Ausgabe 
4.10.1926
 
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Paraihphnsepideniie im Kreise jfulda.

WSN. Fulda, 3. Oft. Von zuständiger Seite wird zu der Paratyphusepidemie im ' rcije Fulda mitgeteilt: Die Zahl der an Paratyphus Ertränkten beträgt zur Zeit 75, von denen 20 Erkrankungen die Stadt Fulda betreffen. Ein Todesfall ist bisher nicht zu verzeichnen und, soweit sich übersehen läßt, auch nicht zu befürchten. "Ute Erkrankten, bis auf vier Fälle, befinden sich im Landkrankenhaus Fulda. Wenn auch die Zahl der (Erkrankten sehr hoch ist, so muß doch bedacht wer­den, daß sich die Fälle auf 24 Ortschaften ver­teilen und daß in den einzelnen Ortschaften immer nur vereinzelte Fälle vorgekommen sind. Gegen die Weiterverbreitung der Krankheit sind umfassende Maßregeln getroffen wor­den. Sowohl die Trinkwasserversorgung der Stadt Fulda, wie auch die Milchversorgung sind in voll­kommen einwandfreiem Zustand und werden lau­fend kontrolliert. Im übrigen kann die Krankheit als ü be r st a n d e n gelten. Neuerkrankungen sind in den letzten Tagen nicht mehr vorgekommen.

Wirtschaft.

Von den SchlachtviehmärkLen.

An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche war die Marktlage im Vergleich :,ur Vorwoche nicht wesentlich verändert, wenn auch eine Neigung zur Besserung unverkennbar war. Die Auftriebsziffern erreichten für Schweine wieder die alte Höhe; für die übrigen Gattungen waren sie unverändert. Die Preise blieben für Rinder im allgemeinen auf der Höhe der Vor­woche; für Kälber und Schweine gut behauptet, während die Preise für Schafe vielfach etwas schwächer lagen.

Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert:

Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 2054 60-98 30-58 74-85

Bremen 25-56 40-95 23-56 65-78

Breslau 20-60 53-80 30-61 70-84

Chemnitz 27-63 67-85 35-53 72-86

Dortmund 2860 60105 35 55 75 85

Dresden 23 - 60 62 - 88 - 72 - 85

Düsseldorf 25- 61 55 - 90 35 - 37 65 - 84

Elberfeld 25-60 60-100 - 75-86

Essen 30-63 60-120 32-55 72-85

FrankfurtM. 20-64 60-89 29-47

Jamburg 15 56 38 91 25 56 65 82

Hannover 15 57 40 90 2055 65 81

Husum 1858 3848

Karlsruhe 2160 6080 32-42 76-84

Kassel 28-63 55-78 - 74-87

Kiel 17-50 33-82 28-55 49-76

Köln 20-62 58-90 35-53 67-84

Leipzig 25-60 50-85 30-62 75-86

Magdeburg 20 - 60 40-115 28 - 53 70 - 83

Mannheim 16-62 52-85 35-46 68-83

München 20-62 68-84 - 64-84

Stettin 10 - 56 40 - 87 20-53 70 - 84

Stuttgart 14 62 61 84 62 85

Zwickau 15 56 7085 30 58 75 86

*

* D ie amtlichen Insolvenzziffern für den Monat September. Äach Mit­teilung des Statistischen Reichsamtes wurden im September durch den ..Reichsanzeiger" 467 neue Konkurse ohne die wegen Massemangels ab- gelehnten Anträge auf Konkurseröffnung und 147 Geschästsaufsichten bekanntgegeben. Die ent­sprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 493 bzw. 228.

* Auch d i e 2'nlan dtranche der Sie­mens-Anleihe bereits überzeichnet. Die Zeichnung auf die Znlandtranche der gemein­samen Anleihe der Siemens & Halske QI.-®, und Sicmens-Schuckcrtwerke G. m. b. H. ist, wie von dem beteiligten Bankenkonsortium mitgeteilt wird, bereits am Samstag wegen Lleberzeichnung ge­schlossen worden.

* Rheinisch-westfälisches Kohlen- shndikat, Essen. Auf Grund der in der Mitgliederversammlung vom 30. September ge­faßten Beschlüsse gelten vom 1. Oktober ab nach­stehende jetzt genehmigte Verkaufspreise je Tonne: Briketts l.Kl. 22 Mk., 2. Kl. 21 Mk.. 3. Kl. 20 Mark; Eiform 1. Gruppe (-Eiform) 22 Mk., Eiform 2. 3. Gruppe (Mager-Eiform) 21,75 Mk.; Eßkohlen: Feinkohlen 11,90 Mk.. Magerkohlen (östliches Revier) gew. Feinkohlen 10,90 Mk., ungew. Feinkohlen 10,40 Mk.; Magerkohlen (west­liches Revier) gew. Feinkohlen 9,50 Mk., ungew. Feinkohlen 8,90 Mk.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 4. Ott. Tendenz: Un­sicher. Während sich der Aktienhandel an den Vortagen durch größere Kaufneigung auszeichnete, eröffnete der heutige Börsenverkehr mit einer gewissen D e r k a u f s n e i a u n g, die für einige Werte empfindliche Kursverluste mit sich brachte. Allem Anschein nach ging die Ab­gabelust von Bankenseite aus, die damit einer allzu stürmischen Auswärtsbewegung der Kurse entgegenzutreten beabsichtigt. Die weitere Tendenzgestaltung wurde durch Kaufaufträge, die in größerem Umfange noch zu erledigen waren, günstig beeinflußt, so daß der offizielle Verkehr eine überwiegend feste Stimmung hatte. QN o n t a n a k t i e n waren zumeist be­festigt. Bochumer plus 3 Prozent, Deutsch-Luxem- vurg plus 3 Prozent, Buderus plus 3 Prozent, Phönix plus 1,87 Prozent, Rheinstahl plus 5 Prozent. Etwas niedriger wurden Gelsenkirchen und Mansfelder, während Mannesmann unver­ändert blieben. Kali-Westereaeln plus 2 Prozent. Von Chemiewerten blieben Scheideanstalt unverändert. 3. G. Farben gaben auf Angebot hin 2 Prozent nach. Goldschmidt dagegen plus 1,8 Prozent. Der Elektro markt verkehrte uneinheitlich. AEG. schwächer. Bergmann plus 1,75 Proz., Felten plus 2 Proz. Siemens kaum ver­ändert. Am Bankeninarlt mußten Bayerische Hypo­theken von ihrer letzten Steigerung 1 Proz. her­geben. Darmstädter plus 0,5 Proz. Scharf gesteigert waren erneut Berliner Handel, die um weitere 5,5 Prozent anzogen. Deutsche plus 1,5 Prozent. Disconto unverändert. Schiffahrtsaktien waren trotz des wilden Streikes in Hamburg an­sehnlich befestigt. Autoaktien lagen anzie­hend, ebenso B a u st o f f a k t i e n. Zement Heidelberg plus 3 Prozent, Wayß & Freytag plus 1,5 Prozent. Holzmann plus 1 Prozent. Auch Zellstvffaktien tendierten fest. Zuckeraktien nicht ganz einheitlich. Deut­sche Anleihen befestigt. Kriegsanleihe 0,552V», Schutzgebiet 7,75 Prozent. Auch der Aus- landrentenmarkt tendierte in fester Hal­tung. Bevorzugt waren Russen. Der Frei- verkehr blieb ohne Geschäft, die Kurse hielten sich auf der letzten Basis. Der weitere Verlauf

brachte bei Rachlassen des Geschäftes eine all­gemeine Abschwächung der Kurse, nur am Rentenmarkt waren Russenwerte weiter befestigt. Der Geldmarkt hat eine Erleichterung er­fahren. Tagesgeld 5 Prozent, Monatsgeld 5,75 bis 7,5 Prozent, Privatdiskonten 5,12 Prozent, Industrieakzepte 5,38 Prozent. Im Devisen- verkehr waren größere Kursveränderungen nicht zu verzeichnen. Paris gegen London 173,50, Brüssel 179, Mailand 129. Das englische Pfund stellte sich auf 4,85' .t gegen Kabel. Die Reichs­mark notierte gegen Kabel 4,198.

Börsenkurse.

(Ohne Gewähr.)

Datum:

5°/ Deutsche Rctch-'anlcihe . 4% Deutsche Reichsanleihe . BV3°/o Deutsche Rcichsanlcihe 8% Deutsche Neichsanleihe . Deutsche Svarprämienanleihe 4% Preußische KoniolL - - 4°<> Hessen 3Vi% Hessen 3% Helsen Deutsche Wcrtb- Dollar-Anl. dto- Doll -Schav-Amreilng.*)

4e/0 Zolltürkrn 5% Solbmenfcner ... .

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- and Pnvat-Bank Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank.........

Deutsche Vereinsbank .... Disconto Couunandit .... Metallbank...........

Mitteldeutsche Kreditbank. . Dcsterreichische Kreditanstalt. Westbank...........

Bochumer Guh . .

BuderuS............ Caro ........... .

Deutscb-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpcner Bergbau ......

Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln .... Lanrahnttc......

Oberbedars .....

Phönix Bergbau ..... Rheinstahl...... .. .,

Riebcck Montan....... Tcllus Bergbau. ..... Bereinigte Stahlwerke 21,-®. Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd.....

Cheramtsche Werke Albtn . . Zementwerk Heidelberg . . , Philipp Holzmann......

Anglo-Cont.-Guano Chemische Mäher Alapin . .

®- Farbenindiistrie. A.-G. Goldschmidt..........

Holzverkohlung Rütgerswerkc Scheideaustalt «llg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ........ .

Mainkraftwerke ....... Schuckert Siemens 1 Halske ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Hehligenstacdt ........ Memnn......

Motorenwerke Mannheim

Frankfurter Armaturru . . , Konservenfabrik Braun . . . Metallgesclli^ast ftranlfurt. Schuhsabrtk Herz . . . . ' . Sichel Zellstml Waldhof Zustersabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . . .

Frankfurt a.M.

Berlin

Schlug» Kurs

l-Uhr- fiure

Schlich. Kur»

Anfang fturs

2. 10.

4. 10.

2. 10.

4. 10.

0,5375

0,5525

0.535

0.55

0.5125

0,5525

0,50

_

0,5075

0,5525

0.68

0.68

0.31

0.31

0,51

0.510

0,5335

D.4H

0,51

95

98

*

W

17.5

27.9

f 17,7

46,4

! -

227

232,5

228

231,7'

144

144

144

144.5'

235

-34'

233

234*

175,23

177,9*

171,5

176.5*

97

_

165

165.5*

165'

165*

149

152

149

154.25

140

1.39.75

140

7.6

8,5

8,5

158

161*

160

161*

98

100

97,75

99.62

82

78.5

161.5'

161.2'

160

161,7*

174

174.5

174

174.5'

172

173,25

172,75

174,7*

143

141.75

143,5*

155

152

153,75

63.75

64

64.9

73.5

72

123,5

121,9*

123,75

124.9*

163.5

163,5*

16.3.75

162,9

156.5

156

154.25

68,75

-

-

147

146.75

166

167,5

165,13

167.75

164

165,25

163,75

165,25

68,25

133

136

134,25

135,25

135,5

94,9

<93.9

292.2*

293

>98*

124,75

126,5

125

128

-

.

127.5

127.5

126,75

126

172.75

172,75

164.5

163,5

164

163

161

162,4

160

162

108,5

141.5

110

140,7'

205,5

205

204.75

90

91

91,4

SV.5

85,75

-

87

86

27

»

*

45

.

45,9

39,75

17

163,75

99

98,75

55

57

1

3

1

187

186.5

187.9

89

90,5

91

105

101

106

-

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. TL Telegraphische Auszahlung.

2 Oktbr.

4. Oktbr.

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

167,87

168,29

167,98

168,40

Buen.-AireS

1,715

1,719

1,713

1,717

Brff.-Antw

11,365

11,405

11,38 '

11,42

Christi ania.

91,84

1)2,06

91,88

92,10

Kopenhagen

111,33

112,08

111,61

111,33

111,61

Llockholm .

112,36

112,08

112,36

10,585

Selfingford.

10,549

10,589

10,545

Italien . . .

15,80

15,83

15,81

15,85

20,393

London. .

20.341

20.391

20,343

Weilt)ort . .

4.1925

4,2025

4,1925

4,2025

Paris. . .

Schweiz . .

11,76

11,80

11.74

11,78

81,01

81.21

81,034

81,235

Spanten . .

63,47

63,63

63,39

2,034

63,55

Japan - . . wio de Jan.

2,037

2,149

0.628

2,038

0.628

0.626

0,626

Wien in D-- Oest. abgest.

59,200

59,347

69,19

69,39

12,417

12,457

12,413

12,453

Belgrad . .

7.418

7,4:8

7,415

7,435

Budapest. .

Bulgarien .

6,87

5,025

5,89

3,035

5,867

3,025

5,887

3,035

Lissabon .

21,475

21.525

21,475

21,525

Danzig. . . Konstantin.

81,42

81,62

81,42

81,62

2,157

2.167

2.152

2,162

5,06

Athen. . .

4,99

5,01

5,04

Lanada. . .

4,194

4.200

4,195

4,205

Uruguay . .

4.21

4.22

4.21

4.22

Banknoten.

Berlin, 2 Oktbr.

Amerikanische Note» .... Belgische Noten ........ Dänische Noten ....... Englische Noten........ Französische Noten ..... Holländische Noten......

Italienische Noten Norwegische Noten .

Deutsch-Oesterr., i 100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakisch- Noten . . Ungarische Noten.......

80,75

63,44

12.382

3,84

Geld

4,176

11,35

111,02

20,305

11.87

167.48

15,59

91,67

69.05

2,16

Bries

4,196

11,41

111,58

20,405

11,90

168,32

15,97

92,13

59,35

2,20

112,22

81,1.)

63,76

12,442

5.887

Berliner Börse.

Berlin, 4. Oft. Die günstige Ver­fassung der Aktienmärkte scheint sich auch auf diese neue Woche zu übertragen. Das Interesse für M o n t a n a 11 i e n, Freigabe­werte, Maschinen aktien und verschiedene weitere Spezialwerte hielt an. Trotz der freund­lichen Grundstimmung eröffnete die Börse nicht ganz einheitlich, da verschiedentlich Realisationen erfolgten. Die Unsicherheit wurde aber bald überwunden, als durch die Anschaffungen des Publikums das Angebot glatt ausgenommen wurde. Die Spekulation wandte größeres Inter­esse dem heimischen Anleihemarkt zu, wo Kriegsanleihe mit 0,55 umging. Der Grund hierfür ist darin zu suchen, daß die Spekulation von der Einführung der Ablösungsscheine zum Börsenhandel eine Belebung des Geschäftes in diesen Werten erwartet. Recht fest lagen von den Aktienwerten besonders Kaliaktien, Tex­til-, Zellstoff- und Schiffahrtspa­piere. Am Geldmarkt ist die Lage etwas leichter geworden, der Sah für Tagesgeld ist aber immer noch angespannt mit 6,5 bis 7,5 Prozent. Monatsgeld 5,75 bis 7,5 Prozent. Im De­visenverkehr war das Geschäft außerordent­lich ruhig. Wesentliche Kursveränderungen traten nicht ein.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 4. Oft. Es wurden no­tiert: Weizen, Wetterauer, 28,75 bis 29 Mark; Rog­gen, inländischer, 23 bis 23,25; Sommergerste für Brauzwecke 23,50 bis 27; Hafer, inländischer, 17,75 bis 18,75; Mais (^elb) 18,50 bis 18,75; Weizen­mehl, inländisches (»spezial 0) 41,50 bis 42; Roggen­mehl 33,50 bis 34; Weizenkleie 9,50; Roggenkleie 10,50; Erbsen 40 bis 60; Linsen 45 bis 75; Heu, süddeutsches, gut, trocken 7 bis 7,50; Weizen- und Roggenstroh 3,25 bis 3,75; Treber, getrocknet, 15,50 bis 16 Mark.

Frankfurter Schlachtvietzmarkt.

Frankfurt a. M., 4.Oft. Auftrieb: 1667 Rinder (darunter 512 Ochsen, 59 Bullen 623 Kühe, 473 Färsen), 383 Kälber, 391 Schaff 4661 Schweine. Rinder (Ochsen): Voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 58 bis 62; (ältere) 55 bis 60; sonstige vollfleischige 48 bis 54; fleischige 40 bis 47. (Bullen): Iüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 50 bis 54; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 45 bis 49; fleischige 40 bis 44. (Kühe): Iüngere, vollfleischige, höchsten Schlacht­werts 50 bis 55; sonstige vollfleischige oder aus- gemästete 42 bis 49; fleischige 32 bis 41; gering genährte 20 bis 30. (Färsen): Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 56 bis 61; vollfleischige 49 bis 55; fleischige 42 bis 48. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 82 bis 87; mittlere Mast- und Saugkälber 72 bis 81; ge­ringe Kälber 60 bis 70. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 43 bis 47; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 35 bis 42; fleischiges Schaf­vieh 30 bis 34. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 80 bis 82; voll- fleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 80 bis 83; zirka 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 80 bis 84; zirka 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 80 bis 83; fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 75 bis 79; Sauen 65 bis 75. Marktverkauf: In Rindern und Schweinen langsamer, in Kälbern und Schafen lebhafter Handel. In Rindern und Schweinen verbleibt etwas Lleberstand.

Reichskredite für den Hruhgemiisebau in Hessen

Anläßlich der Dresdener Tagung des Reichs­verbandes des deutschen Gartenbaues, Anfang August, hat der Staatssekretär des Reichsministe­riums für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Hof­mann, Ausführungen darüber gemacht, daß die Reichsregierung gewillt sei, zur Fökdcrung der Rationalisierungsbestrebungen des Gartenbaues Reichs mittel auf dem Kre­ditwege zur Verfügung zu stellen. Inzwischen hat die Reichsregierung einen Kreditbetrag von drei Millionen Reichsmark speziell zur Stei­gerung des heimischen Frühgemüse­baues durch Errichtung von Treibanlagen (Ge­wächshäuser, Frühbeetkasten usw.) bereitgestellt. Hiervon ist als auf den Volksstaat Hessen ent­fallender Anteil ein Betrag von 100 000 Mark vor­gesehen.

Die Landwirtschaftskammer für Hessen erachtet diese Summe als viel zu niedrig und hat deshalb eine Erhöhung derselben beim Reichsministerium beantragt. Wie aus den Richt­linien des Reichsernährungsministers hervorgeht, kann weder Areal noch Einwohnerzahl des Landes für die Höhe der ihm zugeteilten Quote maßgebend fein, sondern die Geeignetheit in bezug auf Er­zeugung und Absatzbedingungen, und in dieser Hin­sicht hat wohl Hessen einen berechtigten Anspruch auf eine höhere Quote. Leider ist es sehr frag­lich, ob die Landwirtschaftskammer mit ihrem Antrag den gewünschten Erfolg haben wird, so daß bei dem großen Interesse, das für den Kredit in den Kreisen der hessischen Gemüsezüchter besteht, wahrscheinlich mit erheolichen Kürzungen zu rechnen ist.

Die Richtlinien für die Durchführung des Kredits find von dem Reichsminister für Er­nährung und Landwirtschaft festgelegt. Mit der bankmäßigen Erledigung ist das berufsständige Bankinstitut des Gartenbaues, die Deutsche Kredit- A.-G., beauftragt worden. Die Kreditanträge sind durch den Kreditnehmer selbst bei der Land- wirtschaftskammer für, Hessen einzu­reichen. Die Landwirtschaftskammer wird eine ge­naue Prüfung der wirtschaftlichen Voraussetzung des betreffenden Betriebes vornehmen.

Die erwähnten Richtlinien bestehen aus einer Reihe von Bestimmungen, die in 11 Paragraphen zusammengefaßt sind. Hiernach werden die Dar­lehen aus die Dauer von höchstens fünf Jahren gegeben. Die letzte Rückzahlung muß spä­testens am 30. Juni 1931 geleistet sein. Der von dem Kreditnehmer zu zahlende Zinssatz darf einschließlich Bankprovision 4 Prozent jährlich nicht übersteigen. Die Zinsen sind jeweils am 30. 6. und 31. 12. fällig. Die Rückzahlung der Darlehen erfolgt derart, daß am 30. 6. 1927 5 Prozent, am 30. 6. 1928 20 Pro­zent und am 30. 6. 1929, am 30. 6. 1930 und am 30. 6. 1931 je 25 Prozent zurückzuzahlen sind. Den Kreditanträgen sind u. a. folgende Unterlagen beizu- siigen: Ein beglaubigter Grundbuchauszug über das zu beleihende Grundstück, aus dem insbesondere her­vorgehen muß, wann bereits eingetragene Hypo­theken frühestens gekündigt werden können, eine Er­klärung des Antragstellers darüber, ob das zu be­leihende Grundstück noch mit einer nicht eingetrage­nen Aufwertungshypothek belastet werden kann, und eine amtliche Bescheinigung über den berichtigten Wehrbeitragswerc, sowie etwa vorhandene Nach­weise über die Höhe und Dauer der Brandversiche- rungen und etwaige Taxen.

Als Anmeldeschluß für die Anträge ist der 20. Oft 1926 vorgesehen. Als die für die Schätzung zustän­digen Stellen sind die Ortsgerichte bestimmt. Von der Landwirtschaftskammer für Hessen in Darmstadt sind die Eintrags- und Kreditsormulare einzufordern.

Schutz gegen K n o ch e n e r k r a n k u n g e n, anhaltende Seuchenfcstigkcit und frohes Wachsen aller Jungtiere verbürgt mit Sicherheit M. Brock­manns Dieh-Lebertran-EmulsionDfteofan". Wer einen Viehstand unterhalten will, der bei steter Ge­sundheit Höchsterträgnisse durch abgekürzte Mast­dauer, reiche Würfe und verstärkte Milchproduktion liefert, wird mit M. Brockmanns Vieh-Lebertran- EmulsionDfteofan" beste Erfahrungen machen.

Ein Wink für die Frau. Es liegt in der Natur der Wäschepflege, daß die einzelnen Stücke zunächst vom Schmutz befreit und danach gebleicht werden, wie es eben bei der Rasenbleiche üblich ist. Die gleiche Reihenfolge sollte auch dann eingehalten werden, wenn die natürliche Bleiche fehlt. Die Mittel hierzu sind bekannt: Zum Reinigen der Wäsche Dr. Thompsons Seifenpulver mit dem Schwan und zum BleichenSeifix". Beide Mittel enthalten keine schädlichen Bestandteile.

Amtsgericht Wetzlar.

Ein Reifender aus Braunfels, dem unter der Beschuldigung, beim Fahren mit feinem Motorrad die nötige Vorsicht außer acht gelassen: und dadurch die Verletzung eines Passanten ver» ursacht zu haben, ein Strafbescheid der Polizeiverwaltung über 9 Mk. zu diktiert worden war, hatte hiergegen gerichtliche Entscheidung be­antragt. Die Verhandlung ergab, daß der Ange­klagte in mäßigem Tempo gefahren war und die Verletzung des Passanten durch dessen Schuld geschah. Der Angeklagte wurde daher frei- gesprochen.

Vier Landwirte aus Wies eck hatten sich wegen Diebstahls zu ixranttoorten. Sämtlichen Angeklagten waren unter der Beschuldigung, ge­meinschaftlich im Krosdorfer Wald von fremden Holzstößen sich widerre^tlich Holzscheite weg­genommen zu haben, Strafbefehle über je 15 Mk. Geldstrafe an Stelle von je 3 Tagen Gefängnis zugegangen. Auf ihren Einspruch erzielten sie kostenlose Freisprechung, da die Ver­handlung ergab, daß sie die fraglichen Holzscheite im Einverständnis mit dem Eigentümer beim Holzabfahren zur Festlegung des Stammes ent­nommen hatten.

Ein Dachdeckermeister aus Wetzlar ließ int Iuni durch seinen Gesellen an einem Hause in Metzlar Reparaturarbeiten ausführen. Dabei waren keinerlei Warnungsze'.chen, die einen Hin­weis auf die Gefahr durch herabfaUende Ziegel enthielten, ausgestellt. Eine des W.ges kommende Frau wurde durch eine herabfallende Schiefer­platte verletzt. Der Dachdeckermeister erhielt daraufhin wegen seiner Unterlassung durch polizei­liche Strafverfügung 5 Ml. Geldstrafe, wogegen er gerichtliche Entscheidung beantragte. Das Ge­richt stellte fest, daß den Meister keinerlei Schuld treffe, da der Geselle die Arbeit ausgeführt und nach seiner Angabe die Anbringung der War­nungstafeln vergessen hatte. Demgemäß lautete das Llrteil auf kostenlose Freis p rechn n g.

Ein Schlosser aus Wetzlar, der seine Tochter den Schulunterricht unberechtigt ver­säumen ließ, war durch Strafverfügung mit 3 Mk. Ge ldstrafe belegt worden. Sein Antrag auf gerichtliche E 'Scheidung hatte keinen Erfolg, denn die Verhand. i ergab, daß fein Einwand, er habe das Fe r.i bleiben seiner Tochter bei der Lehrerin schrifll ch entschuldigt, nicht den Tat­sachen entsprach. Das Gericht erkannte daher auf die gleiche Strafe.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem Wochenmarkt am Sams­tag: Butter 150 bis 186, Matte 35, Wirsing 6 bis 12, Weißkraut 4 bis 6. Rotkraut 6 bis 15, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 20, Römischkohl 10, Bohnen 25, Llnter-Kohlrabi 6. Feldsalat 100, Tomaten 20, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 40 bis 80, Kürbis 6, Kartoffeln 4. Falläpsel 8, Aepfel 15 bis 25, Birnen 10 bis 15, Zwetschen 20 bis 25, Brombeeren 60, Pfirsiche 25, Rüsse 70, Honig 40, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 110 Pf. das Pfund; Käse 10 Stück 60 bis 150 Pf.. Sier 15 bis 16, Blumenkohl 10 bis 150, Salat 5 bis 10, Endivien 6 bis 15, Ober-Kohlrabi 3 bis 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück; Radieschen 12 Pf. das Bund.

Wettervoraussage.

Wenig Aenderung des vielfach trüben aber durchweg trockenen Wetters, tagsüber ziemlich milde.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 15, Minimum 9,8 Grad Celsius. Heutige Morgen­temperatur: 12,2 Grad Celsius.

Vüchertisch.

Der offizielle Führer zu der Ausstellung Von der Faser zum Gewebe", die die Fabrikationsvvrgänge für WoUe und Baum­wolle auf arbeitenden Maschinen vorführt, ist soeben erschienen. Rach einem Vorwort der Ab­teilung für Werbe- und Ausstellungswefen des Wirtschaftsamtes der Stadt Frankfurt a. M., das prinzipiell die Reuartigkeit dieser Ausstellungs­form betont, folgt ein ausführlicher Artikel von Dr. Marschik, der sich mit dem ThemaDie wirtschaftliche Fertigstellung der Textilwaren und Textilmaschinen" eingehend beschäftigt. Entspre­chend dem Aufbau der Textilschau schließen sich dann fachmännisch und doch für Laien aufschluß­reich und verständlich geschriebene Artikel über Materialprüfung, Handspinnerei und Weberei, Baumwollspinnerei, Baumwollweberei, Kamm­garnspinnerei, Wollweberei, Wolldeckenweberei und Ausrüstung, Teppichknüpferei, Trikotfabri­kation usw. an.

Rundfunk-Programm

des Frankfurtre Senders.

(Aus derRadiv-Umschau".)

Dienstag, 5. Oktober:

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Wunsch- nachmittag. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lsseftunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Funkhochschule Frankfurt:Die Ein­stellung des Kranken zu seiner Krankheit", Dortrag von Pros. Dr. Erich Stern-Gießen. 7.30 Uhr: Ueber- tragung aus dem Frankfurter Opernhaus:Der Waffenschmied". Komische Oper in drei Akten von W. A. Lortzing.

Sprechstunden dcv Redaktion.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen.

Für unverlangt elngefanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen.

Anzeigenausiräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.

Geschäftliches.

Eigenartiges und Bezwingendes bietet die Ziga« retten-FabrikPenidze" (Salem-Haus) mit der sogenannten G e s o l e i - Z i g a r c 11 c , die auf der Ausstellung in Düsseldorf als einzige Ausstellungs- Zigarette fungiert. Die Gesolei-Zigarette entspricht in ihren Eigenschaften dem hohen Niveau derGe> solei". Täglich rauchen Tausende vonGesolei"- Besuchern die Gesolei-Zigarette und halten mit ihrer 2lnerkennung nicht zurück!

Man hüte sich vor den vielen Nachahmungen, die Palmin" gefunden hat. Das echte Palmin wird nur in Paketen (niemals lose) verkauft; jedes Paket trägt den NamenszugDr. Schlinck". z .