Bedingung ist bet sofortige Beginn der Arbeiten. Vollendung bis Ende Mai unb Beschäftigung der Erwerbslosen der Stadt. Die vorhandenen Mittel müssen in der Hauptsache für Arbeitslöhne und nicht für Materialien ausgegeben werden. Ein Antrag der sozialdemokratischen Partei, die Arbeitsleistung eines Arbeiters von 3 Kubikmeter Erdaushub auf 2 Kubikmeter hevabzusetzen. wurde zurückgezogen, aber von dem kommunistischen Abgeordneten Deutel wieder ausgenommen und mit allen gegen dessen Stimme abgelehnt. Die Ausführung der Arbeiten nach dem vom Kulturbauamte a ii 3 gearbeitet en Plane wurde einstimmig genehmigt. Die Vergebung erfolgt nach dem Borschlage des Dauausschusses in 5 Losen. Für die Bezahlung der beschäftigten Arbeitslosen ist ein Stundenlohn von 70 Pf. vorgesehen. Es dürfen nur Akkordarbeiten in Betracht kommen, da andernfalls das Kreisamt seine Genehmigung verweigert.
r. Wölfersheim, 3. März. 3n der heutigen Gemeinde ratssihung wurde zunächst die am 25. und 26. Februar vorgenommene Ho lzv ersteigerung trotz der niedrigen Ruhholzpreise genehmigt. Bei Punkt „W asser- versorgung" wurde die Rohrlegung für 1438 Mark an Gustav Paul, die Erdarbeit für 727 Mark an W. Rieß IV. als Wenigstnehmende vergeben. Der vom Kreisamt angeregte Beitritt der Gemeinde zum Obst- und Gartenbauverein wurde vorläufig abgelehnt. Zwei ältere Gemeindeanleihen sollen mit 20 Prozent aufgewertet und getilgt bzw. mit 2 bis 3 Proz. verzinst werden. Den Arbeitslosen wurde eine einmalige Bergütung von 50 Proz. ihrer wöchentlichen Crwerbslosenunterstühung bewilligt. — Während nächste O st e r n an unserer Schule 25 Schüler entlassen und 35 aufgenommen werden, gelangen voraussichtlich an Ostern 1927 nur 23 zur Entlassung, aber 36 zur Aufnahme. Die 1924 ein- geganaene 4. Schulstelle wird bei dieser Weiter- euttoialung in absetzbarer Zeit wieder eingerichtet werden müssen.
Kreis Büdingen.
Ö Nidda, 5. März. In der jüngsten G c - meinderatssitzung wurden u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: Gegen die von der Firma I. Himmelsbach projektierte Hochwasser- s ch u tz a n l a g e an der Kreisstraße Nidda—Dauern- herm bestehen keine Bedenken. — Die Bereitwillig- feit zur Erbauung von Beamtenmietwohnungen für Reichsbeamte mit Hilfe von Reichsbaudarlehen und Darlehen aus Landes- und Gemeindemitteln aus dem Sondersteueraufkommen wird wiederholt ausgesprochen. — Die Vergütung für Brechen und Aufsetzen der B a s a l t st e i n e in dem städtischen Steinbruch am Ziegenloh wird auf 2 Mk. pro Kubikmeter erhöht. — Die Jagdpacht für das Pachtjahr 1926/27 wird auf 600 Mk. festgesetzt. — Zwecks Abstellung des unhaltbaren Zustandes in der Ludwigstraße wird die Kanalisierung dieser Straße im Prinzip beschlossen, Projekt und Kostenanschlag sollen eingefordert werden. — Die Gemeinderechnung für das Rj. 1924, die erfreulicherweise mit einem ansehnlichen Rechnungsrest abschließt, wird vom Gemeinderat geprüft, ohne daß sich Anstände ergeben. — Dem seit Jahren projektierten Rathausumbau, der in der Hauptsache zur Gewinnung eines größeren Saales beabsichtigt ist, soll in aller Kürze nähergetreten werden. — Die Weiterführung der Wasserleitung nach der neuen Turnhalle wird beschlossen.
Kreis Schotten.
' Ff 2 a u b a d>, 4. März. Gestern abenb boten die Lehrer der hiesigen Stadtschule im großen * Saale des „Solmser Hofs" einen Eltern- - abend in Form eines Lichtbildervor- * trags, der die zahlreich erschienenen Zuhörer , in allen Teilen befriedigte. Zum erstenmal wurde hierbei der von der Stadtschule zu Lln- terrichtszwecken erworbene Lichtbilderapparat benutzt. Zum Vortrag kamen Bilder von Darmstadt, Bergstraße und Odenwald. Die hierzu nötigen Erklärungen gab Frl. Erbe (Stadtschule). Außerdem wurden entsprechende Dichtungen von Karl Schäfer u. a. von den Stadtschülern vorgetragen. Auch wurden mehrstimmige Lieder, die von guter Schulung zeugten, durch die einzelnen Schülercklassen gesungen. Der Ertrag des Abends war befriedigend: rund 38 Mk. Die Beschaffung des Lichtbilderapparats wurde durch das Entgegenkommen des Gemeinderats, der Bezirkssparkasse und der Vorschußkasse ermöglicht.
Lllfa, 4. März. 41m die nach Ei chels- d v r f führende Kreis st ratze dem Postauto- und schweren La ft Wagenverkehr zugänglich zu machen, werden eben durch den Kreis die notwendigen verLehrstechnilchen Verbesserungen vorgenommen. Die scharfen Kurven der steil abfallenden Stratze, die schon dem
Oberhes'ifche Gesellschaft für Natur- und Heilkunde.
Die letzte Sitzung der Naturwissenschaftlichen Abteilung der Gesellschaft in diesem Semester brachte zunächst kurze wissenschaftliche Mitteilungen des Prio^Doz. Dr. Merker zum Thema ,Licht und Atmung". Der Vortragende hat eine über längere Zeit sich erstreckende Kette von Versuchen angestellt, die das Verhältnis der Lichteinstrahlung auf Atmungsprozeß und Sauerstoffoerbrauch gewisser Aerarten feststellen sollten. Experimente an einer Krebsart (mysis relicta) ergaben erhöhte Tätigkeit der Atemäste und führten unter fortgesetzter Bestrahlung zum exitus letalis. Eine Reihe von Lichtbildern demonstrierte die Ergebnisse der Versuiye, die der Vortragende mit zwei Mitarbeitern an Krebsen, Regenwürmern, Fischen und Egeln an- gestellt Hal. Man konnte die Kurve des Sauerstoffverbrauchs dieser lichtempfindlichen Tierarten verfolgen, die unter der Einwirkung des Lichtes nach mehr oder minder kurzer Zeit zugrunde gehen. An das Referat schloß sich eine kurze Diskussion, in der botanische, zoologische und klinische Parallelerscheinungen zu den geschilderten Ergebnissen vorgebracht wurden. — Den größeren Teil des Abends füllte ein Vortrag von Prof. Dr. Funk über die zoologische Station in Neapel und botanische Meeresexkursionen (beides mit Lichtbildern). Man hörte die ..wichtigsten Daten und Fakten aus der wechseloollen Geschichte des Instituts, auf die wir vor einiger Zeit bereits an dieser Stelle hinzu weisen Gelegenheit hatten. Das Institut, eine Schöpfung des Jenenser Privatdozenten Anton D o h r n , wurde im Jahre 1874 eröffnet, es ist in den folgenden Jahren beständig erweitert und ausgebaut worden und genoß bei seinem 25jährigen Bestehen schon wifsenjchaft- lichen Weltruj. 1909, nach dem Tode des Gründers, übernahm fein Sohn Reinh. Dohrn die Leitung. Die kleine Flotte des Instituts wurde vergrößert,
gewöhnlichen Fuhrwerk-Verkehr lästig wurden, werde:i durch Verbreiterung der Stratze mehr abgeflacht. Außerdem will man versuchen, durch Abtragung bzw. Auffüllung das für eine Fahrstraße ungewöhnlich starke Gefälle abzujchwächen. Auch nach diesen Verbesserungen dürfte die Straße in vereistem Zustande Cem Verkehr noch manche Schwierigkeit bieten.
„T‘ Ober-Schmitten, 4. März. Gestern wurden hier zwei Kriegsteilnehmer zu Grabe getragen: Der 77jäljrige Veteran von 1870 71 Konrad Ruppel und der 25jährige Kriegsbeschädigte Reinhold Doll. Letzterer war erst vor einem halben Jahre aus Brasilien zurückgekehrt, wo er sich über zwei Jahre aufgehalten.
lg. Gedern, 3. März. In Angelegenheiten des Krankenhauses fand im Bergwirtshause eine Besprechung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Müller ' statt, an welcher neben Medizinalrat Best und Regierungsrat Weber (Schotten) auch der erweiterte Ausschuß des Krankenhauses teilnahm. Bürgermeister Müller erstattete einen ausführlichen Bericht über die Entwicklung des Krankenhauses und brachte zum Ausdruck, daß diese als recht erfreulich bezeichnet werden könne. Umfangreich sind die seit Bestehen geleisteten Arbeiten und Neuanschaftungen. So muhte eine Anzahl von Betten neu angeschaftt werden. Ein Operationszimmer, Zimmer zweiter Klasse wurden eingerichtet und ein neues Treppenhaus geschaffen. Wenn auch der Krankenhausbetrieb in vielen Monaten einen Ueberfchuß ergab, so reichte dieser doch nicht zur Deckung größerer Reparaturausgaben und Neuanschaffung von Einrichtungsgegenständen vollständig aus.
Kreis Alsfeld.
-er. Homberg a. d. Ohm, 4. März. Die angenehme Witterung der letzten Zeit erleichterte die Vorarbeiten zu der jetzt allenthalben einsetzenden Bautätigkeit. So sind schon Steine und Sand zu einem Neubau angefahren, der? ein Postschaffner vor der Stadt aufzuführen beabsichtigt. Andere 93auluftige haben um den Staatszuschuß nach- §esucht. Für diese kommt als Bauplatz die Ernst - udwig-Straße und die Ober-Ofleidener Straße in Betracht. — Die Gewerkschaft „Gute Hoff- n u n g", die schon jahrelang mit Schürfungsarbeiten beschäftigt war und in der „Wollbach" einen langen, wagerechten Stollen zwecks Erlangung von Braunkohlen getrieben hat, hatte bis jetzt nur große Ausgaben, ohne Einnahmen buchen zu können. Bei der Durcharbeitung der Erdschichten stieß man aber auf sog. bituminösen Kalk, der nach seiner chemischen Zusammensetzung sich sehr für Bodendüngung und -Verbesserung eignet und deshalb wiederholt in Wort und Schrift besonders den Landwirten empfohlen wurde. Daraufhin liefen recht zahlreiche Bestellungen ein. Leider konnte die Firma den großen Aufträgen noch nicht nachkommen, weil die Trockenanlage für den Kalk nicht fertiggestellt ist. Ein weiterer Mißstand ist der nach diesen Anlagen führende in schlechtem Zustande befindliche Feldweg. In seiner letzten Sitzung beschäftigte den Gemeinde rat ein Antrag der Gewerkschaft, der um baldige Instandsetzung des Weges bat. Trotz des sehr günstigen Angebots seitens eines Vertreters der Firma, als Beitrag zu den Kosten des Wegebaues 50 Prozent zu leisten, k onnte sich der Gemeinderat nicht im Sinne des Antrages einigen. Da der Kalk bei der Frühjahrsbestellung der Äecker Verwendung finden soll, ist eine Verzögerung in der Belieferung nur zu bedauern. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn gerade jetzt in der arbeitslosen Zeit ein derartiges Unternehmen in Blüte käme, im Interesse der Stadt Homberg und ihrer Umgebung.
(D Lehrbach, 3. März. (Zum neuen K r a ft p o sts a h r p 1 a n.) Am 1. März ist, wie berichtet, eine Aenderung im Autopostver- kehr Alsfeld — Kirchhain eingetreten. Vorher konnte man von hier um 7.05 Uhr morgens nach Kirtorf fahren, war um 7.15 Uhr dort und er- reitfjte den Anschluß an das 7.25 Uhr nach Alsfeld fahrende Poftauto. Wer von Kirtorf, Lehrbach, Niederklein eine schnelle Beförderung an die Main— Weser-Bahn suchte, konnte norm, in Kirtorf 7.20 Uhr, Lehrbach 7.30 Uhr, Nieberklein 7.50 Uhr abfahren und erreichte bei der Ankunft des Autos um 8.10 Uhr in Kirchhain die Anschlüsse an den Personenzug nach Frankfurt 8.15 Uhr, an den beschleunigten Zug 8.37 Uhr, nach Burg- und Niebergemünoen 8.19 Uhr und nach Kassel 10.02 Uhr. Wer in Alsfeld zu tun hatte, konnte 2.45 Uhr dort abfahren und bann von Kirtorf aus entweder zu Fuß hierhergehen ober auf bas Auto warten, das ihn 6.20 Uhr ab Kirtorf beförderte. Um 7.10 Uhr war man bann in Kirchhain, abreisender Besuch erreichte dort die Anschlüsse nach Frankfurt 7.13 Uhr ober 7.29 Uhr, nach Burgund Nieder-Gemünden 7.48 Uhr und nach Kassel 7.45 Uhr. Viele Bewohner und Besucher unserer Gegend Haden diese bestehende, allerdings nicht ohne Opfer für die beteiligten Gemeinden verbundene Verkehrserleichterung dankbar begrüßt und in Anspruch genommen. Wie gestaltet sich nun der Auto
unb im Jahre 1913 arbeiteten bereits zehn Assistenten und ein starkes Hllsspersonal an der Station. Dann kamen die für das Institut sehr kritischen Zeiten des Krieges unb nach dem Kriege. Erft 1923 stabilisierten sich die Verhältnisse; seit 1924 steht Prof. R. Dohrn wieder an der Spitze der Station, durch die mehrere tausend Forscher verschiedenster '.Nationalität hindurchgegangen, unb aus der etwa 10 000 wissenschaftliche Publikationen im Laufe der Jahre heroorgetzangen sind. Eine Reihe von Bildern zeigte die Station, ihre Räumlichkeiten, ihre kleine Flottille und die Fangvorrichtungen an Bord der Versuchsschiffe. Prof. Funk, her als Botaniker selbst eine Zeitlang am 'Neapeler Institut gearbeitet hat, gab sodann an Hand der Karte eine Uebersicht über die Meeresuegetation im Aktionsgebiet der Station und ließ seine Hörer in einer Folge von Lichtbildern eine kleine botanische Exkursion mit- machen. Im allgemeinen ist die Vegetation nicht unter 100 Meter tief zu suchen (es kommt bekanntlich auch hier auf die Lichteinwirkung an); besonders günstige Vegetationsinfeln bilden die in geringer Tiefe unter dem 'Meeresspiegel gelegenen sog. Seccen, die sich vorzüglich durch Zeichen Algenansatz auszeichncn. Praktifch bemerkenswert find die geringen Niveaudifterenzen bei Ebbe unb Flut, im Gegensatz etwa zu den Verhältnissen auf Helgoland. Eine FiUle intereffanter (und schwiersg zu gewinnender) Ausnahmen der Vegetation im freien Meere zeigten charakteristische Beispiele von Epiphytismus (Aufeinanderwachfen) ber Meeresfauna, der m allen 'Meeresregionen zu beobachten ist und oft zu völliger Ueberwucherung der Tragpflanze führt. Spezialisierter Epiphytismus ist festzustellen, wo sich die Gastpflanze nickst uuchllos ansiedelt, fonbern gewisse Tragpflanzen bevorzugt. Besonders zu untersuchen wäre der Uebergang vom Epiphytismus zum Parasitismus. Eine Folge weiterer Aufnahmen brachte Proben der Meeresuegetation in den (künstlichen) Grotten des Fanggebietes und eine Anzahl von Exemplaren der Meeresbodenflora. — Zum Schluß
poftverkehr auf Grund des neuen Fahrplans? Man fährt morgens um 6.25 Uhr in Kirchhain ab, ist um 7.15 Uhr in Kirtorf, 8.10 Uhr in Alsfeld und erreicht dort wesentliche Zuganschlüsfe. Das ist günstig für die Bahn und für Alsfeld, zumal jemand, der nur in Alsfeld zu tun hat, um 11 Uhr wieder zurückfahren kann. Er ist um 11.45 Uhr wieder in Kirtorf. Hierher muß er allerdings laufen. Wer dagegen — wie seither — morgens von Kirchhain aus nad) Frankfurt oder Kassel und Umgegend reifen will, der muß halt sehen, wie er hinkommt. Und wer nachmittags 5.25 Uhr von Kirchhain ab- sahren konnte, 6.05 Uhr in Lehrbach, 6.15 Uhr in Kirtorf war, der kann das nun bleiben lassen. Im übrigen kann man 4.15 Uhr mitags nach Alsfeld fahren und von dort nach halbstündigem Aufenthalt wieder zurück. Summa furamarum: der neue Kraftpoftfahrplan bedeutet einen Rückschritt in der Entwicklung des Verkehrswesens unserer Gegend. Schuld an dieser Rückwärtsbewegung tragen zwei Dinge: zum ersten die wirtschaftliche Lage, mit der auch die Reichspost zu 'kämpfen hat. Zum andern ist aber auch die Gleichgültigkeit der Bevölkerung schuld an der Rückwärtsbewegung in dem Ausbau unseres Verkehrswesens. „Einer für alle, alle für einen", sagt nicht zu Unrecht ein Sprichwort. Dieses Wort müßte auch im Hinblick auf den Autoverkehr verwirklicht werden. Benützt die Autopost mehr, auf daß sie im Interesse der Allgemeinheit rentabel bleibt. Jedermann hat, wenn es gilt, seinen Vorteil davon.
Starkenburg.
WSR. Darmstadt, 4. März. Dem „Darmstädter Lageblatt" zufolge ist es der Hessischen Flugbetriebs-A.-G. gelungen, Darmstadt eine Hauptlinie im innerdeutschen Flug- n etz zu sichern, und zwar die Strecke Darmstadt— Mannheim — Karlsruhe — Stuttgart — München. Ab 6. April wird täglich ein Passagierflugzeug um 3 Uhr in Darmstadt abfliegen und abends 7 älhr in München eintreffen. Zwischen Darmstadt und Frankfurt soll ein Pendelverkehr aufrechterhalten werden.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
<> Hochelheim, 4. März. Die Maul- und Klauenseuche ist hier erloschen. Der Ort und Gemarkung umscsisende Sperrbezirk ist in ein Beobachtungsgebiet umgewandelt worden.
Dillkreis.
WSR. Herborn, 4. März. Drei Personen, die kürzlich einem hiesigen Metzgermeister, der sich zum Vieheinkauf nach Frankfurt a. M. begeben wollte und im Zuge eingeschlafen war, die Brieftasche mit 1100 Mark Inhalt entwendeten, sind jetzt ermittelt und festgenommen worden. Ein Teil der Summe konnte noch bei ihnen entdeckt werden.
Maingau.
WSN. Frankfurt a. M„ 4. März. Polizei- präfibent Ehrler hatte vor einigen Monaten eine Verfügung erlaufen, der zufolge jeder Tänzlest- r e r in Frankfurt a. M. am Schlüsse seiner verschiedenen Tanzkurse nur einen Schlußba11 für sämtliche Kursteilnehmer abhalten dürfe. Der Tanzlehrer Georg D a n n h o f hatte im Auftrage der hiesigen Tanzlehrer Klage beim B e - zirksausschuß in Wiesbaden wegen Schädigung seines Gewerbes gegen den Polizeipräsidenten erhoben. Der Bezirksausschuß detrach- tete die vorgebrachten Gründe als zu Recht ste- stehend an unb setzte bie Verfügung des Polizeipräsidenten außer Kraft. — lieber Frankfurt ist heute nachmittag gegen 3 älhr ein starkes Frühlingsgewitter niedergegangen, das mit Hagelschlag und heftigem Sturm verbunden war. Rach dem Gewitter setzte eine empfindliche Kälte ein.
Kreis Hersseld.
WSR. Hers selb, 4. März. In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, tzur Deckung des Etatfehlbetrags von über 100000 Mk. 15 Proz. Zuschläge zur Gewerbesteuer, 50 Proz. zur Kapitalertragssteuer und 25 Proz. zur Grundsteuer zu erfyeben. Für das städtische Gaswerk, das ausgebaut werden soll, ist eine Auslandanleihe in Höhe von 90 000 Mk. ausgenommen worden, die zum Kurse von 98 Prozent zur Auszahlung gelangt und mit 7 Proz. zu verzinsen ist.
Büchertisch.
— Schairer. Reinhold und Hvff- mann jr., Eonrad: Die Universitäts- ivealc der Kulturvölker. Verlag von
wies der Vortragende auf die außerordentliche Bedeutung des wissenschaftlichen, deutschen Vorpostens in Neapel hin unb begrüßte es, daß auch bie Hessische Regierung ihren Arbeitsplatz im Institut wieder gemietet hat, der hoffentlich in Kürze neu besetzt werden wird.
Was SchatzLaucher Leisten.
Die deutschen Taucher, die sich mit ihren neuen Tauchapparaten an der Suche nach dem verlorenen englischen älnterseeboot „M 1“ beteiligt haben, sollen jetzt eine neue Aufgabe erhalten. Man will sie mit ihren vervollkommneten Methoden heranziehen, um die Goldbarren im Werte von 20 Millionen Mark zu heben, die mit dem Dampfer „Egypt" im Mai 1922 auf der Höhe von Llshant im Meer versunken sind. Die „Egypt" liegt 360 Fuß tief unter Wasser. Bisher ist noch fein Schatz aus einer solchen Meerestie> - ans Licht gefördert worden, aber auch noch nie vorher haben Taucher über so au6= gezeichnete Apparate verfügt. Immerhin haben Schatztaucher doch auch mit der gewöhnlichen Taucherileidung schon Bedeutendes geleistet. Die größte Tiefe, ans der bisher die Ladung eines gesunkenen Schiffes gehoben wurde, war 182 Fuß. Ein spanischer Taucher, Angel Erostarbe, stieg so tief herab, um Silberbarren im Werte von 240 000 Mark auf dem Dampfer „Skyro" zu retten der beim Kap Finisterre gef unten war. Dieser Rekord wurde 1897 aufgestellt. In einer Tiefe von 162 Fuß bahnte sich der englische Taucher Alexander Lanckert einen Weg zu der Schatzkammer des spanischen Postdampfers Al- phvnso XII.“, der bei Las Palmas Schiffbruch erlitten hatte. Lambert brachte 7 Kisten empor, die Goldmünzen für 1 400000 Mark enthielten; ein anderer Taucher rettete noch Gold für 400 000 Mark. Ein drittes Beispiel geglückter Schatz- Hebung durch Taucher ereignete sich an den
Quelle & Meher, Leipzig. 1925. DaS vorliegende Buch enthält eine Reihe von Berichten über die Bildungs- und Plniversitätsidcale aus der dritten Jahrestonferenz der Europäischen Studentenhilfe, die im Jahre 1924 unter Teil», nähme von Vertretern aus ungefähr 30 Landern in Elsnau (Oberbayern) abgehalten wurde. Die einzelnen Berichte (das Buch enthält solche über Deutschland, England. Vereinigte Staaten, Frankreich, Italien, die slawischen Länder, Ungarn, Englisch-Indien und China), die sich in dem gegebenen Raume selbstredend nur auf die notwendigsten Angaben beschränken können, weisen vielfach in die gleiche Richtung, daß nämlich die junge Generation das Ideal rein intellektueller Forschungs- und Wissensausbildung als ungenügend ablehnt und darüber hinauf von der Hochschule und von den Hochschullehrern eine allgemeine Erziehung oder wenigstens Mithilfe bei der Selbsterziehung zu lebensftarken und voll entfalteten Persönlichkeiten erwartet, eine Durchbrechung der Schranken, die das geistige Aufgabengebiet des Akademikers trennen von den wichtigsten Lebensgebieten des Volkes und der Vö'ker. Das Erziehungs;iel der -Universität als Dildungsanftalt ist die Heranbildni^; der sitt- lichen Persönlichkeit. Sie hat mittelbar dem Ganzen zu dienen und den Mitmenschen das Beispiel des Menschen zu geben, der. getragen vom Bewußtsein der göttlichen Möglichkeiten, nach der Erreichung höherer Ziele strebt. Diese Ausgabe bat nach Ansicht der Europäischen Studentenhilse des Christlichen Studentenweltbundes, über dessen Ziele wir sowohl in einem Vorwort als auch in einigen Anhängen des Buches aufgeklärt werden, die UniDerfität in den letzten Jahrzehnten nicht erfüllt. Eine allzufrühe und einseitige Fach- ausbildung hat vielmehr den einzelnen seine Stellung als Glied der Gemeinschaft vergaffen lassen und zur Heranbildung des rücksichtslosen absoluten Individuums geführt. Roller.
— Rudolf Hildebrand: Vom deutschen Sprachunterricht in der Schule und von deutscher Erziehung und Bildung überhaupt. Reu herausgegeben von Wilhelm Oppermann. Verlag von Quelle & Metz er, Leipzig. Wenn ein Buch, das vor 58 Jahren zum ersten Male im Buchhandel erschien, vor wenigen Jahren seine 16. Auflage erleben dürfte, so bedarf es bei einer Reubearbeitung, wie die vorliegende, die in dankenswerter Weise Wilhelm Oppermann übernommen hat. eigentlich keiner weiteren Empfehlung mehr. Rudolf Hildebrands unvergängliches Werk gehört zu denjenigen Büchern, die ix keiner Schulbibliothek fehlen dürfen, und die jedem unsere Muttersprache unterrichtenden Lehrer bekannt sein füllten. Auch in unseren Tagen ist das Buch nicht hn geringsten veraltet, sondern feine Bedeutung und Wertung ist noch im Steigen begriffen. Denn erst jetzt scheint die Zett getmnen zu fein, wo auf dem Gebiete des deutschen Unterrichts die Saat aus geht, die Hildebrand ausgestreut hat. Sein Werk vom deutschen Sprachunterricht ist das klassische Vorbild und die Anregung für fast alle Bücher geworden, die in den letzten Jahrzehnten über diesen Gegenstand geschrieben worden sind. Roller.
— Das Theater, Das Märzheft der bekannten Berliner Monatsschrift bringt, ein geleitet durch ein apartes Titelbild der amerikanischen Schauspielerin Tortoni, Berichte und Bilder über das Neu- yorker Theater an erster Stelle. Bon den Berliner Premieren im Februar interessieren vor allen Dingen Rehfischs „Duell am Lido" und Brechts „Baal", den die Junge Buhne herausbrachte. Aus dem Reiche sind u. a. München, Leipzig, Karlsruhe, Breslau und Frankfurt oertreten. Im Modeteil, der die ersten Frühjahrsmodelle abbildet, plaubert Leonore Ehren über ihre Eindrücke auf einer Pariser Reise.
— Zeitschrift für Musik. Monatsschrift für eine geistige Erneuerung der modernen Musik. Gegründet 1834 von Robert Schumann. 93. Jahrgang 1926, Heft 2. Steingräber-Verlag, Leipzig.
— Meisterwerke der Malerei. Deutsche und französische Schule des 19. und 20. Jahrhunderts. Prioatgalerie Heinrich Noll, Heidelberg, und anderer Privatbesitz. Rudolf Bangel G. m. b. H., Frankfurt a. M., 1926. — Der vorliegende Katalog 1071 umfaßt eine größere Anzahl guter und zum Teil wenig bekannter Bilder. Aus der Münchener Schule etwa Diez, Braith, Feuerbach, von den Düffelborfern Gebhardt und beide Achenbachs, von den Romantikern Kanoldt und Schirmer, ferner Thoma, Slevoigt, Boehle. Von nichtdeutschen Künstlern: Courbet, Corot, Renoir, van Gogh.
Eine günstige Einkaufsmöglichkeit bietet die neue Doppelpackung von „Schaumpon mit dem schwarzen Köpft. Sie enthält 2 Beutel, für zweimalige Kopfwäsche ausreichend, und kostet 35 Pig. — Die bekannte Einzelpaming ist auch roeilerbte für 20 Pfg. erhältlich. Achten Sie aber in jedem Fall genau auf die Schutzmarke „Schwarzer Köpft.
Leuconna-- Felsen in der Rähe von Schanghais wo ein Taucher namens Ridyard zu dem Wrack der „Camilla Mitchell" hinabstieg und Münzen für 800 000 Mark heraufbrachte. Viel größere Summen sind aus gesunkenen Schiffen geborgen worden, aber aus viel geringerer Tiefe. Das neueste Beispiel dafiir sind die Bergungsarbeiten auf dem Dampfer „Laurenttc", der während des Krieges an der Rordküfte von Irland torpediert wurde. Zwei Millionen Mark wurden im vergangenen Jahrhundert von den 10 Millionen gerettet, die die an der holländischen Küste 1799 untergegangene Fregatte „Lutine" barg. Goldbarren im Werte von 6 Millionen hob man aus dem Wrack der „Malabar", Münzen im Werte von mehr als 8 Millionen aus der „Oceana" und 2,/? Millionen Marl aus baut untergegangenen Schiff „Königin Elisabeth". Aus regende Vorfälle, wie man sie kaum im Film erlebt, rönnen bei solchen Schahhebungen int Meer vorkommen. So erzählt eine englische Zeit- schrift von einem Taucher, der vor einigen Jahren in einem Wrack an der Küste von Chile arbeitete. Er hatte eine große Kiste mit Silberbarren gerettet und in einer Schlinge befestigt, damit sie emporgezogen werden könnte; plötzlich stürzte die Kiste auf ihn und schlug ihn tot. Eine andere dra- mattsche Szene ereignete sich bei den Hebungsarbeiten, die an dem Wrack des englischen Kriegsschiffes „Royal George" bei Spithead vorgenommen wurden. Zwei Taucher gerieten auf dem Meeresboden in Streit und wurden miteinander handgemein; an Bord ahnte man an den unruhigen Bewegungen der Taue, daß etwas Furchtbares da unten vorging, und zog die beiden herauf. Sie tarnen fest ineinander verkrampft empor. Der eine hatte dem anderen das Fenster des Laucherhelms eingeschlagen, so daß er halb tot war. Rachher versöhnten sie sich aber wieder und wurden die besten Freunde.


