Ausgabe 
5.2.1926
 
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I

Und dennoch

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Bornotizen.

Getreidebörse.

wurden

Tendenz ruhig.

108

65

124* 137'

schein aus der Inflationszeit in Zahlung. Der Kaufmann, der den Schein nur flüchtig besah, war der Ansicht, das; es sich um einen 100- Aentenmarkschein handle, und gab dem Gauner noch Geld heraus. Auf dem tdd'Millionenschein ist das M. mit einem B. überklebt. Es soll an­scheinend der Eindruck erweckt werden, als ob es sich um einen 1OO-Billionenschein handle. Es

Dortrag auf den Näheres

95 5

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87.5'

103,7'

ter Kampf entwickeeln wird.

Es steht zu erwarten, daß der von den fünf Parteivertretern eingebrachte Gesetzesvorschlag von < [len Seiten arg zerpflückt werden wird: den einen wird er nicht weit genug, den anderen viel zu weit gehen. Ich bekenne offen, daß es mir als Juristen schwer gefall«! ist, den Entwurf zu unterschreiben, weil er juristisch zu sehr bedenklichen Kon­sequenzen führen kann. Als Politiker habe ich meine Mitarbeit nicht versagen können. Augenblick­lich liegt bereits ein Antrag auf Volksbegehren und Volksentscheid zu einem Gesetzentwürfe vor, der im wesentlichen die e n t s ch ä d i g u n g s l o s e Ent­eignung der Fürsten zum Gegenstände hat. Ich halte diese Lösung für u n m ö g l i ch. Ganz abge­sehen davon, daß diese Entrechtung ungerecht ist und der Würde und Ehre des deutschen Volkes nicht entspricht, werden die Kämpfe um das Volks­begehren und den Volksentscheid eine tiefe Zer- klüftu ng und Verbitterung des deut­schen Volkes Hervorrufen, die in unserer an sich

1,728 49 075

85,34 103,52 112,02 10.549

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Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 5. Februar 1926.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

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64.5 ! 81.5» 82,12* 1 8S

zeigenteil. .

Der Verkehrsverein beruft m un­serem heutigen Anzeigenteil die ordentliche Mit­gliederversammlung auf kommenden Montag abend in das GasthausHindenburg" ein. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein bedeutsamer des Geheimrats Prof, Dr. Sommer, wir besonders aufmerksam machen.

9.15 1

411

144' I

104.2' 1

- 1

123,5' I

* Die oberfchwäbische Elektrizi- tätsanleihe für Amerika überzeich­net. Die durch Harriman and Co. in Aeuyork zu 93 Prozent aufgelegten 4 Millionen Dmlar- Obligationen des Vezirksverbandes oberschwa- bischer Elektrizitätswerke wurden überzeichnet.

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers .) Frankfurt a.M., 5. Febr. Tendenz: schwan­kend, dann wieder fest. Während das Börsen­geschäft unter dem Einfluß einer optimistischen Stimmung bisher in fester Grundstimmung ver­harrte, brachte der heutige Vorbörienverkehr wieder Schwankungen. Infolge von G attstellungen lagen bei Eröffnung alle Marktgebiete wesentlich schwächer, wobei das Geschäft in engen Grenzen blieb. Die Abgaben übten einen I charfen Kur-druck aus, so daß »«lüfte b>- zu 6 Pro- zent zu verzeichnen waren. Am Montanmarkt gaben die sührenden Werte von 1,5 bis 4 Prozent nach. Kaliwerte hatten ebenfalls starke Verluste aufzuweisen. Westeregeln minus o,2. Die Far- b e n w e r t e ermäßigten sich um 1,75 Prozent. Von Elektroaktien gaben «chuckert 3,2 Pro­zent nach, während die übrigen Werte gut gehalten blieben. Am Bankenmarkt war die Tendenz unregelmäßig. Berliner Handel plus 2 Prozent, Commerz plus 1.25, die anderen Werte dieser

Helsingfors. Italien. . . London. .

99" i 88* I !l02,5-

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 4. Febr. Ende vorigen Jahres war vor dem Schöffengericht ein hiesiger Mebi* zinalpraktikant unter Freisprechung m anderen Fällen wegen Beihilfe zur versuchten Abtrei­bung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, sein Jugendfreund ein hiesiger Kaufmann- mangels Beweises freigesprochen worden. Aach umfangreicher Beweisaufnahme verwarf die Strafkammer die Berufung deS Medizinal Praktikanten und verurteilte ihn m einem toei- teren gleichen Falle zu drei Monaten Gefängnis: Gesamtstrafe sieben Monate ®e* fängnis. Der Kaufmann blieb mangels De» weises freigesprochen.

schon schwierigen Lage zu unabsehbaren Gefahren führen können. Dieser Kampf kann nur dadurch vermieden werden, daß der Reichstag ein Reichs­gesetz verabschiedet, das die Auseinandersetzungs- frage gerecht und befriedigend löst. Möge der jetzt veröffentlichte Gesetzesvorschlag lsierzu für den Rechtsausschuß und dem Reichstag eine geeig­nete Grundlage geben.

©ruppe bröckelten dagegen ab. Schiff ah rtS a k t i e n setzten niedriger ein, die Verluste gingen bis 1,5 Prozent.. Autoaktien lagen gleichfalls schwächer. Der Kassa markt der Industrie- pnpierc lag unregelmäßig. Iellstoff - und 3uderaftien gaben un Kurse nach. Der Frei- verkehr lag still bei fester Grundstimmung. 3m weiteren Verlaufe wurde die Stimmung wieder

Die Derkehrserschlietzung des Kleebachtales.

Eine weitere Beratung zur Verwirklichung des bedeutsamen Projekts einer Autopo st Verbin­dung Gießen Hochelheim Nieder­kleen Brandoberndorf fand gestern nach­mittag in Gießen statt. Die Sitzung tagte im Hotel Kühne; sie war sehr gut besucht. Aus den be­teiligten Landorten waren die Bürgermeister bzw. Gemeindevorsteher, vereinzelt Stellvertreter, erschie­nen, die Stadt Gießen war durch den Beigeord­neten Dr. Hamm und Stadtv. W i n n vertreten, ferner waren Mitglieder der Stadtverordnetenver­sammlung und Vorstandsmitglieder des Verkehrs­vereins zugegen, die Oberpostdirektion Darmstadt hatte Postdirektor Körber vom hiesigen Postamt entsandt.

Stadtv. W i n n gab zunächst einen kurzen Rück­blick auf die bisherigen Bemühungen. Hierauf be­richtete Beigeordneter Dr. Hamm über die jüngste Besprechung mit der Oberpostdirektion Darmstadt, in der sich ergeben hat, daß zunächst drei Fahr- gruppen täglich in Aussicht genommen werden: Die erste Fahrt am Morgen, die zweite mittags, die dritte in den vorgerückten Abendstunden: sämtliche Fahrten von Brandoberndorf über Hochelheim nach Gießen und zurück. Dem Schüler- und Marktoerkehr sollen die Autofahrten zeitlich durchaus angepaßt werden, sowohl für Hin- und Rückfahrt, ebenso will man darauf bedacht sein, daß der Reisenden- und Postanschluß an die wichtigsten Züge gewahrt wird. Diese Vorschläge sind jedoch noch nicht endgültig, die Wünsche der Gemeinden werden vielmehr noch ein­gehend zur Sprache gebracht und ihre Erfüllung in weitestem Maße angestrebt werden. Daß der Be­trieb der Linie sich den Erfordernissen des Verkehrs weitestgehend anpassen wird, ist fraglos. In der Aus­sprache gaben die Vertreter der meisten Gemeinden ihre Sympathie mit dem Projekt zu erkennen: nur der Sprecher Brandoberndorfs betonte, daß ihm bei aller freundlichen Gesinnung für die Linie nach Gießen doch eine gute Verbindung auch nach Butzbach sehr wichtig erscheine, während Ober­kleen sich bedauerlicherweise ganz ablehnend ver­halten will, weil ihm die Bahn nach Butzbach ge­nüge. Alle übrigen Gemeindeoertreter sprachen sich vorbehaltlos und mit größtem Nach­druck für die schnellmöglichste Schaffung der Autolinie nach Gießen aus. Einzelfragen werden in den weiteren Verhandlungen geklärt wer­den. Es wurde schließlich ein Ausschuß gebildet, der die schleunigste Verwirklichung des Projektes GießenBrandoberndorf betreiben soll: dem Ausschuß gehören die Bürgermeister bzw. Gemeindevorsteher aller beteiligten Orte an, den Vorsitz fuhrt der Vertreter Gießens, Beigeordneter Dr. H a m m. Eine Entschließung im Sinne der hier berichteten Stellungnahme der Konferenz fand ein­stimmige Annahme.

-d. Städtische Brennholzver steig e- rung. Die gestrige städtische Drennholzversteige- rung im Distrikt Hangelstein war außerordent­lich stark besucht: selbst aus Grohen-Linden und Lützellinden waren Interessenten erschienen. In allen Holzarten wurden gute Preise gelöst. Es wurden bezahlt: Duchenscheiter 18 Mk., Eichen­scheiter 11 Mk., Duchenknüppel 15,40 Mk., Eichen- knüppel 8,20 Mk., Fichtenknüppel 7,60 Mk., Buchenstöcke 8,80 Mk.. Cichenftöcke 6 Mk. je Am.. Duchenwellen 32 Mk., Eichenwellen 20 Mk. je 100 Stück, . s

Warnung vor einem Schwind­ler Der Polizeibericht meldet: Ein Schwindler hat es verstanden, in letzter Feit einen hiesigen Geschäftsmann empfindlich zu schädigen. Er kaufte am 30. Januar in dem Geschäft einen größeren Posten Ware und gab dafür einen 100-Millionen-

Frankfurler

Frankfurt a. M., 5. Febr. Es notiert: Weizen, Wetterauer 26,75 bis 27, Rog­gen, inländ. 17,75 bis 18, Sommergerste für Brau» zwecke 21,50 bis 23,50, Hafer, inländ. 18,50 bis 21,50, Mais, gelb 19,50 bis 19,75, Weizenmehl inländ., Spezial 0 40,75 bis 41,25, Aoagemnehl 26 bis 26,50, Weizenkleie 10,50. Aoggenkleie 10,75.

LaurahüUc . . .

Oberbedarf . . . . .

Phonrr Bergbau ......

Rhcinsiabl Rn deck Montan .....

Tellus Bergbau .

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd ....

Theramische Werke Albt« . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Holzmann

Anglo-Cont-Guano . ... Chemische Mayer Alapiu . . I. G Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung Rütgeröwerke Schetdcanstall

Allg. ElektrtzUäts-GeseMchaft Bergmann Mamkraftwerke Schuckert «...

Siemens 4 Halske .....

Adlerwerke Äletjec .....

Daimler Motoren. ..... Heyliaenstaedt . . . Megmn . . . Motorenwerke Mannheim .

Frankfurter Armaturen

Konservenfabrik Braun . . . MetaNgelellichafl Frankfurt. Pet. Union A.-G Schubiabril Herz

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in der gestrigen Anzeige.

Wirtschaft.

Uebereinstimmung. Das Ergebnis dieser Beratungen ' ist der Jnitiativgesetzentwurs, der am 2. jvebruar i 1926 veröffentlicht worden ist. Die fünf Abgeord- i litten, die ihn unterzeichnet haben, konnten und < wollten damit in keiner Weise ihre Fraktionen bin- j den, ja sie stehen noch nicht einmal restlos hinter diesen Vorschlägen, sondern haben sich zu Einzel- beiten ihre Stellung noch vorbehalten müssen: alle i aber halten diesen Entwurf als eine geeignete Grundlage für weitere Verhandlun­gen im Rechtsausschuf f e , ber Damit nun endlich nach der wochenlangen Sichtung des Mate­rials die Möglichkeit erhält, an die fachliche Losung dcs Problems selbst heranzugehen

In diesem Entwürfe haben die nachfolgenden drei Punkte bereits in den bisherigen Verhandlun­gen die größten Schwierigkeiten gemacht, und fic roerben wohl auch künftig in dem Brennpunkt ber Erörterungen stehen. .

1 Die Gestaltung bes Reichssonder- ger'ichts Alle mit ber Vermögensausernanber- el-ung unmittelbar ober mittelbar zusammenhan- qenbeh Rechtsstreitigkeiten sollen künftig aus­schließlich burch ein Reichssonbergericht entschie­den werden, soweit sich die Parteien nicht im Wege bcr' Vergleichs einigen ober Recht vor einem prioaten Schiedsgericht nehmen wollen. Dieses Gericht soll in Leipzig, also am Sitze des höchsten deutschen Gerichtshofes, unter dem B ois| i tz e des R e i ch s g e t i ch t s p r ä f i d e n- t e n zusammentreten und in einer Besetzung von 9 Mitgliedern entscheiden. 6 hiervon ernennt aus den Mitgliedern der Gerichte ober Verwaltungsge- richie bes Reichs ober ber ßänber ber Reichspräsi­dent, und zwar aus Lebenszeit; 2 werben auf Vor­schlag ber Prozeßparteien durch den Präsidenten des Reichsaericht berufen.

Diese Zusammensetzung des Sondergerichts be­friedigt nicht restlos. Zwar ist anzuerkennen, daß bas Gericht abgesehen von ben durch die Prozeß­parteien präsentierten Schiedsrichtern ausschließ­lich aus deutschen Richtern gebildet wird, wobei die Möglichkeit, Verwaltungsrichter zuzuziehen, bei der mit öffentlichem Rechte durchtränkten Materie einen besonderen Vorzug bleutet; aber der Umstand, daß die Richter aus ,edwedem deutschen Gerichte ent­nommen werden können, muß Bedenken erwecken; die Zuziehung einer festen Zahl von R e ich s g e- r iditsräten würde mir schon um deswillen rich­tiger erscheinen, weil die Sachberichterstatter unbe­dingt an dem Sitze des Gerichts wohnen müssen, damit sie in ständiger Fühlung mit dem Vorsitzen­den des Gerichts arbeiten können.

2 Die Richtlinien für das Reichs­sonde r g e r i ch t. Daß bei diesem Kapitel die Meinungen am weitesten auseinandergingen, ist selbstverständlich, da es sich ja um Findung neuen materiellen Rechts in der Ber- möqensauseinandersetzung handelt. Ich habe hier- bei"immer betont, daß das Verfahren vor dem Son- bcrgerichte logisch in zwei Abschnitte verfalle: zu­nächst müsse nach Reichs-, Landes- oder Gewohn- steitsrechl versucht werden, festzustellen, welche Ver- möqensstücke an sich dem Fürsten und welche dem Lande gehören; erst nach dieser Feststellung müsse dann ein Ausgleich zwischen den Vermvgens- massen unter weitestgehender Berücksichtigung von Billiqkeitserwägungen stattfinden. Nur bei einem solchen Verfahren wird Recht und Billigkeit in be­friedigender Weise zu der gebührenden Bedeutung gelangen. Nach langen Debatten hat dieser Gedanke jetzt auch in dem 8 4 seinen Ausdruck gefunden.

Der Entwurf will weiter im § 5 dem Gerichte beispielsweise Erwägungen an der Hand geben, von denen es sich bei dem billigen Ausgleich leiten lassen soll. Die äußersten Richtungspunkte werden für mich hierbei immer barftellen: einerseits bie wirt­schaftliche unb finanzielle Tragbar- t ei t bes Ausgleichs für das Land, an­dererseits die Gewährleistung eines standesge­mäßen Unterhalts für das Fürsten­haus, wobei die allgemeine Verarmung unseres ganzen Volkes infolge Krieg und Nachkriegszeit in Rechnung zu stellen ist. Der Entwurf stellt daneben noch anderweite Richtlinien auf, über deren Raffung im einzelnen man noch sehr verschiedener Meinung sein kann. s)lamentlid) die Füglichkeit für das Land, zur öffentlichen Besichtigung freigegebene Schlösser, Museen, Sammlungen, Parkanlagen usw. in der Regel an sich ziehen zu können, und zwar unter Umständen ohne jegliche Entschädigung, kann in sich große Härten bergen. Hier werden die Verhand­lungen im Ausschuß hoffentlich noch zu einer besse­ren Klärung führen.

3. Die Unanta ft barfeit bisher getrof­fener Entscheidungen undcibgeschlos- jener Vergleiche. Der dem Ausschüsse bereits vorliegende Antrag der Demokraten sieht ausdrück­lich vor, daß die rechtskräftig durch Urteil oder Ver­gleich erledigten , Auseinandersetzungssachen von einer künftigen gesetzlichen Regelung nicht be­troffen werden dürfen. Diesen Standpunkt habe ich mit außerordentlicher Freude begrüßt und möchte für die Zukunft daran festhalten. Gerade die Er- fabrungen, die man auf dem Gebiete des Auf­wertungsrechtes mit der sogenannten Rückwir­kung gemacht hat, locken nicht zu ähnlichen Experi­menten. Leider scheint die demokratische Fraktion jetzt anderen Sinnes geworden zu sein, denn ihr Vertreter suchte bei den Beratungen darauf hinzu- wirken, daß ein Land, das der Meinung sei, durch eine bisherige Regelung schwer geschädigt zu jem, bas Recht erhalten sollte, die Sache nochmals vor dem Reichssondergericht überprüfen zu lassen. Ganz abgesehen davon, daß hier nur einer Partei einseitig ein Recht zugestanden werden soll, halte ich einen solchen Eingriff in erledigte Sachen jfir außerordentlich bedenklich. Im Entwürfe (§ <) ist bis jetzt aufgenommen, daß eine erledigte Sache nur aus ü b e r e i n st i in rn e n d e n Antrag beider Parteien einer Überprüfung durch das Reichssondergericht unterbreitet werden kann. Ich möchte hieran festhalten, sehe aber schon vor- Gus, daß sich gerade um diese Bestimmung ein har-

Die Zeppelin-Etkenek-Spettde.

Und dennoch ...! Das ist das Wort der Geprüf­ten, der vom Schicksal Heimgestichten, die trotz aller Fährnisse, trotz aller Mühsal ihren Willen nicht beugen lassen.

Und dennoch Das ist das Wort der ruhigen festen Ueberzeugung, hinter der der ganze ^Gehalt unseres wirksamen arbeitsreichen Lebens steht.

Wir wissen es alle: Der Tiefstand unserer wirt­schaftlichen Lage ist so ungeheuer, baß jeher Ein­bruch und jeder Einwand davor verstummen muß. Mit armen Kleidern stehen wir da unter den Völ­kern. Nur unser Wille ist uns geblieben ...

Und trotzdem will das deutsche Volk heute sein Luftschiff schaffen. Es will das Geld aufbringen, um fein Nationaleigentum, die Friedrichshafener Werst, nicht dem Verfall und dem Untergang zu überant­worten. Denn das deutsche Volk weiß, daß, wenn heute Opfermut und Hilfsbereitschaft aller Kreise versagen, diese Werft in baldigster Frist ihre Tore schließen muß. Das deutsche Volk spricht heute sein: Und dennoch ...!"

Wir sammeln jetzt, um durch einen neuen Auf­trag der Friedrichshafener Zeppelin-Werft neuen Lebensatem zu geben; wir sammeln dennoch jetzt, allen wirtschaftlichen Mißlichkeiten zum Trotz, weil wir nicht wißen können, was vor uns liegt und ob den schlechten Zeiten nicht noch schlechtere folgen werden; wir sammeln dennoch jetzt, um uns selbst unb ber Welt zu beweisen, baß wir kein mübes, innerlich abgewirtschaftetes Volt sind; wir sammeln dennoch jetzt, weil wir unsere Zukunftsaufgaben vor den Ansprüchen des dumpfen und gierigen Tages schützen wollen.

Der ganze Ersolg ber Volksspenbe ist letzten Endes nichts anderes als eine Willensfrage an den einzelnen. Denn wenn auch das Schicksal dieser Zeit noch so dunkel sein mag: Zur Verzweiflung haben wir fein Recht!

Dr. Eckeners Aufruf von vielen gehört, von vielen begeistert ausgenommen und von vielen be­reits zur Tat verwirflicht muß fortroirfen, bis wir das Ziel erreicht haben.

Und dieses Ziel heißt: ein neues deutsches Luft­schiff, aus Dolksmitteln erstanden; ein Wahrzeichen unserer Arbeit, aus Armut und Entbehrungen ab- gerungen, ein Wahrzeichen unseres einmütigen Wil­lens, der im Dienste an unserem eigensten Geschick nicht erlahmen will und allen Zweiflern seinUnd dennoch ...!" zuruft.

wird hiermit dringend vor diesem Schwindler fest. Die Verluste konnten aufaeholt, teilweise sogar gewarnt. überschritten werden. Das Geschäft wurde überaus

Zu dem Kassenschrankeinbruch rege, teilweise stürmisch. Der Geldmarkt weist bei der Allgem. Ortskrankenkasse Gie° I steigendes Angebot auf. Tagesgeld war unanbring- ß en, wo in der Bucht zum 3. September v. I. lich bei 6 Prozent. Bankdiskonten 57/8 Prozent. In- 14 250 Mk. entwendet wurden, wird im Polizei- I dustrieakzepie 6,5 Prozent. Monatsgeld' 6,75 bis bericht folgendes mitgeteilt: Aach dem hiesigen | 9 Prozent, je nach Adresse. Im Deoisenver« Einbruch wurden in den Städten Brandenburg kehr notierten London gegen Kabel 4,86*. Paris a. d. Havel, Mecklenburg i.Scb., Bad Schmiede- I gegen London 129,75.

berg b. Halle und neuerdings in Magdeburg Dörsenkurle.

gleichartige Kasfenschrankeinbrüche bei Ortskran-- 1 '---

kenkafsen ausgeführt. In Magdeburg wurden die Geldschrankknacker auf frischer Tat von der Polizei überrascht. Der eine Täter konnte ent­kommen, während der zweite angeschofsen und festgenommen wurde. Der Festgenommene nennt

?^nUiÄJ. e>" i5het 2 Erorte- ibern i ? Ine UttM Prozesk?, °?ltt ö04 Ü* roeiter^oits& >en berCy «nfiaufe >en hohen °tz'8 . nichtinb«q n

n Kreisen verur- waren bie ?uth, die Ende W der d e will, bl' unirr Au;, £ «Sein, unb der ff5Serenben und Kleinrentnern «W Entrechtung m-. ur dar deutsch? lr, 'il- bedori keiner 1 kommunistisch« und wer wieder auzsith.

in der November» uwpslich weagekom. nen andere Reoolu. >en seien, und daß loch nachgeholt wer- daß die Revolution die Weimarer en worden ist, unb .Naffuna im Ar- istet, eine Teilrevo- führt werden kann, ische Antrag ist mhchvollspackeiliche : Äbg. Kahl, mit ihrt hat, kann man . die eine Par­zen das einzelne ratijchen Anträge die ibung regeln soll, ist :age Partei. ?n ver­rat Kahl auch schon den muh, anaebeutet: ieichssonderge- ; Kapitel befriedigend egung jwifdjtn Land befonberer Xrt, bas ine gesetzliche Rcge- tlich nach privat- Mbein zu wollen, im, well zweisellvs »eitern Umfange mit ifanen Gerichte tonn» chtlichen Normen, auf ictjr ober weniger be- daraus mabrlid) kein . so oft, trifft nicht die Zesetzgebung bie , Recht mit in «rage igung: Die Fürsten fa Staates, als nach chlsauffasfang die Be- lenfielen - Ms der r. in dem prägnanten menfahte-'M .. oder Staat?5 - ben, was nach den i(en oder des moder- nichtdemFuk' «rson, zukam. So )er der Staatsgewalt ! zu keinerlei Unzu- tieichpligdmAack LKZ-k ,«Zioillifie WB*;

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gegen.

** Fe st genommen wurden in den letzten Tagen 8 Personen wegen verschiedener Derbre- i Sichel. chen und Bergehen, darunter zwei steckbrieflich ffiatbijof. . . .

verfolgte Mannespersonen. ZckÄK

** Die Maul- und Klauenseuche ist ' auf dem Heibertshäuser Hof bei Daubringen, m Rüddingshausen, Muschenheim, Hörnsheim, Klem- Rechtenbach unb Rieberbiel amtlich festgestellt wor­ben. In Krosborf ist bie Seuche erloschen.

sich Ian (Johann) S a l o w f k i. geb. am 4.1. 98 zu Warschau. Der zweite Täter konnte bis jetzt noch nicht ergriffen werden. Sämtliches Einbrecherwerkzeug moderner Art konnte sicher- gestellt Werdern Die dortige Arbeitsweise ist die gleiche wie hier. Mithin dürfte der hiesige Vorgang bereits als aufgeklärt zu betrachten fein. Alle übrigen BermuLungen sind dadurch hinfällig geworden. I </o HoOtürten

» ft genommene Apotheken- G°ldmenkanrr . . . Einbrecher. Der Polizeibericht teilt mit: In '

den letzten Wochen wurden in Dillenburg, Wetz- Dannsi. und Naiionall-ank . lar, Gießen und anderen Städten Einbrüche in I Deutsche Boni. . . OpotSrfen au8g=füBrt. bet jum Nm° LomlIlÄi, Z '.

27. Januar wurden in Weißenfels nachstehend Metallbant beschriebene Einbrecher auf frischer Tat, als sie I Mitteldeutsche Kreditbank. . dort in die Mohrcnapothekc bereits eingedrungen Weftban?"^ waren, überrascht und sestgenvmmcn: 1. Paul m-ü

Szyska, Kraftfahrer, geb. am 1.6.95 in Glas- «SSSf2 1

darf: 2. Josef Kleinert, Schlosser, geb. Laro am 22. 2. 98 in Friedewald b. Orottfau. Die »»7" Genannten haben nach den bisherigen Feststel- .harpcncr B-rgbau . . . ' lunaen in Gießen in der Aacht zum 2. Bovember Kaliwerke Aschersleben. . .. v. Is. hier genächtigt, in der nächsten Bucht I Kaliwerk Westeregeln wurde hier zum Bachteil einer Apotheke ein Einbruch ausgeführt. Die Verhafteten kommen für den hiesigen Einbruch zweifellos als Tater in Frage. Die Einbrüche in der Stadt Gießen haben zum größten Teil ihre Aufklärung gefun­den, mit Ausnahme eines Diebstahls von Silber- fachen in der Alicestrahe. Da bis jetzt immer noch derartige Diebstähle (von Silbersachen) in anderen Städten vorkommen, dürfte auch hier reifendes, gewerbsmäßiges Verbrechertum in Frage kommen. Den Polizeibehörden ist es bis jetzt nicht gelungen, die Täter bzw. die Silber­diebe zu ermitteln.

W o h n u n g s e i n b r u ch. In der Bucht zum 31. Ianuar wurde auf der Liebigshöhe da­hier ein Wohnungseinbruch ausgeführt. Dabei wurde die nachstehend beschriebene Uhr ent­wendet: Goldene Damenuhr mit Deckel auf dem Zifferblatt, ohne Kette und ohne Armbund. In der Tlhr befindet sich folgende Eingravierung: Hirne Angenheyster. Andenken un die erste heilige Kommunion 1917 zu Kevelar." Dor An­kauf wird hiermit gewarnt. Sachdienliche Mit­teilungen nimmt die Kriminalpolizei Gießen ent-

89.5' 93.25* |

48 40.75

54.75' 82' 81' 88

I 125' I 123,7'

I 137,7* | 136,5*

Tageskalender für Freitag. W..?HotL Studtthecfter: 71/. ÄhrDer wahre Iakob" (Ende MLw 95/ D. H. C.: Monatsversammlung bei Christiania.

Hovfeld. V. f.V.: 8V2 ÄhrGermania" Mo- §°^nh°gen natsverfammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: * Die Lieblingsfrau des Maharadscha".

- Deutsche VolksPartei. Man , n- schreibt uns: Gelegentlich einer Vorstandssttzung '

des Provinzialverbandes Oberhessen der Deut- Schwcii . . fchen Volkspartei wird am Samstag, 6. d. Mts., ßpam-n. nachm. 3l/< Ähr im Äniverfitätsrestaurant der M-Fan" Landesvorfitzende Bechtsanwult Dingeldey- Wien in D.- Darmstadt. M.'d. L.. über die politische und ^est.abgest. finanzpolitische Lage im Beich und in Hessen I Helgrad . . sprechen Die Mitglieder der Partei werden Budapest. . gebeten, sich an diesem Vortrag zahlreich zu BKn-n. beteiligen. (Siehe heutige Anzeige.) I Danzig. . .

Die Volkshochschule bittet uns, Konstantin, nochmals auf den Vortrag über Amerika, den «£en. . . Prof. Frick morgen abekld halten wird, auf- .'

merkfam zu machen. Bäheres im heutigen An-

Frankfurt a.M.

Berlin

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| dto. Doll.-Schatz-Antcetsng.*)

08.9

99,05

4 Febr.

5. Febr.

Amtliche Notierung

Geld 1 Driei

Amtliche Notierung

Geld 1 Brief

168.26

168,6»

1.731

1.735

19,07

19,11

85,34

85,66

103,59

103,85

112,31

112,59

10.548

10,58"

16,89

16.93

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20,436

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4,20.5

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15.7-5

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80.92

81.12

2.205

2,215

5.89

5.91

4.18i

1.1%

4.315

4.325

Banknoten.

Berlin, 4 Febr

Geld

Bries

Amerikanische '-Roten ..... Belgische Noren ....... Dänische Noten........

Englische Noten. ....... Französische Noten ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten ...... DcutschEesterr-, 5100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweiler Noten ...... Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Note« .. Ungarische Roicn.......

1,19

19.01

103.24

20.374

15,79

157,90

16.90 85,11

58.93

111,99

80,77 59,25

12.39 5,81

4,21 19.11

103,76 20,474

1 >.87 168,74

16,98

85,53 59,23

112.55 81,17 6» 55

12.45

5.88