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Voll Schreck hatte Bullinger Happen fallen lassen, den er sich
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Turnen, Sport und Spiel
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Linden 3 (IO., 2 LI.);
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24 Fortsetzung.
Nachdruck verboten.
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Ein Wort von den Jähzorn blaurot, mit vor Wut und seliger Vorschriften m eine Flut der
Voll
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2. Ac 2, Senat 3> 2. Ao Mn.
3C
Bis Krummhölzer
Roman aus den bayerischen Bergen. Don Michael Wagner.
Altersturnen, 38 bis 45 Jahre (87 Bewerber, 54 Sieger): 1. 3. RGnspecher, Tv. Dieburg, 76 P.: 13. Hrch. Hamel, Tv. 1 846 Dieben, 60 P. '
I Ober sollte er auf Tonis Bosheiten die gebüh- i rende Antwort geben? Ihn rücksichtslos nieder- trumpfen, selbst auf die Gefahr hin, das; er in einen seiner gewohnten Wutausbrüche verfiel?"
Toni war wie vom Satan besessen. Vielleicht reizte ihn Zenos Zurückhaltung nur noch mehr, oder er hielt sie für Schwäche und Feigheit. Er stichelte weiter:
„Verstehst, Taverl, Hund is Hund! Ader die feigsten und schäbigsten sind allweil diejenigen, die wo in der weiten recht bissig bellen und nachher den Schwanz einzieh'n, wennst in ihre Näh' kommst! Verstehst!"
Zenos Fäuste krampften sich um den Bergstock bei dieser neuen Gemeinheit Tonis. Ein Brodeln und Kochen war in ihm, sein Blut begann zu sieden . . .
Wie knatternde Gewehrsalven schleuderte der Sturm Regen und Hagel gegen die armselige Hütte, die Feuergarben der Blitze zuckten auf und erloschen, brüllend rollte der Donner das Gewände entlang ...
„Herrgott — was haft denn allweil bloß zum granteln?" hörte Zeno den mit vollen Backen kauenden Bullinger fragen.
Er wartete des Bruders Antwort, die doch wieder nur Unflat und Schmähung sein würde, nicht erst ab. Irgend etwas in ihm drängte ihn, mit dem Bergstock auf Toni loszuschlagen, ihn für seine Gemeinheit zu züchtigen. Da sah er den grauköpfigen Vater vor Augen, seine Marianne — und mit einemmal fühlte er wieder die ganze Schmach dieses Bruderzwistes auf seiner Seele brennen. Das gab ihm seine Beherrschung und Ruhe wieder. Er richtete sich auf. Drohend stand seine dunkle Gestalt im Düstern der Ecke.
„Toni!" sagte er voll tiefen Ernstes, halt ein! Merkst du denn die Schänd net —"
Das erste Feldbergfest, das feit 1918 auf der Dergeshöhe veranstaltet werden
selten
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I Morler, Tv. 1860 Bad-Aauheim, 64 P.; 25. Willi Bock, Tv. 1 846 Gießen, 61 P.; 26. 21. Langsdorf, Tv. 1860 Dad-Aauheim, 60 P.; 29. W. Dauer, T. u. Spv. Dutzbach, 21. Weigel, Tv. Klein-Linden, 57 P.; 30. C. Ludewig Tv. Wetzlar, 56 P.; 32. W. 2Idelman, Tv.' Ober-Mörlen, 54 P.
Das Feldbergsest.
Ein geschichtlicher Rückblick.
Die Tatsache, daß nach siebenjähriger „Turnsperre" das Feldbergsest in diesem Jahre erstmalig wieder auf dem sagenumwobenen Taunusgipfel veranstaltet werden konnte, sei uns Veranlassung, einen kurzen Rückblick auf den Werdegang der F e l d b e r g f e st e zu werfen, deren Geschichte nicht nur ein fesselndes Stück mittel- rheinischer Turngeschichte ist, sondern nicht zuletzt auch ein bedeutsames Kapitel deutscher Geistesgeschichte darstellt.
Das Feldbergsest, das älteste und volkstümlichste der deutschen Bergfeste, dem das Turnen
„He! —" machte er überrascht, was hast denn! Fluachst auf amal wie a Scherenschleifirr! — Oder —" Hier schien ihm ein Gedanke zu kommen, - is ebba wegen dem da, han?" Dabei deutete mit dem Daumen auf Zeno.
Nachträgliches zum Feldbergsest.
Die Erfolge des Gaues Hessen.
bpw. Linser Heimatgau war außerordentlich stark an dem diesjährigen Feldbergfest, über das wir bereits berichtet haben, beteiligt, nut Wettturnern und Kampfrichtern sowohl als auch mit Festbesuchern. Obwohl die meisten der Turner die „Tücken" eines Bergfestes zum ersten Male kennen lernten, brachte es der Gau doch auf insgesamt 50 Einzelsiege (12 Oberstufe, 36 Linierst ufe, 1 Altersturnen, 1 Turnerinnen).
Auf die beteiligt gewesenen Vereine verteilen
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stein in der fesselnden und bewegten Geschichte der Feldbergfeste geworden.
3m Mannschaftskamps um das Döl° sung enhorn (Freihochsprung, Steinstoßen, Schleuderballwerfen, Mannschafts-Freiübung) wurde Tv. 1860 Bad-Aauheim dritter mit 355 Punkten.
2 LI.; Tv. Ober-Mörlen 10.; Tv. A ie- der-Wöllstadt 1 O.; Tv. Griedel 1 XL; Tv. Hirzenhain 1 XL; Tv. Wetzlar- Ai ederg irmes 1 LI.; Mtv. Dad-Aau- heim 1 LI.
Wir geben nachfolgend die Aamen der Sieger aus dem Gau und bringen zum Vergleich der Leistungen in jeder Stufe nochmals den ersten Sieger.
Oberstufe (749 Bewerber, 374 Sieger): 1. B. Siegmund, Tgm. Dockenheim, 90 P.; 16. K. Hofmann, Tgm. Friedberg, W. Lehmann, Tv. 1860 Dad-Aauheim, 70 P.; 18. A. Wiener, Tv. 1860 Dad-Aauheim, 63 P.; 19. Willi Gartenschläger, Tv. 1 8 46 Gießen, 67 P.; 21. K. Bernhard, Tv. Aieder-Wöllstadt, 65 P.; 22. H.
sich die Siege wie folgt (O. — Oberstufe, LI. — Llnterstufe, 21. = Altersturnen, F. = Frauen): Tv. 1860 Bad-Aauherm 9 (4 0., 5 LI.); Tgm. Friedberg 9 (1 O„ 8 LI.); Tv. 184 6 Gießen 7 (2 0., 4 LI., 1 21.); T. und Spv. D u h b a ch 6 (10., 4 LI. ' ~ ~
Tonis raubte ihm das vom losbrechen- Höhe. Das Gesicht Augen, schäumend er den Bruder an: „Arm- du mir in meiner Hütten Und nun geiferte er eschimpfungen hervor, den appetitlichen eben in aller Ge-
Tonis Augen voll Haß und Feindseligkeit auf sich gerichtet — dann schlug das Düster wieder über ihnen zusammen. Den loskrachenden Donner aber übertönte ein böser Fluch Tonis. Beinahe erschrocken schaute Bullinger in Tonis wutverzerrtes Antlitz.
LI n t e r st u f e (752 Bewerber, 3 3 4 Sieger): 1. Ph. Heß, Tv. Schornsheim, 75 P.; 2. E. Müller, T.- u. Spv. Butzbach, 74 P.; 4. Fritz Morneweg, Tv. Klein-Linden, 72 P.; 8. Hrch. Schröder, Tv. 1860 Dad-Aauheim, 68 P.; 9. Willi Aeih, Tv. 1 846 Gießen, 67 P.; 10. W. Goubeaud, Tv. Heuchelheim, fi6 P.; 12. Karl Müller, Tv. Lang-Göns, Werner Aohl, Tv. 1 846 Gießen, Wilh. Schäfer, Tgm. Friedberg, 64 P.; 14. A. Wagner, Tgm. Friedberg, Otto Heinstadt, Tv. 1846 Gieß en, W. Müller, T.- u. Spv. Butzbach, 62 P.; 15. K. Faah, Tv. 1860 Dad-Aauheim, W. Oehring, Tgm. Friedberg, F. Aosenkranz, Tv. Wetzlar-Aiederairmes, Wilhelm Sern, Lang-Göns, H. Dechent, Tgm. Friedberg, 61 P.; 16. K. Dender, Tv. Wetzlar, St. Smazynski, Mtv. Dad-Aauheim, 60 P.; 17. Karl Raab, Tv. 1860 Dad-Aauheim, K. Seelnig, Tgm. Friedberg, Willi Lauder, Tv. Lang- Göns, W. Scharmann, Tgm. Friedberg, 59 P.; 18. H. Merz, Tv. Hirzenhain. L. Müller, Tv. Griedel, W. Kaiser, Tv. 1860 Dad-Aauheim, 3. Lehr, Tgm. Friedberg, Eugen Weitzel, Tgm. Friedberg, K. Fischer, Tgm. Friedberg, 58 P.; 19. L. ilrff, T.° u. Spv. Dutzbach, 57 P.; 20. Karl Marx, Tv. 1 846 Gießen, 56 P.; 21. H. Reuter, Tv. Aieder-Mörlen, W. Roth, Tv. 1860 Dad-Aauheim, H. Gerhardt, T.° u. Spv. Dutzbach, 55 P.; 22. Otto Hehr, Tv. Heuchelheim, F. Kissel, Tv. Aieder-Mörlen, Hch. Morneweg, Tv. Klein-Linden, 54 P.
Frauen (175 Bewerber, 40 Sieger): 1. Tilly Fleischer, Eintracht Frankfurt, 71 P.; ' Hanna Gras, T.- u. Spv. Butzbach, 52 P.
Altersturnen über 45 3 ah re (34 Bewerber, 24 Sieger): 1. W. Kratz, Tv. 1817 Mainz, 79 P.
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Geduld haben und dürfen nicht aus der mancherorts vorhandenen Lieberhebung etwa in Kleinmut zurücksinken, wenn das Jahr 1926 ziffernmäßig nicht wieder eine bemerkenswerte Steigerung bringt.
Die breite Front gilt es zu schaffen, die ßüden gilt es zu füllen. Man denke doch nur einmal daran, daß wir im Kampf gegen die anderen Rationen z. D. in den Wurfwettbewerben, im Springen, in den langen Strecken so gut wie aussichtslos liegen. Man bedenke, auf wie schwachen Füßen die Siegesaussichten eines Landes stehen, dem nur einzelne Könner zur Verfügung stehen. Eine Verletzung, ja eine gefund- hertliche Llnstimmigkeit oder andere Mißhelligkeiten können alle Hoffnungen über Aacht zu schänden machen, wenn kein vollgültiger Ersatz vorhanden ist. Es bleibt dann immer nur bei der Siegmöglichkeit. Bis zur Siegwahrscheinlichkeit ist von da ein großer Weg, und gar vor Siegesgewißheit möge sich hüten, wer sich Enttäuschungen ersparen will. Wie es sein muß, das zeigen unsere Sprinter, die bei den englischen Meisterschaften in breiter Front anrücken konnten; der Erfolg blieb denn auch nicht aus. 3n Amsterdam 1928, wo die Konkurrenz der Aationen aufs höchste gesteigert ist, wird das Land den Sieg an sich fesseln, das nicht allein über einzelne Könner, sondern neben diesen über fast gleichwertiges weiteres Material verfügt. Möge uns das 3ohr 1926 auf diesem Weg ein Stück vorwärts bringen, dann ist die unermüdliche aufopferungsvolle Tätigkeit vieler Tausender von Vereinslehrern belohnt und der Erfolg wird sich zur rechten Zeit einstellen.
im Marn- und Rheingebiet und in Hessen seinen gewaltigen Aufschwung zu danken hat und das für viele andere Bergfeste vorbildlich geworden ist, ist ein. Kind der Geistesricktung in | den Weniger Jahren des vorigen Jahrhunderts „Für Vaterland und Freiheit!" waren damals die Losungsworte der denkenden Deutschen, von denen führende Köpfe, wie E M Arndt, Fr. L. Weidig u. a. auch, an der Wiege der Feldbergseste gestanden haben.
Schon am 18. Oktober 1814 versammelte sich, dem Rufe Ernst Moritz Arndts folgend (der damals in Königstein sich aufhielt), auf der Taunus- Höhe eine gewaltige Volksmasse, um bei hell- loderndem Freudenfeuer das Andenken an die ' Völkerschlacht bei Leipzig festlich zu be- gehen. Das Jahr 1817 führte dann zuerst die Hanauer Turner auf den ‘Berg; 1826 zogen die Hanauer gemeinsam mit den Offenbachern hinauf. 3n ihrer Begleitung befand sich der damals schon wanderfrohL 2ldolf Spieß, der als Schöpfer des SchulturnKlT später so berühmt gewordene Hessensohn (geboren in Lauterbach). Solche Wanderungen wurden in den folgenden 3ahren immer häufiger unter- nommen; sie führten 1844 zur Abhaltung des ersten Feldbergfestes. Gegen 6000 Menschen patten sich am 23. 3uni genannten Jahres auf der Dergeshöhe versammelt, darunter viele Sänger und etwa 200 Turner. Auch Ferdinand Freiligrath befand sich unter den De- 'mpmL Die Frankfurter Gesangvereine trugen, geführt vom Dirigenten Heinrich A e e b, dem Gründer des Frankfurter Aeebschen Männerchors (geboren in Lich), wuchtige Massenchöre vor- Frankfurts Turnvater August R-aven stein - hielt die zündende Festrede, und der Hanauer Turnwart August Schärttner, 1848 als Anführer der Hanauer Turnerschar bekannt geworden, ließ die Turner zu den Hebungen an> treten. Volks- und Vaterlandsfreunde stellten sich in den folgenden Fahren in den Dienst der großen vaterländischen Sache und förderten das Fest, so M. Kuhl, Dutzbach, Fritz Emminghaus, Llsingen, der gefeierte Dichter der Taunusschönheiten. Aber schon bald trat ein Llmschwung ein. Die reaktionären Regierungen waren den Turnern feindlich gesinnt, und das 6. Feldbergsest konnte 1849 nur nach Lieberwindung schwerer Hindernisse ab- gehalten werden. Was damals vorging, erinnert uns lebhaft an die während der letzten 3ahre über den Feldberg verhängte „Turnsperre"; nur mit dem Llnterschied, daß 1849 die Feinde des deutschen Turnens die deutschen Regierungen selbst waren. Das Fest wurde von der landgräflich hamburgischen Regierung, der der Gipfel des Derges zum größten Teil gehörte, unter Aufbietung der gesamten Militärmacht untersagt und daher auf den Fuchstanz verlegt, ins Aassauische, wo man den Turnern und ihren Destrebimgen gegenüber zunächst duldsamer war. 3n den folgenden 3ahren war an eine Abhaltung in der seitherigen Form überhaupt nicht mehr zu denken. Auch für den Aeroberg bei Wiesbaden und den Schrenzer bei Dutzbach wurden die behördlichen Genehmigungen versagt. An Stelle des Lui-nens ließ man zunächst kleinere Wanderungen auf den Feldberg treten. Erst Mitte der fünfziger Jahre zeigte sich wieder die Morgenröte einer besseren Zeit. Der behördliche Druck ließ nach, und die Turner konnten ihre Tättg- feit langsam wieder aufnehmen. Von 1859 ab konnte das Feldbergsest mit wenig
mütsruhe einverleiben wollte. Mit einem: „Jessas! — Wie Ham ma's denn!" sprang er auf und packte Toni beim Arm. „Was regst dich denn bloß a so auf, Toni!"
Totenbleich stand Zeno da und rührte kein Glied, kein Laut kam über seine Lippen. So ließ er Tonis Unflätigkeiten und Beschimpfungen auf sich Hernie- derprafseln.
„Mein' Büchs, .Xaver!!" keuchte Toni, „— daß i den Hund niederschieß, bal er mir net aus die Augen geht!"
Bullinger schien nun erst den Ernst der Situation ganz zu erfassen. Glücklicherweise lehnten die beiden Gewehre abseits in einer Ecke, so daß Toni ihrer sogleich nicht habhaft werden konnte. Bullinger packte den Rasenden und stellte sich ihm in den Weg, mußte aber all seine Schlächterkraft aufbieten, um ihn zu halten.
„Schaun 'S, daß 'nauskommen!" schrie er Zeno Zu, während er mit Toni rang, „sonst passiert a Unglück!"
Ohne ein Wort der Erwiderung, ganz mechanisch, machte Zeno die paar Schritte zur Tür und trat hinaus.
Der Sturm warf ihm heulend und johlend den Regen ins Gesicht, riß ihm den Hut vom Kopfe und wirbelte ihn mit sich fort. Sein Mantel flatterte ungestüm hoch auf und schlug dann wieder klatschend an sein hölzernes Bein.
Zeno achtete es nicht.
Höllischer Wetterlärm umtoste ihn. Er hätte nichts.
Er erreichte den Hochwald, den der Sturm in wahnwitziger Wildheit durchwühlte — er sah nicht die stete Lebensgefahr — hörte nichts —
Bleich, regendurchnäßt, daß ihm die Kleider am Leibe klebten, so stapfte Zeno talab, den Blick Immer starr voraus. Unberührt von allem, was da um ihn vorging, als wären feine Sinne erstorben.
Das Blut aber jagte heiß in rasendem Tempo durch seine Adern, fein Herz klopfte stürmisch, bei jedem dumpfen Schritt seines hölzernen Beines brauste es in seinen Ohren:
„— Todfeindschaft!"
Sturm und Wetter tobten, als wäre die Hölle los, um Mensch, Berg und Wald zu vernichten . . .
(Fortsetzung folgt.)
Die deutsche Leichtathletik.
Die deutsche Leichtathletik hat nach dem Krieg sowohl zahlenmäßig wie an Leistungen einen erstaunlichen Aufschwung genommen. Dieser Ruck nach vorwärts ist um so bemerkenswerter, als er zu einer Zeit erfolgte, wo wir unter den drückendsten gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen litten; ein Zustand, der, wenn auch weniger sichtbar, noch heute anhält. Die Leichtathletik mit ihren Lauf-, Sprung- und Wurf- Wettbewerben hat vor anderen Sportarten den Vorzug des Meßbaren, des Kontrollierbaren: man kann „ Fortschritte" aus der Leistung unzweifelhaft ableiten. Lind doch verführt die erzielte und papiermäßig festgelegte Leistung leicht zu Trugschlüssen. Hiervor gilt es zu warnen.
Das 3ahr 1925 ist eins der eindrucksvollsten in der ganzen Geschichte der deutschen Leichtathletik gewesen. Man hat Iahreslisten der zehn besten Einzelleistungen aufgestellt und ist dabei zu einem recht schönen Ergebnis gekommen. Es ereignete sich, daß die zehntbeste Leistung von 1925 noch über der besten von 1924 stand. Kein Wunder, daß man jubelte. Lind in gleicher Weise stellte man Vergleiche mit den Listen anderer Volker an, errechnete daraus die deutschen Siegmöglichkeiten im internationalen Wettstreit. Man kam am grünen Tisch so weit, zu beweisen, daß Deutschland im 3ahre 1925 nicht nur über England, die Schweiz, sondern auch über weit über» Icgcnerc Athletikländer, z. D. Schweden, im Gesamtklassement überlegen gewesen wäre. Daraus leitete man wieder allerhand Hoffnungen für Amsterdam 1928 ab.
Ein Kenner der Materie wird sich zu Trugschlüssen nicht verleiten lassen, und sowohl junge, beg?ifterungäfreubige Menschen, wie die breite Masse der Bevölkerung gilt es vor solchen Hoffnungen zu bewahren; sie sind eitel. Sieht man sich nämlich das Jahr 1925 etwas genauer an, so wird zuerst auffallen, daß in Deutschland ein besonders gleichmäßiges, günstiges Wetter herrschte, wodurch ein oft wochenlang ununterbrochener Trainings- und Wettkampfbetrieb möglich war. Die Leistungen verbesserten sich von Sonntag zu Sonntag. Außerdem machte sich 1925 die starke Ausbreitung der Leichtathletik in den ticrangegangenen 3ohren bemerkbar: au« der b. eiten Basis wurde der Stotz in die Hohe vollführt. Auf der anderen Seite vergaß man jedoch das Hochkommen bisher in der Leichtathletik weniger bedeutender Länder zu beachten, z. B. von Frankreich, Lingam, Dänemark, und man übersah zu viel, daß unser Fortschritt bei weitem nicht auf der ganzen Linie der leichtathletischen Disziplinen erfolgte, sondern erhebliche Lücken blieben.
Aus Erfahrungen soll man lernen. Zeder Einsichtige wird sich sagen müssen, dah der Ruck in L'i Höhe sich in gleichem Matz nicht so leirht wiederholen wird. Lim ihn zu ermöglichen, bedarf es neuen Kräftesammelns, braucht es ruhige Vorbereitungsarbeit, mit anderen Worten: die deutsche Leichtathletik mutz wieder, mutz noch einmal in die Breite gehen und einen hohen Leistungs-Durchschnitt noch größerer Massen sci.assen. Glücklicherweise scheinen wir bereits erfolgreich auf diesem Weg zu fein. Aeußerlich verwertbare Zeichen dafür werden sich allerdings erst nach geraumer Zeit, in ein oder auch zwei 3ahren einstellen: denn so lange braucht es, bis aus der DurchschnittsleistiMg eine Höchstleistung geboren wird. Darum müssen wir ein wenig
Er erhielt keine Antwort.
„Han?" erwiderte er deshalb eindringlich.
„Laß mir.doch mei Ruah!" herrschte ihn Toni an.
»Ra — aber hast g'hört!" begehrte Bullinger beleidigt auf, in der einen Hand eine dicke Salami, in der andern ein Messer. Toni achtete nicht auf ihn. Doll Hohn warf er Zeno die Frage zu:
„So, so! — Haben dich ebba gar die Sorgen um mich oder um den Hof auf den Berg trieben, han?"
Zeno biß die Zähne zusammen.
„Am Belvenköpfl bin i oben g'legen!"
„Haft g'hört, Toni! Ob ma an Jagdgast a so behandelt, möcht i wissen!" rührte sich der gekränkte Bullinger wieder in eigener Angelegenheii.
„Red doch net, Schafskopf!" wies ihn der Jagdherr zurecht; dann fügte er voll Hohn hinzu: „— Wenn i mich doch mit mein' Herrn Bruader unterhalt!"
„Was — Bruader?!" fragte Bullinger verständnislos, während feine Kuhaugen von Zeno zu Toni und von Toni zu Zeno wanderten. „Bruader? — Ja, bist du — fan Sie?"
Zeno rührte sich nicht. Toni aber setzte das begonnene Gespräch in bissigem Tone fort.
„Wenn i dir sag, Xavers! Und net bloß Bruader — sondern a no — Vormund!"
Da wandte sich Bullinger entrüstet ab. „Schmarrn!" grollte er. „Für was hältst mich denn du eigentlich?^
Toni aber schlua ein so hohnvolles Lachen an, daß es Zeno durchschauerte. Welcher Haß lag doch darin! Und warum? Mußte er denn Tonis Spott und Hohn widerspruchslos hinnehmen? Aber — rührte sich nicht auch in ihm das alte Uracherblut
Bullinger schob sich in die Bank gegenüber. Sein breiter Rücken verdeckte gerade noch das Fensterchen. Dann ließ sich auch Toni neben seinem Gejährten nieder. Die Holzbank ächzte bedenklich " unter der schweren Last.
„Gescheit war's, daß wir nimmer weiter ’nauf sind:" bemerkte Bullinger, sein rotes, erhitztes Gesicht mit dem Taschentuch trocknend. „Da hätt's uns erst richtig eintaucht, Freunder!!"
„Mir langt's schon a so al" erwiderte Toni unwirsch. „Alles für d' Katz — die ganze Birsch — und dazua naß bis auf d' Haut! — Zeit, G'schäft und Geld versäumt!" Ein Fluch beschloß das Lamento.
„Mein" —, meinte Bullinger in gemütlichem Philosophieren, da kannst jetzt weiter gar nixen machen — ober —" unterbrach er sich und lachte plötzlich schallend auf, — „höchstens Brotzeit!" Dazu klopfte er Toni aufmunternd auf die Schultern. „Also — raus mit'm Backhendl! Und Durst hab i a!"
. Von mir aus!" knurrte Toni und reichte Bullinger seinen Rucksack hin. „Pack aus!"
Dann wandte er sich Zeno zu. „Wo kommst denn her?" fragte er in herrischem Ton.
„Vom Belvenköpfl!" erwiderte Zeno gedämpft.
„Im Revier — spazieren g'wesen, han?" fuhr Toni mißtrauisch fort.
„Ja!"
Toni stutzte und beugte sich über den Tisch, auf dem Bullinger eben allerlei Päckchen auszubreiten begann.
„Zum Teufel — wer bist denn du nachher —" Ganz sprach Toni die Frage nicht aus.
„Der Zeno!" war dessen Erwiderung. Ruhig und fest.
Toni starrte einen Augenblick wie gebannt auf bie Männergestalt in der dämmerigen Ecke. Ein greller Blitz — sekundenlange Helle — Zeno fab
3 LI.; Tv. Wehlar 2 (1 O, 1 LI.); Tv. Heuchelheim: 2 LI.; Tv. ‘ "
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