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©e£b «r machen, uni» nicht, um es aufs Spiel M fetzen. Weiß m<m. ob Lesse Revvkrttonen nichtt dmxhtveg Rer-vlutivnen auf Kredit Jini), und weiß man, wer diesen Kredit gegebenenfalls zur Der» füflung stellt?

Allerdings scheint sich seit der Militär­revolution im Februar, die niedergeschlagen wurde, in der Armee eine Art Reorganisation bemerkbar zu machen. Es ist ganz deutlich und wird in Gesprächen mit Offizieren offenbar, dah das Beispiel Primo de Riveras im benachbarten Spanien in den politisch aufgeklärten Kreisen des Landes, also vornehmlich unter den leiten­den Militärs Lust zur Nacheiferung erweckt. Man scheint mehr und mehr den Versuchen der Parteiführer, mit dem Heer in Fühlung zu kommen und es ihren gefchäftspolitischen Zwecken dienstbar zu machen, die kalte Schulter zu zeigen. War doch schon dieser letzte Aufstand weniger di>e Angelegenheit einer politischen Partei, als mehr eine eigen« Militärangelegenheit, ein Der- fuch von Offizieren, selbst die Macht in die Hand zu nehmen und die ganze korrupte Gesellschaft, die an der Regierung saß und das Volk, vor allem das Landvolk, mit Steuern über Steuern ausprchte, davonzujagen. Vielleicht ist diese Fe- bruar-Revolution nur ein kleines Vorspiel ge­wesen, eine Probe, die durch chren unglücklichen Ausgang zeigte, daß die Vorbereitungen noch nicht in genügendem Matze getroffen sind, und daß es vor allem falsch ist, das platte Land nutzer acht zu lassen und nur eine Revolution in der Hauptstadt anzuzetteln.

Es liegt so etwas in der Luft, das neue revolutionäre Entladungen erwarten lätzt, die sich allerdings dann nicht zu dem fast vorgeschrie­benen Termin, im August, sondern schon früher ereignen würden.

Aber wird auch dieser Termin nicht inne­gehalten, der weihe, wundervoll weite Praca do Commercio, der Platz der Revolutionen, wird auf jeden Fall die Bühne abgeben, auf dem we­nigstens eine Szene dieses neuen und vielleicht diesmal bedeutsameren Revolutionsstüctes ge- spielt wird.

Oberhessen.

gu dem KommunaikonfliÄt in Wieseck,

über den wir in den letzten Tagen wiederholt berichtet haben, wird uns von dem Bürger­meister einer Landgemeinde des Kreises Giehen geschrieben:

Bezugnehmend auf die Veröffentlichung über den Verlauf der am Mittwoch in Wieseck stattgehabten Gemeinderatssitzung, in welcher die Beratung des Voranschlags zur Tagesordnung stand, sei hier bemerkt, dah der Standpunkt des Herrn Bürgermeisters in der fraglichen An­gelegenheit vollständig richtig ist. Artikel 162 der Landgemeindeordnung bestimmt nämlich: .Der Bürgermeister soll den nach Art. 162 aufgestell­ten Voranschlag dem Gemeinderat spätestens Ende November zur Beratung v o r l e g e n usw.'. Also mit der Vorlage des Voranschlags in einer Gemeinderatssitzung, wie dies geschehen ist. hat der Bürgermeister den gesetzlichen Bestimmungen vollständig Genüge geleistet. Würde er anders verfahren, so würde er gegen die Bestimmungen der Landgemeindeordnung in unzulässiger Weise handeln. Er ist übrigens verpflichtet, den vom Gemeinderat einstimmig gefaßten Beschluß, da er gegen die Bestimmungen der Landgemeinde­ordnung verstößt, u. 11. nach Art. 97 der Land- gemeindeordnung anzufechten, und durch Vermitt­lung des Kreisamts die Entscheidung im Ver- waltrlngsstreitverfahren einzuholen."

Landkreis Gietzen

Z Lollar, 4. Juni. Ein schwerer Un- gl ü ck s f a l l ereignete sich heute kurz nach Mit­tag in Mainzlar. Dort war der im väter­lichen Betrieb tätige 20 Jahre alte Schlosser Grnst Kutscher mit dec Reparatur einer Mähmaschine beschäftigt, als er auf bis jetzt noch unbefarmte Weise derart schwer am Kopfe verletzt wurde, daß er nach e.st.r ärztlich-? Hille sofort der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden mutzte. Hier lieg) der junge Qzlann mit einem Schädelbruch darnieder. Das Besinden des Verletzten ist den Umständen

bestehen.

möglichst wieder so gestaltet werden soll, wi der Sprengung gewesen sei. In der F:

rage des

C3

binder aus Oberseemen, der Vater von sieben Kindern ist Den Förstern, die nunmehr den Wilderer heimwärts trugen, wurde seitens der Anhänger des Verletzten ein übler Empfang zuteil. Man nahm eine drohende Haltung gegen die Beamten ein, und nur der Umsicht des Bür­germeisters, sowie dem Eingreifen der schnell benachrichtigten Gendarmerie von Gedern war es zu verdanken, datz weitere Ausschreitungen gegen die beiden Forstbeamten verhindert tourt 2 Der Verletzte tourde dem Gederner Krankenhau 1c zugeführt. Lebensgefahr soll, wie verlautet, nicht

dessen Weltruf in der Verwendung nur aller­besten Materials u. sorgfältigster Arbeit beruht. Trotzdem ist Brennabor nicht teurer als Jedes andere Fahrrad unbestimmter Herkunft u. deshalb kauft der Kenner nur Brennabor

Das beste Rad

entsprechend gut. Lebensgefahr besteht zur Zeit $1 Daubringen, 4. Suni. Anläßlich des am Sonntag hier statffindenden Sängerfestes haben verschiedene Einwohner ihre Häuier neu aufputzen lassen. Dem Kunstgeschmack des Weißdindermelsters Aug. Weimer von hier ist es zu verdanken, dah auch in unserem Dorfe mit der schon oft erwähnten Farbenfreudigkeit begonnen worden ist. Satte, leuch­tende Farben der Wände und Gefacher, dazu harmonisch abgestimmt die Fensterrahmen und ihre Belleidungen haben die seither gewohnten unschein­baren Farbtöne erfreulicherweise abgelöst.

* T r e i s a. d. L d a., 4. Juni. Das für morgen, Sonntag, vorgesehene W a l d s e st des E 0 a n g. Bundes mußte auf Sonntag, 27. Juni, 0er-

Kreis Büdingen,

ü Nidda, 4. Juni. Sn den ausgedehnten Wäldern bei Mittel- und Ober-See men wurde dieser Tage ein Sagdauffeher von einem Wilderer überrascht und gezwun- . , . .

gen. da der Wilderer im Anschlag gegen chn R e 1 ch s e h r e n m a l s , dessen Errichtung an der stand, diesem sein Gewehr zu geben. Der Bergstraße beantragt war, wurde mitgeteilt, iwß Frevler machte einen verwegenen Eindruck und sich der hessische Gesandte in Berlin sehr dafür ein- war vollständig vermummt und maskiert. Die gesetzt habe, das Reichsehrenmal für Hessen zu Gendarmerie-Stationen der ganzen älmgegend sichern. Eine Entscheidung darüber, wo es errichtet wurden beauftragt, scharf Acht zu haben. Am | werden solle, sei noch nicht gefallen. Mittwoch morgen tourde die Gendarmerie-Station Nidda angerufen und ihr mitgeteilt, dah ein verdächtig aussehender Mann mit beladenem Rucksack durch Fauerbach nach Wallern- Hausen zu gefahren sei. Ein Beamter der Sta­tion überraschte den Mann vor dem Dorfaus­gang in Wallernhausen und wollte den Ruck­sack untersuchen. Sofort fetzte sich der Aufgefor­derte zur Wehr und ging tätlich gegen

schoben werden. .

2) Lich, 4. Juni. Der Stadtoorstand besaßte sich in seiner jüngsten Sitzung nochmals mit der Festsetzung des Steuerausschlags für das Rechnungsjahr 1926. Das Gesamt- steueraufkvmmen soll 45 000 Mk. betragen und sich auf die Sondergebäudesteuer mit 21 000 Mk., die Grundsteuer mit 14 700 Mk. und die Ge- | werbesteuer mit 9300 Mk. verteilen. Von dem Aufkommen an Sondersteuer sollen 5000 Mk. für Erlässe wieder in Ausgabe gestellt werden. Es wurden folgende Ausschlagsätze beschlossen: Sondergebäudesteuer 45 Pfg- auf 100 Mark Steuerwert, Grundsteuer 9,9 Pfg. auf 100 Mk. Steuerwert von Gebäuden und Bau­plätzen und 19,8 Pfg. auf je 100 Mk. Steuer- wert des land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbefitzes. Gewerbesteuer 21 Pfg. auf je 100 Mk land- und forstwirtschaftliches und gewerbliches Anlage- und Betriebskapital und 36 Pfg. auf 1 Mk. staatl. Gewerbeertrags­steuersoll. Weiterhin wurde für die Behand­lung von Nachlaßgesuchen für die Sondev- gebäudesteuer beschlossen, dah in allen Fällen, in welchen das Finanzamt einen Erlaß der staatlichen Sondergebäudesteuer aus dem Grunde anordnet, weil die Friedensmiete des betreffen­den Gebäudes nicht mehr als 4 Prozent des Friedenswerts beträgt, auch ein Erlah der Ge° meindesondergebäudesteuer entsprechend dem Ver­hältnis des Staatssteuersatzes zu dem Steuer­satz der Gemeinde stattfinden soll. Sodann trat der Stadtvorstand einer Vorlage deS Bürgermeisters bei, die ein Äeberhand- nehmen von Felddiebstählen dadurch zu verhüten sucht, dah eine seldpolizeiliche An­ordnung über die nächtliche Sperrung der Feld- gemarkung während der Sommer» und Herbst­monate erlassen wird. Als Sperrzeiten sind vorgesehen. Suli und August von abends 9 bis morgens 5 Uhr und September und Oktober von abends 8 bis morgens 6 11I)E. Die Bahn­meisterei 6 in Giehen hat bei der Stadtverwal­tung angeregt, an verschiedenen Stellen der Stadt Wegweiser nach dem Bahnhof zur besseren Verkehrsregelung anbringen zu laffen. ----- r -

Der Stadtvorstand bejahte die Vedürfmsfrage den W a ch t m e ist er vor. Erst nach schwerem und gab dem Ansinnen unter Llebernahme der Ringen und nachdem noch 2 Personen daMgekom- entstehenden Kosten auf die Stadtkasse statt. I men waren, wurde der Wilderer - denn etn Ein Gesuch der Firma Shring-Melchior, Sich, solcher war es f e st gen 0 mm en. Er hatte im um Erlaubnis zur Errichtung einer Rucksack euren neuegeschossenen lech send«» Transformatvrenstation an der Hardt- I Rehbock. Der Wachtmeister hctt verschieden« bergstraße tourde nicht beanstandet. Für die Verletzungen am Körper und rm Gesicht davon- Zuleitung zu der Anlage ist die Aufstellung einer getragen. Beamte H atton Mdkw such en Anzahl von Leitungsmasten auf städtischem Weg- nach den des Wrl^rs die m Walde

aelände erforderlich. Die nachgesuchte Erlaub- versteckte Jagdflinte. Der Rehbock wurde sofort nis hierzu wurde erteilt. Der Bürgermeister beschlagncchmt »nd der Wilderer m das Amts- gab alsdann bekannt, dah das von Seiten der gertchtsgefangnts rn Nidda überführt.

Stadt errichtete Vierfamilienhaus am Kreis Schotten.

Schwanensee seiner Vollendung entgegen gehe I =.= Oberseemen, 4. Suni. Dienstag- und aller Voraussicht nach bis zum 1. August I abend war unser Ort der Schauplatz einer auf» dieses Sahres beziehbar fertiggestellt werden I regenden Begebenheit. Die beiden Förster R i i> könne. Es sei notwendig, die WohnungSmieten 1 m a n n und Luft vom Altenfelderhof hörten bereits jetzt schon festzusehen. Nach kurzer Aus- abends gegen 1 Uhr im Distrikt 10 a einen spräche beschloß der Stadtvorstand die Mieten ! S ch u h fallen, der nur von unbefugter Hand her je Wohnung auf monatlich 25 Mk. festzusehen. I rühren konnte. Pflichtgemäß stellten sie sofort i>ie Stadtverwaltung hat die Vergebung I Nachforschungen an, indem sie in der Schuhrich­eines größeren Postens Windfallnutzholz tung in den Wald eilten, wobei der junge Förster ausgeschrieben. Für die einzelnen Klassen toa- Luft bald einen ziemlichen' Vorsprung vor ren folgende Höchstgebote eingelegt worden: I seinem älteren Kollegen R. gewann. Lust Der» Fichten 1. Kl. 2585 Mk., 2. Kl. 24,50 Mk., 3. Kl. nahm aus dem Dickicht ein verdächtiges Geräusch

2405 Mk., 4. Kl. 22,40 Mk, 5a-Kl. 20.05 Ntt, Sn demselben Augenblick stürzte ein Wilderer

5b-Kl. 18 25 Mk., Kiefern: 4. Kl. 20 Mk., 5. Kl. heraus und ergriff mit seiner Doppelflinte die

16 50 Mk . Eichen. 3. Kl. 38 Mk., 4. Kl. 32Mk.. Flucht, einen erlegten Rehbock zurück-

5. Kl. 18.50 Mk. Der S adtvorstand lehnte eine lassend. Der Forstmann verfolgte den Wilderer

Zuschlagserteilung an die Hochstbietenden ab und forderte ihn wiederholt auf, stehen zu bleiben und ermächtigte den Bürgermeister, das Holz und die Waffe abzulegen, worauf letzterer z w e i freihändig zu verwerten. Weiterhin wurde Schüsse auf seinen Verfolger abgab. noch eine Anzahl kleinerer Gesuche erledigt. I Nunmehr gab auch der Forster einen Kugelschuh

-rriedüera I als Schreckschuß ab. Sn einem lichten Waldc

Krers Friedverg. stand «Stangenschlag) erreichte der Kamps ztol

WSN. Friedberg 4. Sunt Em bei Wilderer und dem Forstbeamten fernen

einer hiesigen Firma beschäftigter Le hr ii ng Höhepunkt. Nach zwei weiteren, aus kurzer Gnt- ist mit einem Betrage von 3 00 0 Mk. DUJQ' fernung abgegebenen Schüssen des Wilderers gebrannt. Wohin sich das hvffnunMrotte schoß der Förster eine «Schrotladung auf Früchtchen gewandt hat, war bis jetzt noch nicht unj> vorletzte ihn schwer an Kopf, Hals, festzustellen. Man nimmt an, bau er m eurer und rechter Hand. Trotzdem gelang es dem nahegelegenen Grvhstadt denLebemann mar- I I^Ietzten, noch weiterzulaufen und sein Gewehr fieren will. _ an einem Baume zu zertrümmern. Inzwischen

s.f. Friedberg, 4. Suni. Der Verein toQr ^ch der ältere Förster Ritz mann herbei- für Feuerbestattung hielt gestern aveno ^kommen und zwang den Wilderer zum unter Vorsitz von Rektor Mayer feine I Halten. Man erkannte in ihm den wegen Wil-

Haupwersammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht &£,rng bereits vorbestraften Wilhelm Faß - war zu entnehmen, dah der Zugang an Mitglre- * '

dem im vergangenen Safjre 38 betrug, der Ab­gang durch Tod 4 und Austritte 5. so dah der 1921 gegründete Verein jetzt bereits 227 Mit­glieder hat. Von verschiedenen Orten der Wetterau sind Anttäge auf Bildung von Orts­gruppen gestellt, man sieht also, dah der Ge­danke der Feuerbestattung immer wettere Kreise ergreift. Die mit dem Verein verbundene Sterbekasse gewährt den Angehörigen bei Todes­fällen eine Beihilfe von 150 Mk., mit welcher Summe sich die entstehenden Kosten bestreiten lassen. Der Sahresbeitrag beträgt 1 Mk., das Eintrittsgeld ebenfalls 1 Mk., bei jedem Todes- fall wird ein Sonderbeitrag von 1 Mk. erhoben. ^tnr h Ptthlirfl»

Deitretende im Alter von 60 bis 65 Sohren

müssen einen einmaligen Sonderbeitrag von WEN. Auerbach a. d. B., 4. Juni. Sn einei 5 Mk., im Alter Don 65 bis 70 Sahren 10 Mk. ^jer stattgefundenen Sitzung des B e r k e h r s leisten und es werden im Sterbefall nur 75 Jlit. I ausschusses der Bergstraße wurde mit-- ausbezahlt, Leute über 70 Sahre werden in die getein, ba& bie Hessische Eisenbahn-A. G. sich dafür Sterbüasse nicht mehr ausgenommen. Die Zett- den Bau der geplanten elektrischen

schriftDie Flamme" wird allen Mitgliedern Bahn von Darmstadt nach Weinheim umsonst geliefert. Da der seitherige 1. Vor- möglichst bald zu beginnen. Als erste Teilstrecke fei sitzende sein 2lmt wegen Arbeitsuberhausung &er Bau der Linie von Eberstadt bis Alsbach bzw. nicht mehr weiterführen kann, wird an feine Zwingenberg geplant. Die Weiterführung nach Stelle Hochbauauffeher Freudenberger gewählt, Bensheim, Heppenheim und Weinheim mühe einer als 2. Vorsitzender Gerber Michel. Sm Sahre Späteren Zeit vorbehalten bleiben. Die beabsichtigte

i 1925 haben im hiesigen Krematorium 72 Ein- Errichtung von A u t 0 l i n i e n von Bensheim und | äscherungen stattgefunden. | Heppenheim nach Worms, Darmstadt usw. wurde

gutgeheißen. Sn der Frage der Wiedererrichtung der Starkenburg bei Heppenheim sprach sich die Versammlung dahin aus, daß der Bergfried möglichst wieder so gestaltet werden soll, wie er vor

Der dritte Schutz.

Kriminalroman von Ole S t e f a n t.

4 Fortsetzung Nachdruck verboten.

Um Gottes willen verrenne dich nicht in biefe Idee!" Kramer drückte dem Alten besorgt die Hand. ^Die Sache wird sich anders klären, einfacher ich sehe im Moment noch nicht, wie. Wer weiß denn, ob dieses dumme Zettel überhaupt mit dem Schuß im Walde züsammenhängt? Was Racoszy betrifft, so liegt er scharf bewacht im Zuchthaus- 3arett von Sonnenburg!"

Brentheim wiederholte beharrlich:Es ist seine Handschrift. Du wirst sehen!"--

Die Sonnenstrahlen fielen schon schräg über den Weg und brannten weniger heiß, als sich die beiden Freunde wieder der Villa Grete näherten. Helles Gelächter scholl ihnen aus dem Garten entgegen.

Da ist die ganze Horde ja wieder beisammen!" brummte der Kommissar.Laß uns hinten herum in mein Zimmer gehen.

Am Hintereingang trafen sie das Dienstmäd­chen Maria mit zwei großen Wasserkannen.

Bringen Sie mir auch einen frischen Schluck herauf!" befahl der Alte und, die Treppe hinauf­steigend, sagte er zu Kramer:Mit dem fließenden Wasser ist es hier vorläufig noch im argen. Wir müssen es immer vom Brunnen im Garten holen."

Da ist ja der Zettel!" sagte er und ging aus den Schreibtisch zu.Da sieh dir die Schrift an!" Und reichte, ohne ihn vorher anzusehen, dem Anwalt hin.

Der sah als erstes eine Zeile Maschinenschrift.

Erstaunt las er:

Auch Nummer zwei ist ein Fehlschuß."

Nun, Kramer, was sagst du?" drängte Brent» heim.

Unfähig, ein Wort zu sprechen, reichte Kramer ihm das Blatt hin.

Der Kommissar setzte seine Brille auf und zuckte 6ch dem ersten Blick auf den Zettel zusammen.

bis in die Lippen sah er den Anwalt an.

Sn diesem Augenblick betrat Maria mit einer Ocfferfaraffe das Zimmer.

.Hierher, Maria!" Brencheims Stimme klang gebrochen, doch raffte er sich zusammen.Wer ist m Keiner Abwesenheit hier im Zimmer gewesen?"

Niemand, Herr Kommissar."

Es muß jemand hier gewesen fein.

Maria zuckte hilflos die Achseln.

Auf meinem Schreibtisch hat ein Stück Papier gelegen, das ist fortgekommen. Dafür hat jemand einen anderen Zettel hier hingelegt. Das kann doch nicht durch Zauberei geschehen sein. Wer war hier?"

Maria dachte nach.Nur Fräulein Grete!" sagte sie schließlich.Sie hat den Schlüssel für das Kla­vier aus dem Wandschrank geholt."

War sie allein hier?"

Sa ganz allein . . . Vielleicht liegt der Zettel im Papierkorb."

Aber er fand sich nicht dort. Brentheim schickte Maria noch unten: Grete möge sofort heraufkom- men. Die beiden Freunde schauten durchs Fenster in den Garten.

Wer hat den Zettel gebracht?" flüsterte Brent­heim vor sich hin, die Fäuste geballt.

Kramer fühlte unendliches Mitleid mit dem alten Mann. Er begann, zu fragen:Wen hast du außer Maria zur Bedienung im Hause?"

Nur den Gärtner Franz."

Kramer beobachtete die Gäste im Taften. Er er­kannte die jungen Maler, unter ihnen Molinski, um zwei alte Damen geschart, Mütter zweier Schü­ler, wie Brentheim erklärte. Professor Oelscher saß im Gespräch mit einem rotwangigen Herrn mitt­leren Alters, von mächtiger Gestalt.

Der Weinhändler Esser aus Bonn", sagte der Kommissar.Er wohnt den Sommer über in des Nachbarvilla, fünf Minuten von hier in östlicher Richtung."

An einem Rosenstrauch hantierte der Gärtner. Kramer sah sein Gesicht: gesund, pfiffig und treu­herzig.

Aus dem Musikzimmer tönte eins Beethoven- Sonate: Klavier und Geige. Sie brach jäh ab.

Setzt kommt sie", sagte Brentheim, der mit schweren Schritten auf und ab ging.

Das junge Mädchen trat ein und begrüßte die Herren.

Der Alte fragte ungewollt rauh:Wann hast du den Schlüssel geholt, Grete?"

Etwas vor fünf, ehe die Stunde begann!" ant­wortete die Kleine verwundert.

Hast du etwas vom Schreibtisch genommen?"

Nein, nichts!"

Hast du diesen Zettel auf dem Schreibtisch be- merft?J

Nein, ich habe gar nicht hingesehen!"

Kramer machte dem Gespräch ein Ende, indem er Grete bat, ihn hinunterzuführen und ihren Gästen vorzustellen. Sie war gern bereit dazu.

Der Rechtsanwalt schritt von Gruppe zu Gruppe und suchte mit jedem einzelnen der Anwesenden ins Gespräch zu körnen.

Der größte Teil der jungen Leute hatte sich empfohlen, die Ueberbleibenden fetzten sich alle um den großen Gartentisch in der Laube.

Da waren außer Kramer und Brentheim noch der junge Molinski, der still Grete gegenübersah und sie mit den Augen verschlang^ Lachner, der aus dem Musikzimmer gekommen war: der Bro- sessor, der nervös mit dem Stuhl wippte und fort« während auf Grete einsprach: und der Weinhändler Esser, der Kölsche Krätzcher erzählte und sich über sich selbst totlachen wollte.

Während der Pause eines Gespräches zwischen Kramer und Lachner wandte sich Molinski an den Musiker. Er sprach mit leichtem Akzent und einer Art freimütiger Bescheidenheit, die Kramer gefiel.

Herr Lachner wissen Sie, daß unsere gute Frau Schmitz sonderbare Gäste außer uns zu be­herbergen scheint? Wir beide wohnen nämlich in Mehlem bei derselben Wirtin!" fügte er, zu Kramer gewandt, erläuternb hinzu.

Was heißt das?" fragte der Musiker lächelnd.

Denken Sie, was mir heute nacht passiert ist. Sch bin bis gegen zwei Uhr an den Ufern herum- gelaufen und kam um drei Uhr todmüde nach Haufe. Sch ging sehr leise, um Sie und Frau Schmitz nicht zu wecken, die Treppe hinauf und machte kein Licht. Aus halber Huhe der letzten Stiege vor unserer Wohnung höre ich, wie untere Wohnungstür leise geöffnet und wieder geschlossen wird. Sch bleibe unbeweglich stehen und gewahre im Mondlicht, das durchs Treppenfenster hereinfällt, einen Mann, der leise die Stufen hinabzusteigen beginnt. Auf einmal sieht er mich und bleibt ebenso still stehen wie ich."

Um Gottes willen eine Gespenstergeschichte!" rief Grete lachend aus und wollte sich die Ohren zuhalten.

Und der Weinhändler sah den jungen Mann mißbilligend an.

Nein, keine Gespenstergeschichte!" sagte Mo­linski errötend.Obgleich ich sie mir noch nicht er­klären kann.

Also wir standen im Dunkeln und sahen uns an. Sehr lange Zeit, schien mir. Schließlich jagte der Fremde: Gute Nacht! und ging an mir vorüber die Treppe hinunter und aus dem Hause!"

Das war alles?" fragte Esser enttäuscht. Oelscher lachte und zeigte seine schlechten Zähne.

Sa, das ist alles. Aber ich kann mir nicht er­klären, wo der Mann herkam. Frau Schmitz be­hauptet, nichts von ihm zu wissen. Sch müsse ge­träumt haben. Haben Sie denn heut nacht nichts gehört?"

Nein Gott sei Dank nicht!" sagte der alte Musiklehrer und sah den Süngling vorwurfsvoll an.Sagen Sie warum wollen Sie mir denn meine schone, stille Bude unheimlich machen? Sch werde von heute ab zufchließen rnüsien!" setzte er etwas nervös hinzu.

Wie sah der Mann aus?" fragte Brentheim gedämpft.

Sch habe nicht viel gesehen, Herr Kommissar. Es war zu finster. Er war mittelgroß und schlank, dunkel gekleidet und mit schwarzen Haaren und Augen, bartlos, wie mir schien."

Der Alte sah Kramer mit einem seltsamen Blick an.

Man brach auf.

Gehen wir zusammen?" fragte der Musiklehrer den jungen Polen.

Nein!" sagte der Süngling etwas verlegen.Sch will noch eine Rötelzeichnung im Freien vollenden!"

Werden Eie denn noch etwas sehen können? Die Sonne ist bald hinab! Nun, wie Sie wollen!"

Der Weinhändler sah dem jungen Mann kopf­schüttelnd nach:Finden Sie nicht auch, Herr Rechts­anwalt, der Sung hat so wat Unheimliches im Gesicht?"

Das glaube ich, er sieht gescheit aus", sagte Kramer lächelnd. Und dachte an den Kamvf der Dicken gegen die Dünnen, von dem Zola schreibt. (Fortsetzung folgt.)

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