so stehen auch hier keine unüberwindlichen Schwierigkeiten mehr entgegen.
Nunmehr scheint das Projekt in eine neue Phase eingetreten zu jein. Das W i r t s ch a f t s a in t der Stadt Frankfurt lädt die interessierten kreise. Vertreter der Städte (darunter auch Gießen. D. Red.). Automobil- und Gummifabrikan- len usw. zu einer Aussprache auf den 11. September nach Frankfurt o. M. ein. Der Zweck dieser Aussprache soll die Gründung einer Studiengesellschaft sein, die zunächst einmal die Vorarbeiten zu leisten hätte, namentlich aber ein Projekt über die endgültige Linienführung ausarbeitcn müßte. Es sind bisher zwei Linien in Vorschlag gebracht worden, die sowohl in technischer wie in wirtschaftlicher Beziehung sehr stark voneinander abweichen. Es ist aber ganz natürlich, daß schließlich demjenigen Plan der Vorzug gegeben werden muß, der einerseits die technischen und finanziellen Schwierigkeiten vermindert, andererseits aber die größte Aussicht auf Rentabilität und Zukunstsmäglichkeiten ein- schließt. Das erste Projekt sieht eine Trafsenfüh- rung von Hamburg über Berlin, Leipzig, Nürnberg, München und Verona nach Mailand vor, schließt also die Reichshauptstadt in den geplanten Automobilweg ein. Ganz abgesehen davon, daß bei der Wahl dieser Strecke der Weg um rund 400 Kilometer verlängert und sich dem Bau große technische Hindernisse entgegenstellen, führt diese Linie streckenweise durch sehr dünn besiedelte Gebiete, was die Rentabilität sehr beeinträchtigen dürfte. Viel aussichtsreicher erscheint das zweite Projekt: Hamburg — Hannover — Kassel — Gießen — Frankfurt — Karlsruhe — Basel —Zürich — Mai- land. Als Paßweg ist der St. Gotthard vorgesehen, dessen großzügige Tunnelanlage evtl, auch die Verladung der Automobile per Achse zuließc. Diese zweite Linie sührt in fast schnurgerader Richtung von Hamburg und dem mitangescylossenen Bremen über Hannover durch das Leinetal nach Göttingen, entlang der Weser nach Kassel, Marburg, Gießen, und Nauheim ins Maintal. Hier erhält der Automobilweg seinen Anschluß an das Rheintal. an Köln, Mainz und Wiesbaden. Von Frankfurt aus schneidet die Straße direkt in die landschaftlich reizvolle oberrheinische Tiefebene ein, berührt hier auf dichtbesiedeltem Gebiete zahlreiche bedeutende StLdte mit starkem industriellem Leben und regem Fremdenverkehr. Auf der ganzen Strecke stellen sich dem Bau nennenswerte Hindernisse nicht entgegen. In Offenburg, das über Karlsruhe und Baden- Baden erreicht wird, ist Gelegenheit für den Anschluß von Straßburg und damit von Frankreich geboten, lieber Freiburg geht der Weg nach Basel. Zürich, Schwyz. Göschenen. St. Gotthard, Airolo, Bellinzona. Como, Monza nach Mailand. Selbstverständlich würde von hier aus die Straße bis zur Ligurischen Küste nach Genua fortgesetzt werden. Welches dieser beiden Projekte schließlich zur Ausführung gelangt, wird die Zeit lehren.
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Tragödie einer Entehrten". — Palast-Lichtspiele (Kirchen- platz): „Pat und Patachvn auf der Weltreise" und Gastspiel der Darsteller. — Astoria-Licht- spiele: »Mut Monty, es wird schon schief gehen".
= Ehrung eines oberhessischen Mundartdichters. Am 2. März dieses Iahres waren es 25 Jahre, daß der Dichter der Welterau, Peter Deibel, für immer die Augen schloß, allzufrüh seinen zahlreichen Freunden, allzufrüh auch für die Heimatdichtung, die von ihm noch manche Perle urwüchsiger oberhessischer Mundartdichtung erwarten durste. Der Volksdichter lebt aber unvergeßlich weiter. Seine kost-, lichen Wellerauer Gedichte, die zwei starke Bände füllen, hört -man bei festlichen Veranstaltungen immer wieder und freut sich an ihrem herrlichen Humor. Besonders im V. H. C. werden Geibels Dichtungen immer und immer wieder zu Gehör gebracht, und wo Oberbessen fern der eigentlichen Heimat auch gelegentlich vereinigt sein mögen, da fommt Gcibel, der die Heimat und ihr Volkstum so trefflich zu schildern verstand, stets zu Wort. Dom V. H. C.. und da in erster Linie wieder von dem Landtagsabg. Prof. Dr. W e r - ner (Butzbach), geht auch die Anregung aus, am Geburtshause des Ächters in Klein- Karben eine Gedenktafel anzubringen. Die Vorarbeiten sind soweit beendet, daß am 17. Oktober die Enthüllung vor sich gehen kann, wozu zahlreiche V. H. C.er erscheinen werden, um im Kreise Gleichgesinnter dem Humor des besten Dauerndichters Hessens zu huldigen und seiner dankbar zu gedenken Peter Deibel wurde am 21. August 1841 zu Klein-Karben in der Wetterau als jüngster Sohn eines Landmannes geboren. Aach dem frühen Tode seiner Eltern besuchte er das Gymnasium in Büdingen bis zur Sekunda, um dann in Gießen Tierheilkunde zu studieren. Aach bestandenem Sramen war er von 1871 bis 79 in Groß- Felda (Kreis Alsfeld) und in Dattenberg (Kreis Biedenkopf), von 1879 bis 81 in Wied-Selters (älnterwesterwald) und von 1882 bis zu seinem am 2. März 1901 erfolgten Tode in H ö ch st a. M. als Tierarzt tätig. Seine Gedichtbände „Humoristische Gedichte in Wetterauer Mundart" und „Mein schinste Gruß d'r Wearrera" sind in mehreren Auflagen erschienen und werden immer wieder neu herausgebracht werden müssen.
*" 3n der Volkshalle herrscht jetzt Hochbetrieb der Hmrdwerker. Die Abteilung Elektrizität der Gartenbau- und Elektrizitätsausstellung ist dort bereits im Entstehen begriffen, die Abteilung Gartenbau wird in den nächsten Tagen mit ihrem Einzug beginnen. Inzwischen ist die Volkshalle auch noch auf den Wandseiten rechts des Eingangs von der Grün- bergerstraste her verputzt worden, wodurch der Anblick noch freundlicher gestaltet ist. Die Bühne, die bekanntlich vor einigen Tagen hübsch verputzt wurde, erhält jetzt noch Stabfuhboden. Auf der Galerie der • Dolkshalle links neben dem Bühnenraum ist durch Einführen einer Zwischenwand ein großer Raum abgeteilt worden: hier soll in der Zeit der Ausstellung eine altdeutfche Weinstube erstehen, später wird der Raum eben
falls RestaurativnSzwecken dienen. Aus der gegen« überliegenden Galerieseite neben der Bühne ist ein Raum durch ein Holzgeländer abgctreimt; hier will die Ausstellungsleitung für die AuS- stellungszeit eine Mokka- und Likbrstube einrichten. Zur Erzielung wirkungsvoller Beleuch- tungsessekte sind die Wandkanten der vorderen Frontseite des Gebäudes und die Kanten der Galerie in der Halle mit einigen Tausend kleiner elektrischer Glühbirnen versehen worden, deren Erstrahlen während der Ausstellung einen reiz- vollen Anblick bieten dürste Außer dieser Effektbeleuchtung wird die Innenbeleuchtung noch weiter durch zahlreiche Lampen verstärkt werden.
*• Eine Um Pflasterung im Asterweg ist seit gestern mittag im Gange. Aus dem Straßen, stück zwischen der Schillerstraße und der Nordanloge werden die Basaltsteine entfernt, an ihre Stelle wird die Asphaltierung der Bürgersteige und der Fahrbahn treten. Die Arbeiten dürften einige Wochen in Anspruch nehmen. Bedauerlich ist, daß die Fahrbahn dieser Straße zwischen der Walltor- und der Schillerstraße und der Asterweg zwischen der Nordanlage und dem Schwarzlachfeld nicht gleich mit hergestelll werden können, da hierfür keine Mittel zur Verfügung gestellt sind. Hoffentlich läßt sich diese Versäumnis im nächsten Jahre gutmachen.
0 Die Eisenbahnbrücke in der Klinik st raße, die den Süden mit dem Güterbahnhof verbindet, ist soweit fertiggestellt, daß sie in etwa acht Tagen dem Betrieb übergeben werden kann. Die Verstrebungen der Brücke wurden verstärkt. Der Brückenboden wurde durch die Firma Dratengeier in Sprendlingen« Frankfurt gepflastert. Hierzu wurden eigens dazu berge« stellte imprägnierte Holzklötze verwandt, die mittels Teer und Sand miteinander verbunden werden. Auch die Detonrinne zu beiden Seiten der Drücke ist erneuert worden. Es ist hier ein sehr wichtiger Verkehrsweg wieder so bergestellt, daß er unserem heutigen Verkehrswesen stand- halten wird.
—.— E i n neues elektrisches Stellwerk wird gegenwärtig im hiesigen Güterbahnhof am Ablaufberg errichtet. Durch diesen Bau werden die beiden jetzigen mechanischen Stellwerke vereinigt, wodurch die Eisenbahnverwaltung Personal- ersparnisse erzielt. Die Inbetriebnahme des neuen Stellwerks soll voraussichtlich im November erfolgen. Der Bahnhof Gießen besitzt alsdann vier elektrische Stellwerke.
** Aus dem Gießener Standesamt s r e g i st e r. Es verstorben in der Zeit vom 16. bis 31. August: 16. August Juliys Siesel, Kaufmann, 60 Jahre alt Marktstr. 8. 17. Mathilde Haßler, 5 Monate alt, Walltorstr. 63. Anna Hager geb. Petri, Witwe, 59 Jahre alt, Johannesstr. 7. 19. Auguste Stern, ohne Beruf, 72 Jahre alt, Stein« ftraße 19. 21. Marie Pebler geb. Rollhäuser, Witwe, 71 Jahre alt, Licher Straße 74. 23. Elisabeth Hartmetz, Zigarrenmacherin, 30 Jahre alt, Tcufelslustgärtchen 20. 24. Karoline Brinkmann, ohne Beruf, 52 Jahre alt, Marburger Straße 56. 26. August Bussag, Eisenbahnoberinspektor i. R., 67 Jahre alt, Steinstraße 68. 27. August Marie Spahr geb. Reß, Rentnerin, Witwe, 83 Jahre alt, Großer Steinweg 22. Marie Hübner geb. Velten, 61 Jahre alt, Bahnhofstr. 44. 29. Katharina Seng geb. Schwalb, Witwe, 85 Jahre alt, Asterweg 54. 30. Karl Wagner, Privatmann, 77 Jahre alt, Asterweg 53. 31. Elisabetha Stamm geb. Hock, Witwe, 76 Jahre alt, Krofdorfer Straße 32.
Die PostauloUnie Gießen - Kleebachtal.
Fahrplanwünsche.
e Aus dem Kleebachtal, 2. Sept. Die Postverwaltung dürfte sich in diesen Tagen damit beschäftigen, für die Posta utolinie Gießen — Kleebachtal einen Winterfahrplan aufzustellen, der auch den im Winterhalbjahr eintretenden Veränderungen der Eisenbahnfähre Diene Rechnung tragen müßte. Bei dieser Gelegenheit seien hier die Wünsche der Kleebachtalbewohner vorgetragen mit der Bitte an die zuständige Stelle, sie wohlwollend zu berücksichtigen. Die bisherige erste Fahrt ?es Autos dürste bis zu einer Stunde später zu legen fein, weil im Winter der Wochenmarkt später stattfindet und auch der älnterricht in den höheren Schulen Gießens eine Stunde später beginnt. Die Mittagsfahrt an den Bahnhof Großen-Linden und die Rachmittags- , fahrt nach Gießen haben sich bewährt; sie können in der bisherigen Weise weiter bestehen bleiben. Es ist bekannt, daß in Hochelheim und Hörnsheim eine große Anzahl Käsehändler ansässig sind, deren geschäftliche Beziehungen in die verschiedensten Orte und Städte der näheren und weiteren Umgebung gehen. Diese Gewerbetreibenden würden es dankbar begrüßen, wenn die Postverwaltung Dienstags, Freitags und Samstags eine Frühf ah rt an den Bahnhof Großen-Linden dergestalt ein- richten würde, daß daS Auto Anschluß an den dort norm. 4.12 ÜIHr nach Frankfurt a. M. abfahrenden Personenzug hätte. Dienstags könnte sogar diese Fahrt über Großen-Linden hinaus noch bis nach Gießen ausgedehnt werden, da an diesem Tage auch viele Händler von Hochelheim und Hörnsheim, die die von Gießen kurz nach 5 Ahr in das Lahn- und Dlllgebtet abfahrenden Züge benutzen; diese Händler müssen, weil um diese Zeit kein Zug von Großen- Linden nach Gießen fährt, den Weg nach Gießen zu Fuß oder mit Fuhrwerk zurücklegen. Die Post- verwaltung sollte im Interesse der wirtschaftlichen Gestaltung der ßinie erwägen, ob sie diesen berechtigten Fahrplanwünschen nicht Rechnung tragen mühte.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
—Klein-Linden, 2. Sept. Ein großes Herb st preiss (hießen hält der hiesige S ch ü tz e n c l u b „Rolan d" am 5., 12. und 19. September ab. Unter Leitung des 1. Vorsitzenden
Friedrich Stein errichtete der Verein im vorigen Jahre einen Schießstand in der Nähe der Wetzlarer Straße. Zur Preisverteilung gelangen zahlreiche wertvolle Preise. Der im Jahre 1909 gegründete Schützenclub zählt heute 60 Mitglieder.
Bg. Großcn-Buseck, 2. Scpt. Heute stürzt e, während er Verwandten beim Dreschen Hilfe leistete. Ober Postschaffner GanS in der Scheune vom Gerüst ab und zog sich erhebliche Quetschungen. wahrscheinlich auch innere Verletzungen, zu.
* Hattenrod, 2. Sept. Unter starker Beteiligung fand gestern die Beerdigung des bei dem Autounfal 1 in der Wilhelmstraße zu Gießen jählings verunglückten Weißbinders Heinrich Kutscher l von hier statt. In der Grabrede gedachte der Ortspfarrer des treu- sorgenden Vaters und fleißigen Arbeiters. Die Gemeinde verliere an dem Verstorbenen ein Mitglied des Onsvorstandes, das in kluger und auch den anderen Ständen gerechtwerdender Weise am Wohle der Gemeinde mitgearbeitet habe. Kränze wurden niedergelegt von der Arbeiterschaft der Gemeinde Hattenrod, von den Berufsaenossen des Verstorbenen. von dem Inhaber der Firma Peter R e e b, in deren Diensten der Verunglückte 30 Iahre stand, sowie von Bürgermeister R e e b im Ramen des Gemeinderates, dessen Mitglieder den Sarg zum Grabe getragen hatten.
ri. Lich, 2. Sept. Eine unübersehbar große Trauerversammlung geleitete gestern den Sarg unseres langjährigen Rektors Christian Roth zur letzten Ruhestätte. 3m Verein mit den anderen Gesangvereinen ehrte ihn sein Roth- scher Männerchor durch Grabgesang und einen ehrenden Rachruf, den ihm DürgermÄstereigehilfe Schmidt widmete. Die Leichenrede hielt StiftS- dechant Lenz. Im Ramen deS Stadtrates und des Schulvorstandes sprach Bürgermeister Völker, im Ramen des Dezirkslehrervereins der Obmann Lehrer Sprengel- Bellersheim; Direktor Beckmann redete im Auftrag des Frankfurter Waisenhauses, dessen Pfleglinge feit Iahr- zehnten hier in Lich erzogen wurden und sich der besonders liebevollen Fürsorge des Entschlafenen erfreuen durften. Außerdem legten die ^verschiedenen Vereine, in denen der Verewigte tätig war, mit Worten dankbaren Gedächtnisses Kränze an feinem Grabe nieder. Rektor Roth war mit seinem ruhigen und aufrichtigen Wesen ein allseits beliebter Mann. Besonders bewahren ihm seine Kollegen und seine vielen früheren Schüler, wie Rektor Erb an seinem Grabe ausführte, stets ein ehrendes Andenken.
Kreis Frie-üerg
—.— Friedberg, 2. Sept. Eine lebhafte Bautätigkeit herrscht seit Frühjahr in unserer Stadt. Der Neubau eines Wohnhauses für die Beamten des Ueberlandwerkes fonnte bereits bezogen werden. Die Wetterauer Volksbank ist bis auf die letzten Arbeiten fertiggestellt. Der Neubau des Polytechnikums ist im Roybau vollendet, er enthält das Maschinenlaboratorium, die Maschinenräume und einen Hörsaal. Während diese Bauten sich fast alle im Bahnhofsviertel erheben, herrscht von privater Seite die Hauptbautätigkeit im südwestlichen Stadtteil zwischen Ockstädter Straße und Roßbacher Straße. Hier sind in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Neubauten errichtet worden. Die Stadtverwaltung ist g egenwärtig mit dem Ausbau und der Ausbesserung des Straßennetzes beschäftigt. Bismarckstraße, Wilhelmstraße und Hanauer Straße werden neu chaussiert. Die umfangreichen Neupflasterungen vor dem Bahnhof haben sehr wesentlich zur Verschönerung des Bahnhofsplatzes beigetragen.
ÖO Aus der südlichen Wetterau, 2. Sept. Die SBirnenernte ist in der hiesigen Gegend äußer st günstig ausgefallen, so daß es oft schwer fällt, die Früchte auf dem Markte abzusetzen. Der Preis ist entsprechend niedrig. Gute Eßbirnen (Gute Graue) sind im Kleinoerkauf schon für 8 Pfennig zu haben. Tasclbirnen kosten 10 bis 15 Pfennig. Volkswirtschaftlich wirkt sich dies günstig aus. Das ausländische Obst, besonders die Bananen, sind fast ganz aus den Läden verschwunden.
y. Wölfersheim, 2. Sept. Gestern wurde dahier das Grummet von etwa 25 Morgen Ge- meindewiescn versteigert. Da diese meist nasse Lage haben unb der Grasbestand daher an Güte und Menge zu wünschen übrig läßt, da andererseits der Klee gut geraten war, ist die Nachfrage nach Grum- met diesmal gering gewesen, und der kleine Morgen (1875 Quadratmeter) brachte durchschnittlich nur 5—6 Mark. — Gestern fand im Beisein eines Vertreters des Kreisbauamtes die Vergebung der Arbeiten an der neuen Lehrerwohnung Hierselbst statt. Eigentümlich berührte es, daß die Berechnungen der Angebote für dieselbe Arbeit einen Preisunterschied bis z u 50 P r o z., in einem Falle bis 10 0 Proz. a u f ro i e f e n. Es erhielten den Zuschlag zu Weißbinderarbeiten Karl Gorr II., Stammheim, für 2232 Mk.; zum Treppenbau Georg Hirfch III., Nieder-Florstadt, für 717 Mk.; zu den Schreinerarbeiten die Schreiner Müller. Knoll und Musch, Wölfersheim, für 1749 Mk.; zu den Schlosferarbeiten H. Leschhorn III., Wölfersheim, für 443 Mk.; zu den Klosettarbeiten G. Paul, Wölfersheim, für 84 Mk.; zur Herstellung der Rolläden Ehr. Sauer, Wölfersheim, für 531 Mk.; zu der Lichtleitung H. Leschhorn III., Wölfersheim, für 201 Mk.; zur Tapeziererarbeit H, Berg, Wissels- heim, für 100 Mk. Ein gegangen waren im ganzen 37 Angebote.
=18 odenrod. 2. Sept. Unser kleines Gebirgsdorf, das mit seinen 430 Metern Meereshöhe der Höch st gelegene Ort des hessifcyen Taunus und des Kreises Friedberg ist, liegt inmitten großer Wälder und hat nur eine verhältnismäßig kleine Feldmark. Diese bietet nur dürftigen Unterhalt, so daß ein Teil der Bewohner außer der Beschäftigung mit dem Bodenbau noch als Waldarbeiter, Besenbinder oder Korbmacher 'Betätigung sucht. An (Betreibe wird vorwiegend Korn und Hafer angebaut. In diesem Jahre waren diese aber ausnahmsweise vorzüglich geraten, wie leiten zuvor. Das Korn erreichte auf vielen Aeckern
über zwei Meter Höhe, und auch der Hafer wuchs teilweise bis zu Mannshöhe heran. So gab es hier eine überaus reiche Ernte, auch in bezug auf den Körncrertrag. Das hatte zur Folge, daß die meisten unserer Kleinbauern die Fruchtmengen aar nicht in ihren Scheuern unterbringen konnten. Die Drefchmaschine, die sonst erst im Herbst hier ihren Einzug halt, um sich Scheune für Scheune vorzunehmen, mußte jetzt schon herbeigeholt werden; sie ist nun auf dem Felde tätig, was zuvor hier nie der Fall war. Ein Teil der Ernte wird nun schon auf dem Felde gedroschen, was den Vorteil bietet, daß die Landwirte das Korn für die Aussaat sich rechtzeitig beschaffen und den Hauptdrusch auf den späteren Herbst verlegen können, nachdem die Feldarbeiten beendet sind.
Kreis Büdingen.
th. L e i d h e ck e n , 2. Sept. Bei der hiesigen Versteigerung der „Honigbirnen" wurden durchschnittlich 8 Mark für den Baum geboten. — Infolge der günstigen Witterung ist die G r u m- m e t e r n t e in vollem Gange und wohl in drei bis vier Tagen beendet. Die Ernte kann als eine gute bezeichnet werden.
Kreis Schotten.
ld. Aus dem oberen Vogelsberg, 2. Sept. In den meisten Iahren fällt es der oft sehr fchön herausgewachsenen Frucht schwer, in den Gemarkungen und um den Oberwald zur Reife zu kommen, da Rebelmassen und groß« Ri^>erfchlagsmenaen die Tätigkeit der Sonne fast auSschalten. Die Sonnentage oieser Woche haben Erntearbeiten und Fruchtreise so stark gefördert, daß in einigen Tagen die gesamte Ernte geborgen sein wird. Für den Dogelsbergev Bauer ist 1926 nach einigen Mißernten wieder einmal ein Dlücksjahr, denn Heu-, Frucht- und Grummeternte sind so reich und so gut herein- gekommen, wie selten in den Vorjahren — Die Hoffnungen, die die Vogelsberger Imker auf den Monat August setzten, haben sich nur zum geringen Teile erfüllt. Wohl sind von den Dollern, von denen sich wenige auf voller EntwicklungShöhe befanden, kleine Mengen Honig eingetragen worden, die aber als Winternahrung und Reservefutter fürs Frühjahr unbedingt den Dienen verbleiben müssen. Merkwürdigerweise hat im nun zu Ende gehenden Bienenjahr 1926 der Rordhang des Vogelsberges besser abgeschnitten als der llimatisch günstigere südliche und westliche Teil deS Gebirges; dort hak manche Bienenzucht wenigstens so viel abgeworfen, daß ein Teil der Betriebskosten gedeckt ist.
Kreis Lauterbach.
P. Queck bei Schlitz, 2. Sept. Am kommenden Sonntag findet hier das Dekanats- mission-fest des Dekanats Lauterbach statt. Festprebiger ist Pfarrer D e r n b e ck (Stockhausen), während Missionar Säuberlich über die Arbeit der Leipziger Mission in Oft» afrika und Indien berichten wird. Der Posaunen«' chor Stockhausen wird bei der Feier mit wirken.
Starkenburg.
• Darmstadt, 2. Sept. Der Elektrotechniker Martin Mink aus Eberstadt, der zahlreiche Geschäftsleute in betrügerischer Absicht geschädigt hat, wurde hier verhaftet.
WSR. Heppenheim, 2. Sept. Gestern kam es hier in einer Wirtschaft zwischen Zigeunern aus nichtigen Gründen zu einer Schlägerei, tovbei einem der Beteiligten die ganze linke Gesichtshälfte vollständig gespalten wurde. Die Gesellschaft bewegte sich dann zu ihren Wagen, wobei man sie dauernd mit Stechen und ^hießen droben hörte. Plötzlich setzte sich der schwächere Teil auf die Wagen und jagte in voller Flucht davon.
Preußen.
Kreis Marburg.
sch. Marburg, 2. Sept. In der jüngsten Sitzung der städtischen Kollegien stynd in der Hauptsache eine Eingabe des hiesigen Frauenoereins betr. die Lebensmittelversorgung der Stadt zur Erörterung. Es kam hierbei zu einer recht lebhaften Aussprache, bei der von den Derbraucherkreisen Klage über die hohen Lebensmittelpreise geführt wurde und der Wunsch zum Ausdruck kam, daß die Stadtverwaltung sich der Frage der Preisgestaltung tatkräftig annehmen möge. Im übrigen wurde einer Neufassung der Dergnügungssteuerordnung zuge- gestimmt. Für die Ausführung der Wasserlei - t u n g am Ortenbergplatz-Lothringerstraße wurden 6800 Mark aus vorhandenen Anleihemitteln genehmigt und zur Instandsetzung des Armenhauses und Beschaffung von Inventar für diese Räume 7500 Mk. bewilligt. Ferner wurden dem Altersheim zur Deckung seiner restlichen Schulden eine einmalige Unterstützung von 4000 Mark und ein jährlicher Zuschuß in gleicher Höhe gewährt und der Neufestsetzung des Zinsfußes der städtischen Sparkasse und Leihbank zugestimmt. Danach betragen vom 1. August 1926 die Habenzinsen 4 bis 5i Proz. (bisher 41 bis 6 Proz.) und die Schuldenzinsen 10 bis 11 Proz. (bisher 11 bis 13 Proz.). Im übrigen ist noch eine Mitteilung des Oberbürgermeisters Dr. B o i g t erwähnenswert, wonach neue Staatsmittel für Wohnungsbauten in Aussicht stehen, mit deren Hilfe man auch auf der Lahninsel noch ein drittes Zehnfamilienhaus errichten zu können glaubt.
Zwei Mörder gestellt.
sch. Marburg, 3. Sept. Fe st genommen wurden in Reustabt von dort lagernden Zigeunerbanden zwei Zigeuner. Es handelt sich um die schon lange steckbrieflich gesuchten Zigeuner Winter, die vor Iahren zwer Schirmflicker bei Dürnberg erschossen haben. Die Inhaftierten wurden durch die Gendarmerie nach Cassel transportiert.
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