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Natürlich neben den besonderen deutschen Wirt- schaftserscheinungen und Lasten auch auf Deutschlands Wirtschaft zurück, die immer wieder erfahren muh, dah ihr Absatzfeld wesentlich klei­ner ist als in der Vorkriegszeit. Der gesunde Optimismus, ohne den keine Wirtschaft gedeiht, und ftemde Kapitalunterstühung, die einem in ruhiger Arbeit aufstrebenoen Lande ständig zu­strömt, dürfen darüber nicht täuschen. Der Kampf um die Wiedereroberung des früheren deutschen Absatzmarktes wird das Hauptkennzeichen der wirtschaftlichen Betätigung Deutschlands in der nächsten Zukunft sein. Er wird ein Kampf mit der Waffe der billigeren Kosten und daher ein Kampf um diese sein. Das bedeutet natürlich Em- fchräntungen auf der ganzen Linie und ein nur ganz allmähliches Fortschreiten in der.Konjunttur- entwicklung, die immer wieder von Rückschlägen unterbrochen werden wird. Aussichten, auch in Zukunft den Wirtschaftskampf bestehen zu können, haben nur Firmen, die stets neue Fortschritte in fabrikatorischer, finanzieller und organisatorischer Hinsicht machen.

* H ande l und Gewerbe im Juli. Aach der auf Grund von Berichten preuhischer Industrie- und Handelskammern erfolgten Zu­sammenstellung im Ministerium für Handel und Gewerbe ist eine durchgreifende Besserung in der Gesamtlage der Wirtschaft im Monat Juli nicht eingetreten, doch setzte sich die Besserung im Bergbau fort und griff auf die Groheisenindustrie über. Auch die Bekleidungs­industrie und das Berkehrsgewerbe konnten eine Belebung des Geschäfts feststellen. Auf anderen Gebieten erweckte die in Aussicht genommene Beschaffung von Arbeitsgelegenheiten gewisse Hoffnungen.

- Gründungen und Auflösungen im Juli 1 9 2 6. Im Juli 1926 wurden ins­gesamt 1755 Gründungen vorgenommen (1775 im Juni 1926), denen 2431 (3682) Auflösun­gen gegenübrrstehen. Die ©rünbungen übertreffen bei offenen Handelsgesellschaften mit 298 die Auf­lösungen, die sich auf 265 stellen, bei Gesell­schaften m. b. H. mit 596 die Auflösungen im Betrage von 487 und bei Genossen­schaften mit 146. die Auflösungen im Betrage von 129. Bei den übrigen Unterließ- mungssormen überwiegen die Auflösungen, und zwar stehen bei Einz^lfirmen 1443 Auflösungen 659 Gründungen gegenüber, bei Komm.-Gesell­schaften 37 Auflösungen 33 Gründungen und bei Akt.-Gesellschaften 66 Auflösungen 19 Gründun­gen. Die große Differenz zwischen Gründungen und Auflösungen ist also in der Hauptsache auf das starke Ueberwiegen der Auflösungen bei den Einzelfirmen zurückzuführen.

* Z u der geplanten Erweiterung der Golddiskontbankanleihe. In einem Rundschreiben teilt die Rentenbank-Kredit­anstalt den mit ihr in Geschäftsverbindung stehen­den Realkreditinstituten mit, daß die geplante Erweiterung der Golddiskontbankanleihe unterbleiben müsse, weil der Reichsrat dem Antrag auf Zuerkennung der Mündelsicherheit für die auf Grund dieser Anleihe ouszugebenden Hypothekarschuldscheine nicht entsprochen habe. Die Rentenbank-Kreditanstalt bedauert diese Stel­lungnahme des Reichsrats im Interesse der Land­wirtschaft.

* Vor umfangreichen russischen Farbenkäufen in Deutschland. Der Rat für Arbeit und Verteidigung hat die russische Handelsvertreiung in Berlin beauftragt, in Deutschland für Sibirien und den Fernen Osten chemische Präparate und Farben im Werte von über 8 Mill. Rubel aufzukaufen. Dieser Auftrag fällt nicht unter den 3O0-Mill.-Kredit. Außer- . dem beabsichtigt die Sowjetregierung weitere Farbenkäufe für die russische Textilindustrie vor- zunehmen. Die Käufe von französischen Farben und chemischen Waren sind eingestellt worden.

Berliner Börse.

Berlin, 5. Aug. Das nach der gestrigen Hausse eingetrc'ene Realisationsbedürf­nis war heute vormittag von den Effekten­märkten wieder völlig gewichen. Die Hausse- gruppe unternahm einen neuen Vorstoß, der vom Chemie- und Vanken markte ausging. I. G. Farben erreichten vorbörslich ihren bisher höchsten Stand von 296 Prozent. Dei Eröffnung des offiziellen Verkehrs kam je­doch größeres Angebot an den Markt, das den Kurs auf 290 Prozent drückte. Von dieser

Die Krummhölzer.

Roman aus den bayerischen Bergen.

Bon Michael Wagner.

23 Fortsetzung. Nachdruck verboten.

So kam es, daß Zeno, wenn es ihn an seinen Feierstunden hinaus und auf die Höhen und Berge trieb, jo manches Mal um den Krurnrnholzerhof einen weiten Bogen schlug, um dann von irgendwo oben in wehmütigem Sinnen auf das stattliche Vaterhaus herabzuschauen. Ab und zu stand er auch ein Weilchen bei den Mähdern des Hofes und plau­derte mit ihnen, oder er saß bei der Schwerreiter- Nandl auf der Alm und gedachte seliger Buben­zeiten, da er hier heroben im Himmel war.

Dann und wann begleitete ihn wohl auch Marianne auf seinen Streifzügen, meist ober ging er allein. Trotz seines hölzernen Beines streifte er oft und gern durchs Bergreoier.

An einem schönen Herbsttage lockte es ihn wieder einmal hinauf. Er hatte die letzten Tage fleißig ge­schasst und einen bedeutsamen Auftrag vollendet.

Er griff nach Rucksack und Bergstock und stieg durch die Herbstpracht des Bcrgwaldes zum Beloen- köpfel hinauf.

2lm Fuße einer Tanne streckte er sich ins Moos, verschränkte die Arme unterm Stopf und träumte ins flirrende Enzianblau des Herbsthimmels über ihm. 'Alle seine Sorgen, Kümmernisse, Hoffnungen, Wünsche und Freuden sann er da durch. Die Ge­danken kamen in solchen Träumerstunden von allen Seiten auf ihn zugesprungen, daß er oft Mühe hatte, sich ihrer zu erwehren.

Im Dahinträumen hatte Zeno nicht mehr auf Sonne, Wind und Wolken geachtet. Darum entging ihm auch die Wandlung, die mit dem Weiter in­zwischen vor sich gegangen. Erst hatten sich gleich Spinnwebfäden zarte weiße Fühler durchs Blau gespannt. Immer dichter wurde das riesige Netz gewebt, in wunderbarer Schnelligkeit mar der ganze Himmel von ihm überzogen.

Für die Sonne blieb bald nur mehr da und dort ein kümmerlicher Spalt, um hindurchzulugen. Dann wurden auch vor diesen letzten Gucksensterln die Vorhänge zugezogen. Und mit einemmal log die

Schwankung wurden auch die übrigen Termin- Papiere ergriffen, doch waren die ersten amt­lichen Kurse gegen die gestrigen Rachbörsen­notierungen immer noch recht fest. Unabhängig von dieser Bewegung nahm die Danken­hau s s e ihren Fortgang. Berliner Handel er­öffneten mit 205 Prozent. Die übrigen Banken­werte setzten mit 4- bis 5prozentigen Gewinnen ein. Schiffahrtsaktien traten heute mehr in den Vordergrund. Insgesamt eröffnete die heutige Börse unter Bevorzugung von Spezialwerten in fester Haltung. Die Erleichterung am Geldmarkt machte weitere Fortschritte. Tagesgeld wurde mit 5 bis 6 Proz., teilweise auch darunter, genannt. Im Devisen­verkehr war der französische Franken starken Schwankungen unterworfen. Rach einem An- sangskurs von 166 gab Paris gegen London später auf 172 bis 174 nach. Brüssel gegen Lon­don 174. Auch Mailand war wieder schwächer mit 147,75 gegen das Pfund.

Börsenkurse.

(Ohne Gewähr.)

Frankfurt a.M.

Berlin

Schluß.

Kur;

t-Uhr- Kur,

Schlub-'Anfang

flut.

flnre

Datum:

4.8

5. 8.

4 8.

5. 8.

5% Deutsche Reichsanleih« 4% Deutsche Rcichsanleihe .

3Vs% Deutsch.' Reichkan leihe

0.4875

0,49

0.49

0,44

0,50 0.45

0,45

0.45

0,4375

L4425

3% Deutsche NeichSanleihe

0,53

0.51

0.51

Deutsche Sparpramienan leihe

0,26

0.2725

4% Preußische Koniols . .

0,44

0.435

0,4425

4% Hessen..... . .

0.40

0.42

3/a°/n Hessen..........

3% Hellen......... .

Deutsche Wertb. Dollar-Anl.

96,5

-

I

dto. Doll.-Schav-Auireilug.*:

4e/0 Zolltürken........

13.8

13,3

14

_

5% Goldmcxikaner.....

45,5

45,9

45.4

Berliner Handelsgesellschaft

Commerz» and Privat-Bank

200

140.5-

145.7*

198'

140.7'

205*

144,7*

Tarmst. und Nationalbank

191*

191*

191

191.5*

Deutsche Bant.........

173,7*

174*

173*

174'

Deutsche Beremsbant ...

90,5

Diseonto Commandit

161.5

164*

160,5*

164,6-

Metallbant...........

138.5*

137

Mitteldeutsche Kreditbank. .

148

146,5

150*

Oesterreichische Lreditanstall

Weltbank......... .

7,3

7,3

-\4

7,4

Bochumer Guß .......

146,5*

147,9*

148*

148'

Buderus .........

95

95,5

96.5

Caro ............

Deutsch-Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke. .

84,25

86

87*

152,7'

173'

154*

173,4*

151,5*

173,2*

152,5*

173,7*

Harpeucr Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben....

157,5*

157*

156*

157.7*

144*

146,5*

143,7*

147,5*

Kaliwerk Westcregelo.....

151

154

150.12

155

56

Vanrabätte ........

59.4

57

59

Überbebari........ .

Phönix Bergbau ......

75

72*

71.5

121

121,2*

120*

120,7*

Nheinitahl . .......

153.9*

153*

153.5

Niebeck Montan .......

Tellus Bergbau......

157'

71,5

157

157.13

158,5

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd .....

155,5*

151,7*

159.5* 155*

155.5* 151*

159,5*

153,9*

Cheramische Werte Albin . .

121

Zementwerk Heidelberg . .

118.75

_

Philipp Holzmann.....

88

93

87,13

Anglo-Cont.-Guano ...

_

-

90

88

Chemische Malier Alapin .

9- G. Harbcnindustrie, A.-G. Goldschmidt.........

Holzverkohlung........

Nütgerswerkc........

.'90,5*

111

290.5*

116

-91* 111

-'90*

48,5

116,5

117

115

116,5

Lchcideanstalt....... .

150

152.62

Mg. Elektrizitäts-Gesellschaft

145,7*

145*

145.2*

145,7*

Bergmann ........ .

Mamkraftwerke ........

139,5*

95,25

140,5*

97.75

138*

139,5*

Schlickert . . .........

Siemens * Halske ......

128,7*

130

129,5*

129,9

174*

175,5*

174*

175,1'

Adlerwerkc Kiener ......

81

84

80

84,5

Daimler Motoren. ......

88.5

91,25

89

90,9

Heyligeustaedt........

Meguin.............

24

45.75

45

-

Motorenwerke Mannheim

32,75

Frankfurter Armatorev . . .

Konservenfabrik Braun . . .

38?5

145

87

147

85

_

Schuhfabrik Herz......

39

39

--

Sichel.............

Zellstoss Waldhos......

2.8

3,25

161

168.5*

160

165*

Zuckerfabrik Krankenthal . .

Zuckerfabrik Waghäusel . . .

69

82

69,9

83

64.75

82

frankfurter Börse.

Frankfurt a. M.. 5. Aug. Tendenz: il n- regel mäßig und unsicher. -- Rachdem schon im gestrigen Abendverkehr die zuver­sichtliche Stimmung wieder eingesetzt hatte, gewann der heutige Vorbörsenverkehr unter dem Einfluß der Entspannung am Geldmärkte weiter an Festigkeit. I. G. F a r b e n - I n d u st r i e waren wiederum der Anlaß zu einer Hausse­bewegung. wobei sich Die lebhafte Geschäfts­tätigkeit fast ausschließlich auf dieses Papier kon­zentrierte. In diesen Werten lagen auch bedeu-

ganze Landschaft in düsteren Schatten, häßlich hell­graues Gewölk bedeckte das Firmament.

In unheimlich-gespenstischer Lautlosigkeit schoben sich hinter den nun grausig steil und mild sich auf- bäumenben Felsmauern gewaltige schworzgraue Wetterwolkengebirge herauf. Wie ein Raubtier aus seinem Hinterhalt hervorbricht, so stürzte plötzlich aus dem Felsrevier der Wetterwind brausend tal­wärts.

Das weckte Zeno. Er sprang auf und schaute betroffen um sich. Der unerwartet rasche Wechsel in Licht und Farbe des Landschaftsbildes bedrückte ihn förmlich. Doch mit Sinnen war's nun vorbei. Jetzt mußte er zusehen, rasch ein schützendes Dach zu er­reichen, denn das Gewitter konnte jede Minute los- brechen.

' Er überlegte. Wohin nun schnell? Zur nächsten Alm hatte einer mit gesunden Seinen gut eine halbe Stunde zu laufen. Bis er dorthin kam . . . Auch Heuschober gab es nirgends am Belvenköpfel nur Wald, dichtigen, mächtigen Bergwald.

Doch da kam ihm ein rettender Gedanke. Gleich da drüben, wo der Gangsteig um den steil ansetzenden Grat sich wand, befand sich eine alte Unterstandshütte der Jäger!

Zeno raffte eilig seine Sachen zusammen und machte sich an den Abstieg zu dem unterhalb vor­beiführenden Steige. Eine kleine Viertelstunde Wegs mochte es bis zum Hüttel sein.

Plötzlich blieb Zeno stehen. Jägerhütte? Jäger? Da fiel ihm erst ein, daß er sich ja in Tonis Jagdrevier befand! Jetzt, zur Schuß­zeit! Und war nicht der Hall von Schüssen durch Wald und Wände gerollt? Er mußte es nicht mehr bestimmt, glaubte jetzt aber, Schüsse gehört zu haben.

Wenn er mit Toni zusammenträfe? Da regte sich auch in dem stillen Zeno der alte Urachertrotz. Je nun und wenn? Hatte er etwas zu fürchten? Doch nicht! Und schließlich was jedem Hand­werksburschen gewährt wurde Unterstand vor drohendem Unwetter konnte er auch verlangen!

--Ach was!" riß er sich selber aus dem Zaudern und Uebedegen und fließ dabei den Bergstock klir- rend auf den Boden. Die Hütte war offen, lag am Steig und biente jedem anderen auch zum Unter­schlupf . . .

tende Publiiulns^auiaufträge vor, so daß der Kurs sprunghaft bis auf 295 Prozent anzog. In Spekulationskreisen sah man sich jedoch durch das Ausbleiben irgendwelcher Mitteilungen seitens der Verwaltung, die man angesichts der 4Oproz. Steigerung ihres Papieres in so kurzer Frist erwartet hatte, enttäuscht und schritt deshalb zu Abgaben, wodurch eine Senkung des Kurses bis auf 287 Proz. erfolgte. Bei Beginn des amtlichen Verkehrs machte sich wieder stärkerer Begehr bemerkbar, so daß der Kurs auf 290 Proz. an­ziehen konnte. Die Spekulation wandte heute auch dem Schiffahrtsmarkte wieder stär­keres Interesse zu. Mik dem Heranrücken der Eröffnung der Herbstsession des amerikanischen Kongresses glaubt man die Freigabeangelegen­heit wieder in den Vordergrund rücken zu können. Hapag zog um 3 Proz. und Lloyd um 3,5 Proz. an. Von Montanwerken erzielten Aheinstahl eine Besserung um 1,5 Proz., während die übrigen Werte zumeist etwas nied­riger notierten. Die uneinheitliche Haltung war auch auf den anderen Märkten zu erkennen. Von Chemieattien schwächten sich Scheideanstalt weiter ab, während Goldschmidt erneut 2 Proz. gewinnen konnten. Von Elektroaktien lagen AEG. niedriger, dagegen erzielten die anderen Werte dieser Gruppe Besserungen bis zu 2,5 Prozent. Der Bankaktienmarkt wies eben­falls unregelmäßige Haltung auf. Darmstädter gingen 1,5 Prozent zurück, während alle übrigen Werte dieses Gebietes gebessert waren. Von sonstigen Aktien zeichneten sich Aschaffenburger Zellstoff, Zellstoff Waldhof, Zement Heidelberg, Daimler-Motoren. Holzmann und einige andere Werte durch starke Kursbesserungen aus. Deutsche Anleihen lagen lustlos, aber gehalten. Ausländische Renten wurden eher etwas niedriger. Der Freiverkehr zeigte festere Haltung. Benz 87, Brown Boveri 114, Growag 60, Ufa 50. älnterfranFen 153 Prozent. Der wei­tere Verlauf war schwankend. Am Geldmarkt setzte sich die Entspannung fort. Tagesgeld 4,5 bis 5 Prozent, Monatsgeld 5 bis 6,75 Prozent je Adresse. Privatdiskonten 4,5 Prozent, Jndu- strieakzepte 4,87 bis 5,5 Prozent. Im Devisen- verkehr konnten sich die westlichen Franken­valuten befestigen. Paris gegen London 166, Brüssel gegen London 163,50.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

(Ohne Gewähr.)

. August.

5. August.

AmtlichcNoticrung

Geld Briei

Amtliche Notierung

Geld Brief

8lnift.«iHott

168.48

168,91

168.48

168,90

Bucn-Aires

1.700

1,704

1,700

1,704

Brll-Anlw

11.06

12,10

11.68

11,72

Christiania.

91,88

92,12

91,93

92,17

Kopenhagen

111,32

111,60

111,34

111,60

Stockholm .

112,26

112,64

112,26

112,54

Selsingfors.

10,553

10.593

10,552

10,692

Italien - .

14,10

11,14

13,88

13,92

London.

0,394

20,449

20,394

20,450

Neunork . .

4,195

4,205

4,195

4,205

Paris. . .

12,01

12,05

11,83

11,87

Schweiz .

81,15

81,35

81,15

81,35

Sp.v.Zen -

63,52

63,68

62,37

62,63

?apan . . .

1,993

1,997

1,991

1.99.5

Rio de Jan.

0.644

0,646

0,645

J.647

Wien in D--

Oeft- abgess

59,3.3

59,47

59,33

59,17

Prag ....

12,42

12.46

12,422

12,462

Belgrad - .

7,407

7.427

7,39

7.41

Budapest. .

5,875

5,885

5,865

5.885

Bulgarien

3,035

3,045

3,035

3,04.5

Lissabon

21,375

21,425

21.37s

21,425

Danzig. .

81,58

51.78

81,60

81,80

Konstantin.

2,375

2,385

2,37

2,38

Atl>en. .

4,69

4.71

4.69

1.71

Tanada. .

4,198

4,208

4,198

4,208

Uruguau

4,155

4.165

4,155

4.165

Banknoten. (Ohne Gewähr.)

Berlin, 4 August

Geld

Brie>

Amerikanische Not».....

4,175

4,195

Belgische Noten ........

12,47

12,53

Dänische Noten .......

111,02

111,58

Englische Noten........

20,365

20,46.5

Franzöiischr Noten .....

12,75

12,81

Holländische Noten.....

168,16

169,0 i

Italienische Noten.....

14,41

14,49

Norwegische Noten......

91,82

92,c:;

Deutsch-Oesterr-, a 100 Kronen

59,4?

59,?;

Rumänische Noten.....

1.92

1,9!.

schwedische Noten.....

111,94

112,50

Schweizer Noten......

81,23

81,5.1

spanische Noten.......

63,19

53,51

Tschechoslowakische Noten .

12,40

12,46

Ungarische Noten . ...

5.82

5.86

Z - ... ;:r Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 5. Aug. Es wurden notiert: Roggen, inländ., 20 bis 20,25; Hafer,

ausländ., 21 biü 22,50; Mais (gelb) 18,25 bis 18,50; Weizenmehl, inländ., Spezial 0 42 bis 43; Roggenmehl 30,50; Weizenkleie 9; Roggenklete 10,75 Mark. Tendenz: Ruhig.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 4. Aug. (TTl.) Das ermäßigte Riveau des Vortages hatte heute für Weizen etwas mehr Begehr bei kleinem Aufgeld zur Folge, so daß Roggen nicht voll behauptet war. Das öffentliche Material war durchweg gering. Das schöne Wetter und das damit zusammen­hängende raschere Fortschreiten der Erntearbeiten sind wohl mit der Hauptgrund, weshalb die For­derungen für Roggen etwas entgegenkommender waren. Weizen findet eine Stütze in den ameri­kanischen und englischen Kursbefestigungen. Im Zeithandel waren Herbstinärkte für Weizen > ',> bis 1 Mart höher. Dezember unverändert. Rog­gen 1 Mark schwächer. Gerste wie auch Hafer bei geringem Angebot, aber auch Vorsicht seilens der Käufer, ruhig. Mehl still. Promptes Weizen­mehl gefragt und glatt. Futterartikel stehen auch weiter im Mittelpunkt des Geschäfts. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, mätf, 72 bis 75, Rog­gen, märt 185 bis 190, Sommergerste 190 bis 205, Hafer, märt. 193 bis 203, Mais, loko Berlin 176 bis 183. Raps 345 bis 355; für-fr 100 Kilo: Weizenmehl 38,5 bis 40,5, Roggenmehl 27 bis 28,5, Weizenkleie 10,25 bis 10,50, Roggenkkeie 11,1 bis 11,4. Viktoriaerbsen 32 bis 36, kleine Speiseerbfen 27 bis 31, Futtererbsen 21 bis 25, Peluschken 27 bis 28,5, Ackerbohnen 23 bis 26, Wicken 32 bis 35, Lupinen, blau 15,5 bis 17,5, do. gelb 20 big 21,5, Rapskuchen 14,4 bis 14,5. Leinkuchen 19 bis 19,2, Trockenschnihel 10,8 bis 11,8, Soha-Schrot 20.4 bis 20,6, Kartoffelflocken 24 bis 24,5.

Frankfurter Schlachtvichrnarkt.

Frankfurt a. M., 5. August. Auftrieb: 3 Rinder, 1010 Kälber, 417 Schafe, 298 Schweine. Es kosteten 100 Pfund. Lebendgewicht: Kälber: feinste Mastkälber 70 bis 75 Mk., mittlere Mast- und beste Saugkälber 60 bis 69, geringere Mast- und gute Saugkälber 52 bis 58; Schafe: Mast- lämmer und Masthämmel 44 bis 49. geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 43. mäßig genährte Hämrnel und Schafe (Merzschafe) 28 bis 34; Schweine: vollfleisch. von 80 -lOO Kilo 7784, vollfleischige unter 30 Kilo 79 bis 81, vollfleischige von 100 bis 120 und 120 bis 150 Kilo 82 bis 84. Marktverlauf: Kälber und Schweine bei regerem, Schafe bei schleppendem Handel ausverkauft.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Amschau".)

Freitag, 6. August.

3.30 bis 4 Tlhr: Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Tlhr: Hausfrauen-Rachmittag. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Tlhr: Schillers Spruchweisheit". 6.45 bis 7.15 älhr: Kolonialvortrag. 7.15 bis 7.45 ilßr: Stenogr. Fortbildungskursus. 7.45 bis 3.05 Üßr: 20 Äki- nuten Tlmschau für die Fortschritte in Wissen­schaft und Technik. 3.05 bis 8.15 Uhr: Film- Wochenschau. 8.15 Tlhr: Operetten-Gastspiel der Direktion Sander-Graes.Die Czardassiirstin". Anschließend: Reue Schallplatten.

Letzte Nachrichten.

Ein Liebesdrama in Frankfurt.

WSR. Frankfurt a. M., 5. Aug. Heute vormittag gegen 11 Uhr drang der 29jährige Kontorist Willi Herrmann aus Offenbach in die Wohnung der Familie Hufnagel in der Dahlmannstraße 5 ein und gab auf die dort an­wesenden Drei Personen (Mutter, Tochter und Schwiegertochter) mehrere Revolver- s ch ü s s e ab. Durch die Schüsse wurde Die Tochter sofort getötet. Die Schwieg er- t o ch l e r liegt im Sterben, während Die Mutter schwer verletzt tour De. Der Taler wurde sofort von Der Polizei f genommen. Als Motiv Der Tat gibt er verschmähte Liebe seitens Der Tochter an.

amMOMmmniinrawMiMgiMJzn, ^naMUMr i ir I !>! I

Bald hatte er das dürftige Unlerslandshüttchen erreicht. Er drückte das Türchen auf und trat ein leer. Um die Wände des engen Raumes lief eine Bank, und in der Nähe stand ein aus vier in die Erde gerammten Pfählen und einem Brett roh zu- fammengezimmerter Tisch.

Das Hüttchen krankte schon arg an Alters­schwäche. Der Bretlerboden durchgefautt, die Guck- fenfterl blind und zerbrochen, das Holz der Wände grau und morsch, verwittert von Sonne, Wind und Wettersturm, Regen und Schnee. Auch das Dach nahm es mit feiner Schutztätigkeit nicht mehr recht genau und sorgte durch mancherlei Risse und Löcher für reichliche Luftzufuhr.

Der Wind stürzte in wilden Stößen tiefenroärts. Schwarzgraues Gewölk wälzte sich die Felsgrate entlang in stetem Durcheinanderwogen und -wallen. Brausend, heulend, höllisch jauchzend wühlte der Sturmwind in den »nheilschwangeren Wolken- inassen, schleuderte sie über- und durcheinander, riß in wildem Ungestüm Fetzen aus den dunklen Ge­bilden und entführte sie in wilder Flucht.

Das Wipfelmeer des Bergwaldes glich einem dunkelgrünen, sturmgepeitschten Ozean. Die Tau­sende und Abertausende mächtiger Tannenwipfel hoben und senkten sich stöhnend und ächzend, mit dumpf-drohendem Rauschen und Brausen gleich vom Orkan aufgewühlten Wogen.

Peitschend jagte der Sturm über das, wlld- wogende grüne Meer, bis unter der Wucht feines Ansturms die ersten Hochwaldftämme mit gräß­lichem Splittern und Krachen zu Boden schmet­terten. Grell flammten Blitze auf, gefolgt von einem Brüllen und Donnern, daß der Berg er­bebte. Nun war die Hölle los dort oben um die Felsgipfel und Grate. Blitz um Blitz knatterte in wahnwitzigem Zickzack aus dem schwarzen Gewölk, unaufhörlich brandete das Trommelfeuer des Don­ners von einer Felsbastion zur anderen. Die Wet- terfchlacht tobte in grausig-schöner Dämonie.

Tiefer und tiefer senkte sich das brodelnde Ge­wölk, klatschend fielen die 'ersten Tropfen. Dann aber stürzten wahre Sintfluten hernieder . . .

Zeno verfolgte in höchster Spannung das wuch­tig-erhabene Schauspiel des tobenden Hochgewitters. Er liebte es, der Bergnatur im dämonischen Wüten solcher Wetterstürme nahe zu sein, am liebsten mitten im tollen Getümmel. Da war ihm immer.

als erwachte ein in seiner eigenen Natur sonst schlummerndes Nestchen von Wildheit . . .

'Plötzlich hob er den Kops.

Waren das nicht Stimmen, schwach und ver­weht im Tosen von Sturm und Regen ein Klirren von Stahl an hartes Gestein knirschende Tritte?

Wahrhaftig, nun vernahm er es ganz deutlich: Menschen kamen. Zeno spähte zum Fensterchen hin­aus, preßte das Gesicht an die kleine, schmutzige Scheibe. Eine unerklärliche Aufregung bemächtigte sich seiner. Doch da war nichts zu sehen als der grau gestrichelte Vorhang des niederprasselnden Re­gens. Jetzt aber liefen zwei große, dunkle Gestalten auf die Hütte zu anscheinend Jäger.

Der Toni vielleicht!

Fest zog Zeno die Lodenkatze um die Schul­tern, klemmte den Bergstock zwischen die Knie und drückte sich in seine Ecke. Mit zusammengebissenen Lippen harrte er so der Ankömmlinge.

Ein Poltern von schweren Schritten draußen, ein Prusten, rauhe Stimme. Eine große dunkle Ge­stalt schob sich gebückt herein, bann kam der zweite sie hatten Büchsen in den Händen Himmelherrgott! So a Sauwetter!" fluchte der erste Toni Uracher!

Sakkra! A so .geht's grab noch!" gab ber anbere zur Antwort. Auch ihn erkannte Zeno sofort, es war ein Händler aus ber Rosenheimer Gegenb namens Bullinger, einer, dem fein Geschäft zu schmutzig war, und der dabei dick und fett wurde. Seit einiger Zeit sah man Toni häufig in feiner Gesellschaft.

Die beiden Männer, die vor Nässe trieften, schienen Zeno im Düster des Raumes noch gar nicht gewahrt zu haben. Da sagte er mit ruhiger Stimme:

Grüß Gott, beinanb!"

Jetzt stutzten die zwei.

Oeha! Da rührt sich ja was!" rief Bullinger erstaunt aus und bog sich vor.Aha! Da hinten hockt schon so a Kund'! Servus!"

"Nun fühlte Zeno auch Tonis Blicke scharf musternd auf sich ruhen. Er schien den Bruder jedoch noch immer nicht zu erkennen.

s Gott!" grüßte er kurz und barsch. Er hielt Zeno wohl für einen Holzknecht.

(Fortsetzung folgt.)