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gur Neugestaltung des Völker­bundsrats.

London, 4. August. (WTB.) Wie verlautet, ist es wahrscheinlich, daß der Ausschuß für die Zusom m en setzung des Völkerbunds­rates, der sich nach Unterbreitung eines Jnte- rimsberichtes im Juni vertagt hatte, vor dem Zu­sammentritt des Bölkerbundsrats am 2. September wieder zusammenkommen wird. Lord Cecil ist der britische Vertreter in diesem Ausschuß. Es wird erwartet, daß die Zusammenkunft Ende dieses Monats stattfinden wird. Reuter zufolge ist man der Ansicht, daß infolge der Tatsache, daß die Hal­tung Spaniens in der Frage der Zuweisung eines ständigen R a t s s i tz e s sich als weni­ger unnachgiebig als die Brasiliens erwiesen hat, bei einer neuen Zusammenkunft dieser Ausschuß zur Vorbereitung der Sitzung des Rates viel nützliche Arbeit verrichten kann.

Spanien

will feinen ständigen Sitz.

Madrid, 5. August. (WTB. Funkspruch.) Einem Zeitungsvertreter erklärte Marquis Mar- gas, der ehemalige zeitweilige Präsident des Direktoriums und ehemalige spanische Botschafter beim Vatikan, in Genf: Spanien brauche einen ständigen Sitz im Dölkerblindsrat, andern­falls die Regierung auf Grund der Genfer Ver­fassung es für ihre Pflicht ansehen würde,

sich aus dem Völkerbund zurückzuziehen.

Spanien würde dies keinesfalls als Isolierung an* sehen, da sich ja auch andere bedeutende Staaten dem Bunde sernhielten. Außerdem seien ja auch wichtige Verträge, wie der von Locarno, ohne Mit­wirkung des Völkerbundes zustandegekommen.

Empfänge bei Driand.

Paris, 4.Aug. (WTB.) Außenminister B r i a n d hat heute nachmittag den spanischen Botschafter Quinones de Leon, den japani­schen Botschafter Jshii und den polnischen Bot­schafter Chlapotoski empfangen.

Aegypten und der Völkerbund.

London, 4. Aug. (TU.) 3n der AegOp­tischen Deputiertenkammer wurde ge­stern an den Außenminister die Anfrage ge­richtet, ob die ägyptische Regierung in diesem Jahre einen Antrag auf Zulassung zum Völkerbund stellen wird. Der Außen­minister erwiderte, daß sich die ägyptische Re­gierung mit der Angelegenheit beschäftige und hoffe, den Wunsch der ägyptischen Ration auf Zulassung zum Völkerbund Rechnung tra­gen zu können. In englischen Kreisen ist man der Meinung, daß ein Antrag in diesem Jahre noch nicht gestellt wird, da noch einige sehr delikate Fragen zu regeln seien.

Englands Schuldenregelung mit Amerika.

London, 4. August. (WTB.) In einer Unter­hauserklärung über die amerikanischeSchul- denregelung bemerkte Chamberlain u. a., daß die Regierung gern bereit gewesen wöre, alle Verpflichtungen unter den alliierten und assoziierten Mächten zu streichen. Keine britische Regierung würde es mit der Ehre und Würde Großbritanniens vereinbar ansehen, wim­mernd und mit Dorgeftrecftem Hut bei denen, denen gegenüber man Verpflichtungen übernommen habe, um Entbindung von diesen Verpflichtungen zu bitte». England wehre sich nicht. Es werde seine Verpflichtungen erfüllen, verlange jedoch -mindestens, daß man genau wisse, in welcher Weise dieses Geld geborgt und zu welchem Zweck es ver- Kwandt wurde. Es sei eine

Tradition Englands, daß es die freundschaft- lichen Beziehungen mit den Vereinigten Staa­ten wahre.

In freundschaftlichem Verein und Zusammenwirken kannten beide Länder viel erreichen, nicht nur für sich selbst, sondern für den Frieden und den Vor­teil der Welt. Macdonald gab der Hoffnung Ausdruck, daß, wenn die Regierung beginnen würde, mit Rußland über die Frage seiner Schulden zu verhandeln, und wenn sie dabei ebenso große Zugeständnisse mache, wie beispielsweise bei den Verhandlungen mit Italien, sie in der Lage sein würde, den Vorurteilen der englandfeindlichsten unter den russischen Staatsmännern zu begegnen.

Die Schulden Frankreichs und Italiens an England.

L o n & o n, 5. Aug. (TTl.) 3n Beantwortung schriftlicher Anfragen gab Churchill am Mitt­woch im Unterhaus einige interessante Ziffern über die Schulden Frankreichs und ItalienS ab. Er erklärte, dcrß die R e 11 o - iriegs schulden Italiens an England am Tage der Fundierung rund 5 7 0 Millionen Pfund betrugen. Der Wert nach dem Fun- dierungSabkommen betrage unter Berücksichtigung einer fünfprozentigen Verzinsung der Jahres­annuität ungefähr 76 Millionen Pfund. Richt so günstig sei das Verhältnis für Frankreich. Die Rettokriegsschulden Frankreichs an England am Tage der ülnterzeichnung des Fundierungs- abkvrmnens habe ungefähr 6 0 0 Millionen Pfund betragen. Bei Anrechnung einer fünf- prozcntigen Verzinsung der Jahresannuität er­gäbe sich für die Rückzahlung ein Gesamtbetrag von 227 Millionen Pfund.

Dasfriedliebende" Frankreich

Paris, 5. Aug. (TU.) Das neue Flotten­baliprogramm der französischen Regierung, das in der Dienstagssitzung des Senats einstim­mig zur Annahme gelangt ist, weist folgende bauten auf: einen Kreuzer, vier Torpedoboote, drei Torpedobootszerstörer, fünf Unterseeboote erster Klasse, ein. U-Boot mit großem Radius, einen U- Bootzerstörer, ein U-Boot-Zubringerdampfer, zwei Schnelldampfer und ein Schul-U-Boot. Die neuen Einheiten sollen bis zum 30. Juni 1927 fertiggestellt sein. '

Der Oberste Kriegsrat in Paris.

Paris, 4. Aug. (WTB.) Der O b e r st e K r i e g s r a t ist heute vormittag unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik Dou- m e r g u e im Clysee zusammengetreten.

Der Vorsitz in der Repko.

Paris, 4. Aug. (TU.) Rachdem der Vor­sitzende der Finanzkommissivn ter Kammer, Henry

Simon, den Posten als französischer Delegierter und Vorsitzender der Reparations- komMission abgelehnt hat, verlautet, daß Se­nator Chapsal von P o i n c a r e zum Rach- folger Barthous berufen wird.

Frankreichs Kampf gegen den Heimalbund.

Paris, 4. Aug. (WB.) Havas berichtet aus Colmar: Die Disziplinärkammer des hiesigen Ge­richts hat den wegen Unterzeichnung des Heimat­bund-Manifestes in Anklagezustand versetzten Professor Rosse zum Verlust des Amtes verurteilt. Rosse soll aber fünf Jahre lang neun Zehntel seiner gesetzlichen Pension erhalten. Er hat die Kosten des Prozesses zu tragen.

In der Begründung des Urteils wird aus­geführt, ein Beamter dürfe jede beliebige Meinung haben, er müsse sich aber als Diener des Staates bei deren Bekundung eine gewisse Zurückhaltung auferlegen. Das Manifest des Heimatbundes sei ein heftiger Ausfall gegen das französische Regime, und wenn seine Unterzeichner auch behaupteten, daß es keinen antinationalen Charakter trage, so könne doch nicht bestritten werden, daß seine Veröffentlichung den Zweck verfolge, die Bevölkerung zur Unzufrie­denheit aufzureizen und damit eine Bewegung her- vorzurusen, die zu einer Lockerung des Bandes zwi­schen Frankreich und dem Elsaß führen könnte.

Die Krise im englischen Bergbau.

London, 4. Aug. Der Arbeitsmini st er erklärte im Unterhaus, die Regierung werde während der Parlamentsferien alles tun, was in ihrer Macht stehe, um die Bergherren und die Bergarbeiter zu einer Besprechung über eine Verständigung zu veranlassen. Er wandte sich nachdrücklich gegen die Gerüchte, wonach die Bergarbeiter Hunger litten, und bezeich­nete diese Gerüchte als tendenziös. Die Bergherren und die Bergarbeiter hät­ten die Pflicht, über eine Regelung zu verhandeln. Der Minister forderte die Ab­geordneten der Arbeiterpartei auf, während der Parlamentsferien für eine Regelung des Kon­fliktes zu wirken. Er erklärte, trotz der Ver­tagung des Parlaments bis zum 9. Rovember würden die Kammern früher einberufen werden, wenn die Fortdauer des Konfliktes im Bergbau dies notwendig mache. Die Kohleneinfuhr aus dem Auslande belaufe sich wöchentlich auf 600 000 Tonnen.

Der neue Kurs in Rußland.

Moskau, 4. August. (TU.) Im Zusammen­hang mit der Verfügung des Polit.-Bureaus der rufsifchen kommunistischen Partei über die Ent­fernung von Oppositionsmitglie­dern des Bureaus hat die Sowjetregierung etwa 4 0 0 Kommandeure, die der Sinowjew- gruppe nahestehen, aus der Armee aus­geschlossen. Auch Kamenew soll demnächst entlassen werden und das Rektorat des Sari» Marx-Institutes erhalten. Ferner erwartet man große Veränderungen in den auslän­dischen politischen Vertretungen, ins­besondere in Paris, Peking und Teheran.

Moskau und der valtenblock.

Moskau, 4. Aug. (TTl.) Von gut unter­richteter Seite erfahren wir, daß die Sowjet- regierung sich dieser Tage mit den Memo­randen der baltischen Staaten ausführ­lich beschäftigen wird, um Finnland, Estland und Lettland eine Antwort zu geben. Wie wir weiter erfahren, wird die Sowjetregierung den bal­tischen Staaten erneut mitteilen, daß sie keine weiteren Verhandlungen mit ihnen auf­nehmen wird, wenn Polen an dem sogenannten Baltischen Staatsbund beteiligt sein wird. Sowjetrußland sei der Ansicht, daß ein Block der baltischen Staaten unter Führung Po­lens auch den Eintritt Rumäniens mit sich bringen wird, was einen Sieg der eng­lischen Außenpolitik bedeuten würde, dem Rußland sich nicht aussehen werde.

Der Kulturkampf in Mexiko.

Reuhork, 4. Aug. (WTB.) Wie Asso­ciated Preß aus Mexiko meldet, wurde der Friedensrichter Deloyo gestern ge­tötet, nachdem er in die katholische Menge, die dem Regierungsbeamten die Schließung der Kirche in Chilapa verwehren wollte, aus seinem Re­volver geschossen hatte. Das Verhalten der Volks­menge soll für die Handlungsweise Delohos keine genügende Erklärung geben, da das Volk sich friedlich verhielt, als Deloyo plötzlich seine Waffe zog und zu schießen begann, übrigens ohne je­manden zu töten. Durch dieses Vorgehen geriet die Menge so in Erregung, daß sie sich auf Deloyo stürzte und ihn tötete.

Verdächtiger Tod eines Bischofs.

Die BerlinerGermania" meldet aus Ro- gales (Arizona): Rach Dlättermeldungen aus Mexiko ist der kürzlich verhaftete Bischof von Huejutla im Gefängnis von Vera­cruz t o t aufgefunden worden.

Der Reichsfinanzminister in Bayern.

München. 4. Aug. (TA.) Reichsfinan^- minister Dr. Reinhold besichtigte gestern in Begleitung des bayerischen Finanzministers K r a u ß n e ck die aus Reichsmitteln gebaute Bahnstrecke Zwiesel Bodenmais im Bayrischen Walde. In einer Ansprache sagte der Reichsfinanzminister, es sei vollrommen falsch, das Heer der Arbeitslosen durch Almosen in Form einer Arbeitslosenunterstützung zu unter­halten. Das Problem müsse durch Schaffung produktiver Arbeiten gelöst werden. Aus diesem Grunde habe er auch die Mittel zum Ausbau der Dahn ZwieselBodenmais ge­nehmigt und sich jetzt durch die Besichtigung überzeugt, daß er gut daran getan habe. Heute vormittag setzten die Minister die Fahrt von Zwiesel nach Passau zur Besichtigung des Kach- letwerkes fort.

Wissenschaft und Fortschritt der Zivilisation.

London, 4. Aug. (WB.) Der P r i n z v o n Wales erklärte in einer Ansprache als Prä­sident der British Associatrvn auf der in Oxford eröffneten Jahressihung der Bereinigung, an der Gelehrte aus der ganzen Welt, darunter auch aus Deutschland teil- nehmen, u. a., wenn die Zivilisation fort- schreiten solle, so könne sie nur auf der Straße fortschreiten, deren Grundlage durch wissenschaftliches Denken und die Forschung gelegt worden sei. Die künftige Lösung aller inneren und äußeren Schwierigkeiten, denen man heute gegen­überstehe, sei nur durch wissenschaftliche Methoden zu finden. Der Weltkrieg habe eine Erweiterung des wissenschaftlichen Horizonts gebracht.

Ein kommunistisches Ersatzblatt verboten.

Dresden, 4. Aug. (Wolff.) Das Polizei­präsidium hat die B e s ch l a g n a h m e einer un­ter der BezeichnungMitteilungsblatt der Kom­munistischen Partei Deutschlands, Bezirksleitung Ost-Sachsen", zur Verbreitung gelangenden Druck­schrift verfügt, die sich ihrem Inhalte nach als G r s a tz b l a 11 der für die Zeit vom 24. Juli bis 6. August 1926 verbotenen kommu­nistischen ZeitungArbeiterstimme" darstellt.

Aus aller Welt.

Schweres Autounglück.

D Personen getötet.

Rothenburg o. d. T.» 5. August. (WSR. Drahtmeldung.) heute nacht gegen 12 Uhr ereignete sich zwischen Schloß Burgbernheim und der Ortschaft Burgbernheim ein schweres Auto­mob i l u n g l ü ck. (Ein mit 12 Personen be­setztes Auto aus Uffenheim kam auf der Heimfahrt von einem Tanzkränzchen auf der ziemlich steil ab­fallenden Straße ins Schleudern und ft ü r 31 e den Abhang hinunter, wobei es sich mehr­mals überschlug. Der Kraftwagen blieb dann am Bahnkörper liegen. Neun Personen fanden bei dem Absturz den Tod. drei wurden schwer verletzt.

herbsttagung der Deutschen Landwirtschafts­gesellschaft.

Wie Wolffs Provinzialdienst erfährt, wird die Herbsttagung der Deutschen Landwirtschafts- gesellschast in der Zeit vom 24. bis 29. Septbr. d. I. in Kassel abgehalten werden. Das Städt. Verkehrsamt hat es übernommen, den Teilneh­mern an der Herbsttagung Wohnung zu ver­mitteln. Ab 27. September beginnen die Ver­sammlungen der einzelnen Abteilungen, wie Dünger-, Pferdezucht-, Schweinezucht-, Betriebs-, Schafszucht-Abteilungen.

Wettbewerb für neue Reichsbanknoten.

Um eine künstlerische Ausgestaltung der künf­tig auszugebendrn Banknoten zu erzielen, hat sich die Reichsbank zum Ausschreiben eines Wett­bewerbs entschlossen. Der erste Preis beträgt 10 000 Mark, der zweite 5000 Mark. Ferner sind zehn weitere Preise In Gesamthöhe von 10 000 Mark ausgesetzt. Die Beteiligung ist jedem reichs­deutschen Künstler freigestellt. Das im Oktober zusammentretende Preisrichterkollegium setzt sich aus zwei Mitgliedern des Reichsbankdirektoriums, dem Direktor der Reichsdruckerei, dem Reichs- kunstwart und einem freien Künstler zusammen.

Reue Braunkohkenfunde.

DemBerliner Tageblatt" zufolge sind südlich von Frankfurt a. d. Oder reiche Bräunkohlen- lager entdeckt worden. Mit ihrem Abbau soll in der nächsten Zeit begonnen werden.

Der Komet Finlay wieteroufgLsunden.

Die Hamburger Sternwarte teilt mit: Der periodische Komet, der eine äümlausszeit von 7 Jahren hat, ist bei seiner diesjährigen Wiederkehr in der Rächt zum 3. August von Dr. Stobbe mit einem Lippertschen Astro- graphen der Hamburger Sternwarte wieder auf- gesunden worden. Der Komet steht im Sternbild des Stiers, seine Helligkeit entspricht der eines Sternes 12. Gröhe. Er ist also für das bloße Auge unsichtbar. Sein letzter Durchgang fand im Oktober 1919 statt, der diesjährige ist auf den 17. August berechnet.

Das Flugzeug Im Dienst der Forslverwallung.

In jüngster Zeit ist in den Staatsforsten Erlenbrunn und Eppenbrunn bei Reustadt a. d. H. der Kiefernspanner derart stark aufgetre­ten, daß umfangreiche Gegenmaßnahmen nötig wurden. Durch Bestäubung der betroffenen Ab­teilungen mit Giftstoffen vom Flugzeug aus hofft man die vollständige Vernichtung des Schädlings herbeizuführen. Die Arbeiten beginnen am 2. August und werden ununterbrochen fortgesetzt. Die Flugzeuge sollen auf dem Horberg bei Rod­alben für die Dauer der Bestäubung stationiert werden.

(Eröffnung des Deutschen Bienenmuseums.

Die seit Jahren im Raturwissenschaftlichen Museum zu Weimar bestehende Abteilung für Imkerei ist in engster Zusammenarbeit mit den deutschen Jinkerorganisationen zum Deutschen Bienenmuseum ausgebaut worden und wurde dieser Tage nach einer schlichten Einweihungs­feier der Oefsentlichkeit übergeben. Das Museum gibt ein vollständiges Bild von der Geschichte der deutschen Bienenzucht und den mit ihr zu­sammenhängenden Fragen.

Eine Rcckarbrücke bei Wimpfen.

Bei Wimpfen soll eine Brücke über den Reckar gebaut werden. Die Kosten sind auf 525 000 Mark veranschlagt und sollen nach Abzug der Leistungen der Reckarkanalgesellschaft und der Arbeitsämter für Erwerbslose zu 65 Prozent von Hessen und 35 Proz. von Württemberg getra­gen werden. Man nimmt an, daß auf Hessen rund 275 000 Mark, auf Württemberg etwa 150 000 Mark entfallen. Von diesen 150 000 Mark soll der württembergische Staat 60 000 Marl übernehmen, wahrend der Rest von 90 000 Mark von den anliegenden Gemeinden und Bezirken aufgebracht werden müßte.

Die letzte Probefahrt des Rotor-Motorschiffes Barbara".

Das Rotor-MotorschiffBarbara" beendigte seine vorläufigen Probefahrten mit einer Gäste­fahrt, an der Anton Flettner und andere führende Persönlichkeiten teilnahmen. Wind- und

Wetterverhältnisse auf der Fahrt begünstigten die Vorführung der Rotoren. Das Reichstrans­portschiffBarbara" wurde vom Chef der Marineleitung, Admiral Zenker, von der Dau- tverft formgerecht übernommen und der Reederei Robert Sloman jun, mit besten Wünschen für erfolgreiche Auswertung der Flettnererfindung übergeben. Die Gaste fliegen hochbefriedigt mit dem Bewußtsein von Bord, daß der schiffahrt- lichen Entwicklung möglicherweise durch die Er­findung Flettners ganz neue Wege gewiesen werde.

Die Anklage gegen Jürgens und feine Frau.

Wie die Berliner Blätter melden, hat die Star­garder Staatsanwaltschaft gegen den Landgerichts­direktor Jürgens wegen Meineids, Kre­ditbetrugs in 12 Fällen und gewerbs­mäßiger Hehlerei, gegen Frau Jürgens we­gen Meineids und Kreditbetrugs in 36 Fällen Anklage erhoben. Den Meineid sollen die Ehegatten bei ihrer Vernehmung in Kassel in dem Rechtsstreit der Frau Jürgens gegen ihre Schwie­germutter aus erster Ehe geleistet haben. Der Vor­wurf der Hehlerei gegen Jürgens stützt sich darauf, daß er von dem Besitz der Gegenstände, die seine Frau durch Kreditbetrug erlangt haben soll, gewußt habe. Gleichzeitig mit der Erhebung 'te*-2Int(age ist gegen das Ehepaar, das noch immer im Unter­suchungsgefängnis in Stettin untergebracht ist, die Fortdauer der Haft angeordnet worden.

Anschlag auf einen Gükerzug.

Wolffs Westdeutscher Provinzdienst meldet: Am 3. August gegen 7 Tlhr abends wurde auf der Strecke He rdesweil und Simmern zwischen den Bahnhöfen Hoxel und Deuselbach ein Güterzug in verbrecherischer Weise durch Auf­legen von Steinen auf die Schienen zum Ent- leisen gebracht. Die Reichsbahndirektion Trier hat für die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.

Zusamenstoß zwischen Kommunisten und Polizei.

Gestern abend kam es an der Ecke Blumen»' und Alexanderstrahe in Berlin zu einem Zu­sammenstoß zwischen kommunistischen Demonstranten und der Schutzpolizei. Die Polizei muhte beim Zerstreuen der Demon­stranten von dem Gummiknüppel Gebrauch ma­chen. Es tourten mehrere Verhaftungen vorgenommen.

Raubüberfall in einem Berliner Leihhaus.

In Berlin erschien gestern mittag in einem Leih- inftitut in der Nürnberger Straße ein junger Mann, zog einen Revolver und gab mehrere Schüsse auf eine Angestellte ab, die glücklicherweise ihr Ziel verfehlten. Vor dem Erscheinen der herbei- gerufenen Polizei sprang der Täter aus dem Fenster auf die Straße, wo er schwer verletzt liegen blieb.

Großfeuer bei Potsdam.

In der vergangenen Rächt brach in einer Bootswerft in Sakrow bei Potsdam Feuer aus. Bevor noch die Feuerwehr an der Brandstelle erschien, standen sämtliche Schuppen der Werft, in denen sich viele wertvolle Boote befanden, in Hellen Flammen, so daß sich die Feuerwehr daraus beschränken mußte, ein Ueberf bringen des Feuers auf die angrenzenden Gebäude zu ver­hindern. Die Werft ist vollständig nietergebrannt. Der Schaden wird von den Blättern auf 300 000 Mark geschätzt. Vermutlich ist das Feuer durch Brandstiftung hervorgerufen worden.

Gasvergiftungen.

Mehrere Arbeiter zogen sich bei ten Lösch­arbeiten auf ter schon seit zwei Wochen brennen­den Kokshalte auf dem Wrangelschacht in Waldenburg im niederschlesischen Kohlen­revier schwere Gasvergiftungen zu. Die Lösch­arbeiten und das Abtragen der Halde sind so gefährlich, daß schon eine große Anzahl der Beschäftigten wegen Gasvergiftung ins Laza­rett gebracht wurde. Von den bis jetzt Vergifteten annähernd 20 Personen ist ein Teil so schwerer Ratur. daß am Aufkommen ter Verunglückten gezweifelt wird.

Schwerer Autounfall.

In Hagenau stießen zwei Automobile mit solcher Wucht zusammen, daß zwölf Personen verletzt wurden. Während das eine Auto umge­worfen wurde, tourte das andere etwa sechs Meter weit über den Bürgersteig in die Park­anlagen geschleudert. Von den Verletzten sind be­reits drei gestorben, mehrere liegen mit schweren Verletzungen darnieder.

Ein französisches Bombenflugzeug in Marokko verunglückt.

WieMatin" aus Rabat berichtet, ist ein französisches Bombenflugzeug über den französischen Linien in Brand geraten und explodiert. Die beiten Insassen waren sofort tot.

Dampferunglück auf dem Amazonenslrom. 25 Tote.

Wie aus Rio de Janeiro gemeldet wird, ist auf dem Amazonen ström ein Damp­fer untergegangen, wobei 25 Personen ertranken.

200 Millionen Mark Schaden der Explosion in Lake Denmarf.

DasBerliner Tageblatt" meldet aus Washington: Der durch die Explosion des Marine-Arsenals Lake Denmarf (Rew-Jerseh) verursachte Schaden wird nach ten nunmehr vorliegenden Schätzungen auf 47 Mil­lionen Dollar, gleich rund 200 Millionen Mark berechnet.

Die Aeberschwemmungen in Japan.

Der durch die bereits gemeldeten ileber- schwemmungen angerichtete Schaden wird auf über 10 Millionen Pen geschätzt. Die Katastrophe ist auf schwere Wolkenbrüche zurückzu- sühren, die am Montag den Shinago-Fluß aus den Alfern treten lieh, wodurch zahlreiche Häuser hinweggespült und verschiedene Erdrutsche her­beigeführt wurden.

Reue Lrdbebengesahr in Japan.

Die Einwohner Tokios wurden erneut durch starkes Erdbeben in Schrecken verseht. Verschie­dene Brücken und Gebäude wurden stark be­schädigt. Die Bevölkerung floh in Angst aus den Häusern. Der Herd des Bebens scheint sich auf Tokio und seine nächste Umgebung zu beschränken. Rähere Einzelheiten fehlen noch.

WeLtervorttrrsscrge.

Stärker aufheiternd, wärmer, trocken.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 22,8 Grad Celsius, Minimum: 11,6 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 13,7 Grad Celsius.