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füll provoziert, und bet <5rre;i werde von selbst verschwinden, wenn fte bereit wären, den Gesetzen zu gehorchen. Das in QtogaleS erscher- nende BlattHerald" veröffentlicht eine Nach­richt, wonach gestern in Mexiko bei der Heber» nähme der Kirchen durch die Beauftragten des Staates sechs Personen getötet und über 100 verletzt worden sind. Präsident Calles hat den von bischöflicher Seite angebotenen Waffenstillstand abgelehnt: jedoch sind, wie es heißt, inoffizielle Besprechungen zur Ein­leitung einer Verständigung im Gange.

3er mexikanische Botschafter in Paris, Al- sonso Rehes, hat dem Vertreter desJournal" ein Interview gewährt, in dem er seine Ansicht über die mexikanische Krise zum Ausdruck bringt. Der Botschafter erklärte, in Mexiko gäbe es keinen eigentlichen Religivnskonflikt und keinen Hatz zwischen Staat und Kirche. Die mexikanische Politik werde durch die nationale Be­wegung, der vor allem auch die mexikanischen Priester ergeben seien, beherrscht. Nun wider­spreche aber der Erwerb von Grund und Boden als Eigentum durch den spanischen Klerus und das Erscheinen ausländischer Or­densgesellschaften dieser nationalen Be­wegung. Seit Ausrufung der Unabhängigkeit Mexikos sei zwar die Unterordnung des Klerus unter die staatlichen Behörden in der Verfassung festgelegt, inzwischen habe aber der Erwerb von Gütern und Vermögen, den man bekämpft habe, wieder begonnen und eine Re­aktion sei bereits nach der Revolution von 1911 unvermeidlich gewesen. Die Verfassung von 1917 habe die Prärogative des Staates, wie sei sich ans der Verfassung von 1857 ergaben, erneuert. Präsident Calles -habe seinerzeit gefordert, daß die ausländischen Priester das Land verlassen. Das sei der Ursprung der Krise. Man müsse übrigens beachten, daß, ob­wohl die Mehrzahl dieser ausländischen Priester S v a na e r seien, die Madrider Regierung an­erkannt habe, daß Mexiko in voller Berechtigung gehandelt habe. Die französische Regierung habe dieselbe Haltung eingenommen, obgleich es in Mexiko zahlreiche französische Schulen und Reli- gionsgesellschaften gebe.

Der panasiatischeKongreß

Tokio 3. Qlug. (Reuter) Der panasiatische K"gretz ist heute zu Ende gegangen. Nachdem zwei. Japaner, zwei Chinesen, zwei Inder und ein Vertreter der Philippinen zu Direktoren des neuen Bundes der asiatischen Nationen gewählt worden waren, wurde beschlossen, datz der neue Kongreß in Peking stattfinden soll. Auf der gestrigen Sitzung soll ein chinesischer Delegierter die Konferenz dadurch überrascht haben, dah er verschlug, der panasiatische Bund möge Indien und den Philippinen helfen, ihre Unab­hängigkeit wieder zu gewinnen, insbesondere Indien, das der Hort weiher Rassen im Orient sei Wenn letzteres seine Unabhängigkeit erhalte, würde der westliche Einfluh automatisch ver­nichtet. Einer der japanischen Delegierten wandte sich gegen die öffentliche Erörterung eines solchen Vorschlages. Er sprach die Befürchtung aus, die Polizei werde die Versammlung auf­lösen, wenn irgendein Punkt, dessen Beratungen der freundschaftlichen englisch-japanischen und Den amerikanisch-japanischen Beziehungen nachteilig sei, in der Erörterung berührt würde. Es wurde schliehlich beschlossen, den Vorschlag später geheim zu erörtern.

Aus Schanghai meldet Reuter, dah dortige kaufmännische und Arbeiterverbände und zahl­reiche örtliche chinesische Organisationen Pro­testkundgebungen gegen die panasiatische Konferenz in Nagasaki abgehalten haben und LZapan beschuldigen, diese Konferenz für seine eigenen Ziele ins Werk gesetzt zu haben. In Entschließungen werde erklärt, Japan solle seine Aufrichtigkeit zeigen, indem es seine agressive Politik gegenüber China aufgebe.

Abessinien.

London. 3. Qlug. (Wolff.) Die liberale Daily News" bezeichnet Chamberlains gestrige Unterhauserklärungen über den englisch- italienischen Vertrag bezüglich Qlbessiniens als s e h r l a h m. Er habe vollkommen unterlassen, zu der wirklichen Beschuldigung gegen die gemeinsamen Autoren des abessinischen Paktes Stellung zu nehmen. Diese Beschuldigung sei, dah die beiden Westmächte Verhandlungen über die Verfügung über das Eigentum eines souveränen Staates und Mitgliedes des Völkerbundes begonnen und sich nicht einmal die Mühe gegeben hätten, diesen Staat mit dem Wortlaut ihrer gegenseitigen Besprechungen de­ka n n t zu machen, bis sie die Qlbsicht Qlbessiniens, dem Völkerbund einen formellen Protest zu unter­breiten, merkten. Der Tauschhandel sei unschicklich, weil seine Mittel Musterbeispiele diplomatischer Intrigen der Vorkriegszeit seien und moralisch auf 'eine ernste Verletzung der Völkerbunds- fatzung hinausliefen. Das letzte Wort liege jetzt beim Völkerbund, und es dürfe kein Grund zu Zweifeln bestehen, was seine Worte sein werden.

Das Attentat auf Mussolini.

Rom, 3. Aug. (WB.) Dieser Tage wurde dem Untersuchungsrichter das Gutachten der Psy­chiater vorgelegt, die den Geisteszustand der Miß G i b s o n untersucht haben. Sie stellten fest, daß diese den Anschlag auf Mussolini in voller G e i - stesstörung ohne Willensfreiheit und dem Bewußtsein der eigenen Tat ausgeführt hat und daher als unzurechnungsfähig anzu­sehen ist. Ihr Zustand wurde von den Aerzten als chronische Paranoia bezeichnet. Auch ihren Aussagen bei der Vernehmung ist kein Gewicht bei­zulegen, da sie unter Wahnvorstellungen leidet und unter deren Einfluß ständig voneinander abwei­chende Aussagen macht.

Aus aller Welt.

Die Welttvnferenz der christlichen Jung-Männer- vereine.

Das Interesse der Weltkonferenz der christ­lichen Jungmännervereine ist vor allem Fragen des Familien- und Geschlechtslebens zugewandt, über die seit einigen Jahren in der ganzen Welt eingehende Erhebungen stattgefunden haben, daneben auch Berufssragen und die Stel­lung des einzelnen zum Vaterlande. Durch den Vortrag eines indischen Vertreters und eines Negers aus Amerika wurde die Aufmerksamkeit auch auf die Rassenfragen gerichtet. Ferner wurde zu der Lage der Eingeborenen in den

Diamantdistrckten Afrikas vom christlichen Stand­punkt aus Stellung genommen. Die Vertreter Kanadas und Frankreichs gaben Berichte über die Verhältnisse in ihren Ländern. Die Ein­teilung der Weltkonferenz in 50 kleine Gruppen, die jede für sich aus den verschiedensten Nationen und Kulturkreisen zusammengesetzt ist, bewährt sich. Dienstag nachmittag gab der finnische Kul­tusminister Jngman einen Empfang zu Ehren der Delegierten der Konferenz, auf dem er diese willkommen hieß. John Mott erwiderte, der Weltbund habe seit seinem 75jährigen Bestehen bisher noch in keinem Lande so günstige Vor­bedingungen für die Abhaltung der Konferenz gefunden, wie in Finnland. Die Gesänge eines finnischen Gesangvereins fanden starken Beifall bei den Konferenzteilnehmern, wie überhaupt ein herzliches Einvernehmen zwischen der finnischen Bevölkerung und den Delegierten, besonders Den deutschsprachigen, herrscht.

Relchsrnieterkag in Würzburg.

Aus ganz Deutschland fanden sich die dele­gierten- der Mietervereine zur Tagung des Reichs­bundes deutscher Mieter in Würzburg ein, um zu den Problemen der Wohnungsnot und des Abbaues der Mieterschutzgesetzgebung Stellung zu nehmen. Nach den Beratungen am Freitag, fand am Samstag eine Konferenz interner An­gelegenheiten in geschlossener Sitzung statt, der am Abend ein vom Würzburger Mietervereini veranstalteter BegrÜtzungsabend folgte

Großes Braunkohlenlager bei Berlin entdeckt.

In der Gegend zwischen Erkner und Fürsten­walde haben Bohrungen das Vorhandensein eines großen Braunkohlenlagers ergeben. Es sollen sogleich zwei Förderanlagen sertiggestellt werden. Man glaubt mindestens 2000 Tonnen Braunkohle täglich fördern zu können. In einer Sitzung zwischen Vertretern der Stadtgemeinden, eines Finanzkonsortivms und der preußischen Regierung, die sich mit 49 Prozent an der Ausleatung beteil ei will, wurden Abmachungen für die Erschließung getroffen Die Ausbeutung soll von der GewerkschaftPrinz von Preußen" übernommen werden.

Zwei Faltbootfahrer ertrunken.

Ein Faltboot, in welchem sich zwei junge Angestellte einer Leipziger Firma befanden, Die auf der hochgehenden Mulde ton Wurzen nach Eilenburg fahren wollten, ist am Dobritzer- Damm gekentert. Beide Insassen ertranken.

Schwere Wolkenbrüche in Mexiko.

Schwere Wolkenbrüche haben in mehreren Staaten Mittelmexikos große Überschwemmung verursacht. Bei Queretaro entgleiste ein Per- sonenzug. Eine große Drücke bei Acatlan wurde fortgerissen.

Absturz eines Fesselballons in England.

In Kempston (Dedsordshire) riß sich em Fesselballon los. Die Gondel des Dallons stürzte aus einer Hohe von einigen zwanzig Metern zu Boden. VierPersonen wurden getötet, eine schwer verletzt.

Automobilunglück in der Schweiz.

Beim Probieren für das Klausenrennen über- scklug sich beim Passieren der Steinbrücke des schmalen Feldweges bei Zürichberg der Bugatti- Rennwagen des Fliegerhauptmanns Wuhr - mann. Wuhrmann selbst wurde nur leicht verletzt, dagegen war der ihn bgleitende Fliegerleutnant Bülsigny sofort tot. Der Grund für den Unfall ist in dem Versagen der Bremse zu suchen.

Schwerer Autounfall in Kroatien.

Auf Der Straße Laibach-Karlstadt in Kroatien stürzte ein Auto 500 Meter vor der Drücke über die Kulpa um und begrub die In­sassen unter sich. Der Chauffeur war sofort tot, eine 11jährige Kaufmannstochter wurde schwer verletzt.

250 Pfund zum Mittagessen.

Eine Expedition des Hagenbeckschen Tier­parks hat im südlichen Atlantik einen glücklichen Fang gemacht. Die Tierjäger erbeuteten eine Riesenelephantenroobe von 6,5 Meter Länge und einem Gewicht von 3000 Kilogramm. Sie "wurde nach Hamburg verbracht, wo sie als tägliche Mahlzeit 250 Pfund Fische erhält.

Aus der proomMlhaupistadt.

Gießen, den 4. August 1926.

Lleuerfällrgkeiten im August.

Im Monat QI u g u ft werden folgende Steuern fällig:

Am 5. August: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeil vom 21. bis 31. Juli 1926 einschließlich der für die Zeit vom 1. bis 10. Juli bzw. 11. bis 20. Juli 1926 ein» behaltenen, noch nicht abgeführten Beträge ohne Rücksicht auf deren Höhe.

Am 10. August: Umfahsteuervoraus- zahlung der Monatszahler 3/4 Prozent der Umsätze unter gleichzeitiger Abgabe der Vor­anmeldungen: Gewerbescheine für das Rj. 1926.

Am 15. August: Kirchen st euer 2. Ziel auf Grund der Bescheide. Vermögens st euer 2. Rate für das Kj. 1926 und zwar \\ der Jahres­schuld für 1924. Der Betrag ist auf Seite 2 des Steuerbescheides für Kj. 1924 angegeben. Hundesteuer 1926 2. Ziel. Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 1. bis 10. August 1926, sofern der Gesamtbetrag nicht mehr als 100 Rm. beträgt.

Am 25. August: Steuerabzug vom Arbeits­lohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 11. bis 20. August 1926, sofern der Gesamtbetrag für diese Zeit oder mit dem für die Zeit vom 1. bis 10. August 1926 einbehaltenen und noch nicht abgeführten Beträgen zusammen mehr als 100 Rm. beträgt. Landes steuern 3. Ziel auf Grund der Steuerbescheide über Landessteuern.

Mit Ausnahme des Steuerabzugs vom Ar­beitslohn (Lohnsteuer) können die angeführten Abgaben innerhalb einer siebentägigen Schonfrist ohne Zuschlag bezahlt werden.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch: Gießener Radfahrerverein: Vereinslokal, Monats­versammlung. Hubertus: 8 Uhr, Dereinslokal, Hauptversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Pat und Patachon als Millionäre".

Wettervoraussage.

Nördliche bis östliche Winde, meist heiter bei vorübergehend stärkerer Bewölkung, tags­über warm, trocken.

Gestrige Lagestemperaturen: Maximum 21,8, Minimum 10,1 Grad Celsius. Heutige Morgen­temperatur: 15 2 Grad Celsius.

** Die Eröffnung Der Kraftpost - linie Gießen Kleebachtal wird, wie wir von zuständiger Seite erfahren, am kommen­den Sonntag, 8. August, erfolgen.

** Die Einkommensteuervoraus­zahlungen. Vom Wolffburean wird amtlich mitgeteilt: Für die Einkommensteuervorauszah­lungen 1925 waren mangels Veranlagung nicht Die Einkommen, sonDern als äußere Merkmale regelmäßig Der Umsatz oder das Vermögen mah- gebejrb.tSine genaue Feststellung des 1925 be­zogenen Einkommens in Den Steuerbescheiden, Die Den Steuerpflichtigen jetzt zugehen, führt bei Personen, Deren Wirtschaftslage ungünstig war, zu Erstattungen. Dagegen ergeben sich bei Personen, deren Einkommensverhältnisse im Ver­gleich zu ihren Berufsgenossen und anderen Er­werbszweigen günstig waren, Nachzahlun­gen. Die Notwendigkeit einer gleichmäßig ge­rechten Besteuerung machen es Der Finanzverwal­tung zur Pflicht, grundsätzlich und mit Nachdruck den rechtzeitigen Eingang dieser Beträge sicher­zustellen. Für solche Fälle jedoch, in Denen die Entrichtung der Nachzahlungsbeträge in einer Summe Den Pflichtigen mit Rücksicht auf ihre gegenwärtigen Einkommensverhältnisse außer­ordentliche wirtschaftliche Schwie­rigkeiten bereitet, hat der Reichsminister Der Finanzen bereits in Dem Erlaß vom Juni 1926 Die Finanzämter angewiesen, Die Abtragung Der Abschlußzahlungen in Ratenzahlungen in Anpassung an Die wirtschaftliche Leistungsfähig­keit des Steuerpflichtigen zu gestatten. Dem Steuerpflichtigen, der sich durch die gegenwärtige Veranlagung beschwert fühlt, steht Der volle Rechtsschutz Der Reichsabgabenordnung zur Verfügung. Eiiizelbeschwerden, die Mißgriffe Der Verwaltung rügen, unterliegen pflichtgemäßer Nachprüfung durch Die LanDesfinanzämter, in letzter Instanz durch den Reichsminister Der Fi­nanzen. In beiden Fällen ist eine durch Recht oder Billigkeit gebotene Abhilfe möglich. Allge­meine und im einzelnen nicht kontrollierbare Angriffe auf Die Veranlagungstätigkeit Der Reichsfinanzbehörden, bieten Dagegen eine solche Möglichkeit nicht und sind Dem Gesamtinteresse abträglich.

** Freiwillige Sozialauss chüt- tungen Der Sparkass e n an beDürf » tige Aufwertungsgläubiger. Hm den in bedürftiger Lage befindlichen Inhabern auf­gewerteter Sparkassenguthaben entgegenzukom­men, hat der Deutsche Städtetag, nach einer vom Wolffbureau verbreiteten Meldung, im Einver­nehmen mit dem Deutschen Sparkassen- und Giro- verband Den StäDtischen Sparkassen nahegelegt, daß sie schon vor Eintritt Der gesetzlichen Fällig­keit der aufgewerteten Sparbeträge frei­willig auf diese innerhalb gewisser Grenzen vorzeitige Ausschüttungen an be­dürftige Sparer vornehmen. In Aussrcht genommen sind Auszahlungen von Aufwertungs­guthaben im Cmzelfalle vis zum Betrage von 100 Mk., Die je nach Den finanziellen Möglich­keiten in einer Summe oder in einigen Jahres­raten auf Antrag vorzunehmen wären. Außer allen nachweisbar Bedürftigen sollen alle Per­sonen im Alter von mehr als 65 Jahren bei der Auszahlung Berücksichtigung finden.

---Der Ober hessische CDienen- züchterverein hält gemeinschaftlich mit Dem Kurhessischen Dienenzüchterverein nächsten Sams­tag unD Sonntag eine Jmkertagung im be­nachbarten Wetzlar ab. Zugleich feiert der dor­tige Verein sein 50jähriges Jubiläum. Mit der Tagung sind verbunden eine Ausstellung von bienenwirlschaftlichen Geräten und Produkten, so­wie ein Honigmarkt.

D i e Maul- und Klauenseuche ist erloschen in den Ortschaften Dannenrod (Kreis Alsfeld) und Kau (stoß (Kreis Schotten).

Oberhesfen.

Landkreis Gießen. ,

f Watzenborn-Steinberg, 2- Qlug. Am Sonntag feierten die Ortsgruppen Watzen­born-Steinberg und Garbenteich des ev. Bundes ihr diesjähriges S o m m e r f e st. Es wurde ein­geleitet an beiden Orten mit Festgottesdiensten, die gut besucht waren. In Watzenborn-Steinberg trugen Posaunen- und Kirchenchor zur Ver­schönerung des Festgottesdienstes bei, Der unter Den alten Linden unseres schönen Kirchenplatzes gehalten wurde. In kraftvollen warmen Worten verstand es Der Festprediger, Pfarrer Müller (Gießen), Den Herzen Die Kraft unD Herrlichkeit unseres evang. Glaubens nahe zu' bringen. Nach­mittags bewegte sich ein großer Zug zum Pohl­heimer Walde zu einem Waldfeste. Bortzräge unseres Kirchengesangvereins und des Posaunen- chors umrahmten Die Begrüßungsansprache des 1. DorsihenDen Der Ortsgruppe Watzenborn, Qllt- bürgermeister Hirz (Watzenborn), sowie Die Vorträge des Festpredigers überPaul Gerhardts Leben und Lieder" und von Pfarrer Haupt (Gießen)Warum evangelisch?" Das Schluß­wort sprach Der Ortspfarrer. Die Feier nahm begünstigt von schöner Witterung einen erhe­benden Verlauf.

:: Climbach, 2. Qlug. Etwas später als im Tal beginnt in unserer hochgelegenen Ge­markung die F r u ch t e r n t e. Erst jetzt wird mit Dem Schneiden Der Sommergerste begonnen. Die Arbeit ist recht mühsam und muß in diesem Jahr mit Sense und Sichel vorgenommen werden, da die Halme kreuz und quer am Boden liegen. Der Körnerertrag ist recht gut Der Roggen verspricht ebenfalls eine gute Ernte, hat sich allerdings auch vielerorts gelagert und muß noch einige Tage stehen. Der Ansatz des giftigen Mutter­korns (Secale cornutum) an Der Aehre ist in diesem Jahre häufig zu beobachten. Unter Den starken Regengüssen Der letzten Wochen hat be­sonders Der Hafer gelitten. Nicht nur auf gut gedüngtem, sondern auch auf magerem Boden hat er sich stark gelagert. Der Weizen zeigt den besten Stand. Von den zur Gemarkung QlllenDorf gehörigen einschärigen Wiesen vor derMark" und DenAllendorfer Tannen" wird eben das letzte Heu eingebracht. Auf Den übrigen Wiesen steht das Grummetgras sehr gut. Der zweite Klee hat sich ebenfalls recht gut entwickelt und kann schon die ganze Zeit verfüttert werden. Der Mais, Der bekanntlich viel Wärme braucht, sieht infolge der zu nassen Witterung recht Dürftig aus.

t®rünberg,3. August. Vorgestern fand eine Versammlung ehemaliger Gründer- aer Landwirtschaftsschüler zwecks Be­sprechung und Austausch von Wahrnehmungen in der Landwirtschaft statt. Zuerst wurden einzelne Herren über ihre Wahrnehmungen betr. Getreide­krankheiten gehört. Insbesondere wurde die Rost- l

krankheit behandelt und festgestellt, daß die Frucht mit Kainitlösung bespritzt werden muß. Die vorhan­denen Krankheiten an Sommerfrucht, Hackfrüchten und die Auswinterung des Klees wurden eingehend besprochen. Hierauf hielt Direktor Trautmann einen Vortrag über Grünland. Ausgiebig erläuterte er die Fragen, die bei Anlegen von Wiesen und Weide- ßcn zu beobachten seien, die Grasarten, die in

acht kommen, die Bearbeitung des Bodens vor und nach der Anlegung, und wie gutes Fuller auf den Diehftand und auch auf den Stalldünger wirkt. Der hiesige Reitoer ein hat sich eines bedeutenden Zuwachses während seines kurzen Be­stehens zu erfreuen. Zwei Drittel der Beteiligten sind aus der Umgegend. Mit Hilfe der Stadt hofft man zum Gallusmarkt das erste Schaureiten bzw. Turnier oarzuführen.

# Bellersheim, 2. Qlug. Das Vorhaben, unsere zweiklassige Schule in eine ein­klassige umzuwanDeln, soll nicht zur Durchführung kommen, Unsere Schule wird also zweillassig bleiben, was von Der gesamten Einwohnerschaft freudig begrüßt wird.

+ Hungen, 2. Qlug. Auf Anregung des Landesamtes für das Bildungswesen zur Schaf­fun g ei n e s H e i m a t b u ch e s hat sich eine Kommission aus Dem Lehrkörper der ^Volksschule und Höheren Bürgerschule unter Hrnzkyiehung von Pfarrer Gockel, Bürgermeister Fendt, Direttor S ch i f f m a n n und Schlossermeister Otto C b e r s o h n geblldet. In einer vor Beginn der Ferien anberaumten Sitzung wurden die ver­schiedenen Arbeitsgebiete den einzelnen Herren zugetellt, um alles Wissenswerte aus Vergangen­heit und Gegenwart unseres Städtchens zusam- menZutragen. Nach dem Vorblld anderer Ge­meinden hat sich auch hier eine 50er Ver­einigung gebildet, die sich dieser Tage zu einer gemütlichen Feier zusammenfand.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg, 3. Qlug. 5>a3 von den Adler und Falken" in Der Liebfrauenkirche ver­anstaltete, sogenannte Eisenacher Zehn­jungfrauenspiel hatte außergewöhnlichen Erfolg. Das Spiel, das aus Dem dreizehnten Jahrhundert stammt, machte durch Die vorzügliche gesangliche und musikalische Aufführung unD Durch Die prachtvollen Kostüme auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Die Kirche war bis zum letzten Platze gefüllt. Der Montag brachte be­sonders Der Jugend eine Freude durch das Spiel des Kasperltheaters auf Der Seewiese, Der Abend war wieder durch eine Abendmusik (gemeinsam mit Der Schuljugend) in Der Stadtkirche aus- gefüllt.

y. Wölsersheiin, 3. Aug. Nachdem in der letzten Gemeinderatssitzung zur Vermei­dung unnötigen Wasserverorauchs die Einfüh­rung von Wassermessern beschlossen und eine öffentliche Ausschreibung zu deren Lieferung erfolgt war, wurde gestern die Lieferung an mehrere Firmen vergeben. Zur Ausführung der Arbeiten wurde genehmigt, daß die Gemeinde bei der Be­zirkssparkasse Friedberg ein Darlehen von 6000 Mk. gegen Schuldschein aufnimmt. Die vom Ministe­rium angeordnete und von den Gemeinden für sich zu erhebende Inflations-Wertzu­wachs st e u e r von mindestens 12 Prozent des seinerzeitigen Veräußerungs- oder Erwerbswertes, die von den Käufern, die während der Inflation Grundstücke oder Häuser erwarben, nach Umrech­nung in den jetzigen Geldwert au entrichten ist, wurde mit 7 gegen 7 Stimmen abgelehnt.

Kreis Büdingen.

!! Büdingen, 2. August. Der zweite Tag der Jubelfeier des Wolfgang-Ern st-Gnm- n a s i u m s wurde eingeleitet durch verschiedene Choräle, die von dem Posaunenchor vom Schloß­turm geblasen wurden. Vormittags fanden die ver­schiedenen Festaoitesdienste statt. Später bewegte sich ein langer Festzug durch die Straßen der Stadt. Nach einer kleinen Mittagspause fand sich der Rest der Gäste und ein großer Teil der Büdinger Ein­wohnerschaft nm Kriegerdenkmal zusammen, um auf den Büdinger Festplatz, den Hammer, zu mar­schieren. Auf dem Hammer begann ein frohes Treiben, das bis in die späten Nachtstunden an­dauerte.

* Hirzenhain, 2. August. Ein Konzert, das der hiesige Gesangverein in Gemeinschaft mit dem GesangvereinSängerlust" Saubringen hier veranstaltete, war sehr gut besucht. Die gesanglichen Darbietungen standen auf einer Höhe, die einen noch stärkeren Besuch verdient hätten.

Kreis Schotten.

------ Gedern, 3. Qlug. Dieser Tage er­eignete sich auf Der hiesigen Hauptstraße ein Vorfall, Der von schlimmen Folgen hätte be­gleitet fein können. Das Pferd des Bau- materialienhändlers Rullmann scheute vor einem Kinde, das ihm mit einem Reifen zu nahe kam und ging mit dem mit Steinen be­laßenen Wagen durch, wobei Der Sohn des Genannten ein Stück geschleift wurde und ziem­liche Hautabschürfungen erlitt.

Gedern, 3. Aug. In diesen Tagen er­reichte Der für Die Lehrer Des Konferenzbezirks Gedern abgehaltene i4tägige Werkunter­richt s k u r s u s sein Ende. Kursusleiter war Schulrat Denzer, Darmstadt. In überzeugen­der Weise legte der Referent Dar, wie sehr der Werkunterricht imstande ist, die verschiedensten Unterrichtsgebiete zu beleben und dem Kinde durch erhöhte Anschaulichkeit und Erziehung zu größerer Aufmerksamkeit gegenüber den Dingen seiner Umgebung klarere Vorstellungen und Be­griffe zu geben, als sie dieNur-Lernschule" zu geben in Der Lage war. Eine in Der ein­klassigen Schule zu Hartmannshain abgehaltene Lehrprobe durch Den Kursusleiter zeigte am prak­tischen Beispiel, daß der auf die Selbsttätigkeit des Kindes und das werktätige Prinzip ein­gestellte Unterricht sehr wohl in der Lage ist, auch unsere Landkinder in erhöhtem Maße zu fesseln und ihnen Erkenntnisse gu vermitteln, non Denen anzunehmen ist weil sie aus der Eigentätigkeit und Der persönlichen Beobachtung heraus erwachsen, daß sie zu bleibendem geistigen Besitz werden. Zur Behandlung kamen während des Kursus Die verschiedensten Tech­niken des Werkunterrichtes, wie malendes Zeich­nen zur Belebung des Anschauungsunterrichtes auf Der Unterstufe, Modellieren in Ton und Sand, Ausschneiden in Buntpapier, Faltarbeiten, Anfertigung einfacher physikalischer Apparate. Der letzte Kursustag brachte noch einmal zu- sammenfassend einen Ueberbluf übet Die Grund- lagen und Ziele des Werkunterrichtes, sowie die verschiedenen Wege, die zum Ziele führen. Einmütig brachten die Kursusteilnehmer ihre volle Befriedigung über das Gesehene und Ge­hörte zum Ausdruck. Mit Worten des Dankes an Kursusleiter und -teilnehmer brachte Kreis-