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Mittwoch, Z. April 1926
176. Jahrgang
llr. 80 Erstes Blatt
GieMer Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Vrvtk und Verlag: vrühl'fche Universtläts-Vuch- und LLeindruckerei R. Lange in Sieden. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulfttaß^r.
Die Trauer um August Thyssen
Erden nach der Mutter
. Der Reichspräsident trifft heute am
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Deglückenderes für uns Mensch und damit ein auch fiu kämpfen habe!
Gottes Soldat auf Herzen!
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Energie und Fleih. — stattet heute einen seiner besten Söhne, aber diese Eigenschaften bleiben im rheinischen Volke lebendig und werden das Lebenswerk des Ver- storbenen und das ganze Land neuer Blüte ent*
Annahme von Anzeigen für die logesnummer bi» zum Nachmittag vorher.
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Chefredakteur.
Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein; für den An- zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in (Liehen.
Kammer und Senat angenommen rechnungen bei einem Frankenstand Pfund zugrunde lagen, während steht, bleibt es fraglich, ob die Steuern und Einkünfte wirklich in
Reichspräsident er ist, die Millionen alter Soldaten aller Grade vereinigen, die ihm im Weltkriege gehorchten. — Sn der „Deutfchen Al kg. Zeitung" wird gesagt: Eines ganzen Menschenleben Arbeit gab Hindenburg die Fähigkeiten, aber auch das Anrecht zum Feldherrn. Was er als solcher dem deutschen Heere, dem deutschen Bolle gewesen ist seit jenem 22. August 1914, an dem er gen Osten fuhr, um sich der Russenflut entgegenzustellen, und wie er dann in höchster Selbstverleugnung und Pflichterfüllung am Schluß des Weltdramas nicht nur die deutsche Volks - und Soldatenehre rettete, sondern auch die Grundlage zur Stützung des wankenden Staatsgebäudes schuf, das steht noch lebendig vor unser aller Augen. Das innere Gleichgewicht, das chn „zu schwankender Zeit nicht schwankend gesinnt fein läßt", macht den Generalfeldmarschall auch in seiner Stellung als Reichspräsident nicht minder bewundernswert, vertrauens- und verehrungswürdig. — Sn der „Vossifchen Zeitung" wird ausgeführt: Sm llnglüd des deutschen Volkes wuchs Hindenburg vermöge der sittlichen Kräfte, die in seinem Charakter wirkten, wett hinaus über den Heerführer zu der geschichtlichen Gröhe eines Dolkshel- de n, der seine ganze Vergangenheit, fein Empfinden zurückstellt, um in der tiefsten Rot öe$ Vaterlandes nichts anderes als feine Pflicht gegenüber dem deutfchen Volke zu tun. So wurde Generalfeldmarschall v. Hindenburg zum Wegweifer durch die Leidenschaften und Wirrungen der Revolution in eine neue Epoche.
Vie vertagte französische Arise.
Kammer und Senat haben in den frühen Morgenstunden des ersten Ostertages die F i - nanzvorlage angenommen und damit das Kabinett Briand gerettet. Möglich wurde der Regierungssieg in der Kammer nur dadurch, dah die Sozialisten und auch ein Teil der Radikalsozialisten entgegen ihren früheren Absichten bei der Abstimmung nicht gegen die Finanzvorlage stimmten, sondern sich der Stimme enthielten. Sie scheuten vor einem neuen Regierungswechsel zurück, der für die augenblickliche Lage Frankreichs nur eine neue Belastungsprobe bedeutet hätte. Da durch das dauernde Sinken des Fran- k e n sowieso alle früheren Berechnungen über den Haufen geworfen werden, liehen sie die Einführung der Umsatzsteuer zu, durch die unter der Bezeichnung Zahlungsabgabe das Kabinett Briand-Doumer vor der Abreise nach Genf gestützt war. Das Kompromiß über das Petroleummonopol und das Zuckermonopol verschaffen ihnen nach außen hin einen scheinbaren Ausgleich für das Rachgeben in der Llmsahsteuer- srage. Die Annahme der Finanzvorlage bedeutet aber keineswegs die Rettung aus der Finanzkatastrophe. Einem solchen Optimismus geben sich wohl weder die Parteien noch die Regierung hin. Denn abgesehen davon, dah der Finanzvorlage, wie sie jetzt von
Eine neue Rede Herriots.
Paris, 6. 2lpril. (WB.) Sn Chatel- feraut (Departement Vienne) fand heute zu Ehren des Kammerpräsidenten H e r r i o t eine von den Radikalen veranstaltete Kundgebung statt, in deren Verlauf Herriot eine Rede hielt und sich gegen die Vorwürfe wandte, die gestern in Ranch gegen seine Laienpoli til erhoben wurden. Er sprach alsdann von seiner Friedenspolitik. Man habe, so führte er aus, den Frontkämpfern erklärt, dieser Krieg werde der ketzte fein; es fei der Krieg des Rechts. Er habe geglaubt, dies dahin deuten zu sollen, dah, wenn Frankreich siegreich wäre, seine Aufgabe darin bestehen würde, eine neue Weltorganisation zu suchen, um sie an die Stelle des früheren Allianzsystems, des Erzeugers von Kriegen, zu sehen. Er, Herriot, habe aber eine Regelung vorgesehen, die bereits jetzt Frankreich mehr Garantien biete als das frühere System. Er habe im Ramen Frankreichs den endgültigen 'Frieden nach Genf getragen. Das Wert sei nicht beendet. Er verkenne nicht die Tätigkeit derjenigen, die es fortgesetzt hätten, und besonders nicht öie Tätigkeit derer, die die Abkommen von Locarno unterzeichnet haben. Sm weiteren Verlaus seiner Rede kam Herriot auf die Sozialisten zu sprechen. Er erklärte, man fordere von ihm, seine sozialistischen Freunde zu verleugnen. Er lehne das aber ab; die Sozialisten hätten ihn immer mutig unterstützt und Vas werde er nicht vergessen. Heute gebe es in Frankreich eigentlich nur zwei Parteien. und diese würden auch morgen bestehen: diejenigen, die offen und ehrlich von ihrer Arbeit lebten, und die anderen, die von der Arbeit der anderen leben wollten. Man werde ihnen die Ausübung ihrer politischen Rechte nicht verweigern, aber ihren Einschüchterungen und Drohungen nicht nachgeben. Man habe erklärt, dah die Politik des Kartells verloren fet „Rein!" so schloß Herriot, „sie ist ebenso dauerhaft wie die Republik jelbstl
späten Rachmittag von feinem Osteraufeitthalt Groh-Schwulper wieder in Berlin ein.
Die Berliner Presse zum Hindenburgjubiläum.
Zur Wiederkehr des Tages, an dem vor Jahren Generalfeldmarschall v. Hindenbu „ als Secondeleutnant in die preußische Armee eintrat, schreibt die „Kr eu z ze i t u ng": Hindenburg hat Krieg und Frieden, Aufstieg und Riedergang des deutschen Volkes in drei Generali onen miterlebt. Sm Weltkriege ist er uns zu der Gestalt emporgewachsen, an die sich alles Ver- itauen und alleHofsnung klammerte, die
Hindenburgs Beileid.
Berlin, 6. April. (TTl.) Der Reichspräsident hat an Herrn Fritz Thyssen, Schloß Landsberg bei Mülheim, folgendes Telegramm gerichtet:
„Zu dem schweren Verlust, den Sre und die Familie Thyssen durch das Ableben Shres Herrn Vaters erlitten haben, spreche ich Shnen meine aufrichtige Teilnahme aus. Ein schöpferischer Führer der deutschen Wirtschaft und aufrichtiger Mann von vorbildlicher Pflichttreue ist mit August Thyssen dahingegangen. Sein Andenken wird stets in hohen Ehren gehalten werden." gez. v. Hindenburg
Reichspräsident."
Das Beileid des Reichskanzlers.
Berlin, 6. April. Anläßlich des Ablebens von August Thyssen hat Reichskanzler Dr. Luther an Dr. Fritz Thyssen in Mülheim a. d. Ruhr das folgende Beileidstelegramm gerichtet: „Die Rachricht vom Heimgang ihres Vaters hat mich aufrichtig bewegt. Mit ihm ist von der Erde ein Mann abberufen worden. der wie wenige die großen technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten dieses Zeitalters wirklich erkannt und mit fester Führ er kraft und unvergleichlicher Zähigkeit der Entwicklung eines gewaltigen Lebenswerkes nutzbar gemacht hat. Wer wie ich durch eigenes Erleben dem Ruhrgebiet innerlich verbunden ist, kann die ganze Bedeutung dieses schöpferischen Menschen würdigen. Auch meine persönliche Erinnerung an August Thyssen, mit dem ich so oft in gemeinsamer Arbeit, aber auch in persönlichem Gespräch zusammengessen habe, wird mir stets in aller Eigenart seine scharf um- rissene. Willensstärke Persönlichkeit lebendig erhalten. Sch nehme aufrichtigen Anteil an dem Heimgang dieses außerordentlichen Mannes, dem hohe Verehrung gebührt und spreche Shnen, Herr Dr. Thyssen, und allen Hinterbliebenen mein herzlichstes Beileid aus.
An die Thhssenwerke in Hamborn hat der Reichskanzler telegraphiert: Mit bei.*. Tode August Thyssens wurde aus dem deutschen Wirtschaftsleben ein Mann abberufen, der in die Reihe der größten Wirtschafts* ü h r e r zählt und sein ganzes Leben hindurch eine schöpferische Kraft von höchstem Ausmaß betätigte. Mit der Entwicklung der deutschen Großeisenwirtschaft und des deutschen Bergbaus ist sein Rame unlösbar verbunden. Mit nimmer rastender Arbeit, die ihm höchster Lebensgenuß war, und mit eiserner Kraft des Geistes lieh er aus kleinen Anfängen ein gewaltiges Werk emporwachsen, dem auf jeder Entwicklungsstufe stets die neuesten technischen Fortschritte nutzbar gemacht wurden. Zehntausende deutsche Volksgenossen fanden Arbeit und Brot an dieser Stätte zur Erzeugung wirtschaftlicher Werte. Allen Mitarbeitern Aug. Thyssens, die den großen Gründer und Führer des Gesamtbildes Thyssenscher Unternehmungen verloren haben, spreche ich der Reichsregierung und mein aufrichtiges Beileid aus.
Das Beileid des Ministerpräsidenten Braun.
Berlin, 6. April. Der preußische Minister- präsident Braun hat zum Ableben August Thyssens an dessen Sohn Fritz Thyssen in Mülheim-Ruhr folgendes Telegramm gesandt: Ramens des preußischen Staatsministeriums spreche ich Shnen und der ganzen Familie Thyssen mein herzliches Beileid aus zu dem Heimgang Shres Herrn Vaters. Das Leben des Verstorbenen war zugleich ein Sinnbild f ü r den wirtschaftlichen Au f s ch w u n g.
teten Umfang eingehen werden. Dazu kommt noch, dah jetzt bereits ein ungedeckte Defizit von 2,5 Milliarden Franken vorhanden ist. das bei allen Berechnungen überhaupt noch nicht angesetzt worden ist.
Alle Sanierungsmaßnahmen stehen also wie bisher nur auf dem Papier und werden auch für die Finanzkatastrophe feine Abhilfe schaffen. Dazu wäre es notig, die Steuerschraube ganz anders anzuziehen. Daran wird aber die Regierung durch die Parteien gehindert, für einen Teil derselben bietet ja gerade die S n- flativn neue Gewinnchancen. Dazu kommt, dah die imperialistische Politik gewaltige Summen verschlingt ,für die nimmer eine Mehrheit sich findet. Zwar scheint man allmählich mit dem Marokkoabenteuer ein Ende machen zu wollen, da man zur Ueberzeugung gelangt ist, dah jede Verlängerung endgültige Entscheidung bringt. Wenn man die Friedensneigung dem Führer der Riftruppen andichtet, so sucht man dahinter nur die eigenen Absichten zu verbergen, die Marokkosorgen loszuwerden, weil man weih, dah bei den nächsten Kreditforderungen nur schwerlich eine Majorität dafür zu haben fein wird. Denn die Entwertung des Franken, die natürlich eine Zunahme der Teuerung mit sich bringt, schafft Unruhe im Lande. Dah bei den Rachwahlen in Paris mit bürgerlicher Hilfe zwei Kommunisten gewählt wurden, ist ein Zeichen dafür, dah sich die Verhältnisse immer mehr zuspihen. Die Regierung hat mit der Annahme der Finanzgesehe nur eine Atempause erhalten. Ob es D r i a n d gelingen wird, sein Kabinett lange zu halten, wird sich bald Herausstellen, wenn es gilt, neue Mittel ausfindig zu machen, um die groben Lücken im Staatshaushalt zu stopfen, und den Versuch zu unternehmen, der Weiterentwicklung der Snflation Einhalt zu tun.
diesen Glauben und dieses Vertrauen tausendmal rechtfertigte und uns auch dann nicht m Stich lieh, als alles um uns her wankte und plsarnmenzubrechen drohte, ilnb so sehen wir in ihm den besten Teil unseres Wesens. Air verehren in ihm den Charakter, der schwerem Schicksal die Stirn zu bieten und jeder Rot gegenüber auszuharren weih. — Sn der „Deutschen Tageszeitung" heißt es: Das Subiläum Hindenburgs wird mit Recht als ein militärisches liecht begangen werden, an dem sich mit der Leichswehr, deren oberster Befehlshaber als
Der deutsche Botschafter bei Briand.
Paris, 6. April. (TTl.) Don zuständiger deutscher Seite wird heute darauf aufmerksam gemacht, dah der Besuch des deutschen Botschafters von H ö s ch am Quai d' Orsay am letzten Freitag in keinem Zusammenhang mit der Studienkommission für den Völkerbund stehe. Die anderslautenden Sn* formatierten des „M ati n", die von der französischen Presse übernommen wurden, und auch in den deutschen Zeitungen auftauchten, seien aus der Luft gegriffen. Das offizielle Kommunique der deutschen Botschaft, das feststellt, dah im Rahmen der politischen Lage die Luftfahrt- Verhandlungen und Wirtschaftsbesprechungen zur Sprache gebracht wurden, entspreche vollauf der Tatsache. Cs sei in ihm auch nichts fortgelassen. Für den Besuch von Höschs macht man geltend, daß der deutsche Botschafter den französischen Ministerpräsidenten wegen der gespannten innerpolitischen Lage in Frankreich lange Zeit nicht gesehen habe, und genau derselbe Grund habe den englischen Botschafter Lord Crewe bewogen, sich im Quai d' Orsay einzufinden. Mit der Aufnahme der Verhandlungen über die Stu* dienkommission des Völkerbundes zur Prüfung der Ratsfrage sei nicht vor der Rückkehr des Reichsauhenministers nach Berlin zu rechnen.
Tbort in übertragenem Sinne: Sa, jeder von un#, in aller Stille und Schlichtheit, aus tapfer, liebereicher Gesinnung, mit ganzem Herzen ein tl>ter Soldat Gottes! Seder. erfüllend die reine Sehnsucht seiner Mutter, daß er ein guter, echter Mensch und Safager werde, einer, der weiß, zur Höhe zu kämpfen! Kann es etwas Größeres, geben! Seder ein ganzer glücklicher, wie schwer er
Erscheinttäglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen:
Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle
Movatr-vezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummem infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen.
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gegen führen.
Der Reichswirtschastsminister an Dr. Fritz Thyssen.
Berlin, 6. Apinl. (W.B.) Der Reichs- wirtschaftsminister C u r t i u s sandte dem Sohn des verstorbenen August Thyssen Dr. Fritz Thyssen, Hamborn, folgendes Beileidstelegramm: Sn aufrichtiger Anteilnahme spreche ich Shnen mein tief empfundenes Beileid zu Shrem schweren Verlust aus. Mit Shrem Herrn Vater ist eine der markantesten Erscheinungen der deutschen Sndustrie dahingeschieden. Mit klarem Blick hat er die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse vorhergesehen und sich in schöpferischer Gestaltungskraft dieser Entwicklungstendenz angepaht, ja ihr selbst neue Wege gewiesen. Er war der deutschen Wirtschaft ein großer und weitblickender Führer. Als Mensch war er ein hohes Vorbild eines deutschen Mannes, dessen edle Hingabe an sein Werk nur ein Ziel kannte: der ganzen deutschen Wirtschaft und dem deutschen Volke zu dienen.
Die Berliner Presse zum Tode Thyssens.
Berlin, 6. April. Sämtliche Berliner Blätter widmen dem Heimgegangenen August Thyssen lange Rachrufe. Die „Kreuz - zeitung" schreibt: Mit Thyssen ist einer von Den markantesten der rheinisch-westfälischen Sn* dustriekapitäne, der Senior jener Kaufleute und Fabrttanten, wie sie sich int Bewußtsein ihres Wertes selbstgenügsam nannten, endgültig vom Kampfplatz abgetreten; denn gekämpft hat August Thyssen Zeit seines Geben. Was diesem Kampf aber seine innere Berechtigung gab, das waren seine Ergebnisse. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" nennt Thyssen den bedeutendsten Techniker, Kaufmann und Finanzier unserer Zeit. Sn der „Täglichen Rund- sch a u" heißt es: Wenn nicht lange vor seinem Hinscheiden Thyssen feine Zustimmung zu dem Aufgehen seines Lebenswerkes in den großen deutschen Cisentrust gegeben hat. so hat hier noch einmal der alte Sndustriekapitän sein hohes Maß von Einsicht in die wirtschaftlichen Notwendigkeiten und seine Entschlußkraft bewiesen. Die „Germania" bezeichnet Thyssen als den Typ der Schwerindustriellen der Vorkriegszeit, der in weiser Selbst beschränkung auf dem ihm eigenen Gebiete, auf dem er bester Kenner war, wahrhaft Großes geleistet habe. Die „Börsen- zeitung" sagt: Thyssen war der größte Arbeiter Deutschlands und der erste Diener seiner Werke, wie Friedrich der Große der erste Diener des Staates war. Der „Bö r s e n - C o u r ie r" rühmt an dem Verstorbenen die überaus große Bescheidenheit und Zurückhaltung. Das christliche Gewerkschaftsblatt „Der Deutsche" sagt über das Verhältnis August Thyssens zu feinen Arbeitern: Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse aus feinen Werken waren immer die besten. Sein rücksichtsloses Vorwärtsdrängen veranlaßte Thyssen, auch der Arbeiterschaft gegenüber allzuoft die Ellenbogen zu gebrauchen. Wenn der alte Thyssen sich trotzdem bei den Arbeitern eines gewissen guten Rufes erfreute, dann nur deshalb. weil er keine Drohne, sondern selbst außerordentlich fleißig war.
„Gottes Soldat".
ßu Hindenburgs 60. Militärjubiläum am 7. April. Don Reinhold Braun.
„Werde Gottes Soldat nach ihrem
(der Mutter) Herzen!" Walter Flex. .
Ein schönes, tiefes Gespräch vereinte uns, ten alten ehemaligen „aktiven Offizier" und mich. Dir saßen hr feinem fast spartanisch einfachen Arbeitszimmer. Sch schaute in die Entwicklung eines Menschen hinein, in ein echtes, starkes Mannes- und Soldatenleben. Er erzählte von ter Kadettenzeit, von bet strammen Zucht in der Anstalt, von der frisch-fröhlichen, aber auch ncmchmal recht harten Leutnantszeit, von seinem langsamen Aufwärtsrücken bis hin zum Welt- friege, bis schließlich zum jähen Abbruche. Heute seht dieser Mann in anderer, bedeutsamer Stellung als Führer und Organisator und Volksvertreter, und er beweist auch hier, daß er ein ganzer ÜKamr ist.
Sch muß sagen, meine Hochachtung vor dem .aktiven Offizier" hat sich wiederum an diesem Abende, da ich den innerlich starken, vortreff* schen Mann erleben durste, um ein gutes Stück Gefestigt. K .
Das war doch eine Erziehung, die durch und furch ging, die das Mark anfahte, die den ganzen Menschen körperlich und geistig in Anspruch nahm Md ihn als Ziel hatte. Das war eine Durchbildung vom Kern bis zur Schale; jede Faser purde gleichsam von ihr ergriffen.
Sv erlebte ich den echten Soldaten, den immer Zusammengerissenen, stets viel von sich Fordernden, den Geschlossenen, edel Wuchtvollero, ten immer in Bereitschaft sich Befindlichen.
Sch erlebte den Kämpfer für Vaterland und Freiheit und alle echten LcbenSgiiter, für deutschen Sdealismus, und in diesem besonderen Falle auch für deutschen Glauben. Das Wort von Walter Flex fiel mir ein: „Werde Gottes Soldat rach der Mutter Herzen." Hier erlebte ich , ihn; Softes Soldaten; denn er ist der Sohn jener Frau, an der ich die Klarheit echten Menschen- lumes erlebte, von der ich bereits berichtete.
Gottes Soldat nach der Mutter Herzen!
Karl Alexander von Bismarck, so erzählt Walter Flex, schickt feinen jungen Sohn hinaus in die Welt, dah er des großen Königs Soldat d-erde. Er hat mit dem Sohn eine stille, schöpferische Vater stunde, in die er seine ganse Siebe dmeinschenkti Sm And.mkcn an die tote Mutter feiert er mit dem So a die heilige Stunde, und Ichließt mit dem Worte: „Werde Gottes Soldat rach ihrem (der Mittler) Herzen!"
Gottes Sold.il Also ein Kämpfer tu eines Höheren Auftrag!
Müssen wir bei diesem Worte nicht an den denken, der unseres Volkes „erster Diener" nun ist, an Hindenburg? Sechzig Sabre ist nun dieser edle Mann Soldat. Ein Menschenalter Soldat * Das zwingt Ehrfurcht ab und besonders bei diesem Manne, der das Soldatentum vorbildlich aufsahte und lehrte, der zu jeder Stimde in diesen sechzig Sahren Soldat war, stets seiner hohen Pflicht eingedenk, stets den ganzen Menschen in die Bresche werfend, stets und immer reifer aus Sott lebend u'.d handelnd! Sa, ein echter, rechter Soldat Gottes! Danken wir dem Geschicke, daß n noch da ist und das Ganze nach seinem besten Wissen und Gewissen zu führen bereit ist. Auch der ihm politisch nicht Zugeneigte muh bei ehrlicher Empfindung Achtung vor dieser Soldaten- riatur, vor diesem Soldaten Gottes haben! Sagen aus diesen vorbildlichen Mann, diesen rechten Lebens- und Gotteskämpferi
Der Segen ruht dann auf uns, wenn jeder fcidf feinem Posten ein echter und rechter Soldat Gottes ist. Was tut dabei die Uniform, was der Stand, was das Geschlecht! Rehmen wir das
den seine rheinische Heimat in den Sahren vor dem Kriege genommen hat, ein Aufschwung, der im wesentlichen beruhte auf den echt rheinischen Tugenden, die auch den Verstör- i st i g e R e g s a mkei t, h. Das Rheinland be°


