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kurzem einen Licht- ilauft. Die hohen Am cch Spenden und durch glieder aufgebracht. Der ir gut bewährt: er kann mgt werden. Um einen hatten, veranstaltete' der ’n umliegenden Dönern abei oorgesührte w rjreute sich stets der um r zahlreichen Besnchn. ibur-i.
!., 5. Juli. Seit elnMN ige Schülerin aus tenbach vermißt. Lung eines einige Zäh« es gesehen, der gleich hwunden ist.
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.. 'x^ci'n itjee © t a b j m u d b t e 5 ft ä f) l e ir,. Die Aufsichtspersonen sind deshalb mit Jje- :• 'Derer Energie hinter den Grabschändcrn her. Dor efnigen Tagen gelang es einem Flurschühen, emen 5 7 j ä § r i e n Bierbrauer fe ft ■= juneljmen, in dessen Taschen einige Geranienstöcke gesunden wurden, die er von den Grabstätten geraubt hatte. — Dm Samstag vormittag wurde in der Eschenheimer Anlage eine Frau, welche die Straße überqueren wollte, von einem Personenauto ersaht und auf den Boden geschleudert. Kurz nach ihrer Ein- lieserung :m Krankenhaus ist sie den erlittenen Verletzungen erlegen — 3n einem Schwimmbad am Main erlitt gestern ein 13- jähriges Schulmädchen, das längere
Zeit gebadet ha.le, plötzlich einen Herzschlag. Das Mädchen konnte nur noch als Leiche geborgen werden.
WSR. Höchst a. M.. 4. Juli. Am Samstag nachmittag ereignete sich h-er am sog. Main- seld ein schwerer Zusammen st oh zwischen einem Motorradler und einer Radfahrerin. Der Zusammenstoß war so heftig, dah der Motorradler samt seiner Begleiterin zu Boden geschleudert wurden, wobei der Herr eine schwere Kopfverletzung erlitt und im Krankenhause eingeliefert wurde. Die Dame kam mit dem Schrecken davon. Auch die Radfahrerin wurde erheblich verletzt in die elterliche Wohnung gebracht.
Turnen, Sport und Spiel.
Deutsche Kampfziele in Köln.
Der zweite Tag der Deutschen Kampfspiele in Köln gehörte den Turnern und Schwer- a t b . e t e n. Die Turner brachten unter einer Beteiligung von rund 300 Wettbewerbern den Zwölfkampf zum Austrag. Auch die Turnschwestern wickelten ihre Kämpfe ab. Auf den Aebenplähen des Stadions wurden die Kämpfe im F a u st - und Schlagblall ausgetragen.
lieben den Turnern beherrschten dieSchwer- athletem den Tag. 3n diesem Wettbewerb wurden nicht weniger als fünf neuebeutsche Rekorde aufgestellt. 3n der Federgewichts- klasse gelangen dem erst 23jähngen Muhl- b e r g e r - Mannheim vier deutsche Rekorde, und zwar: 1. Einarmiges Rechen links 139- 2 Pfund (alter Rekord 130 Pfund), 2. Einarmiges Stotzen rechts 179,4 Pfund (alter Rekord 179 1 Pfund). 3. Beidarmiges Stotzen 229,4 Pfd. (2mer Rekord 220 Psd.). 4. Beidarmiges Rechen 179 2 Psd (Alter Rekord 170 Psd.). 3m Bantamgewicht stellte QBobito-Oberstem e.nen deutschen Rekord im beidarmigen Peißen auf, indem er 157,8 Pfund zur Hochstrecke brachte Außerdem versuchten Mühlberger und Stadler-Wien autzer Konkurrenz 240 beidarmig zu stotzen, jedoch ohne Erfolg.
Die Schlagball-Vorrundenspiele hatten folgende Ergebnisse: Bonifazius-Köln- Mitte - Turnklub Witten 41:24 (29:13), Spiel- und Eislaufverein Deuthen — Germania Glei« wiy 38:76 (17:9), Turnverein München 1850 — Evang. Männer- und 3ünglingsverei.i Gütersloh 64:57 (15:39), Turnklub Witten — ®er- maniä Gleiwih 40:101 (21: 36).
3m Kampfspiel-Hockey gab es gestern drei Spiele, davon zwei in der Zwischenrunde. Oesber reich, der 2:1-Sieger in der Dorrunde regen Westdeutschland, traf auf Süddeutsch- land, mutzte aber der sehr schnellen süddeutschen Elf einen 5:2-(4:2)©icg überlassen. Das zweite Zwischenrundenspiel brachte Mitteldeutschland, den 5:0°Sieger in der Vorrunde gegen Rorddeutschland, mit der südo st deutschen repräsentativen Hockey-Elf zusammen. Der Leipziger Sportklub, der Vertreter des mitteldeutschen Verbandes, schlug seinen Oegner mit 5:0 (2:0) und bestreitet nunmehr am Mittwoch das Schluh- spiel gegen Süddeutschland. Das dritte Hockey- s-iel bildete die Trostrunde der beiden Verlierer der Vorrunde, 21 o r d d e u t sch l a n d und Westdeutschland. Hier ging der Westen mit 5:4 als Sieger hervor.
Karl Neuler vom Gietzener
T. D. 1846 Sieger.
Lei den Kampsspielen in Köln wurde Reuter vom Gietzener Turnverein 1846 13. Sieger mit 194 Punkten. Da sich in Köln die besten Zwölf- tämpser Deutschlands eingefunden hatten, ist diese Leistung besonders hoch einzusc!)ätzen. Als hervorragende Leistung ist sein Stabhochsprung mit 3,20 Meter zu erwähnen. Hoffen wir, daß mich die andern beiden Bewerber unsere Stadt in Ehren in Köln vertreten.
Die Kampfspielsieger in der Schwerathletik.
Die schwerathletischen Wettbewerbe, der Fünfkampf, wurden gestern in allen Klassen entschieden. Sieger wurden: Fliegen
gewicht: Buri (Pirmasens) mit 710 Pfund, im Bantamgewicht Loch (Oberstein bei Kreuznach) 770 Pfund, im Federgewicht Mühlberg- Mannheirn mit 870 Pi und, im Leichtgewicht Reinfranl mit 910 Pfund, im Mittelgewicht Zinner (Würzburg) mit 960 Pfund, im Halbschwergewicht Glück- Wien mit 980 Pfund und im Schwergewicht Schielberg mit 1070 Pfund.
Turnen.
Frauenturnen im Gau Hessen der D. T.
-s- Zu einer außerordentlichen Uebungsstunde trauen die Turnerinnen und Leiter der Turnerin- iwiabteijungen des Gaues am Sonntag in G i e tz en zusammengetommen. Es waren aus allen sechs Bezirken 66 Vertreter der Abteilungen anwesend; es waren vertreten: Alsfeld, Bad- Rauheim M.T.V., Bad-Rauheim T. D. 1860. Butzbach, Cölbe, Friedberg, Frankenberg, Gießen M. T. V., Gießen T. V. 1846, ©rünberg, Hungen, Heuchelheim, Klein-Linden, Krofdorf, Lauterbach, Lich, Laubach, Marburg T. u. Sp. V. 1860, Marburg Tgm., Rieder-Girme-s, Rieder-Weisel, Ridda, Treis, Wetzlar.
Der Gauturnwart für bo£ Frauenturnen im Gaue Hessen, Paul (Gießen), übte zunächst die für das Gaufrauenwetturnen in Grünberg bestimmten Freiübungen mit Zwischenübungen. Die Hebungen wurden durch die Turnerinnen gut dargestellt: die von Heuser (Marburg) ge- schriebene Musik erwies sich als sehr zweckmäßig. Die Pslichtgeräteübnngen wurden nochmals durch- geturnt und hiermit eine Kampfrichterbe.'ehrung verbunden. Die an die Hebungen und ihre Wertung sich anschließende Betrachtung dürste gar vielen Turnerinnen wertvolle Hinweise gegeben haben.
Bei der Besprechung, der auch der erste Gauvertreter Pfeiffer (Wetzlar) beiwohnte, wurde zunächst das Gaufrauenwetturnen eingehend besprochen. Einer Verlegung auf einen früheren Tag als den 29. August kann nicht statt- gegeben werden. Alle Fragen bezüglich Einteilung der Wetturnerinnen nach Stufen, Kleidung der Turnerinnen, Meldegeld und Meldetermin (Schluß 8. August), zeitliche Einteilung der Wettkämpfe u. a. m. wurden gründlich erörtert. Für das ©aufrauentumen im nächsten 3ahve liegt eine Bewerbung des T. V. W e h l a r vor. Einem Aufrufe der „Kreiszeitung" zufolge, soll durch die Turnerinnen des Mittelrheinkreises ein Kreisbanner beschafft werden, das im kommenden 3ahre gelegentlich des Kreis- festes in Darmstadt seine Weihe erhalten soll. Die Hessentttrnerinnen treten gemeinsam an die Losung der Aufgabe heran: Turner Schneider (Wetzlar) ist mit der Durchführung betraut. Die Derbandsvorturnerstunden im ersten Verband (Main-Lahn) wurden einer kurzen, aber einheitlichen Besprechung unterzogen. Es wurde begrüßt, daß in Zukunft der Gau Hessen besondere Hebungsgelegenheiten bekommt, da nur dadurch den sehr weit zerstreut liegenden Abteilungen ein Ruhen erwachsen kann.
Bezüglich der Entwicklung des Frauenturnens in unserem Gaue kann man einen wesentlichen Fortschritt feststellen, dies in Hinsicht auf die Zahl der Ausübenden sowohl wie auch hinsichtlich der Abteilungen. Reugründungen von Tur-
nerinnenabteilungen find erfolgt in Dattenberg, Gemünden und Rieder-Weisel,
Das Bezirksfest der Arbeiter- sporller in Wis?eck.
L Eine Olympia im kleinen! ä^nter den günstigsten Vorbedingungen nahm die Veranstaltung am Samstag ihren Anfang. 3n den Vormitlagsstuirden begann der Fest ort sein Feiertagskleid anzulegen, gegen Abend wiesen die Häuser einen hier noch nie gesehenen Fahnenschmuck auf. 3n immer kürzeren Zwischenräumen trafen die Vereine, teils mit Marschmusik, ein. Die Unterbringung der großen Anzahl Turner und Turnerinnen wickelte sich reibungslos ab, die Gastfreundschaft der Wiesecker Cinwohnrr- schaft hat sich glänzend bewährt.
Mit der Sitzung der Kampfrichter nahm die Veranstaltung ihren programmätzigen Anfang. 3m Anschluß hieran bewegte sich ein schier endloser und farbenfroher Lampionzug nach dem Feslplatz, der sich schnell mit einer frohgestimm- ten Menge füllte. Der Begrützungsabend, der nun seinen Anfang nahm, war in seinem Verlauf eine Glanzleistung, sowohl in seinem organisatorischen Aufbau, als auch in den gebotenen Leistungen. Rach den schneidigen Klängen der Festkapelle fang der „Sängerkranz"-Wieseck unter der bewährten Leitung seinos Dirigenten Meyer als Begrützungslied ..Sturm". Der Bezirksvorsitzende begrüßte im (Kamen der Veranstalter die Anwesenden. Seine Ausführungen sanden begeisterte Zustimmung. 3m Rainen des Bezirksvorstandes übermittelte der Redner dem festgebenden Verein, der gleichzeitig fein 20jähriges Bestehen feiert, die herzlichsten Glückwünsche. Die nun folgende Weihe des Banners des Turn- und Sportvereins Wieseck vollzog der Kreisjugendleiter Lehre. G a b l e n z- Frankfurt. Seinen hochstehenden Ausführungen legte er den Weihespruch, der sich auch als Zuschrift auf dem Banner befindet: „Frisch, frei, stark, treu“ zugrunde. Der herrliche Männerchor ..Tord Foleson“ schloß diesen Akt weihevoll ab. Der Teil, der nun folgte, war eine Glanzleistung auf dem Gebiete der Leibesübungen. Das schwierigste Gipfelturnen wechselte ab mit den anmutigsten rhythmischen Hebungen und den neuzeitlichen körperbildenden Sportlerübungon. Eine Vorführung aus der großen Reihe des Gebotenen herauszuheben, hieße die andere zurücksetzen. Mustergültiges wurde geboten und mustergültig klappte die R-gie. Genau zur festgesetzten Stunde konnte der Abend beschlossen werden, der bei den Anwesenden einen bleibenden Eindruck hinterließ.
Der Festsonntag wurde in den frühen Morgenstunden durch einen sehr starken Gewitterregen eingeleitet, der die Bodenverhältnisse des FestplaheS ungünstig beeinflußte. Bald nach dem Weckruf kam Leben auf die Straßen, die Turner und Turnerinnen eilten nach dem Festplah. wo kurz nach 7 Hhr unter der Leitung des Bezirks- turnwarts A m e n d - Krofdorf dcks C i n z e l - w et turnen seinen Anfang nahm. Die Beteiligung hieran wird von 3ahr zu 3ahr stärker, die gezeigten Leistungen immer zufriedenstellender. Die Läuse und Sprünge litten stark unter dem schlüpfrig gewordenen Boden, die Resultate wurden hierin stark herabgedrückt. Ernstliche Unfälle ereigneten sich erfreulicherweise nicht, nur in einer Anzahl leichter Verletzungen und Verstauchungen mußte die Kolonne der Arbeiter- Samariter helfend eingreifen. Am Rachmittag wurde ein Festzug durch die Straßen geführt, der in diesem Ausmaß und dieser Ausgestaltung in Wieseck noch nicht zu sehen war.' Auf dem Festplatz gab der Festredner, Lehrer Gable n z - Frankfurt, den Anwesenden beherzigenswerte Worte mit auf den Weg. Vorher fang ein Mass e nchvr ein Degrüßungslied. Die turnerischen Darbietungen fanden nunmehr sofort ihre Fortsetzung. 3n langem Zuge betraten die Turner und Sportler das weite Rechteck zu den Massenfreiübungen, die recht gut vorgeführt wurden und mit ihrer eigenartigen Wirkung als Massenveranstaltung großen Eindruck machten. Die Vorführungen der Turnerinnen ernteten besonders lebhaften Beifall, das Gebotene war eine Glanzleistung und zeigte alle Schönheiten des neuzeitlichen Turnens. Das nun folgende Fußballspiel zwischen den De- ziicksmannschaften des 2. und 3. Bezirks war ein Ereignis, über das wir untenstehend berichten. Die Frankfurter, die 10:2 gewannen,
Der dritte Schutz.
Kriminalroman von Ole S t e f a n L
30. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
VIII.
Ein langes, langes Schweigen folgte Kramers Worten.
Beide sahen auf die Waffe, die Brentheim getötet hatte.
„Ja!" sagte Schulz schließlich mit einem schweren Seufzer. „Ich muß mich wohl mit der Tatsache abfinden, so unbegrciflid) sie mir auch sckeint. Ich habe viel erlebt — das noch nicht und have es auch nie für möglich gehalten."
„Es ist mir so unfaßlich!" sagte Kramer ernst. ..Es war wohl ein unheimlicher, verhängnisvoller Zufall."
„Erzählen Sie!" bat Schulz. ,Lch bin im Moment zu verwirrt, um mir klare Darstellungen machen zu können. — Fräulein Grete also . . . war in Erwartung Molinskis im Garten und da —"
„Nein!" rief Kramer. „Das ist derselbe Irrtum, in dem auch Molinski befangen sein muß, und der ihn vielleicht zuerst auf den Gedanken gebracht hat. — Sie erwartete ihn ja gar nicht, denn der Zettl, auf dem er ihr die Verabredung angab, ist ja nie in ihre Hände gelangt. Ich habe ihn ja aus ihrer Schrei'vtischlade gestohlen und an mich genommen. Grete war gar nicht im Garten.
Nein — der Sachverhalt war anders. Um ihn zu begreifen, müssen Sie sich die Atmosphäre vor- stellen, die an jenem Abend in der Villa herrschte. Der Schuß, der einige Abende vorher m das Wohnzimmer gefallen war, hatte alle in einen unerträglichen Grad von Beunruhigung und Furcht gebracht. Sogar die Dienstboten waren seither ganz verstört, vor allem Maria, die vollständig den Kopf verloren hatte. Die Schwüle des Abends und das heraufziehende Gewitter verstärkten die Spannung.
Nachdem ihr Vater auf ihr Zimmer gegangen war und sie allein gelassen hatte, mag Grete in diesem Zustand höchster Nervosität die Waffe an sich genommen haben. Vielleicht hatte sie schon um neun Uhr Oclschers Schritte im Garten gehört, und das wird auch sicher nicht zu ihrer Beruhigung beigetragen haben.
Inzwischen schrieb Brentheim auf seinem Zimmer an seinem Testament. Kurz vor zehn Uhr scheint er Auffälliges im Garten bemerkt zu haben. Wahrscheinlich war es Racoszy selbst, den er gehört hat. Denn der Baron muß um diese Zeit, dem grauen Auto entstiegen, schon in der Nähe gewesen sein. Kurz entschlossen macht der Kommissar das Licht aus, steckt den zweiten Armeerevoloer, den wir später mit voller Ladung in seiner Rocktasche fanden, zu sich und steigt leise aus dem Fenster. Unerschrocken geht er in den Garten und verbirgt sich hinter dem Fliederbusch, um den Urheber des Geräusches zu beobachten.
In diesem Moment erscheint Grete am Fenster. Auch sie hat etwas im Garten gehört. Ihren Vater glaubt sie natürlich auf feinem Zimmer. Sie blickt schaudernd hinaus und plötzlich fällt ein Mondstrahl auf eine männliche Gestalt hinter dem Strauch.
Dor panischem Schrecken ihrer selbst nicht mächtig, drückt sie los."
„Eine scheußliche Geschichte!" sagte Schulz nach einer Weile. „Lassen Sie uns, bitte, wieder nach vorn gehen."
Sie waren wieder im Wohnzimmer und besprachen mit bleichen und ernsten Gesichtern, was geschehen mußte. Schulz ging unruhig auf und ab, und Kramer sah in den Garten hinaus, der in seiner Sommerpractzt vor ihnen lag und den Abend des 14. Juni mit seinen unseligen Zusammenhängen ganz unglaubhaft erscheinen ließ.
Auf einmal sagte der Anwalt: „Hat es nicht geklopft?"
„Ich glaube, nein!" sagte Schulz und blieb verwundert stehen.
Da klopfte es wieder, sehr leise.
„Herein!" sagten beide wie aus einem Munde.
Langsam ging die Tür auf, und in schwarzer Kleidung, mit hohem steifen Kragen und blankgewichsten Stiefeln stand der Gärtner Franz in der Tür. Sein dünnes blondes Haar war ungewohnt straff auf den braungebrannten Schädel gebürstet.
„Was wollen Sie?"
Stockend fragte der Gärtner: „Kann ... ich Sie sprechen . . Herr Rechtsanwalt?"
„Ja. Bitte, Schulz, einen Augenblick."
Schulz ging ins Nebenzimmer.
Kramer wandte sich um. Nervös trommelten seine Finger an der offenstehenden Scheibe.
„Sie wünschen?"
Es kam keine Antwort. Draußen summten die Bienen und vom Strom her hörte man die Pfeife eines. Dgmpfers.
„Sie wollen mir vermutlich mitteilen, daß Sie nun endgültig kündigen. Schön. Ich nehme es zur Kenntnis. Schreiben Sie auf, was man Ihnen und Maria schuldig ist! . . . Sonst noch was?"
Immer noch keine Antwort. —
Ungeduldig wendet sich Kramer um. Und sieht: der Gärtner zupft mit den Fingern am Saum seines Sonntagsrockes, sein breites Gesicht ist rot angelaufen und dicke Schweißtropfen stehen auf seiner Stirn. Die Augen laufen bald hier-, bald dorthin.
„Was haben Sie denn, Franz?" fragt Kramer erstaunt.
Auf einmal läuft durch die Gestalt des Gärtners ein Zittern. Er schwankt ein wenig.
Der Anwalt sieht ihn lange an. Dann schließt er mit beherrschter Hand das Fenster.
Im Zimmer wird es ganz still.
Und Kramer sagt mit gütiger, klarer Stimme, bet man die namenlose Spannung nicht anmerkt, die ihn erfüllt:
„3d) glaube, Sie haben mir etwas Ernsthaftes zu sagen. Wir wollen uns dazu setzen."
Franz nimmt schwerfällig Platz. Seine Hände liegen unruhig auf seinen Knien. Er sitzt oorgeneigt da und hat den Kopf gesenkt, so daß Kramer seine Augen nicht sehen kann.
„Nun?"
Endlich flüstert der Gärtner: „Et is nit leicht, Herr Rechtsanwalt, et is nit leicht!"
„Ich glaube es", sagt der Anwalt leise. „Dielleicht kann ich Ihnen helfen. — Sie wissen etwas von den Dorgängen des Abends, an dem Ihr Herr ermordet wurde — nicht wahr?"
„Ja!" sagt Franz tief aufstöhnend. Er erhebt die Augen, die voller Tränen sind. „Ich weiß wat, Herr Rechtsanwalt, bei Gott, ich weiß wat davon. Und bat will ich Ihnen grab sagen. Deswegen bin ich hier. Aber glauben Sie mir, Herr Rechtsanwalt, et is nit leicht! —
Wenn et so plötzlich nachts hier schießen tut, mitten ins Wohnzimmer rein, und niemand weiß wieso und woher — man is ja gar fein Mensch mehr. Man wird ja ganz tiefsinnig darüber. Sehn Sie, Herr Rechtsanwalt, — man is ja schließlich bloß ein
reizten ganz hervorragendes Können. Während Der Pause wartete der festgebende Verein mit zwei recht gut durchzeführten Sonderdvr- sührungen auf: Eine Turnerriege zeigte Federbrettsprünge über i>en Sprungtisch, die ausgezeichneten 2l.i[lang fanden, die Schülerinnen ’cigten Freiübungen. Sie erledigten sich der gelten ton Aufgabe mit großer Hingabe. Rach dem Fußballwettspiel wurde von der Kinzenbacher und der Gießener Handballmannschaft ein Spiel ducchgeführt. Es zeigte sich dabei, daß beide Mannschaften immer weitere Fortschritte machen, und daß sie dem Handball zu seinem Rechte verhelfen. Das Spiel war ausgeglichen, wobei Gießen ein etwas besseres Stellungsspiel zeigt. Dieses knappe Plus drückt sich auch im 2: l°Äesultat für Gießen aus.
Damit hatte der sportliche Teil des Rach- mittags sein Ende gefunden. Hebet den Abschluß des Festes und die Siegerliste werden wir noch berichten.
Das Fußballspiel.
Der 2. und 3. Bezirk traten mit ihren besten Fußballspielern um 4 Ahr zum Propagandawettspiel an. Dichte Menschenmassen umsäumten den Platz, um Zeuge des interessanten Treffens zu werden.
Rach beiderseits gezeigten schönen Leistungen spielt der linke Läuser des 3. Bezirks durch, gibt zu Linksaußen. Der Bombenschuß geht von denr Querbalken knapp hinter die Linie. 1:0. Scharfe Angriffe des 2. Bezirks kommen zum Stehen, bis es in der 13. Minute dem Halblinken des 2. Bezirks gelingt, den Ausgleich herzustellen. An beiden Toren werden in der Folge haarscharfe Schüsse knapp neben den Pfosten gesetzt. Hier ist es besonders der 3. Dezipk, dessen linke Seite vom Pech verfolgt wird. Ein präziser Schuß des Halblinken schafft die Führung für den 2. Bezirk. Ein leichtes Rachlassen der rechten Verleidigungsseite beim 3. Bezirk wird vom linken, sehr guten Sturmflügel Frankfurts geschickt auSgenuht. indem er bis zur Pause das Resultat auf 4:1 für den 2. Bezirk stellt. Einige sicher scheinende Sachen hält Frankfurts Tormann glänzend.
Rach Wiederanpfiff des Spiels wird der durchweg mit einem guten Schlag ausgerüstete Sturm des 2. Bezirks noch schuß freudiger: kurz hintereinander folgt Rümmer 5, 6 und 7. Bet diesem Stand endlich gelingt es auch dem Halbrechten des 3. Bezirks, den zweiten Treffer anzubringen. Das wieder gibt der Frankfurter Elf den Ansporn, das Resultat noch höher zu treiben. mit 10:2 für Frankfurt schließt das wundervolle Spiel, dem Sportler Borg (Frankfurt) ein aufmerksamer und guter Leiter war.
Trotz des hohen Resultats kann man doch fest stellen, daß der 3. Bezirk das Spiel stets offen hielt, auch im Feldspiel ohne weiteres dem Gegner gleichwertig war. Der Erfolg des 2. Bezirks beruht in seinem linken Sttrtmflügel, der glänzend war und jede sich bietende Torgelegenheit ausnuhte, hingegen war das Zuspiel des Sturms in der Elf des 3. Bezirks jedenfalls zu wenig durchschlagskräftig, sonst hätten auch auf der andern Seite mehr Tore fallen müssen. Das hohe Resultat dürfte die rechte Verte>idigungsseite in dieser Mannschaft in Zukunft aufmerksamer werden lassen.
Leichtathlettk.
Spielücreinigung 1900 bei den Hessen-Kampfspielen in Kassel.
ö Am Sonntag kamen die vom Sportverein 1893 Kurhessen Kassel veranstalteten Hessen- 5'üampispie e auf ie: He.se.'.kampfbahn, dem SM e* ler Stadion, zum Austrag. Den weitaus größten Teil der Wettkämpfer stellten die Vereine aus dem Verbandsgebiet des Westdeutschen Spielverbandes. Besonderes 3nterelfe wurde den Vertretern von Schwarz-Weiß, Essen, Treibholz und M o st, sowie Preußen, Duisburg, Zugewandt. Aus Rorddeutschland waren der Deutsche Hockey- klub, Hannover, aus dem Balienverband Schneidemühl gekommen.
Die Spielvereinigung 1 900 ®ie- ßen hatte ihre Leichtathleten nach der kurhesji- schen Metropo.e entsandt. Schade, daß dies nicht in bestmöglichster Besetzung geschehen konnte, was sich besonders in der 4xl00-Meier-StafseI offen bemerkbar machte. Dorweggesagt dürfte der Hauptgewinn für die 1900er darin bestanden haben, ihre Ebenbürtigkeit mit den Großstadt-
Dienstbote, und unsere Eltern, die haben noch an Gespenster geglaubt und Geister gesehen, und wenn man nu den Tag über geschuftet hat — da nimmt denn einer, wenn er noch mal im Dunkeln raus muß in den Garten — um Wasser zu holen, sagen wir mal, — wenn er nu in die Nacht raus ist und ein paar Tage vorher hat's geschossen und den ganzen Tag über waren Schritte im Garten von Leuten, die man nit hat sehen können, und dazu heult der Hund schon immerzu, seitdem bat et dunkel geworden is; da holt sich denn eben unsereiner, ehe er Wasser holen geht, eine Waffe mit raus — sagen wir mal: aus der Schreibtischlade vom gnädigen Fräulein — Herr Rechtsanwalt, ohne irgend was Böses oorzuhaben, wahrhaftig, nur so, verstehen Sie, in der Höllenangst!"
„Ich verstehe", sagte Kramer leise.
„Sehen Sie, Herr Rechtsanwalt, Sie verstehen et, bat han ich ja immer gewußt und deswegen sage ich et ja auch Ihnen. — Da geht man also mit der Wasserkanne und mit dem Revolver in den Garten und wie man auf halbem Wege is, da sieht man auf einmal einen Mann im Fliederbusch stehen. Von der Herrschaft konnte das doch niemand fein, denkt man, denn die war doch im Hause. Und da fürchtet man sich auf einmal so, daß man die Kanne fallen läßt und ohne hinzusehen, losschießt und wie toll ins Haus rennt und den verfluchten Revolver am nächsten Tag wieder in den Kasten legt.
So, Herr Rechtsanwalt, bat hab ich Ihnen nur sagen wollen. Und so hat man dann auf einmal seinen eigenen Herrn erschossen!"
Der Gärtner starrt mit blinden Augen auf den Boden, das Gesicht ist von Tränen überströmt.
Kramer atmet tief auf. Er geht leise auf den Mann zu und legt ihm die Hand auf die Schütter. „Es ist gut, Franz. Ich banke Ihnen, daß Sie Vertrauen zu mir hatten. Sie brauchten keine Angst zu haben, ich werde Ihnen vor Gericht helfen."
„Ich danke Ihnen, Herr Rechtsanwalt!" sagt der Gärtner aufstehend und packt Kramers Hand mit seinen beiden Fausten. „Ich danke Ihnen auch vielmals. Sie wissen, et is eben ein Unglück, und wenn et einmal so fein soll, dann kommt et auch so. — Und nun sagen Sie mir noch eins, xnas für eine Strafe steht darauf? Sie können et mfr nit verdenken, wenn ich danach frage." y -
(Fortsetzung folgt)


