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eine Reihe von Jahren verteilt und in jedem Jahr das Notwendigste im Boranschlag vorgesehen und angeschasft werden. Nach kurzer Aussprache, in welcher es sich hauptsächlich um die ^rage der Zweckmäßigkeit des Werkunterrichts handelte, be­schloß man gemäß dem Vorschläge der Finanz- kommision. Die Anlage einer Zentral- b e i ,3 u n q für d i e Unterkunftshalle der P ost k r a s t m a g e n wurde genehmigt und die Ausführung der Firma Esch & Co. in Mann­heim übertragen. Eine Eingabe der Ein- zelhandels Vereinigung Alsfeld an den Stadtrat führt Beschwerde wegen Vergebung von Lieferungen für dasDeutsche Haus". Auf Grund der Aussprache in der Versammlung stellte diese einstimmig fest, daß die von der Bankern- Mission beauftragten Herren bei der Verteilung der einzelnen Lieferungen durchaus korrekt verfah­ren sind und die Beschwerde deshalb unbegründet ist. Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende eine Eingabe der Erwerbslosen der Stadt bekannt, worin diese wiederum um Ge­währung einer Winterbeihilfe für den Monat Fe­bruar iowie um Ueberlassung uon verbilligtem Brennmaterial und um unentgeltliche Abgabe von Milch an Kinder nachsuchen. Die Eingabe wurde der zuständigen Finanzkommission zur selbständigen Erledigung ub-rwiesen.

* Alsfeld, 2. Febr. lieber den kürzlich ein- geweihten Um- und Neubau desDeut­schen Hauses" sei noch folgendes berichtet: Die Stadt Alsfeld wollte mit dem im März 1925 be­gonnenen, ziemlich umfangreichen Um» und Neubau desDeutschen Hauses" eine moderne Gaststätte und zugleich einen würdigen Mittelpunkt für Kunst, Festlichkeiten, Tagungen und Vorträge in diesem Teile Oberhessens schaffen. Dementsprechend wurde her Erweiterungsbau in einem auf lange Zeit ge­nügenden Größenoerhältnis ausgeführt. Das Haupt­verdienst um das glückliche Zustandekommen dieser weitsichtigen Um- und Neugestaltung erwarben sich der Bürgermeister 2r. V ö l s i n g und der Stadt. B a u a u s s ch u ß. Die bestehende Anlage ist nach Möglichkeit als Ausgangspunkt für die Bauausgabe benutzt worden. Der eigentliche Hotelteil erhielt nur eine neue innere gediegene Auskleidung, die meisten Fremdenzimmer Waschtische mit fließendem warmem und kaltem Wasser. Im Erdgeschoß des um- und neugebauten Teiles sind ein großer heller Wirtsraum und ein kleiner Saal, speziell für Tagungen, Vor­träge und Lichtbilderuorführungen, untergebracht, sowie ein Vestibül, das den Verkehr zu diesen, sowie auch zu der sehr geräumigen Garderobe- und Toiletenanlage und der Kassenhalle vermittelt. Von der Kassenhalle führt eine breite, geräumige Haupt­treppenanlage zu dem großen Festsaal mit moderner Bühneneinrichtung im Obergeschoß, der sich durch drei mächtige Doppelflügeltureu den Eintretenden als ein überraschender Eindruck öffnet. Der Saal hat ein Ausmaß von 17:29 Meter und über 8 Meter Höhe; er kann mit der sehr breiten Emporenanlage etwa 700 Menschen fassen. Der Saal mußte ent» sprechend der Eigenart des Bauplatzes mit feiner breiteren Seite vor die Bühnenöffnuna gelegt wer­den. Hierdurch war es möglich, eine Bühnenanlage mit nebenliegenben Kulissen- und Ankleideräumen zu schaffen, welche auch schon größeren Anforderungen genügen und wodurch für die Sihplahanordnungen des Saales ein sehr günstiges Gesichtsfeld geschaffen wurde. Außerdem ist hierdurch die für äußere Licht­quellen nicht in Frage kommende Gebäudeseite vor­teilhaft ausgenutzt. Die Gestaltung des Entwurfs und die Bauleitung lagen in Händen des Stadtbau­meisters Egner, wegen Uebcrlaftung desselben wurde zur eigentlichen architektonischen Bearbeitung der'Architekt Völker aus Gießen herangezogen, der die ihm gestellte Aufgabe mit Hingabe und seinem Erstehen löste. Er hat ein Hauptportal, ein Vestibül "Ild eine Garderobenanlage geschaffen, welche mit einfachen, nur etwas gesteigerten architektonischen Mitteln eine festliche Stimmung vorbereiten, die in dem großen Theatersaal ihren Höhepunkt erreicht. Der Architekt hat in diesem Saal vor allem durch die Verwendung der Eiscnbetonkonstruktionen zu stark plastischer Decken- und Wandbehandlung im Verein mit entsprechenden Stuckarbeiten die schwie­rigen unsymmetrischen Verhältnisse fast ganz ihres störenden Einflusses zu entkleiden gewußt. Es ist ihm im Verein mit dem für die malerische Aus'- qestaltung betrauten Kunstmaler Kienzle aus Treysa b. Darmstadt gelungen, die wuchtigen, starren Linien einer so gewaltigen Eisenbetonkonstruktion in eine weiche, man könnte sagen musikalisch klingende Schwingung zu versetzen und zu einer seinen, fest­lichen Farbeneinheit zu komponieren, ohne daß die Großzügigkeit und Strenglinigkeit des verwendeten Materials, des Eisenbetons, verleugnet wird. Die Gesellschaft für Beton- und Eisen betonbau in Gießen hatte die Berechnung und Ausführung der gesamten Eisenbetonarbeiten in Händen und unterstützte bereits die Projektierung. Die einwandfreie technische Ausführung derartiger gewaltiger Rahmenbinder und Tragekonstruktionen sowie der bis 3,80 Meter ausragenden, freitragenden Galeriekonsolen ist eine mustergültige Leistung. An allen anderen Arbeiten waren sämtliche Alsfelder Bauhandwerker und Firmen beteiligt, außerdem eine Reihe namhafter auswärtiger, darunter auch einige Gießener Firmen. Die Firma Dem & C o. lieferte und verlegte sämtliche Fußboden und Wand­platten, von der Firma Appel wurde eine indirekte Beleuchtungsanlage sowie einen Teil der Beleuch­tungskörper geliefert, Schlossermeister Euler war mit der Anfertigung einiger Kunstschmiedearbeiten betraut, und Holzbildhauer Kürschner fertigte einige geschnitzte Wandarmleuchter nach Entwurf des Architekten an. Eine Ventilationsanlage wurde und wird noch von der Firma Brinkmann eingebaut.

Kreis Lauterbach.

C Hopfmannsf eld, 3. Febr. Am Sams­tag fand die Hauptversammlung des hie­sigen Kriegervereins statt. Der Schriftführer gab einen ausführlichen Jahresbericht. Dem Rech­ner und Schriftführer wurde Entlastung erteilt. Nachdem noch einige geschäftliche Sachen erledigt waren, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Bei dem anschließenden geselligen Beisammensein gedachte Lehrer Ludwig in einer kurzen An- spräche des durch Versetzung ausgeschiedenen Kame­raden Pfarerr G e r t ch. Im Verlaus des Abends trug er noch Gedichte ausHeffefpäß" von Martha Frohwein-Büchner vor, die den ungeteilten Beifall der Kameraden ernteten.

Starkenburg.

' Darmstadt, 2. Febr. Den Schluß der Landwirtschaftlichen Woche tn Darmstadt, die seit einigen Jahren von der Landwirtschafts­kammer veranstaltet wird, bildete eine Der- fammlung von Züchtern der Provinz Starkenburg, welche der Landwirtschasts° kammer - Ausschuß zusammen berufen hatte Die Versammlung sand im .Fürsterckaal ' statt und war außerordentlich zahlreich besucht. Prof Dr.

Kraemer-Gießen hielt einen sehr inter­essanten Vortrag überDie Bedeutung der Leistungözucht, insbesondere in den klein- uni) mittelbäuerlichen 'Betrieben". Prof. Kraemer wies in seinen Ausführungen ausführlich auf die Be­deutung der Milchleistunasprüfungen, welche ein vorzügliches Mittel zur Verbesserung der Rind- Viehzucht darstellt, hin. Der interessante Vortrag fand allseitigen Beifall. 3m Anschluß davon ergab sich eine längere Diskussion über ver­schiedene, die Tierzucht betreffende Fragen.

D a r m st a d t, 3. Febr. (WSA.) Vach einer soeben erfolgten Deröfsentlichung waren in Stadt und Kreis Darmstadt am 31. Januar 5188 Stellen suchen de vorhanden gegen 5359 in der Vorwoche.

ü Bensheiin, 3. Febr. Der Kreistag des Kreises Bensheim stimmte dem Vorvertrag auf Einführung einer Ferngasversorgung dec Provinz Starkenburg als kommunalwirt­schaftliches Unternehmen zu. Ferner wurde eine Herabsetzung der Tagegelder be­schlossen. Die kommunistische und die sozialdemokratische Fraktion im Kreistag haben eine Arbeitsgemeinschaft abge­schlossen.

Rheinhessen.

Mainz, 3. Febr. lWSV.) Die hessische Staatsanwaltschaft erläßt wegen des seit dem 12. v. Mts. verschwundenen 44jährigen Postschaffners Wilhelm Baron ein Aus­schreiben. Der Vermißte befand sich zu der an­gegebenen Zeit bis Mitternacht in einer Wirt­schaft in der Löhrgasse und verließ diese in Be­gleitung eines jungen Mannes, der nicht wissen will, wo der Verschwundene geblieben ist. 3n der Angelegenheit hat die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Mordes eingeleitet.

Preußen.

Kreistag in Wetzlar.

0 Wetzlar, 3. Febr. Gestern versammelte sich der neugewählte Kreistag im Sitzungs- jaale des Kreishauses. Mit Ausnahme des Avg. Bürgermeister Dr. Kühn waren alle Vertreter er­schienen. Vor der offiziellen Sitzung hatten sich die Abgeordneten zu einer Vorbesprechung zusammen. gefunden, um hier eine Einigung über die Besetzung der einzelnen Kommissionen zu erzielen. Diese ge­lang jedoch bei den meisten und wichtigsten nicht, so daß bei diesem Punkt der Tagesordnung, der an den Schluß der Verhandlungen gesetzt wurde, das System der Verhältniswahl Platz greifen mußte. Hierbei wurden in den wichtigsten Ausschuß, den Kreisausschuß, drei Vertreter der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft und drei Sozialdemokraten ge­wählt, so daß dessen Zusammensetzung mit altem Stärkcverhältnis geblieben ist. Aus der großen Reihe der zur Beratung gestellten Punkte, die im allge­meinen ahne erhebliche Debatte erledigt werden konnten, ist besonders Punkt 10 herauszuheben, der sich mit der Frage der Beschäftigung der Er­werbslosen befaßte. Die Kreisverwaltung hatte hierzu etnige Projekte vorgelegt, so den weite­ren Ausbau oer Garbenyeimer Straße und der Nauborner Straße, die beide Auf. Wendungen in Höhe von 165 000 Mark erfordern. Dazu soll die Umgehungsstraße am Dill- heimer Kopf yinzukommen und ebenso eine Umlegung der Straße nach Groß-Rech- t e n b a ch. Von den Abgeordneten wurden An­regungen über den Ausbau weiterer Wege und Straßen in großer Zahl oorgebracht, für die jedoch noch keine Projekte ausgearbeitet sind. Wie weit sich hier noch eine Erweiterung der Bauvorhaben erzielen läßt, hängt auch von der Aufbringung der notwendigen Mittel ab. Die Sitzung, die bis in die späten Nachmittagsstunden währte, wurde durch ein gemeinsames Mittagessen unterbrochen.

Kreis Wetzlar.

e. Krofdorf, 2. Febr. Die Pvstdienst - Verhältnisse sind hier sehr mangelhaft. Briefe, Postkarten usw. brauchen bis nach Gießen, das nur 5 Kilometer von unserem Orte entfernt und in einer Stunde Fußweg bequem zu er­reichen ist, oft 2 Tage. biS sie den Empfänger erreichen. Ebenso geht es umgekehrt. Hier wird die Post nur einmal täglich vormittags aus­getragen. Sämtliche Postsachen, die um 1 ilfjr mittags an der nahen Haltestelle der Bahn abgeholt werden, bleiben biS zum andern Mor­gen auf der Post liegen, wodurch eine fast 24stündige Verspätung in der Zustellung ent­steht. linier Ort besitzt viele behördliche Stel­len, Bürgermeisterei, Oberförfterei, Kommunal­kasse, Forstkasse, verschiedene Fabriken und zahl­reiche Geschäftsleute, denen die langsame Post- bestellung nicht zum Vorteil gereicht. Es ist dringend zu wünschen, daß die Postsachen w i e- der zweimal täglich zum Austrag ge­langen. Vor 30 Jahren waren die Postverhält­nisse hier weit besser, als heutzutage. Daß auch unser Ort schwer unter bet Arbeits­losigkeit zu leiden hat, ersieht man daraus, daß gegenwärtig ca. 100 Erwerbslose Unterstützung empfangen.

<> Dornholzhausen, 3. Febr. Der Aus­bau der 500 Meter langen Teilstrecke des Weges nach Langgöns Ist dem Bauunter­nehmer Schäfer von hier als dem Wenigst- fordernden übertragen worden.

k. Groß.Rechtenbach, 3. Febr. Der hie- fige Männergesan avereinLieber- kränz" veranstaltete am Samstag- und am Sonn­tagabend im Gemeindesaal im neuen Schulhause einen Theaterabend. Die Veranstaltung am Sonntag war besonders von auswärtigen Gästen gut besucht. Die Maul- und Klauen­seuche in der hiesigen Gemeinde war bekanntlich erloschen und die angeordneten 'Sperrmaßnahmen aufgehoben. Nachdem sich die Seuche inzwischen in Kletn-Rechtenback) weiter verbreitet hat, ist aus dem hiesigen Ort sowie der Gemarkung erneut ein Beob­achtungsbezirk gebildet worden.

0 Niederkleen, 3. Febr. Unter dem Vieh­bestände eines hiesigen Landwirtes wurde die Maul- und Klauenseuche amtlichfestgestellt. Au» Ort und Gemarkung ist ein Sperrbezirk ge­bildet worden. Der Kreisausschuß hat genehmigt, daß die hiesige Gemeindejagd wieder in zwei Bezirken verpachtet werden kann. Die Verpachtung wird voraussichtlich anfang März stattfinden.

00 Hochelheim, 3. Febr. Die hiesige, sowie die größere Kirchenvertrelung von Dornholzhausen haben in einer gemein­samen Besprechung einstimmig den Wunsch ge­äußert, die durch den Tod des Pfarrers Schnei-, der freigetooebene hiesige Pfarrstelle dem Sohne des Verstorbenen, dem Hilfsprediger Paul Schneider in Essen, zu übertragen. Wenn bem bereits ber Kirchenaufsichtsbehörbe unter­breiteten Antrag« ftattgegeben wirb, kommt eine

Wahl um die Stelle nicht in Frage. Bei ber am Montag im hiesigen Gemeindewald ftattge» funbenen Holzversteigerung konnte von billigen Preisen, mit denen man gerechnet hatte, nicht die Rede sein. Es tourten gezahlt für Buchcnscheitholz bis zu 20 Mark und Buchen- knüppel 17 bis 20 Mart je rm, Buchenreiscr (50 Wellen) kamen bis zu 20 Mark, für liefern- nuhholz (3 Meter lang) wurden bis zu 30 Mark für die Schicht bezahlt. Kiefernstämme tarnen bis auf 30 Mark je fm zu stehen. 'Bei einem von einem hicsigeii Metzger geschlachteten Schwein ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Ort und Gemarkung sind als Sperrbezirk erklärte

I Vollnkirchen, 3. Febr. Die durch die Jn- ruhestandversetzung des Lehrers Scherer frei gewordene hiesige Lehr er stelle ist dem Lehrer Nagel von Rengsdorf, Kreis Neuwied, endgültig übertragen worden. Lehrer Seim, der die hiesige Stelle bisher austragsweise verwaltete, ist an die bisher von Lehrer Nagel versehene Stelle in Rengs­dorf berufen worden.

Kreis Biedenkopf.

XX Rodheim a. d. Bieber, 3. Febr. Die hie- fige Spar - und Darlehnskaffe, gegründet vor vielen Jahrzehnten, hat sich aus kleinen An­fängen zu einem großen, gemeinnützigen Institut entwickelt. Seit 1. Januar 1911 gift sie als B e - zirksfpar kaffe: sie umfaßt als solche die acht Gemeinden des südlichen Hinterlandes. Infolge des gesteigerten Verkehrs konnte die Kasse daran den­ken, das Storksche Anwesen für ihren Betrieb zu erwerben. Auch verdankt die hiesige Gemeinde der aufstrebenden Kasse ihre erste Straßenbeleuchtung, wie auch alljährlich Schwesterstation, Gcwerbever- ein, Freiwillige Feuerwehr usw. mit namhaften Zuwendungen aus den Uebcrscyüsten der Kasse be­dacht werden konnten. In der Nachkriegszeit machte sich aber, wie bei vielen ähnlichen Instituten, ein steter Geschäftsrückgang bemerkbar, so daß für die Generalversammlung am vorigen Samstag sogar die Auflösung der Kasse auf der Tagesordnung stand. Dazu Ist es erfreulicherweise nicht gekommen, 'vielmehr wurde auf Betreiben des anwesenden Landrates der gesamte Vorstand und Aufsichts­rat der Kasse neugewählt.

T Waldgirmes, 3. Febr. Der Juaendpfle- ger für den Bezirk Wiesbaden, Mittelschullehrer Möller aus Frankfurt, hielt gestern abend vor einer zahlreichen Versammlung einen Vortrag über den Wert des Wanderns. Anschließend daran zeigte Lehrer Müller von hier im Licht- bilde die wichtigsten Jugendherbergen unserer Um­gebung. Zum Schlüsse führten einige Turner Hebungen am Reck, Barren, Pferd sowie Freiübun­gen aus.

Dillkreis.

bl. Herborn, 3. Febr. Die Holzpretfe für Gemeindeholz stellen sich im Durchschnitt im Dillkreis auf 7 Mk. für Knüppel und 8,50 Mk. für Scheit pro Meter. Für Flchtenstammholz wür­ben verschiedentlich 26 Mark bezahlt.

bl. Burg, 3. Febr. De hiesige Schwer- spatgrube wurde nunmehr endgültig still- gelegt, nachdem längere Zeit stark verkürzt ge­arbeitet worben war. Die Pumpenanlagen des Be­triebs wurden herausgerissen und weggeschafft. Fest­stellungen haben ergeben, daß die beste Sorte Schwerspat ausgebeutet ist und es sich für bas Werk nicht mehr rentiert, weitere Grabungen tn minder­wertiger Ware vorzunehmen.

Maingau.

Frankfurt a. M., 3. Febr. (WSA.) In einer Wirtschaft tn der Bergstraße kam es gestern zu einer wüsten Schlägerei zwischen meh­reren angetrunkenen jungen Leuten. Einer davon brachte seinem Gegner mit einem Taschenmesser mehrere Stiche bei, so daß dieser schwer verletzt in das Hospital gebracht werben muhte. Als ein Beamter zur Verhastung des Täters schritt, versuchte bessen Bruder, ihn zu befreien. Gr griff den Beamten tät­lich a n und schlug ihm in das Gesicht, daß er blutete. Erst als Berstärkung der Polizei kam, konnten fünf Beteiligte festgenommen werden. 3m hiesigen Bankhause Gebr. Gold­schmidt ist ein Bündel Aktien der Ham- burg-Amerika-Paketsahrt QI.-®, im Werte von etwa 10 000 Mk. gestohlen worden.

49. Hauptversammlung des LandespserdezuchLverelns für Hessen.

Friedberg, 1. Febr. Im Hotel Trapp tagte hier die 49. Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Oekonomierats Müller- Neuho» und im Beisein der Vertreter der Zuchtvereine der drei Provinzen, der Vertreter der Landwirtschafts­kammer, darunter Direktor Hamann-Darm­stadt, des Vorsitzenden für Oberhessen Oekonomierat Breidenbach aus Dorheim und des General­sekretärs Oekonomierat Dr. Wagner aus Gießen, des Landesstallmeisters S ch ö r k e und des Ober­veterinärrats Prof. Dr. Kn eil aus Gießen. Pro- oinzialdirektor G r a e f - Gießen war am Erscheinen verhindert.

Der Vorsitzende Müller wies auf die Notlage der Landwirtschaft hin, unter der auch die Pferde­zucht sehr leide. Er hofft, daß bei der 50. Hauptver­sammlung, die im Frühjahr 1927 in Darmstadt tagen werde, wieder eine bessere Zukunft winken möge. Diese Versammlung soll mit der Landwirt­schaftlichen Woche verbunden werden. Redner teilte mit, daß sich ein Warmblutzuchtverein mit etwa 100 Mitgliedern gebildet habe, der sich dem Landes­verein anschloß.

Der Jahresbericht über das Vereinsjahr 1925 Zeigte die ungünstige Einwirkung der allgemeinen Notlage der Landwirtschaft auf den Landespferde­zuchtverein. Von HOo früheren Mitgliedern find nur noch etwa 650 geblieben, die 16 Zuchtvereinen angehören. Neu ist der Warmblutzuchtverein mit rund 100 Züchtern hinzugekommen. Die Pferde­märkte darunter auch Darmstadt, Gießen, Als­feld wurden mit je 100 Mark unterstützt, ebenso die Fohlenweiden zu Düdelsheim, Langsdorf, Hahn. Für 1926 ist ein Pferdemarkt in Darmstadt im Verein mit der Landwirtschaftskammer geplant, an­dere werden folgen.

Die Rechnungsablage für 1925 zeigte eine Ein­nahme von 5741 Mark, darunter einen Mitglieder­beitrag van 4358 Mark, die Ausgaben betrugen 1270 Mark.

Der Voranschlag für 1926 zeigt die größte Spar­samkeit und balanciert mit 6640,95 Mark in Ein­nahme und Ausgabe. Für Fohlenweiden sind 750 Mark, für Pferdeschauen 500 Mark, für die Pferde­märkte (Gießen, Alsield, Groß-Umstadt, Beerfelden, Darmstadt) je 100 Mark vorgesehen. Oekonomierat Breidenbach-Dorheim bittet, auch Friedberg

zu bedenken, das Mitte Februar einen Pferdemartt plane: er bedauerte, daß kein Vertreter der Stabt Friedberg anwesend sei, obwohl Einladung erfolgt märe. Der Vorsitzende sagte die Unterstützung des Friedberger Marktes zu, falls die Stadt sich melde.

Der Vorsitzende Müller machte dann den Vortrag bekannt, ber 1924 zwischen Landesver- c i n und Landwirtschaftskammer verein­bart wurde. Danach unterstützen sich beide in der Förderung der Pferdezucht. Der Vertrag dauert vor­läufig 12 Jahre. Breidenbach- Dorheim be­dauerte besonders das Fernbleiben Alsfelds: es soll mit bem dortigen Zuchtverein persönlich verhandelt werden.

Häuser- Nieder-Weisel und Oekonomierat Breidenbach sprachen über die Verteuerung der Fohlen durch den Zwischenhandel und empfahlen die dauernde Einrichtung von Fohle nauktio- nen ähnlich den Bullenauktionen: sie sollten recht oft abgehalten werden.

Landesstallmeister S ch ö r k e - Darmstadt gab interessante Mitteilungen über die Gestüte in Hessen. 1914 und 1924 wurden je 3500 Stuten gedeckt, 1925 1000 weniger, nämlich nur 2500. Viele^kkchter der Nachkriegszeit seien zum Vorteil für eine qualitativ hochstehende Pferdezucht abgefallen, aber die alten Vorkriegszüchter müsse man zusammenhalten trotz der Geldknappheit. Nur bann könne ein weiterer Abbau der Deckstationen und Gestüte verhindert werden. Früher waren es 35 Stationen mit 90 Hengsten, heute sind es nur noch 29 Stationen mit 70 Hengsten. Im Gegensatz zur allgemeinen Ab­nahme der Deckungszifsern steht die Station Gre­benhain; hier wurden 1924 nur 45, 1925 da­gegen 104 Stuten gedeckt. Die Zuchtvereine müßen auf stärkere Benutzung der Stationen hinwirken, sonst drohe weiterer Abbau zum Schaden der Pferdezucht. Mehrere Redner betonten, baß bic hessische Pferbezucht bobenftänbig geworben sei und Vorzügliches leiste, unb wanbten sich mit Entschie- benheit gegen bie Einfuhr aus bepi Auslanb. Bei unserer Armut sei bas ein unverzeihlicher Luxus. Zahlreiche Rebner beteiligten sich an ber Aussprache über ben Zwischenhanbel, ber bas Pferbe- material zum Schaben für bic Käufer sehr verteuere, es sollte eine Verkaufsvermittlung einge­richtet, Fohlenauktionen abgehalten unb gegen bic Einfuhr aus bem Auslanb energisch pro­testiert werben. Pros. Dr. K n e l l - Gießen erklärte, wir könnten qualitativ ben Bebarf an Pferben im Jnlanb becken, bas Gelb müsse im Jnlanb bleiben.

Oekonomierat Fritsch hielt bann einen Vor­trag überAufzucht ber Fohlen". Das Jungtier brauche Luft, Licht, Reinlichkeit, weiches, trockenes Lager, bann folgt ber Weibegcmg. Der kleine Bauer müsse bie Probuktion, ber große Lanbwirt bie Auf­zucht zum gebrauchsfertigen Pferb übernehmen. Die lanbwirtschaftlichen Betriebe müssen vielseitig ge­staltet werben unb neben Ackerbau auch Tierzucht treiben. Er warnte baoor, wegen ber gegenwärtigen ungünstigen Konjunktur bie Pferbezucht aufzugeben.

Professor Dr. Kn ell° Gießen sprach über bas Gebiet ber Hygiene, über Fohlenkrankhei- t e n unb Bekämpfung ber Aufzuchtkrankheiten. Die Deutsche Lanbwirtschaftsgesellschaft hat hier auf- klärenb gewirkt, in Hannover sei ein vesonberes tier« ärztliches Amt entstauben. Die Erhaltung ber Pferbe, zücht fei für Hessen sehr bebeutenb, sie sei ein Teil bes Volksvermvgens. Das hessische Pferbematerial sei so gut wie bas auslänbische, bie Zuchtzielc müssen streng befolgt werben.

Oekonomierat Breidenbach dankte den bei­den Rednern namens der Landwirtschaftskammer, die ber Pferdezucht alle Sorgfalt widme. 1925 seien 110 Fohlen auf den Jungviehweiben gewesen, bic Gewichtszunahme habe je Tier 100 Kilo betragen. Vier Weiten seien bereits vorhanben, eine weitere im Entstehen begriffen.

Wirtschaft.

Von den Schlachlviehmärkten.

An Öen deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche hat sich in der Marktlage gegen­über der Vorwoche feine fühlbare Besserung ergeben; der Handel blieb nach wie vor über­wiegend ruhig bis schleppend. Die Auftriebs­ziffern weichen in ihrer Gesamtheit von denen der vorangegangenen Woche ebenfalls nur mini­mal ab. Die Preise haben besonders für Kälber und Schweine eine weitere Abschwächung er­fahren, während sic sich für Binder und Schafe etwas stetiger halten konnten.

Auf den nachstehenden Märkten wurden für

1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert:

Rinder

Kälber

Schafe Schweine

Berlin

19-50

40-72

69-80

Bremen

23-50

40-80

_

60-72

Breslau

15-49

44-65

30-49

55-73

Chemnitz

25-53

40-70

35-48

65-83

Dortmund

15-52

40-85

25-48

75-84

Dresden

23-53

48-72

35-56

65-86

Düsseldorf

18-55

50-88

65-82

Elberfeld

20-54

45-85

25-50

65-80

Esten

24-55

40-110

30-52

72-84

FrankfurtM.

15-53

38-75

20-50

58-81

Hamburg

12-52

30-83

58-76

Hannover

15-52

25-80

15-50

65-78

Husum

Karlsruhe

16-54

63-76

75-84

Kastel

20-52

45-67

70-84

Kiel

14-49

25-71

24-52

45-73

Köln

15-52

45-80

35-42

70-83

Leipzig

20-52

45-68

30-52

70-83

Magdeburg

18-50

24-60

18-44

65-83

Mannheim

15-52

50-82

24-35

64-77

München

18-53

50-82

50-82

Stettin

10-49

30-75

15-40

60-76

Stuttgart

12-55

50-75

54-79

Zwickau

15-52

40-70

30-55

72-83

' Die Konkurse und Geschäftsauf­sichten im Januar. Aach Mitteilungen des Statistischen Reichsamtes wurden im 3anuar 2092 neue Konkurse - ohne die wegen Mangel an Masse abgelehnten Konlursanträge und !553 angeorönetc Geschäftsaufsichten durch den Reichsanzeiger" bekanntgegeben. Die entspre­chenden Zahlen für den Dezember v. 3. stellen sich aus 1660 bzw. 1388.

* Ungünstige Absatzlage auf dem Eisenerzmarkt bes Lahn- unb Dill- gebicts im Januar. Auch währenb bes Mo- nats Januar war hier keine Besserung ber Markt- lage^zu verzeichnen. Es bestehen zur Zeit auch keine Anzeichen, bie in absehbarer Zeit eine Erleichtc- vung für ben Eisensteinbergbau bes Reviers er« hoffen lassen. Die Eisenbahn Verwaltung hat immer nod) Lichts zur Belebung bes Erzversanbs getan.

t ^orberung auf weitere Senkung ber Erztarise auf bie Höhe ber Vvrkriegssätze gegenüber verhält sie sich nach wie vor ablehnenb. 9hir mit Sarge fann Oer weiteren Entwicklung ber Verhältnisse auf