Nr. 30 Zweites V!M'
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefjen)
ßreitag, 5. Februar i926
Turnen, Sport und Spiel.
Turnest.
vom Mittelrhernkreis der D. T.
Dem Gedächtnis Karl Dürs.
K Frankfurt a. OK. Das Gedächtnis des so unerwartet aus seiner Turncrarbeit heraus- gerissenen Kreisspiclwarts Karl Dar wird in der Kreiszeitung, dem amtlichen Organ des Mittelrheinkreises der D.T., in zahlreichen Nachrufen von den Führern der Spielbeweguug in anerkennenden Dorten geehrt. 2lber auch die Turnerspiclcr selbst haben in schönem Brauche und würdiger Weise ihres verehrten Führers gedacht. Wo auch innerhalb des Kreises an den beiden vergangenen Sonntagen Turnspiele aus- getragen wurden, da hatten die Mannschaften Trauerflor angelegt, und die Spielleiter gedachten vor Beginn der Spiele des Toten. (Wir haben über das Ableben des verdienstvollen Kreisspielwarts bereits berichtet. Die Schriftltg.)
Dom Feldbergsest.
Frankfurt a. M. Der Feldbergausschub hat in Nieder-Walluf eine Sitzung abgehalten. Der Feldberg turn tag, der das diesjährige Feldbergturnen vorbereitet, findet am 28. März in Rodelheim statt. Zur Entsendung von Vertretern sind alle Vereine des Kreises berechtigt. Voraussichtlich wird das diesjährige Fest wieder auf dem Gipfel des Feldberges stattfinden können. Ein Turner vom Tv. „Vorwärts"°Bockenheim wurde wegen unturnerischen Benehmens beim letzten Fest von jeglicher Betätigung beim Feldbergturnen 1926 ausgeschlossen.
Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. Dezirkslehrstunde für Turnerinnen.
£ Es war eine recht stattliche Anzahl Turnerinnen, die sich zur letzten Bezirksübungsstunde in der Turnhalle der Stadtknabenschule zu Gießen eingefunden hatte. Schon die erste Llebungsstunde zeigte, daß innerhalb der Vereine während der bisherigen Wintermonate fleißig gearbeitet worden ist. Da ein sehr reichhaltiger Llebungsstoff durchzuturnen war, wurde die Lehrstunde für den ganzen Tag vorgesehen.
Pünktlich um 9 Uhr morgens war Beginn. Mit Geh- und Laufübungen, die jeder Turnstunde vorausgehen müssen, wurde der Anfang gemacht. Einige straffe Liebungen, die auf eine Verbesserung der Haltung abzielen, werden von den Teilnehmern immer gern ausgenommen. Den ungünstigen Auswirkungen einseitiger Berufsarbeit begegnet man, wie vorgeführt, mit immer weiterführenden Rumpfübungen. Den Hauptübungsstoff bildeten die in Aussicht genommenen Massenübungen zu den diesjährigen Veranstaltungen. Hierbei ist nun die Hauptsache, daß das Gezeigte in den Vereinen recht intensiv weiter verarbeitet wird, um bei den Bezirksveranstal- tungen mit Erfolg abschneiden zu können.
Nach der Mittagspause wurden zunächst die Geräteübungen zum Wettkampf beim Vezirksfest in Wieseck durchgeturnt. Das Gerätewetturnen ist in zwei Klassen, über 18 Jahre und »unter 18 Jahre, eingeteilt. Die folgenden rhythmischen Keulenübungen sind als Sondervorführung der Turnerinnen zum Vezirksfest gedacht und sollen am Festmontag zur Vorführung kommen. Wegen der weit vorgerückten Zeit muhte die sehr lehrreiche Turnstunde geschlossen werden.'aber nicht, ohne vorher mit einigen lebensfrohen Spielen den arbeitsreichen Tag zu beenden.
Die Mittagspause wurde benutzt, um die geschäftlichen Angelegenheiten zu erledigen. Der Bezirksleiter des Frauenturnens, Mandler, Heuchelheim, lieh das verflossene Jahr Revue passieren, wobei er Gelegenheit nahm, das, was besser werden muh, besonders zu betonen. Die Anforderungen für 1926 sind recht groß. Als erste Veranstaltung steht der Reichsarbeiter- sporttag im Vordergrund. In breitester Oeffent- lichkeit soll hier für Sport und Spiel geworben werden. Am 27. Juni folgt das Turnerinnentreffen in Frankfurt. Die Hauptveranstaltung für uns ist das Vezirksfest in Wieseck. Diese Tage müssen ein starker Erfolg für das Frauenturnen werden. Die leichtathletischen Bezirksmeisterschaftskämpfe, die in Giehen durchgeführt werden, werden ihre Anziehungskraft auch auf die Turnerinnen ausüben. Als Abschluß des turnerischen Programms stehen die Meister- schaftswettkämpfe im Geräteturnen in Aussicht. Schließlich sind für den 21.. 22. und 23. August Lehrkurse, die unter Leitung des Kreises stehen, in Aussicht genommen. Der seitherige Leiter wurde wiedergewählt, wobei der Wunsch zum Ausdruck kam, daß recht bald, ähnlich wie bei den Schülerinnen, eine Frau die Leitung des Frauenturnens übernehmen möge.
Gießen l-Niederflorstadt I 6:0.
Die Gießener Mannschaft beginnt wieder, - Form zu erhalten. Das am Sonntag gezeigte Spiel war recht ansprechend, nicht nur, daß gute Einzelleistungen geboten wurden, die Mannschaft zeigte auch im Zusammenspiel erfolgversprechendes.^ Hie und da ist noch etwas verbesserungsbedürftig, was wohl in nächster Zeit geschehen wird und muh, wenn die Mannschaft wieder auf ihre alte Höhe kommen will. Am einwandfreiesten spielte die linke Seite, die ballsicher und kurzentschlossen ist. Das teilweise hohe Spiel der Gaste beeinträchtigte die Spielweise der Gießener. Niederflorstadt schien mit Ersatz an getreten zu sein, sie wehrten sich zwar tapfer, bei etwas besserer Fangtechnik des Torhüters wäre das Resultat wohl niedriger gewesen. Während der 1 Vz Stunden hatte Giehen das Spiel in der Hand, die wenigen, dann aber schnell vorgetragenen Angriffe der Gäste fanden zumeist bei der Verteidigung ihr Ende oder wurden vom Torhüter gemeistert.
Gießen II—Niederflorstadt II 9:0.
Mit dieser hohen Niederlage wollte Nieder- florftadt, der Weister der 2. Klasse im 6. Bezirk, sicher nicht heimkommen. Allerdings muh berücksichtigt werden, daß er nur mit neun Mann spielte. 2n erster Linie ist der hohe Sieg den wuchtigen raumgreifenden Angriffen der Gießener zuzuschreiben. Auherordentliche Ruhe zeichnete das Spiel wohltuend aus.
Fr. T. Heuchelhem l—T. u. Spg. Wetzlar I 8:3.
Heuchelheims Erste ist gegenwärtig wohl die aussichtsreichste Mannschaft im Bezirk. Das hohe Resultat gegen die spielstarken Wetzlarer beweist dies. Mik Anstoß setzte sofort ein äußerst lebhaftes Spiel ein, in der ersten Viertelstunde konnte Heuchelheim bereits zwei Tore buchen, nachdem es schon zwei ergebnislos verlaufene Ecken erzwungen hatte. In der 30. Minute wurde das dritte, 10 Minuten später das vierte Tor erzielt. In schnell wachsendem Kamps erzwang Wetzlar eine Ecke, die verloren ging und von Heuchelheim nach vorn getragen wurde. Im nächsten Augenblick brach Wetzlars Sturm durch, umspielte den weit herausgelaufenen Tormann und schoß ins leere Tor. 2 Minuten später buchte Heuchelheim Nr. 5. Noch Seitenwechsel zunächst ein ständiges auf und ab. Nach dem 6. Tor ür Heuchelheim drückte Wetzlar merklich, eine Ecke und kurz darauf das zweite Tor war der Erfolg. Nachdem Heuchelheim noch ein siebentes und achtes Tor erzielt hatte, konnte Wetzlar noch einen zugesprochenen Elfmeter verwandeln. Das Eckenverhältnis betrug 5: 4. Heuchelheims Mann- chaft zeigte ein sehr systemvolles eifriges Spiel, während die Zusammenarbeit der Wetzlarer etwas zu wünschen übrig lieh.
Heuchelheim Jugend—Wetzlar Jugend 0:1. Ecken 6:3.
Beide Mannschaften boten ein schönes Spiel, in dem sich sofort nach Beginn die Lleberlegenheit der Heuchelheimer zeigte, in ganz kurzer Zeit waren drei Ecken fällig. Den Sieg der Wetzlarer hat deren Tormann errungen, der alles, was auf ihn zukam, hielt. Ein Elfmeter, den Heuchelheim verschuldet hatte, wurde von Wetzlar verschenkt. In der zweiten Halbzeit lag Heuchelheim dauernd im Angriff, aber an dem außerordentlichen Geschick des gegnerischen Torhüters scheiterten alle Versuche, zu einem zählbaren Erfolg zu kommen.
Leichtathletik.
Handball in der D. T.
Um die Gauverbaudsmeisterfchaft im TNittelrheinkreis.
c. Seckbach ist Trumpf'. Altmeister Seckbach führt! Die Vorrunde ist nun beendet. In durchweg technisch guten Spielwettkämpfen bekämpften sich die Gaumeister von Hessen (T. u. Spv. 18.46 Butzbach), vom Main (Turngesellschaft Offenbach), von Offenbach-Hanau (T. u. Spv. Klein-Auheim) und Frankfurt (Tv. Seckbach) um die Meisterehre. Allsonntäglich traten sie an, auf grünem Rasen, im Schnee und bei naßkaltem Tauwetter, um d i c Mannschaft herauszufinden, die berufen ist, um die Kreismeisterschaft anzutreten. Der Mittelrhein kreis unter Leitung seines verdienten, letzthin jäh verstorbenen Kreis- spielwarts B ä r - Frankfurt, spielte von jeher in den Turnspielen der D. T. eine bedeutende Rolle. Auch im Handball war der Mittelrheinkreismeister von jeher gefürchtet und immer an der Endrunde beteiligt, stellte sogar in Tv. Seckbach den Deutschen Meister. Run stehen wir am Schlüsse der Vorrunde um die Main-Lahn-Gauver- bandsmeisterschaft.
Seckbach hat sich am besten behauptet; es konnte sämtliche Gegner aus dem Felde schlagen; allerdings den Hessen- und Mainmeister erst nach hartem Kampf mit je 1 Tor Unterschied und offensichtlich vom Glücksstern begleitet. Nur hätte die Elf alle Spiele so ritterlich wie das gegen Butzbach durchführen sollen. Immerhin ist die Mannschaft die spielstärkste, sie dürfte voraussichtlich auch wieder Kreismeister werden und somit an den Endkämpfen um die D. T.-Meisterschaft teilnehmen. Allerdings muß sich der Sturm dann noch ganz gewaltig bessern und die Mannschaft in allen Teilen beste Manneszucht zeigen.
Nach dieser kommt die jugendlich vorwärtsdrängende Mannschaft der Tgs. Offenbach, die mit einem ganz knappen 3:2 Ergebnis unterlag, die übrigen Bewerber aber glatt erledigte. An der Mannschaft ist wenig auszusetzen. Haben erst die zum weitaus größten Teil jugendlichen Spieler mehr Erfahrung, dann sind die Offenbacher Grün- weißen sicherlich ein ebenbürtiger Gegner Seckbachs, zumal diese Turnspieler vom besten Turnergeist beseelt sind und in allen Spielen nur den besten Eindruck hinterließen. Die Zeit wird schon noch ausgleichend wirken, so daß der jungen, gefälligen Mannschaft noch mancher Erfolg beschert sein wird.
An dritter Stelle steht unser H e s s e n g au- meister Turn- u. Sportverein 1846 Butzbach. Wer denkt beim Hören dieser Mannschaft nicht zuerst an die Anfänge des Handballspiels, um dessen Einführung sich Butzbachs Turner gute Ehre redlich erworben haben! Wer denkt nicht zurück an jenen bedeutungsvollen 4:1 Sieg der Hessenturner über den Polizeisportverein Berlin, die niederschmetternde Bezwingung des stolzen „D e u t- schen Mei st er s", der gerade von Schwanheim, vom Meistertitelholen kommend, hier im Butzbacher „Lustgarten" seine Meisterehre auf grünem Rasen geschlagen liegen sah? Sichtliches Pech und öfteres Umstellen der Mannschaft (ein Fehler, der in Zukunft unbedingt vermieden werden muß) halfen zusammen, um zwei unverdiente Niederlagen und beide auf eigenem Platze hinnehmen zu müssen. Wenn der Sturm nun so bleibt und sich weiter so zeigt wie gegen Seckbach, aber dabei das Torwerfen nicht vergißt, dann wird es sicherlich besser gehen. U.E. ist aber notwendig, daß vor allem Zeitz den Mittelläuferposten behält.
Den Schluß bildet T. u. Spv. Klein-Auheim, eine frische Mannschaft, die voriges Jahr noch in der A-Klasse spielte und dem seit Jahren vorherrschenden To. Kesselstadt die Meisterschaft abjagte. Wenn die Mannschaft auch alle Spiele dis jetzt verlor, so führte sie doch alle in vorbildlicher Weise zu Ende.
Die Tabelle zeigt am Ende der Dorrunde folgendes Bild:
Verein Spiele
T. V. Seckbach
T. Ges. Offenbach 3
T. u. Sp. D. Butzbach 3
T.u.Sp.V.Kl.-Auheim 3
gew. verl. Sortier. Pkt.
3 0 8:2 6
2 1 6:3 4
1 2 2:4 2
0 3 1:8 0
Am kommenden Sonntag beginnt die Schlußrunde: Butzbach fährt nach Offenbach, Seckbach nach Klein-Auheim.
Die ßaudbaögplele um d'e Westdeutsche Meisterschaft.
h. Die Handballspiele um die westdeutsche Meisterschaft beginnen bereits am kommenden Sonntag. Nachdem im Vorjahre der W. S. D.- Meister im Pokalsystem ermittelt wurde (der verlierende Verein scheidet aus!), kommt dieses Mal das Einrundensystem zur Anwendung < jeder Verein spielt gegen jeden auf neutralen Platzen). Der Verband hat die einzelnen Begegnungen wie folgt angelegt:
7. Februar: Ruhrbezirk gegen Bez. Heisen- Hann. in Hamm.
14. Februar: De-. Niederrhein gegen Bez. Hessen-Hann, in Hagen.
21. Februar: Bez. Westfalen gegen Bez. Hessen-Hann, in Kassel.
28. Februar: Bergisch-Märkisch. Bez. gegen Dez. Hessen-Hann, in Hagen.
7. März: Dez. Südwestfalen gegen Bez. Hessen-Hann, in Hamm.
14. März: Rheinbezirk gegen Bez. Hessen- Hann. in Barmen.
Der Einfachheit halber haben wir hier nur die Termine veröffentlicht, die für unseren Meister von Hessen-Hannover, den F. C. 0 5 Wetzlar in Betracht kommen. Wie wird unser Meister abschneiden? Selbstverständlich können wir dieser Betrachtung nur ganz allgemein Raum geben. Das liegt in erster Linie daran, daß uns die Svielstärke der anderen westdeutschen Vertreter nicht näher bekannt ist und daß uns zum anderen jeder Maßstab, genommen an Begegnungen mit Vereinen der anderen Bezirke, fehlt. Greifen wir ein Jahr zurück auf die Meisterschaftsentscheidungen im Vorjahre, so finden tnir den Altmeister, Polizei Kassel, gleich im ersten Spiel gegen und in Aachen nach unglücklichem Spiel mit 0:1 aus- geschieden (nach Pokalsystem). Ebenso knapp unterlag Aachen im Cndkampf gegen Preußen-Essen, die also damit Westdeutscher Meister wurden. Im Herbst vorigen Jahres unterlagen diese
in einem Privatspiel knapp, aber sicher
der Kasseler Polizei, die heuer an den letzten beiden Sonntagen sich vom F. C. Wetzlar geschlagen bekennen mußten. Als weitere Beispiele können wir die Gastspielreise der Kasseler „Hessen-Preußen" nach Westfalen heranziehen, die dort in Hagen und Därmen glatte Sieger blieben. Auch die Handballelf der Kasseler Kurhessen kehrte aus Düsseldorf siegreich zurück. Damit sind die Anhaltspunkte aus den Nachbarbegegnungen der Bezirke erschöpft. Um aber überhaupt einen Vergleich oder mehrere ziehen zu können, muh man zunächst wissen, welche Mannschaften im Kampf um die Westdeutsche im Rennen stehen. Das steht jedoch größtenteils noch nicht endgültig fest. Wir beschränken uns, wo nötig, auf die Nennung der Favoriten.
Im Ruhrbezirk streiten sich: Westfalia Bochum und Essen-West. Am Niederrhein: Düsseldorf-Eller 04 und Mühlheimer Sp. V. In W e st f a l e n ist V. f. B. Bielefeld Favorit nebst S. C. 08 Münster. Im Berg. - Märkisch. Bezirk ist noch keine Entscheidung zu sehen. In Südwestfalen: Hagen. Im Rheinbezirk steht der einzige Meister bereits fest: D. f. L. 08 Aachen. Letzterer weist, den übereinstimmenden Berichten nach, eine beachtsame Spielstärke auf. Näheres über das Können der einzelnen Bewerber ist bis jetzt noch nicht bekannt.
Auf jeden Fall stehen die Wetzlarer vor einer schweren Aufgabe, die sie - das hoffen und wünschen wir — möglichst erfolgreich lösen mögen. Nach dem ersten Spiel am kommenden Sonntag wird man näheres über ihre Chancen sagen können. Eine Verstärkung erfährt die Elf durch folgenden Vorgang: Der S. C. Niedergirmes hat mangels Spielermaterial seinen Handballbetrieb aufgelöst und stellt seinen Spielern frei, sich der Handballabteilung des F. C. anzuschließen. Satzungsgemäh wären die Leute sofort spielberechtigt. Insbesondere handelt es sich hier um den Tormann Schönberger, der den unsicheren F. C.-Tormann ersetzen würde und damit den emsigen schwachen Punkt in der Meisterelf beseitigte. Zum Schluß geben wir die Spieler des Meisters bekannt, die es fertig brachten, den Lahnkreis so würdig zu vertreten: Szugalski. Schindler. Diehl. O. Waldschmidt, Ruserr, Dachmann. Philipp, Dlum, Paulus, Roth II., Koch.
Die Amsterdamer
Olympischen Spiele 1328.
Eine holländische Abordnung, bestehend aus den Generalsekretären der Amsterdamer Olympiade und dem Baumeister Wills, die das Frankfurter Stadion besichtigte, machte Vertretern der Frankfurter Presse gegenüber interessante Angaben über die für die Durchführung der internationalen Olympischen Spiele in Amsterdam geplanten Baulichkeiten. Das Gelände, auf dem diese Anlagen entstehen sollen, muß zunächst^ entwässert werden, was einen Zeitraum von 5 bis 6 Monaten in Anspruch nehmen wird. Die eigentliche Kampfarena wird von 20 000 Sitzplätzen und 20 000 Stehplätzen umgeben fein. Sie enthält eine Radrennbahn von 500 Meter Länge und 8 Meter Breite. Der Jnnenraurn dient zur Abhaltung der Fußballspiele und der leichtathletischen Wettbewerbe und ist zu diesem Zweck mit einer 400 Meter langen Aschenbahn umgeben. Die Zuschauerplätze sind aus Eisenbeton aus- gtzführt. Während aber beim Frankfurter Stadion und auch in anderen Städten diese Wallanlagen nicht ausgenüht werden, bietet sie in Amsterdam Raum für sehr behaglich eingerichtete Auskleideräume für die Teilnehmer aller Nationen. Für die jetzt immer populärer werdenden Tennisspiele sind Zuschauerplätze für rund. 7000 Personen vorgesehen. Das Schwimmbecken trnro in den internationalen Maßen von 18 zu 50 Meter hergerichtet werden. Für das bei uns wenig gepflegte -Kricketspiel werden besondere Spielfelder errichtet. Für die aktiven Teilnehmer werden auf dem Gelände der Olympischen Spiele selbst praktische Wohnungsbauten ausgeführt, und zwar werden die Teilnehmer jeder Nation in besonderen Häusern untergebracht die telephonisch mit der Zentralleitung verbunden sind. In jedem Gebäude werden der Behaglichkeit halber nur 12 Personen untergebracht. D.s j''V find tn holländisch:>l Kreisen ungefähr 3 600 000
| Mark für die Zwecke der Olympiade ausgebracht oder garantiert worden.
Für die großzügigen Frankfurter Stadion- Anlagen fanden die holländischen Herren Worte tcgeifierter Anerkennung. Sie werden in den iccjftci' Tagen noch die Anlagen in Köln, Duisburg und Elberfeld besichtigen und dann in ihre Heimat zurückkehren, um dort ihre auf der Reise gesammelten Erfahrungen praktisch zu verwerten.
Was der Somdag bringt. V. f. B.
(—) Fünf Mannschastcn sind es, die der Verein für Bewegungsspiele nächsten Sonntag in den Kampf schickt.
Das Hauptinteresse beansprucht natürlich das Spiel der Liga gegen S p i e l v e r e i n Kassel. Die Gästemamisck)aft spielt einen guten Fußball und hat sich in den Verbandsspielen den Platz in der Mitte der Tabelle gesichert, was bei der Spielstärke der übrigen Gegner schon sehr viel Können erfordert. Ihre Hauptstützen sind die Brüder Jakob, die auf dem Links- bzw. Rechtsaußenposten als die schnellsten Außenstürmer Kassels gelten. V. f. B. muß für den dienstlich verhinderten Bickhardt P o st als Ersatz einstellen, im übrigen steht die Mannschaft in bekannter Aufstellung. Post hat in diesem Spiel gegen einen anerkannt guten Stürmer die beste Gelegenheit, zu beweisen, was er kann. Das Spiel ist deshalb von besonderer Bedeutung und größtem Interesse, weil es unter normalen Voraussetzungen zeigen soll, ob und wie weit die „Provinz" hinter der „Sportzentrale" von Hessen-Hannover zurück ist. Jedenfalls wird die Platzmannschaft alles daransetzen, ihr Debüt gegen Kassel ehrenvoll zu bestehen. Man darf mit Recht auf den Ausgang des Treffens gespannt sein, zumal es völlig offen ist.
Die zweite Mannschaft tritt auf hiesigem Platz gegen die gleiche von Sport und Spiel Dillenburg an und dürfte, da sie außer Post wieder „alle im Kommen und Gehen begriffenen Kanonen" zur Stelle hat, die Dillenburger ihre Ueberlegenheit fühlen lassen.
Weiter hat sich die dritte den voraussichtlichen E-Meister seines Gaues, den Fußball- verein Saubringen, zum Gegner auserwählt. Wer hier gewinnt, ist nicht vorauszusagen, da die Spielstärke der Landvereine unserer Umgebung hur noch unbekannt ist. Seiner Tabellenstellung nach zu urteilen, wird Daubringen den Sieg so ohne weiteres nicht an die B. f. B.er abgeben. —
Die durch die Wintersperre unterbrochene V e r- bandsspielserie der Iugendmann- schäften beginnt wieder mit dem kommenden Sonntag. Demzufolge hat an diesem Tage die erste Iugendmannschaft gegen die der Spielvereinigung 04 auf dem Universitätssportplatz anzutreten. Sie hat zu beweisen, daß ihr 12:1 vor 14 Tagen kein Zufallsergebnis war. Zeigt sie die glänzende Form der beiden vergangenen Sonntage, so wird sie auch diesmal Sieger bleiben. Dann könnte man ihr wieder mehr Aussicht auf ein ausgeglichenes Spiel gegen den Sportclub von 1900, das am folgenden Sonntag auf dem Waldsportplatz stattfindet, einräumen.
Die zweite Iugendmannschaft trägt vormittags ihr fälliges Verbandsspiel gegen V. f. R. Butzbach 2. Jugend auf eigenem Platze aus. Die kleinen V. f. B.er werden sich sehr anstrengen müssen, um einigermaßen günstig abzuschneiden.
Bei dieser Gelegenheit sei angeführt, welche Neuregelung der Süddeutsche Fußballverband in der Wertung der Jugedoerbandssviele eingeführt hat. In der Erkenntnis, daß diese Spiele durch die Schärfe und Härte, mit der sie' oft ausgetragen werden (mit dem an und für sich löblichen Willen, eine günstige Tabellenstellung zu gewinnen, weil nun eine solche Einteilung mal besteht), ihr erzieherisches Moment ebenso oft verlieren, hat der Verband unter Leitung alter Praktiker und Pädagogen, wie Pros. Glaser- Freiburg, Lehrer Gebhard t- Ossenbach und Schindel-Worms folgendes beschlossen: „Bei den Berbandsspielen der Jugend wird fortan die gewohnte Wertung nach Sieg und Niederlage (zwei Punkte für gewonnenes, ein Punkt für unentschiedenes Spiel) durch eine neue Art der Punktwertung ergänzt, die folgendes vorsieht: Jugendspieler, die infolge rohen Spiels, Schiedsrichterbeleidigung oder sonstigen unsportlichen Betragens vom Felde gewiesen werden, verfallen nicht nur der üblichen Disqualifikation, sondern es wird auch die gesamte Mannschaft des Herausgestellten durch Abzug eines halben Strafpunktes für die Sportwidrigkeit des einzelnen bestraft. Um außerdem auch die verwirkten Ecken, die ja saft immer eine gewisse Schwäche der gerade verteidigenden Elf beweisen, bei der Wertung derLeistungen miteinzubeziehen, wird für jeden Eckball einer Mannschaft, der die Zahl der von der anderen Mannschaft verwirkten Eckbälle überschreitet, ein zehntel Punkt abgezogen." Bei- spiel: Mannschaft A gegen Mannschaft B 1:0; Eckenverhältnis 0:4. Ein Spieler von A wurde her- ausgestellt. Punkteberechnung: A = 2 Punkte für gewonnenes Spiel — 0,4 Punkte für verwirkte Ecken --- 1,6 Punkte — i Punkt für herausgestellten Spieler — 1,1 Punkt. — Es wäre zu begrüßen, wenn auch unser Westdeutscher Spielverband die Einführung dieser Regelung erwägen würde, da sie einen außerordentlich hohen erzieherischen Wert besitzt und sich für unsere Jugendbewegung sehr fördernd auswirken wird.
Futzballvorfchau für den Bezirk Hessen-Hannover.
h. Die Meisterschaft ist entschieden! „op ort“ - Ä affe l hat das Rennen knapp, aber sicher gewonnen und hat die Ehre, den 'Bezirk in den weiteren Spielen um das grün-weiße Band zu vertreten. Man weih, daß „Sport" keinen gerade überzeugenden Fußball spielt, daß die Meisterelf aber ein ziemliches Quantum Energie besitzt und diese gerade in entscheidenden Kämp- senn, wie sie bevorstehen, in die Wagschale zu werfen weiß. Ob ihr Mangel an Technik, an Spielkultur durch ihren Energieaufwand gegen die westdeutschen Größen ausgeglichen werden kann, daß ist zunächst, ehe nicht wenigstens ein Vergleich stattgefunden hat, von hier auS nicht zu beurteilen. Aber auch Kurhessen-Kassel hat noch Aussicht auf Teilnahme. In einem Em- rundensystem der ztveiten Dezirksligasieger wird der Beste ermittelt, der dann auch noch ein T^nen der Meister starten darf. Hi« steh« also auch noch schwere imfr tyvrtt Kämpfe Vevvr,


