Ausgabe 
6.2.1926
 
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Gegen das geplante

Gemeindedestimmungsrecht.

Der Gießener Interessenverband des Ge­tränkegewerbes hatte auf Donnerstag abend zu einer Protest-Versammlung gegen G emeindebe st immun g s recht und T r o ck,c n l e g u n g" in den Saalbau Sauer ein­geladen. Die Versammlung war recht zahlreich besucht! neben den Gegnern des Gemeindebestim- mungsrechts war auch eine kleine Gruppe von Abstinenten, die diese Maßnahme bekanntlich fordern, erschienen. Es verdient Anerkennung, daß trotz der starken sachlichen Gegensätze bei dem Referat sowohl wie auch bei dem größten Teil der Aussprache ein gutes Niveau der Ausein­andersetzung eingehalten wurde.

Nach kurzen Degrüßungswortcn des Ver­sammlungsleiters, Kaufmann R. Weidig, sprach Studienrat Locker man n-Geisenheim in etwa anderthalbstündiger, interessanter Rede über das obengenannte Thema. Don vornherein verwahrte sich der Redner gegen den auswärts erhobenen Vorwurf, er stehe dem Gärungsgewerbe nahe bzw. in dessen Diensten. Als staatlich angestellter Dozent an der Lehr- und Forschungsanstalt für Wein- und Gartenbau in Geisenheim sei er völlig unabhängig vom Gärungsgewerbe: er mache lediglich von seinem Staatsbürgerrecht Gebrauch, frei und offen seine Meinung über eine sehr bedeutsame Angelegenheit auszusprechen. Hierauf nahm der Vortragende mit Entschiedenheit Stel­lung gegen den Mißbrauch des Alkohols und betonte, auch er erkenne und anerkenne das große Elend, das aus dem unvernünftigen, hemmungs­losen Gebrauch von alkoholischen Genußmitteln entspringe. Das Laster der Trunksucht müsse im Interesse des Individuums, der Angehörigen und auch des Staates bekämpft werden. Diesen Standpunkt teile auch das Gärungs- und das Gaftwirtsgewerbe. Den Weg zur Gesundung un­seres Volkes von diesein Hebel sehe er aber in anderer Richtung als die Alkoholgegner. Der Redner verwies dann auf die Erfahrungen in Amerika und in den nordischen Ländern, wo trotz der Trockenlegunghintenherum" Alkohol nach Belieben zu haben sei. Mit der gewaltsamen Trockenlegung werde man auch bei uns nichts erreichen, es sei vielmehr Aufgabe der Erziehung, die Menschen zum vernunftgemäßen Ge­nuß des Alkohols zu bringen. Hebrigens sei der Alkoholverbrauch in Deutschland schon seit Jahren freiwillig stark zurückgegangen: zum Beweis hier­für zog der Redner zahlenmäßige Feststellungen der amtlichen Reichsstatistik heran, die er in einer graphischen Darstellung anschaulich wirken lieh. Cs sei nicht angängig, von einer Zunahme des Alkoholkonsums in Deutschland zu sprechen. Sehr eingehend beschäftigte sich der Redner dann mit dem im 8 26 des Schanlstätten-Gesehentwurfs vorgesehenen Gemeindebestimmungsrecht, das nur auf die Trockenlegung abziele. Zunächst wurde die wechselvolle parlamentarische Lage hinsicht­lich dieses Gesetzentwurfs geschildert und dabei hervorgehoben, daß trotz bisheriger Ablehnung im Reichstagsplenum doch noch mit der Mög­lichkeit gerechnet werden müsse, diese Bestimmung durch eine Zufallsmehrheit im Reichstage ange­nommen zu sehen. Rach der Prüfung der Frage, wie diese Bestimmung praktisch und technisch sich auswirken werde, kam der Referent zu dem Schluß, daß hierbei die schwersten S-chidigun- gen und Beunruhigungen in den Gemeinden und ein unerträglicher Eingriff in das Selbstbestim­mungsrecht der Staatsbürger zu erwarten seien. Praktisch werde diese Maßnahme nicht zu dem Ziele der Alkohvlausschliehung führen: man brauche doch nur an die Erfahrungen mit der Zwangswirtschaft in den Kriegsjahren zu denken, wo durch den Schleichhandel hinten herum alles zu haben gewesen fei; genau so werde es dann auch mit dem Alkohol fein. Technisch werde dieses Abstimmungsrecht auch nicht zum Ziele führen, weil 'die Bevölkerung schon jetzt außerordentlich wahlmüde sei und in Zukunft wegen Schankkon­zessionen sicher nicht alle paar Wochen zur Wahl­urne gehen werde. Mit diesem Recht werde man nicht die Trunkenbolde treffen, sondern nur die vernünftigen Verbraucher des Alkohols, außerdem werde man Millionen von Existenzen vernichten und den einzelnen Bürger in seinen eigenen Angelegenheiten bevormunden. Aus mo­ralischen, wirtschaftlichen und praktischen Grün­den und aus Achtung vor dem Selbstbestim­mungsrecht der Bürger sei das Gemeindebe­stimmungsrecht, d. h. die gesetzliche Trockenlegung abzulehnen. Besser sei es, der bisherigen Ent­wicklung auch weiterhin den Weg frei zu geben, denn sie zeige, daß durch die freiwillige Be­schränkung im Alkohvlkonsum bezw. durch den

Verzicht auf die alkoholischen Genußmittel gün­stigere Ergebnisse erzielt würden. (Langanhal­tender stürmischer Beifall.)

In der Aussprache nahmen mehrere Ver­treter der alkoholgegnerischen Bewegung das Wort, unter denen Prof. D. Hans Schmidt mit seinen tiefernsten Worten besonders ein­drucksvoll zur Geltung kam. War durch die großzügige, streng fachliche Rede des Referenten und die gehaltvollen Ausführungen Professor Schmidts das Niveau der Auseinandersetzung hochgehalten worden, so zeitigte der weitere Ver­lauf der Debatte, ein starkes Abwärtsgleiten. Ein Diskussionsredner dernassen" Seite sprach zwar ganz geschickt und sachlich, ein anderer aber fuhr im Ton arg daneben, als er gegen Prof. Schmidt polemisierte. Den gleichen Fehler machte ein Redner dertrockenen" Partei, der dennassen" Vorredner in unangebrachter per­sönlicher Weise angriff und deswegen schon nach dem ersten Satz seiner Rede von dem dadurch erregten größten Teil der Versammlung am Weitersprechen gehindert wurde. Glicht besser erging es zwei weiterentrockenen" Rednern, von denen der eine wegen seines jugendlichen Alters auf Ablehnung stieß und sich außerdem auch mit seiner schwachen Stimme nicht durch­setzen konnte. Das Niveau der Aussprache wurde erst wieder durch das sachliche und gut beschla­gene Schlußwort des Referenten gehoben. Gegen ungefähr 10 Stimmen der Abstinenten wurde schließlich die nachstehende Entschließung an­genommen:

Nach Anhören eines Vortrages über das geplante Gemeindebestimmungsrecht ist eine zahl­reich besuchte Versammlung im Saalbau Sauer von Männern und Frauen der Stadt Gießen der Heberzeugung, daß die Einführung des Ge­meindebestimmungsrechts für Deutschland kein Er­fordernis ist und nicht einmal ein Segen fein würde. Die Geschichte der Antialkoholbewegung besonders in Amerika läßt keinen Zweifel dar­über, daß es den deutschen Anhängern des Ge­meindebestimmungsrechts letzten Endes um die vollständige Trockenlegung Deutschlands zu tun ist. Wir verwahren uns mit Entschiedenheit ge­gen eine solche Bevormundung, die nach zuver­lässigen Feststellungen in den trockenen Ländern alles andere als eine Hebung der Moral, Ge­sundheit und allgemeinen Volkswohlfahrt zur Folge gehabt hat. Wir richten an den Reichs­kanzler als dem Chef der Reichsregierung die dringende Aufforderung, den Artikel der Schank­stättennovelle, der das Gemeinbebestimmungs­recht vorsieht, preiszugeben."

Gießener Wochenmarktpreise.

am 6. Februar. (Händlerpreise.)

Es kostete das Pfund: Butter 160 bis 180, Matte 35 bis 40, Käse 60 bis 70, Wirsing 20 bis 35, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 35. gelbe Rüben 20, rote Rüben 20, Spinat 40. Hnter- Kohlrabi 12 bis 15, Grünkohl 30, Rosenkohl 50 bis 60, Zwiebeln 20, Meerrettich 50 bis 100, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 20, Birnen 20 brs 40, Honig 50, junge Hahnen 120 bis 130, Suppenhühner 120 bis 130, Nüsse 60, Endivien 80; das Stück: Gier 17 bis 18. Blumenkohl 50 bis 150, Salat 40, Lauch 15, Sellerie 20 bis 60 Pfennig.

Bornotizen.

Lageskalender für Samstag: Volkshochschule: 8 Hhr, Grvher Hörsaal der Hni- versität, Dortrag von Prof. Frick. Geflügel- und Dogelzuchtverern: 81/» Hhr,Pfälzer Hof", Dortrag. Spielvereinigung 1904: 81/2 Hhr, Darmstadter Haus" Monatsversammlung. Garde-Verein ehem. Leibgardisten: 8 Hhr bei Prell Hauptversammlung. Ruderklub Hassia: 8 Hhr, Bootshaus, Mitgliederversammlung. Kavallerie-Derein: 8 HhrRebstock" Iahres- Haupwerfammlung. Erste Reichskurzschrift- gefellfchaftGabelsberger": 8 HhrStadt Lich" Kappensihung. Kutscher-Derein: 71/« Hhr, Saalbau Sauer, Winterfest. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die Lieblingsfrau des Maha­radscha". Astoria-Lichtspiele:Achtung Curve!"

Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 7 Uhr,Minna von Barnhelm" Ende 9.30 Uhr. Gießener Konzertverein: 5 Uhr, 9kue Aula der Universität, Konzert des Wendling- Quartetts. Westdeutscher Spieloerband: 3 Uhr nachmittags, Waldsportplatz des V. f. B Ligaspiel. Gießener Sport-Club von 1900: 8 Uhr bei Bol­ler, Bunter Abend. Stahlhelm, Bund der Front­soldaten: 8 Uhr, Saalbau Sauer, Filmabend. Matthäusgemeinde: 8 Uhr, Stadtkirche, Gemeinde­

abend mit Vortrag. Bienenzüchteroerein: 3 Uhr nachmittags bei Kraft, Frankfurter Straße, Haupt- versammlung. Gesangverem Concordia: 8 Uhr, Karlsruhe, Karnevalistische Abendunterhaltung. Lichtspielyäuser wie Samstag. Palaft-Lichtipiele, Kirchenplatz: ,/Terror".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Vielfach ist die Aufführung eines klassischen Werkes gewünscht worden. Des- halb wurde für die Sonntag-Abonnements-Dor° ftdlung am 7. Februar Lessings muntere, ewig- junge und frischeMinna von Barnhelm" äuge- setzt, weil sich gerade für dieses Werk eine ganz vorzügliche Besetzung ermöglichen läßt und es jahre­lang nicht im Abonnement gegeben wurde. Die Titelrolle spielt Fräulein O ß k e, die übrigen Hauptrollen sind besetzt mit den Damen Kräh, mer und Marcks und den Herren Geffers, Schubert, Goll, Volck und Baste.

G e m e i n d e a b e n d der Matthäus- Gemeinde. Am Sonntag, 7. Februar, abends 8 Uhr, spricht in der Stadtkirche Pfarrer Maas über dieStockholmer Weltkonferenz", diese macht­volle Kundgebung der christlichen Kirchen für ge­meinsame Arbeit im Sinne des praktischen Chri­stentums. Pfarrer Maas hat an der Weltkonfe­renz teilgenommen und in zahlreichen Aufsätzen und Vorträgen die große Idee von Stockholm in die Gemeinden getragen. Weiten Kreisen ist Maas bekannt geworden als der Heidelberger Pfarrer, der die kirchliche Beerdigung des Reichspräsidenten Friedrich E b e r t vornahm und ergreifende Worte des Trostes für die Hinterbliebenen fand. Maas geht der Ruf eines ausgezeichneten Redners vor­aus. Thema und Redner versprechen einen bedeu­tungsvollen Abend. Der Eintritt ist frei. Man be­achte die gestrige Anzeige.

Filmabend i mS t a h l h e l in". Morgen Sonntag, 7. Februar, findet im Saalbau Sauer, abends 8 Uhr, in geschlossenem Kreise ein Filmabend der hiesigen Ortsgruppe des Stahlhelm statt, wo u. a. der Stahlhelmtag in Frankfurt 1925 von der Ortsgruppe Straßburg, Sitz Frank­furt, gezeigt wird, der im Hinblick auf den ge­planten Landesverbandstag sicherlich großes Inter­esse erwecken wird. (Siehe gestrige Anzeige.)

Literarische Gesellschaft. Wie be­reits angekündigt, wird Leo Sternberg, der rheinische Dichter, am Montag, 8. Februar, abends 8.30 Uhr, in Keißners Kunstsaal aus eigenen Wer­ken lesen.Das doppelte Bluterbe", sagt der Lite­rarhistoriker Soergel über Leo Sternberg,das jedes Menschen Schicksal mitbestimmt, oft in frucht­losem Kampfe ein Leben zerreißt, hier schafft es in friedlichem Zusammenklang ein ebenmäßiges Leben und ein ebenmäßiges Werk, dos zwischen dem Beruf als Richter und der Sendung als Dichter keine Kluft aufreißt." Stern­berg lebt als Amtsgerichtsrat in Ritdesheim am Rhein. Väterlicherseits stammt er von Bauern des Westerwaldes, die Hari mit der Scholle ringen, mütterlicherseits wurzelt er in der Sinnesfreude des Rheins. Altes Priestergefchlecht vererbte jen- feitigen Hang, Kämpferenergie ruht in dem Träumerblut des Enkels aus. Der Vortrag des Dichters macht mit den Elementen seines Wesens und feiner Dichtung bekannt.

D i e Deutfchnationale Volkspar- t e i hält Montag, 8. d. M., abends Uhr, im Poftkeller" ihre diesjährige Hauptversammlung ab. (Siehe Slngeige.)

Heber öle hessische Grönland­expedition spricht Pros. Dr. K l u 1 e von unserer Landesuniversität, der diese Expedition bekanntlich mitgemacht hat, am kommenden Don­nerstagabend auf Einladung der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in der Neuen Aula. (Siehe heutige Anzeige).

** D i e Zeppelin-Eckener-Spende in unserer Stadt wird durch eine Haussamm - lung erhoben, die im Auftrage des hiesigen Orts­ausschusses von Schülern und Schülerinnen heute und morgen abgeholt wird. Möge das große natio­nale Werk, das in feiner Bedrängnis unserer ganz besonderen Unterstützung bedarf, überall regster Gebefreudigkeit begegnen.

** Die Schuleraufnahme in die höheren Schulen betrifft eine Bekanntma­chung der Schulleitungen in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders aufmerksam machen. Besonders zu beachten ist, daß die An­meldungen für die Sexten nur vorläufig sein können. Die endgültige Aufnahme kann erst er­folgen, wenn den Schulleitungen bekannt ist, wie­viel Lehrkräfte ihnen für das neue Schuljahr zur Verfügung stehen.

** Fahrplanänderung auf der Strecke Nidda-Schotten. Der ab 12. Dez.

1925 an Samstagen eingelegte Zug 4185 (Soh). Nidda ab 3.10, Schotten ankommend 3.50, fällt ab heute, 6. Febr., wieder aus. Don jetzt verkchrt Pz. 4185 (W. außer Sob), Nidda ab 4.25, Schot­ten an 5.05, auch Samstag wieder.

* Oberhess ischer Kun st verein. Die Ausstellung des Thüringer Ausstellungsvereins wird dem Publikum am morgigen Sonntag zum letztenmal zugänglich gemacht.

Zur diesjährigen Gesellen­prüfung werden die Anmeldungen am kom­menden Mittwoch und Samstag in der Gewerbe­schule angenommen. Näheres im heutigen An­zeigenteil.

** Stahlhelm-Tag in Gießen. Bei der letzten Gau-Führerbesprechung des Landesverban­des Hessen-Südwestsalen des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, wurde beschlossen, den diesjährigen Landesverbandstag in Gießen am 4. Juli abzu­halten. Viele Tausende von Kameraden werden dazu zu erwarten sein.

** 40jähriges Sienftfubiläum. Mor­gen feiert Elisabeth Meurer aus Lohra, im Hause der Frau Rendant Wetter, ihr 40jähriges Dienst­jubiläum. Sie begeht diesen Tag in körperlicher und geistiger Frische.

Oeffentliche Bücherhalle. Im Januar wurden 1610 Bände ausgeliehen. Da­von kommen auf: Erzählende Literatur 1137. Zeitschriften 115, Iugendfchriften 91, Literatur­geschichte 2, Dersdichtungen und Dramen 13, Länder- und Völkerkunde 76, Kulturgeschichte 12. Geschichte und Biographien 74. Kunstgeschichte 7, Naturwissenschaft und Technologie 37, Heer- und Seewesen 6, Haus- und Landwirtschaft.3, Ge­sundheitslehre 5. Religion und Philosophie 15. Staakswissenschaft 6, Sprachwissenschaft 4, Fremd­sprachliches 7 Bände. Nach auswärts kamen 16 Bände.

** Erwischter Wechselbetrüger. Der Geschäftsreisende Rosenbaum machte schon seit Monaten das gesamte Lahngebiet durch Wechselbetrügereien unsicher. Meist waren eS einfache Leute, so z. B. in Gießen, Limburg. Nassau, Idstein, Wiesbaden, Koblenz und zahl­reichen anderen Orten, die dem raffinierten Schwindler ins Garn gingen. Als dem Betrüger, der zuletzt in Nassau wohnte, der Boden zu heiß wurde, wollte er flüchten, konnte aber in Koblenz gerade noch vom Arm der Gerechtigkeit dingfest gemacht werden.

5. Der Lahnhöhenbund hielt dieser Tage imSchipkapaß" seine diesjährige Bundestagung ab. Der Mandolinen- und GitarrenvereinNea- polita" in Gießen trat mit 80 Mitgliedern dem Bunde bei. Der seitherige Vorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt. Erweitert wurde er durch einen 2. Vorsitzenden Stadtobersekretär Lorenz Schmalz von Gießen, einen Rechner L. Schä - f e r von Albach und einen Beisitzer aus Wißmar. Die Tagesordnung war reichhaltig, fand aber eine befriedigende Erledigung. Der Bund wird dem Reichsjugend-Herbergenverein beitreten und im Sommer eine mehrtägige Wanderung in den Spes­sart unternehmen. Dabei soll in Gelnhausen ein Konzert veranstaltet werden. Am 21. d. M. unter­nimmt der Bund eine gemeinsame Fahrt nach Al­bach. Mehrere Mitglieder derNeapolita" brachten nach Erledigung der Tagesordnung einige Musik­stücke zum Vortrag.

** Die Maul- und Klauenseuche ist weiter amtlich festgestellt worden in Rein- hardshain, Dillingern, Höingen, Gettenau und Ockstadt.

Turnen, Sport und Spiet

Houben abermals geschlagen.

Neuyork, 5. Febr. (TH.) Bei dem ge­strigen Rennen in Madistr Square Garden in Neuhork ist Houben abermals geschla­gen worden. Bei dem ersten Rennen über 40 Vards war erster M a r ch i s o n in 43/-, Sekunden. Es folgten Miller, Houben und Hussey. Im 60-Vards-Rennen gewann abermals Marchison in 63/io Sekunden vor Miller, Houben und Hussey. Houben, der sehr nervös war, kam beide Male schlecht vom Start ab. Er erllärte, die Amerikaner seien auf der Holzbahn besser at­er. Die Zuschauer bereiteten Houben große Ovationen.

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