durch das wissenschaftliche Ereignis im naturwissenschaftlichen Laboratorium der Universität Leyden, ido es dem bekannten Physiker Professor KeesoM
- langen sein soll, Heliumgas in erstarrten Zustand bringen, reichlich und in fortwährender Span- n'.ing gehalten worden.
Oberhessen.
Kreis Friedberg.
* Krrch - Göns. 5. Suli. In Der Generalversammlung des Gesangvereins „Ger° i ' cnia" wurde einstimmig beschlossen, den 6 5. Geburtstag des Vereins im Jahre 1927 festlich zu begehen und hwtmit einen Gesangs- Wettstreit zu verbinden. Als Festtag wurde der 12. Juni 1927 (Sonntag nach Pfingsten) bestimmt.
X Aus dem W e t t e r t a l, 5. Juli. Gestern nachmittag entluden sich in unserer Gegend zwei Gewitter mit großer Heftigkeit. Der fast wolkenbruchartige Regen hat in den Feldern großen Schaden angerichtet. Die Frucht hat sich vollständig umgelegt, so daß man glauben könnte, die Aecker seien gewalzt worden. Gin Wiekeraufrichten der geknickten Halme ist wohl nicht mehr zu erwarten. Den Hackfrüchten hat der Regeir weniger geschadet. Die heute Morgen niedergegangenen Regenmassen haben den Schaden noch vergrößert. Die Aussichten auf eine gute Fruchternte sind beträchtlich gesunken.
y. Wölfersheim, 5. Juli. Alls der Ge- nleinderatssitzung: Auch hier stimmte, wie in anderen Orten unserer Gegend, die Mehrzahl der Gemeinderäte einer Herabsetzung der Gemeindebeamtengehälter zu, und zwar dergestalt, daß der Bürgermeister (bisher 2150 Mk.) 1500 Mk., der Feldhüter (bisher 2400 Mk.) 1200 Mark, Polizeidieirer und Rechner (1200 Mk.) je 800 Mk. und der Nacktwächter (800 Mk.) 750 Mk. erhalten sollen. Sie ergründen ihren Antrag mit dem Hinweis auf die Dorkriegsgehälter und dem derzeitigen allgemeinen Abbali. — Da die Gemeindegefälle sehr spärlich eingehen, ist die Ge- ineinde genötigt, zur Bestreitung der lalifenden Ausgaben sowie zur Fertigstellung des Schulhauses bei der Bezirkssparkasse auf Jahr ein Darlehen von 13000 Mk. aufzunehmen. — Der von der Forstbehörde aufgeftellte. Waldwirisch a f t s p l a n , wonach im nächsten Winter 569 Kubikmeter Holz (gegen 530 Km. in diesem Jahre) gefällt werden sollen, wurde genehmigt.
Kreis Büdingen.
Büdingen, 3. Juli. In die umfangreichen Waldungen um Gelnhausen er« gießt sich eben aus den großen Mainstädten ein Strom Erwerbsloser, die durch Cin - sammeln von Heidelbeeren sich etwas Geld zu verdienen suchen. Schon in den frühesten Morgenstunden kommen sie auf ihren Rädern an und zerstreuen sich in die beerenreichen Waldteile. Die lokalen Deerensammler sehen in ihnen eine unwillkommene Konkurrenz. Obwohl die diesjährige Heidelbeerernte recht gut ist und vielen sleißigen Händen lohnenden Verdienst verspricht, vergilt sich doch mehr der Beerensegen, so daß die sonst üblichen Einnahmen nicht erreicht werden. Gegen das • Vorjahr ist der Preis gesunken. Das Pfund wird mit 40 bis 50 Ps. in den Städten und Dörfern außerhalb des Heidelbeergebiets verkauft. Die in Trag- lörben, 70 bis 80 Pfund schwer, herangeführten Beeren finden rasch Abnahme.
—Büdingen, 3. Juli. Aus Anlaß des 325jährige n Jubiläums des hiesigen Wolfgang-Ern st-Gymnasiums svendete ein ehemaliger Schüler der Anstalt zum Ausbau der Schülerbibliothek 1000 Mk.
Kreis Schotten.
n Laubach , 5. Juli. Die Besta11ung des am 30. Juni verstorbenen Geheimen Sani-
Naturkatastrophen.
Wenn es eine Geschichte der Raturkatastco- phen gäbe: ganz gewiß, dieses vielbändige Werk wäre eine Geschichte des Grauens. Wir brauchen nur an die zahllosen Katastrophen der letzten Jahre zurückzudenken: an die Erdbeben, Vulkanausbrüche, Sturmfluten, Xleberfchwemmungen, Zyklone, Bergwerkskatastrophen usw., um zu fühlen, von wie vielfältigem Xlnheil die Menschheit innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne heim- gesucht worden ist. Allein in den letzten Jahrzehnten sind Hunderttausende von Menschen den Raturgewalten zum Opfer gefallen und Milliardenwerte vernichtet worden.
Das Erdbeben in Japan vom 1. September 1923 kostete 100 000 Menschen das Leben, während die Zahl der Verwundeten über 103 000 betrug. An Häusern wurden durch das Beben 128 000 vollständig zerstört und 126 000 stark beschädigt, während dem unmittelbar darauf ausbrechenden Brand 450 000 Häuser zum Opfer fielen. Außerdem wurden etwa 1000 Häuser von Meeresfluten fortgespült. Der Gefamtschaden, den diese Katastrophe anrichtete, wird auf rund 15 Milliarden geschätzt. Oder man denke an die Zerstörung von San Francisko am 18. April 1906, wo innerhalb einer einzigen Minute ganze Stadtviertel in Schutt gelegt wurden, und wobei Werte im Betrag von 4 Milliarden Mark zugrunde gingen. Ferner sei erinnert an die Heimsuchung Messinas am 28. Rovember 1908, an die Aetnaausbrüche in den Jahren 1911 und 1923, an das Erdbeben in Chile vom 11. Rovember 1922. Der Ausbruch des Mont Pelee auf Martinique am 5. Mai 1902 (es war der Himmelfahrttag) schüttete die Stadt St. Pierre zu und erstickte in wenigen Sekunden
tätsrats Dr. Vogel fand gestern nachmittag von der hiesigen Friedhofskapelle aus statt. Der überaus stattliche Trauebzug, der von näh und fern aus allen Kreisen der Bevölkerung zusam- mengeströmt war, zeigte die allgemeine Wertschätzung und Liebe, die der Abgeschieden? sich erworben hatte. Das gefaulte Korps Hassia mit den Chargierten in Wichs, 2 sch wär?,umflorten Fahnen und Vertreter der übrigen Gießener Korps an der Spitze eröffnete den Zug, der sich unter den ernsten Klängen der Laubacker Feuerwehrkapelle (Kapellmeister Diehl) zum Friedhof bewegte. Der Sarg unseres Ehrenbürgers würde von Mitgliedern des Gemeinderats getragen. Am Grabe hielt der Erste Stadtpfarrer Rebel in warmen Worten die Trauerrede, worin er die eigenartige bedeutende Persönlichkeit seines Freundes nach ihren verschiedenen Seiten kennzeichnete. Die Rede war von stimmungsvollen Musikstücken umrahmt. Sodann legte Bürgermeister Böhm im Rainen der Stadt einen Kranz am Grabe des Ehrenbürgers nieder mit einer herzlichen Danksagung an den hochverdienten Mann. Ebenso legten unter Ansprachen Kränze nieder der Erste Chargierte der „Hassia" und der Vertreter des Gießener S. C. Hieraus entwarf Landgerichtsdirektor Bücking im Rainen der „Alten Herrn der Hassia" ein lebenswahres Bild seines Korpsbruders, der in stets vorbildlicher Weise die Grundsätze des Korpsstudententums angewandt habe. Dem alten Wahlspruch seines Korps: „Furchtlos und treu" habe er allzeit unentwegt nachgelebt, und auch in allen Verhältnissen des Lebens fest und unerschütterlich seinen Mann gestanden. Von ihm habe das Wort gegolten: „Si fractus illabatur orbis, impavidum terierit ruinae“ (Wenn der Crdenball einbricht, werden seine Trümmer einen XlNerschrockenen erschlagen). Im Ramen der Laubacher Aerzte legte Sanitätsrat Dr. Dietz, im Rainen des Wetterauer Aerztevereins Dr. S c r i b a , im Ramen des Johann-Friedrich-Stistes Dr. Philippi, der Rachfolger des.Abgeschiedenen in der Lei- tung dieser Anstalt, Kränze nieder. Dr. Philip p i schilderte in beredten Worten die hohe Bedeutung seines Vorgängers als Arzt und hob die großen Verdienste des Entschlafenen um das Laubacher Krankenhaus hervor. Sein Grab fand Wilhelm Vogel an der Seite seines langjährigen Rachbars' und treuen Freundes Eduard Andre, der im Rovember v. Js. ihm im Tode vorausgegangen war. Die beiden treuen, aufrechten Männer werden immerdar unvergessen sein.
Starkenburg.
WSR. Darmstadt, 5. Juli. In Gadernheim im Odenwald kam es gestern zwischen Stahlhelmleuten und den Teilneh- mern eines Arbeitersänger fest es zu Zusammenstößen. Die Stahlhelmleute, die in zwei Lasttrastwagen, die mit schwarzweihroten Fahnen geschmückt teeren, auf einer Propagandafahrt von Frankfurt a. M. nach Lindenfels L O. sich befanden, durchfuhren den Ort, was von den Arbeitersängern als Provokation angesehen wurde. Angeblich sollen dabei Bierflaschen gegen die Autos geworfen worden sein, was der Anfang eines gegenseitigen Bewerfens mit Steinen und Bierkrügen war. Dabei fielen auch mehrere Schüsse, die aber niemand verletzten, doch erlitten durch die Würfe mehrere Personen leichte Verletzungen. Die Stahlhelmleute fuhren daraufhin weiter nach Lindenfels. Auf ihrer Rückfahrt wurden sie von einer Bereitschaft des Polizeiamtes Darinstadt festgehalten. Rach der Ramensfeststellung konnten sie ihre Heimfahrt fvrtsetzen.
WSR. Darmstadt, 4. Juli. Aus dem Waltcrsteich am Ludwigsweg wurde am Freitag die Leiche eines Ministerialamts-
40 000 Menschen, das sind genau soviel Todesopfer wie der Krieg von 1870 auf deutscher Seite forderte. Die gleiche Zahl an Menschen tötete am 26. August 1883 die Explosion des Krakatau- Vulkans durch den die halbe Insel Krakatau (zwischen Java und Sumatra) in die Luft geschleudert wurde und im Meer versank.
Das ist nur ein kleiner Auszug aus der Liste der letzten Jahrzehnte. Aber noch ist das Erdbeben nicht vergessen, das am 23. Mai 1925 in Japan (in der Provinz Toyama) mehrere Hundert Menschenleben kostete, und schon hat erst vor einigen Wochen, am 24. Mai d. I., der Ausbruch des Vulkans Tokatschi wiederum 2000 Opfer gefordert.
Roch erinnern wir uns an die Wirbelsturmkatastrophen, die im März und Juni v. I. weite Gebiete von Indianapolis (XI. S. QI.) berührten und mehrere große Ortschaften dem Erdboden gleichmachten, an den Zyklon, der in Argentinien am 20. April v. I. die Provinz Corrientes heimsuchte und in der Stadt Mercedes Hunderte von Häusern zusammenschlug und riesige Viehherden vernichtete. Am 17. August 1925 verheerte in Japan ein Taifun die Gebiete von Osaka, Kioto und Kobe, nachdem einige Sage vorher (am 10. August) ein Wirbelsturm über Holland, Riederdeutschland und Holstein hinweggefegt war und (z. B. in Xletersen i. H.) schweren Sachschaden angecichec haste. Wir denken weiterhin an die große Xleberschwemmung in Korea, die Mitte Juli v. I. das Land völlig vom Verkehr abschnitt, 20 000 Häuser zerstörte und 2000 Menschen das Leben kostete und an die Hoch- Wasserfluten, die in diesem Frühjahr, wie feit Jahrzehnten nicht, große Gebiete Rußlandsheimgesucht haben.
kanzlisten ge landet. eingstestrtc
Xlntersuchung ergab, daß et anscheinend aus Furcht vor Strafe in den Tod gegangen ist, da er sich demnächst wegen Xlnter- s ch l a g u n g : m Amte gerichtlich verantworten sollte.
Ahemhesien.
WSN. Gernsheim, 5. Juli. Gestern vormittag wollte hier ein 18jähriger junacr Mann aus Stockheim sein Pferd in die Schwemme reiten. Dabei scheute das Pferd vor der sich bewegenden Fähre und warf den auf ihm sitzenden jungen Mann in den Strom, wo der Jüngling vor den 2(ugen zahlreicher Zuschauer versank und ertrunken ist.
Preußen-
Kreis Wetzlar.
□ Wetzlar, 5. Juli. (Wetzlarer Wochenschau.) Im k o m m u n a l p o l i t i s ch e n Leben der Stadt herrschte vergangene Woche Ruhe. Weder das Stadtverordnetenparlament, noch der Kreistag hielten Sitzungen ab. Die zur Beschäftigung der Erwerbslosen begonnenen Straßenbauten und sonstigen Arbeiten schritten rüstig vorwärts. Die Nauborner Straße dürfte in zwei Wochen fertig sein und in ihrem neuen Kleide all das vergessen lassen, was an Staub und Enge früher mit Recht an ihr zu tadeln war. Dasselbe gilt von der L a u e r st r a ß e , die im Ausbau ebenfalls rüstig vorwärtsschreitet und nach ihrer Fertigstellung eine angenehme Enttäuschung für die Anwohner werden wird. An der Garbenheimer Straße sind die Kleinpflasterarbeiten ein gut Stück vorwärts gebracht, der Philosophen- w e g ist für die Walzarbeiten bereit. Es ist erfreulich, zu sehen, wie das Städtebild sich gerade durch den Straßenbau von Tag zu Tag verbessert. Wie wir hören, beabsichtigt nunmehr auch die Provinz, die Lahnstraße, eine der meist begangenen Geschäftsstraßen, umzupflastern, was gerade im Interesse der Altstadt dankbar zu begrüßen ist. Der neue Stadtbaurat Golder aus Stuttgart dürste zum 1. Oktober seine Diensttätigkeit hier übernehmen. Bekanntlich war Herr Golder bei dem Wettbewerb um einen neuen Stadtbebauungs« plan führend tätig und bringt deshalb schon gute Kenntnisse mit in sein neues Amt. Am gestrigen Sonntag war auch der neue, von Der Stadt angeschaffte Autosprengwagen erstmalig tätig und bildete ein Sehenswürdigkeit für die Bewohner. Es steht zu hoffen, daß nunmehr auch die schwere Staubplage aus ein erträgliches Maß herabgemindert wird. Die von dem Spar- und Bauverein begonnene Bautätigkeit macht bei dem guten Wetter erhebliche Fortschritte. Die Häuser auf der Stoppelberger Hohl sind teilweise schon bis zum ersten Stock herausgebracht. Die Kehrseite der Medaille dieser mit Recht so sehr gerühmten großzügigen Wohnungsbaupolitik ist leider der immer mehr fortschreitende Verfall von Altwohnungen, deren Besitzer durch die schwere steuerliche Belastung keine Geldmittel zu Jnstand- setzungsarbeiten übrig haben. Die Klagen der Hausbesitzer sind allgemein und nur zu sehr berechtigt. Wie sehr man auch durch äußerliche Renovierungen der Häuser der Altstadt mit ihren schönen Giebelbauten zur Verschönerung des Straßenbildes beitragen kann, wenn die Mittel aufgebracht werden können, zeigt das Haus Faupel auf dem Buttermarkt, das in seinem neuen Außenkleid geradezu zu einem Schmuckkästchen geworden ist, bei dem eine feine Künstlerhand ihr Bestes hergegeben hat. — Aus dem kirchlichen Leben wäre zu berichten, daß der evangelischen Gemeinde ein Hilfsprediger in der Person des Herrn Dr. Kusenberg zugewiesen worden ist, der seinen Dienst am vergangenen Sonntag angetreten hat. Nach den Mitteilungen im letzten Gottesdienst hat Dr. Kusenberg den Stadtteil rechts der Lahn vom Presbyterium zugewiesen erhalten, während
Obwohl in Deutschland durch Flußregulierungen und durch den Bau von Staubecken die Hochwassergefahr erheblich eingeschränkt ist, so erleben wir doch alljährlich in verschiedenen Teilen des Reiches Wassernöte. Wir haben im Januar im Rheintal eine Hochteasserkatastrophe gehabt, und die wochenlangen Riederfchläge der letzten Wochen haben in fast allen deutschen Stromgebieten neue Rotstände geschaffen.
So sicher es ist, daß der Mensch gegenüber den Raturgewalten wehrlos bleibt, so begreiflich ist der Wille, den Gefahren nach Möglichkeit auszuweichen. Der Mensch belächelt überlegen die „Torheit" deS Vogels, der immer wieder im Weidengestrüpp eines Flusses sein Rest baut, auch wenn die steigende Flut alljährlich den Brutplah zerstört: aber baut nicht der Mensch immer wieder am Rande der Vulkangebiete, trotz aller früheren Katastrophen, sein Heim? Lissabon, San Francisko, Tokio und Yokohama erstanden verjüngt aus dem Schutt, um — wer weiß: wann? — erneut heimgesucht zu werden. Die warnende Stimme der Rcttur, die deutlich genug zu allen redet, bleibt unbeachtet. Eben weil der menschlichen Gegenwehr gegenüber den Raturgewalten Grenzen gezogen sind, deswegen gebietet die Klugheit, in der Wahl des Sjed- lungsFrundes Vorsicht walten zu lassen. Selbst wenn man in der Bauart der Häuser in erdbebenreichen Gegenden neue Konstruktionen anwendet, so erwachsen doch durch den Bruch der Gasrohre und durch Kurzschlüsse der elektrischen Leitungen Gefahren, die, wie die Ereignisse gelehrt haben, folgenschwere Katastrophen nach sich ziehen können.
Die Holländer haben in ihrem ostindischen Kolonialbesitz einen Vulkanüberwachungsdienst
dis Leiben anderen Pfarrer sich in die Altstadt links der Lahn teilen. Pfarrer Lic. Heep an der Chri- stuskirche in Wctzlar-Niederg'irmes, der längere Zeit erkrankt war, wird feinen Dienst zur Freude seiner Pfarrgemeinde nächster Tage wieder aufnehmen. Pfarrer Witsch von der katholischen Gemeinde hat durch den Bischof zu Trier einen neuen Wir- kungsbereich in Uerzig zugewiesen erhalten. Pfarrer Witsch, der seit einer Reihe von Jahren hier tätig war, hat durch den Ernst, mit dem er stets seinen seelsorgerischen Pflichten nachkam, seiner Gemeinde manchen Dienst erwiesen. Bekanntlich sind die kirchlichen Verhältnisse in uyiferer Gemeinde dadurch etwas prekär, daß der Dom von beiden Konfessionen zu gottesdienstlichen Zwecken benutzt wird, und zwar haben die Protestanten das Schiff und die Katholiken den Chor an bestimmten Stunden zu ihrer Verfügung. Dieses Nebeneinanderleben in einem Hause erfordert selbstverständlich viel Takt von beiden Seiten im Interesse des kirchlichen Friedens. — Am vergangenen Donnerstag sahen wir auch wieder, wie alljährlich, unsere Volksschul- fugend zu schönen sportlichen Kämpfen und Freiübungen auf dem herrlich gelegenen Städion auf der Spilburg vereinigt. Es war eine Freude, die jugendliche Schar, rund 1000 an der Zahl, sich auf dem Buttermarkt zu einem Zug grup- Pieren zu sehen, um unter Führung ihrer Lehrer zum friedlichen^Wettkampfe auszurückes-Nur schade, daß diesmal die Stadtkapelle nicht dabei war. Diesen Spaß sollte man der Jugend doch im nächsten Jahre wieder gönnen.
XX Wetzlar, 5. Juli. Mehr als 100 er. holungsbedürftige Kinder aus dem hiesigen Kreise sind am Samstag zu einer mehrwöchigen Erholung nach „Wegscheid e", unweit Bad Orb, verbracht worden. Viele der Kinder machen diese Erholungskur schon zum zweitenmal, einzelne sogar zum drittenmal mit.
* Dutenhofen, 5. Juli. Der Gesangverein „Liederkranz" feiert am 12. Juni 1927 das Fest seines 50jährigen Bestehens, verbunden mit einem nationalen Gesangs- toettftreit
-Z- Lützellinden, 5. Juli. Unter reger Beteiligung der Ortsbewohner und vieler auswärtiger Festgäste wurde am gestrigen Sonntag das Iähre sf e st der ch r i st-l i ch e n Gemeinschaft in unserem Orte gefeiert. Nachdem im Festgottesdienst Pfarrer K ö d d i n g aus Eberstadt bei Lich gepredigt hatte, wußten in der am Nachmittag im Evang. Dereinshaus abgehaltenen Festversammlung der vorgenannte Festredner sowie Prediger Tripp- l e r - Groß-Rechtenbach und der Ortsgelstliche Pfarrer Koch über verschiedene Bibelstellen treffende Worte zu sagen. Für die Begleitung der gemeinsamen Lieder hatte sich der hiesige Posaune n ch o r bereit gefunden, ebenso hatte sich der Gemischte Chor unter Leitung des Dirigenten Altenheimer in den Dienst der guten Sache gestellt. — Um ein wertvolles Unterhaltungs- und Bildungsmittel zu gewinnen, hat der hiesige E v. Jünglingsverein vor kurzem einen Lichtbild-Epidiaskop angekauft. Die hohen Anschaffungskosten wurden durch Spenden und durch freiwillige Beiträge der Mitglieder aufgebracht. Der Lichtbildapparat hat sich sehr gut bewährt: er kann auch als Filmapparat benutzt werden. Um einen Teil der Kosten zurückzuerhalten, veranstaltete der Verein bereits in mehreren umliegenden Dörfern Lichltnldervorträge. Die dabei vorgeführte Bild- Serie: „Das Leben Jesu" erfreute sich stets der ungeteilten Aufmerksamkeit der zahlreichen Besucher.
Kreis L'mbnr".
WSN. Limburg a. d. L., 5. Juli. Seit einigen Tagen wird eine 16jährige Schülerin aus dem nahe gelegenen Ke11enbach vermißt. Sie wurde zuletzt in Begleitung eines einige Jahre älteren jungen Mannes gesehen, der gleichfalls feit dieser Zeit verschwunden ist.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M., 4. 3uti. Bei der Friedhofsverwaltung laufen andauernd De-
eingerichtet. In Deutschland besteht in Jena eine Reichszentrale für Erdbebenforschung, und ebenso arbeiten seit Jahren neben der Geologischen Landesanstalt in Sachsen Erdbebenkom- missionen in München, Stuttgart und Karlsruhe, sowie Beobachtungsstationen in Heidelberg, Göttingen, Potsdam, Hamburg und Wilhelmshaven, jedoch ist ein wirksamer Warnungsdienst bei Erdbeben unmöglich, weil die Spannungszustände im Innern der Erde, die bei ihrer Auslösung diese Erdbeben verursachen, der Forschung unzugänglich bleiben.
Die Frage der Raturkatastrophen geht die gesamte Menschheit an. Man hat erkannt, daß es nicht genügt, die wunden Stellen des Erdkörpers in einem Erdkatastrophen-Atlas, wie er neuerdings geplant ist, aufzuzeichnen, man fühlt, daß dies nur ein erster Schritt auf einem sehr langen Wege ist. Die zweite internationale Konferenz des Roten Kreuzes hat dem Plan zu- gesttmmt, eine Weltkarte der Raturkatastrophen! herzustellen. Jedoch wird es notwendig sein, über diesen Plan hinaus Mittel bereitzustellen, um den bedrohten Ländern in wirksamster Weise Hilfe und Beistand .zu bieten. Beileidsbezeugungen von Land zu Land find ein spärlicher Trost, wenn hunderttausend Menschen unter Trümmern liegen und der Schaden in die Milliarden geht. Das Solidaritätsgefühl der Menschheit muß stärkere Impulse entfalten, wenn eine große Raturkatastrophe ein Land heimsucht. Erdbeben, Hungersnot, Epidemien, Xleberschtvemmun- gen — welche Heimsuchung einem Land auch immer droht: die Rot, die durch die Ratur- katastrophen hereinbricht, sollte jederzeit die Menschheit, trotz aller sonstigen Gegensätze in spontaner Hilfsbereitschaft vereinigen. W.
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