jager. Sih Dießen" den Tag seines Schutzpatrons in hcrEmmlicher Weise, lieber 70 Weidmänner versammelten sich mit einigen Gästen in dem mit frischem Waldesgrün geschmückten Saale des Schützenhauses, um bei frohem Schüsseltreiben, ernstem unb heiterem Wort unb dem Klan^ alter Weibmannslieber den Hubertustag zu feiern. Der Bebeutung bes Tages wurde der erste Vorsitzende. Aug. Pascoe (Dutenhofen) gerecht, der die ganz andere Einstellung des Deutschen zur Iagd bar- legte im Gegensatz zu der hemmungslosen Iagd- ausübung des Südländers oder der Rekord- schießerei des Engländers. „Das ist des Jägers Ehrenschilb. daß er beschützt und hegt sein Wild. Weidmännisch jagt, wie sich's gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt." Diese herrlichen Worte Eberhard v. Riesenthals müssen den Woidmann auf allen Wegen begleiten und Leitstern seines Handelns sein, wenn er aus diesen Ehrennamen Anspruch erheben will. Diesem hohen Ziele nachzueisern, ihre Mitglieder anzuspornen unb zu förbem, ist die Ausgabe aller Iägervereini- gungen. Unb so erging auch hier wieder au alle Weidmänner die dringende Ditte, sich ihrer Verantwortung und ihrer Iägerehre stets zu erinnern, ausklingenb In einem begeistert aufae- nomjnenen Horido auf die weidgerechte deutsche Jagd. Mancherlei Worte des Dankes an Opferung arbeitsfreudige Mitglieder und Gäste schlossen sich an. Eine besondere Genugtuung war es für die Versammelten, daß sie durch den Schriftführer bes Vereins, Studienrat H ö l z e l, dem allverehrten Mitglied Geh. Rat Pros. Dr. Olt die Glückwünsche aussprechen lassen konnten für die hohen Auszeichnungen (Goldene Medaille und Medaille des Preuß. Lai^wirtschaftsmini- steriums) auf der „Gesolei", die ihm für seine bedeutenden Leistungen auf dem Gebiete der Wild- sorschung zuerkannt wurden. Wenn Geh. Rat Olt im Anschluß daran mitteilen konnte, daß diese Forschung gerade durch die Ausstellung einen erheblichen Anstoß erfuhr unb baß aus ihrem Arbeitsgebiet heraus auch mancherlei für die Menschen- unb Tierheilkunde zu erwarten fein dürste, so konnte bas bie Herzlichkeit der Glückwünsche nur verstärken. So gestaltete sich bie Feier zu einigen Stunden ernsten Besinnens auf bie Pflichten gegenüber der Statur und ihren Kindern, unb auch gegenüber bem Volke, das einer Anspruch auf die Erhaltung der ideellen und materiellen Werte, bie in der Statur stecken, hat. „Hie guet deutsch Weidwerk allewege" möge die Losung sein.
” Das Lichtspielhaus Bahnhofstraße zeigt gegenwärtig den neuen Henny Porten ° Film: „Wehe, wenn sie loSgelassen. 5n lustigen Bildern erscheint Henny Porten^ als moderne praktische Frau, bie ihren Arbeitskreis haben will. Was bei diesem Eifer herauskommt, erfährt man u. a. aus einer heiteren Szene, in der bie Trägerin der Hauptrolle: mit einem riesigen Motorpslug In ihrem Garten „Ackerbau" treibt: Bäumchen, Gartenzäune und Gartenhäuschen bilden durchaus kein Hindernis für ihren Tätigkeitsdrang. Im ganzen: ein an Situationskomik reicher Film, der sich auch durch geschmackvolle Ausstattung auszeichnet.
begrüßte die studierende Jugend, die Kollegen und Assistenten, sowie auch bie Assistentinnen, bic ben Abend mit ihrer Gegenwart verschönten. Mit Jubel genoß die tatkräftige Mannschaft die liebenswürdigen Spenden von Freibier der Brauerei I h r i n g in Lich. von Zigarren und Zigaretten der Herren Rinn und Kommerzienrat Mueller, als Zeugnis für die wach- sende Einsicht der Industrie in bie Rotlag« der Landwirt'ch.'st. In freundlichen und humorvollen Reden der Herren SesjvuS, Klebe r g e r und Pfaff wurde den Studierenden Auskunft in allen Fragen erteilt, die sich ander Umbildung der Dinge ergeben, und immer wieder kam bie frohe Hoffnung aus eine segensreiche ideelle und materielle Entwicklung des landwirtschaftlichen Institutes gum_ Ausdruck, daS nun bald aus seiner drangvoll fürchterlichen Enge befreit werden soll Die oolliommene Harnw-
schöner und lehrreicher Dorttag zu erwarten. (Siehe heutige Anzeige.)
— E i n B o l k s f o n 3 e r t des russischen Teigenkünstlers Loermus findet am Sonntag, 14. November, nachmittags, in der Turnhalle am Oswaldsgarten statt. Dem Künstler geht von auswättigen Konzerten ein guter Ruf voraus. Man beachte die heutige Anzeige.
** Auszeichnung der Gießener Licht- und Lupusheilstätte. Auf der „Gesolei" in Düsseldorf war die Gießener Licht- und Lupu-heil- stätle mit der Einrichtung und Leitung der Ab- teilung „Lichtbehandlung und Lichtuntersuchung" beauftragt. Diese Abteilung wurde von sachverständiger Seile als vorbildlich bezeichnet. Für ihre ausgezeichneten Leistungen erhielt die Licht-und Lupus- Heilstätte als Zeugnis der Anerkennung die Goldene Medaille der großen Ausstellung Düsseldorf 1926.
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