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1 - 4
Dörfenvirfe.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schluh.! r-Uhr- Schluß. !Änfanp Kurs | Kur« Kur» | flurc
Datum: | 3. 3. ! 4.3. 3.3. j 4 3.
»% Deutsche Reichsanleihe . 4% Deutsche Reichsaoleihe . S'/gO/n Deutsche Reicheanleihe •77,i Deutsche Reichsanleibe . Deutsche Svarprämienan leihe 4% Preußische Äonsols . . . <% Hessen ....... 3V«0/o Hessen.........
3% Hessen Deutsche Wertb. Dovar-Anl. dto- Doll.-Schatz-Auweilng.') 4*/o Zolltörten 5% Toldmcxitaner ... .
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationalbank • Deutsche Bank Deutsche Bereiosdank .... Dtscomo Commandtt . . . Metallbank...........
Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesterrrtchische Crcditanstalt Westbank...........
Bochumer Guß ....... Buderus ..... Caro ........
Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau ' Kaliwerke Aschersleben....
Kaliwerk Westeregeln..... Laura Hütte . Oberbedarf Phönir Bergbau ..... Rbeinstahl .......
. Mebeck Montan ....... Tellus Bergbau. . .....
Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd ..... Theramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......
Anglo-Cont.-Guano Chemische Mayer Alapin . . I. G i^arbcninvustrie, A.-G- Goldschmidt......
Holzverkohlung Rütgerswcrke Echeideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ........ Mainkraftwerke ....... Schlickert.....
Siemens A Halske ..... Adlerwerte Kleycr ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt ......
Megutn Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Melallgesellichaft Frankfurt. Pct. Union A.-G Schuhfabrik Her;.....
Sichel. . .......
Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerrabrtk Waghäusel . . .
0,3725
I .'.380
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0,38
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—
28,5
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42
43
42
45,12 1
46 37
46,9 1
—
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegrap h i sche Auszahlung.
3. März.
4. März.
Amtliche Notierung
<^eld 1 Brief
Ärmliche Notierung
Geld i Brief
Sünft.»'Jiott
Buen-Aires Brss.°Antw. Tssristiania. Kopenhagen Llockholm . Helssngfors. atalicn. . . London. . Neuhork . . Darts. . . Schweiz . . . Spanien. .
Japan . . . Nio de Jan. Wien in D ° Lest- abgest l ieffrab' ! l
Budapest. . t Bulaanen 9 Lissabon
Damig. .
» Konftanttn.
Alben
Canada. . .
Uruguay . .
167.94
1.6J1 19 055
90.07 108,91 112,41
10,56 16,84 20,38-3
4,195 Lj, 68 80 73 59,12 1,913 0.616
59,11 12,411
7,395 5,875 3,035
21 12.)
80 84 2,1-tö
5 !9 4.178 4,305
168,:j6 1,695
19.095
90.2) 109 19 112,69
10,60
16,88
20,4 2 4,205 15,72 80.93 59,26 1,917 ).618
59,25
12,416 7,415 i,895 3,045
21,175 81.04 2,195
601
4,188 4,315
168.12 1-685 19.06 89 04
108,91 112,41
10.558 16,82
20,383
15,625 80,74 59,13
1,909 0,609
59,10 5,416 7,392 5,875
3,025 21,205
80,85 4,19
5.94 4.171 4,305
168,54
1,-89
19,10
90,26
109,19
112,69
10,698
16,86
20,435
15,65 80.94
59,27
1,913 0,611
59,24
12,456
7,4'5
5,895
3,035
21,255
81,05
2,20 6.96
4,184
4,315
Banknoten. ■
Berlin, 3 Mär;
Geld
Briet
Amerikanische Role« , . ..,
1.186
4,206
Belgische Noten .......
19.00
19.10
Dänische Noten .......
108,58
109,12
(Englische Noten........
20,355
20.45,
Französische Noten ......
15.8’
15.9?
Holländische Noten ......
(67,48
168/!?
Italienische Noten ......
Norwegische Noten......
Deutsch-Oesterr-, 5100 Kronen
16 87
16.95
89,58
90,31
69,00
59,3)
Rumänische Noien......
—
Schwedische Noten .....
112,12
112,68
Schweizer Noten.......
80,605
81.005
Spanische Noten..... ,
59.03
59 33
Tschechoslowakische Noten . .
12,385
12,445
ungarische Noten.......
5,842
5,8X2
Berliner Börse.
Berlin, 4. März. Die hiesige Börse wurde heute von den Vorgängen an der Neuyorker Effektenbörse nicht beeinflußt. Man hat sich vielmehr yon der amerikaniscken Kursbewegung emanzipiert, wobei man mit Recht darauf hinwies, daß die Berliner Hausseengagements schon in den letzten Wochen abgebaut waren und an deren Stelle vereinzelt bereits Decouverts entstanden find. Die pessimistischen Monatsberichte der preußischen Handelskammern über den Verlauf des Monats Februar wurden wenig beachtet, da man auf die kürzlichen Ausführungen des Reichswirtschaftsministers verwies, der betonte, daß man auf die leichten Anzeichen einer Besserung unseres Wirtschaftslebens nicht verkennen dürfe. Auch der Monatsbericht der Dresdner Bank ist im Gegensatz zu den Berichten anderer Großbanken optimistisch gehalten. Die Tendenz war daher bei Beginn allgemein befestigt. Die Führung übernahm der Schiffahrts- markt, an dem mit Spannung das Ergebnis der Verhandlungen zwischen Geheimrat Cuno und Harriman erwartet wird. Diese werden gegenwärtig in Hamburg fortgeführt und sollen nach Blättermeldungen heute oder morgen abgeschlossen werden. Der Vertrag soll im Falle des Zustande kommens in der ursprünglichen Form der Hapag sowie der deutschen Schiffahrt erheblichen Nutzen stiften. Hapagaktien, die vorbörslich mit 132 Proz. gehandelt wurden, eröffneten bei Beginn des amtlichen Verkehrs mit 134,68, Norddeutscher Lloyd mit 131,5 nach 127,5 im telephonischen Morgenver- kehr. Die weitere Erleichterung der Geldverhöltniise und der günstige Eindruck der unveränderten Annahme der Steuermilderungsgesetze bestärkten die Spekulation und das Publikum in ihren Rückkäufen. Sehr fest lagen außer Schi'ff- sahrtsaktien auch türkische Renten und Vor- c riegspfandbriefe. Am Geldmarkt war der Satz für tägliches Geld 5,5 bis 7 Prozent. Im Vevisenoerkehr war Oslo abgeschwächt. Pa- .is notierte aegen London 130,5, etwas schwächer. Warschau Kabel unverändert.
Heute Keine Stadtverordneten- fttzung.
Die für heute nachmittag einberufene Stadtverordnetensitzung ist im Laufe der Vormittagsstunden abgesagt worden.
Frankfurter Börse.
Frankfurt, 4. März. Tendenz fest. — Die Effektenbörse, die vorbörslich etwas weniger zuversichtlich eröffnete, zeigte sich durch die überaus flaue Haltung der Pariser Börse etwas beeinflußt und ließ Neigung zu neuen leichten Rückgängen erkennen. Bei dem zunächst unsicheren und zurückhaltenden Geschäft war die Kursbildung leicht nach unten gerichtet. Nach kurzem Verlaufe jedoch war die Verstimmung verdrängt und eine freundlichere Strömung gewann die Oberhand. Das Geschäft erreichte indessen nicht den gestrigen Umfang. Am Terminmarkt standen Schiffahrtsaktien bei beträchtlichen Umsätzen wieder im Vordergründe. Die Kaufneigung, die auf Berliner und Hamburger Rechnung zurückgeführt wurde, zeitigte neue Kursbesserungen von 3 bis 4 Proz. Am Montanmarkt verstimmte etwas die Mitteilung, daß die Harpener Bergbau-A.-G. wahrs cheinlich eine Dividende nicht ausschütten könnte. Kursmäßig kam dies nicht zum Ausdruck, denn auch Montanwerte waren bis zu 2 Proz. höher, Harpener allerdings nur um 0,25 Proz. gebessert. Auch Farbwerte standen im Mittelpunkt des Kaufinteresses. Die Besserungen betrugen bis zu 1,13 Proz. Elektroaktien blieben etwas im Hintergründe und folgten der Aufwärtsbewegung nur zögernd. Nur Siemens & Halske waren um 1 Proz. befestigt. Bankaktien lagen ruhig ohne Veränderungen. Disconto etwas niedriger, Auto-, Zellstoff- und Zuckeraktien waren weiter bevorzugt und hatten neue leichte Kurssteigerungen aufzuweisen. Die übrigen Werte des Kassamarktes bewegten sich zumeist auf gestrigem Stande. Der heimische Renten- markt hatte stilles Geschäft. Bei geringer Umsatztätigkeit blieben die Kurse säst unverändert. Pfandbriefe tendierten ziemlich fest. Für ausländische Renten ist die Nachfrage geringer geworden. Türkenwerte gaben infolge der schwachen Pariser Kurse etwas nach. Ungarn lagen fest. Stärker gefragt waren Rumänen. Der Freiverkehr hatte etwas regere Umsätze. Api 0,45, Becker Stahl 45, Becker Kohle 50,5, Benz 42, Brown Boveri 69, Entreprise 9,5, Growag 51, Hansabank 70, Helvetia 45, Krügershall 84, Petroleum 60,5, Kabel Rheydt 102,5, Ufa 54, Ufra 63 Prozent. Bei dem Nachlassen des Geschäfts wurde im weiteren Verlaufe die Tendenz unsicher. Die Kurse begannen leicht abzubröckeln, mit Ausnahme von Schiffahrtswerten, die weitere geringe Steigerungen erzielten. Der Geldmarkt wies weiter steigendes Angebot auf. Tagesgeld 6 bis 7 Prozent, Monatsgeld für erste Adressen 6 bis 6,5 Prozent, für zweite Adressen 8 bis 8,5 Prozent. Bankdiskonten 5 Prozent, Jn- dustrieakzepte 6,5 bis 6,75 Prozent. Im D e - visenverkehr notierte Paris gegen London 129,30, fast unverändert. London war mit 4,857/a gegen Kabel behauptet. Die übrigen Valuten waren unverändert.
Frankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Frankfurt a. M., 4. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 26,25 bis 26,50 Mk.; Roggen, inländischer, 17; Sommergerste für Brauzwecke 20 bis 22,50; Hafer, inländischer, 18,50 bis 22,50; Mais (gelb) 18; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 39,75 bis 40; Roggenmehl 25 bis 25,50; Weizenkleie 9,25; Roggenkleie 9,50 bis 9,75 Mk. Tendenz: stetig.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 4. März. Auftrieb: 3 Rinder, 3 Kühe, 1217 Kälber, 406 Schafe und 703 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: feinste Mastkälber 67 bis 72 Mk.; mittlere Mast- und beste Saugkälber 58 bis 66; geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 57; geringe Saugkälber 35 bis 47. — Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50; geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 44; mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 26 bis 32. — Schweine: vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 79 bis 80; unter 80 Kilogramm 70 bis 78; von 100 bis 120 Kilogramm 79 bis 81; von 120 bis 150 Kilogramm 79 bis 80 Mk.
Deutsche Volkheit.
Der Begriff Volk erschöpft sich keineswegs in der Fläche des Räumlichen und Zeitlichen Rebeneinanoer der Zeitgenossen, sondern noch entscheidender ist das Racheinander der Schicksalsgenossen!
An das von Goethe in Wahrheit und Dichtung geprägte Wort „Volkheit", wird man wohl sich erst gewöhnen müssen, während die Bücherreihe, die unter dem Titel „Deutsche Volkheit" vor kurzem bei Eugen Diederichs in Ieüa zu erscheinen begann, bereits sich eingebürgert hat,, dank ihres inneren Wertes, ihrer reichen und geschmackvollen Ausstattung und der Schlck- salsnotwendigkeit jetzt stärker als früher in unserem Wesen zu wurzeln.
Diese Bücherreihe ist etwas anderes als ein billiger Rachdruck alter Texte mit wissenschaftlichen Anmerkungen, sie geht nicht darauf aus, totes Wissen zu vermehren. Alle Gelehrsamkeit, sei sie historisch oder germanistisch, hat nach ihrem Programm zwischen den Zeilen unbemerkt zu stehen, denn sie will künstlerisch bildhaft in den Werdeprozeß der deutschen Seele einführen, um der Gegenwart zu dienen. Gerade heule brauchen wir ein Besinnen auf die Tradition, wo alles Geschehen nach neuen Formen drängt. „Richt die alten Formen sind es, die wir suchen, sondern jene Kraft, aus der einst die Formen geschaffen wurden, damit sie neues Wesen in uns zeuge." Es gilt ein Zurück zu den Quellen! Bisher liegen 16 Bände in wunderschönen farbigen Kün stlerpapp bänden zum Einheitspreise von Mk. 2,— vor. und es ist schon eine Augenfreude, diese schmucken Bande nebeneinander liegen zu sehen, sie aufzuschlagen und den schonen Druck und die interessanten Illustrationen zu sehen, die zur näheren Beschäftigung mit den Texten locken.
Rur der Kenner der alten Texte bemerkt deren sorgfältige Umformung, die Rhythmus und Bildhaftigkeit der alten Sprachform zu wahren sucht und doch leichte Verständlichkeit an- strebt. In das germanische Heldentum führen die beiden Bände: „Dänische und nordische Heldensagen" nach dem Saxo Grammaticus. Das im mittelalterlichen Latein von einem dänischen Mönch im 12. Jahrhundert verfaßte Original ist neben der Edda die wichtigste Quelle des ältesten germanischen Denkens und der Wi-
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W Orbach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredattion des „Gießener Anzeigers".
Problem Nr. 51.
Don Severin Herzsprung.
Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 4 Steine Ke2, Da5, Tc2, Tg2.
Schwarz: 3 Steine Ke6, Ta8, Ba6.
3
2
6
5
4
1
8
7
■
h
5
4
3
6
7
8
2
1
a b c d e
Weiß.
Der nordische Komponist bietet uns in dieser Aufgabe ein Meisterwerk, das eines Samuel Lohd würdig wäre. Rach dem ersten Zuge stehen dem schwarzen Könige alle acht Felder offen!
Endspiel Nr. 13.
Don A. Troihki.
Schwarz.
3
2
6
5
4
1
7
a
b
6
3
2
8
5
4
7
1
Weiß.
c d e f £ h
Weiß am Zuge gewinnt.
Weiß: 4 Steine Kg4, Dc2, Se5, Bh7, Schwarz: 6 Steine Kh8, Dh6, Td7, Bc3, Bf4, Bg5.
Ein sehr feines Problem des großen russischen Endspielkomponisten.
Lösung deS Endspiels Nr. 13.
Don A. Troihki.
Wie man sieht, hat Weiß für seine Dame nur die Diagonale (a8-hl) frei. Es ergeben sich also nach:
1. Se5-g6+, Kh7: 2. Se7-J-, Kh8 3. Dc3-f-:, Dg7 die Turmlinienschachs 4.-12.: Dc8-c2-h2-b2— b8-bl -hl -al -a8; sodann ist Schwarz genötigt, den Turm zu opfern (Kh8-h7 führt zu DaS-hl-J-, Dg7 — h6, Dhl —bl+etcj. Dann folgt wiederum die Schachserie, außerdem tritt noch eine innere Linie hinzu 13.-25.: D-d8-d3-h3-c8-c2 etc. Run entscheiden die 4 Züge: 26. Dhl+, Dh6 27. Dbl4-, Kh8 28. Db84-, Kh7 29. Dg8++.
Lösung des Problems Nr. 50.
Don D. Dalle.
1. Sd4-f5!
Aus der Schachwelt.
Turnier um die Meisterschaft von Frankfurt am Main.
Anfang März beginnt das Turnier um die Meisterschaft von Frankfurt am Main, welches bis Mitte April erledigt werden soll. Von stärkeren Spielern nehmen daran teil: Prof. Mannheimer, F. Präger, Dr. -Naumann, K. Sauer. Der Meister der Stadt Frankfurt, *20. Orbach, wird an diesem Turnier nicht teilnehmen. Wir werden über den Stand des Turniers gelegentlich berichten.
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom NedattionSttsch.
Abfuhr.
Der französische Epigrammatist Le Brun wurde einst von einem Schwäher gefragt: welcher Unterschied wohl zwischen Zeit und Ewigkeit sei. „Mein Gott!" erwiderte Le Brun, „wenn ich mir die Zei f nehmen wollte, Ihnen da- auseinanderzusetzen, so würden Sie eine Ewigkeit brauchen, mich zu verstehen"
Geschichtchen aus dem Kriege.
Gin älterer Major a. D. ist Bahnhofskommandant geworden und spaziert in seiner Uniform auf dem Bahnsteig umher, als ein müder, bestaubter, schwerbepackter Landwehrmann an ihm vorbeikommt, ohne zu grüßen. — „Run, mein Sohn, kennen Sie mich nicht?"
Der Landwehrmann betrachtet den Majo« und schüttelt den Kopf: „Ich war in Galizien, und war bei Verdun, und war in Rumänien, aber Ihnen bin ich nirgends begegnet."
Mildernde Umstände.
„Klau-Fränze" steht wieder einmal wegen eines schweren Einbruchs vor Gericht.
Der Staatsanwalt beantragt gegen den rückfälligen Verbrecher eine Zuchthausstrafe von einem Jahr.
„Klau-Fränze", vom Vorsitzenden zum letzten Wort verstattet, bittet, ihm doch wenigstens einen Tag der Strafe abzulassen.
„Warum denn gerade einen Tag?" fragt der Verhandlungsleiter.
„Heile haben wir Stiftungsfest in unferm Verjnüjungsverein," erwidert der Angeklagte. „Wer da zweemal hintereinander fehlt, muß ’n Taler Strafe zahlen."
Alte Geschichte.
Im Zoologischen Museum: „Und hier i ‘ ein in Alkohol konserviertes Vogelei aus der Zeit Rhamses VI.“
Lehmann pufft seine Frau in die Seite: „Siehste, die ollen Ejipta mit ihren Giakognakl?"
Kreislauf.
„Ich werde nie einen Mann heiraten, der mich nicht imponiert." — „Und wodurch kann dir ein Mann imponieren?" — „Daß er den Mut aufbringt, mich zu heiraten."
kingerkultur. Aber diese Sagen sind im Original in einem Wust scholastisch mittelalterlicher Weitschweifigkeiten erstickt und es bedurfte nicht nur wissenschaftlicher Fachkenntnis, sondern auch künstlerischen Empfindens, um die reine Dolks- sage wieder herauszuschälen. Die beiden Auswahlbände bringen, abgesehen von der Urfassung der Hamletsage überraschend unbekannte Stoffe. So eine Fahrt in die Polarländer mit Besuch der Unterwelt. Auch jene Uffesage, auf deren Inhalt hin die Dänen ihre Ansprüche in Schleswig bis zur Eider erheben, und die der Uhland'schen Ballade „Vom blinden König" zu Grunde liegt, ist sogar entsprechend den Quellen in zwei verschiedenen Fassungen gegeben.
Aber auch die beiden plattdeutschen Märchensammlungen sind von ganz besonderem Interesse. Die eine von Zaunert unter dem Titel „Plattdeutsche Märchen" herausgegeben, vereinigt abseits von Grimm und Wisser zerstreut liegendes älteres Material zu einem eindrucksvollen Bande, der noch durch alte Spekter'sche Holzschnitte wirkungsvoll gehoben wird. Der andere Band von dem Hamburger Schriftsteller Hans Friedrich Blunck „Vun wilde Keerls in'n Brook" bringt die ursprüngliche Fassung seiner niederdeutschen Glbemärchen, die er zum Teil schon früher in hochdeutscher Sprache veröffentlicht hat. Bei diesen Märchen kann man bereits vom „Reuen Werden" reden. Denn hier schafft Blunck mit unanfechtbarer Selbstverständlichkeit Verkörperungen der von der modernen Technik unterjochten Elemente so stark und unmittelbar in ihrer Phantasiegewalt wie die Vorzeit ihre mythologischen Fabelwesen schuf.
Es sei ferner auf die aus niederdeutschen Quellen stammenden „Marienlegenden" in ihrer schlicht naiven Sprache, auf die kraftstrotzenden „Flämischen Märchen", die ganz in Behaglichkeit, Humor und Freude am Leben getaucht sind, hingewiesen.
Die geschichtliche Seite des Unternehmens tritt bei den ersten Bänden noch verhältnismäßig zurück. Ein gelungener Barbarossaband ergänzt das mittelalterliche Volksbuch durch Chronikenberichte aus dem Leben Friedrich II. Man liest hier beispielsweise die Quelle zu Schillers Dal- lade vom Taucher. Ausführliche Schilderung erfährt Friedrich der Große in 2 Bänden, die fein Leben in Rheinsberg und Sanssouci zeichnen. Hier spürt man im Etil den Zeitgeist des Rokoko direkt, denn man erlebt das Leben Friedrichs unmittelbar im Verkehr mit seinen Freunden durch in die Schilderung verwobenen Briefe und Tagebuchblätter. Weitere Bände, die die alten deutschen Kaiser behandeln, die geistigen und politischen Führer des Mittelalters, die Führer der Freiheitskriege und andere, werden in den Bänden erscheinen. Der Versuch, Volksbücher für
alle Kreise zu schaffen, ist dem Herausgeber Dr. Paul Zaunert überraschend gut gelungen.
Rundfunk-Programm
des Frankfurter TenderS.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Freitag, 5. Marz. s
3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. „In der Tretmühle des Lebens, oder das Los des ungelernten Fabrikarbeiters". Vortrag von Frau Klüssendorf (für Kinder vom 13. Jahre ab). 4.20 bis 5.45 Uhr. Hausfrauen-Nachmittag (Programm u. a ..Die geistige Entwicklung des Kindes", Dortt von Lehrer K. Stricker). 5.45 bis 6.10 Hfjr: Lesestunde (Driefliteratur):
Aus den Briefe, der Günderode. 6.20 bis 6.45 Uhr: „Theater — Film — Funk", ein Vortragszyklus von Dr. Martin Kunath. 6.45 bis 7.15 Uhr: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs: Kursvortrag: Herr E. Becker: „Störungen an Empfangsgeräten". 7.15 bis 7.25 Uhr: Film-Wochenschau. 7.25 bis 7.45 Uhr: Der Briefkasten. 7.45 bis 8.15 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Arzneimittel in alter und neuer Zeit", Vortrag von Privatdozent Dr. Fleischer. 8.15 bis 9.15 Uhr: Klarinettenkonzert. 9.15 bis 10.15 Uhr: Kabarett der Komiker.
Ans dcm Amtsvcrkiindiftunqsblatt.
* Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 18 vom 2. März enthält: Volksbegehren „Enteignung der Fürstenvermögen". — Auflösung der Wassergenossenschaft „Oberau" in Villingen. — Maul- und Klauenseuche in Stangenrod und Röthges. — Beihilfen an ehemalige Kriegsteilnehmer.— Nachtrag zur Ortssatzung der Gemeinde Wieseck über den Bezug von Wasser aus der Wasserleitung. — Feldbereinigung Lauter. — Dienstnachrichten.
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Gemeinden.
Isr. NeligionSgemelnde. GotteSd. i. b. Synagoge (Sübanlage). Samstag, 6. März 1926. Vorabd. 6.00, morgens 9.00, abds. 6.20 u. 7.00.
Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft. Sabbatfeier, den 6. März 1926. Freitag abds. 5.45, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30, SabbatauSgang 7.00. Wochengottesdienst: morg. 6.45, abds. 5.30.
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