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Turnen, Sport und Spiel.

Schwimmen und Netten

Wenn zur Sommerszeit die Sonne ihre sengen­den Strohlen zur Erde sendet, dann ist so recht die Zeit, wo man sich danach sehnt, den Körper in der kühlen Flut zu baden, sie mit kräftigen Armen zu zerteilen. Aber nicht jeder kann sich dieses Ver­gnügen und diese Erholung leisten, weil er nicht schwimmen kann. Leider sind wir in Deutschland ja noch weit davon entfernt, daß die Schwimmkunst ein Allgemeingut der Bevölkerung ist. Immerhin ist der Weg bereits beschritten, diesem Ziele näher zu kommen. Wollen wir es erreichen, dann ist die Grundbedingung und Voraussetzung dafür die Einführung und Durchführung des Pflicht- Schwimm-Unterrichts in den Schulen. (In Hessen besteht der obligatorische Schulschwimm­unterricht bereits. D. 9xcbJ In den Schulen mit Schwimmunterricht kann in manchen Klassen fast jedes Kind schwimmen. Demgegenüber steht aber die viel zahlreichere Tatsache, daß überhaupt kein Kind schwimmen kann. Allerdings ist oft auch gar keine Gelegenheit für die Durchführung eines Schwimm­unterrichts vorhanden, denn nicht überall gibt es Sommerbäder, von Schwimmhallen ganz zu schwei­gen. Die Statistik, die der Deutsche Reichsausschuß im vorigen Jahre in dieser Hinsicht auf Grund einer Rundfrage aufgestellt hat, eröffnet einen recht trüben Blick in die in Deutschland herrschenden Schwimm- und Badeoerhältnisse. Deshalb steht neben der Er- reilung von Schwimmunterricht in den Schulen gleichzeitig die Forderung, daß Badegelegen­heiten überall genügend geschaffen werden. Jede Gemeinde muß mindestens ein Som­merbad haben, jede Stadt von 1015 000 Einwoh­nern braucht wenigstens ein Hallenbad, in größeren Städten muß je ein Hallenbad auf 30 000 Ein-' wohner kommen. Der Schuljugend ist das Baden überall kostenfrei zu gestalten, für die schulentlassene Jugend muß es billige Badepreise geben. Ortschaf­ten, die noch nicht über ein Winterbad verfügen, soll die Benutzung des nächstgelegenen erleichtert werden durch die Ausgabe von Sonderkarten für billige Bahnfahrt.

Heißt die erste Forderung also: jeder Deut­sche ein Schwimmer!, so ergibt sich ganz von selbst eine zweite Forderung: jeder Schwim­mer ein Retter! 8000 blühende Menschenleben finden Jahr für Jahr in Deutschland den nassen Tod. Was das für Elend und Trauer in die davon betroffenen Familien bringt handelt es sich doch meist um Kinder und junge gesunde Menschen, was das volkswirtschaftlich gesehen für Schaden bedeutet, das liegt auf der Hand. Leider bedarf es immer erst eines besonders tramschen Falles, wie kürzlich des bei einer großen Rettungsübung im Wannsee (bei Berlin) ertrunkenen Schülers Jäh- nicke, daß große Kreise der Bevölkerung wieder einmal aufmerksam gemacht und aufgerüttelt wer­den. Es ist ja auch gar nicht so lange her, daß noch zahlreiche Ruderer und Segler des schwimmens unkundig waren, und auch heute haben diese Ver­bände es ihren Mitgliedern noch nicht zur Pflicht gemacht, schwimmen zu können. Daher auch so viele nglücksfälle grade bei Wassersportlern. Und wenn schon einige Bootsinsassen sich durch Schwimmen retten können, so sind sie doch nicht imstande, die mit in die Gefahr des Ertrinkens Geratenen zu retten. Schwimmen und Retten können find ja lange nicht das gleiche, sondern das Retten Ertrinkender muß regelrecht gelernt werden. Dieser Aufgabe wid­met sich vor allem die Deutsche Lebens-Rettungs- Gesellschaft. Sie fördert alle für das Rettungswerk wichtigen Gebiete, sie sorgt für die Verbreitung der Rettungsübungen in allen Schulen, in der Polizei; sie richtet an gefährlichen Stellen einen Rettungs­dienst ein und stellt Hilfsmittel in Wort, Schrift und Bild bereit. Durch Vorträge, Vorführungen, Lehr-, kurse, Prüfungen und Wettbewerbe sucht sie ihrem Ziel, aus jedem Schwimmlundigen auch einen im Retten Erfahrenen zu machen, zu erreichen.

Die Ausbildung und die Prüfung im Ret­tungsschwimmen wird durch die Lehrer der Gesellschaft und durch alle Schwimmvereine sowie Schwimmabteilung übernommen. Für abgelegte Prüfungen werden Urkunden ausgegeben. Zunächst gilt es, den sogenannten Gr und schein zu er­werben. Als Leistung sind hier vorgesehen: 15 Mi­nuten im stehenden oder 600 Meter im fließenden Wasser Schwimmen, davon fünf Minuten oder 200 Meter in Rückenlage ohne Arme; 50 Meter Schwim­men in Kleidern ohne Schuhe; Auskleiden im Wasser (in Schwimmlage oder Wassertreten); 15 Meter Streckentauchen mit Kopfsprung aus ein bis zwei Meter Höhe; zweimal 23 Meter tief Tauchen und Heraufholen eines fünf Pfund schwe­ren Gegenstandes; Kenntnis der Rettungs- und Be- freiunasgriffe an Land; 20 Meter Retten, Achsel- und Kopfgriff; Erklärung und Anwendung der Wiederbelebung nach Schäfer. Höhere Anforderun­gen stellt derP r ü f u n g s s ch e i n", und wer Un­terricht geben will, muß sich denL e h r s ch e i n" erwerben. Er übernimmt damit gleichzeitig die Ver­pflichtung, sich der Deutschen Lebens-Rettungs-Ge- fellschaft für die Lehrtätigkeit zur Verfügung zu stellen. Es ist erfreulich, daß der Deutsche Reichs­ausschuß beschlossen hat, um die Bestrebungen der Lebens-Rettungs-Gesellschaft zu unterstützen, in die Bedingungen für die Erwerbung des Deutschen Turn- und Sportabzeichens die Erwerbung des Grundscheines" der D.L. R. G. einzufügen. Reicher Segen wird zweifellos die Folge dieses Beschlusses sein. Rn.

Die Deutschen Kampsspiele in Köln.

Köln steht im Zeichen der 2. Deutschen Kampfspiele. Straßen und Plätze sind festlich geschmückt. Els vollbesetzte Sonderzüge haben im Laufe des Samstagabends Zehntaufende von Menschen aus dem ganzen Reich, aus Oesterreich und der Schweiz nach der Domstadt gebracht.

Die Einleitung zu den zahlreichen Veranstaltungen, die außer­halb des sportlichen Rahmens für die Kampf- spislwvche vorgesehen sind, bildete ein großes Feuerwerk mit Beleuchtung der beiden Rheinbrücken und anschließendem Fackel­zug am Samstagabend. Kurz nach Eintritt der Dunkelheit flammten auf der Hohenzollern- und Hängebrücke Tausende und Abertausende von elektrischen Lampen aus. Gleichzeitig be­gann auf beiden Brucken das große Festfeuer­werk und ergoß einen märchenhaften Feuer­zauber über den Strom und auf die Straßen bis 'in die dunklen Gassen der Innenstadt hinein. Anschließend folgte der Fackelzug, dessen Vor­beimarsch mit den Lausenden von Leuchtkörpern annähernd eine Stunde in Anspruch nahm.

Am gestrigen Sonntag nachmittag waren etwa 40 000 Menschen im Stadion anwesend, darunter die Vorsitzenden des D. R. A. und der deutschen Verbände für Leibesübungen Leicht­athletik, Fußball, Turnen usw. als

der Aufmarsch der Verbände begann, an der Spitze des Zuges die Deutschen aus dem Ausland und den abgetrennten Gebie­ten, dann die Fußballer, die Leichtathleten, die Turner, Schwerathleten und Boxer, Fechter, Hockeyspieler, Wassersportler, Schützen und Rad­fahrer.

Im Ramen der Stadt Köln hieß Ober­bürgermeister Adenauer die Anwesenden in Köln willkommen und brachte den Wunsch zum Ausdruck, daß die Kainpfspiele das deutsche Volk dem näher bringen mögen, was uns allen not tut, dem Gefühl und der Heberzeugung von der deutschen Schicksalsgemeinschast. Reichsinnen­minister Külz überbrachte die Glückwünsche der Reichsregierung zu den Kampfspielen, die eine lebensstarke Bejahung des deutschen Sport­gedankens seien, und versicherte, daß die Reichs­regierung davon durchdrungen sei, die Leibes­übungen nach Kräften fördern zu müssen. Dann sprach der Vorsitzende des D. R. A., Dr. Le- wald, der auf die Vorgeschichte der Kampf­spiele und auf deren Veranstaltung 1922 hin- wies und die Hoffnung und den Glauben des D. R. A. dahin betonte, daß die Kampfspiele im deutschen Volksleben tiefe Wurzel schlagen mö­gen als Veranstaltung des deutschen Turnens und Sports.

Darauf erfolgte der Ausmarsch der Ver­bände, bis auf die Turner, die sich für die

allgemeinen Freiübungen formierten. Es war ein unvergeßlicher Anblick, der Aufmarsch von vielen hundert Fahnen in breiter Front. Hinter ihnen in tiefgegliederten Säulen 2000 Freiübungsturner. In gleichmäßigem Takt sah man Tausende von Armen und Beinen sich heben und strecken, Leiber sich beugen und reckten. Einem ge­meinsamen Turnen rheinischer Turnerinnen an 18 Barren, das den Hochstand des Frauenturnens in der Deutschen Turnerschaft zeigte, schlossen sich allge­meine Freiübungen von 650 Turnerinnen an, die gleichzeitig die Vorführungen beendeten.

Ein Telegramm des Reichspräsidenten.

Reichspräsident von Hindenburg sandte folgendes Telegramm an den Präsidenten des Reichsausschusses sür Leibesübungen, Staatssekre­tär a. D. Dr. Lewa! d:

Zum Beginn der zweiten Deutschen Kampf­spiele sende ich herzliche Wünsche für einen

schönen Verlauf und besten Erfolg. Möge die Köl­ner Kampfspielwoche, die heute zum zweitenmal nach vier Jahren die turn- und sportfreudige Ju­gend des Reiches und der Deutschen jenseits der Reichsgrenzen zum friedlichen Wettstreit am Rhein vereinigt, dazu beitragen, daß in unserem Vater­lande ein kräftiges und körperlich er­tüchtigtes Geschlecht herangebildet wird.

v. Hindenburg."

3m Gürzenich.

Gestern abend gab die Stadt Köln anläßtich der Kampfspiele ein Festessen im Gürzenichsaalc, wobei Oberbürgermeister Dr. A d e n a u e r, Reichsinnen- mmiftcr Dr. Külz, Staatssekretär a. D. Dr. L e- w a l d und Ministerialdirektor R o b i s Ansprachen hielten. Hierauf gaben die Vertreter der a b ge­trennten Gebiete der Versicherung Ausdruck, daß, wenn sic auch politische Grenzen von dem Mutterlande trennten, doch ihre ungeteilte Sehnsucht dem deutschen Vaterlande gehöre, dem sie einst wie­der ganz anzugehören hofften. Mit der Rede eines Deutschösterreichcrs, der darauf hinwies, daß die Oestorreicher zur Bekundung ihres Deutsch­tums nach Köln gekommen seien unter der Voraus­setzung, einmal in das große Vaterland zurückzu­kehren, schloß die Feier.

Mm den Kampfspiel-Fuhballpokal.

Das im Anschluß an die Eröffnung im Sta­dion ausgetragenc Schlußspiel um den Kampfspiel-Fußballpokal gewann Süddeutschland mit 7:2 (3:1) gegen West­deutschland. Süddeutschland war auch im 3a^re 1922 Kampfspiel-Pokalsieger.

Die wassersportlichen Wettbewerbe.

Am ersten Tage der zweiten Deutschen Kampf- spiele wurden bereits sämtliche wasser­sportlichen Wettbewerbe im Rudern, Kanufahren und Segeln durchgeführt.

Im rudersportlichen Wettbewerb trium­phierte die Kölner Rudergesellschaft von 1891 sowohl im Achter, als auch im Vierer. Den Doppelzweier ohne Steuer gewann die Hamburger Mannschaft, den Zweier ohne Steuer der Ulmer Ruderklub Do­nau. Ein interessantes Rennen brachte der Einer, den Flinsch vom Frankfurter Ruderverein von 1 8 6 5 vor dem Ham­burger Rutkowski gewann.

Bei den kanusportlichen Wettbewerben sicherte sich der Ruderverein Böllberg- Halle das Rennen im Einer- und Zweier- Kajak, während die Rennen im Einer- und Zweier-Canadier an Hamburger Vereine fielen. In der Faltboot-Langstrecken-Meister- schaft belegte der Kanuklub Düsseldorf den ersten Platz im Zweier, der Mühldorfer Faltbootklub den ersten Platz im Faltboot-Einer.

Ein interessantes Schauspiel bildete auch der Segel-Wettbewerb unter Beteiligung von 39 Booten, die sämtlich das Ziel erreichten, unter ihnen als erstes und damit als SiegerLiesel" vom Kölner Segelklub.

Die Gießener Vertreter in Köln.

Q Gießen wird bei den Kampfspielen in Köln durch den Schwimmer P a s c v e, den Turner Reuter und die Turnerin Hofmann vertreten. Wenn auch die große Beteiligung und die geforderten Bedingungen auf ein gutes Können schließen lassen muffen, so farm man in Gießen mit einer gewissen Ruhe dem Ausgang der Wettkämpfe entgegensehen, denn unsere Gie­ßener treten gut vorbereitet in den Wettbewerb. Hoffentlich waltet ein guter -Stern, und wir können sie alle drei unter den Siegern finden.

Turnen.

Das letzte Schauturnen der Amerikariege der D. T.

Die Amerikariege der Deutschen Tumer- schast beendete ihre erfolgreiche Rundreise durch die Vereinigten Staaten durch ein Schauturnen, das sie gemeinsam mit dem Passaie Turnverein und dem TurnvereinVorwärts" Brooklyn ab- hielt. Mit ungeheuerer Begeisterung wurden die Vorführungen der deutschen Riege ausgenommen; ihre Darbietungen fanden den jubelnden Bei­fall der 20 000 Zuschauer. In einem Dankes- wort an die deutsche Riege wurde anerkannt^ daß ihr Auftreten in Amerika einen vorzüg­lichen Eindruck hinterlassen und in hohem Maße zur Stärkung des Ansehens des Deutschtums beigetragen habe. Dr. Berger, der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft und Führer der Riege, sprach seinerseits den herzlichsten Dank der deutschen Turner aus für die so überaus begeisterte Aufnahme, die sie überall gefunden haben. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß es den deutschen Turnern gelungen sein möge, manche falsche Vorstellung über Deutschland zu klären und zu berichtigen. Damit schloß die deutsche Turnriege ihren Aufenthalt auf ameri­kanischem Boden ab. Ihre Ausreise erfolgte am 1. Juli unter einer Massenbeteiligung ameri­kanischer Turner und der Deutschen aus Reu- York, die der Riege bei der Ausfahrt stim­

mungsvolle Scheidegrühe darbrachten. Die deut­sche Riege wird voraussichtlich am 11. Juli in der Heimat eintreffen.

Leichtathletik.

Englische Leichtathletik-Meister­schaften.

Glänzende deutsche Leistungen.

In Anwesenheit von etwa 8000 Zuschauern nahmen am Freitag in London die engli» schenLeichtathletik-Meisterfchaften ihren Anfang. Ohne Tlebertreibung ist zu sagen, daß die deutschen Vertreter bei den Vorkämpfen die Sensation des Tages waren. Die gut ge­bauten Gestalten der deutschen Vertreter fielen allgemein auf. Die freundliche Aufnahme, die die Deutschen schon rein äußerlich fanden, zeigte sich mit jedem neuen Lauf. Besonders das aus­gezeichnete, auch taktisch kluge Laufen von Dr. P e l h e r riß die Menge der sportkundigen Zu­schauer zu großem Beifall hin. Bei dem 220 Vard-Vorlauf kam von den deutschen Teilneh­mern Büchner (Viktoria-Magdeburg) in die Zwischenrunde. Der Vollauf über eine halbe Meile wurde von Dr. Peltzer, der anfänglich einen etwas nervösen Eindruck machte, nach glänzendem Endspurt gewonnen. Den 220 Pard- Zwilchenlauf konnte Andersen vor Büchner (Magdeburg) für sich entscheiden.

Die Endkämpfe bei den englischen Leicht­athletik-Meisterschaften am Samstag gestalteten

sich für die deutschen Teilnehmer zu einem großen Erfolge. Im Einhalb-Meilen» laus gelang es dem Stettiner Peltzer einen Weltrekord aufzustellen. Durch einen fabel­haften Endspurt siegte er gegen Fribel in 1:51V, Den bisherigen Weltrekord um 3/,5 Sek. verbessernd. Im 100-Pards-Lauf siegte Büch­ner im ersten Vorlauf, Körnig im zweiten Vorlauf, Schüller im dritten Vorlauf, C o r t s im vierten Vorlauf und Wege im fünften Vor­lauf. Im sechsten Vorlauf war Deutschland nicht vertreten. Den Endlauf gewann der deutsche Meister C o r t s in 10 Sek. vor dem Engländer Eger, London, und dem Breslauer Körnig. Büchner war durch eine Knieverlehung behindert. R ä tz c, Luckenwalde, konnte im Meilenlaufen unter 22 Teilnehmern nur den siebenten Platz belegen. Im Laufen über eine Viertelmeile siegte der Franzose B a r a t h o n vor dem deutschen Vertreter Böcher. Im Hürdenlaufen über die gleiche Strecke mußte sich auch Peltzer mit Dem zweiten Platz begnügen und Rinke l, Eng­land, den Sieg überlassen. T r o ß b a ch konnte sich im 120-Vards-Hürdenlausen'-nüht zur Gel­tung bringen. Das 220-Vards-Lausen sah den Engländer Butler in Front. Er siegte in der Zeit von 21.9.

Tennis.

Stäbtewettfpiel

Bietzen - Homburg 9:15.

Dr. Friedleben im Herren-Doppel geschlagen!

Während der Gießener T. El. vor kurzem gegen Den äußerst spielstarken Frankfurter Tennisclub und Den Tennisclub Wiesbaden spielte trotz technisch schönen Spiels mußten sich die Gießener als unterlegen bekennen ging er nun zum Rückspiel gegen den H. T. El. nach Bad Hombürg. Das Resultat 9:15 war über­raschend, da man nach dem ersten Zusammen­treffen der Gießener mit den Homburgern mit einem einwandfreien Sieg des Gießener Clubs hätte rechnen können.

In den Herren-Einzelspielen mußten sich diesesmal die zum Teil unter Form spielenden Herren Kirchner, Roll. Dr. Dönges und S ch ü ß l e r ihren Gegnern beugen, während die Herren Minz, Hamann und H. Dock ihren Gegnern überlegen waren (letzterer siegte mit 6:1, 6:0. Von diesen Herren-Einzelspielen inter­essierten am meisten die Spiele Dr. Fischer gegen Dr. Friedleben und Minz gegen Haas. Dr. Fischer hielt sich gegen seinen ausgezeichnet spielenden Gegner recht wacker, seine mit .Heberlegung placierten Bälle setzten Dr. Friedleben. hart zu. Erst nach langem Drei­satzkamps unterlag Dr. Fischer. Qluf Grund dieses interessanten Spiels möge Dr. Fischer ge­raten fein, mehr aggressiv zu spielen und von der Mittellinie aus dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen. Gegen scharfe, auf Rückhand weit nach hinten placierte 'Bälle ist Dr. Friedleben nicht eingestellt. Hier versagte er regelmäßig. Hervorragendes Spiel zeigte in dieser Beziehung Herr Minz, der sowohl im Einzel- wie int Herren-Doppel über seine Gegner triumphieren konnte. Sein Spiel ist technisch vollkommen, jeder Ball genau überlegt. Sein Placieren vor­bildlich, seine Aufgabe eigenartig, für den Geg­ner verblüffend. Hnd so war der Sieg i m Herrendoppel über Dr. Friedleben - Haas Minz Kirchner eine voll­kommene Heberraschung nicht nur für den Hom­burger Club, sondern auch für Dr. Friedleben, der dieses Jahr noch keine Riederlage erlitten hat. Von Den weiteren Herren-Doppel konnten nur Dr. Fischer-Roll gegen die sich bedeu­tend verbesserten Gebr. Leonhard siegen, wäh­rend die anderen Spiele Hamann Dön­ges, Müller von Groote, Schüßler gegen Bock verloren gingen.

Aus den Damen-Einzelspielen ging von fünf Konkurrenzen Frl. Kempf und Frau Dr. D ü 1t« mann als Sieger hervor. Frau Dr. Claus hat ihre seitherige Spielstärke noch nicht er­reicht, trotz Sicherheit fehlt noch ihre bekannte Spielhärte in den Mix-Spielen konnte von vier Spielen nur ein Sieg errungen werden, und zwar siegte Frl. Kempf -Dr. Fischer über Frau Sievert-Haas.

Das Ergebnis des Tourniers weist fol­gende Spielzahlen auf:

Gießen Homburg Punkte 9 15

Sätze 24 33

Spiele 251 285

Schwimmen.

Einen neuen deutschen Damen­rekord

im 200 Meter Freistilschwimmen hat Frl. L. Lehmann (Poseidon-Dresden) bei den internationalen Dresdener Schwimmwettkämpfen mit der Zeit 3:3,7 aufgestellt. 2 au ff er (Ame­rika) gewann ein 100 Meter Rückenschwimmen in 1:13,2, in einem 100 Meter Freistilschwimmen mit Vorgabe wurde er hinter seinem Landsmann Webb und dem Dresdener Brechling in 1:1,9 Dritter.

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