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Ur. 105 Erstes Blatt

176. Zahrgang

Dienstag, 4. Mai 1926

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

vnit? nnv verfüg: Brühl'fche Univerfitälr-Vllch' und Stctnönuferei K Lange in Gietzen. 5christleitung und Geschästrftelle: ZchnMraße 7.

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hineinziehen, die direkt in trieben arbeiten.

Die Verwaltung des Transportarbeiter

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das Wort. Er beklagt sich bitter über gänzlich verfehlte Politik der Regierung. Gewerkschaften täten ihre Pflicht, wenn sie

Sekretär des internationalen GewerksHastsbundes, Oudegeet, der internationale Gewerkschastsbund stelle sich mit seiner ganzen Macht und finan­ziellen Mitteln in Hohe von über 203 Millionen Gulden hinter die englischen Berg­arbeiter und den englischen Gewerlschafts- kongreh. Dom internationalen Gewerkschaftsbund sei bereits ein Rundschreiben an die Gewerk­schaftszentralen abgegangen, worin die^e auch um moralische Unterstützung für die englischen Ar­beiter ersucht werden. Es stehe fest, das) die eng­lischen Arbeiter mindestens vier bis fünf Wochen den Kampf ohne finanzielle Unterstützung seitens des Kon­tinents führen können. Auch werde man sicherlich von den 12 Millionen englischen Ar­beitern nur die fünf Millionen in den Ausstand

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Amfterdam, 4. Mai. (WTD. Funkspruch.) einer Presseunte'.-redung erklärte gestern der

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Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20*, mehr

Chefredakteur.

Dt. Friede Wilh. Lange, verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H Thyriot: für den übrigen Teil Ernst vlumschein: für den An­zeigenteil Hans Iüstel, sämtlich in Gietzen.

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ist- Dies ist eine ^Imkehrimg des demokratischen Prinzips. Die Führer der Act eiterparteien greisen die Grundlagen jeLer Regierung an und sind nahe daran, den Bürgerkrieg zu erklären, den es schon seit Jahrhunderten nicht mehr gab. Richt die Löhne sind in Gefahr, sondern die Freiheit unserer Verfassung. Es war unmöglich jemals eine unangefochtene Aufstellung der von den -Bergarbeitern bezogenen Löhne zu erhalten, da man sich von keiner Seite über die Zahlen einigen konnte. Es waren zwei zu starr- finnige Massen, deren Vormarsch bei den Verhandlungen einer unwiderst-r llichen Kraft glich, die ein völlig unbewegliches Objekt zum Ziele ihres Angris^es genommen hat. 3m weite­ren Verlaufe der Rede kam Baldwin auf die vvrü bergehe nden

Wirkungen der französischen Ruhrbesehung

zu sprechen, die die Schwierigkeiten in der Kohlen­wirtschaft verschleiert habe und fuhr fort: Als der Anreiz, den die Folgen der Ruhrbcsstzung gegeben hatten, wegfiel und das Nuhrgebiet an die Arbeit ging, um bie verlorene Zeit wieder ein­zuholen und dabei die Arbeitszeit erhöhte, da nahm die Kohlenprvduktion der Welt zu und die Preise auf dem Weltmarkt begannen rasch zu stürzen. Es sei das einzige Bestreben der Regierung gewesen, die Zustimmung beider streitender Parteien zu dem Kommissionsbericht zu erlangen, um so der Kohlen- industrie die brauchbare Basis zu geben, auf der sie sich aus eigenen Mitteln erhalten könne. Die Regierung hat die Bergwerksbesitzer veranlaßt,

einen garantieren Mindettlohnsah für ganz England

in Vorschlag zu bringen, der um ein geringeres höhere Lohnsätze als bas Abkommen. von 1921 ergeben hätte. Scbodb hat die Weigerung der Bergarbeiter, diesen Vorschlag in Erwägung zu ziehen, Verhandlungen auf dieser Basis unmög­lich gemacht. Eine Fortsetzung der Regierungs­beihilfe kam nicht in Betracht. Rach der Streik­androhung am Sgmstag bot die Regierung an, daß die Kündigungen von De.garbeitern vor­läufig nicht in Kraft treten jo.Iien und daß die Zahlung der Regierungsbeihiile noch weitere zwei Wochen fortgesetzt werden sollte, vorausgesetzt, daß der Generalrat der Gewerk­schaften zusichern zu können glaube, daß eine Einigung auf Grund des Berichtes der Kohlenkommission erreicht werden könne. Die Regierung kam in der vergangen"n Rächt zu der äleberzeugung, daß der Vorsitzende des Generalrats der Gewerkschaften und seine Kollegen die Leitung der Dinge nicht mehr in der Hand hätten und daß es falsch märe, noch weiterhin zu reden, falls nicht der Regierung die sofortige bedingungslose Z u - rückziehung der Anordnung für den Generalstreik zugesichert werde.

Für Macdonald, der durch Krankheit ver­hindert war. ergriff als erster der Parteiführer

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bischen Schifssarbeiter und Seeleute ein Manifest erlassen, in dem sie zur Betonung der Solidarität anläßlich des englischen Konflikts auffordrrt. Schiffen, die zur Aufnahme von Bunkerkohle nach Holland kommen, darf keine Kohle gelie­fert werden. Sollte am Mittwoch der General­streik ausbvechen, darf keine AErwerbung holländischen S chif fS per sona ls für England erfolgen.

Sine Erklärung der deutschen Bergarbeiter.

Bochum, 3. Mai. (WTD.) Der Vorstand des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands erläßt an seine Mitglieder eine Erklärung be­züglich der Stellungnahme zum englischen Kohlen­arbeiterstreik, in der es u. a. heißt:Getreu dem Brüsseler Beschluß wird der Vergarbefterverband alles tun, was in seinen Kräften stehl, um zu­nächst die Zufuhren von Kohle nach England zu verhindern. Er hat sich zu diesem Zwecke mit dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbund und mit den anderen für diese Frage in Betracht kommenden Verbänden in Verbindung gesetzt und wird mit diesen die zu treffenden Maßnahmen beraten. Inzwisäen aber müssen die deutschen Kameraden auch das ihrige tun. um den englischen Kameraden zu helfen, insbesondere, da dies auch in ihrem eigenen In­teresse liegt. 3m Interesse der deutschen Berg­leute liegt die Beseitigung der Heber- schichten, die gegenwärtig in großem Um­fange gemacht werden, trotzdem wir in den letzten Monaten dreiviertel Millionen und mehr Feier­schichten und Haldenbestände von sieben bis acht Millionen Tonnen allein im Ruhrgebiet hatten. Kameraden! Wehrt euch ge­gen jeden Versuch, euch Heberschichten aufzu­zwingen. Vergrößert nicht die Arbeitslosigkeit und die Feierschichten im eigenen Lande und zu­gleich die Schwierigst i en der englischen Kame­raden. Beschlüsse seitens des Vorstandes sind noch nicht gefaßt worden. Wertet das Ergebnis der Verhandlungen der zuständigen Organisatio­nen ab, weist die Einmischung Unberufener zu­rück und laßt euch von keiner Seite zu unbeson­nenen Schritten hinreißen."

Eine erregte Unterhaustzebatte.

London, 3. Mai. (WB.) Heute mittag trat das Unterhaus zu einer Sitzung zusammen, in der die Kohlenfrage besprochen wurde. Baldwin wurde von den Konservativen durch Aufstehen von den Sitzen und Beifallsrufen begrüßt. Die Oppositionsparteien antworteten mit ironischem Lächeln, das die Konservativen mit erneuten Beifall quittierten. Hierbei fiel von konservativer Seite die Bemerkung: ,W i r wol­len keine S owj ets in unserem Lande". Baldwin legte eine Botschaft des Königs vor. in welcher der Stand der Kohlenkrise dar­gelegt wird. Sr beantragte, an den König eine Ergebenheitsadresse zu richten, in welcher der Bank für die Botschaft aus gesprochen wird.

Der Antrag Baldwins wurde mit 308 gegen 108 Stimmen angenommen.

3n der dem Antrag ovrangeganganen De­batte erklärte Baldwin:Es haben mit den Arbeitern über die Kohl-enkrise Verhandlungen stattgefunden, bevor eine geradezu despo­tische Macht in die Hände eines kleinen E ' e- kutivausschufses in London gelegt worden

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ländern durch Unterbieten abgejagt sind, wieder ins Geschäft zu kommen und unsere Kohlenausfuhr zu erhöhen. Das bedeutet mehr Arbeit, das bedeutet Derminderung der Arbeitslosen, das bedeutet Erhöhung unserer Handelsbilanz. Sollten da nicht auch die sozialdemokratischen Arbeiter in die Reihe treten und die Chance ausnutzen Helsen, die sobald nicht wiederkehrt. Das wäre nicht nur national, das wäre auch den eigenen Ar­beitskollegen gegenüber sozialer, als eine Betätigung internationaler Sympathie, die, wie wir leider aus Erfahrung wissen, nirgends er­widert wird.

Vie Haltung des internationalen

flbeweguns

Der Abbruch der Verhandlungen.

London. 4.2Tlal. (121.) (Eine nochmalige Be­sprechung Baldwins mit den Arbeiterführern und den Vertretern der Gewerkschaften ist vollkommen ergebnislos verlaufen. Damit ist die letzte Möglichkeit, den Streik in letzter Minute ju ver­hindern, erschöpft. Der Generalstreik hat um Mitternacht begonnen. 3n der letzten halben Stunde glaubte man noch, daß die Erliä- rung Churchills eine gewisse verhandlungs- bafis abgeben würde. Auch der Arbeilerführer Thomas halte für ein (Eingreifen des Unterhauses plädiert, weil die Möglichkeit bestände, daß trotz aller Abneigung der Arbeiterschaft gegen die re­volutionären Tendenzen ein Streik lctzlen Endes re­volutionären Charakter annehmen würde. Das Un­terhaus ist inbeffen auseinander gegangen, ohne bah diese letzte Einigungsmoglichkeil einen Erfolg Kltigtc.

Notstcmbsmahttahmen.

2 o n b o n, 4. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Gestern abenb würben bie Bestimmungen der 'Jlütflanbsuolb machtsatte befannlgcgeben, bie sich auf bas Rec; ber Behörden bezieht. Gebäude, Fabriken und Wer iehrsmittel mit Beschlag zu belegen. Es wird be­kanntgegeben, daß jeder Versuch, Unruhe zu st-sten, mit Strafe bedroht wird. Versammlungen tonnen verboten werden. In einer amtlichen Bekannt machung wird das Publnum ersucht, die Bemühun­gen um die Sicherung einer gerechten Ver

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Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags.

Beilagen:

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Monats-Bezug,preis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichter­scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: schriflleittmg 112, Ver­lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Siehe».

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ftlitterstützung ber Bergarbeiter den Generalstreik ankündigten. Das hieße nicht die Revolu­tion wollen.Ich bin überzeugt." erklärte er, daß. wem, heute eine Abstimmung stattfindet, über die Frage, wer eine Revolution wolle, mit zwei vom Hundert der Bevölkerung diese Frage mit Ja beantwortet werde. Es geht beute um etwas anderes und wenn zum Schluß eine Revolution die Folge sein würde, so wäre das nicht Schuld derjenigen, die aus brüderlichen und menschlichen Gefühlen heraus, ihre Pflicht zu erfüllen glauben, wenn sie zu letzten Mitteln greifen. Der Generalrat hat darauf gedrungen, daß die Kündigungen von Bergarbeitern rückgängig ge­macht würden. Dies wurde verweigert und darauf, und zwar darauf allein ist ba£ Scheitern der Verhandlungen zurückzuführen. Das Parla­ment kann noch eine ehrliche Lösung der Frage herbeiführen. Ich bin bereit, meinen Beitrag dazu zu leisten, wenn sich Gelegenheit dafür bietet.

Der Schahkanzler Churchill

der sich um etwa 7.30 illjr also nur 4> 2 Stun­den vor dem Beginn des angekündigten General­streiks erhob, erklärte, von der Regierungs­partei immer wieder stürm'.sch begrüßt und von der Opposition immer wieder um erbrochen, in einem fdjar'en Angriff auf die Opposition, es sei unmöglich, die jlntertocrfung des Parlaments unter Forderungen zu rechtfertigen, tue auf eine Wahl hinausltefcn zwischen dem Ruin des Landes und der Unterwerfung unter eine Forderung, die dem Lande unter Zwang auferlegt wurde. Die Arbeiterführer hätten zwar ihr Bestes getan, aber die Reg'erang habe immer w'eder emp­funden. daß diese Führer machtlos waren, die gewünschten Zusicherungen zu geben. Im Interesse des getarnten Landes sei die Regierung gezwungen, her Lage unentwegt rigoros und ent­schlossen bis zum End? gegenüberzutreten und ihre Pflicht zu tun. Keine Tür sei grschlossen. Der Gewerkschaftskongreß brm-che nur die H e r» aussorderung des Generalstreiks zurückzuziehen, und die Regierung würde dann unverzüglich mit äußerster Geduld die müh­selige Ausgabe der letzten Woche wiederauf- nehmen.

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Internationale Solidarität

Bevor noch das Schicksal deS englischen Dergarbeiterstreiks endgültig entschieden ist. mel­den sich bereits die deutschen sozialdemokratischen Bergarbeiter zu Wort und verkünden das Programm internationaler Soli­darität. Die deutschen Kameraden müßten das Ihrige tun, um den englischen Kameraden zu helfest, die deutschen Bergarbeiter müßten sich Hegen den Versuch wehren, Lieberschichten zu nähren, fehlt nur noch daß sie bereits eine Sammlung eröffnen, um mit ihren mühsam er- 1Parten Groschen die Streikkassen der Engländer füllen zu helfen. Gewiß ist es um die Soli- larität eine schöne Sache. Aber sie hat schf.ieh- S ilich Zweck und Existenzberechtigung nur dann, Venn sie auf Gegenseitigkeit beruht. Da- Don ist aber zum Rachteil der deutschen Arbeiter leider nie bie Rede gewesen.

Die Rote Internationale war gedacht als eine Rlesenorgcmisation, die über alle Grenzen hinaus gehen und stärker als die Regierungen fein sollte, die letzten Endes sogar Kriege zu verhüten imstande sein sollte. 1914 hat sie versagt, so jämmerlich versagt, daß die Vernünf­tigen unter den deutschen Sozialdemokraten von dem Ende der Internationale sprachen. Je mehr ober der Krieg sich seinem Ende näherte, desto mehr schwenkten die derttschen Sozialdemokraten wieder in das Fahrwasser der Internationale ab. Als sie nach der Revolution die Regis- rung übernahmen, haben sie sogar ernsthaft ge­glaubt, daß sie mit Hilfe ihrer Genossen stark genug sein würden, uns einen anständigen Frieden »u sichern.

Die Gnttäuschung. die sie gerade hierbei er­lebten, müßte eigentlich so groß gewesen sein, daß sie alle Illusionen heilte. <$inen schlechteren Frieden hätten auch die Hohenzollern nicht be­kommen können, als man ihn der deutschen Demo­kratie aufzwang. Die englischen und französischen Arbeiter begriffen sehr gut, daß ihr Vorteil viel mehr darin lag, toemt sie sich auf bie natio­nale Seite schlugen. Sie haben entsprechend gehandelt. Wie ihre Einstellung von Anfang an viel nationaler gewesen ist. Schließlich ist es doch kein Zufall, daß die Wortführer des Rationa­lismus in Italien und Frankreich, daß Musso­lini, daß B r i a n d und M i l l e r a n d , aus bem Sozialismus hervorgegangen sind. 11 nb selbst eia Mann, wie Paul-Doncour, heute noch »sft-ieller Vertreter des französischen Sozialis­mus, scheut sich nicht, eine aktive Politik gegen Deutschland zu vertreten, indem er den Polen blutrünstige Reden hält, deren antideutsche Ten­denz nur ganz oberflächlich verhüllt ist.

Braucht es noch anderer Beweise? Sie sollen gerne gegeben werden. Der Deutsche D^rgarbeiter- verband hat im Mai 1821 zweieinhalb Millionen nur ftlnterstützung des englischen Bergarbeiter­streiks bewilligt. A's aber 1923 durch das Ab­kommen von Spaa Deutschland gezwungen wurde, monatlich zweieinhalb Millionen Reparations- twnnen zu liefern und dadurch Detriebseinstel- (imgen und Arbeiterentlassungen unvermeidlich waren, als sich also zeigte, daß die ganze Kriegs- eistschädigungspolitik der Entente in erster Linie auf dem Rücken des deutschen Arbei­ters ausgefochten werden sollte, da haben sich s 1 hie deutschen Bergarbeiter vergeblich an die internationale um Vermittlung gewandt. Die französischen Bergarbeiter haben sogar diese Reparationslieferungen für gerecht und billig er- llirt und den deutschen Bergarbeitern die Zu- mutung gestellt, daß sie dieses Llbkommen nicht abotieren dürfen. Das internationale Gewerk- 'chaftsbureau aber konnte nur erklären, daß eine internationale Aktion nicht z u er­warten sei.

So ist es j e d e s M a ( gegangen. Während das Ounoklesschivert der Nuhrbesetzung über uns itiitoebte, und als die Franzosen schließlich doch cin- mirfd)ierten. da haben ihre Gewerkschaften die 'Bitte der Deutschen um eine Protestaktion abge - lehnt. In Belgien hat sogar ein sozialistischer Minister im Ministerrat für den Einmarsch ge­stimmt. Im September 1922 machte der Sekretär Internationale, Fimmen, die Zusage, und zwar ,.im Namen von 25 Millionen organisierter Ar- s beiter", daß der Gewerkschastsbund bei einem Ein- uiarfA ins Ruhrgebiet feine Pflicht tun würde. Als der der Ruhreinmarfch kam, wußte niemand mehr i i'tDas davon. D i e Internationale rührte lich nicht, die englischen Bergarbeiter haben sich Jogar nicht gescheut, die Gelegenheit dieser choch- ' lonjunfhir zu einer Lohnerhöhung zu benutzen, die heute der Drehpunkt des ganzen Streiks ist.

So also ficht die internationale Sympathie aus, deß die deutschen Arbeiter Dprer ideeller und ma= ferieller Art brinven, daß aber ihre Genossen in den (5'tentestiaten n-ir schöne Worte haben die nihts kosten, sobald sich jedoch die Gelegenheit bietet, 'Ire Vorteile auch um den Preis des Verrats der ätschen Genossen greifbar wahrzunehmen.

Daß der englische S'reik von Linae-" Dauer fein wird, glaubt niemand. Daß er dem deutschen Berg otrf große Vorteile bringen wird, ist also unwohr- iteinfid). Immerhin, wir haben acht Millionen kennen auf den Halden an der Ruhr liegen. Die Acrgbetrisbe müssen Feierschichten einlegen, weil sie ti< Arbeiter nicht mehr beschäftigen können. Sie laben Heine die «Öffnung, nicht durch Belieferung nach England, aber durch Wiederaufnahme alter Beziehungen, die uns von den Eng-

terstützen, daß der Ankauf von ungewöhnlich großen Mengen unterlassen wird. Ebenso werden die Klein- Händler um ihre Mitwirkung bei der Sicherung einer gleichmäßigen Verteilung der Lebensmittel er­sucht. Die Beurlaubungen in der Armee sind eingestellt worden. Ave Truppen erhielten die Weisung, sich >ederzeit bereitzuhalten. Die Eisen­bahnen wurden für die Dauer des Streikes u n - ter Staatskontrolle gestellt. Gegen das kam munistifche Mitglied des Unterhauses Saklawala ;ft ein Haftbefehl erlassen wo tuen, weil er am Sonntag im chydepark eine aufrührerische Rede gehalten haben soll. Zwei Schlachtschiffe haben auf der Reede von Liverpool Anker geworfen. Ein Truppentransportschiff hat zwei Bataillone Infan terie in feldmarschmäßiger Ausrüstung in S: bl- helmen in Liverpool gelandet. In den Londoner Läden herrschte heute eine rere Nachfrage n-* Fahrrädern, Petroleumösen, Feldbetten und bt r gleichen Gegenständen, die bei dem ausbr?senden Streik nützlich fein könnten. In South New in Northcumberland haben Bergwerksarbeiter "unb deren Frauen einen Sturm auf bie Vorräte an Haushaltskohle auf dem Güterb. l, Hof unternommen, die für sie bestimmt waren, erst nach Stillegung der Schächte eingetroffen find. In Lanarkshire haben die Bergarbeiter und die ihnen nahestehenden Verbände einen Hilfsausschnß zur Vorbereitung von Schulspeisungen ge­bildet.

Verkehrsstockung.

Der letzte Dampfer Hock van Holland Harwich.

London, 4. Mai. (W. T. D. Fm .sprach.) Die Omnibusse, Tlntergrundbahnzüge. bi' Sira« ßerwähnen und die Eisenbahnen b?r Euston- und Waterloo-Station beendeten Ihren regel­mäßigen Dienst nach Mitternacht und wur­den ordnungsgemäß entsprechend den Weisungen der Streilleitung in ihre Depots zurückgebracht. Sie Eisenbahngewerkschaft ordnete an, daß um Mitternacht der gesamte Zugverkehr einzu st eilen ist. Die Ordnung sei vollständig aufrechtzuerhalten. Die den Verkehr mit Eng­land vermittelnde Dampferlinie Hoek van Hollan dHarwich teilt mit, daß heu'e abend die letzte Abfahrt nach England stattftndet und dann der Betrieb vollständig stillgelegt werden wird.

Massenweise sind heute die Fremden ab­gereist. Diele Amerikaner, die mit derMa- jeftic übermorgen nach Aeuhork abrcisen wollten, sind schon heute morgen aus London abger.ift, da bieWhite Star Line" ihnen geraten hat, lieber einen Sag auf dem Schiff zu leben, als Gefahr zu laufen, bei Ausbruch des Eisenbahner- streiks nicht rechtzeitig zum Schiff zu tommen. Morgen wird dieQHauretania"' in Southampton einlaufen. Die Cunard-Line hat für sie bereits einen Automobildienst nach London eingerichtet. Auf die Rachricht vom Generalstreik haben viele dieWauretania" schon in Cher­bourg verlassen, um nicht in England auf un­bestimmte Zeit festzusitzen.

Englische Blätterstimme

London, 4. Mai. (WTB. Funkspruch.) Das Arbeiterblatt ^Daily tzeralb" schreibt i.n Leiiartikel, bie Regierung habe nicht nationale, sondern Klassen und Parteiinteresien vertreten. Die Ration roebe bas endgültige Urteil fällen. Wenn die Arbeiter bevor ihr Sieg komme, Leiden auf sich nehmen müßten, würden sie dies im Interesse der großen Sache, um die es gehe, gern tun. D-? Opfer< n nicht vergebens gebracht fein. Der lonstc?- '?? Daily Erpreß" glaubt, bie Arbeit wer> bi.....n

kur',em wieder aufgenommen werden. Der Gsn. streik werde zufarntnenbrechen, ober er toeiuZ